travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200605. Apr. 2020 · #21Ein aktuelles Video zum Thema Entbuschung in Namibia:
https://www.youtube.com/watch?v=zCxbh1UIjTMViele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200629. Juni 2020 · #22Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
EundM82 Beiträge · seit 201929. Juni 2020 · #23Ich frage mich gerade, ob es nicht mehr Sinn machen würde, die Biomasse direkt in Namibia zur Energiegewinnung zu verwenden, anstatt das „Gestrüpp“ durch die halbe Welt zu karren.
Wie sieht es denn mit der Einfuhr von Schädlingen ( Insekten, Krankheiten für Pflanzen) aus, wenn das Buschwerk nach Hamburg verbracht wird? Oder wird es als Kohle verschifft?
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200629. Juni 2020 · #24Ich frage mich gerade, ob es nicht mehr Sinn machen würde, die Biomasse direkt in Namibia zur Energiegewinnung zu verwenden, anstatt das „Gestrüpp“ durch die halbe Welt zu karren.
es gibt ja sozusagen eine Prototyp-Anlage beim Ohorongo-Zementwerk nahe Otavi. Auch da lohnt es sich scheinbar nicht...
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
EundM82 Beiträge · seit 201929. Juni 2020 · #25Dann habe ich erst Recht Zweifel, ob das mit Hamburg Sinn macht, da kommen ja noch die Transportkosten dazu...
Wäre es eine Alternative, das Zeug zu häckseln und als Mulch für Felder zu verwenden?
Kompostieren und zur Bodenverbesserung in der Landwirtschaft verwenden? Stelle ich mir in Namibia mit dem Klima aber schwierig vor.
Oder häckseln, verpressen und als Baumaterial hernehmen?
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200629. Juni 2020 · #26Wäre es eine Alternative, das Zeug zu häckseln und als Mulch für Felder zu verwenden?
Boskos ist das Stichwort. Wird von fast jeder Farm mit Busch in Namibia seit den vergangenen Dürrejahren gemacht. Wird als Beigabe zu Rinderfutter genutzt.
Bei YouTube ansehen ↗
Viele Grüße
Christian
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freshy3'883 Beiträge · seit 201129. Juni 2020 · #27EundM schrieb:
Wie sieht es denn mit der Einfuhr von Schädlingen ( Insekten, Krankheiten für Pflanzen) aus, wenn das Buschwerk nach Hamburg verbracht wird? Oder wird es als Kohle verschifft?
Den Gedanken hatte ich auch! Habe ich die Stelle überlesen, wo das erklärt wird?
LG freshy
Aurora7496 Beiträge · seit 201929. Juni 2020 · #28Moin!
freshy schrieb:EundM schrieb:
Wie sieht es denn mit der Einfuhr von Schädlingen ( Insekten, Krankheiten für Pflanzen) aus, wenn das Buschwerk nach Hamburg verbracht wird? Oder wird es als Kohle verschifft?
Den Gedanken hatte ich auch! Habe ich die Stelle überlesen, wo das erklärt wird?
LG freshy
Speziell beim Transport von Holz wird im internationalen Schiffsverkehr die Ware mit Schädlingsbekämpfungsmitteln begast. Das wird auch in umgekehrter Richtung von Hamburg z.B. nach Asien oder Amerika gemacht. Eben genau deshalb, damit keine Schädlinge exportiert werden.
Gruß!
Ulrich
freshy3'883 Beiträge · seit 201129. Juni 2020 · #29Aurora74 schrieb:Moin!freshy schrieb:EundM schrieb:
Wie sieht es denn mit der Einfuhr von Schädlingen ( Insekten, Krankheiten für Pflanzen) aus, wenn das Buschwerk nach Hamburg verbracht wird? Oder wird es als Kohle verschifft?
Den Gedanken hatte ich auch! Habe ich die Stelle überlesen, wo das erklärt wird?
LG freshy
Speziell beim Transport von Holz wird im internationalen Schiffsverkehr die Ware mit Schädlingsbekämpfungsmitteln begast. Das wird auch in umgekehrter Richtung von Hamburg z.B. nach Asien oder Amerika gemacht. Eben genau deshalb, damit keine Schädlinge exportiert werden.
Gruß!
Ulrich
Ich finde es absolut nicht umweltfreundlich, dass "Gestrüpp" in großen Mengen nach Deutschland per dieselbetriebenem Schiff transportiert und zusätzlich mit Schädlingsbekämpfungsmitteln begast wird. Und dann muss es ja noch zu einer Biomasse verarbeitet werden. Von wem? Das grenzt doch an Wahnsinn. Mich würde wirklich interessieren, wer an diesem Unfug verdient und wer das Nachsehen hat.
Kopfschüttelnd
freshy
Logi16,9k Beiträge · seit 201229. Juni 2020 · #30freshy schrieb:
Ich finde es absolut nicht umweltfreundlich, dass "Gestrüpp" in großen Mengen nach Deutschland per dieselbetriebenem Schiff transportiert und zusätzlich mit Schädlingsbekämpfungsmitteln begast wird. Und dann muss es ja noch zu einer Biomasse verarbeitet werden. Von wem? Das grenzt doch an Wahnsinn. Mich würde wirklich interessieren, wer an diesem Unfug verdient und wer das Nachsehen hat.
Kopfschüttelnd
freshy
Unterschreibe ich zu 100 %!
LG
Logi
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200629. Juni 2020 · #31Hi Freshy,
Ich finde es absolut nicht umweltfreundlich, dass "Gestrüpp" in großen Mengen nach Deutschland per dieselbetriebenem Schiff transportiert und zusätzlich mit Schädlingsbekämpfungsmitteln begast wird.
auf den ersten Blick würde ich das auch so unterschreiben. Aber das Erdöl kommt natürlich auf gleichem Wege, d. h. mit dem Schiff. Also diesbezüglich tun sich die beiden Brennstoffe wohl bei der Ökobilanz nichts. Entbuschung hat einen Vorteil für Namibia, Erdöl für Saudi-Arabien 😉 Nun ist die Frage wie ansonsten die (Öko)bilanz der beiden Brennstoffe aussieht. Da müssten wir mal einen Profi hier zu Wort kommen lassen.
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Topobär5'479 Beiträge · seit 200929. Juni 2020 · #32Der Benchmark sollte heutzutage aber nicht mehr Erdöl sein. Einen Vergleich mit dem umweltschädlichsten Energieträger zu gewinnen ist keine Kunst und sagt noch nicht viel aus. Wichtig wäre ein Vergleich mit anderen umweltfreundlicheren Energieträgern.
Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201129. Juni 2020 · #33Moin,
die Rest-Müllmengen reduzieren sich durch Vermeidung und Trennung in HH jährlich, ich glaube seit 2007 um mind. 100.000 Tonnen.
Es wird aber zur Verbrennung eine "gewisse Menge" Müll benötigt, damit alles wirklich gut brennt. (laienhaft ausgedrückt)
Daher wurde in den letzten Jahren schon Müll aus England und Italien dazugekauft! 🤩
Und da die Müllverbrennung biologischer werden soll/ muss, hat man vielfach auf "Biomasse-Kraftwerke" umgestellt. Diese Biomasse besteht aber teilweise aus alten Eisenbahnschwellen ua verseuchtem Zeug...
Daher wären die Hölzer aus Namibia, vermutlich geschreddert per Schiff, die umweltfreundlichste Variante für die Bewohner. Mit der Abwärme werden nämlich viele Wohnviertel als "Fernwärme" (Heizung / Warmwasser) versorgt.
Dies nur ein kurzer Gedanke, beim ersten Lesen habe ich auch gedacht: die spinnen..... 😗
Sonnige Grüße
Strelitzie
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200629. Juni 2020 · #34Der Benchmark sollte heutzutage aber nicht mehr Erdöl sein.
Du hast absolut Recht. Das war auch eher ironisch gemeint. Nur zum Hintergrund: Es handelt sich um ca. 30 Projekte der GIZ über 10 Jahre in Namibia zum Thema "Entbuschung". Ich vermute einfach mal, dass die sich zumindest bei den Grundlagen schon Gedanken gemacht habe, d. h. was wie wofür sinnvoll ist. Die Alternativen wie Mais-/Rapsanbau in D für Biomasse und damit Vernichtung von Nahrungsmittelquellen, PV- oder Wasserkraft wurden da sicher schon als Alternativen durchgekaut und für nicht (scheinbar) nicht so "wichtig" erachtet.
Viele Grüße
Christian
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MaHe544 Beiträge · seit 201430. Juni 2020 · #35Moin Christian
travelNAMIBIA schrieb:Ich frage mich gerade, ob es nicht mehr Sinn machen würde, die Biomasse direkt in Namibia zur Energiegewinnung zu verwenden, anstatt das „Gestrüpp“ durch die halbe Welt zu karren.
es gibt ja sozusagen eine Prototyp-Anlage beim Ohorongo-Zementwerk nahe Otavi. Auch da lohnt es sich scheinbar nicht...
Namibian Breweries hatte im November 2017 als wir dort waren auch (relativ frisch in Betrieb genommen) eine sehr große Hackschnitzelheizung. Die hätte ich nicht unbedingt als Prototypen bezeichnet, europäisches Fabrikat, wie man es hier auch in diversen Wärmeversorgungsnetzen findet. Die Begründung war eben, dass man heimische Biomasse für die Erzeugung Prozesswärme nutzen kann. Weißt Du, ob die Anlage noch in Betrieb ist?
travelNAMIBIA schrieb:Wäre es eine Alternative, das Zeug zu häckseln und als Mulch für Felder zu verwenden?
Boskos ist das Stichwort. Wird von fast jeder Farm mit Busch in Namibia seit den vergangenen Dürrejahren gemacht. Wird als Beigabe zu Rinderfutter genutzt.
Für Boskos nutzt man aber 'echtes Getrüpp', also eher die feineren Äste, damit der Holzanteil nicht zu groß wird. Mit Holz kann man auch Wiederkäuer nicht wirklich füttern. Insofern schließt das eine das andere nicht aus, ganz im Gegenteil: Feinmaterial für die Zufütterung und die dickeren Äste/Stämme für die thermische Nutzung ... ob nun in Form von Kohle, Hackschnitzeln, Feuerholz, Feuerholz als Deko auf dem Roofrack des Mietwagens, ...
Viele Grüße
Henning
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200630. Juni 2020 · #36Hi Henning,
Weißt Du, ob die Anlage noch in Betrieb ist?
ja, ist sie. Und Du hast Recht, Prototyp ist die falsche Bezeichnung. Ich meinte das im Sinne von "etwas neuem für Namibia".
Für Boskos nutzt man aber 'echtes Getrüpp', also eher die feineren Äste, damit der Holzanteil nicht zu groß wird. Mit Holz kann man auch Wiederkäuer nicht wirklich füttern.
Nein, die Dicke des genutzten Holzes hängt nur von der Maschine ab. Wir haben auf der Farm eine, die bis etwa 7,5 cm Durchmesser verarbeiten kann. Es gibt auch welche bis ca. 15 cm. Das Holz muss nur noch eine gewisse Feuchtigkeit haben. Danach geht es in die Hammermühle und dann wird es mit anderem Kraftfutter (je nach Art z. B. 1 zu 3) gemischt.
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
LOloserGast30. Juni 2020 · #37Betriebswirtschaftliche, Energie-, CO2-, Öko- (Umwelt-) usw. Bilanzen stehen öfters im Konflikt miteinander, z. B. Müllverbrennung (Energie) und Recycling (Umwelt). Dazu kommen noch lokale Gegebenheiten; was an einem Ort sinnvoll ist, ist es woanders nicht, es kommt immer auf die Prioritätensetzung, Kosten, Preise, Versorgungssituation etc. an. Wenn man versucht das ganzheitlich zu sehen, wird es oft kompliziert, deswegen divergieren ja auch Expertenmeinungen je nach Interessenlage derart.
Aber eine Frage kann man sich auch mit Hausverstand beantworten, nämlich dass es energetisch nicht sinnvoll ist, minderwertige Energieträger (im Heizwert) mit hohem Energieaufwand weit zu transportieren und dazu gehört Holz. Je weiter es transportiert wird, desto schlechter wird die Energie- und CO2-Bilanz. Wobei der spezifische Energieverbrauch der Frachtschiffe weniger dramatisch ist, als medial ereifert, das Problem liegt eher bei anderen Schadstoffemissionen.
Während Fernwärme aus Holz im ländlichen Raum auch betriebswirtschaftlich tragfähig sein kann, ist die Verstromung bei derzeitiger Preisstruktur nur durch massive Subvention lebensfähig. Wenn diese weg fällt oder reduziert wird, muss sie eingestellt werden. Wenn das bei uns so ist, schaut es wohl für die Verstromung von "Busch" in Namibia noch schlechter aus. Bleibt wohl nur Verwendung von „Busch“ als Energieträger und Baustoff. Die Verwendung als Futtermittel wusste ich nicht, finde das toll.
@ den langen Weg des Holzes und Größenordnungen
Z. B. Drax in GB, die ca. 7 Mio. Tonnen pa von Pellets aus Kanada und USA verfeuert, mit gigantischen 3.900 MW (PS: Anlagenleistung) aus 75/25 % Pellets/ Kohle. „Rechnen“ tut sich das nur wg. CO2-Kosten und drohenden Strafzahlungen bei Nichterreichen von Klimazielen. Das macht die Transportkosten zu peanuts. Die größte Anlage in A (derzeit wegen Förderungsreduktion stillgelegt) leistet 60 MW Strom und Fernwärme, nur zur Relation.
Aber auch bei privaten Heizungen kann es vorkommen, dass der ökobewusste Hausbesitzer (unwissend) die Taiga oder die Karpaten verheizt. Dass das waldreiche Österreich, Pionier- und Musterland für Holzverfeuern, nach China der zweitgrößte Holzimporteuer der Welt ist (bei aber ausgeglichener Mengenbilanz), macht nachdenklich. Nur durch die überdimensionierte Papierindustrie lässt sich das nicht erklären.
@ Brauerei
Es gibt in A eine energetisch autarke Brauerei, die also keine Energie zukauft, also alles selbst erzeugt, aus PV, Solarthermie und Biogas……wofür allerdings die Schweinemäster durch Zukauf von importierten Futter büßen müssen. Was ökologisch sinnvoll ist, ist aber wohl beim derzeitigen Ölpreis betriebswirtschaftlich ein Albtraum.
johannes2009112 Beiträge · seit 200913. Aug. 2020 · #38Hier ein aktuelles Video zum Thema Holzkohle aus Namibia:
Nachhaltige Holzkohle aus Namibia DADaveb3 Beiträge · seit 201922. Okt. 2020 · #39Die Tatsache, dass die grünste Holzkohle aus Namibia stammt und viele lokale Häfen für ihre FSC-Zertifizierung verifiziert wurden, macht mich verwundert.