Also Leute, jetzt wollen wir doch mal von der anal-ytischen Toilettenpapierdiskussion wieder zurückkommen auf das eigentliche Thema: "Wenn ich eingesperrt bin....".
......da hatte ich gestern einen echten, selbstmitleidigen Durchhänger. Den halben Tag habe ich mir sehr Leid getan, denn auf den Tag genau vor einer Woche "hätte" ich in Gent die Van-Eyck-Ausstellung bestaunt, auf die ich mich im Rahmen meiner Geburtstagsreise nach Brügge soooo gefreut hatte, neben ein paar anderen schönen Unternehmungen, die von dort aus beabsichtigt waren.
Dann las ich in der SZ den Artikel "Zona nera" - über die Gegend um Begamo, wo besonders viele Menschen an Covid-19 sterben.
Als ich folgenden Absatz las
"Es ist nicht Krieg im herkömmlichen Sinn, obwohl die Armee im Einsatz ist. Der Feind ist unsichtbar. Er siehlt den Schwächsten den Atem. Für ein Volk wie das italienische, das seine Alten ehrt, das ihnen die Erziehung der Kleinsten überlasst, das sein ganzes Gesellschaftsmodell, seine Familien auf ihnen aufbaut, ist diese Pandemie eine doppelte Prüfung. Zum Glück gibt es Handy mit Kameras, für einen Abschiedsgruß aus der Ferne, für die Dinge, die noch gesagt sein wollen. Ärzte in Vollschutzmontur halten ihre Telefone vor die Beamtmungsmasken der Kranken".....
habe ich mehrmals sehr tief geschluckt. Sowas rückt die Verhältnisse wieder zurecht und ich hab mich wirklich geschämt.
Nachmittags kam dann ein Paket - mein liebster Mitmensch hat mir den kiloschweren Katalog
geschenkt, der mit Verspätung, also nicht mehr pünktlich zum Geburtstag ankommen konnte. Damit saß ich dann auf dem Balkon und war nur noch dankbar dafür, daß wir so privilegiert sind.....
Allen Menschen zu danken, die in dieser Situation alles geben, ihre Gesundheit gefährden, den "Laden" einigermaßen am Laufen halten - das würde Seiten füllen.
Dankbare Grüße
Friederike