Malaria

50 Antworten · 11,0k Aufrufe · gestartet 07. Aug. 2019 von Reiseingrid
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321 Beiträge · seit 202118. Apr. 2021 · #41
Auch Malarone führt bei Vielen zu - tw. schweren - psychosomatischen Nebenwirkungen, die den Urlaub versauen können. Ich habe mehrfach erlebt dass Reisende, die sich nicht an die Empfehlung des Beipackzettels halten (nämlich auch bei unangenehmen Nebenwirkungen die Tabletten weiter zu nehmen!) und die Pillen absetzen , nach 1-2 Tagen wieder "normal" waren. Man kann nur jedem raten es vor der Reise daheim auszuprobieren! Persönlich halte ich es seit vielen Jahren so wie meine Freunde in Ostafrika: "Malaria ist für uns keine Krankheit sondern ein Ärgernis. Alle 2-3 Jahre hat man es und dann nimmt man Medizin und gut ist's."
Bereiste Länder: Marokko, Algerien, Tunesien, Niger, Mali, Burkina Faso, Senegal, Gambia, Elfenbeinküste, Ghana, Ägypten, Äthiopien, Kenya, Uganda, Tanzania, Zambia, Zimbabwe, Botswana, Namibia, Südafrika, Lesotho, Eswatini, Oman, Mosambik, Seychelles, Mauritius, La Reunion, Syrien, Thailand, Russland, Brasilien, Argentinien, Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Spanien, Portugal, Frankreich, Italien
7'296 Beiträge · seit 200618. Apr. 2021 · #42
Lugawe schrieb:
Persönlich halte ich es seit vielen Jahren so wie meine Freunde in Ostafrika: "Malaria ist für uns keine Krankheit sondern ein Ärgernis. Alle 2-3 Jahre hat man es und dann nimmt man Medizin und gut ist's."

Nicht bei allen läuft es so problemlos. Ich habe vor Jahren mal ein Ehepaar aus Windhoek kennengelernt. Die Mutter des einen Ehepartners lag gerade wegen Malaria auf der Intensivstation. Sie hatte Windhoek auch lange Zeit zuvor nie verlassen. Das auch gleich noch zum Thema, Windhoek läge zu hoch für Malaria …

Ich traf auch einen ausgewanderten Deutschen, der sagte: "Wer so oft Malaria hatte wie ich, der nimmt in der Regenzeit Prophylaxe". Er betrieb einen Campingplatz. Die Tochter seines "Torwächters" war am Vortag meiner Ankunft an Malaria verstorben.

In Malawi traf ich eine Krankenschwester aus Deutschland. Sie machte dort -glaube ich- eine Art Praktikum. Sie erzählte von einem an Malaria verstorbenen deutschen Reiseradler. Ich erwähnte dies auf meiner damaligen Homepage. Daraufhin meldete sich sein Reisepartner und schrieb genauer, wie es ablief. Es ging irgendwie ziemlich schnell.

Malaria ist nicht einfach wie ein Schnupfen und es gibt in Afrika (mindestens) vier verschiedene Erreger (in Asien noch einen weiteren). Nicht jedes Medikament hilft gegen jeden Erreger und manche sind ja nun (seit Jahren) auch zunehmend resistent.
Die Plasmodien durchlaufen im menschlichen Körper einen spannenden Entwicklungsprozess, im Laufe dessen sie rote Blutkörperchen und Leberzellen zerstören und dieser Prozess beschleunigt sich fortwährend. Wenn man ein paar Tage in einer Region oder einem Land ohne vernünftige medizinische Versorgung ist und das mitgeführte Medikament nicht wirkt, dann hat man die berühmte Arschkarte gezogen.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
321 Beiträge · seit 202118. Apr. 2021 · #43
Ja da ist auch mir alles seit Jahrzehnten gut bekannt und wenn ich vor hätte in Malaria-Hochrisikogebieten völlig abseits jeglicher medizinischen Versorgung herumzureisen würde ich möglicherweise - zusätzlich zum Stand-by Medikament, was ich immer dabei habe - auch noch Mefloquin prophylaktisch einnehmen, da ich es (früher jedenfalls) sehr gut vertragen habe. Wer längere Zeit in Malaria-Gebieten unterwegs ist oder dort lebt, ist gut beraten auf Chemoprophylaxe zu verzichten. Alle diese Mittel sind bei längerer Anwendung gesundheitsschädlich und haben auch Nebenwirkungen die man zunächst nicht bemerkt (Malarone z.B. schädigt mit der Zeit die Augen und das Sehvermögen irreversibel). Und natürlich sterben Menschen an Malaria - in seltenen Fällen auch Weiße. Ebenso an Wespenstich, Spinnenbiss, Schädeltrauma durch herabfallende Kokosnuss, verschleppte Fußfäule u.ä. ...
Meine bisher einzige Malaria hatte ich vor 27 Jahren trotz Chemoprophylaxe ... und ich gehöre zu denen, die vor Corona jedes Jahr verdammt viel in tropisch-Afrika unterwegs waren und die leider gern von Mücken heimgesucht werden 🙁
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zuletzt bearbeitet 18. Apr. 2021
7'296 Beiträge · seit 200618. Apr. 2021 · #44
Lugawe schrieb:
Wer längere Zeit in Malaria-Gebieten unterwegs ist oder dort lebt, ist gut beraten auf Chemoprophylaxe zu verzichten. Alle diese Mittel sind bei längerer Anwendung gesundheitsschädlich

Da sind wir uns natürlich einig. Wenn die Regenzeit allerdings nur wenige Wochen dauert, ist die Einnahme von Medikamenten aber nicht anders als bei einem Touristen, der ja oft jedes Jahr wieder in solche Länder reist und Prophylaxe nimmt. Bei Regenzeiten, die Monate dauern, ist es sinnlos, denke ich auch.

Ich persönlich mache es abhängig von der Reiseregion und -zeit. In Kamerun zur Regenzeit habe ich z.B. Prophylaxe genommen und in Surinam auch. Im Krugerpark oder restlichen Südafrika habe ich es bleiben lassen. Da ist man im Zweifelsfall aber auch schneller bei ärztlicher Versorgung.

Was übrigens selten bedacht wird, ist, dass eine vermutete Malaria in Wirklichkeit auch Dengue, Gelbfieber, Chukungunya oder sonst irgendwas sein könnte. Dann wirft man sich seine Malariamittel in Notfalldosis ein, die den Körper natürlich auch belasten, während gegen das eigentliche Problem gar nichts unternommen wird. Man sollte also -wenn möglich- immer einen Arzt aufsuchen, wenn irgendwas nicht stimmt. Man kann relativ schnell rausfinden, ob es Malaria ist und welcher Erreger.

Gruß
Wolfgang
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1'394 Beiträge · seit 200918. Apr. 2021 · #45
Ich selbst habe bisher 3 x Malarone genommen, habe aber keine Nebenwirkungen bei mir festgestellt.

Mich würde jetzt nur mal interessieren, ob es tatsächlich so ist, dass die Augen/Sehvermögen geschädigt werden können? Wenn dem so ist, auch bereits bei einer Einnahme für eine knapp zweiwöchige Reise (also ca. Einnahme über drei Wochen)?

Die Frage zu den Augen ist wirklich ernstgemeint und ich möchte keine Grundsatzdiskussion lostreten. Muss jeder für sich selbst entscheiden, was er selbst macht.

Viele Grüße
Sabine
7'296 Beiträge · seit 200618. Apr. 2021 · #46
Sabine26 schrieb:
Mich würde jetzt nur mal interessieren, ob es tatsächlich so ist, dass die Augen/Sehvermögen geschädigt werden können? Wenn dem so ist, auch bereits bei einer Einnahme für eine knapp zweiwöchige Reise (also ca. Einnahme über drei Wochen)?

Die Frage zu den Augen ist wirklich ernstgemeint und ich möchte keine Grundsatzdiskussion lostreten. Muss jeder für sich selbst entscheiden, was er selbst macht.

Diese Folge ist nicht einmal unter den seltenen Nebenwirkungen im Beipackzettel aufgelistet.
Da wird uns Lugawe vielleicht mehr sagen können.

Gruß
Wolfgang
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321 Beiträge · seit 202118. Apr. 2021 · #47
Davon stand zumindest als ich ihn das letzte mal gelesen habe wirklich nix im Beipackzettel. Eine in Afrika reisende deutsche Augenärztin erzählte mir das vor ein paar Jahren mal. Ist sicher kein Thema wenn man es für paar Wochen oder wenige Monate nimmt - so wie es ja auch vom Hersteller vorgesehen ist.
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1'415 Beiträge · seit 201418. Apr. 2021 · #48
Hier auch noch von mir ein Teelöffel Senf:
Sept. 2015 im Moremi (Auszug aus meinem Reisebericht):

"Malariaprophylaxe"
Dieses Thema wurde ja schon ausgiebig im Forum behandelt und wir hatten uns durch fast alle Diskussionen durchgelesen.
Da unsere Tropenimpfungen schon alle verjährt waren konsultierten wir unsere Hausärzte (beide ausgewiesene Tropenmediziner). Ernstens seiner war offensichtlich von der ganz vorsichtigen Sorte. Er impfte ihn gegen Tollwut, Kinderlähmung, Hepatitis A+B und Wundstarrkrampf! Gab ihm Malarone zur sofortigen Einnahme bis zum Ende unserer Reise!
Mein Arzt schaute kurz im Internet bei den Empfehlungen des EDA nach und impfte mich gegen Hepatitis A+B und Wundstarrkrampf. Er gab mir Malarone mit, sollte es aber nur bei Anzeichen schwerer Erkältungssymptomen nehmen.
Also einigten wir uns auf einen Kompromiss: und nahmen sie nur während der Zeit durch die eher tropischen Regionen.
Mit diesen Ergebnissen:
.... ohne typischen Vorzeichen entleerte sich mein Magen explosionsartig. Ich kam nicht einmal dazu den Reisverschluss des Zelttores zu öffnen. Da hatte ich eine schöne S.....i produziert und wir mussten nun die restliche Nacht in dieser verbringen, denn die Löwen brüllten immer noch um uns herum!
Das Morgengrauen war es dann auch im wahrsten Sinne des Wortes.
...In ein der nächsten Nächte ereilte Ernst ein heftiger" tout vite". Ähnlich wie es mir ging, nur in die andere Richtung!
So war ich am nächsten Morgen wieder mit der Säuberung von diversen Textilien beschäftigt.
Als sich dann noch heftiges Erbrechen einstellte mutmassten wir, dass es wohl ein zünftiger Rachfeldzug sein würde.
Als wir dann die Packungsbeilage der Malaronetabletten lasen, ging uns ein ganzer Kronleuchter auf! Da waren genau diese Beschwerden unter "häufige Nebenwirkungen" aufgelistet.
Wir stoppten sofort unseren Tablettenkonsum und wir hatten nie wieder irgendwelche Verdauungsprobleme, versorgten uns dafür mit einigen Flaschen Peaceful sleep, "imprägnierten" unsere Kleider und Schlafraum, tranken jeden Abend unseren GT und alles war gut!"
Grüessli von der Gromi Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA Reisebericht 2018: NA, BW, NA
zuletzt bearbeitet 18. Apr. 2021
321 Beiträge · seit 202120. Apr. 2021 · #49
Ich habe Ähnliches oft erlebt bei Reisenden. Zum Glück verschwanden die Nebenwirkungen stets schnell mit dem Absetzen des Malarone. Deshalb Chemoprophylaxe immer vor der Reise und am besten daheim ausprobieren!
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768 Beiträge · seit 201721. Apr. 2021 · #50
Hallo Reiseingrid, da du nach persönlichen Erfahrungen fragst, antworte ich dir auch einmal.
Es war viele Jahre mein Wunsch Afrika zu bereisen. Doch ich hatte grossen Respekt vor der Malariaprophylaxe. Also schusterten wir uns unsere erste Reise so, dass wir keine brauchten. 😉
Dann hat es uns aber so gut gefallen, dass wir es trotzdem gewagt haben auch andere Gegenden zu besuchen, wo Malaria ein Thema ist. Wir haben Malarone genommen und absolut nichts gemerkt.
Mit der Gelbfieberimpfung geht es mir übrigens ähnlich...
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
7'296 Beiträge · seit 200621. Apr. 2021 · #51
Kleiner Tipp noch für alle, die Prophylaxe nehmen (welches Medikament ist dabei egal):

Bei den Medikamenten, die ich kenne, ist es egal, ob man sie morgens oder abends einnimmt. Es sollte halt immer ungefähr die gleiche Zeit sein. Ich halte es für geschickter, sie abends einzunehmen. Spürt man leichte(!) Nebenwirkungen, bekommt man im Schlaf davon normalerweise nichts davon mit. Nimmt man sie morgens und es führt z.B. zu Unwohlsein, kämpft man dann tagsüber damit rum.
Bei schwereren Nebenwirkungen ist es natürlich ziemlich egal …

Gruß
Wolfgang
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