Namibia zum ersten - Time does not matter

Reisebericht 63 Antworten · 19,2k Aufrufe · gestartet 13. Mai 2019 von HMEMK
Themenstarter121 Beiträge · seit 201818. Juni 2019 · #41
Vorbei war mehr als die Hälfte des Urlaubs, damit aber auch die Zeit der großen Tagesetappen. Nicht mal 200 km mussten wir heute für die Fahrt zum staatlichen Dolomite Camp hinter uns bringen. Das war entspannt und angenehm und nach den ständigen langen Touren auch herzlich Willkommen. Zudem kommt heute ein Tag, bei dem es wenig Bilder zu zeigen und aber dafür den ein oder anderen unvergesslichen Afrika-Momente zu berichten gibt, für welche wir diese Region so lieben.
Morgens sind wir entspannt aufgestanden und haben in aller Ruhe gefrühstückt. Stress hatten wir keinen bei dieser kurzen Route zum Dolomite. Trotzdem wollten wir nicht zu spät los kommen, da wir ja auch gerne möglichst viel im Etosha sehen wollten.

Runter vom Berg wurden wir vom Pförtner heran gewunken. Er fragte mich in welche Richtung wir fahren müssen.. ohne zu kapieren was er von mir wollte habe ich gesagt, dass wir zum Dolomite wollen. Er hat dann super nett gefragt, ob wir vielleicht jemanden mit nehmen könnten, sein Kollege müsste sonst diese 50km zu Fuß laufen 😕 . Ich musste nicht eine Sekunde zögern und habe die Rückbank freigeräumt und den kleinen Blaumann, von dem wir den Namen bis zum Ende nicht verstanden hatten, direkt eingeladen. Es war der PKW Mechaniker der Lodge, der sich um die Gamedrive Fahrzeuge kümmert. Endlich hatte ich meinen Anhalter an Bord 🤩 - und das sogar aus vertrauenswürdigen Verhältnissen, ohne dabei ein Risiko einzugehen.
Wir haben dann eine Stunde wirklich nett mit dem Herren über Gott und die Welt geplaudert, so gut es ging. Leider in etwas gebrochenem und oft schlecht verständlichem Englisch. Uns war vorher gar nicht so klar, dass die einheimischen Völker (in diesem Fall Damara) gar nicht unbedingt Englisch sprechen, obwohl das eigentlich nur logisch ist. Schulbildung ist oft schwer zugänglich und untereinander wird eben kein Englisch gesprochen. Der nicht vorhandene Kontakt zu Touristen gibt dann sein übriges. Dennoch hatte ich mir genau diesen Kontakt mit Einheimischen immer gewünscht, denn näher kommt man einfach nicht ran und irgendwie hat es mit der Verständigung ja auch geklappt. Er hat erzählt, dass er immer 6 Wochen arbeitet und dann 2 Wochen frei hat, dass er Vater von 4 Kindern ist, wie lange er schon dort arbeitet usw. usw.. Auf die Frage ob es grundsätzlich OK ist, Anhalter mitzunehmen, sagte er ausdrücklich "no". Zu gefährlich wäre das. Und das sagt er, obwohl er sich selbst nur per Anhalter fortbewegt. 🙁
Am Ende habe ich ihn darum gebeten, mir ein Wort auf Damara beizubringen, bei dem ein Klicklaut enthalten ist. Meine absolute Unfähigkeit war wohl so amüsant, dass der Kollege auf der Rückbank sich vor Lachen nicht wieder einkriegen konnte und so hatten wir alle unseren Spaß 😄 . Am Ende haben wir uns auf ein Wort ohne Klicklaut geeinigt, was ich wohl nie wieder vergessen werde: Matisa. Das bedeutet soweit ich weiß so viel wie "Hallo, wie geht es dir?" und stellt eine freundliche Anrede dar.
Auf dem Weg nach Kamanjab haben wir den Herren dann in einem Dorf abgeladen. Ein leicht beklemmendes Gefühl, zu sehen wie er in sein Dorf aus Wellblechhütten stiefelte. Es handelte sich noch um ein besser ausgestattetes Dorf. Zumindest eine Art Krankenhaus (ebenfalls aus Wellblech) und ein Supermarkt gab es dort (ich habe das Gebäude bei Google Maps gefunden: -19.687436, 14.314085 (kann in der Google Maps Suche eingegeben werden, wer Lust dazu hat). Von oben sieht es dort viel besser aus, als im Seitenprofil 😕

In Kamanjab wollten wir dann noch die Gelegenheit zum Tanken nutzen. An der Tankstelle war wieder viel Fußgänger Betrieb. Die Shell Mitarbeiterin malte mir noch irgendwelche Schriftzeichen auf die verstaube Heckscheibe, meine Frau nutzte die Zeit für einen Toilettengang und ich unterhielt mich am Fenster mit einem netten jungen Mann, der fragte wie wir heißen und dass er auch eine Oma mit deutschem Namen hat. Als meine Frau dann zurück war. Präsentierte er mir die fertig geschnitzten Palmnüsse mit unseren Namen. Mist! Schon wieder darauf reingefallen. Ich habe ihm nett beigebracht, dass wir kein Interesse an den Nüssen haben und damit war es dann auch gut, etwas enttäuscht zog er weiter.

Jetzt ging es auf die letzten Meter zum Etosha. Am Gate mussten wir noch schnell die Formalitäten hinter uns bringen und das Permit bezahlen. Ich hatte gehofft, ich finde noch einen Geldautomat. Seit Tagen hatten wir keinen mehr gesehen und ich hatte nur noch ca. 1500N$ dabei. Am Gate sagte mir dann die Dame, dass nur eine Barzahlung möglich ist und es im Park kein Automaten gibt. Toll, damit wäre ich fast ohne Bargeld in den Etosha gefahren. Ihr fiel dann zum Glück noch ein, dass ich die Zahlung auch per Karte im Okaukuejo leisten kann. Glück gehabt. Viel Geld war es trotzdem nicht, wenn man annimmt man kann irgendwo nicht mit Karte bezahlen und innerhalb der nächsten 6 Nächte gab es dann wohl keine weitere Option. Es hat am Ende gereicht weil wir glücklicherweise überall mit Karte zahlen konnten 🙂.

Dann waren wir im Etosha und wurden von wunderschönen Hartmann-Bergzebras begrüßt.




Wir sind langsam weiter zum Camp gefahren, hatten aber jetzt in der doch größer werdenden Hitze nicht viele besondere Begegnungen.


Die Straße im Etosha war schrecklich. Schrecklicher als jede Gravelroad im Rest des Landes, den wir gesehen hatten. Beim Camp nach doch längerer Fahrzeit, als gedacht, angekommen musste man unten beim Parkplatz Hupen, damit einen das Shuttle die letzten Meter zu der Rezeption und dann zum Zimmer fährt. Das hat gut geklappt und schnell waren wir in unserem schönen "Zelt".
Nachdem wir uns eingerichtet hatten, haben wir den ersten Nachmittag wieder am Pool verbracht und nett mit zwei Südafrikanern geplaudert, die ihren Hochzeitstag dort verbracht haben. Hier haben wir auch für die nächsten Tage einige wertvolle Tipps erhalten und wurden gleich mal auf das deutlich bessere Zimmer in der "Deluxe" Ausführung hingewiesen. Ich hatte ja gedacht, man braucht das nicht. Aber einen eigenen Pool und ein eigenes Wasserloch wissen zu überzeugen. Ein Upgrade war leider nicht mehr möglich, da alle anderen Zimmer in der Kategorie für die nächsten zwei Nächte gebucht waren. Schade! Aber schlecht war unser Zimmer natürlich auch nicht. Später Nachmittags haben wir dann am Pool auch noch ein Schweizer Pärchen kennen gelernt, mit denen wir - so der Zufall will - viel Zeit im weiteren Urlaubsverlauf verbracht haben...

Zum Camp:
Das Abendessen im Dolomite war sehr mäßig bis schlecht. Die Instandhaltung des gesamten Camps war auch nicht besonders toll. Das Personal war nicht besonders freundlich und auch nicht gut geschult. Beim Schlussfazit gehe ich gerne noch genauer darauf ein 🙂.
Aber: Der Pool im Dolomite Camp war der schönste und angenehmste der Reise!


Nach dem Abendessen haben wir noch mit den Schweizern an der Bar geplaudert.. wollten aber zeitig zum Schlafen, da wir am nächsten Morgen direkt nach dem Frühstück auf die Piste wollten. Uhrzeiten für Gateöffnungen oder so was gibt es nicht zu berücksichtigen, da das Camp keinen Zaun besitzt 🙂.
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
zuletzt bearbeitet 18. Juni 2019
Themenstarter121 Beiträge · seit 201819. Juni 2019 · #42
Wir waren heute morgen die ersten beim Frühstück. Sehr pünktlich, aber innerhalb der vorgegebenen Zeit. Das Frühstück war noch abgedeckt, der große Toaster noch nicht in Betrieb. Personal? Nicht zu finden. Wir haben dann erst mal den defekten Toaster instand gesetzt. Der funktionierte nämlich nur wenn man den Schalter in Mittelstellung einklemmt. Dann haben wir die Tabletts mit Käse und Wurst von Folie befreit und die ersten Toasts aufs Band geschmissen.
Zu trinken gab es nur diesen extrem Süßen O-Saft, welchen man in Namibia in jeder Unterkunft zum Frühstück bekommt. Verdünnt mit viel Wasser, schmeckt aber auch dieser. Wasser? Genau so wenig zu finden wie Personal. Als dann draußen eine Mitarbeiterin vorbei huschte, bin ich schnell hinterher und bat um Wasser und eine Tasse Kaffee. Ich bekam einen nicht besonders schmackhaften Kaffee und ein Glas Wasser, vermutlich aus dem Kran. Nach den Magenproblemen, die wir bis jetzt hatten, sollte uns das aber nicht mehr umhauen.
Nach dem sehr spärlichen Frühstück sind wir dann zum Auto gegangen und los gefahren. Direkt neben dem Camp liegt ein Wasserloch, welches wir zuerst angefahren haben. Hier war kurz nach Sonnenaufgang schon erster Besuch.





Mehr als die beiden Giraffen und einigen Erdmännchen waren aber noch nicht an diesem Wasserloch zu Gast. Wir hatten uns am Tag zuvor am Gate noch eine Karte für den Etosha gekauft (unbedingt erforderlich, ohne findet man sich nicht zurecht, da die Beschilderung im Park oft nicht lesbar ist!) und wollten diesen Vormittag eine Runde zu sämtlichen Wasserlöchern fahren.
Auf dem Weg zum zweiten Wasserloch brüllte meine Frau plötzlich "NAßHOЯN!". Ich bin dann vor Schreck vielleicht etwas zu schnell in die Eisen gegangen. Habe dann den Rückwärtseingang eingelegt und das NaßhoЯn direkt neben uns am Straßenrand, kaum Sichtbar im Gebüsch, gesehen. Leider ist es direkt umgedreht und abgehauen, ein Foto ist mir trotzdem gelungen 🙂


Gerade erst unterwegs und schon so ein Glück? Das kann ja nur super werden! Es blieb auch super. Kurze Zeit später lief ein Honigdachs über die Straße. Dieser verschwand leider wirklich zu schnell wieder im Gebüsch. Ein Foto existiert nicht, aber wir können einen Haken auf unserer Spottinglist machen 🤩 .

Auf dem Weg zum Wasserloch haben wir immer mal weider alle möglichen Kleintiere und auch Antilopen sehen können. Man konnte aber auch eindeutig merken, dass die Tiervielfalt im Speckmantel der Wasserlöcher deutlich anstieg.




Interessante Hörner 🙂




und schließlich hatten wir das zweite Wasserloch erreicht. Hier war schon gut was los, inklusive einiger Jungtiere 🙂









Weiterhin war sehr auffällig, dass zwischen den Wasserlöchern sehr wenig Betrieb ist. Es ist völlig anders und kein Vergleich zu unserem Urlaub aus dem Vorjahr im Krüger, wo der Regen im Vergleich so viel ergiebiger ist.







nach einiger Fahrtzeit hatten wir dann auch das dritte Wasserloch erreicht und uns zuerst über die Eland Antilopen gefreut. Auch viele Zebras, Gnus und Springböcke waren zu Besuch.


Als wir schon einige Minuten am Wasserloch waren und mein Blick über das Wasserloch und die Gegend schweifte, sah ich plötzlich etwas direkt neben einer Wasserstelle liegen. Sind das Löwen? Und wie! 🤩 Wie zum Teufel konnte man diese so lange übersehen?




Auch ein humpelnder, vermutlich mal stärker am Kopf, verletzter junger männlicher Löwe war dabei. Er hatte mit seiner rechten Körperhälfte zu kämpfen. Es handelte sich bei den vier dort liegenden Löwen wohl um Geschwister. 3 Männchen und 1 Weibchen.


Die vier sind dann irgendwann, unter voller Aufmerksamkeit aller anderen Tiere, langsam weg von dem Wasserloch unter ca. 200m entfernte Bäume gewandert. Dann kamen auch die Eltern aus dem Hintergrund, die wir vorher noch gar nicht gesehen hatten.




Wir haben dieses Treiben gespannt verfolgt. Der Vater ging auf seinen beschränkten Sohn zu, der alleine unter einem anderen Baum lag, und kuschelte mit ihm. Das Sozialverhalten in so einem Rudel ist schon spannend. Man versucht, alles Mögliche in das Verhalten zu interpretieren 🙂.


Als dann alle Löwen unter ihren Bäumen verstaut waren, haben wir uns irgendwann von dieser spannenden Sichtung getrennt 🙂. Auf geht's zum nächsten Wasserloch. Dieses mal hat es nicht so lange gedauert, war aber auch um einiges offensichtlicher. Eine einzelne Löwin und weitere Tiere








Zum Abschluss sind wir noch mal zum Wasserloch direkt neben der Lodge gefahren, hier war etwas mehr Betrieb als am Morgen. Vor allem ein Zebra mit einem wohl erst wenige Tage alten Jungtier hatte es uns angetan.




Passend zur großen Nachmittagshitze sind wir dann wieder an den Pool gegangen. Auch die Schweizer waren wieder da und haben von einigen spannenden Sichtungen berichtet. Ein rundum gelungener Tag und es sollte noch besser werden..

Zum Abend hatten wir noch einen Nightdrive gebucht. Dieser startete direkt nach dem Abendessen, welches für die Gäste, die gebucht hatten, vorgezogen wurde. Das Abendessen war etwas besser als gestern, aber immer noch maximal eine 4 nach Schulnoten. Wir sind dann, weil so viele Leute schon beim Essen waren, zügig zum Startpunkt gegangen (als hätten wir es geahnt) und haben den Wagen bestiegen. Mit einigen Minuten Verspätung kam dann irgendwann der Guide. Ein junges deutsches Pärchen stand neben dem Wagen, denn dieser war voll. Wir haben dann die Diskussion mitbekommen von dem wirklich zurecht angefressenen Pärchen, da es ihr einziger gebuchter Drive und auch noch der letzte Tag für sie im Etosha war. Am Ende mussten sie natürlich trotzdem stehen bleiben.
Wir wollten dann zu einem Wasserloch in der nähe der Lodge fahren und so ca. 10-15 Minuten Fahrtzeit später waren wir angekommen. Der Guide merkte anhand des Verhaltens der massenhaft anwesenden Springböcke sofort, dass irgendetwas nicht stimmt und vermutete Angreifer in der Nähe, die wir aber nicht sehen konnten.
Diese kleine African Wildcat war sicher nicht der Grund.


..und dann haben wir plötzlich Augen hinter einigen Sträuchern im Hintergrund gesehen. Die roten Augen, haben wir gelernt, sind die bösen Augen 😄 .
Das, was wir jetzt in der nächsten Stunde gesehen haben, lässt sich nicht beschreiben. Wir waren live dabei wie ein Rudel Löwen nur ca 50-100m von uns entfernt Springböcke gejagt hat und dabei auch erfolgreich war. Wir konnten sehen, wie der Springbock getötet, geteilt und gefressen wurde. Auch hier wieder eine eindeutige soziale Rangfolge zu erkennen, die Jungtiere waren erst zum Schluss an der Reihe. Leider ist es natürlich im dunkeln nicht so leicht, Fotos zu machen. Deshalb existieren kaum brauchbare Bilder. Zum Teilen der Beute hatten die Löwen den Springbock hinter ein Stück Holz gezogen.




Es war faszinierend, wie schnell sich sehr viele Schakale um das Geschehen versammelten. Man merkt, dass diese wittern können, was dort passiert ist. Der Springbock war allerdings schnell gefressen und die Damen mussten erst mal ihren Durst löschen, bevor sie das zweite mal jagen gehen, damit alle satt werden.


Zwischenzeitlich hatte der Guide gefragt, ob wir noch woanders hin wollen oder dort bleiben möchten. Natürlich wollte jeder abwarten, mehr kann man schließlich fast gar nicht erleben auf so einem Drive. Zwischenzeitlich war auch ein zweites Fahrzeug zu uns gestoßen. In dem Fahrzeug saß das deutsche Pärchen, sie hatten wohl ausreichend lange auf den Drive bestanden 😄. Das spannendste hatten sie allerdings verpasst.

Als dann unsere Zeit vorüber war und wir zurück zum Camp wollten, sprang das Auto nicht an. Eindeutig Batterie Probleme. Na toll, aber zum Glück war der zweite Wagen noch gekommen, dachte ich. Natürlich hatte dann aber keiner der Fahrzeuge ein Überbrückungskabel dabei.. und jetzt?

Es kam, wie es kommen musste. Am Ende habe ich mit einem weiteren Gast und dem einen Guide aus dem anderen Fahrzeug (unser saß am Steuer) mitten vor dem Wasserloch in völliger Dunkelheit, wissentlich dass keine 100 m weiter ein noch hungriges Rudel Löwen liegt, das Auto angeschoben, bis es dann angesprungen ist.. Mehr Adrenalin geht nicht 😄.
Ich weiß nicht, wie riskant das in so einem Moment tatsächlich ist. Aber man hört ja immer wieder diese schlimmen Geschichten, dass etwas passiert. Es gab in dem Moment aber irgendwie keine andere Option und wir lachen natürlich jetzt darüber.

Zurück beim Camp konnte ich das dringend benötigte Feierabendbier leider nicht mehr an der Bar bekommen, diese war schon zu. Gott sei dank hatten wir noch was im Vorrat im Kühlschrank im Zelt, mit dem ich mich zum Verarbeiten dieses aufregenden Tages noch auf den "Balkon" der Terasse setzen konnte.

Für diesen Tag gibt es nur ein Wort: unglaublich!
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
zuletzt bearbeitet 19. Juni 2019
Themenstarter121 Beiträge · seit 201819. Juni 2019 · #43
HMEMK schrieb:
Als dann alle Löwen unter ihren Bäumen verstaut waren, haben wir uns irgendwann von dieser spannenden Sichtung getrennt 🙂. Auf geht's zum nächsten Wasserloch. Dieses mal hat es nicht so lange gedauert, war aber auch um einiges offensichtlicher. Eine einzelne Löwin und weitere Tiere

man glaubt es kaum. Beim Lesen meines eigenen Beitrags fällt mir jetzt von zuhause aus auf, dass sogar ein totes Kudu im Wasser liegt. Das ist uns weder vorher, noch bei der Durchsicht der Bilder aufgefallen. Dann weiß man jetzt auch, warum die Löwin um das Wasserloch kreiste 😄
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
460 Beiträge · seit 201819. Juni 2019 · #44
Tolle Sichtungen, tolle Fotos und der Night Drive hat sich auch gelohnt, auch wenn es evtl. etwas zu viel Adrenalin war. 😄 Toll auch die Nash...-Sichtung. Das ist im Krüger unserer Erfahrung nach mittlerweile extrem schwer geworden. Vor einigen Jahren sah das noch anders aus. 🙁

Habt ihr den NIght Drive vor Ort an der Rezeption gebucht? Ich finde nämlich online keine Möglichkeit, das vorab zu buchen.

Und noch eine Frage zu den Frühstückszeiten (wir sind zwar nicht im Dolomite Camp, aber das wird wohl überall gleich sein): kann man deutlich vor den Gate-Öffnungszeiten frühstücken? Ich würde sonst eher aufs Frühstück verzichten und lieber erst mal pünktlich zur Gate-Öffnung rausfahren.
Reisebericht "In Lodges auf Selbstfahrerreise in Tansania" Reisebericht "Zwei Warmduscher auf Camping-Reise in Botswana"
Themenstarter121 Beiträge · seit 201819. Juni 2019 · #45
Wir haben im Krüger im letzten Jahr auch nur weit entfernt mal eins gesehen und das bei 4 Nächten. Dafür sieht man diese aber im Hluhluwe-Imfolozi in SA wie Sand am Meer und hinter jeder Ecke steht eins.

Wir haben den Drive vor Ort gebucht und würden das auch wieder so machen. Ich würde mir auch unbedingt ein Bild machen wie es vor Ort aussieht. Im Okaukuejo hätten wir im Leben keine Tour gebucht. Diese Massen von Pauschaltouristen die da verarbeitet wurden, waren aus unserer Sicht nicht kompatibel mit einem tollen und individuellen Game-Drive-Erlebnis, ohne die Quälität des Drives selbst bewerten zu können.

Um mal meinem Bericht vorzugreifen: Ich kenne zwar Eure Routenplanung gerade nicht, aber ich würde wenn ich neu plane auf jeden Fall immer außerhalb des Etoshas in privaten Unterkünften übernachten und von dort aus Touren buchen. Die Preis-Leistung stimmt da einfach deutlich mehr.
Zu den Frühstückszeiten: Diese variieren je nach Jahreszeit und auch von Camp zu Camp soweit ich weiß. Daher bin ich da nicht wirklich aussagefähig. Das müsst ihr spontan vor Ort sehen und entscheiden 🙂.
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
460 Beiträge · seit 201819. Juni 2019 · #46
Im Hluhluwe-Imfolozi haben wir bei mehreren Tagen nicht eins gesehen. So ist das manchmal! Dafür aber ein Black R. im Isimangaliso, wo wir absolut nicht damit gerechnet hatten.

Danke für die Infos zu den Drives!

Außerhalb der Parks zu übernachten ist für uns keine Option, auch wenn es da sicher deutlich bessere Unterkünfte gibt. Jetzt müssen wir halt durch die Bustouristen-Hölle. 😄
Reisebericht "In Lodges auf Selbstfahrerreise in Tansania" Reisebericht "Zwei Warmduscher auf Camping-Reise in Botswana"
Themenstarter121 Beiträge · seit 201820. Juni 2019 · #47
Wir starteten wieder früh mit dem Frühstück, die ersten waren wir aber heute nicht. Der Toaster lief bereits und das "Buffet" von einer Sorte Wurst und Käse war bereits angerichtet. Es war heute noch spärlicher als gestern. Aber zum satt werden sollte es reichen.
Ich habe bei dem Personal dann wieder mein Wasser zum Frühstück bestellt. Heute gab es sogar eine PET Flasche mit Kohlensäurehaltigen Wasser. Als die Kellnerin dann nach meiner Zimmernummer gefragt hat, war ich erst irritiert - das machen die doch nur, wenn man etwas zu bezahlen hat? Vorsorglich habe ich meine Frau dann gewarnt, dass ich mich auf die Diskussion gerne einlasse, falls die tatsächlich diese Flasche Wasser noch in Rechnung stellen.
Die Rechnung im Camp ist fällig am Vorabend der Abreise und wurde natürlich von uns auch ganz normal beglichen. Beim Auschecken kam dann aber tatsächlich die Kellnerin auf mich zu und wollte das Geld für diese 0,5L Flasche Wasser (ca. 1€) berechnen. Hier ging es dann aufgrund der wirklich mangelhaften gebotenen Leistung im Camp um das Prinzip. Wir bezahlten für zwei Nächte inkl. Frühstück 470€. und inkl. Abendsessen, Getränke und dem Drive haben wir etwa 700€ im Dolomite gelassen.
Ich habe dann ca. fünf Minuten mit drei angestellten Diskutieren müssen und gesagt, dass ich zu meinem Frühstück (welches im Preis enthalten ist!) bei diesen Preisen ein Glas Wasser erwarte. Die Frage, was sie selbst zum Frühstück trinken wurde mit "Water" beantwortet 😄. Man wollte mir weismachen, dass Wasser zum Frühstück ein Special Request ist. Am Vortag war das wohl noch anders.
Die Kellner können am Ende vermutlich am wenigsten dafür, einen anderen Ansprechpartner gab es aber nun mal nicht und die Managerin war noch nicht da. So durften wir dann tatsächlich irgendwann fahren, ohne das Wasser zu zahlen.

Im Auto haben wir uns ausgemalt, wie das Personal vom Dolomite gerade mit dem Camp in Okaukuejo funkt und wir wegen dieser Aktion am Ende Abführmittel in unserem Abendesse wiederfinden 😄.

Am Wasserloch neben dem Camp war jedenfalls schon wieder erster Betrieb, offensichtlich ist dies aber am Morgen weniger stark frequentiert


Die auf dem Weg zum Okaukuejo liegenden Wasserlöcher haben wir natürlich wieder mitgenommen. Die Strecke zieht sich dann ganz schön in die Länge, da man sich ja die meiste Zeit nicht wirklich schnell fortbewegt. Aber es gibt natürlich immer wieder was zu sehen und auch heute hatten wir wieder viele tolle Sichtungen.















Dann sind wir an ein Wasserloch gekommen, wo gefühlt der halbe Etosha rastete 🙂. Unser Sichtungsglück sollte auch heute nicht abreißen. Wieder haben sich Löwen am Wasserloch ein schattiges Plätzchen gesucht. Wir haben an diesem Wasserloch einige Autos kommen und fahren sehen, die offensichtlich diese Löwen (Jungtiere) nicht gefunden haben. Man muss wirklich jedes Schattenplätzchen genau absuchen.







Da die Löwen sehr träge waren, ging es dann für uns aber bald weiter.






Nach einigen Stunden Fahrt waren wir gegen Mittag im Okaukuejo. Nach dem Einchecken haben wir das Zimmer "Standard Room" bezogen und als allererstes die Klimaanlage angeschaltet, es war so heiß im Zimmer.. die Anlage rumpelte fürchterlich und ich hatte bedenken, ob die tatsächlich noch funktioniert..
Im Badezimmer waren leider noch einige Spuren der vorherigen Besucher zu finden (Haare im Zahnputzbecher, Spuren vom Zähneputzen im Waschbecken..).. Na ja was solls, die Erwartungen waren nicht besonders hoch und wurden damit bestätigt. Wir sind dann erst mal zum Camp-Kiosk um einen Snack zum Mittag zu essen. Ca. 80% der Speisekarte inkl. der Getränke waren vergriffen.. kann schon mal sein. Für die Mitarbeiter selbst war aber von allem noch genug da 😄 .
Auch die Schweizer hatten hier eine Nacht gebucht und wir waren gespannt, ob wir diese schon wieder treffen. Da das Camp aber relativ groß ist und eher auf Masse ausgelegt ist, haben wir gar nicht damit gerechnet, dass wir sie direkt finden. Bei der zweiten Getränkerunde am Kiosk klopfte mir aber genau einer der beiden auf die Schulter und so hatten wir gleich wieder die nette Runde zusammen. Die zwei waren auch erschrocken vom Zustand der staatlichen Camps. Gepflegt wirkt das alles nicht!

Nach dem Snack sind wir dann mal zum Wasserloch gezogen. Hier war in größter Hitze allerdings nicht viel los.




Der Poolbereich hatte wegen Reparaturen geschlossen, wir haben diesen Nachmittag deshalb mit etwas Augenpflege und einem Buch im Zimmer verbracht. Leider wurde es einfach nicht kühler und meine Befürchtungen verstärkten sich.. irgendwie war ich mir aber nicht sicher, weil so viel Luft aus dem Gebläse kam und ich dachte, die Anlage kommt vielleicht einfach nicht hinterher..

Zum Abendessen hatten wir uns dann mit den Schweizern verabredet um danach mit denen zum Wasserloch zu ziehen. Das essen war kein Vergleich zum Dolomite und deutlich besser. Es ist Buffetessen und war gut gemacht. Am Wasserloch haben wir den Abend bei tollen Sichtungen ausklingen lassen.
(Leider miese Handyqualität, aber trotzdem schöne blacky's)






Erfreut von den tollen Sichtungen sind wir dann irgendwann zurück zum Zimmer. Es war natürlich weiterhin extreme Hitze im Zimmer womit klar war, die Anlage ist definitiv kaputt. Na gut, dann etwas Lüften, auch wenn die Fliegengitter kaputt sind.
Wir wollten aufgrund des schlechten Zustands der Fenster noch prüfen, ob sich Ungeziefer verirrt hat. Dabei haben wir zu allem Überfluss noch Mäusekot in den Ecken gefunden. Es war zu spät, um sich noch irgendwo zu beschweren und um ein neues Zimmer zu bitten.. bis zum nächsten Morgen mussten wir da jetzt durch.
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
zuletzt bearbeitet 20. Juni 2019
661 Beiträge · seit 201520. Juni 2019 · #48
Hallo HMEMK
Da muss ich dir recht geben....es lohnt sich definitiv draussen vor dem Park zu übernachten. Wir spühlten sogar 2 Reservationen in Okaukuejo und Halali zu Gunsten einer Unterkunft in einer Lodge. Das Zimmer das man uns geben wolle verweigerten wir und erzwangen ein Bungalow das aber auch in schlechtem Zustand war. Der Massentourismus der dort herrscht ist schlimm. Wir lieben den Krüger!
Dein Bericht gefällt mir sehr, so auch die interessanten Bilder.
Grüessli
Malbec
Themenstarter121 Beiträge · seit 201821. Juni 2019 · #49
Freut mich zu hören, dass dir der Bericht gefällt.

Wir waren überrascht, was uns vorher und nachher in den Lodges im Vergleich zu den staatlichen Camps geboten wurde. Zustand und Instandhaltung sind wirklich schlecht. Aber so lange die Touristen kommen, wird sich nichts ändern. Wenn irgendwann die Touristenzahlen erst mal zurück gehen, ist es für Veränderungen vielleicht schon zu spät und einige wenige gehen mit vollen Taschen aus der Nummer raus. Sehr traurig, aber so ist es leider oft da unten.
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
Themenstarter121 Beiträge · seit 201821. Juni 2019 · #50
Am Morgen sind wir nach einer etwas unruhigen Nacht erst mal entspannt zum Frühstück gegangen. Das Frühstück war sehr reichhaltig und gut, mit frischen Eierspezialitäten in einer offenen Küche zubereitet. Für die Masse gibt man sich hier offensichtlich doch etwas mehr Mühe, als im Dolomite Camp für weniger Gäste. Wir haben unsere Schweizer bekannte natürlich noch mal beim Frühstück getroffen und uns verabschiedet. Die beiden waren froh, nur eine Nacht gebucht zu haben und wünschten uns viel Durchhaltevermögen für die zweite Nacht 😄 . Einige Tage später sollten wir die beiden noch mal wieder treffen..
Nach dem Frühstück sind wir dann zur Rezeption gegangen um uns zu beschweren. Den berechtigten Vorwurf, warum wir nicht gleich etwas gesagt haben, musste ich mir gefallen lassen. Man wollte es aber ja irgendwie erst mal aushalten, bevor man etwas sagt.. Trotzdem haben wir relativ schnell ohne große Einwände ein neues Zimmer bekommen. Also schnell Sachen wieder einpacken und um räumen. Das Zimmer war schon deutlich sauberer, wir haben aber auch nicht mehr so genau hingeguckt, denn sonst hätte man garantiert wieder was gefunden. Aber wenigstens das Waschbecken war in Ordnung und vor allem lief die Klimaanlage. Was für eine Wohltat!
Jetzt konnten wir dann aber auch endlich los. Wir wollten heute einfach den ganzen Tag durch den Park fahren, am Camp konnte man ja nicht so viel machen. Also gut mit Proviant eingedeckt fuhren wir sämtliche Wasserlöcher und auch die Etoshapfanne an. Dazu gibt es weniger zu sagen, aber viele Bilder 🙂.
























Einen kleinen Mittagssnack hatten wir dann im Halali Camp zu uns genommen. Den besten Eindruck machte das Camp so auf uns auch nicht. Wir waren froh, dass wir da keine weitere Übernachtung geplant hatten 🙂. Mit Chickenmayo Sandwich und Cola kann man zum Glück nicht viel falsch machen. Man musste hier nur aufpassen, dass die aufdringlichen Vögel nicht das Brot aus der Hand klauen.
Auf dem Rückweg wollten wir dann einen Rhinodrive fahren, der ausgeschildert sein soll. Nach Beschilderung fahren funktioniert im Park aber nicht, da die Schilder nicht mehr lesbar sind, wenn sie überhaupt vorhanden sind und die Karte hatten wir etwas außer acht gelassen. Wir hatten uns komplett verfahren und mussten uns erst mal wiederfinden. Zum Glück hatten wir nichts bestimmtes vor heute 😄.
Ein kurzer Halt bei der Etoshapfanne war für uns dann aber natürlich auch noch Pflicht. Was für ein unwirklicher Ort und diese unendliche Weite..




.. gefühlt auf der anderen Straßenseite findet man wieder die ortsübliche Vegetation.




Das folgende Foto, wie bereits im ersten Post beschrieben, eines meiner Lieblingsbilder 🙂




Zurück beim Camp sind wir noch mal zum Wasserloch und haben gerade eine Gruppe Elefanten beim Baden erwischt 🙂.






Am Abend genossen wir wieder ein gutes Abendessen bevor wir uns wieder zum Wasserloch begeben haben. Heute war es deutlich ruhiger dort, aber eine kleine Hyänenfamilie kam heute zum trinken und irgendwie haben wir uns gefragt, warum man im Camp eigentlich sicher ist, ohne einen Zaun zum Wasserloch? Auch Löwen können schließlich dort aufkreuzen. Wie auch immer - dieses Wasserloch ist beeindruckend. Man ist den Tieren ganz nah 🙂.

Wir wollten am nächsten Morgen früh los fahren, um noch etwas den Etosha genießen zu können, bevor wir beim Onguma eintreffen. Wir waren froh, dass wir dann die staatlichen Camps hinter uns lassen konnten.

Abschlussfazit zum Etosha und den Camps:
Es mangelt einfach überall. Keine Instandhaltung, weder von dem Park selbst, noch von den Unterkünften. Überfordertes und desinteressiertes Personal, teilweise schlechtes Essen. Wer so weit oben in dieser Preiskategorie mitspielen möchte, muss mehr bieten als nur ein gut positioniertes Wasserloch. Wir würden das nächste mal definitiv außerhalb vom Park eine Lodge buchen und von dort aus die Touren buchen, da bekommt man viel mehr Leistung auf dem Preisniveau. Diese Erfahrung haben wir die nächsten Tage mit dem Onguma auch selbst machen dürfen.. 🙂
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
Themenstarter121 Beiträge · seit 201825. Juni 2019 · #51
Früh am Morgen klingelte für uns wieder der Wecker. Um 6:30 Uhr wollten wir aufstehen um die Sachen zu packen um dann zeitig nach dem Frühstück zum Onguma aufbrechen zu können. Als meine Frau im Bad war und ich noch im Halbschlaf auf das Smartphone blickte, stellte ich fest, dass meine Frau den Wecker eine Stunde zu Früh um 5:30 Uhr gestellt hatte, was ich ihr auch unmissverständlich hinterher gerufen habe 😄.
Beim Abgleich der Handy's mussten wir aber unterschiedliche Uhrzeiten auf den Displays feststellen 🤨 . Wie geht das? Wir besitzen Android Handys der gleichen Marke und auch die automatische Zeitzone war bei beiden aktiviert. Ich hatte GMT +1 und meine Frau GMT +2.
Da ich in dem neuen Zimmer noch etwas W-Lan Empfang von hatte, habe ich bei Google mal versucht, etwas über eine mögliche Zeitumstellung in Namibia in Erfahrung zu bringen, da wir eine Woche vorher in Deutschland auch eine hatten. Ich habe dann tatsächlich Berichte gefunden, in denen an dem aktuellen Datum die Zeitumstellung sogar mit kleinen Grafiken dargestellt wurde, aber ein Suchergebnis weiter hieß es, es gibt keine Zeitumstellung mehr 🙄 🙄 .
Etwas verunsichert haben wir uns dazu entschlossen, jetzt alles wie geplant abzuwickeln da wir ja eh wach waren, mit Pech hätten wir dann etwas auf das Frühstück warten müssen.
Beim Frühstück waren wir auch fast die ersten. Ich habe dann den Koch, der die Rühreier und Omlettes brät mal eben nach der Uhrzeit gefragt. Er wusste sie nicht und es war ihm auch nicht so wichtig 😄 . Als ich versucht habe, ihm mein Problem zu erklären, wusste er überhaupt nicht mehr was ich von ihm will. Okay, falscher Ansprechpartner. Also erst mal in Ruhe frühstücken!
Irgendwann war uns die Uhrzeit auch nicht mehr wichtig. Es war ja Urlaub und das Gate war schon offen. Trotzdem habe ich beim Checkout noch mal an der Rezeption nachgefragt und damit eine wilde Diskussion, der ich nicht wirklich folgen konnte, zwischen den drei angestellten Damen und der Managerin im Hintergrund, ausgelöst 😄. Nach 2-3 Minuten das Ergebnis: Eventuell gab es eine Zeitumstellung aber wahrscheinlich nicht 😄
Wir hatten uns mittlerweile wirklich schon über diesen Umstand amüsiert. Wie undenkbar wäre es im pünktlichen Deutschland, dass bei der Arbeit kein Mensch die genaue Uhrzeit kennt? 😄
Ohne die tatsächliche Uhrzeit mit Sicherheit zu kennen sind wir dann durch den östlichen Etoscha in Richtung Onguma aufgebrochen.






Direkt beim ersten Wasserloch hatten wir dann einen Elefanten, der sich ein Wasser- und Schlammbad genehmigt hat. Was für eine Freude, ihm dabei zuzuschauen!






Ein paar Meter weiter dann - mal wieder - Löwen. Es schien für uns das Jahr der Löwen zu sein 🙂. Dieses mal aber völlig unverhofft während der Fahrt neben der Straße unter einem Baum, weit ab von dem nächsten Wasserloch. EIne Löwin hatte einen Tracker um den Hals.








Direkt nach der Ausfahrt des Etosha konnte man links abbiegen und war schon wieder auf dem Gelände von Onguma. Das war viel leichter als gedacht. Laut Navi hätten wir erst außen rum fahren müssen. So haben wir viel Zeit gespart und waren auch deutlich schneller am Tree Top Camp, wo man uns schon mit einem kühlen Getränk erwartet hatte.
Wir haben dieses Camp anlässlich des runden Geburtstags meiner Frau als "Highlight" der Reise gebucht und da waren wir jetzt und wurden empfangen von Johannes, der für uns zuständig war und uns alles erklärte. Wir waren für die nächsten zwei Nächte tatsächlich die einzige Buchung. Das gesamte Personal war nur für uns da. Ein komisches Gefühl für uns!
Da der Sundowner Drive für den Tag schon voll gebucht war (wird mit den anderen Unterkünften von Onguma zusammengelegt), haben wir uns entschieden einfach bei dem Camp zu bleiben und das Wasserloch zu genießen, dafür aber am kommenden Tag den Morning Drive im Etosha und den Sundowner im Onguma zu buchen.

Das Tree Top Camp hat uns direkt umgehauen. Was für eine Lage!


Wir haben uns dann am Haupthaus der Lodge mit einem Bier niedergelassen und mit Johannes geplaudert. Ich konnte mir es nicht nehmen lassen, ihn irgendwann noch mal nach der Uhrzeit zu fragen und erzählte ihm von unseren unterschiedlichen Zeiten auf dem Smartphone. Er war sich auch nicht sicher, aber der Meinung, dass es die Zeitumstellung nicht mehr gibt. Ich habe dann gesagt, so lange ich es bis zum Abflug raus kriege, bin ich zufrieden 😄. Seine Aussage war dann, daher auch der Titel des Threads "You know, in Africa the time does not matter, if you really want to know the time, you have to call the airline".
Was für ein prägender Satz. So unvorstellbar es in Deutschland auch ist, so passend ist es in Afrika.

Das Wasserloch war an diesem Abend nur sporadisch besucht, die speziellen Sichtungen blieben noch aus. Trotzdem sind die Geräusche um einen herum und das Gefühl, so sehr mittendrin zu sein, wunderschön 🙂.




Für das Abendessen haben die Jungs uns extra den Tisch raus gestellt, sodass wir auf der Veranda essen konnten 🙂.


Das Abendessen dann war der Hammer. Der Koch Jeremiah kam zu unserem Tisch und hat uns das Menü vorgetragen. Es folgte ein wahnsinnig gutes 3-Gänge Menü, was das Essen der Grootberg Lodge noch getoppt hat. Hier einfach nur wow! Nach den mäßigen Unterkünften im Etosha war das eine Wohltat - alles hier so schlüssig und gut gemacht.
Als wir nach dem Abendessen zu unserem Zelt gingen, war der Weg dorthin mit Kerzen gepflastert, die Betten aufgeschlagen und auf dem Kopfkissen lag ein gute Nacht Gedicht. Alles so einfache Kleinigkeiten die einen Aufenthalt unvergesslich machen! 🙂
Super glücklich schliefen wir dann am Abend ein. Morgen hatten wir schließlich viel Programm und einen runden Geburtstag zu feiern! 🙂
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
zuletzt bearbeitet 25. Juni 2019
460 Beiträge · seit 201825. Juni 2019 · #52
Köstliche Geschichte mit der Zeitumstellung! 😄

Bei der Reisevorbereitung hat das bei mir auch für Verwirrung gesorgt, weil ich zur Zeitumstellung in Namibia im Internet unterschiedliche Infos gefunden habe. Ich hab dann einfach beschlossen, das ganz afrikanisch auf mich zukommen zu lassen. 😄
Reisebericht "In Lodges auf Selbstfahrerreise in Tansania" Reisebericht "Zwei Warmduscher auf Camping-Reise in Botswana"
Themenstarter121 Beiträge · seit 201817. Juli 2019 · #53
Einen vollgepackten Tag mit einem runden Geburtstag und zwei Gamedrives hatten wir heute vor der Brust. Frühstücken konnten wir heute Morgen wieder draußen. Wir sollten direkt nach dem Frühstück von unserem Guide am Camp abgeholt werden. Als wir zum Hauptzelt gingen, wartete er schon auf uns. Johannes erzählte noch, dass wir heute Abend zum Sundowner Besuch von einem Fotografen-Paar bekommen. Die waren vom Onguma engagiert um Werbefotos der Camps zu machen und sollten uns heute beim Sundowner und beim Abendessen begleiten. Sehr spannend! 🙂
Zum Morningdrive im Etosha waren wir die einzigen Gäste. Das köstliche und umfangreiche Geburtstagsfrühstück mit frischen Omelettes haben wir dann zügig hinter uns gebracht, damit es los gehen konnte.

Der Drive war viel persönlicher und schöner, als der Drive aus dem Etosha. Wir haben unseren Wunsch nach Geparden und Leoparden geäußert und unser Guide war wirklich sehr bemüht, uns diesen Wunsch zu erfüllen, auch wenn er am Morgen noch nicht erfolgreich sein sollte. Trotzdem gab es eine Menge zu sehen und er hat uns näher an einen Elefanten gefahren bzw. die Stellung gehalten, als ich es mich selbst je getraut hätte. Wir hätten teilweise den Elefanten fast anfassen können 🙂.







Relativ schnell - wie könnte es anders sein - haben wir ein einzelnes Löwenmännchen im Gras liegen sehen. Viel Zeit haben wir dort nicht verbracht, da wir jetzt einfach unser Glück auf neue Sichtungen etwas strapazieren wollten 😄













Auch wenn die außergewöhnlichen Sichtungen aus blieben, war es ein lustig-informativer Drive der uns viel Spaß brachte und eine zweite Chance auf Geparden hatten wir ja noch beim Sundowner. Diese sollten nämlich irgendwo zwischen Onguma und Etosha unterwegs sein, wurden allerdings zuletzt im Etosha gesehen.

Gegen Mittag zurück am Camp haben wir es uns bei einer Flasche Rotwein, gesponsert zum Geburtstag vom Camp Manager, gut gehen lassen. Da wir beide keine Rotwein Trinker sind, waren wir nach dieser Flasche in Bullenhitze auch schon schön blau 😄
In unseren Campingstühlen standen wir unter ständiger Beobachtung einiger Giraffen. Teilweise haben wir etwa 20 Giraffen gleichzeitig umliegend um das Wasserloch zählen können. Eine stand nur einen Meter neben unserem Zelt 🤩.. natürlich ganz heimlich versteckt in einer Baumkrone 😄


Aber auch einige Warzenschweine und Mangusten kamen auf eine Abkühlung vorbei.





Nach einem entspannten Nachmittag und etwas Erholung von dem Rotwein wurden wir dann wieder von unserem Guide abgeholt zum Sundowner innerhalb des Ongumas. Die Fotografen saßen bereits im Fahrzeug. Zu unserem Glück waren es auch noch Fotografen aus Deutschland, die für die Werbefotos zuständig waren. Die beiden haben uns direkt mal Hilfestellungen und Tipps zum fotografieren während des Drives angeboten, wenn wir Interesse haben. Natürlich habe ich das 🤩 . Wie könnte man so ein Angebot vom Profi ablehnen?
Zu Beginn haben wir ein wenig geplaudert, besondere Sichtungen gab es erst mal keine. Und dann standen wir doch ganz unverhofft plötzlich mitten vor einer Gepardenmutter mit Ihren drei ca. 1 Jahr alten Jungtieren. Wir hatten sie tatsächlich endlich gefunden - unsere ersten frei lebenden Geparden. Ich hatte ganz schön Gänsehaut 🤩







Der Guide vermutete, dass die vier bald auf die Jagd gingen. Leider waren sie nach einigen Minuten im dichten Gras verschwunden. Einige Meter weiter vergingen sich gerade Schakale an den Überresten eines jungen Springbocks. Ob sie bewusst in der Nähe der Geparden waren? Auf jeden Fall waren sie gerade stark gefährdet. Es ging so weit wir das beurteilen können aber gut für die beiden 🙂



Später haben wir dann noch auf dem Weg zu einem kleinen Wasserloch eine Hyäne in der Ferne gesehen. Dieses Bild gefällt mir besonders gut, weil es so verstohlen aussieht 🙂



Leider war die Hyäne so schnell wie sie gekommen war auch schon wieder weg. Am Wasserloch gab es keine Sichtung, dafür tolles Foto-Licht 🙂



Mit etwas Tempo ging es darauf zu einem schönen Platz für den Sundowner wo wir bei Snacks und ein paar Drinks noch mal auf den Geburtstag meiner Frau anstoßen konnten. Was für ein gelungener Drive und bis dahin gelungener Tag!





Zurück beim Camp haben wir dann im Inneren des Hauptzelts an einen liebevoll gedeckten Tisch zum Abendessen platz genommen. Jeremiah kam wie am Tag zuvor um das Essen vorzustellen. Heute wegen der Fotos sogar mit Kochmütze 😄. Beim Dessert sagte er, dass er noch nicht genau wisse, was es gibt, er würde sich noch etwas überlegen. Ich habe so schnell nicht geschaltet und war einfach nur gespannt.
Nach einem erneut unfassbar leckeren Abendessen aus mehreren Gängen und netten Gesprächen mit den Fotografen kam es dann zum Dessert. Die gesamte Crew bestehend aus 4 Männern kam mit einem großen Schokokuchen, Wunderkerzen und Gesang aus der Küche, um meiner Frau ein Ständchen zu bringen. Es war wirklich schön und lustig zugleich, weil die Jungs sich selbst nicht sehr ernst genommen haben und jeder den anderen vor schicken wollte 😄. Eine wirklich tolle Geste über die wir uns sehr gefreut haben 🙂.

Einige Zeit nach dem Essen sind die Fotografen dann wieder gefahren, sie mussten zurück zu ihrem eigenen Camp. Wir wollten der Crew dann den verdienten Feierabend genehmigen und haben uns zu unserem Zelt zurück gezogen, wohin der Weg wieder mit Kerzen gepflastert war und ein neues Gute-Nacht-Gedicht wartete.
Am Zelt haben wir dann den Abend gespannt, ob wir irgendwann auf Werbefotos vom Onguma auftauchen, ausklingen lassen und uns zum schlafen ins Bett gelegt. Morgen stand die nächste Etappe zur Frans Indongo Lodge an.
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2019
350 Beiträge · seit 201417. Juli 2019 · #54
Hi HMEMK,

seid ihr vielleicht Paul Kornacker begegnet, der war einige Zeit auf Onguma für Werbefotos. Ein netter Kerl 🙂
Viele Grüße, Michael
1'425 Beiträge · seit 201517. Juli 2019 · #55
Guten Abend,

ich habe deinen Bericht gerade in einem Happen VERSCHLUNGEN! Genau nach meinem Geschmack. Tolle und ehrliche Erzählungen! Leider kam ich eben erst heute dazu, da du anscheinend deine Fotos woanders hochlädst und mir diese nur zuhause angezeigt werden, wo ich fast nie am Laptop sitze. Die Bilder von Sossusvlei und Little Five Tour wecken Erinnerungen von diesem und letzten Jahr und eure Erlebnisse in Etosha sind ja wirklich traumhaft - bis auf Service und Unterkunft, ich verstehe euch da so gut. Nie wieder Dolomite! Der Rest ist zwar auch teuer, aber damit können wir uns gerade noch so abfinden.
Die Gepardenbilder sind traumhaft! Glückwunsch! Ein wenig neidisch bin ich auf eure Bienenfresser Bilder. In all den Jahren habe ich in ganz Namibia noch nicht einen dieser gefiederten Freunde gesehen...

Schon jetzt bereits ein riesen Danke für deinen erfrischenden Bericht!

Liebe Grüße
Laura
I will always have a bit of namibian sand in my shoes! Linksammlung zu den letzten Reiseberichten und Filmen Aktuell: Reisebericht Kenia 2024
zuletzt bearbeitet 17. Juli 2019
Themenstarter121 Beiträge · seit 201819. Juli 2019 · #56
MichaelAC schrieb:
seid ihr vielleicht Paul Kornacker begegnet, der war einige Zeit auf Onguma für Werbefotos. Ein netter Kerl 🙂
Du hast Recht. Wir hatten einen schönen Abend im Tree Top Camp mit ihm und seiner Frau 🙂.
Flash2010 schrieb:Guten Abend,

ich habe deinen Bericht gerade in einem Happen VERSCHLUNGEN! Genau nach meinem Geschmack. Tolle und ehrliche Erzählungen! Leider kam ich eben erst heute dazu, da du anscheinend deine Fotos woanders hochlädst und mir diese nur zuhause angezeigt werden, wo ich fast nie am Laptop sitze. Die Bilder von Sossusvlei und Little Five Tour wecken Erinnerungen von diesem und letzten Jahr und eure Erlebnisse in Etosha sind ja wirklich traumhaft - bis auf Service und Unterkunft, ich verstehe euch da so gut. Nie wieder Dolomite! Der Rest ist zwar auch teuer, aber damit können wir uns gerade noch so abfinden.
Die Gepardenbilder sind traumhaft! Glückwunsch! Ein wenig neidisch bin ich auf eure Bienenfresser Bilder. In all den Jahren habe ich in ganz Namibia noch nicht einen dieser gefiederten Freunde gesehen...

Schon jetzt bereits ein riesen Danke für deinen erfrischenden Bericht!

Liebe Grüße
Laura
Vielen Dank. Ich freue mich sehr über derartiges Feedback. Dann lohnt sich das schreiben gleich umso mehr 🙂.
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
Themenstarter121 Beiträge · seit 201819. Juli 2019 · #57
An unserem Vorletzten Tag sind wir etwas traurig über unseren Abschied am Morgen nach einem erneut sehr guten Frühstück vom Onguma in Richtung Frans Indongo Lodge gefahren. Die schönsten Tage der Reise lagen jetzt zweifelsohne hinter uns, so viel war klar. So langsam machte sich schon etwas trübe Stimmung bei mir breit. Das sollte es also schon fast gewesen sein....

Aber nun gut, zwei Nächte hatten wir ja jetzt noch. Die Nacht in der Frans Indongo Lodge war für uns nur eine Ausweichoption, da wir im Okonjima Plains Camp nur die letzte Nacht buchen konnten. Die Tage zuvor war dort eine Schulung bei der Guides aus dem ganzen Land in der Lodge nächtigten, sie war also schon ein Jahr vorher ausgebucht.

Auf der Fahrt hatten wir grundsätzlich keine weiteren Stopps eingeplant, höchstens mal in einer größeren Stadt einen typischen Markt aufsuchen oder irgendwo etwas kaufen, was einen später an den Urlaub erinnert. Etwa 30km hinter Tsumeb kamen wir dann in eine weitere Polizeikontrolle. Zwei Polizisten standen auf der Straße und kontrollierten einige Fahrzeuge, auch unseres. ich hatte kurz ein schlechtes Gewissen weil ich nur Flipflops an hatte und nicht wusste wie die Rechtslage in Namibia ist, aber normalerweise musste ich ja nicht aussteigen 😄.
Einer der Polizisten ging um das Auto, dann sprachen die beiden auf Afrikaans kurz miteinander und sagten mir, dass einer meiner Reifen nicht gut aussieht. Also doch aussteigen. Es blieb zum Glück bei einem komischen Blick, zumindest hatte ich das Gefühl 😄. Ich habe dann wieder meinen Druckprüfer angesetzt: 0,7 bar. Da stimmt also wirklich was nicht. Ich habe mich freundlich bei den Polizisten bedankt und gesagt, dass ich mich direkt darum kümmer.
Nach kurzer Überlegung haben wir uns entschieden, die 30km nach Tsumeb zurück zu fahren und da der Reifen noch nicht komplett platt war, habe ich ihn erst mal drauf gelassen und bin langsam zurück gefahren.
In Tsumeb haben wir dann etwas nach dem Reifenpartner von AVIS suchen müssen, haben ihn aber auch durch die Hilfe von freundlichen Einheimischen dann gefunden und den Reifen direkt tauschen lassen. P.s.: Es war wieder nicht der 6-bar Reifen.


Nach einer halben Stunde konnten wir dann wieder aufbrechen. Die weitere Fahrt war unspektakulär und gegen mittag kamen wir dann beider Frans Indongo Lodge an. Freundlich empfangen mit einem super leckeren selbst gemachten Welcomedrink nahmen wir erst mal auf der Terrasse platz da das Zimmer noch nicht fertig war und bekamen einige Informationen zur Lodge von einer jungen deutschen Frau, die gerade ein Auslandsjahr dort machte. Etwas aufgeregt erzählte Sie uns, dass Herr Frans Indongo, einer der reichsten Menschen Namibias, da neben uns am Tisch sitzt und zu Mittag isst. Einen kleinen Moment habe ich überlegt, ob man wenn er mit dem Essen fertig ist, nach einem Foto fragt, aber irgendwie war mir das dann doch zu doof 😄. Wenn ich ganz ehrlich bin, hatte ich mich mit ihm vorher auch noch gar nicht beschäftigt. Anlass genug gab es jetzt und die Broschüren zu ihm auf dem Zimmer gaben dann entsprechend Aufschluss.

In dem Reservat der Lodge gibt es ausschließlich Antilopen und mit Glück mal ein Rhino. Wir haben uns, da wir jetzt schon einiges an Drives hinter uns hatten, gegen einen weiteren Gamedrive entschieden. Wir verbrachten den Nachmittag bei Eiskaffee und Kuchen am Pool, ließen es uns noch mal richtig gut gehen. Eine weitere Tour wollten wir morgen noch im Okonjima buchen.
Somit ließen wir den Tag an uns vorbei ziehen, haben im Restaurant der Lodge noch mal gut und lecker zu Abend gegessen und dann gut und fest in unserem schönen Zimmer geschlafen 🙂.
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
Themenstarter121 Beiträge · seit 201822. Juli 2019 · #58
Unser letzter volle Tag in diesem wunderbaren Land beinhaltete nach dem reichhaltigen Frühstück in der Frans Indongo Lodge erst mal die Fahrt zum Okonjima Plains Camp.
Da die Strecke mit etwa 115km sehr überschaubar ist, sollte das kein Problem darstellen - wären da nicht vier Reifen am Auto, die kaputt gehen können. Heute hatten wir nämlich dann auch den dritten und letzten Reifen kaputt gefahren. Der einzige Reifen, der uns nicht im Stich gelassen hat, war der 6-Bar Reifen, kaum zu glauben.
Dieses mal ist mir aufgefallen, dass das Auto auf der Straße sehr schwimmt und weil die Luft schnell entwich, habe ich den Reifen unterwegs eben getauscht. In Otjiwarongo haben wir diesen dann wieder ersetzen lassen. Die Hoffnung, dass die Versicherung keine Probleme macht, war jetzt nach drei kaputten Reifen schon relativ groß 😄.

In Otjwarongo wollten wir außerdem noch den Cheetah Conservation Fund (CCF) besichtigen, welche soweit ich weiß quasi als Pendant zur Africat Foundation aufwartet. Zudem fanden wir die Beschreibung mit der Klinik ganz nett und hätten uns gerne mal so ein Gepardenkrankenhaus angeschaut. Allerdings gab es nichts zu sehen. Die Klinik war nicht geöffnet und alle Tiere fit.
Wir haben dann alternativ eine Führung gebucht. Man bekommt dann von einem Mitarbeiter einen 20-Minütigen Film gezeigt, was eine uralte Sat1-Doku war (etwas überflüssig) und dann wird man an den Gehegen vorbei geführt und bekommt etwas über die Organisation erklärt.
Wir haben mit dem Mann, der uns geführt hat (wir waren alleine) etwa zehn Minuten über die Organisation gesprochen und sind dann ziemlich in privates abgedriftet. Das Gespräch war so unglaublich interessant und hat uns wieder vor Augen geführt, wie die Situation abseits des Tourismus tatsächlich ist im Land.
Es begann mit der Frage, ob er seinen Job gerne macht. Diese bejahte er, erzählte allerdings auch dass er gerne etwas mehr verdienen würde und sich deshalb schon häufiger mal beim Etosha beworben hat, weil er gebürtig aus dem Nordwesten des Landes kommt.
Wir haben dann bestimmt eine Stunde mit ihm über Korruption, Verdienste, Kolonialisierung uvm. gesprochen. Ein paar Inhalte möchte ich einfach unkommentiert hier in den Raum stellen.
- Er verdient etwa 1800N$ pro Monat (ca. 120€)
- Er konnte sich kaum die Schule für seine Kinder leisten, da neben seiner pflegebedürftigen Mutter jetzt auch noch die Schwester krank geworden ist.
- Krankenversicherung gibt es keine, Medizin ist teuer.
- Schulbildung kostet Geld.
- Seine 10 und 12 Jahre alten Kinder laufen 12km pro Richtung zur Schule
- Für Schuhe muss er 80km in den nächsten Ort kommen.
- Im Dorf gibt es genau zwei Autos, die je 1 mal die Woche fahren. Leisten kann sich das allerdings fast niemand im Ort
- Er wünschte sich die Kolonialisierung zurück. Diese machte Dinge wie eine Krankenversicherung und Schulbildung einfacher zugänglich.

Es war eine wirklich wichtige Erfahrung für mich. Man weiß über die Situation im Land bescheid. Jemanden zu treffen der so stark betroffen ist, ist aber noch was anderes. Ich habe ihm am Ende ein Trinkgeld für die Führung und die Offenheit geben wollen, welches er zögernd, unfassbar herzlich und dankbar entgegennahm. Er sagte wir deutschen wollen immer gerne helfen, allerdings würden wir das Geld von zuhause aus immer den falschen geben, dass irgendeiner in der Kette sich das Geld am Ende immer selbst einsteckt und nichts ankommt. Was wirklich helfen würde, wäre beispielsweise selbst mit einem Solarpanel los zu fahren und dies vor Ort zu installieren. Dies habe ich mir auch gleich als Aufgabe für die Zukunft gesetzt. Irgendwann komme ich zurück und installiere vor Ort ein solches Panel 🙂.

Gegen Mittag waren wir dann am Plains Camp angekommen. Wir wurden sehr freundlich empfangen und gleich in alles eingewiesen. Hier sollten wir auch die Schweizer noch mal treffen. Die beiden hatten übrigens in 6 Wochen Rundtour nicht einen einzigen Platten - so unterschiedlich kann es sein.

Direkt an der Terasse vom Plains Camp ist ein kleines Wasserloch in dem sich wenige Meter vor einem die Warzenschweine suhlen. Außerdem sieht man eine Vielzahl an Antilopen durch das Reservat ziehen. Uns hat hier gleich alles super gefallen. Sehr modern und schon etwas touristisch, aber alles sehr schön gemacht! Vor allem die Zimmer sind riesig und mit tollem Ausblick 🙂.




Da wir noch die Chance auf Leoparden wahren wollten, buchten wir für den Abend das Leoparden Tracking. Dieses mal waren wir allerdings in unserem Fahrzeug nicht alleine, sondern hatten zwei Briten im Fahrzeug mit denen wir uns noch über den Brexit unterhalten konnten 😄
Nach einer längeren Einführung vom Guide und vielen Informationen ging es dann endlich los. Die Chance, tatsächlich auch Leoparden zu sehen, wurde auf 50% gesetzt, da diese ja am Halsband getrackt werden. Unsere 50% waren allerdings zuverlässig und wir hatten nach wenigen Minuten ein starkes Signal, bis wir ein schönes Weibchen im Gebüsch fanden. Man hätte dieses Tier alleine vermutlich nie finden können. Nicht mal mit Signal war das einfach. Die Leopardendame hat sich als sie irgendwann mal wach wurde durch uns etwas gestört gefühlt und das weite gesucht 😄.




Als sie dann verschwunden war, wollten wir schauen ob wir noch weitere in anderen Bereichen des Reservats finden können. Auf dem weg dahin gab es auch noch ein paar weitere Sichtungen 🙂.




und dann hatten wir für eine kurze Zeit noch eine zweite Dame im Blick, die allerdings auch schnell wieder weg war. Hinterher konnten wir leider nicht, aber wir hatten sie zumindest sehen können 🙂.



Bei einem tollen Sundowner in netter Begleitung einiger Giraffen und Gnus ließen wir bei einem Glas Wein unsere letzte Tour ausklingen.


Wir waren froh, dass unser Wunsch nach Leoparden noch in Erfüllung ging. Leider fühlt sich das mit diesem Tracking nur so halb richtig an, aber anders war es uns in diesem Urlaub nicht gegönnt.

Das gute Abendessen nahmen wir mit den Schweizern zusammen zu uns, mit denen wir danach auf der Terasse noch ein Bier und einen Whisky tranken. Irgendwann haben wir gemerkt, dass wir die letzten sind und das personal eigentlich nur darauf wartet, dass wir auf unsere Zimmer gehen. Dem kamen wir nach, haben uns von unseren Urlaubsbekanntschaften verabschiedet und sind zu unserem Zimmer gegangen. Das war es dann also wirklich - am morgigen Tag startete für uns der Flieger ab Windhuk.
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
zuletzt bearbeitet 22. Juli 2019
Themenstarter121 Beiträge · seit 201823. Juli 2019 · #59
Das letzte mal weckte uns der Morgen in Namibia. Tatsächlich waren unsere drei Wochen vorbei. Gepackt hatten wir schon eine ganze Menge am Vortabend. So mussten wir nur noch die Reste zusammen suchen und in das Auto laden, damit wir direkt nach dem Frühstück aufbrechen konnten.
Die Stimmung war gedrückt, Wehmut machte sich breit. Was würde ich doch bloß dafür geben, eine Woche verlängern zu können. Aber irgendwann ist nun mal jede schöne Zeit zu Ende.

Der Weg nach Windhoek war wieder überschaubar und da der Flieger erst um 21:30 Uhr ging, hatten wir alles andere als Stress. Wir hatten uns überlegt, dass wir einfach schon mal nach Windhoek fahren und uns dort den Rest des Tages noch etwas aufhalten.
Auf dem Weg dorthin, kam uns wieder einer dieser überbreiten Transporte entgegen. Bereits einige Tage zuvor hatten wir das schon mal, es kam ein Polizeifahrzeug frontal mit Blaulicht auf uns zu. Links ran fahren und den Konvoi passieren lassen ist die richtige Reaktion 😄.


In Windhoek angekommen sind wir dann zur Christuskirche gefahren. Dort wollten wir das voll beladene Auto abstellen. Es kam gleich jemand mit Warnweste und geschnitzten Nüssen auf uns zu, der uns ein Gespräch aufzwingen wollte. Ich habe ihm dann gesteckt, dass wir am Abend abreisen und dass wir noch einiges an Getränken und Snacks über haben, die er von uns bekommt, wenn er etwas auf das Auto aufpasst und alles in Ordnung ist, wenn wir wieder kommen. Eine Nuss wollte ich ihm direkt abkaufen, die war ein Geschenk für jemanden zuhause. Er war froh, dass er um 12:30 Uhr endlich seine erste Nuss verkauft hatte.




Wir sind dann noch etwas durch Windhoek gezogen und haben uns die Stadt angeschaut und ein paar Souvenirs eingekauft. Da wir keine großen Vorhaben mehr hatten, sind wir irgendwann gegen nachmittag auf einen Snack zu Joey's Beerhouse. Hier wollten wir die Gelegenheit dann auch noch nutzen und haben uns das Tagesgericht schmecken lassen 🙂. Außer uns war allerdings nicht sehr viel los um diese Uhrzeit.




Sehr viel zu früh sind wir dann auch irgendwann in Richtung Flughafen aufgebrochen. Nach dem Volltanken sind wir 3-4 mal vor Ort am Flughafen im Kreis gefahren, bis ich die richtige Einfahrt für AVIS endlich gefunden hatte. Es war dann aber schnell jemand zur Stelle, der das Auto abnehmen wollte.
Ein weißer, schlecht gelaunter Chef war ebenfalls dabei, der etwas darüber verärgert war, dass das Auto dreckig und staubig abgegeben wurde. Es könnte sein, dass man uns umgerechnet 20€ für die Reinigung in Rechnung stellt. Ich habe mich in dem Moment für den diplomatischen Weg entschieden und erst mal nicht widersprochen. Ich hatte im Gegenteil sogar ein nettes Gespräch angefangen und versucht, mich beliebt zu machen 😄. Ob das geholfen hat, weiß ich nicht - zumindest kam keine extra Rechnung für irgendwas.
Am Schalter habe ich dann die Rechnung für die 3 Reifen von etwa 600€ vorgelegt bekommen (Gesamtpreis Fahrzeug inkl. Versicherungen: ca. 1200€). Da ich eine externe Versicherung hatte, musste ich hier erst mal die Kreditkarte hin halten. Der Herr am Schalter hat mir gesagt, ich solle mir keine Sorgen machen, das klappt gut mit den Versicherungen.
Er hatte recht. Die Versicherung hat wenige Tage nach unserer Rückkehr die volle Summe erstattet (ich musste nur die Endabrechnung einreichen).
Weil ich damit eine gute Erfahrung gemacht habe, möchte ich auch jetzt mal ein positives Feedback da lassen. Gebucht hatten wir bei CarDelMar und die Versicherung war von Generali (über den Anbieter abgeschlossen).

Der Rückflug von Windhoek nach Frankfurt war pünktlich, ruhig und nur zu 1/3 voll, was uns freie Sitzreihen für jeden beschert hat. Am Morgen landeten wir dann in Frankfurt und nahmen die letzten 4 Stunden Heimfahrt auf uns.

Zuhause angekommen fühlte es sich an, als wär man nie weg gewesen, das erlebte fühlt sich surreal an und muss erst mal verarbeitet werden. Dieser Reisebericht ist ein Teil der Aufarbeitung 🙂.
Doch eins ist sicher. Wir haben Begegnungen, Gespräche und Eindrücke in Erinnerung, die uns keiner nehmen kann. Dazu einen riesen Berg an Fotos, die unsere Erinnerung aufrecht erhalten und zum Schluss haben wir den festen Entschluss, nicht das letzte mal im südlichen Afrika unterwegs gewesen zu sein. Da kommt noch mehr!

Danke an alle, die den Bericht verfolgt haben und auch Feedback da gelassen haben, ich hoffe, das Lesen hat etwas Spaß gemacht 🙂
Reisebericht: https://namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/297587-namibia-zum-ersten-time-does-not-matter.html?start=60#567558
zuletzt bearbeitet 23. Juli 2019
20 Beiträge · seit 201924. Juli 2019 · #60
Wow,

kann mich da nur anschließen, ein mega toller Erfahrungsbericht - locker, leicht und authentisch zu lesen!
Da will man sofort auch los.....leider muss ich nich bis nächstes Jahr warten....!

Ich hätte noch eine kurze Frage zu Eurem Gefährt...wir (2 Erwachsene + 2 Kids) haben auch einen Fortuner
über AVIS gebucht. Was mir leichte "Sorgen" (wenn man es so nennen kann, mit 3 Ladys 😉 😄 zu verreisen) macht
ist das Platzangebot im Kofferraum. Denkt Ihr man bekommt 4 normalgroße Weichschalentrolleys ohne weitere
Probleme im Kofferraum unter?

Bin schon total restless und kann es kaum mehr erwarten einmal wieder den magischen Kontinent unter meinen
Füßen zu fühlen......!

LG Markus