Reisebericht

Namibia zum ersten - Time does not matter

von HMEMK · begonnen 13. Mai 2019 · 17 Teile

Teil 113. Mai 2019
Hallo zusammen 🙂 ,

mit dem Abstand von einigen Wochen möchte ich ab heute beginnen, unsere 3-Wöchige Namibia Reise revue passieren zu lassen. So langsam hat man das Geschehene weitgehend verarbeitet. Zudem hat mir im vergangenen Jahr das Schreiben über unsere Südafrika Reise (Reisebericht hier) einige positive Erfahrungen gebracht. Wenn man die Reise so erneut erlebt und dem Leser nahe bringen möchte, speichern sich einfach viel mehr Informationen dauerhaft ab, an die man sonst vielleicht gar nicht mehr gedacht hätte.. und einen schönen Text für das Fotobuch hat man damit eben auch gleich fertig.

Es handelte sich bei unserer Reise eben auch um eine klassische Erst-Runde. Das Geschriebene ist vielleicht für Einsteiger interessanter als für die Namibia Profis - entscheidet selbst 🙂. Für uns war die Reise im großen und ganzen so allerdings perfekt - bis auf kleine Details, die es im Laufe des Berichts dann noch lesen gibt. Auch, dass wir aus Zeitgründen den Caprivi nicht besichtigen konnten, liegt mir bis heute schwer im Magen. Ich hoffe, wir kriegen irgendwann die Gelegenheit, das nachzuholen.

Der Titel des Threads ist ein Zitat aus dem Urlaub, welches sich für Afrika erst mal nicht besonders anhört, für uns wieder einen zentralen Afrika Moment dargestellt hat, von dem man seinen Freunden und Verwandten zuhause gerne erzählt, weil er eben doch besonders war. Dazu gibt es ebenfalls zum Ende des Berichts mehr zu lesen. Im Allgemeinen hatten wir wieder viele wunderbare Begegnungen: nette Touristen aus aller Welt; arme Namibianer, die sich die Kolonialisierung zurück wünschen; mit Frans Indongo einen der reichsten Namibianer (leider ohne mit ihm persönlich sprechen zu können); und eben viele weitere..

Die Tour hatte ich mir mit freundlicher Unterstützung des Forums selbst zusammengestellt und gebucht. Ich könnte das niemals von jemand anderem machen lassen. Viel zu gerne beschäftige ich mich selbst mit diesen Dingen, ich liebe einfach diese Planung. Auch dann, wenn es mal knifflig wird.

Und so sah dann die finale Planung aus:
1 Kalahari Anib Lodge
2 Kalahari Anib Lodge
3 Eagles Nest Chalets, Klein aus Vista (The Rock)
4 Eagles Nest Chalets, Klein aus Vista (The Rock)
5 Desert Quiver Camp
6 Desert Quiver Camp
7 Swakopmund, Meikes Gästehaus
8 Swakopmund, Meikes Gästehaus
9 Swakopmund, Meikes Gästehaus
10 Grootberg Lodge, Kunene Damaraland
11 Grootberg Lodge, Kunene Damaraland
12 Dolomite Camp Bush Chalet
13 Dolomite Camp Bush Chalet
14 Okaukuejo Bush Chalet
15 Okaukuejo Bush Chalet
16 Onguma Tree Top Camp
17 Onguma Tree Top Camp
18 Frans Indongo Lodge
19 Okonjima Plains Camp

und am 22.03.2019 sollte es dann los gehen. Damit gehts dann im nächsten Beitrag weiter. Und damit der erste Beitrag nicht zu trocken ist, gibt's hier schon mal eins meiner Lieblingsbilder aus den drei Wochen.
Teil 213. Mai 2019
Am Vormittag des 22.03. ging es dann nach 10-Monatiger Wartezeit nach dem Buchen doch tatsächlich los. Selten haben wir uns überhaupt auf irgendetwas so sehr gefreut. Schließlich wusste man jetzt zumindest in etwa, nachdem man in Südafrika schon Erfahrung sammelte, was einen erwartet.
Gebucht hatten wir den Direktflug von Frankfurt nach Windhoek mit Air Namibia (Condor). Da wir noch 400 km nördlich von Frankfurt wohnen, stand also schon vor Beginn der Reise direkt die erste längere Autofahrt an, die auch relativ anstrengend war. Wir hatten bewusst den Freitag gewählt, da wir dann durch das Wochenende keine Urlaubstage verschenkt hatten. Da eine Zugverbindung von hier aus auch nicht wirklich praktisch ist, musste man dann den zähen Verkehr in Kauf nehmen. Diese Autofahrt von und nach Frankfurt war im Nachhinein anstrengender als alles, was wir im Urlaub an Strecke zurück legen werden 😗.

Angekommen am Flughafen hatten wir dann bei der Gepäckabgabe schon einen ersten komischen Moment. Ein durch die schwer bewaffnete Polizei begleiteter, älterer Herr, suchte mit seinem verdächtig aussehendem Koffer ebenfalls den Check-In auf. Offensichtlich handelte es sich hier um einen Jäger, der mit seinem Jagdgewehr ebenfalls in den Urlaub flog und auf dem Weg zur "Gepäckabgabe" war. Schon komisch, dass er damit einfach über den Flughafen rennen darf (ohne dass ich mich genau mit den Vorgaben dort auskenne).
Jedenfalls verlief für uns alles reibungslos und obwohl wir recht früh am Flughafen waren verging die Zeit zum Abflug sehr schnell. Die schlechten Erwartungen, die wir aufgrund vieler negativer Rezensionen von Air Namibia hatten, wurden zum Glück nicht erfüllt.
Das essen war leider wirklich nicht besonders gut, aber damit konnten wir leben, schließlich hatten wir genug Proviant dabei. Bei unseren beiden Plätzen in unserer Zweierreihe hat sogar das Entertainment System funktioniert (damit waren wir allerdings auch eher die Ausnahme)..
Nach wirklich wenig Schlaf, allein aufgrund meiner Größe von 2 Metern und den recht kleinen Plätzen, waren wir am Morgen gegen 6 Uhr in Windhoek gelandet. Die Sonne startete gerade in unseren ersten, schönen Urlaubs-Sonnenaufgang und ich konnte mir es auch trotz drängelndem Flughafenpersonal nicht nehmen lassen, auf dem Rollfeld auf dem Weg zum Terminal ein erstes, unscharfes Foto mit der Handykamera zu knipsen.


Endlich waren wir da 🤩. Das Immigrationspapier hatten wir im Flugzeug bekommen und ausgefüllt, die Einreise funktionierte relativ schnell und unkompliziert 🙂.
Auch den Mietwagen von AVIS (Toyota Fortuner 4x4) haben wir nach einem Video über die Verkehrssituation in Namibia zügig bekommen. Was für eine riesen Karre 🤩


Das Auto und vor allem auch alle Reifen war fast neu. Trotzdem waren da schon einige Macken dran, die wir schnell haben notieren lassen. Dann noch schnell Wagenheber etc. zeigen lassen und dann ging es auch endlich los. Von Müdigkeit ist zu Reisebeginn trotz Schlafmangels natürlich nichts zu spüren.
Wir hatten uns vorher entschieden zum Reisebeginn zum Einkaufen die Marua Mall in Windhoek aufzusuchen. Das kann ich jedem auch so empfehlen. Man findet schnell alles, kann sicher Parken und der Weg und Verkehr dorthin ist auch sehr unkompliziert.
Nach dem wir mit Proviant, Getränken und natürlich auch Bier und Wein eingedeckt waren, sind wir dann wieder zurück zur C23 um über die Gravelroad nach Süden in Richtung Mariental zu fahren, wo wir dann unsere ersten Nächte in der Kalahari Anib Lodge antreten wollten. Es lagen jetzt noch über 400km Fahrt vor uns. Am Anfang war die Strecke noch recht schön, zum Schluss wurde es etwas langweiliger. Unglaublich ist einfach, wie schnell sich in diesem Land immer wieder die Landschaft verändert. Das fiel uns direkt auf. Nach einiger Zeit machte sich aber auch die Müdigkeit bemerkbar.


Hier und da gab es auch die ersten Tiere zu sehen. Vor allem sind uns immer wieder mal Pferde aufgefallen, die alleine im nirgendwo ohne jede Zivilisation standen. Auch ein Farmer bzw. Aufpasser war in der Regel nicht zu finden. Wir mussten an die Wildpferde denken, auch wenn die natürlich überhaupt nicht in diese Region passen. Uns wurde zwar mal gesagt, dass die immer irgendwem gehören, trotzdem war es schwer vorstellbar für uns.


Auch etwas seltsame Kühe bzw. Bullen konnten sich nicht verstecken


..und wenn es ein Pferd?! dann mal nicht geschafft hat, bleibt es eben am Straßenrand liegen.


Nach etwa 5 Stunden fahrt hatten wir dann gegen Nachmittag auch endlich die Kalahari Anib Lodge erreicht und wurden am sehr freundlich am Tor empfangen. Bei dieser Unterkunft hatte meine Frau sich gegen die Bagatelle Kalahari Game Ranch durchgesetzt.
Auf dem Weg hinter dem Gate zur Lodge wurden wir von einem schönen Nyala-Bullen begrüßt 🙂.


An der Lodge selbst gab es einen Welcome-Drink und dann einen kleinen Rundgang bis zu unserem Zimmer. Die Zimmer sind wirklich schön, sauber und modern. Einsam ist man allerdings hier leider nicht, da die Lodge im Ganzen relativ groß und touristisch ist. Trotzdem würden wir jederzeit wieder hier nächtigen.
Hinten raus aus unserem Zimmer hatten wir ein Blick in die Kalahari und auf den kleinen Zweit-Pool der Lodge. Hier lief sich dann erstmals unser Sichtungsglück warm und es standen 20-30 Marabus nur wenige Meter von uns entfernt. Tolle Tiere, die wir vorher noch nie gesehen hatten.


Auch unterschiedlichste Antilopenarten ließen sich immer wieder an einem Wasserloch dort blicken


Wir hatten uns entschieden, den restlichen Nachmittag nach über 30 Stunden Anreise bis dorthin entspannt am Pool ausklingen zu lassen.

Beim Abendessen hatten wir dann an einem Wasserloch weitere Tiere beobachten können. Wenige Meter neben der Außenterasse des Restaurants ist ein weiteres Wasserloch, an dem abends sich sogar Löffelhunde blicken ließen. Leider gibt es davon keine BIlder in brauchbarer Qualität. So kann man sich aber zumindest vorstellen, wie nah man tatsächlich diesen Tieren während des Essens ist:


Bei einer Flasche Chenin Blanc ließen wir unseren ersten Abend ausklingen. Zu essen gibt's in der Lodge Buffet. Einerseits ist das aufgrund der Auswahl sehr gut. Andererseits habe ich so kein Stück fleisch bekommen, was wirklich toll auf den Punkt gegart war. Trotzdem ließen wir uns unser erstes Oryxfilet sehr gut schmecken und fielen frühzeitig nach dem essen hundemüde in unser bequemes bett..
Teil 322. Mai 2019
Jetzt war schon Dienstag und wir hatten heute einiges an Programm vor uns. Wir wollten über Kolmanskuppe nach Lüderitz fahren. Auf dem Weg dorthin kommt man auch an dem Viewpoint für die Wildpferde vorbei. Die Erwartungen an diesen Tag waren bei uns sehr hoch - und wir wurden nicht enttäuscht und hatten einen der schönsten Tage des Urlaubs.

Zuerst haben wir beim Desert Horse Inn das Frühstücksbuffet besucht. Auch hier fehlte es an nichts und wir hatten ein umfangreiches Frühstück, welches wir guten Gewissens weiterempfehlen können. Beim Frühstück draußen mit schönem Ausblick haben wir uns dann etwas über einen Mitarbeiter des Hotels amüsiert, der unermüdlich mit einer kleinen Gießkanne Bäume und Kakteen inmitten der Wüste gegossen hat. Auch das passt wieder so gut zu Afrika 😄


Nach dem Frühstück wollten wir dann weiter die B4 nach Lüderitz fahren. Nach einigen Kilometern stand plötzlich wieder ein einsames Pferd direkt an der Straßenseite. Wir vermuten, dass es sich hier um das erste Wildpferd handelte. Die Kratzer und Spuren im Fell sprechen aus meiner Sicht zumindest dafür, obwohl es einige Kilometer vor dem Viewpoint stand.


Beim Viewpoint haben wir uns dann entschieden, nicht abzubiegen, sondern weiter nach Kolmannskuppe zu fahren und den Viewpoint auf dem Rückweg zu besuchen. Wir wollten vor den großen Busgruppen bei Kolmanskuppe sein um schöne Bilder schießen zu können. Zwischendurch sieht man schon immer wieder Häuser, die auf Kolmanskuppe hindeuten.


Nach etwa einer Stunde Fahrt waren wir dann auch frühzeitig angekommen.


Diesen Ort kann man kaum beschreiben. Das was man in Kolmanskuppe sieht, ist einfach magisch und unvorstellbar. Wie kann man etwas derartiges, an dieser Stelle, mit den damalig zur Verfügung stehenden Mitteln, auf die Beine stellen? Alleine über diesen Ort könnte ich ein eigenes Fotobuch erstellen. Die Motive und das perfekte Fotolicht dort sind endlos und deshalb lasse ich es mir an dieser Stelle nicht nehmen, einfach die Bilder sprechen zu lassen, viele Bilder, auch wenn es schon so viele davon gibt 🙂.








Bei diesem Bild am besten mal auf den Text zoomen. Die Einwohner konnten sich aus Deutschland einfach kommen lassen, was sie wollten.


























Nach einigen Stunden mussten wir Kolmanskuppe dann wieder verlassen. Es wurde langsam unangenehm bei der Hitze durch den unebenen Tiefsand zu wandern und wenn man jedes Haus sehen möchte, kommt auch etwas an Strecke zusammen. Wir werden nicht vergessen, wie zwei Deutsche Touristinnen sich aufgebracht darüber unterhalten haben, dass sie nach einer Stunde schon wieder zurück zum Bus mussten weil es weiter ging 😄. Hier weiß man gleich wieder, warum man Individualtourist ist und seine Touren selbst plant! 🙂. 3-4 Stunden kann man für diesen Ort auf jeden Fall einplanen.

Kurz hinter Kolmanskuppe vor Lüderitz kamen wir dann in unsere erste Polizeikontrolle. Ein netter Herr hat sich den Führerschein zeigen lassen und uns dann noch gratuliert, dass wir es als Deutsche in nicht so großen Schwierigkeiten stecken wie Theresa May .. na dann! 😄
In Lüderitz sind wir dann erst ein mal mit dem Auto durch die Gegend gefahren, da wir kein bestimmtes Ziel hatten.


Am Wasser haben wir dann direkt einen Delfin gesehen, der dort umher geschwommen ist. Leider haben wir von dem Delfin selbst so schnell kein Foto machen können.


Eigentlich wollten wir dann gerne ein Eis essen, aber klassische Eisdielen gibt es dort und überhaupt so weit ich weiß nicht bzw. kaum. Wir sind dann am Hafen in ein Cafe gegangen um etwas zu trinken und auch ein paar schlichte Kugeln Eis hat man uns auf Nachfrage gebracht 🙂. Der Ausblick war dazu auch nicht schlecht.


Nach der Erfrischung hatten wir uns mit dem Handy online einen Lüderitz-Rundgang rausgesucht. Ich wollte zudem noch in diesen kleinen Laden, der mal hier im Forum erwähnt wurde, wo man handgedrehte Zigarren kaufen konnte (Link finde ich dazu leider gerade nicht). Dieser lag glücklicherweise bei dem Rundgang auf dem Weg. Der Inhaber war total nett und wir haben bestimmt noch eine halbe Stunde geplaudert. Ein kleiner Stop hier lohnt sich für interessierte auf jeden Fall. Bei uns war der Laden allerdings noch mehr oder weniger in der Umzugsphase. Ein paar Zigarren habe ich dort trotzdem kaufen können 🙂.








Nach einem schönen Tag in Kolmanskuppe und Lüderitz sind wir dann wieder in Richtung Klein Aus aufgebrochen. Wir wollten ja noch einen Stopp bei den Wildpferden einlegen. Die Touristen, die bei Kolmanskuppe keine Zeit mehr hatten, saßen jetzt übrigens seit Stunden in dem Cafe in dem wir waren. Ein schlechtes Zeitmanagement lässt grüßen 😄

Bei dem Viewpoint haben wir leider dann (fast) keine Pferde mehr gesehen 🙁 . In einigen Kilometern Entfernung konnte man mit dem Fernglas nur Umrisse von 1-2 Tieren erkennen. Meine Frau hat dann schnell darauf plädiert, am nächsten Morgen noch mal dort vorbei zu schauen. Ich hatte erst meine Schwierigkeiten damit und wollte ungerne vor dem nächsten längeren Trip noch einen Umweg fahren und musste mir das noch genau überlegen 😄.
Wir sind dann ohne Wildpferde wieder weiter gezogen. Nur das eine Tier von heute morgen stand fast an der gleichen Stelle. Wildpferd?


Zum Abendessen gab es wieder ein super leckeres Grillpaket. Heute war es zum Glück nicht so windig. Dafür war es heute vor allem in unserem Bungalow fürchterlich heiß. Eine Klimaanlage gibt es dort nicht. Türen zum Lüften aufstehen lassen ist auch keine gute Idee, da sich in der Gegend Affen aufhalten können und auch sonstige Tiere ins Haus rennen könnten. Auch wenn wir in den zwei Tagen außer Vögel gar nichts in der Gegend gesehen haben.
Am Abend hatte ich mich noch wieder an der Sternenfotografie versucht, was leider weitgehend gescheitert ist. Also sind wir dann nach einer Runde Rummikub in unser Bett gestiegen.

Zur Unterkunft: Die Eagles Nest Chalets werden hier im Forum oft ziemlich gehypt, daher möchte ich meine persönliche Meinung darüber los werden:
Ja, die Unterkunft ist super, das stelle ich nicht in Frage. Es gibt kaum Orte, an denen man einsamer sein kann. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis hat für uns hier irgendwie nicht gepasst. Es war für uns eine der teuersten Nächte im Urlaub. Dafür keine Klima-Anlage und auch kein Pool ist in der Nähe (nur beim Haupthaus kilometerweit entfernt), wo man sich mal abkühlen kann und dann ist man eben auch noch Selbstversorger und zahlt alle Getränke aus dem Kühlschrank und das Abendessen wieder extra. Das weiß man alles vorher, aber trotzdem hat uns diese Unterkunft im Großen und Ganzen eher enttäuscht. Die Lage ist der Hammer, der Sternenhimmel, die Aussicht. Aber das ist sie an vielen anderen Stellen auch, die dann vielleicht ein paar Euro günstiger sind. Für uns jedenfalls hat es hier einfach nicht so richtig "klick" gemacht. Die nächste Unterkunft hat uns dagegen ziemlich begeistert... 🙂
Teil 427. Mai 2019
Mit einem letzten Blick auf "The Rock" verabschiedeten wir uns vom Eagles Nest Chalet. Die Schlüssel noch schnell zum Haupthaus gebracht, die Rechnung bezahlt und dann ging es wieder auf die Piste. Meine Frau hatte mich davon überzeugt, noch mal bei den Wildpferden vorbei zu fahren. Auch wenn ich diesen Umweg eigentlich lieber vermieden hätte. Mit Hin- und Rückweg so eine Stunde extra zu fahren bei den Distanzen macht dann schon etwas aus, aber es sollte sich lohnen.













Es war schön zu sehen, wie immer wieder Pferde aus allen Himmelsrichtugen zum Wasserloch kamen und dann weiterzogen. Irgendwann kam dann noch die Oryx-Herde dazu, dann zogen die Pferde endgültig weiter.. Schade, dass es diese Pferde dort in einigen Jahren nicht mehr gibt. Daher hat sich der Umweg auf jeden Fall noch mal gelohnt.

Für uns ging es dann aber doch langsam weiter in Richtung Desert Quiver Camp. Wir hatten noch einen kleinen Zwischenstopp beim Duwisib Castle geplant, da es über einen kurzen Umweg ebenfalls erreichbar war.
Nett ist zu sehen, wie auch da wieder so ein Gebäude mitten in der Wüste gebaut wurde, trotzdem waren wir sehr enttäuscht. Direkt hinter dem Eingang werden einem 10€ pro Person abgeknöpft und dann gibt es irgendwie nichts wirklich besonderes zu sehen und auch die Mitarbeiter machten sich wieder aus dem Staub. Es ist auch nicht besonders liebevoll erhalten. Wir waren die einzigen Touristen dort. Im Keller ist noch eine Bar oder so was, da hat das Licht aber nicht mal funktioniert und es müffelte etwas. Hier ganz klar: Ein Umweg für das Duwisib lohnt sich nicht! Wenn man es von außen gesehen hat, hat man alles sehenswertes gesehen.







..enttäuscht von dieser staatlichen Einrichtung sind wir dann weiter nach Sesriem gefahren, haben hier und da noch für ein paar Fotos angehalten. Es ist einfach traumhaft, dass man in diesem Land halten kann, wo und wie man möchte und eigentlich nie jemanden stört bzw. gestört wird 🙂.







Am Nachmittag sind wir dann in Sesriem angekommen und haben bevor wir unser Zimmer bezogen haben noch ein Grillpaket an de Rezeption für abends bestellt. Die kleinen Hütten sind einfach top. In Preis-Leistung wirklich nicht zu schlagen. Das einzige was fehlt, ist eine Tür zur Toilette. Diese ist nur durch eine Wand sichtgeschützt. Ansonsten hat das Zimmer eine top Klimaanlage und eine schöne Dusche. Alles modern und sauber.





Wir haben dann an der Bar noch ein Bier getrunken und uns an den Pool zurück gezogen. Für den Rest des Tages stand nur noch Entspannung und Abends das Grillen an 🙂. Der Pool und auch das Grillpaket waren super. Wir haben uns gewundert, wie viel Spielraum die Angabe 200g Oryxfilet lässt. Wir hatten sicherlich 500g eingeschweißt geliefert bekommen (direkt zum Zimmer - und wenn keiner da ist, räumen sie es in den Außenkühlschrank unter der Abdeckung). Qualität: saugut!

Am nächsten Tag wollten wir direkt zur Gateöffnung ins Sossusvlei, daher sind wir wie gewohnt früh ins bett gegangen. Der nächste Tag hielt für uns dann im wahrsten Sinne des Wortes viele Höhen und Tiefen bereit 🙂.
Teil 503. Juni 2019
Heute stand uns der erste turbolente Tag bevor, an dem dann mal nicht alles nach Plan lief. Morgens wollten wir früh mit der Gateöffnung in das Sossusvlei einfahren. Vorher sind wir in die Sossus Dune Lodge gefahren, wo die Gäste vom Desert Quiver Camp zum Frühstücken einkehren können. Das liegt nur wenige Fahrminuten vom Desert Quiver Camp, auf dem Weg zum Gate, entfernt.

Nach einem guten Frühstück haben wir uns vor dem Gate als Nummer 11 in die Autoschlange eingereiht. Die ersten 20 Autos bekommen einfach nur Nummern und bezahlen unter Angabe der Nummer am Ende beim Ausfahren. So hat man die ersten 20 Autos schon mal verarbeitet, wenn das Tor auf geht. Keine schlechte Idee und so löst sich die Schlange viel schneller wieder auf 🙂.

Als das Tor dann auf ging, zog die Kolonne los und alle fuhren hintereinander in das geschützte Gebiet. Es war schon irgendwie seltsam. Dieser Massentourismus passt nicht so richtig in das Bild Namibias, aber hier ist halt einer der Hot-Spots und so muss man damit leben, wenn man diesen Ort besichtigen möchte.

Wir wussten nicht so recht, ob wir direkt bis ins Dead Vlei durch fahren, oder bei Düne 45 anhalten sollen, um diese zu erklimmen. Aus dem Auto machten wir noch ein paar Bilder ohne anzuhalten. Dafür war in dem Moment keine Zeit, da wir das schöne Licht gerne beim ersten Stop mitnehmen wollten.





Am Ende haben wir uns für die 45er entschieden, weil die Sonne schon ein gutes Stück am Himmel stand und wir das noch vorhandene tolle Licht einfangen wollten. Ich kann nur jedem empfehlen eine der Dünen zu erklimmen. Für die, die vielleicht nicht in der Lage sind, einen Ausdauerlauf zu laufen, empfehle ich ebenfalls die Düne 45. Mit der Sonne kommt auch schnell die Hitze und der Aufstieg ist für ungeübte schon wirklich erwähnenswert anstrengend, aber machbar. Wir haben aber auch bei Düne 45 schon einige scheitern sehen, die irgendwann umdrehten. Bei Big Daddy im Dead Vlei hat man oben nur noch vereinzelt Menschen gesehen, wobei da natürlich auch die Uhrzeit eine Rolle spielte.







Am höchsten Punkt haben wir bei schönster Aussicht einige schöne Portraits fürs Fotoalbum geschossen, als wir endlich von zwei Teenies, die ihre Instagram Stories ausgiebig in 500 verschiedenen Posen füllten, dran gelassen wurden. Hier muss man also teilweise etwas warten, da die "Plattform" vor dem schönsten Hintergrund schmal ist und wenn man eben niemanden im Hintergrund haben möchte, nur eine Gruppe dran kann.

Dann sind wir die Düne wieder runter gelaufen, was echt Spaß gemacht hat 🙂. Man verliert sich total in den Demensionen, merkt weder wie hoch und weit Wege sind, die man zurücklegt. Das Gehirn hat hier offensichtlich Probleme, das zu verarbeiten, alles ist so unwirklich. Unten haben wir dann den Sandkasten aus unseren Schuhen wieder frei gelassen und sind zum Auto, um Richtung Dead Vlei aufzubrechen.



Beim 4x4 Parkplatz habe ich dann erst mal angehalten. Ich hatte mir in Deutschland extra einen Druckmesser für 10€ bei Ebay bestellt, um den Reifendruck zwischendurch mal überprüfen zu können. Jetzt wollte ich ihn das erste Mal im Urlaub testen.
Bei Avis wurde zwar mehrfach gesagt, ich soll immer mit 2 Bar fahren, egal welche Strecke, ich habe mir hier aber gedacht ich frage vorher noch einen Shuttlefahrer, was er für richtig hält und er riet mir zu 1,8 Bar. Ich konnte den Druck bei der Tankstelle direkt vorm Gate wieder auffüllen lassen und habe mich dann trotz der vorgeschriebenen 2 Bar dazu entschieden, etwas runter zu nehmen - alles besser als stecken bleiben, dachte ich mir 🙂. Ich habe dann 3 von 4 Reifen auf 1,8 Bar reduziert, alle hatten deutlich mehr Druck als 2 Bar, etwa 2,3-3 Bar je nach Reifen. Beim vierten Reifen wurde mir nichts angezeigt. Erst als ich mehr Druck ausgeübt habe wurden mir etwa 6 Bar angezeigt, weshalb ich am Gerät gezweifelt habe und erst mal nicht wusste, was ich tun soll.
Nach ein paar Minuten grübeln und immer wieder messen habe ich dann mal das Multitool angesetzt um etwas Druck abzulassen und habe direkt gemerkt, dass da ordentlich Zunder hinter steckt....
Wir waren also tatsächlich fast eine Woche mit 6 Bar Druck auf einem Reifen unterwegs und mir viel plötzlich wie Schuppen von den Augen, warum sich das Fahren auf Gravelroad für uns anfühlte, als würde man auf einem Schwingmotor sitzen.
Mir ist bis heute nicht klar, warum ich den Druck nicht vorher einfach mal überprüft habe und mich damit auf Avis verlassen habe.. es ist mir für das nächste Mal definitiv eine Lehre 😄.

Im Tiefsand bin ich dann einem Shuttle hinterher gefahren. Die Fahrerei da macht echt Spaß und so konnte ja nicht mehr viel schief gehen. Wir sind ohne Probleme gut durch gekommen und habe mich gewundert, wie Leute da stecken bleiben können, es war doch so einfach 🙂.
Beim Deadvlei waren natürlich mittlerweile schon viele Leute und das ganze hatte etwas von Völkerwanderung. Die Hitze war schon grenzwertig aber wir hatten ordentlich Wasser dabei und sind dann los marschiert, um diese atemberaubende Landschaft zu sehen.

Das Deadvlei lässt sich zwar schön fotografieren, aber man kann die Dimensionen nicht ansatzweise auf einem Foto wiedergeben oder nachvollziehen. Definitiv ein Ort von der Kategorie "das muss man selbst gesehen haben".



(im Hintergrund vom Baum sieht man Menschen auf der Düne laufen)


Nach unzähligen Fotos haben wir uns dann nach einer kurzen Pause wieder auf den Weg zum Parkplatz gemacht und sind die Rückfahrt angetreten. Dieses mal hatte ich aber kein Shuttle vor mir und musste mir den Weg selbst suchen. Ich konnte dann auch die Schwierigkeiten verstehen. Wir sind auf der Strecke ein mal zu weit zur Seite abgekommen und der Sand wurde immer tiefer. Hier stand auch der erste verlassene Hilux, der wohl hängen geblieben ist. Mit Mühe und Not bin ich wieder weiter zur anderen Seite gekommen, wo der Weg etwas fester war. Noch kurz vor Schluss einen Adrenalinschub abgeholt 😄

Wir haben dann bezahlt, sind aus dem Gate raus, zur Tankstelle die Reifen wieder auf 2 Bar auffüllen lassen, und wieder durch das Gate rein um noch zum Sesriem Canyon zu fahren, der noch ein paar Kilometer weiter innerhalb des Parks liegt.
Dieser Canyon taucht aus dem nichts auf und ist, wenn man noch etwas Zeit übrig hat, einen kurzen Stop noch mal wert. Auch wenn die Erschöpfung der Hitze und des anstrengenden Aufstiegs schon an uns gezerrt hatten. Wir waren bis auf ein anderes Fahrzeug allein vor Ort und konnten auch hier noch ein paar Bilder machen.





Nach dem Canyon sind wir dann zurück zum Desert Quiver Camp, wo wir den Nachmittag am Pool verbringen wollten. Wir hatten vom Vortag noch etwas Kuchen aus dem Braaipack über (das Dessert, was wir nicht mehr geschafft hatten). Diesen haben wir uns zu Mittag noch schmecken lassen und sind dann zum Pool und haben unter anderem Oryxe und Gnus von der Liege beobachten können.


Nach 1-2 Stunden mussten wir dann unseren Poolnachmittag abbrechen, da meine Frau über Magenprobleme klagte. Auf dem Weg zum Zimmer mussten wir an der Rezeption dann schon die erste Pause einlegen, weil ihr der Kreislauf weg ging. Da auch das Personal mitbekommen hatte, dass da etwas nicht stimmt, waren sofort einige hilfsbereite Menschen vor Ort und auch die Managerin kam aus ihrem Büro und hat gefragt ob alles in Ordnung ist.
Ich hatte erst die Befürchtung, dass es vielleicht ein Hitzschlag ist, den konnten wir aber wieder ausschließen. Es war eine schöne Magen-Darm Verstimmung mit allem was dazu gehört. Vermutlich irgendwas falsches gegessen. Da sich meine Frau irgendwann so oft übergeben musste, habe ich sie jedes mal genötigt, einen halben Liter Wasser danach zu trinken, damit sie nicht dehydriert. Das hat unsere Wasservorräte in kleinen Flaschen schnell aufgefressen und ich war froh, dass wir 2x5L Reservekanister im Auto hatten.
Beim Auto dann das nächste Problem.





Und nein, es war nicht der 6 Bar Reifen. Der 6 Bar Reifen ist der einzige Reifen gewesen am Auto, der 3 Wochen durchgehalten hat. Alle anderen musste ich im Verlauf der Reise noch ersetzen. Damit dann nicht nur die kranke Frau im Bett, sondern auch noch das Auto nicht fahrtüchtig. Ich war trotzdem froh, dass wir so einen beschwerdefreien Vormittag hatten und das jetzt passierte, wo eh nichts besonderes geplant war.
Nachdem ich meine Frau versorgt hatte, habe ich dann den Reservereifen aufgezogen. Wir hatten von Avis dazu einen Zettel bekommen, wo man im Fall der Fälle Reifen austauschen kann und die Engen Tankstelle wo wir am Vormittag den Druck aufgefüllt hatten, stand auch mit drauf. Es war jetzt schon nach 18 Uhr aber ich wollte zumindest noch versuchen, den Reifen zu tauschen, damit das gleich erledigt ist. Leider hatte der Reifen-Meister bei Engen schon Feierabend und ich musste am nächsten Morgen wieder kommen.. na gut!
Da sich der Zustand meiner Frau nicht verbesserte, bin ich am Abend nach meinem einsamen Grillen noch mal zu der Rezeption, um zu fragen was ich tun soll, wenn es in der Nacht nicht besser wird. Die Medizinische Versorgung ist ja doch noch unterschiedlich zu der von uns gewohnten und ich wollte zumindest vorbereitet sein, falls es mal weiter bergab geht. Die Managerin vom Camp hatte leider schon Feierabend, ich habe aber mit ihr telefonieren können und mit ihr Handynummern ausgetauscht, um Sie im Notfall anrufen zu können. Sie hatte uns zugesagt sich dann um Hilfe zu kümmern. Sie hat sogar zwei Stunden später noch mal angerufen und gefragt ob alles ok ist. Hier also ein großes Lob an das Personal, die sich alle super gekümmert haben!
Am späten Abend sind wir dann irgendwann zum Glück beide eingeschlafen und konnten uns etwas erholen. So viel vorweg: Meiner Frau ging es am nächsten Tag deutlich besser, dafür mir deutlich schlechter.. dazu dann morgen mehr 🙂
Teil 604. Juni 2019
Die nächste Etappe Richtung Swakopmund stand für heute auf dem Programm. Meiner Frau ging es heute Morgen deutlich besser, ich hatte dafür das flaue Gefühl im Magen. Aber irgendwie musste es ja weiter gehen und so sind wir erst mal noch vor dem Frühstück zur Engen-Tankstelle gefahren, um den defekten Reifen zu tauschen.
Die Mitarbeiter haben mir dann gesagt, ich solle erst Avis kontaktieren, die würden sich dann bei der Tankstelle melden und erst dann könnte man mir den neuen Reifen zur Verfügung stellen. Ich habe dann Avis angerufen und alles geklärt, den Reifen abgeladen und bin nach Absprache mit dem Reifen-Meister zur Dune Lodge zum Frühstück gefahren. Viel gegessen haben wir beide heute nicht, zu wenig Vertrauen hatten wir in unsere angeschlagenen Mägen. Nach einer halben Stunde waren wir dann wieder bei Engen und nach wenigen Minuten warten und einer Unterschrift war der nagelneue Reifen unter dem Auto. Das war einfach! Ich habe gehofft, dass das am Ende mit der Versicherung klappt, wollte mir aber auch nicht zu viel Gedanken über ungelegte Eier machen und so ging es dann los in Richtung Swakopmund.
Wir wollten heute auch den üblichen Zwischenstopp in Solitaire zum Apfelkuchen essen machen, der gehört ja nun mal dazu. Leider hatten wir uns dafür aufgrund der Magenprobleme den denkbar schlechtesten Tag ausgesucht. So haben wir dann zumindest ein Stück Apfelkuchen zum mitnehmen bestellt und sind ein paar Bilder später gleich weiter gefahren.











Ein paar Kilometer hinter Solitaire sind wir dann am Tropic of Capricorn Schild vorbei gerauscht. Es fällt einem überhaupt nicht auf, wenn man so alleine unterwegs ist und es nicht gerade erwartet. Aber auch hier wollten wir ein Bild machen und so habe ich den Rückwärtsgang noch mal eingelegt 🙂.



Auf dem weiteren Weg wurde die Gemütslage langsam wieder besser und wir haben während der Fahrt angefangen den Kuchen zu mümmeln. Der Geruch war schon unverschämt gut und der Kuchen schmeckte auch deutlich besser als erwartet. Wir hatten nicht gedacht, dass der so gehypte Kuchen auch wirklich am Ende noch so gut schmeckt, aber so ist es 😄.

Die weitere Route war teilweise wirklich wieder sehr ansprechend. Das Fahren auf Gravelroad war mit dem passenden Reifendruck auch viel angenehmer.. meine Frau hat es sogar geschafft, auf Gravelroad zu schlafen. Mir noch immer ein Rätsel, wie das geht 😄.



Nach einigen Stunden fahrt wurden wir dann überaus freundlich von Silke in Meikes Guesthouse im frischen Swakopmund empfangen. Es ist schon überraschend, wie "kühl" 22°C plötzlich sein können. Von Deutschland aus hatten wir schon Kontakt zu Silke, die für uns Tische zum Abendessen und Aktivitäten für die nächsten zwei Tage gebucht hat. Zuerst sind wir dann aber erschöpft aufs Zimmer für ein kleines Nickerchen.
Für den Abend hatten wir uns auf Empfehlung einen Tisch im "The Tug" reservieren lassen und sind dann auch auf direktem Wege dorthin, ohne viel von Swakopmund gesehen zu haben. Vorher haben wir noch einen Zettel mit Taxinummern bekommen, die wir in der Dunkelheit sicher anrufen können, wenn wir nach Hause wollen, da es wohl vereinzelt unschöne Vorfälle im Vorjahr in Swakopmund gab. Diese Nummern Poste ich für interessierte auch gerne hier. Wir sind am Abend mit dem Pele gefahren und alles hat wunderbar geklappt 🙂.


Das Essen im Tug war ebenfalls ein Traum. Wir hatten auch noch den besten Platz bekommen und uns die Fischplatte für zwei mit dem Catch of the Day bestellt. Der Service von unserem Kellner "Marius" vor vom feinsten! Man konnte merken, dass die Leute wirklich gut geschult sind. Leider hatten wir noch immer Schwierigkeiten, das Essen so richtig zu genießen. Vom Geschmack wollten wir gar nicht aufhören, aber dem Magen wollte man eben nicht zu viel zutrauen.


So sind wir nach dem Essen auch relativ zeitig wieder zurück zum Gästehaus und haben wieder früh geschlafen. Am nächsten Morgen wollte uns Douglas in der Früh zu unserer Little 5 Tour abholen. Wir konnten die Erholung noch ganz gut gebrauchen und waren am nächsten Tag auch endlich wieder so richtig fit.
Teil 705. Juni 2019
Nach 1-2 kräftezehrenden Tagen waren wir jetzt endlich wieder richtig fit. Viel Schlaf sei Dank. Heute wurden wir direkt beim Gästehaus nach dem Frühstück von Douglas abgeholt. Douglas macht seit Jahren seine geführten Touren in unterschiedlichsten Sprachen durch die Namib und zeigt einem Flora und Fauna, bspw. als Pendant zu Tommy's little five Tour. Diese Touren gehen einen halben Tag, i.d.R. vormittags und sind aus unserer Sicht jeden Cent wert!
Neben uns waren noch einige weitere Touristen aus anderen Unterkünften dabei und damit ging es mit 10 Leuten in die Wüste. Hier wurde zuerst auch wieder der Reifendruck vom Geländewagen reduziert und dann gab es direkt zu Anfang eine Einleitung, wie das Leben in der Namib funktioniert und wie alles zustande kommt. Das ist schon sehr spannend!

Wir sind dann ein paar Minuten weiter in die Wüste gefahren und Douglas hat sich aus dem Auto und zu Fuß auf die Suche nach ersten Tieren gemacht.




und er wurde fündig..






es ist faszinierend zu sehen, was sich alles an Leben in dieser Umgebung verbirgt, und vor allem, dass man es ohne seine Hilfe nie finden würde (was nach der Tour vermutlich anders aussieht). Die White Lady ist auch uns vorenthalten geblieben, da sich die Bestände dieser Spinne gerade regenerieren und man diese nicht stören möchte. Das Thema gab es ja schon häufiger im Forum.

Die Sandsnake und ein Chamäleon ließen sich erst nicht finden. Ich hatte den Eindruck, Douglas wurde etwas nervös, weil er uns diese unbedingt zeigen wollte. Wir hätten auch ohne leben können, man kriegt nun mal nicht immer, was man möchte. Am Ende war er - natürlich - doch erfolgreich und wir konnten noch ein paar Bilder von Schlange und einem Chamäleon machen und einiges darüber lernen.
Ich war überrascht, wie klein so eine Schlange ist, hätte eine viel größere erwartet.


..und dann kam auch dieser Kollege aus seinem Versteck..






als wir dann eine Menge zu sehen bekommen hatten und weiter zu einer Aussichtsplattform fahren wollten, sind wir zwischen zwei Dünen durchgefahren, Auf der Düne standen die Kleinen Geckos fast aufgereiht, sie wussten genau was passiert. Die Mehlwürmer flogen in einer Tour aus dem Fenster. Das hatte in diesem Moment dann doch etwas von Zoo, aber so bekam man den "Rest" dann auch noch zu sehen.


den Rest der Tour gab es dann noch wunderbare Eindrücke und Aussichten der Namib.. diese Farben 🤩




und dann wird man am Ende der Tour auch genau vor der eigenen Unterkunft wieder abgesetzt. Fantastisch 🙂

Für uns war es dann Zeit, Swakopmund zu erkunden und wir haben uns zu Fuß auf den Weg durch den Ort gemacht. Sind unter anderem im Butchers and Brewers für ein Mittagssnack gewesen und haben ein Bier-Tasting-Board bestellt 🤩 . Natürlich konnten wir es uns auch nicht nehmen lassen, danach in das Hansa Hotel zu marschieren um einen Kolonialkaffee zu bestellen (habe ich hier auch mal im Forum gelesen). Es hatte leider noch kein Restaurant und auch keine Bar geöffnet, als wir aber an der Rezeption gesagt hatten, wir wollten gerne den Kolonialkaffee probieren, durften wir es uns im Foyer gemütlich machen. Dann gab es eine extra Vorführung von einem netten Angestellten , der uns mit Mimik und Gestik so sehr an Steve Urkel erinnerte, dass wir uns vor Lachen kaum noch halten konnten. Diesen Menschen hätte ich gerne eingepackt und mitgenommen!


Mit einem ordentlichen Brett vorm Kopf von dem Kolonialkaffee sind wir dann weiter gezogen um die Ecke zur Bar Zonder Naam. Hier kann man super ein Glas Wein trinken.. schließlich fehlte uns das an diesem Tag noch 😄 . Leckere Weine in guter Atmosphäre!

Nach dem frisch machen in der Unterkunft hatten wir heute Abend noch ein Tisch im Jettys reservieren lassen. Neben "The Tug" vom Vortag wohl ein weiteres der populäreren Restaurants in Swakopmund, vermutlich sogar das Populärste. Auch hier hatten wir wieder den besten Tisch bekommen. Das frühe Reservieren hat sich bezahlt gemacht 🙂.




Das Essen hier war ebenfalls klasse. Heute konnten wir es auch richtig genießen. Ich hatte mir allerdings heute Abend ein Springbok Sirloin in medium rare bestellt, was leider mehr als rare, eher english war. Da ich absolut Fleisch Fan bin und das wohl auch so mag, habe ich mich davon nicht weiter stören lassen. Mir hat das ganze allerdings eine weitere Nacht auf der Toilette beschert. Es liegt zumindest nah, dass mein Magen damit einfach nicht klar kam. Aber Gott sei dank hielt das dieses mal "nur" über die Nacht an.
Unter genauer Beobachtung ging dann auch der nächste Abend an diesem traumhaften Ort zu Ende. Wir haben uns total in Swakop verliebt, wollen unbedingt noch mal wieder dorthin. Aber für Morgen stand dann erst mal noch eine Bootstour von Walvis Bay aus an.


P.s.: ich habe normalerweise keinen empfindlichen Magen, hier hatten wir jetzt ein paar Tage wohl einfach Pech. Zum Glück aber jetzt das letzte mal auf der Reise 🙂.
Teil 806. Juni 2019
eWieder am frühen Morgen wurden wir heute von einem Shuttleservice nach Walvis Bay gefahren. Auch diese Tour hatten wir vom Gästehaus buchen lassen und nach einem 30 Minütigen Transfer waren wir dann am Hafen in Walvis Bay, um zu unserer Bootstour anzutreten. Ich war von einer nicht gerade erholsamen Nacht noch etwas gerädert aber habe mich trotzdem auf diese Tour gefreut.
Als das Boot dann vom Personal mit Getränken und Snacks präpariert war, sind dann 30-40 Leute auf das Boot gestürmt und haben ihre Plätze eingenommen 😵 . Die erste Robbe sprang auch promt auf das Boot und rutschte nervös über Sitzbänke zwischen den Leuten her und wartete auf die gewohnten Fisch Snacks. Gerade abgelegt landete dann auch schon ein Pelikan auf dem Boot, auch er wusste genau, wann er seinen Auftritt hatte.


Der Pelikan war schon sehr beeindruckend, ein riesen Vogel den ich vorher auch noch nie aus nächster Nähe gesehen hatte.




Leider hatten wir auf dieser Tour kein großes Sichtungsglück. Delfine oder gar Wale die einige Tage vorher mal gesehen wurden, blieben uns verborgen.
Es war nett, die Robben oder auch die Vögel zu beobachten, trotzdem hatte diese Tour etwas von Zirkus. Jedes Tier wusste punktgenau, wann es seinen Auftritt hatte. Die Robben kamen zu bestimmten Zeitpunkten, der Pelikan ebenfalls und sogar die Möwen kamen genau passend zum Ende der Tour, holten sich den Rest fisch ab und waren dann, als sie wussten, dass es nichts mehr gibt, sofort wieder weg. Es wirkte sehr einstudiert bzw. routiniert. Das nimmt der Sache etwas den Charme und die Sichtungen, die diese Tour wirklich individuell gemacht hätten und nicht unbedingt einstudiert werden können, blieben aus.






Somit hatten wir einen schönen Tag auf dem Wasser mit Champagner und Austern ( 😕 ) die es auf dem Boot gibt, verbracht, mehr aber nicht. Noch mal würden wir diese Tour nicht buchen.
Auf dem Rückweg mit dem Shuttle sind wir dann noch an einem Strand in Walvis Bay vorbei gefahren, um noch einen Blick auf die Flamingos zu werfen.


Den Nachmittag haben wir uns wieder in und um Swakopmund vertrieben. Ich wollte gerne noch mal einen Blick auf die Mondlandschaft werfen. Der Weg war aufgrund von größeren Baustellen und neuen Straßen um Swakopmund nicht leicht zu finden und so hat sich das dann etwas in die Länge gezogen. Die Aussichtsplattform gewährt einem, wenn man sie dann gefunden hat, eine tolle Aussicht. Lange aufhalten kann man sich dort aber nicht. Damit hat man von der Mondlandschaft eigentlich alles gesehen 😛


Am Nachmittag vor dem Essen sind wir wieder etwas durch die Straßen gezogen und haben uns am Ende wieder bei der Bar Zonder Naam wieder gefunden. Hier hatte es uns am Vortag so gut gefallen, dass wir noch mal ein Glas Wein dort trinken wollten. Diese Gelegenheit haben wir auch genutzt um mit dem Handy per Videotelefonie bei bestem LTE die Lieben zuhause anzurufen 🙂.
In Swakopmund liefen am späten Nachmittag mehrere Gruppen Himba's durch den Ort. Das machte für uns den Eindruck, als wenn sie gerade Feierabend haben und aus ihren Dörfern kommen. So richtig traditionell leben die Dörfer in der Region wohl nicht. Vermutlich muss man deutlich weiter nach Norden oder in Richtung Caprivi, um tatsächlich traditionelle Dörfer zu sehen, die nicht nur für Touristen errichtet sind.

Wir hatten für den Abend dann kein Restaurant vom Gasthaus reservieren lassen, weil wir uns einen Tag offen lassen wollten, um spontan zu entscheiden und essen zu können, worauf wir lust haben. Wir haben dann im Altstadtrestaurant angerufen und selbst spontan noch einen Platz reserviert. Bevor wir rüber gegangen sind, habe ich Klaus vom Gasthaus noch gefragt, ob wir nicht doch diese 600m zu Fuß zurück gehen können, wovon er uns erneut abgeraten hat (Wortlaut: "Es ist jetzt länger nichts mehr passiert, aber wenn ich Euch jetzt sage, Ihr könnt zu Fuß laufen und dann passiert doch etwas, dann bin ich der blöde"). Ein Taxifahrer meinte einige Tage vorher zu uns, es ist Monatsende, man sollte den Leuten einfach gar nicht erst die Chance geben, auf blöde Gedanken zu kommen...
Das Essen in Namibia ist so (Wild-)Fleischlastig, dass wir einfach mal Lust auf was anderes wie Pommes & Schnitzel hatten. Das Altstadtrestaurant ist so sehr Deutsch, dass es genau die richtige Adresse für uns war. Das Essen schmeckt, obwohl es eine recht einfache Küche ist, wirklich klasse und der Laden an sich bietet ein tolles Ambiente. Wer zwischendurch mal was heimisches braucht, ist da genau richtig.
Es war nach dem Essen nicht mal 21:00 Uhr, aber schon dunkel. Ich wollte diese 600m zu Fuß laufen und konnte auch mein Frau überreden. Man fühlt sich einfach nicht unwohl in Swakop (auch wenn das nichts heißt), die 600m mussten jetzt einfach mal drin sitzen. Auf dem Weg nach draußen fragte uns dann noch der Besitzer vom Restaurant, der mit seinen Freunden eine auffallend gesellige Runde verbrachte, ob er uns fahren soll. Mir erschien der Fußmarsch in dem Moment sicherer 😄.
Es ist nichts passiert. Die Straßen waren allerdings wirklich leer gefegt. Klaus guckte uns als wir rein kamen ungläubig an, zeigte auf die Handtasche meiner Frau und meinte, dass die Gauner eben genau danach suchen. Es ist gut gegangen, ich würde es auch jederzeit wieder tun. Vielleicht dann aber auf offensichtliche Wertgegenstände wie Handtaschen etc. verzichten 🙂.
Leider war die schöne Zeit in Swakopmund damit zuende. Morgen stand die Fahrt zum Grootberg an und damit sollte es endlich auch für uns mit der intensiveren Tierwelt los gehen - die Vorfreude konnte kaum größer sein 🤩 .
Teil 918. Juni 2019
Vorbei war mehr als die Hälfte des Urlaubs, damit aber auch die Zeit der großen Tagesetappen. Nicht mal 200 km mussten wir heute für die Fahrt zum staatlichen Dolomite Camp hinter uns bringen. Das war entspannt und angenehm und nach den ständigen langen Touren auch herzlich Willkommen. Zudem kommt heute ein Tag, bei dem es wenig Bilder zu zeigen und aber dafür den ein oder anderen unvergesslichen Afrika-Momente zu berichten gibt, für welche wir diese Region so lieben.
Morgens sind wir entspannt aufgestanden und haben in aller Ruhe gefrühstückt. Stress hatten wir keinen bei dieser kurzen Route zum Dolomite. Trotzdem wollten wir nicht zu spät los kommen, da wir ja auch gerne möglichst viel im Etosha sehen wollten.

Runter vom Berg wurden wir vom Pförtner heran gewunken. Er fragte mich in welche Richtung wir fahren müssen.. ohne zu kapieren was er von mir wollte habe ich gesagt, dass wir zum Dolomite wollen. Er hat dann super nett gefragt, ob wir vielleicht jemanden mit nehmen könnten, sein Kollege müsste sonst diese 50km zu Fuß laufen 😕 . Ich musste nicht eine Sekunde zögern und habe die Rückbank freigeräumt und den kleinen Blaumann, von dem wir den Namen bis zum Ende nicht verstanden hatten, direkt eingeladen. Es war der PKW Mechaniker der Lodge, der sich um die Gamedrive Fahrzeuge kümmert. Endlich hatte ich meinen Anhalter an Bord 🤩 - und das sogar aus vertrauenswürdigen Verhältnissen, ohne dabei ein Risiko einzugehen.
Wir haben dann eine Stunde wirklich nett mit dem Herren über Gott und die Welt geplaudert, so gut es ging. Leider in etwas gebrochenem und oft schlecht verständlichem Englisch. Uns war vorher gar nicht so klar, dass die einheimischen Völker (in diesem Fall Damara) gar nicht unbedingt Englisch sprechen, obwohl das eigentlich nur logisch ist. Schulbildung ist oft schwer zugänglich und untereinander wird eben kein Englisch gesprochen. Der nicht vorhandene Kontakt zu Touristen gibt dann sein übriges. Dennoch hatte ich mir genau diesen Kontakt mit Einheimischen immer gewünscht, denn näher kommt man einfach nicht ran und irgendwie hat es mit der Verständigung ja auch geklappt. Er hat erzählt, dass er immer 6 Wochen arbeitet und dann 2 Wochen frei hat, dass er Vater von 4 Kindern ist, wie lange er schon dort arbeitet usw. usw.. Auf die Frage ob es grundsätzlich OK ist, Anhalter mitzunehmen, sagte er ausdrücklich "no". Zu gefährlich wäre das. Und das sagt er, obwohl er sich selbst nur per Anhalter fortbewegt. 🙁
Am Ende habe ich ihn darum gebeten, mir ein Wort auf Damara beizubringen, bei dem ein Klicklaut enthalten ist. Meine absolute Unfähigkeit war wohl so amüsant, dass der Kollege auf der Rückbank sich vor Lachen nicht wieder einkriegen konnte und so hatten wir alle unseren Spaß 😄 . Am Ende haben wir uns auf ein Wort ohne Klicklaut geeinigt, was ich wohl nie wieder vergessen werde: Matisa. Das bedeutet soweit ich weiß so viel wie "Hallo, wie geht es dir?" und stellt eine freundliche Anrede dar.
Auf dem Weg nach Kamanjab haben wir den Herren dann in einem Dorf abgeladen. Ein leicht beklemmendes Gefühl, zu sehen wie er in sein Dorf aus Wellblechhütten stiefelte. Es handelte sich noch um ein besser ausgestattetes Dorf. Zumindest eine Art Krankenhaus (ebenfalls aus Wellblech) und ein Supermarkt gab es dort (ich habe das Gebäude bei Google Maps gefunden: -19.687436, 14.314085 (kann in der Google Maps Suche eingegeben werden, wer Lust dazu hat). Von oben sieht es dort viel besser aus, als im Seitenprofil 😕

In Kamanjab wollten wir dann noch die Gelegenheit zum Tanken nutzen. An der Tankstelle war wieder viel Fußgänger Betrieb. Die Shell Mitarbeiterin malte mir noch irgendwelche Schriftzeichen auf die verstaube Heckscheibe, meine Frau nutzte die Zeit für einen Toilettengang und ich unterhielt mich am Fenster mit einem netten jungen Mann, der fragte wie wir heißen und dass er auch eine Oma mit deutschem Namen hat. Als meine Frau dann zurück war. Präsentierte er mir die fertig geschnitzten Palmnüsse mit unseren Namen. Mist! Schon wieder darauf reingefallen. Ich habe ihm nett beigebracht, dass wir kein Interesse an den Nüssen haben und damit war es dann auch gut, etwas enttäuscht zog er weiter.

Jetzt ging es auf die letzten Meter zum Etosha. Am Gate mussten wir noch schnell die Formalitäten hinter uns bringen und das Permit bezahlen. Ich hatte gehofft, ich finde noch einen Geldautomat. Seit Tagen hatten wir keinen mehr gesehen und ich hatte nur noch ca. 1500N$ dabei. Am Gate sagte mir dann die Dame, dass nur eine Barzahlung möglich ist und es im Park kein Automaten gibt. Toll, damit wäre ich fast ohne Bargeld in den Etosha gefahren. Ihr fiel dann zum Glück noch ein, dass ich die Zahlung auch per Karte im Okaukuejo leisten kann. Glück gehabt. Viel Geld war es trotzdem nicht, wenn man annimmt man kann irgendwo nicht mit Karte bezahlen und innerhalb der nächsten 6 Nächte gab es dann wohl keine weitere Option. Es hat am Ende gereicht weil wir glücklicherweise überall mit Karte zahlen konnten 🙂.

Dann waren wir im Etosha und wurden von wunderschönen Hartmann-Bergzebras begrüßt.




Wir sind langsam weiter zum Camp gefahren, hatten aber jetzt in der doch größer werdenden Hitze nicht viele besondere Begegnungen.


Die Straße im Etosha war schrecklich. Schrecklicher als jede Gravelroad im Rest des Landes, den wir gesehen hatten. Beim Camp nach doch längerer Fahrzeit, als gedacht, angekommen musste man unten beim Parkplatz Hupen, damit einen das Shuttle die letzten Meter zu der Rezeption und dann zum Zimmer fährt. Das hat gut geklappt und schnell waren wir in unserem schönen "Zelt".
Nachdem wir uns eingerichtet hatten, haben wir den ersten Nachmittag wieder am Pool verbracht und nett mit zwei Südafrikanern geplaudert, die ihren Hochzeitstag dort verbracht haben. Hier haben wir auch für die nächsten Tage einige wertvolle Tipps erhalten und wurden gleich mal auf das deutlich bessere Zimmer in der "Deluxe" Ausführung hingewiesen. Ich hatte ja gedacht, man braucht das nicht. Aber einen eigenen Pool und ein eigenes Wasserloch wissen zu überzeugen. Ein Upgrade war leider nicht mehr möglich, da alle anderen Zimmer in der Kategorie für die nächsten zwei Nächte gebucht waren. Schade! Aber schlecht war unser Zimmer natürlich auch nicht. Später Nachmittags haben wir dann am Pool auch noch ein Schweizer Pärchen kennen gelernt, mit denen wir - so der Zufall will - viel Zeit im weiteren Urlaubsverlauf verbracht haben...

Zum Camp:
Das Abendessen im Dolomite war sehr mäßig bis schlecht. Die Instandhaltung des gesamten Camps war auch nicht besonders toll. Das Personal war nicht besonders freundlich und auch nicht gut geschult. Beim Schlussfazit gehe ich gerne noch genauer darauf ein 🙂.
Aber: Der Pool im Dolomite Camp war der schönste und angenehmste der Reise!


Nach dem Abendessen haben wir noch mit den Schweizern an der Bar geplaudert.. wollten aber zeitig zum Schlafen, da wir am nächsten Morgen direkt nach dem Frühstück auf die Piste wollten. Uhrzeiten für Gateöffnungen oder so was gibt es nicht zu berücksichtigen, da das Camp keinen Zaun besitzt 🙂.
Teil 1019. Juni 2019
Wir waren heute morgen die ersten beim Frühstück. Sehr pünktlich, aber innerhalb der vorgegebenen Zeit. Das Frühstück war noch abgedeckt, der große Toaster noch nicht in Betrieb. Personal? Nicht zu finden. Wir haben dann erst mal den defekten Toaster instand gesetzt. Der funktionierte nämlich nur wenn man den Schalter in Mittelstellung einklemmt. Dann haben wir die Tabletts mit Käse und Wurst von Folie befreit und die ersten Toasts aufs Band geschmissen.
Zu trinken gab es nur diesen extrem Süßen O-Saft, welchen man in Namibia in jeder Unterkunft zum Frühstück bekommt. Verdünnt mit viel Wasser, schmeckt aber auch dieser. Wasser? Genau so wenig zu finden wie Personal. Als dann draußen eine Mitarbeiterin vorbei huschte, bin ich schnell hinterher und bat um Wasser und eine Tasse Kaffee. Ich bekam einen nicht besonders schmackhaften Kaffee und ein Glas Wasser, vermutlich aus dem Kran. Nach den Magenproblemen, die wir bis jetzt hatten, sollte uns das aber nicht mehr umhauen.
Nach dem sehr spärlichen Frühstück sind wir dann zum Auto gegangen und los gefahren. Direkt neben dem Camp liegt ein Wasserloch, welches wir zuerst angefahren haben. Hier war kurz nach Sonnenaufgang schon erster Besuch.





Mehr als die beiden Giraffen und einigen Erdmännchen waren aber noch nicht an diesem Wasserloch zu Gast. Wir hatten uns am Tag zuvor am Gate noch eine Karte für den Etosha gekauft (unbedingt erforderlich, ohne findet man sich nicht zurecht, da die Beschilderung im Park oft nicht lesbar ist!) und wollten diesen Vormittag eine Runde zu sämtlichen Wasserlöchern fahren.
Auf dem Weg zum zweiten Wasserloch brüllte meine Frau plötzlich "NAßHOЯN!". Ich bin dann vor Schreck vielleicht etwas zu schnell in die Eisen gegangen. Habe dann den Rückwärtseingang eingelegt und das NaßhoЯn direkt neben uns am Straßenrand, kaum Sichtbar im Gebüsch, gesehen. Leider ist es direkt umgedreht und abgehauen, ein Foto ist mir trotzdem gelungen 🙂


Gerade erst unterwegs und schon so ein Glück? Das kann ja nur super werden! Es blieb auch super. Kurze Zeit später lief ein Honigdachs über die Straße. Dieser verschwand leider wirklich zu schnell wieder im Gebüsch. Ein Foto existiert nicht, aber wir können einen Haken auf unserer Spottinglist machen 🤩 .

Auf dem Weg zum Wasserloch haben wir immer mal weider alle möglichen Kleintiere und auch Antilopen sehen können. Man konnte aber auch eindeutig merken, dass die Tiervielfalt im Speckmantel der Wasserlöcher deutlich anstieg.




Interessante Hörner 🙂




und schließlich hatten wir das zweite Wasserloch erreicht. Hier war schon gut was los, inklusive einiger Jungtiere 🙂









Weiterhin war sehr auffällig, dass zwischen den Wasserlöchern sehr wenig Betrieb ist. Es ist völlig anders und kein Vergleich zu unserem Urlaub aus dem Vorjahr im Krüger, wo der Regen im Vergleich so viel ergiebiger ist.







nach einiger Fahrtzeit hatten wir dann auch das dritte Wasserloch erreicht und uns zuerst über die Eland Antilopen gefreut. Auch viele Zebras, Gnus und Springböcke waren zu Besuch.


Als wir schon einige Minuten am Wasserloch waren und mein Blick über das Wasserloch und die Gegend schweifte, sah ich plötzlich etwas direkt neben einer Wasserstelle liegen. Sind das Löwen? Und wie! 🤩 Wie zum Teufel konnte man diese so lange übersehen?




Auch ein humpelnder, vermutlich mal stärker am Kopf, verletzter junger männlicher Löwe war dabei. Er hatte mit seiner rechten Körperhälfte zu kämpfen. Es handelte sich bei den vier dort liegenden Löwen wohl um Geschwister. 3 Männchen und 1 Weibchen.


Die vier sind dann irgendwann, unter voller Aufmerksamkeit aller anderen Tiere, langsam weg von dem Wasserloch unter ca. 200m entfernte Bäume gewandert. Dann kamen auch die Eltern aus dem Hintergrund, die wir vorher noch gar nicht gesehen hatten.




Wir haben dieses Treiben gespannt verfolgt. Der Vater ging auf seinen beschränkten Sohn zu, der alleine unter einem anderen Baum lag, und kuschelte mit ihm. Das Sozialverhalten in so einem Rudel ist schon spannend. Man versucht, alles Mögliche in das Verhalten zu interpretieren 🙂.


Als dann alle Löwen unter ihren Bäumen verstaut waren, haben wir uns irgendwann von dieser spannenden Sichtung getrennt 🙂. Auf geht's zum nächsten Wasserloch. Dieses mal hat es nicht so lange gedauert, war aber auch um einiges offensichtlicher. Eine einzelne Löwin und weitere Tiere








Zum Abschluss sind wir noch mal zum Wasserloch direkt neben der Lodge gefahren, hier war etwas mehr Betrieb als am Morgen. Vor allem ein Zebra mit einem wohl erst wenige Tage alten Jungtier hatte es uns angetan.




Passend zur großen Nachmittagshitze sind wir dann wieder an den Pool gegangen. Auch die Schweizer waren wieder da und haben von einigen spannenden Sichtungen berichtet. Ein rundum gelungener Tag und es sollte noch besser werden..

Zum Abend hatten wir noch einen Nightdrive gebucht. Dieser startete direkt nach dem Abendessen, welches für die Gäste, die gebucht hatten, vorgezogen wurde. Das Abendessen war etwas besser als gestern, aber immer noch maximal eine 4 nach Schulnoten. Wir sind dann, weil so viele Leute schon beim Essen waren, zügig zum Startpunkt gegangen (als hätten wir es geahnt) und haben den Wagen bestiegen. Mit einigen Minuten Verspätung kam dann irgendwann der Guide. Ein junges deutsches Pärchen stand neben dem Wagen, denn dieser war voll. Wir haben dann die Diskussion mitbekommen von dem wirklich zurecht angefressenen Pärchen, da es ihr einziger gebuchter Drive und auch noch der letzte Tag für sie im Etosha war. Am Ende mussten sie natürlich trotzdem stehen bleiben.
Wir wollten dann zu einem Wasserloch in der nähe der Lodge fahren und so ca. 10-15 Minuten Fahrtzeit später waren wir angekommen. Der Guide merkte anhand des Verhaltens der massenhaft anwesenden Springböcke sofort, dass irgendetwas nicht stimmt und vermutete Angreifer in der Nähe, die wir aber nicht sehen konnten.
Diese kleine African Wildcat war sicher nicht der Grund.


..und dann haben wir plötzlich Augen hinter einigen Sträuchern im Hintergrund gesehen. Die roten Augen, haben wir gelernt, sind die bösen Augen 😄 .
Das, was wir jetzt in der nächsten Stunde gesehen haben, lässt sich nicht beschreiben. Wir waren live dabei wie ein Rudel Löwen nur ca 50-100m von uns entfernt Springböcke gejagt hat und dabei auch erfolgreich war. Wir konnten sehen, wie der Springbock getötet, geteilt und gefressen wurde. Auch hier wieder eine eindeutige soziale Rangfolge zu erkennen, die Jungtiere waren erst zum Schluss an der Reihe. Leider ist es natürlich im dunkeln nicht so leicht, Fotos zu machen. Deshalb existieren kaum brauchbare Bilder. Zum Teilen der Beute hatten die Löwen den Springbock hinter ein Stück Holz gezogen.




Es war faszinierend, wie schnell sich sehr viele Schakale um das Geschehen versammelten. Man merkt, dass diese wittern können, was dort passiert ist. Der Springbock war allerdings schnell gefressen und die Damen mussten erst mal ihren Durst löschen, bevor sie das zweite mal jagen gehen, damit alle satt werden.


Zwischenzeitlich hatte der Guide gefragt, ob wir noch woanders hin wollen oder dort bleiben möchten. Natürlich wollte jeder abwarten, mehr kann man schließlich fast gar nicht erleben auf so einem Drive. Zwischenzeitlich war auch ein zweites Fahrzeug zu uns gestoßen. In dem Fahrzeug saß das deutsche Pärchen, sie hatten wohl ausreichend lange auf den Drive bestanden 😄. Das spannendste hatten sie allerdings verpasst.

Als dann unsere Zeit vorüber war und wir zurück zum Camp wollten, sprang das Auto nicht an. Eindeutig Batterie Probleme. Na toll, aber zum Glück war der zweite Wagen noch gekommen, dachte ich. Natürlich hatte dann aber keiner der Fahrzeuge ein Überbrückungskabel dabei.. und jetzt?

Es kam, wie es kommen musste. Am Ende habe ich mit einem weiteren Gast und dem einen Guide aus dem anderen Fahrzeug (unser saß am Steuer) mitten vor dem Wasserloch in völliger Dunkelheit, wissentlich dass keine 100 m weiter ein noch hungriges Rudel Löwen liegt, das Auto angeschoben, bis es dann angesprungen ist.. Mehr Adrenalin geht nicht 😄.
Ich weiß nicht, wie riskant das in so einem Moment tatsächlich ist. Aber man hört ja immer wieder diese schlimmen Geschichten, dass etwas passiert. Es gab in dem Moment aber irgendwie keine andere Option und wir lachen natürlich jetzt darüber.

Zurück beim Camp konnte ich das dringend benötigte Feierabendbier leider nicht mehr an der Bar bekommen, diese war schon zu. Gott sei dank hatten wir noch was im Vorrat im Kühlschrank im Zelt, mit dem ich mich zum Verarbeiten dieses aufregenden Tages noch auf den "Balkon" der Terasse setzen konnte.

Für diesen Tag gibt es nur ein Wort: unglaublich!
Teil 1120. Juni 2019
Wir starteten wieder früh mit dem Frühstück, die ersten waren wir aber heute nicht. Der Toaster lief bereits und das "Buffet" von einer Sorte Wurst und Käse war bereits angerichtet. Es war heute noch spärlicher als gestern. Aber zum satt werden sollte es reichen.
Ich habe bei dem Personal dann wieder mein Wasser zum Frühstück bestellt. Heute gab es sogar eine PET Flasche mit Kohlensäurehaltigen Wasser. Als die Kellnerin dann nach meiner Zimmernummer gefragt hat, war ich erst irritiert - das machen die doch nur, wenn man etwas zu bezahlen hat? Vorsorglich habe ich meine Frau dann gewarnt, dass ich mich auf die Diskussion gerne einlasse, falls die tatsächlich diese Flasche Wasser noch in Rechnung stellen.
Die Rechnung im Camp ist fällig am Vorabend der Abreise und wurde natürlich von uns auch ganz normal beglichen. Beim Auschecken kam dann aber tatsächlich die Kellnerin auf mich zu und wollte das Geld für diese 0,5L Flasche Wasser (ca. 1€) berechnen. Hier ging es dann aufgrund der wirklich mangelhaften gebotenen Leistung im Camp um das Prinzip. Wir bezahlten für zwei Nächte inkl. Frühstück 470€. und inkl. Abendsessen, Getränke und dem Drive haben wir etwa 700€ im Dolomite gelassen.
Ich habe dann ca. fünf Minuten mit drei angestellten Diskutieren müssen und gesagt, dass ich zu meinem Frühstück (welches im Preis enthalten ist!) bei diesen Preisen ein Glas Wasser erwarte. Die Frage, was sie selbst zum Frühstück trinken wurde mit "Water" beantwortet 😄. Man wollte mir weismachen, dass Wasser zum Frühstück ein Special Request ist. Am Vortag war das wohl noch anders.
Die Kellner können am Ende vermutlich am wenigsten dafür, einen anderen Ansprechpartner gab es aber nun mal nicht und die Managerin war noch nicht da. So durften wir dann tatsächlich irgendwann fahren, ohne das Wasser zu zahlen.

Im Auto haben wir uns ausgemalt, wie das Personal vom Dolomite gerade mit dem Camp in Okaukuejo funkt und wir wegen dieser Aktion am Ende Abführmittel in unserem Abendesse wiederfinden 😄.

Am Wasserloch neben dem Camp war jedenfalls schon wieder erster Betrieb, offensichtlich ist dies aber am Morgen weniger stark frequentiert


Die auf dem Weg zum Okaukuejo liegenden Wasserlöcher haben wir natürlich wieder mitgenommen. Die Strecke zieht sich dann ganz schön in die Länge, da man sich ja die meiste Zeit nicht wirklich schnell fortbewegt. Aber es gibt natürlich immer wieder was zu sehen und auch heute hatten wir wieder viele tolle Sichtungen.















Dann sind wir an ein Wasserloch gekommen, wo gefühlt der halbe Etosha rastete 🙂. Unser Sichtungsglück sollte auch heute nicht abreißen. Wieder haben sich Löwen am Wasserloch ein schattiges Plätzchen gesucht. Wir haben an diesem Wasserloch einige Autos kommen und fahren sehen, die offensichtlich diese Löwen (Jungtiere) nicht gefunden haben. Man muss wirklich jedes Schattenplätzchen genau absuchen.







Da die Löwen sehr träge waren, ging es dann für uns aber bald weiter.






Nach einigen Stunden Fahrt waren wir gegen Mittag im Okaukuejo. Nach dem Einchecken haben wir das Zimmer "Standard Room" bezogen und als allererstes die Klimaanlage angeschaltet, es war so heiß im Zimmer.. die Anlage rumpelte fürchterlich und ich hatte bedenken, ob die tatsächlich noch funktioniert..
Im Badezimmer waren leider noch einige Spuren der vorherigen Besucher zu finden (Haare im Zahnputzbecher, Spuren vom Zähneputzen im Waschbecken..).. Na ja was solls, die Erwartungen waren nicht besonders hoch und wurden damit bestätigt. Wir sind dann erst mal zum Camp-Kiosk um einen Snack zum Mittag zu essen. Ca. 80% der Speisekarte inkl. der Getränke waren vergriffen.. kann schon mal sein. Für die Mitarbeiter selbst war aber von allem noch genug da 😄 .
Auch die Schweizer hatten hier eine Nacht gebucht und wir waren gespannt, ob wir diese schon wieder treffen. Da das Camp aber relativ groß ist und eher auf Masse ausgelegt ist, haben wir gar nicht damit gerechnet, dass wir sie direkt finden. Bei der zweiten Getränkerunde am Kiosk klopfte mir aber genau einer der beiden auf die Schulter und so hatten wir gleich wieder die nette Runde zusammen. Die zwei waren auch erschrocken vom Zustand der staatlichen Camps. Gepflegt wirkt das alles nicht!

Nach dem Snack sind wir dann mal zum Wasserloch gezogen. Hier war in größter Hitze allerdings nicht viel los.




Der Poolbereich hatte wegen Reparaturen geschlossen, wir haben diesen Nachmittag deshalb mit etwas Augenpflege und einem Buch im Zimmer verbracht. Leider wurde es einfach nicht kühler und meine Befürchtungen verstärkten sich.. irgendwie war ich mir aber nicht sicher, weil so viel Luft aus dem Gebläse kam und ich dachte, die Anlage kommt vielleicht einfach nicht hinterher..

Zum Abendessen hatten wir uns dann mit den Schweizern verabredet um danach mit denen zum Wasserloch zu ziehen. Das essen war kein Vergleich zum Dolomite und deutlich besser. Es ist Buffetessen und war gut gemacht. Am Wasserloch haben wir den Abend bei tollen Sichtungen ausklingen lassen.
(Leider miese Handyqualität, aber trotzdem schöne blacky's)






Erfreut von den tollen Sichtungen sind wir dann irgendwann zurück zum Zimmer. Es war natürlich weiterhin extreme Hitze im Zimmer womit klar war, die Anlage ist definitiv kaputt. Na gut, dann etwas Lüften, auch wenn die Fliegengitter kaputt sind.
Wir wollten aufgrund des schlechten Zustands der Fenster noch prüfen, ob sich Ungeziefer verirrt hat. Dabei haben wir zu allem Überfluss noch Mäusekot in den Ecken gefunden. Es war zu spät, um sich noch irgendwo zu beschweren und um ein neues Zimmer zu bitten.. bis zum nächsten Morgen mussten wir da jetzt durch.
Teil 1221. Juni 2019
Am Morgen sind wir nach einer etwas unruhigen Nacht erst mal entspannt zum Frühstück gegangen. Das Frühstück war sehr reichhaltig und gut, mit frischen Eierspezialitäten in einer offenen Küche zubereitet. Für die Masse gibt man sich hier offensichtlich doch etwas mehr Mühe, als im Dolomite Camp für weniger Gäste. Wir haben unsere Schweizer bekannte natürlich noch mal beim Frühstück getroffen und uns verabschiedet. Die beiden waren froh, nur eine Nacht gebucht zu haben und wünschten uns viel Durchhaltevermögen für die zweite Nacht 😄 . Einige Tage später sollten wir die beiden noch mal wieder treffen..
Nach dem Frühstück sind wir dann zur Rezeption gegangen um uns zu beschweren. Den berechtigten Vorwurf, warum wir nicht gleich etwas gesagt haben, musste ich mir gefallen lassen. Man wollte es aber ja irgendwie erst mal aushalten, bevor man etwas sagt.. Trotzdem haben wir relativ schnell ohne große Einwände ein neues Zimmer bekommen. Also schnell Sachen wieder einpacken und um räumen. Das Zimmer war schon deutlich sauberer, wir haben aber auch nicht mehr so genau hingeguckt, denn sonst hätte man garantiert wieder was gefunden. Aber wenigstens das Waschbecken war in Ordnung und vor allem lief die Klimaanlage. Was für eine Wohltat!
Jetzt konnten wir dann aber auch endlich los. Wir wollten heute einfach den ganzen Tag durch den Park fahren, am Camp konnte man ja nicht so viel machen. Also gut mit Proviant eingedeckt fuhren wir sämtliche Wasserlöcher und auch die Etoshapfanne an. Dazu gibt es weniger zu sagen, aber viele Bilder 🙂.
























Einen kleinen Mittagssnack hatten wir dann im Halali Camp zu uns genommen. Den besten Eindruck machte das Camp so auf uns auch nicht. Wir waren froh, dass wir da keine weitere Übernachtung geplant hatten 🙂. Mit Chickenmayo Sandwich und Cola kann man zum Glück nicht viel falsch machen. Man musste hier nur aufpassen, dass die aufdringlichen Vögel nicht das Brot aus der Hand klauen.
Auf dem Rückweg wollten wir dann einen Rhinodrive fahren, der ausgeschildert sein soll. Nach Beschilderung fahren funktioniert im Park aber nicht, da die Schilder nicht mehr lesbar sind, wenn sie überhaupt vorhanden sind und die Karte hatten wir etwas außer acht gelassen. Wir hatten uns komplett verfahren und mussten uns erst mal wiederfinden. Zum Glück hatten wir nichts bestimmtes vor heute 😄.
Ein kurzer Halt bei der Etoshapfanne war für uns dann aber natürlich auch noch Pflicht. Was für ein unwirklicher Ort und diese unendliche Weite..




.. gefühlt auf der anderen Straßenseite findet man wieder die ortsübliche Vegetation.




Das folgende Foto, wie bereits im ersten Post beschrieben, eines meiner Lieblingsbilder 🙂




Zurück beim Camp sind wir noch mal zum Wasserloch und haben gerade eine Gruppe Elefanten beim Baden erwischt 🙂.






Am Abend genossen wir wieder ein gutes Abendessen bevor wir uns wieder zum Wasserloch begeben haben. Heute war es deutlich ruhiger dort, aber eine kleine Hyänenfamilie kam heute zum trinken und irgendwie haben wir uns gefragt, warum man im Camp eigentlich sicher ist, ohne einen Zaun zum Wasserloch? Auch Löwen können schließlich dort aufkreuzen. Wie auch immer - dieses Wasserloch ist beeindruckend. Man ist den Tieren ganz nah 🙂.

Wir wollten am nächsten Morgen früh los fahren, um noch etwas den Etosha genießen zu können, bevor wir beim Onguma eintreffen. Wir waren froh, dass wir dann die staatlichen Camps hinter uns lassen konnten.

Abschlussfazit zum Etosha und den Camps:
Es mangelt einfach überall. Keine Instandhaltung, weder von dem Park selbst, noch von den Unterkünften. Überfordertes und desinteressiertes Personal, teilweise schlechtes Essen. Wer so weit oben in dieser Preiskategorie mitspielen möchte, muss mehr bieten als nur ein gut positioniertes Wasserloch. Wir würden das nächste mal definitiv außerhalb vom Park eine Lodge buchen und von dort aus die Touren buchen, da bekommt man viel mehr Leistung auf dem Preisniveau. Diese Erfahrung haben wir die nächsten Tage mit dem Onguma auch selbst machen dürfen.. 🙂
Teil 1325. Juni 2019
Früh am Morgen klingelte für uns wieder der Wecker. Um 6:30 Uhr wollten wir aufstehen um die Sachen zu packen um dann zeitig nach dem Frühstück zum Onguma aufbrechen zu können. Als meine Frau im Bad war und ich noch im Halbschlaf auf das Smartphone blickte, stellte ich fest, dass meine Frau den Wecker eine Stunde zu Früh um 5:30 Uhr gestellt hatte, was ich ihr auch unmissverständlich hinterher gerufen habe 😄.
Beim Abgleich der Handy's mussten wir aber unterschiedliche Uhrzeiten auf den Displays feststellen 🤨 . Wie geht das? Wir besitzen Android Handys der gleichen Marke und auch die automatische Zeitzone war bei beiden aktiviert. Ich hatte GMT +1 und meine Frau GMT +2.
Da ich in dem neuen Zimmer noch etwas W-Lan Empfang von hatte, habe ich bei Google mal versucht, etwas über eine mögliche Zeitumstellung in Namibia in Erfahrung zu bringen, da wir eine Woche vorher in Deutschland auch eine hatten. Ich habe dann tatsächlich Berichte gefunden, in denen an dem aktuellen Datum die Zeitumstellung sogar mit kleinen Grafiken dargestellt wurde, aber ein Suchergebnis weiter hieß es, es gibt keine Zeitumstellung mehr 🙄 🙄 .
Etwas verunsichert haben wir uns dazu entschlossen, jetzt alles wie geplant abzuwickeln da wir ja eh wach waren, mit Pech hätten wir dann etwas auf das Frühstück warten müssen.
Beim Frühstück waren wir auch fast die ersten. Ich habe dann den Koch, der die Rühreier und Omlettes brät mal eben nach der Uhrzeit gefragt. Er wusste sie nicht und es war ihm auch nicht so wichtig 😄 . Als ich versucht habe, ihm mein Problem zu erklären, wusste er überhaupt nicht mehr was ich von ihm will. Okay, falscher Ansprechpartner. Also erst mal in Ruhe frühstücken!
Irgendwann war uns die Uhrzeit auch nicht mehr wichtig. Es war ja Urlaub und das Gate war schon offen. Trotzdem habe ich beim Checkout noch mal an der Rezeption nachgefragt und damit eine wilde Diskussion, der ich nicht wirklich folgen konnte, zwischen den drei angestellten Damen und der Managerin im Hintergrund, ausgelöst 😄. Nach 2-3 Minuten das Ergebnis: Eventuell gab es eine Zeitumstellung aber wahrscheinlich nicht 😄
Wir hatten uns mittlerweile wirklich schon über diesen Umstand amüsiert. Wie undenkbar wäre es im pünktlichen Deutschland, dass bei der Arbeit kein Mensch die genaue Uhrzeit kennt? 😄
Ohne die tatsächliche Uhrzeit mit Sicherheit zu kennen sind wir dann durch den östlichen Etoscha in Richtung Onguma aufgebrochen.






Direkt beim ersten Wasserloch hatten wir dann einen Elefanten, der sich ein Wasser- und Schlammbad genehmigt hat. Was für eine Freude, ihm dabei zuzuschauen!






Ein paar Meter weiter dann - mal wieder - Löwen. Es schien für uns das Jahr der Löwen zu sein 🙂. Dieses mal aber völlig unverhofft während der Fahrt neben der Straße unter einem Baum, weit ab von dem nächsten Wasserloch. EIne Löwin hatte einen Tracker um den Hals.








Direkt nach der Ausfahrt des Etosha konnte man links abbiegen und war schon wieder auf dem Gelände von Onguma. Das war viel leichter als gedacht. Laut Navi hätten wir erst außen rum fahren müssen. So haben wir viel Zeit gespart und waren auch deutlich schneller am Tree Top Camp, wo man uns schon mit einem kühlen Getränk erwartet hatte.
Wir haben dieses Camp anlässlich des runden Geburtstags meiner Frau als "Highlight" der Reise gebucht und da waren wir jetzt und wurden empfangen von Johannes, der für uns zuständig war und uns alles erklärte. Wir waren für die nächsten zwei Nächte tatsächlich die einzige Buchung. Das gesamte Personal war nur für uns da. Ein komisches Gefühl für uns!
Da der Sundowner Drive für den Tag schon voll gebucht war (wird mit den anderen Unterkünften von Onguma zusammengelegt), haben wir uns entschieden einfach bei dem Camp zu bleiben und das Wasserloch zu genießen, dafür aber am kommenden Tag den Morning Drive im Etosha und den Sundowner im Onguma zu buchen.

Das Tree Top Camp hat uns direkt umgehauen. Was für eine Lage!


Wir haben uns dann am Haupthaus der Lodge mit einem Bier niedergelassen und mit Johannes geplaudert. Ich konnte mir es nicht nehmen lassen, ihn irgendwann noch mal nach der Uhrzeit zu fragen und erzählte ihm von unseren unterschiedlichen Zeiten auf dem Smartphone. Er war sich auch nicht sicher, aber der Meinung, dass es die Zeitumstellung nicht mehr gibt. Ich habe dann gesagt, so lange ich es bis zum Abflug raus kriege, bin ich zufrieden 😄. Seine Aussage war dann, daher auch der Titel des Threads "You know, in Africa the time does not matter, if you really want to know the time, you have to call the airline".
Was für ein prägender Satz. So unvorstellbar es in Deutschland auch ist, so passend ist es in Afrika.

Das Wasserloch war an diesem Abend nur sporadisch besucht, die speziellen Sichtungen blieben noch aus. Trotzdem sind die Geräusche um einen herum und das Gefühl, so sehr mittendrin zu sein, wunderschön 🙂.




Für das Abendessen haben die Jungs uns extra den Tisch raus gestellt, sodass wir auf der Veranda essen konnten 🙂.


Das Abendessen dann war der Hammer. Der Koch Jeremiah kam zu unserem Tisch und hat uns das Menü vorgetragen. Es folgte ein wahnsinnig gutes 3-Gänge Menü, was das Essen der Grootberg Lodge noch getoppt hat. Hier einfach nur wow! Nach den mäßigen Unterkünften im Etosha war das eine Wohltat - alles hier so schlüssig und gut gemacht.
Als wir nach dem Abendessen zu unserem Zelt gingen, war der Weg dorthin mit Kerzen gepflastert, die Betten aufgeschlagen und auf dem Kopfkissen lag ein gute Nacht Gedicht. Alles so einfache Kleinigkeiten die einen Aufenthalt unvergesslich machen! 🙂
Super glücklich schliefen wir dann am Abend ein. Morgen hatten wir schließlich viel Programm und einen runden Geburtstag zu feiern! 🙂
Teil 1417. Juli 2019
Einen vollgepackten Tag mit einem runden Geburtstag und zwei Gamedrives hatten wir heute vor der Brust. Frühstücken konnten wir heute Morgen wieder draußen. Wir sollten direkt nach dem Frühstück von unserem Guide am Camp abgeholt werden. Als wir zum Hauptzelt gingen, wartete er schon auf uns. Johannes erzählte noch, dass wir heute Abend zum Sundowner Besuch von einem Fotografen-Paar bekommen. Die waren vom Onguma engagiert um Werbefotos der Camps zu machen und sollten uns heute beim Sundowner und beim Abendessen begleiten. Sehr spannend! 🙂
Zum Morningdrive im Etosha waren wir die einzigen Gäste. Das köstliche und umfangreiche Geburtstagsfrühstück mit frischen Omelettes haben wir dann zügig hinter uns gebracht, damit es los gehen konnte.

Der Drive war viel persönlicher und schöner, als der Drive aus dem Etosha. Wir haben unseren Wunsch nach Geparden und Leoparden geäußert und unser Guide war wirklich sehr bemüht, uns diesen Wunsch zu erfüllen, auch wenn er am Morgen noch nicht erfolgreich sein sollte. Trotzdem gab es eine Menge zu sehen und er hat uns näher an einen Elefanten gefahren bzw. die Stellung gehalten, als ich es mich selbst je getraut hätte. Wir hätten teilweise den Elefanten fast anfassen können 🙂.







Relativ schnell - wie könnte es anders sein - haben wir ein einzelnes Löwenmännchen im Gras liegen sehen. Viel Zeit haben wir dort nicht verbracht, da wir jetzt einfach unser Glück auf neue Sichtungen etwas strapazieren wollten 😄













Auch wenn die außergewöhnlichen Sichtungen aus blieben, war es ein lustig-informativer Drive der uns viel Spaß brachte und eine zweite Chance auf Geparden hatten wir ja noch beim Sundowner. Diese sollten nämlich irgendwo zwischen Onguma und Etosha unterwegs sein, wurden allerdings zuletzt im Etosha gesehen.

Gegen Mittag zurück am Camp haben wir es uns bei einer Flasche Rotwein, gesponsert zum Geburtstag vom Camp Manager, gut gehen lassen. Da wir beide keine Rotwein Trinker sind, waren wir nach dieser Flasche in Bullenhitze auch schon schön blau 😄
In unseren Campingstühlen standen wir unter ständiger Beobachtung einiger Giraffen. Teilweise haben wir etwa 20 Giraffen gleichzeitig umliegend um das Wasserloch zählen können. Eine stand nur einen Meter neben unserem Zelt 🤩.. natürlich ganz heimlich versteckt in einer Baumkrone 😄


Aber auch einige Warzenschweine und Mangusten kamen auf eine Abkühlung vorbei.





Nach einem entspannten Nachmittag und etwas Erholung von dem Rotwein wurden wir dann wieder von unserem Guide abgeholt zum Sundowner innerhalb des Ongumas. Die Fotografen saßen bereits im Fahrzeug. Zu unserem Glück waren es auch noch Fotografen aus Deutschland, die für die Werbefotos zuständig waren. Die beiden haben uns direkt mal Hilfestellungen und Tipps zum fotografieren während des Drives angeboten, wenn wir Interesse haben. Natürlich habe ich das 🤩 . Wie könnte man so ein Angebot vom Profi ablehnen?
Zu Beginn haben wir ein wenig geplaudert, besondere Sichtungen gab es erst mal keine. Und dann standen wir doch ganz unverhofft plötzlich mitten vor einer Gepardenmutter mit Ihren drei ca. 1 Jahr alten Jungtieren. Wir hatten sie tatsächlich endlich gefunden - unsere ersten frei lebenden Geparden. Ich hatte ganz schön Gänsehaut 🤩







Der Guide vermutete, dass die vier bald auf die Jagd gingen. Leider waren sie nach einigen Minuten im dichten Gras verschwunden. Einige Meter weiter vergingen sich gerade Schakale an den Überresten eines jungen Springbocks. Ob sie bewusst in der Nähe der Geparden waren? Auf jeden Fall waren sie gerade stark gefährdet. Es ging so weit wir das beurteilen können aber gut für die beiden 🙂



Später haben wir dann noch auf dem Weg zu einem kleinen Wasserloch eine Hyäne in der Ferne gesehen. Dieses Bild gefällt mir besonders gut, weil es so verstohlen aussieht 🙂



Leider war die Hyäne so schnell wie sie gekommen war auch schon wieder weg. Am Wasserloch gab es keine Sichtung, dafür tolles Foto-Licht 🙂



Mit etwas Tempo ging es darauf zu einem schönen Platz für den Sundowner wo wir bei Snacks und ein paar Drinks noch mal auf den Geburtstag meiner Frau anstoßen konnten. Was für ein gelungener Drive und bis dahin gelungener Tag!





Zurück beim Camp haben wir dann im Inneren des Hauptzelts an einen liebevoll gedeckten Tisch zum Abendessen platz genommen. Jeremiah kam wie am Tag zuvor um das Essen vorzustellen. Heute wegen der Fotos sogar mit Kochmütze 😄. Beim Dessert sagte er, dass er noch nicht genau wisse, was es gibt, er würde sich noch etwas überlegen. Ich habe so schnell nicht geschaltet und war einfach nur gespannt.
Nach einem erneut unfassbar leckeren Abendessen aus mehreren Gängen und netten Gesprächen mit den Fotografen kam es dann zum Dessert. Die gesamte Crew bestehend aus 4 Männern kam mit einem großen Schokokuchen, Wunderkerzen und Gesang aus der Küche, um meiner Frau ein Ständchen zu bringen. Es war wirklich schön und lustig zugleich, weil die Jungs sich selbst nicht sehr ernst genommen haben und jeder den anderen vor schicken wollte 😄. Eine wirklich tolle Geste über die wir uns sehr gefreut haben 🙂.

Einige Zeit nach dem Essen sind die Fotografen dann wieder gefahren, sie mussten zurück zu ihrem eigenen Camp. Wir wollten der Crew dann den verdienten Feierabend genehmigen und haben uns zu unserem Zelt zurück gezogen, wohin der Weg wieder mit Kerzen gepflastert war und ein neues Gute-Nacht-Gedicht wartete.
Am Zelt haben wir dann den Abend gespannt, ob wir irgendwann auf Werbefotos vom Onguma auftauchen, ausklingen lassen und uns zum schlafen ins Bett gelegt. Morgen stand die nächste Etappe zur Frans Indongo Lodge an.
Teil 1519. Juli 2019
An unserem Vorletzten Tag sind wir etwas traurig über unseren Abschied am Morgen nach einem erneut sehr guten Frühstück vom Onguma in Richtung Frans Indongo Lodge gefahren. Die schönsten Tage der Reise lagen jetzt zweifelsohne hinter uns, so viel war klar. So langsam machte sich schon etwas trübe Stimmung bei mir breit. Das sollte es also schon fast gewesen sein....

Aber nun gut, zwei Nächte hatten wir ja jetzt noch. Die Nacht in der Frans Indongo Lodge war für uns nur eine Ausweichoption, da wir im Okonjima Plains Camp nur die letzte Nacht buchen konnten. Die Tage zuvor war dort eine Schulung bei der Guides aus dem ganzen Land in der Lodge nächtigten, sie war also schon ein Jahr vorher ausgebucht.

Auf der Fahrt hatten wir grundsätzlich keine weiteren Stopps eingeplant, höchstens mal in einer größeren Stadt einen typischen Markt aufsuchen oder irgendwo etwas kaufen, was einen später an den Urlaub erinnert. Etwa 30km hinter Tsumeb kamen wir dann in eine weitere Polizeikontrolle. Zwei Polizisten standen auf der Straße und kontrollierten einige Fahrzeuge, auch unseres. ich hatte kurz ein schlechtes Gewissen weil ich nur Flipflops an hatte und nicht wusste wie die Rechtslage in Namibia ist, aber normalerweise musste ich ja nicht aussteigen 😄.
Einer der Polizisten ging um das Auto, dann sprachen die beiden auf Afrikaans kurz miteinander und sagten mir, dass einer meiner Reifen nicht gut aussieht. Also doch aussteigen. Es blieb zum Glück bei einem komischen Blick, zumindest hatte ich das Gefühl 😄. Ich habe dann wieder meinen Druckprüfer angesetzt: 0,7 bar. Da stimmt also wirklich was nicht. Ich habe mich freundlich bei den Polizisten bedankt und gesagt, dass ich mich direkt darum kümmer.
Nach kurzer Überlegung haben wir uns entschieden, die 30km nach Tsumeb zurück zu fahren und da der Reifen noch nicht komplett platt war, habe ich ihn erst mal drauf gelassen und bin langsam zurück gefahren.
In Tsumeb haben wir dann etwas nach dem Reifenpartner von AVIS suchen müssen, haben ihn aber auch durch die Hilfe von freundlichen Einheimischen dann gefunden und den Reifen direkt tauschen lassen. P.s.: Es war wieder nicht der 6-bar Reifen.


Nach einer halben Stunde konnten wir dann wieder aufbrechen. Die weitere Fahrt war unspektakulär und gegen mittag kamen wir dann beider Frans Indongo Lodge an. Freundlich empfangen mit einem super leckeren selbst gemachten Welcomedrink nahmen wir erst mal auf der Terrasse platz da das Zimmer noch nicht fertig war und bekamen einige Informationen zur Lodge von einer jungen deutschen Frau, die gerade ein Auslandsjahr dort machte. Etwas aufgeregt erzählte Sie uns, dass Herr Frans Indongo, einer der reichsten Menschen Namibias, da neben uns am Tisch sitzt und zu Mittag isst. Einen kleinen Moment habe ich überlegt, ob man wenn er mit dem Essen fertig ist, nach einem Foto fragt, aber irgendwie war mir das dann doch zu doof 😄. Wenn ich ganz ehrlich bin, hatte ich mich mit ihm vorher auch noch gar nicht beschäftigt. Anlass genug gab es jetzt und die Broschüren zu ihm auf dem Zimmer gaben dann entsprechend Aufschluss.

In dem Reservat der Lodge gibt es ausschließlich Antilopen und mit Glück mal ein Rhino. Wir haben uns, da wir jetzt schon einiges an Drives hinter uns hatten, gegen einen weiteren Gamedrive entschieden. Wir verbrachten den Nachmittag bei Eiskaffee und Kuchen am Pool, ließen es uns noch mal richtig gut gehen. Eine weitere Tour wollten wir morgen noch im Okonjima buchen.
Somit ließen wir den Tag an uns vorbei ziehen, haben im Restaurant der Lodge noch mal gut und lecker zu Abend gegessen und dann gut und fest in unserem schönen Zimmer geschlafen 🙂.
Teil 1622. Juli 2019
Unser letzter volle Tag in diesem wunderbaren Land beinhaltete nach dem reichhaltigen Frühstück in der Frans Indongo Lodge erst mal die Fahrt zum Okonjima Plains Camp.
Da die Strecke mit etwa 115km sehr überschaubar ist, sollte das kein Problem darstellen - wären da nicht vier Reifen am Auto, die kaputt gehen können. Heute hatten wir nämlich dann auch den dritten und letzten Reifen kaputt gefahren. Der einzige Reifen, der uns nicht im Stich gelassen hat, war der 6-Bar Reifen, kaum zu glauben.
Dieses mal ist mir aufgefallen, dass das Auto auf der Straße sehr schwimmt und weil die Luft schnell entwich, habe ich den Reifen unterwegs eben getauscht. In Otjiwarongo haben wir diesen dann wieder ersetzen lassen. Die Hoffnung, dass die Versicherung keine Probleme macht, war jetzt nach drei kaputten Reifen schon relativ groß 😄.

In Otjwarongo wollten wir außerdem noch den Cheetah Conservation Fund (CCF) besichtigen, welche soweit ich weiß quasi als Pendant zur Africat Foundation aufwartet. Zudem fanden wir die Beschreibung mit der Klinik ganz nett und hätten uns gerne mal so ein Gepardenkrankenhaus angeschaut. Allerdings gab es nichts zu sehen. Die Klinik war nicht geöffnet und alle Tiere fit.
Wir haben dann alternativ eine Führung gebucht. Man bekommt dann von einem Mitarbeiter einen 20-Minütigen Film gezeigt, was eine uralte Sat1-Doku war (etwas überflüssig) und dann wird man an den Gehegen vorbei geführt und bekommt etwas über die Organisation erklärt.
Wir haben mit dem Mann, der uns geführt hat (wir waren alleine) etwa zehn Minuten über die Organisation gesprochen und sind dann ziemlich in privates abgedriftet. Das Gespräch war so unglaublich interessant und hat uns wieder vor Augen geführt, wie die Situation abseits des Tourismus tatsächlich ist im Land.
Es begann mit der Frage, ob er seinen Job gerne macht. Diese bejahte er, erzählte allerdings auch dass er gerne etwas mehr verdienen würde und sich deshalb schon häufiger mal beim Etosha beworben hat, weil er gebürtig aus dem Nordwesten des Landes kommt.
Wir haben dann bestimmt eine Stunde mit ihm über Korruption, Verdienste, Kolonialisierung uvm. gesprochen. Ein paar Inhalte möchte ich einfach unkommentiert hier in den Raum stellen.
- Er verdient etwa 1800N$ pro Monat (ca. 120€)
- Er konnte sich kaum die Schule für seine Kinder leisten, da neben seiner pflegebedürftigen Mutter jetzt auch noch die Schwester krank geworden ist.
- Krankenversicherung gibt es keine, Medizin ist teuer.
- Schulbildung kostet Geld.
- Seine 10 und 12 Jahre alten Kinder laufen 12km pro Richtung zur Schule
- Für Schuhe muss er 80km in den nächsten Ort kommen.
- Im Dorf gibt es genau zwei Autos, die je 1 mal die Woche fahren. Leisten kann sich das allerdings fast niemand im Ort
- Er wünschte sich die Kolonialisierung zurück. Diese machte Dinge wie eine Krankenversicherung und Schulbildung einfacher zugänglich.

Es war eine wirklich wichtige Erfahrung für mich. Man weiß über die Situation im Land bescheid. Jemanden zu treffen der so stark betroffen ist, ist aber noch was anderes. Ich habe ihm am Ende ein Trinkgeld für die Führung und die Offenheit geben wollen, welches er zögernd, unfassbar herzlich und dankbar entgegennahm. Er sagte wir deutschen wollen immer gerne helfen, allerdings würden wir das Geld von zuhause aus immer den falschen geben, dass irgendeiner in der Kette sich das Geld am Ende immer selbst einsteckt und nichts ankommt. Was wirklich helfen würde, wäre beispielsweise selbst mit einem Solarpanel los zu fahren und dies vor Ort zu installieren. Dies habe ich mir auch gleich als Aufgabe für die Zukunft gesetzt. Irgendwann komme ich zurück und installiere vor Ort ein solches Panel 🙂.

Gegen Mittag waren wir dann am Plains Camp angekommen. Wir wurden sehr freundlich empfangen und gleich in alles eingewiesen. Hier sollten wir auch die Schweizer noch mal treffen. Die beiden hatten übrigens in 6 Wochen Rundtour nicht einen einzigen Platten - so unterschiedlich kann es sein.

Direkt an der Terasse vom Plains Camp ist ein kleines Wasserloch in dem sich wenige Meter vor einem die Warzenschweine suhlen. Außerdem sieht man eine Vielzahl an Antilopen durch das Reservat ziehen. Uns hat hier gleich alles super gefallen. Sehr modern und schon etwas touristisch, aber alles sehr schön gemacht! Vor allem die Zimmer sind riesig und mit tollem Ausblick 🙂.




Da wir noch die Chance auf Leoparden wahren wollten, buchten wir für den Abend das Leoparden Tracking. Dieses mal waren wir allerdings in unserem Fahrzeug nicht alleine, sondern hatten zwei Briten im Fahrzeug mit denen wir uns noch über den Brexit unterhalten konnten 😄
Nach einer längeren Einführung vom Guide und vielen Informationen ging es dann endlich los. Die Chance, tatsächlich auch Leoparden zu sehen, wurde auf 50% gesetzt, da diese ja am Halsband getrackt werden. Unsere 50% waren allerdings zuverlässig und wir hatten nach wenigen Minuten ein starkes Signal, bis wir ein schönes Weibchen im Gebüsch fanden. Man hätte dieses Tier alleine vermutlich nie finden können. Nicht mal mit Signal war das einfach. Die Leopardendame hat sich als sie irgendwann mal wach wurde durch uns etwas gestört gefühlt und das weite gesucht 😄.




Als sie dann verschwunden war, wollten wir schauen ob wir noch weitere in anderen Bereichen des Reservats finden können. Auf dem weg dahin gab es auch noch ein paar weitere Sichtungen 🙂.




und dann hatten wir für eine kurze Zeit noch eine zweite Dame im Blick, die allerdings auch schnell wieder weg war. Hinterher konnten wir leider nicht, aber wir hatten sie zumindest sehen können 🙂.



Bei einem tollen Sundowner in netter Begleitung einiger Giraffen und Gnus ließen wir bei einem Glas Wein unsere letzte Tour ausklingen.


Wir waren froh, dass unser Wunsch nach Leoparden noch in Erfüllung ging. Leider fühlt sich das mit diesem Tracking nur so halb richtig an, aber anders war es uns in diesem Urlaub nicht gegönnt.

Das gute Abendessen nahmen wir mit den Schweizern zusammen zu uns, mit denen wir danach auf der Terasse noch ein Bier und einen Whisky tranken. Irgendwann haben wir gemerkt, dass wir die letzten sind und das personal eigentlich nur darauf wartet, dass wir auf unsere Zimmer gehen. Dem kamen wir nach, haben uns von unseren Urlaubsbekanntschaften verabschiedet und sind zu unserem Zimmer gegangen. Das war es dann also wirklich - am morgigen Tag startete für uns der Flieger ab Windhuk.
Teil 1723. Juli 2019
Das letzte mal weckte uns der Morgen in Namibia. Tatsächlich waren unsere drei Wochen vorbei. Gepackt hatten wir schon eine ganze Menge am Vortabend. So mussten wir nur noch die Reste zusammen suchen und in das Auto laden, damit wir direkt nach dem Frühstück aufbrechen konnten.
Die Stimmung war gedrückt, Wehmut machte sich breit. Was würde ich doch bloß dafür geben, eine Woche verlängern zu können. Aber irgendwann ist nun mal jede schöne Zeit zu Ende.

Der Weg nach Windhoek war wieder überschaubar und da der Flieger erst um 21:30 Uhr ging, hatten wir alles andere als Stress. Wir hatten uns überlegt, dass wir einfach schon mal nach Windhoek fahren und uns dort den Rest des Tages noch etwas aufhalten.
Auf dem Weg dorthin, kam uns wieder einer dieser überbreiten Transporte entgegen. Bereits einige Tage zuvor hatten wir das schon mal, es kam ein Polizeifahrzeug frontal mit Blaulicht auf uns zu. Links ran fahren und den Konvoi passieren lassen ist die richtige Reaktion 😄.


In Windhoek angekommen sind wir dann zur Christuskirche gefahren. Dort wollten wir das voll beladene Auto abstellen. Es kam gleich jemand mit Warnweste und geschnitzten Nüssen auf uns zu, der uns ein Gespräch aufzwingen wollte. Ich habe ihm dann gesteckt, dass wir am Abend abreisen und dass wir noch einiges an Getränken und Snacks über haben, die er von uns bekommt, wenn er etwas auf das Auto aufpasst und alles in Ordnung ist, wenn wir wieder kommen. Eine Nuss wollte ich ihm direkt abkaufen, die war ein Geschenk für jemanden zuhause. Er war froh, dass er um 12:30 Uhr endlich seine erste Nuss verkauft hatte.




Wir sind dann noch etwas durch Windhoek gezogen und haben uns die Stadt angeschaut und ein paar Souvenirs eingekauft. Da wir keine großen Vorhaben mehr hatten, sind wir irgendwann gegen nachmittag auf einen Snack zu Joey's Beerhouse. Hier wollten wir die Gelegenheit dann auch noch nutzen und haben uns das Tagesgericht schmecken lassen 🙂. Außer uns war allerdings nicht sehr viel los um diese Uhrzeit.




Sehr viel zu früh sind wir dann auch irgendwann in Richtung Flughafen aufgebrochen. Nach dem Volltanken sind wir 3-4 mal vor Ort am Flughafen im Kreis gefahren, bis ich die richtige Einfahrt für AVIS endlich gefunden hatte. Es war dann aber schnell jemand zur Stelle, der das Auto abnehmen wollte.
Ein weißer, schlecht gelaunter Chef war ebenfalls dabei, der etwas darüber verärgert war, dass das Auto dreckig und staubig abgegeben wurde. Es könnte sein, dass man uns umgerechnet 20€ für die Reinigung in Rechnung stellt. Ich habe mich in dem Moment für den diplomatischen Weg entschieden und erst mal nicht widersprochen. Ich hatte im Gegenteil sogar ein nettes Gespräch angefangen und versucht, mich beliebt zu machen 😄. Ob das geholfen hat, weiß ich nicht - zumindest kam keine extra Rechnung für irgendwas.
Am Schalter habe ich dann die Rechnung für die 3 Reifen von etwa 600€ vorgelegt bekommen (Gesamtpreis Fahrzeug inkl. Versicherungen: ca. 1200€). Da ich eine externe Versicherung hatte, musste ich hier erst mal die Kreditkarte hin halten. Der Herr am Schalter hat mir gesagt, ich solle mir keine Sorgen machen, das klappt gut mit den Versicherungen.
Er hatte recht. Die Versicherung hat wenige Tage nach unserer Rückkehr die volle Summe erstattet (ich musste nur die Endabrechnung einreichen).
Weil ich damit eine gute Erfahrung gemacht habe, möchte ich auch jetzt mal ein positives Feedback da lassen. Gebucht hatten wir bei CarDelMar und die Versicherung war von Generali (über den Anbieter abgeschlossen).

Der Rückflug von Windhoek nach Frankfurt war pünktlich, ruhig und nur zu 1/3 voll, was uns freie Sitzreihen für jeden beschert hat. Am Morgen landeten wir dann in Frankfurt und nahmen die letzten 4 Stunden Heimfahrt auf uns.

Zuhause angekommen fühlte es sich an, als wär man nie weg gewesen, das erlebte fühlt sich surreal an und muss erst mal verarbeitet werden. Dieser Reisebericht ist ein Teil der Aufarbeitung 🙂.
Doch eins ist sicher. Wir haben Begegnungen, Gespräche und Eindrücke in Erinnerung, die uns keiner nehmen kann. Dazu einen riesen Berg an Fotos, die unsere Erinnerung aufrecht erhalten und zum Schluss haben wir den festen Entschluss, nicht das letzte mal im südlichen Afrika unterwegs gewesen zu sein. Da kommt noch mehr!

Danke an alle, die den Bericht verfolgt haben und auch Feedback da gelassen haben, ich hoffe, das Lesen hat etwas Spaß gemacht 🙂

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