Holzkohle contra Verbuschung

51 Antworten · 10,3k Aufrufe · gestartet 14. März 2019 von fotomatte
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16,9k Beiträge · seit 201207. Dez. 2020 · #21
Biomasseforschung vorangetrieben https://www.az.com.na/nachrichten/biomasseforschung-vorangetrieben-2020-12-07/

Namibische Universität für Wissenschaft und Technik (NUST) kann mit Unterstützung des BCBU-Projekts ihre Laborkapazitäten im Bereich Forschung und Analyse von Busch-Biomasse ausbauen. Unterdessen wird in Deutschland der Import von namibischer Biomasse nach Hamburg diskutiert....

LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201202. Feb. 2021 · #22
Namibias Busch muss sinnvoll im Land verwendet werden https://www.az.com.na/nachrichten/namibias-busch-muss-sinnvoll-im-land-verwendet-werden2021-02-02/

Der Fonds für Soziale und Ökonomische Gerechtigkeit (ESJT) hat in einer Pressemitteilung die namibische Regierung dazu aufgerufen, einen Export von größeren Mengen Busch-Biomasse an Deutschland zu verhindern. In größeren deutschen Städten wie etwa Hamburg sei geplant, Energie aus dem namibischen Material zu gewinnen....

LG
Logi
2 Beiträge · seit 202107. Feb. 2021 · #23
Als neues Forum - Mitglied, das schon eine ganze Weile hier mitliest, möchte ich mich kurz vorstellen. Ich habe in diesem Vorum schon über eine längere Zeit immer wieder sehr gute Anregungen für meine jährlichen Namibiatouren erhalten und mich deshalb entschlossen, jetzt endlich Mitglied zu werden. Besonders gut gefallen mir natürlich die sehr guten Beiträge der verschiedenen Autoren. Sie sind jetzt gerade Geländer für meine "Traumpfade" in der Coronazeit. So halte ich es etwas leichter aus jetzt noch nicht in Namibia zu sein.
Der Beitrag über die Holzkohle ist sehr interessant für mich. Ich habe mich mit diesem Problem der Verbuschung im Raum Otjiwarongo seit ca. 10 Jahren beschäftigt. Daraus wurde Firma, die heute kontrolliert aus Invader Bush qalitativ hochwertige Holzkohle erzeugt. Dies hat für Namibia in mehrfacher Hinsicht Vorteile:
1. Wird ökologisch sinnvoll, die ursprünglich vorhandene Savanne wieder "erzeugt" und dauerhaft erhalten. Die Holzentnahme ist klar geregelt und wird überwacht. Jeder Arbeiter wird dafür geschult und überprüft.
2. Die Holzkohleerzeugung bietet für Frauen und Männer mit sehr einfacher Schulbildung ein sicheres Einkommen.
3. Besonders die Frauen werden dadurch gefördert und selbsbewusster.
4. Die Verdunstung wird abgesenkt durch die Entbuschung.
5. Die Bodenbelastung mit Pestiziden wird verhindert.
6.Die Futterqualität und -Quantität für die Farm- und Wildtiere wird besser.
Weitere Daten finden Sie in "Bush Encroachment in Namibia" , www.jagdfarm-Kuhwerder.com
Schluss für Heute
Gruß Schorsch
33,1k Beiträge · seit 200619. Feb. 2021 · #24
"NGOs fordern vom Entwicklungsminister Müller: Kein Namibia-Holz für Kohle-Ausstieg – Kein Greenwashing bei der Energiewende!"
https://umweltfairaendern.de/2021/02/ngos-fordern-vom-entwicklungsminister-mueller-kein-namibia-holz-fuer-kohle-ausstieg-kein-greenwashing-bei-der-energiewende/
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
16,9k Beiträge · seit 201205. März 2021 · #26
Biomasse-Diskussion entfacht: Möglicher Biokraftstoff-Export von verschiedenen Seiten beleuchtet
https://www.az.com.na/nachrichten/-biomasse-diskussion-entfacht-2021-03-05/

Der mögliche Export von Biomasse aus Namibia nach Hamburg sorgt immer wieder für Zündstoff. Zahlreiche Aktivisten sprechen sich gegen eine solche Kooperation aus. Eine gemeinnützige Organisation und ein Vertreter der lokalen Industrie wollen nun Aufklärung leisten....


LG
Logi
3'883 Beiträge · seit 201105. März 2021 · #27
Logi schrieb:Biomasse-Diskussion entfacht: Möglicher Biokraftstoff-Export von verschiedenen Seiten beleuchtet

Der mögliche Export von Biomasse aus Namibia nach Hamburg sorgt immer wieder für Zündstoff. Zahlreiche Aktivisten sprechen sich gegen eine solche Kooperation aus. Eine gemeinnützige Organisation und ein Vertreter der lokalen Industrie wollen nun Aufklärung leisten....


LG
Logi
Fragt sich, ob die Vertreter der lokalen Industrie (Nam oder D?) tatsächlich objektiv bzw. sachlich aufklären. Für mich bleibt der Verdacht, dass sich ihre Argumentation an ihrem Gewinn orientieren wird.

LG freshy
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33,1k Beiträge · seit 200605. März 2021 · #28
Hi Freshy,

der Artikel bezieht sich ja auf das Dokument von der NNF, einer wirklich sehr renommierten unabhängigen Umwelteinrichtung. Abgesehen davon lässt diese aber auch in ihrer Erklärung das eigentlich Problem außen vor, nämlich die Umweltverträglichkeit davon Biomasse en masse per Schiff vom südlichen Afrika nach HH zu transportieren. Das es der Verbuchung in Namibia hilft ist ja grundsätzlich nicht schlechtes. Nur vielleicht die dann angedachte Nutzung...

Viele Grüße
Christian
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Gast05. März 2021 · #29
Eine CO2-Bilanzrechnung für das Projekt gibt es hier.
https://www.hamburg.de/energiewende/namibia-biomass-partnership/14532592/co2-bilanz-des-projekts-biomasse-partnerschaft/
Die geht natürlich günstig aus, wenn man „HH ohne Hackschnitzel“ mit „HH mit Hackschnitzel“ vergleicht, weil die Pellets oder Hackschnitzel in Hamburg vor Ort Kohle und Erdgas für Fernwärme ersetzten sollen. Und vielleicht gibt es auch noch Förderungen aus diversen Töpfen und CO2-Zertifikate spart man auch.
Der spezifische Energieverbrauch beim Schifftransport ist aber sowieso nicht DAS Problem, der ist nicht so hoch. Die Frachter sind aber Dreckschleudern für Schwefel und Feinstaub.

ME wäre es immer besser Biomasse möglichst nahe am Entstehungsort zu verwerten, weil sie eben einen niedrigen Energieinhalt hat und Transport eben nicht nur CO2 bedeutet, sondern noch vieles anderes. Leider ist aber der Fernwärmebedarf in Namibia überschaubar. Ein riesiges Potenzial läge in der Verwertung von Hackschnitzel als Baustoff. Damit schafft man sogar eine CO2-Senke und erhält ein Baumaterial mit geringer Dichte und hervorragenden Dämmeigenschaften. Dabei werden die Hackschnitzel mit Dünnbeton oder -lehm gebunden. Mit Stroh als Füllstoff ist das ja schon state of the art. So eine Entwicklung mit Hackschnitzel wäre doch ein schönes EZA-Projekt für Namibia 🙂 . Die Einsatzmöglichkeiten in zigtausend Häusern ohne hohe statische Anforderungen wären grenzenlos, mit dem Bonus überlegener bauphysikalischer Eigenschaften.... und PS: 18:00 riesigem Potezial für Hand- anstatt Maschinenarbeit
Grüße
.... und man wird doch auch noch Illusionen haben dürfen, dass ganzheitliches Denken eine Chance hat 😗
zuletzt bearbeitet 05. März 2021
1'678 Beiträge · seit 200705. März 2021 · #30
Es ist ja alles noch viel schlimmer: Die Verwertung in Namibia gab es ja. Schwenk Zement hatte dort ja eine Zementfabrik errichtet, und da wurden Verbuschung verbrannt, die mit speziellen Erntemaschinen auf Farmen abgeräumt wurde. Wir haben deutsche Mechaniker vor vielen Jahren auf der Gabus Farm bei Otavi getroffen, die diese Erntemaschinen gewartet haben.

Leider hat dann die Regierung den Bau eines zweiten chinesischen Werks zugelassen, damit wurde das Schwenk Werk unrentabel. Soweit ich weiß, hat Schwenk letztes Jahr das Werk verkauft, an eine zweite chinesische Firma. So läuft das mit der SWAPO.
Keine Ahnung, ob jetzt dort noch Verbuschung verbrannt wird.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
Gast05. März 2021 · #31
Hallo Pollux, du verstehts mich falsch. Ich meine nicht Hackschnitzel als Energieträger sondern Hackschnitzel als BAUSTOFF. Das geht.
Ersteres ist so ungefähr CO2-neutral, letzteres ist ein CO2-Senke.
Die Schwenk-Geschichte kenne ich nur aus Medien, so weit ich das daraus beurteilen kann, hast du mit deiner Kritik recht
Grüße, Werner
zuletzt bearbeitet 05. März 2021
582 Beiträge · seit 202105. März 2021 · #32
Der Verkauf des Zementwerkes ist nach wie vor noch nicht vollzogen. Verkaufsbemühungen laufen noch.
33,1k Beiträge · seit 200605. März 2021 · #33
Soweit ich weiß, hat Schwenk letztes Jahr das Werk verkauft, an eine zweite chinesische Firma. So läuft das mit der SWAPO.
Wurde von der namibischen Wettbewerbskommission verboten, da es dann ein chinesisches Monopol geben würde. Ohorngo darf nun nur an nicht -chinesische Investoren verkauft werden.

Beste Grüße
Christian
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112 Beiträge · seit 200905. März 2021 · #34
Aktuell nutzt Ohrongo wohl auch noch Busch für thermische Energie, sie beziehen die Häcksel von externen Zulieferern. Die eigenen Erntemaschinen waren nicht für namibische Verhältnisse geeignet.

Aus einem Bericht von Ohorongo, Mai 2019:

"In 2015 the business objective of Energy For Future (PTY) LTD. (EFF) has been adjusted. The field operation unit has been stopped and all of its machines have been decommissioned in early July 2015.
The same time the processing facilities have been optimized in a way that the part of the hammer mills and prior process steps will only be operated in case of oversized wood chip deliveries by 3rd parties. Since July 2015 EFF has been concentrating on sourcing wood chips supplied by 3rd parties.
Their deliveries has increased since they started due to their optimization processes and learning curves. Besides Omuriro Biomass Investment there are also Biomass producers Namibia and Capricorn Energy Enterprises.
In addition to the wood chips, EFF has widened up the range of alternative fuels: during the two years first tests with feeding plastics, charcoal and rubber waste have been conducted and was successful.
Now a constant reliable supply of woodchips, RDF and charcoal is being used to supply Ohorongo Cement with alternative fuels.
The entire processing facility remains operational as with the previous Environmental Clearance Certificate with only minor changes to the conveying system."
112 Beiträge · seit 200905. März 2021 · #35
Das mit dem Baustoff ist spannend, nur noch keine Realität. Es muss mal jemand bei UNAM oder Standard Bank anschieben, die haben (separate) Forschungsprojekte dazu, mit internationalen Foschungspartnern.

Feuerfeste Baumaterialien aus Busch:
https://www.leibniz-inm.de/pressemitteilung/feuerfeste-baumaterialien-fuer-namibia-projekt-namicomp-geht-weiter/

Standard Bank und MIT:
https://www.worldconstructiontoday.com/news/magic-mushrooms-turn-construction-waste-into-building-blocks/
33,1k Beiträge · seit 200606. März 2021 · #36
Das mit dem Baustoff ist spannend, nur noch keine Realität. Es muss mal jemand bei UNAM oder Standard Bank anschieben,
es gibt doch zig Machbarkeitsstudien zu der Thematik, die von der GIZ in den letzten ca. 5 Jahren finanziert wurden. Allgemeine und dann welche zu speziellen Lösungen, wie Nutzung des Holzes für Möbel, Baustoffproduktion und und und...

Ich bin mir sicher, dass man die alle bei der GIZ anfordern kann. Einige hatten wir hier im Forum auch schon mal gepostet.

Viele Grüße
Christian
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42 Beiträge · seit 202008. Apr. 2021 · #38
Hamburger Holzweg
Die Stadt will mit Büschen aus Namibia heizen.

https://www.sueddeutsche.de/politik/energie-hamburger-holzweg-1.5256666 (frei lesbar)


Gestrüpp aus dem südlichen Afrika, um den deutschen Norden zu heizen und die Umwelt zu pflegen? Auf den ersten Blick wirkt der Plan wie eine Mischung aus Utopie und Realsatire, doch dahinter steckt ein erbitterter Streit...
zuletzt bearbeitet 08. Apr. 2021
33,1k Beiträge · seit 200608. Apr. 2021 · #39
Hamburger HolzwegDie Stadt will mit Büschen aus Namibia heizen.
seit Wochen bereits hier Thema... einfach mal zurückblättern.

Beste Grüße
Christian
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16,9k Beiträge · seit 201219. Apr. 2021 · #40
Namibische Kohle in die USA exportiert https://www.az.com.na/nachrichten/namibische-kohle-in-die-usa-exportiert2021-04-19/

Die erste Lieferung namibischer Holzkohle ist auf dem Weg in die USA: Am vergangenen Freitag wurden 350 Tonnen Kohle der namibischen Hersteller Africa Burns und King Charcoal nach Amerika geschickt. Der feierlichen Veranstaltung wohnten die US-Botschafterin Lisa Johnson und die Vizehandelministerin von Namibia, Verna Sinimbo, bei.

LG
Logi