07.Februar; eine unterkühlte Bootstour auf dem Sambezi
Es ist dunkel, trübe, wolkenverhangen, kühl und sieht nach Regen aus. Das ist insofern etwas schade, als wir für heute Morgen eine Birdingboatcruise bestellt haben, nachdem uns die Managerin versprochen hatte, dass sie einen guten, vogelbewanderten Guide hätten. Wieder geht es pünktlich um 7.00 Uhr los, und schon bald bin ich froh, dass ich wenigstens eine lange Hose angezogen habe, denn der Fahrtwind kühlt zusätzlich. Dann beginnt es auch noch zu nieseln. So dauert es eine gute Stunde, bis ich die ersten Bilder schiesse.
Der African Darter, Schlangenhalsvogel und der Reed Cormorant, Riedscharbe hocken auf ihrem Ausguck und verspüren auch noch keine rechte Lust ins Wasser zu gehen.
Die Rückansicht vom Darter ist zweifelsohne attraktiver.
Wir finden eine Rohrweihe, die im Schilf hockt, aber die Belichtungszeiten sind unterirdisch. Zwischenzeitlich frage ich mich, ob das wirklich eine gute Idee war, wieder eine Dreistundentour zu buchen, denn ich friere im Fahrtwind. Afrika im Hochsommer, achja. Wir schippern immer weiter den Kanal flussaufwärts, bis wir den Hauptstrom erreichen. Und ganz schnell wird uns beiden ganz warm, denn auf einer flachen Sandbank, die gerade so vom Wasser überspült wird, sitzt ein Trupp von African Skimmern, Scherenschnäbeln. Der Guide weiss genau, was er zu tun hat, und bringt uns langsam an die über fünfzig Vögel ran.
Bei den Scherenschnäbeln sitzt auch eine Whiskered Tern, Weissbartseeschwalbe im Schlichtkleid.
Ein paar Vögel fliegen auf und pflügen in typischer Manier mit dem Unterschnabel durchs Wasser.
Auch der Guide ist erstaunt, dass doch noch ein Trupp dieser Vögel hier ist, denn der Sambezi ist in den letzten Tagen deutlich gestiegen, und die letzten Sandbänke sind nun überflutet. Da haben wir mal wieder richtig Glück gehabt.
Wir folgen nun dem Fluss abwärts und steuern in einen blinden Seitenarm, der einen schönen Bestand an Waterlilies aufweist.
Andreas entdeckt es zuerst, und auch der Guide ist begeistert, denn er hat den Vogel erst einmal vor über zehn Jahren gesehen, während seiner Ausbildung am Chobe. Lesser Jacana, oder Zwergblatthühnchen.
Das Hühnchen ist wenig scheu und kommt immer näher. Wenn doch nur das Licht etwas besser wäre. Trotzdem hat sich mit diesen beiden Sichtungen die Stimmung an Bord grundlegend gebessert.
Die Fotos der balzfliegenden Pin-tailed Whydah, oder Dominikanerwitwe sind allesamt für die Tonne. Erst als sich der Vogel auf einen Halm setzt, gelingen wenigstens ein paar Belegbilder.
Auch wenn das meine unterkühlteste Bootstour war, die ich bislang in Afrika "genossen" habe, hat sie sich doch gelohnt, und der Guide, dessen Name ich leider vergessen habe, hat wirklich einen guten Job gemacht.
Nach gut drei Stunden sind wir zurück, wir bezahlen unsere Rechnung, packen die Zelte ein, schauen nochmals nach dem Turako, aber das Licht ist immer noch schlecht. Dann verlassen wir die Mubala Lodge und fahren zurück zur B 8 und folgen dieser weiter Richtung Grenze. Kurz davor biegen wir links ab zum Camp Chobe, das mittlerweile auch von Gondwana übernommen wurde und nun vornehm Chobe River Camp heisst. Wir checken für den Campingplatz ein, die vier Plätze sind leer, wir können uns einen Stellplatz aussuchen. Nachdem die Zelte aufgestellt sind, erkunden wir die Gegend. Überm Chobe gaukelt wieder mal eine Rohrweihe, und neben unserem Platz sitzt ein Käuzchen.
Pearl-spotted Owlet, Perlkauz.
Spotted Flycatcher, Grauschnäpper.
Lesser Moorhen, Zwergteichhuhn Jungvogel.
Mittlerweile haben sich die Wolken aufgelöst, es ist warm geworden und wir beschliessen, den Pool zu testen.
Vom Pool aus sieht man auf den Chobe River, der hier nur ein dünnes Rinnsal darstellt. Hier tummeln sich mal wieder zwei Otter, die sich einen Spass draus machen, uns zu ärgern. Wie die Kameras noch ungenutzt herum lagen, haben die Otter miteinander gespielt und nach uns geschaut. Wie wir die Kameras in Position gebracht hatten, sind sie abgetaucht. Aber die Wasserkringel sind schön scharf geworden...
Nachdem wir uns im Pool erfrischt haben, haben wir uns auf eine Liege im Schatten eines Baumes gelegt und etwas gedöst. Irgendwas fiept anhaltend, und ich brauche eine Weile, bis mir das komisch vorkommt, und ich durch die halb geschlossenen Augen blinzle. Direkt über mir sitzt ein Perlkauz. Ich wusste doch, dass mir das Gefiepe bekannt vorkommt.
Perlkauz.
Wir schlendern zurück und bereiten unser Abendessen zu. Heute gibt es mal Spaghetti mit roter Sosse. Als wir fertig mit Kochen sind und der Tisch gedeckt ist, gibt es einen unglaublichen Himmel als Dinnerkulisse.
Nachts wache ich auf vom Gewimmer einiger Hyänen.
Kosten: Chobe River Camp 195.- Nam$ pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 2220. Juni 2019
08. Februar; auf zum Wochenendtrip nach Botswana
Früh morgens hört man von der botswanischen Seite die seltsamen, tiefen Bässe von ein paar Ground Hornbills.
Aus alter Tradition, es ist mein dritter Aufenthalt hier, gehen wir zur Lodge, um schön gemütlich mit phantastischer Aussicht auf den Chobe zu frühstücken.
Auf dem Weg zur Lodge nehmen wir den im flachen Morgenlicht ansitzenden Magpie Shrike, Elsterwürger mit.
Seit der Übernahme durch Gondwana haben die Preise massiv angezogen, für das jetzt nicht übermässig überbordende Buffet werden 165.- Nam$ aufgerufen. Erst viel später bemerken wir, dass Beauty, die Dame an der Kasse, uns aber 960.- Nam$ abgezogen hat, also 630.- $ zu viel. Auch sonst gefällt uns Manches nicht, etwa die Boardwalks, die jetzt zu den Aussichtsdecks und der Jetty führen. Der allergrösste Fauxpas allerdings ist, dass man die Treppe im Hauptgebäude rausgesägt hat und man nun nicht mehr oben im zweiten Stock sitzen kann mit dieser grandiosen Aussicht auf die Riverfront. Mir hat es hier zu Zeiten, als die Liebenbergs das Zepter geschwungen haben, besser gefallen.
Chobe River Camp
Nach dem Frühstück schlendern wir zurück zur Campsite, packen zusammen und fahren die paar Kilometer über eine total ausgefahrene Piste zurück zur B 8. In den Büschen rechts und links singen die Thrush Nightingales, Sprosser, aber natürlich zeigen sie sich nicht.
Dafür bekommen wir einen African Golden Oriole, Schwarzohrpirol vor die Linsen.
So früh morgens ist nicht viel los an der Grenze, und so sind wir bald drüben auf der botswanischen Seite. Hier müssen wir etwas warten, da eine Reisegruppe vor uns ist. So bekommen wir live mit , wie ein Truck mit Autoanhänger über einen hohen Randstein heizt und dabei ein Reifen der Tandemachse platzt. Der Fahrer hält kurz, besieht sich den zerfetzten Reifen und fährt einfach weiter. Von vier Rädern sind ja immer noch drei intakt. Nach so viel Kurzweil sind wir bald mit den nötigen Papieren versehen, einmal über die Seuchenmatte gestiefelt, dann noch der Blick in den fleischlosen Engel, das war´s, wir sind wieder in Botswana.
Wir nehmen die Transitroute nach Kasane, die uns einige querende Elefanten, ein paar scheue Ground Hornbills, Impalas sowie
einen Dark Chanting Goshawk, Graubürzel-Singhabicht beschert.
In Kasane waren wir beide zuvor noch nicht, hier ist alles Neuland für uns. Wir steuern direkt die Chobe Safari Lodge an, weil diese am nächsten zum Entrance Gate des Nationalparks gelegen ist. Wir checken für den Campingplatz ein. Dieser entpuppt sich als wenig idyllisch, es sind eher kleine Stellplätze an einem Hang mit geschotterten Flächen, die durch die Regenfälle der letzten Tage teilweise ausgespült sind. So wird das Aufstellen der Zelte etwas tricky. Danach erkunden wir das weitläufige Gelände der Lodge.
So einen Mistkäfer habe ich noch nie zuvor gesehen, er ist zwar deutlich kleiner als seine normalen, schwarzen Verwandten, aber farblich spielt er in einer eigenen Liga.
Dann fliegt ein wahrer Schmetterlingsgigant vorbei, der im Flug metallisch blau aufblitzt. Es dauert eine ganze Weile, bis er sich auf den feuchten Boden setzt, um zu saugen. Es ist ein Veined Swordtail, ein Ritterfalter.
Es wird zum Geduldspiel, bis ich auch die Oberseite des Falters so abgelichtet bekomme, dass man den blauen Glanz erkennt. Je nach Lichteinfall sehen die Flecken einfach weiss aus.
Wir gehen einkaufen, versorgen uns mit Pulas und steuern als Nächstes die Garden Lodge an. Inspiriert durch die begeisterten Erfahrungen von Guggu und Leofant wollen wir hier eine private Cruise mit "Johnny B. Good" als excellentem Guide für morgen klar machen. Die Lady an der Reception informiert uns, "that we no longer do work together with John ... , but we do have another very good guide." Schade, aber wir buchen trotzdem für morgen früh, sieben Uhr, eine dreistündige Private Boatcruise auf dem Chobe.
Danach fahren wir zur Mowana Lodge, da man hier im grosszügigen Garten, der direkt an den Chobe grenzt und der flussaufwärts ins weitläufige Gelände des Golfplatzes führt, einige sonst selten zu findende Vögel sichten kann.
Auf Anhieb finden wir die gesuchte Collared Palm-Thrush, Morgenrötel.
Erstmals gelingt mir ein Bild vom Brown Pansy, leider ist das Exemplar schon etwas abgeflogen.
Black-backed Puffback, Schneeballwürger mit erbeuteter Gottesanbeterin.
noch nicht bestimmter Bläuling, evtl. ein Purple-brown Hairstreak oder ein anderer Hypolycaena.
noch nicht bestimmter Bläuling, evtl. ein Bush Scarlet oder ein naher Verwandter.
Brown-throated Weaver, Braunkehlweber.
Nun mal die Oberseite von einem Blue Pansy Weibchen.
Nach diesem recht erfolgreichen Spaziergang fahren wir eine Runde durch den "Backyard" von Kasane, wo wir oberhalb der Mülldeponie wieder an die Umgehungsstrasse gelangen. Auf der Müllhalde tummeln sich Mengen von Marabus. Wir fahren nach Navi noch eine Runde nach Süden in den Wald, wo uns bald eine Herde Elefanten den Weg versperrt. Nun kann ich eine längere Strecke rückwärts fahren üben, drehen kann man hier nicht. Dafür finden wir einen Amethyst Sunbird als Neusichtung, der die schönen pinken Blüten eines Teakholzbaumes besucht. Ein Gewitter zieht auf, und so fahren wir zurück zum Camp. Hier braten wir uns eine Boerewors.
Den Sundowner wollen wir an der Strandbar nehmen, aber ein Blitz hat die Stromversorgung unterbrochen, also geht die Kasse nicht und wir können keinen GT bekommen.
Blue-cheeked Bee-eater, Blauwangenspint.
Heute ist Freitag, der Platz ist nur mässig belegt, und trotzdem ist es ganz schön laut. Vor allem die Südafrikaner mit ihrem Kompressoren und mobilen Klimaanlagen nerven gewaltig.
Kosten: Chobe Safari Lodge 105.- Pula pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 2324. Juni 2019
09. Februar; eine Bootfahrt, die ist lustig... Ach ja?
Nach der gestrigen Gewittereinlage ist der Himmel heute morgen blank geputzt, so sind wir früh auf und schon gegen halbsieben Uhr in der Garden Lodge. Der noch recht junge Guide rüstet gerade das Boot auf, so lauschen wir den Vögeln, die hier im Schilf singen. Wenigstens zweierlei Arten Reed Warbler, Rohrsänger sind dabei, ein Bild gelingt mir nicht.
Pünktlich um 7.00 Uhr legen wir ab, und nun beginnt das übliche Abtasten: was hat der Guide so drauf, wie geht er mit dem Boot um? Und der Guide möchte wissen, was uns denn so besonders interessiert. Äähm, also zuerst möchte ich stromabwärts fahren, zu den Klippen, denn da sitzen die Rock Pratincoles. Mir geistert da ein fantastisches Foto von Guggu durch den Kopf. Stromabwärts, oh je, das wäre schwierig, wegen Untiefen und so. Trotzdem kann ich ihn überzeugen, mal, auch wenn es völlig gegen seine Gewohnheit verstösst, die Richtung bachabwärts einzuschlagen, dann werden wir schon sehen.
Und wir sehen sofort: da sitzen sechs Rock Pratincoles auf dem ersten Felsen. Etwas schüchtern nähert sich der Guide.
Leider liegt der Felsen mit den Weissnackenbrachschwalben noch im Schatten.
Ich glaube, der Guide ist froh, dass die Brachschwalben nicht lange aushalten.
Na gut, dann fahren wir halt, so wie es üblich scheint, flussaufwärts in Richtung Nationalpark. Hier werden die anfänglichen Zweifel über die Fähigkeiten des Guides eher bekräftigt, als er uns einen Half-collared Kingfisher für einen Pygmy Kingfisher verkaufen will. Der kleine Eisvogel sitzt noch im tiefen Schatten, die Bilder sind für die Tonne.
Nun schippern wir im normalen Tourimodus durch die diversen Kanäle, hier Lechwes, dort hinten Elefanten, Hippo links, Krokodil rechts. Wir erklären ihm wiederholt, dass wir eher so an Vögeln interessiert sind.
Ja genau, sowas. Allen´s Gallinule, Afrikanisches Sultanshuhn.
Typisches Chobe-Allerlei mit Nilgänsen, Seidenreiher, Glockenreiher und Langspornkiebitz.
Der Black Heron, Glockenreiher ist mir doch ein extra Bild wert, so nah hatte ich den noch nie.
Open-billed Stork, Klaffschnabel.
Endlos lange schippern wir ereignislos durch die Chobelandschaft, und wir sind beide schon etwas angefressen über den fehlenden Enthusiasmus von unserem Bootsführer. Auf die Vögel müssen wir ihn aufmerksam machen, wie etwa diesen Retz´s Helmet Shrike, Dreifarbwürger.
Lesser Moorhen, Zwergteichhuhn Weibchen.
Chobe ohne African Fish Eagle, Schreiseeadler geht gar nicht.
Dann ist endlich die Zeit um, wir schippern wieder dem heimischen Hafen zu.
Auf dem selben Ast wie heute Morgen sitzt nach wie vor der Half-collared Kingfisher, Kobalteisvogel. Sonne scheint hier immer noch keine hin, aber es ist nicht mehr ganz so dunkel. Und zwei Minuten später, schon in Sichtweite unseres Stegs, gibt es doch noch ein Highlight.
Da fliegt ein grosser Greif in einen der hohen Uferbäume und baumt auf. Wir ermahnen den Guide, ganz langsam das Boot treiben zu lassen. Ja, da hockt ein African Harrier-hawk, oder eine Gymnogene. Zwar mal wieder "nur" ein Jungvogel, aber das ist uns egal, wir feuern aus allen Rohren.
Der Vogel lässt uns sehr nahe ran, bevor er doch auffliegt, und gleich drauf sind auch wir wieder zurück am Steg der Garden Lodge.
Wir verabschieden uns vom Guide, der noch einiges lernen muss, wenn er an die Qualitäten eines John oder Otto heranreichen will, aber er ist ja auch noch jung. Wir bezahlen die Bootstour und lassen uns noch eine Quittung ausstellen für den Nationalparkeintritt, denn wir möchten nun die Chobe Riverfront unter die Räder nehmen.
Viele Grüße, Matthias
Teil 2401. Juli 2019
weiter der 09. Februar; zurück an die Chobe Riverfront.
Ohne Verzögerung fahren wir direkt bis ans Gate des Nationalparks. Hier will man von der Bestätigung, dass wir heute schon im NP waren, nichts wissen, denn es handelt sich um verschiedene Eintrittspreise. Während man mit dem Boot 70 Pula pP bezahlen muss, sind es auf dem Landweg 120 Pula pP. Den Betrag anrechnen, nein, sowas geht grundsätzlich nicht. Also zahlen wir erneut unseren Obulus und fragen gleich mal, um wieviel Uhr denn am nächsten Morgen das Gate öffnen würde. Also geöffnet wird um 5.30 Uhr , aber man solle doch bitte nicht vor sechs Uhr auftauchen, damit man dann auch alle Papiere und Unterlagen gerichtet hätte..... Aha.
Wir entern unseren Wagen und fahren direkt an die Riverfront.
Mit dem weissblauen Himmel stellt sich direkt Urlaubsstimmung ein.
Common Sandpiper, Flussuferläufer.
Wir treffen auf eine Grossfamilie Streifenmangusten. Während sich die lieben Kleinen im Sand balgen, geben sich die Erwachsenen der Fellpflege hin.
Wir fahren einen grossen Schlenker über die Puku Flats, denn dies hier soll die einzige Stelle in Botswana sein, wo man Pukus zu Gesicht bekommen kann. Das Gras steht sehr hoch, Pukus sehen wir keine, und auch von den so gerühmten Unmengen Antilopen, Elefanten und Hippos werden wir verschont. Aber Vögel gehen immer..., so wie dieser Southern Carmine Bee-eater, Karminspint, der sich einen dekorativen Termitenhügel als Ansitz gewählt hat. Immer wieder startet er von hier und schnappt sich recht erfolgreich ein Insekt nach dem anderen aus der Luft. Hier hat es eine Spitzkopfschrecke erwischt.
Nach dem rituellen Totschlagen schmeisst er das Insekt so lange in die Luft, bis er selbiges genau Kopf voran in den Schnabel bekommt und es dann verschlucken kann.
In einem riesigen Dürrständer hockt ein Osprey, Fischadler und überblickt sein weites Reich.
Es ist nun schon früher Nachmittag, und mittlerweile ziehen einige Herden Elefanten ans Wasser.
Immer wieder kann man schöne Aussichtspunkte anfahren und die Ruhe geniessen. Da wir erst später in den Park eingefahren sind, haben wir nur wenige andere Autos gesehen. Meistens waren es Lodgefahrzeuge, die schon auf dem Rückweg waren.
Ein weiterer Karminspint hat sich eine niedrige Ansitzwarte über dem Grasmeer ausgesucht.
Wir kommen nach Serondela, und hier stellen wir das Fahrzeug in den Schatten und bereiten uns ein Frühstücksmüsli zu. Wird ja auch so langsam mal Zeit.
Dann fahren wir weiter in westlicher Richtung. Zwei African Marsh Harrier, afrikanische Rohrweihen schaukeln in typischer Manier vorbei.
Bei Kabulabula verbringen wir einige Zeit damit, uns die verschiedenen weissen Reiher anzusehen, denn die Silberreiher sind zum Teil noch im Brutgefieder, andere haben schon wieder zurück gemausert. Dann gibt es die Seidenreiher mit den schwarzen Beinen und den gelben Zehen. Und hier gibt es auch die Intermediate Egrets, Edelreiher, die nicht ganz einfach von gelbschnäbeligen Silberreihern zu unterscheiden sind, zumal, wenn sie in hohem Gras stehen und man die Farbe der Beine nicht genau sehen kann. Warum ich dann aber nicht ein einziges Foto von so einem Edelreiher gemacht habe, weiss ich auch nicht.
African Stonechat, Schwarzkehlchen.
Wir fahren bis zum Nanyanga Stretchpoint mit einem Baobab. Hier turnt ein Jacobin Cuckoo, Jakobinerkuckuck durch die Büsche. Nun drehen wir bei und fahren zurück. Dabei nehmen wir die landeinwärts gelegene Piste. Vielleicht finden wir ja hier eine der so zahlreich vorkommenden Katzen, denn bislang haben wir noch keinen Räuber sichten können.
Grosskatzen belästigen uns auch weiterhin nicht, dafür zieht jetzt Herde um Herde Elefanten zum Wasser. Dieses Exemplar mit gekreuzten Säbeln war mir dann doch ein extra Bild wert.
Kurz hinter Serondela bemerke ich eine Schlange im Gras, doch kaum habe ich zurück gesetzt, flüchtet der grosse Python ins Unterholz.
Dafür kommt ein kleiner Village Indigobird, Rotschnäblige Atlaswitwe immer näher angetrippelt und pickt die Samen neben der Fahrspur.
Das Licht wird nun zum Abend hin immer brillanter, und auf jeder Lichtung steht Wild um zu Äsen. Giraffen und Impalas.
Diese Marabus haben schon ihren Übernachtungsplatz bezogen.
Mit einem letzten Blick auf den Chobe verabschieden wir uns für heute aus dem Nationalpark, der mir landschaftlich sehr gut gefallen hat.
Wir fahren in den Ort, um den Wagen aufzutanken. Andreas steht beim Tankwart, so beobachte ich etwas den Abendhimmel. Da fliegen zwei Falken, die mir riesig vorkommen, grösser als ein Lanner. Ich rufe Andreas, es sprintet zum Auto und holt sein Glas, und er bestätigt meine Zweifel, denn da fliegen zwei Bat Hawks, Fledermausaare. Cool, haben wir erst einmal in Xakanaxa gesehen.
Wir fahren zurück zur Chobe Safari Lodge und kochen dann unser Nachtmahl. Auf der Site direkt oberhalb der unseren ist eine Südafrikanische Grossfamilie mit beeindruckender Ausrüstung gelandet. Es gibt extra Luftpumpen, natürlich motorgetrieben, um die ganzen Matratzen aufzupumpen, einen Aussen- und einen Innenkühlschrank und natürlich eine komplett über die ganze Site reichende Illumination. Wir sind froh, dass das hier unsere letzte Nacht sein wird, morgen werden wir in Ihaha nächtigen.
Kosten: wieder die 105.- Pula pP für die Campsite.
Viele Grüße, Matthias
Teil 2510. Juli 2019
10. Februar; entlang der Chobe Riverfront bis Ihaha
Heute ist Sonntag, und da wir ja gegen sechs Uhr am Gate vom Nationalpark sein wollen, stehen wir noch bei Dunkelheit auf und packen zusammen. Das gestalten wir durchaus etwas lauter, als es sein müsste, aber wir finden, unsere südafrikanischen Nachbarn sollen auch was von uns haben, da sie uns gestern Abend bis weit nach Mitternacht "unterhalten" haben.
Um fünf nach Sechs stehen wir am Gate und begehren Einlass. Die Lady, die uns gestern gesagt hat, dass wir erst etwas später kommen sollen, muss uns nun handschriftlich auf einem Zettel eine Bestätigung schreiben, dass wir ordnungsgemäss den Park befahren und erst beim Verlassen die Gebühren zu zahlen haben, denn die Gute hat den Rechnungsblock vergessen.
Wir fahren direkt runter an den Chobe.
Noch scheint die Sonne nicht hierher, aber einen Glockenreiher bei der Arbeit nahebei haben wir noch nicht gesehen.
Wir freuen uns sehr über die Sichtung, während ein paar Lodgefahrzeuge an uns vorbei rumpeln.
Durch das Bilden der "Glocke" hat der Reiher keine Spiegelung auf dem Wasser und kann seine potentielle Beute besser erspähen.
Es gibt tatsächlich Grossräuber am Chobe, ein Vierertrupp Hyänen durchstreift das hohe Gras.
Schön, dass mittlerweile die Sonne die Szene beleuchtet.
Mal wieder eine Greater Painted Snipe, Goldschnepfe. Hatten wir ja seit dem Buschmannland keine mehr gesehen.
Leider sitzt der White-browed Coucal, Weissbrauen-Spornkuckuck etwas verdeckt. Gleich drauf verkriecht er sich ins Innere des Busches.
Schlangenhalsvögel geniessen die wärmenden morgendlichen Sonnenstrahlen.
Auf der namibischen Seite kontrolliert ein Fischer in seinem Einbaum die gestern Abend gestellten Netze. Während diesseits des Flusses Nationalpark ist, leben auf der anderen Seite einige Leute in Dörfern direkt am Wasser mit und vom Fluss.
Marabus warten noch auf die Wärme des Tages und die beginnende Thermik.
Ebenso haben sich die Weissrückengeier noch nicht zum Aufbruch entscheiden können.
Dafür ist der Lesser Kestrel, Rötelfalke fleissig über dem Grasland am Rütteln,
während ein Black-breasted Snake Eagle, Schwarzbrust-Schlangenadler mühelos seine Kreise zieht.
Das flache Licht macht sich gut, um auf die vorbei schaukelnde Afrikanische Rohrweihe zu Schuss zu kommen.
Bei unserem gestrigen Umkehrpunkt Nanyanga sitzt ein männlicher Eastern Red-footed Kestrel, Amurfalke in einem abgestorbenen Baum und ergreift nicht wie so oft direkt die Flucht.
Hier lehne ich mich weit aus dem Fenster und ernte hoffentlich nicht den Widerspruch von franzicke, wenn ich behaupte, dass hier eine White-winged Tern, Weissflügel-Seeschwalbe vorbeifliegt. Natürlich ist der Vogel noch im Schlichtkleid.
Kurz bevor wir Ihaha erreichen, turnt wieder ein schwarzweisser Kuckuck durchs Gebüsch. Diesmal ist es aber ein Le Vaillant´s Cuckoo, Kapkuckuck.
Dann checken wir in Ihaha ein. Das nimmt einige Zeit in Anspruch, weil der zuständige Mensch irgendwo unterwegs ist, sagt seine weibliche Vertretung. Die Vertretung geht aber nicht soweit, dass sie uns einchecken könnte, also warten wir. Nachdem die tatsächlich zuständige Person aufgetaucht ist, füllen wir die üblichen Listen aus und bezahlen die Übernachtung. Sehr "witzig" finde ich, dass zur üblichen Gebühr 10 Pula Bed Levy fällig werden. Für das eigene Zelt, den eigenen Schlafsack, auf so eine Idee muss man erst mal kommen.
Wir suchen uns eine schöne Site mit direktem Blick auf den Chobe, setzen uns in den Schatten und frühstücken in aller Ruhe.
Die wird nur kurz unterbrochen durch einen vorbeisegelnden Tawny Eagle, Raubadler. Unser Erster hier am Chobe, die scheinen deutlich weniger häufig zu sein hier.
Kosten: Ihaha Campsite 260.- Pula pP plus 10.- Pula Bed Levy pP.
Viele Grüße, Matthias
Teil 2612. Juli 2019
weiter der 10. Februar; der Teakholzwald südlich von Ihaha.
Nach dem Frühstück wollen wir die Gegend südlich von Ihaha, also weg vom Wasser, erkunden.
Die Pad führt in einen recht ursprünglichen, mit alten Teakholzbäumen bestandenen Galeriewald, wo wir sogleich fündig werden. White Helmet Shrikes, Brillenwürger.
Leider ist das Licht nun zur Mittagszeit recht grell, und so direkt schräg von unten ist auch nicht die ideale Fotoposition, aber ein Belegbild von der langschwänzigen Eastern Paradise-whydah, Spitzschwanzparadieswitwe muss sein.
Swallow-tailed Bee-eater, Schwalbenschwanzspint.
Im Wald selbst ist das Licht weicher, dafür sind die Racket-tailed Roller, Spatelracken nicht mehr im besten Gefiederzustand. Trotzdem freuen wir uns sehr über die Sichtung, denn bei Nambwa, wo wir bislang immer erfolgreich waren, haben wir die Vögel dieses Mal nicht zu Gesicht bekommen. Somit haben wir auf dieser Tour alle fünf möglichen Rackenarten auf der Liste stehen.
Ich weiss nicht mehr, wie und warum ich diesen Vogel überhaupt entdeckt habe, denn er sitzt immer gut gedeckt in der Baumkrone, das Foto taugt auch höchstens zur Erinnerung, aber es ist eine weitere Erstsichtung: Broad-tailed Paradise Whydah, Breitschwanzparadieswitwe. Somit haben wir auch alle vier möglichen Whydahs voll. Die Liste füllt sich.
Der Wald wird offener, die Bäume mutieren zu Büschen. Wir kommen an eine Weggabelung, und wir hören Elefanten trompeten. Also nehmen wir die rechte Spur und kommen gleich an ein kleines Wasserloch, wo gerade die kleine Herde eintrifft.
Die grösseren Tiere stillen ihren Durst und bespritzen sich dann mit Schlamm, während der jüngste Sproß noch nicht so richtig weiss, was er hier machen soll. Er tapst etwas unbeholfen zwischen den anderen Familienmitgliedern umher.
Als diese aber dann mal genug haben und die tiefste Matschmulde freimachen, legt sich der kleine Dumbo in den Modder und schiebt sich durch die Pampe. Offensichtlich weiss er sein komisches Anhängsel im Gesicht noch nicht richtig einzusetzen.
Wahre Zebraliebe.
Wir fahren zurück ins Camp und legen uns etwas hin, um dann spätnachmittags ein weiteres Wasserloch im Wald aufzusuchen, welches wir auf der Mittagsrunde nicht allzuweit vom Camp entdeckt haben. Wir stellen uns an einen strategisch günstigen Platz und malen uns aus, wie schön das wird, wenn bald, im schönsten Abendlicht, der Leopard, oder doch wenigstens ein paar Löwen, zum Trinken ans Wasser kommt.
Die Zeit bis dahin vertreiben wir uns mit den hier ansässigen Little Bee-eaters, Zwergspinten, die unermüdlich ihre Runden drehen und immer wieder den selben Ansitz anfliegen, ob mit oder ohne Beute.
Eine Banded Martin, Gebänderte Uferschwalbe nutzt unseren Aussenspiegel als Ansitzwarte.
Von Säugern aber bleiben wir verschont, und als die Zeit voran schreitet und wir zurück müssen, um pünktlich im Camp zu sein, möchte die Schwalbe ihren Platz gar nicht räumen. Sie fährt ein ganzes Stück mit, bevor sie dann doch davon fliegt.
Wir geniessen einen ruhigen Abend auf unserer Site mit einem schönen, weiten Blick über das unendlich scheinende Grasmeer. Kurz bevor es ganz dunkel ist, gehen wir zum Ablution Block um zu duschen. Blöd nur, dass es hier kein Licht gibt. Es ist zwar alles vorhanden, von Solarzellen auf dem Dach über Leitungen und Schalter bis zu den Glühbirnen, aber funktionieren tut nichts. Da wir unsere Lampen dabei haben, ist das nicht weiter tragisch, aber wirklich unterhalten scheint die Anlage nicht zu werden. Unterm Dach fliegen einige Fledermäuse umher.
Nachts werde ich ein paarmal wach, zweimal kommt eine Patrouille vorbei und leuchtet mit Scheinwerfern die Gegend ab, leider auch in unsere Zelte. Wesentlich angenehmer ist die Störung durch brüllende Löwen ganz in der Nähe sowie durch lachende Hyänen.
Viele Grüße, Matthias
Teil 2719. Juli 2019
11. Februar; wir tingeln durch den Chobe NP und landen wieder im Mubala Camp.
Mit dem ersten Licht stehen wir auf, denn wir wollen nachschauen, ob wir die Löwen finden, die ganz in der Nähe gewesen sind.
Friedlich liegt der Chobe im Morgenlicht da, von Löwen ist weit und breit nichts zu sehen.
Dafür zeigen sich heute mal die Hühnchen, laut rufend begrüssen sie den jungen Morgen. Red-billed Francolin.
Im Sand der Fahrspur hudern einige Double-banded Sandgrouses, Nachtflughühner.
Ein weiteres Huhn hockt oben auf einem Termitenhügel und gackert laut seinen Revieranspruch über die Pläne. Swainson´s Francolin.
So am frühen Morgen zieht es kaum Tiere ans Wasser, die Ebene vor uns ist leer.
Wir drehen nochmals eine Runde durch den Wald südlich von Ihaha. Auf der Pad sind überall deutlich die Abdrücke von zahlreichen Elefanten, von groß bis klein, in den Sand gedrückt.
Und viele Bäume hier müssen die ständige Anwesenheit von zu vielen Elefanten "bezahlen", entweder mit abgerissenen Ästen, oder sie werden gleich ganz umgedrückt.
Wir kommen wieder zu dem Wasserloch im Wald, wo gestern die Elefanten waren. Heute sind "nur" ein paar Vögel hier, wie dieser Hamerkop.
Emerald-spotted Wood-dove, Green-winged Pytilia, Cape Turtles, Blue Waxbills und Yellow-fronted Canaris. Oberhalb der Pytilia sitzen noch drei Guineafowls und saugen Mineralien.
Dann fahren wir zurück ins Camp, wo wir gemütlich in der Sonne sitzend frühstücken. Danach bauen wir die Zelte ab und fahren, meistens am Fluss entlang, Richtung Ngoma Gate. Einige Schlenker in den Wald unternehmen wir zusätzlich, denn wir haben keine Eile. Dass wir bis elf Uhr auschecken müssen, übersehen wir grosszügig.
Wir finden einen ganzen Flock Eastern Red-footed Kestrels, Amurfalken und beobachten sie beim Insektenfang.
Es macht Spass, die flinken und überaus wendigen Falken im Flug zu fotografieren, wie dieses Männchen.
Die überaus hübschen Blüten des Teakholzbaumes blühen gerade und sind ein Magnet für alle Sunbirds.
Mit zwei Stunden Verspätung erreichen wir das Gate, und wir quasseln einige Zeit mit dem netten Officer, der wissen möchte, wie es so läuft in Ihaha. Er erzählt uns dann, dass die örtlichen Ranger gar nicht glücklich sind mit dem Gebaren von Kwalate, und sie sammeln Geld, um hier, direkt hinterm Gate, ein neues Camp aufzubauen. Ich bin gerade so richtig in Diskussionslaune und frage ihn, warum denn BWNP die ganzen Camps, die ja vor nicht allzu langer Zeit staatlich waren, verhökert hat (und das wie etwa im KTP immer noch weitermacht). Erst wiegelt er ab, dann gibt er doch zu, dass das wohl ein Fehler des Ministeriums war. Ich sage ihm auch, dass ich nicht glaube, dass sie hier in direkter Nähe zur Strasse und fernab vom Chobe, mit einem Camp wirtschaftlichen Erfolg haben werden. Trotzdem spenden wir einen kleinen, symbolischen Beitrag. Dafür ist keine Rede mehr von der etwas grosszügig ausgelegten Check-out-Time. Zum Abschluss macht er uns noch auf eine unterm Dach schlafende Wood Owl aufmerksam, die wäre jeden Tag hier.
African Wood Owl, Woodfordkauz.
Dann geht es schnell und wir sind am botswanischen Grenzübergang. Nach dem üblichen Prozedere mit der Bürokratie mit freundlichen Beamtinnen rumpeln wir über die Brücke zurück nach Namibia, um hier wiederum das bürokratische Prozedere zur Einreise mit wie üblich brummeligen, eher abweisenden Beamten über uns ergehen zu lassen.
Wir überlegen kurz, ob wir erneut im Chobe River Camp zelten wollen, aber es sieht nach Regen aus, und so fahren wir weiter Richtung Katima, um dann wieder beim Mubala Camp zu landen. Wieder bekommen wir den schönen Stellplatz direkt überm Sambezi.
Nachdem wir uns im Pool erfrischt haben, drehen wir noch eine Runde übers Gelände, aber Fotos entstehen keine dabei. Es hat zugezogen, und Vögel sind auch keine dekorativ hindrapiert. So genehmigen wir uns ein kaltes Bier auf der Veranda überm Fluss, später essen wir jeder ein Steak mit Pommes. Für den Preis von 140.- Nam$ ist es okay, aber kein Vergleich zu dem Fleisch der KWS. Von der netten, jungen holländischen Managerin, die das Glück hatte, hier geheiratet zu werden und nun nicht mehr nach Europa zurück muss, bekommen wir ein weiteres Bier spendiert, und so gehen wir nach einem Sundowner ohne sichtbaren Sonnenuntergang etwas betüdelt in die Zelte. Nachts pladdert der Regen runter.
Kosten: Mubala Camp 215.- Nam$ pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 2824. Juli 2019
12. Februar; Flucht vor dem Regen-zurück an den Kavango
Bleiern graut der Morgen, und schon bald kommen die Blitze in immer kürzeren Intervallen immer näher. Und dann fängt es an zu regnen. Es ist kein deutscher Schnürlregen, sondern ein tropischer Aufguß. Es pladdert nur so, also schnell das Überdach geschlossen und nochmal eine Runde in den Schlafsack gekrochen, was soll man sonst Anderes machen?
Nach einer guten Stunde hört der Regen wieder auf, es reisst auf, ganz langsam drückt die Sonne durch. Während wir frühstücken, diskutieren wir das weitere Vorgehen. Wir sind uns einig, wir fahren weiter bis an den Kwando zum relativ neuen Mukolo Camp, um von dort mal in den Mudumu NP zu schnuppern.
Wir packen zusammen und verabschieden uns von dem jungen Managerpaar. Dann fahren wir über die völlig überdimensionierte, frisch geteerte Strasse zurück zur B 8 und weiter nach Katima. Hier kaufen wir ein und tanken den Wagen voll, bevor wir nochmal in das schöne Café@ Caprivi Adventures einlaufen und uns was Gutes tun. Die Sonne sticht nun gnadenlos, und Richtung Westen-unserer Richtung- braut sich die nächste Gewitterfront zusammen.
Wir fahren geradewegs in das Wetter, bald hinter Katima geht die Welt unter, mehr als 40 Km/h sind nicht drin, wenn man nicht Wasserski fahren möchte. In Kongola pladdert es weiterhin, wir tanken erneut und beschliessen, dass es keinen Sinn macht, ins Mukolo Camp zu fahren, denn hier steht mittlerweile alles unter Wasser.
Also fahren wir weiter auf der B 8 Richtung Divundu. Es regnet weiter wie aus Kübeln, trotzdem sehen wir einige Tiere. Ein Rudel Impalas grast unbeeindruckt neben der Strasse, später sehen wir zweimal einen Elefantenbullen. Inzwischen hat es aufgehört zu regnen, und bald ist sogar die Strasse wieder trocken. Andreas fährt das monoton lange Asphaltband entlang, selten mal überholen wir einen Truck, die irgendwelche Metallblöcke geladen haben und auf dem Weg nach Walvis Bay sind.
Im letzten Moment kann ich Andreas auf eine Schlange auf der Pad hinweisen, die sich hier sonnt. Gerade noch bringt er sie zwischen die Räder, aber wir überfahren sie nicht. Natürlich will ich wissen, was das für eine Spezies ist und wir wenden. Da kommt uns auch schon der gerade überholte Truck entgegen. Er hat die Schlange voll erwischt, das Foto erspare ich euch hier. Es war eine schöne, satt grüne Boomslang. Es bleibt mir nur noch, den Kadaver von der Strasse zu holen, damit nicht auch noch ein Greif, der sich den Körper holen möchte, als weiteres Opfer des Strassenverkehrs endet.
Kurz vor Divundu liegen acht Sables im Gras und käuen wieder.
Wir rollen über die Brücke und biegen nach links ab Richtung Shametu Lodge. Hier checken wir für zwei Nächte ein, denn den nächsten Tag möchten wir in der Buffalo Core Area verbringen, und da liegt diese Lodge strategisch recht günstig.
Wir bekommen die Site Nr.1, es ist ein grosszügiger Platz fürs Auto und unsere zwei Zelte. Weiter gibt es eigene Ablutions, in der Dusche hängen sogar frische Handtücher, sowie eine kleine Lapa mit Küchenzeile. Das ist perfekt, denn es fängt wieder zu regnen an. Wir schnibbeln Gemüse und Kartoffeln, braten zwei gewürfelte Steaks an, machen Feuer und trinken ein Savanna dazu- heute gibt es nochmals einen Poitjie. In Regenpausen stellen wir die Zelte auf, dann duschen wir, während unser Gericht langsam vor sich hin schmurgelt.
It´s Poitjie-time.
Nachdem wir gegessen haben, erkunden wir das Gelände und geniessen unten am Fluss den Abend. Der Tag verabschiedet sich spektakulär.
Es nieselt nur noch leicht, dafür sind jetzt Tausende Termiten in der Luft und beginnen ihr kurzes Leben als geflügeltes Insekt.
Eine Schleiereule fliegt vorbei, dann gehen wir zurück zu den Zelten und legen uns hin.
Kosten: Shametu Lodge 205.- Nam$ pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 2925. Juli 2019
13.Februar; ein Tag in der Buffalo Core Area.
Die Prognose der Wetter-App verspricht heute weiteren Regen, und der Himmel sieht entsprechend aus. Trotzdem fahren wir zeitig los und ziehen bei der Lady am Eingang unser Permit. Ein Ranger kommt rein und erzählt was von Löwen beim Picnic-Spot, jetzt gerade eben vor einer Viertelstunde.
Na, die werden sicher nicht mehr da sein, aber wir nehmen sicherheitshalber die Fahrspur dorthin unter die Räder.
Bei Pica Pau, den Ruinen des südafrikanischen Militärcamps stehen eine ganze Herde Büffel im Unterholz und glotzen uns an wie eine Herde Weissbunte im Allgäu. Es hat angefangen zu regnen, deshalb glänzt die Hornwehr der Tiere besonders schön.
Am Picnic-Spot sind natürlich keine Löwen mehr, aber wir sehen die frischen Abdrücke der Pranten im feuchten Sand. Etwas weiter in den Floodplains steigen wir aus und scannen die weiten Ebenen vor uns.
Wolken ziehen vorüber, der Regen hat wieder aufgehört.
Die Zwerggans schwimmt um den Silberreiher rum und versucht offensichtlich, irgendwelche Kleinlebewesen, die der Reiher beim Herumstaksen aufscheucht, abzugreifen.
Vor uns zieht eine grosse Herde Büffel aus den Schwemmlandebenen zurück in den Wald, der Park macht seinem Namen alle Ehre.
Einige Crocs liegen am Ufer und warten auf die Sonne, um ihre Körpertemperatur hochzufahren, aber da können sie heute lange warten.
Der Pied Kingfisher, Graufischer hat sich einen niedrigen Ansitz gewählt.
Wir fahren bis sich die Fahrspur verliert, das Navi zeigt an, dass wir im Bereich der botswanischen Grenze sind. In einem stinkenden Modderloch liegt ein Büffel, der dann doch aufsteht, als wir vorbeirumpeln.
Der Himmel hat wieder zugemacht, der nächste Regen ist im Anmarsch. Zwei Seeadler unterhalten sich, wenn ich das Bild sehe, habe ich direkt den Schrei im Ohr. Feinste Caprivi- Musik.
Gleich drauf ergiesst sich ein weiterer Wasserfall, da bleiben die Little Bee-eater auch lieber sitzen.
Als es wieder weitgehend aufgehört hat mit dem Regen, fahren wir zurück in Richtung Floodplains. Hier stehen ein paar Riedböcke im Gras und äsen, während dahinter eine typische Dreierfamilie Wattled Cranes vorbeistolziert. Insgesamt sehen wir heute neun Kraniche.
Während wir den grossen Vögeln zuschauen, haben wir auf einmal einen kleinen Säuger im Fernglas, da ist doch tatsächlich ein Fischotter auf Landgang.
Es geht gegen Mittag, und wir beschliessen den Wald südöstlich der Rangerstation Nova de Marc zu erkunden. Hier war ich noch nie. Der Ausflug lohnt sich, denn wir finden eine Familie Arnot´s Chats, Arnotschmätzer, die fehlen uns bislang noch auf dieser Tour.
Hinter uns klebt plötzlich ein grüner Truck, ich lasse ihn vorbei. Es ist eine Anti-Wilderer-Einheit mit bewaffneten Soldaten.
Wir fahren bis zum Wasserloch an der Delta Pan, hier ist aber nichts los. Wir bleiben eine Weile stehen und nutzen die Zeit für einen Lunch.
Dann rumpeln wir auf der ziemlich verbuschten Spur wieder zurück, und bald habe ich wieder den Militärtruck im Schlepp. Ich lasse ihn vorbei, die Soldaten sind nicht mehr an Bord.
Burchell´s Glossy Starling, Riesenglanzstar.
Noch mehr langschwänzige Glanzstare, diesmal sind es aber Meve´s Glossy Starlings, Mevesglanzstare.
Ein typischer Impala-Kindergarten. Einige Aufseherinnen wachen über den gesamten Nachwuchs der Herde, während diese unterwegs im Busch ist.
Die Kudukuh schaut auch etwas bedröppelt drein, der Rotschnabelmadenhacker filzt unbeirrt das Fell nach Zecken.
Die nächste Ladung Nass kündigt sich an, die Belichtungszeiten sind bei diesen Verhältnissen nicht zufriedenstellend, ständig bei geschlossenen Fenstern rumzustehen geht uns langsam auf den Geist, und so beschliessen wir, langsam zurück Richtung Ausgang zu fahren, obwohl wir noch zwei Stunden Zeit hätten.
Bei dem Wetter hat sich das Hippo wohl schon früher für einen Landgang entschieden.
Die African Jacanas haben eine ähnliche Strategie wie die Zwerggans, auch sie hoffen auf vom Hippo aufgescheuchte Tiere.
Der nächste Regen pladdert runter, als das Gröbste durch ist, beobachten wir diesen Brown Snake Eagle, Braunen Schlangenadler. Er sieht auch nicht gerade glücklich aus, und auf Thermik oder sich sonnende Schlangen braucht er heute nicht zu hoffen.
Trotz dem Regen hat uns unser Ausflug auf die andere Seite des Kavango gut gefallen, es ist eine schöne Ergänzung zur Mahango Core Area. Allerdings sind die "Strassen" im Park deutlich anspruchsvoller zu fahren.
Nun lassen wir es gut sein und fahren zurück zur Shametu Lodge. Wir wärmen unser Stew nochmals auf, denn heute gibt es Resteessen.
Den Abend lassen wir wieder unten am Wasser ausklingen, dabei sehen wir noch einen African Finfoot, der unterhalb der Popa Falls am Schilf längs schwimmt. Den habe ich am Kavango auch noch nie gesehen, sondern bislang nur am Sambezi.
Die Wetterprognose verspricht weiteren Regen, und so sehr wir uns für das Land und die Leute hier freuen, uns selbst reicht es. Zudem haben wir beide das Gefühl, dass wir es hier jetzt gesehen haben, denn so richtig was Neues gibt es nicht mehr. Klar, wir könnten nochmals in den Mahango-Teil des Bwabwata NP fahren, aber eigentlich haben wir für diesmal den Caprivi satt.
Wir studieren die Landkarte, und eigentlich könnten wir noch ein paar Wüstenvögel für die Liste brauchen. Also, wir packen zusammen und fahren nach Rundu.
Hier besuchen wir nochmals all die Stellen, wo wir vor sechs und vor drei Jahren schon mal waren. Aber hier ist die Zeit nicht stehen geblieben. Mit Unterstützung aus Europa, und hier natürlich besonders aus Deutschland, sind viele schöne Ecken von damals einer EU-gerechten Agrarsteppe gewichen. Alles begradigt, nivelliert, platt gemacht. Keine Löcher und Tümpel mehr, wo das pralle (Vogel)Leben auf Einen niederprasselt, sondern ein Muster-Milchvieh-Projekt plus Maisanbau etc pp.
Das Einzige, was geblieben ist, sind die riesigen, wilden Müllablagerungen. Plastiktüten, Dosen, Flaschen, Autoreifen, alles in kofferraumgrossen Häufen in die Landschaft drapiert. Das törnt uns total ab. Wir fahren noch die Strecke zur Fähre nach Angola, aber hier gibt es jetzt eine Ponton-Brücke.
Die letzte Zwerggans kann nicht undokumentiert bleiben, wobei die Kunst darin besteht, all den Plastikmüll, der auch hier rumschwimmt, nicht aufs Bild zu bekommen.
Der letzte Braune Schlangenadler, dann haben wir genug gesehen.
Wir fahren eine Tanke an, dann holen wir uns in einem Imbiss ein paar heisse Meat Pies, und danach heisst es Gummi geben. Wir fahren zurück auf die B 8 und ziehen beim ersten Parkplatz raus, um die Pasteten zu essen. Sofort werden wir von einer ständig grösser werdenden Kinderschar umringt. Zuerst wollen sie was zu essen, dann Sweets, dann Schreibsachen, schliesslich Geld. Dabei kleben sie uns an den Scheiben.
Als wir fertig gegessen haben, machen wir, dass wir weg kommen. Ereignislos passieren wir den Vet Fence und rollen weiter bis nach Grootfontein. Hier steuern wir wieder die Maori Campsite an.
Die Sonne scheint, und unsere Zelte sind in kürzester Zeit wieder trocken, denn heute morgen mussten wir diese tatsächlich das erste Mal nass einpacken.
Wir grillen ein schönes Elandsteak und sitzen dann noch längere Zeit am Feuer, während mindestens vier Fiery-necked Nightjars um uns herum "singen".
Kosten: Maori Campsite 125.- Nam$ pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 3128. Aug. 2019
15. Februar; das Damaralnd ruft.
Wir frühstücken in der Sonne, da fliegt ein Black Cuckoo vorbei. Leider findet er keine Zeit, um mal innezuhalten und uns eine Chance für ein Foto zu geben, aber nun: damit haben wir auch die Kuckucke, die man zu dieser Jahreszeit erwarten kann, fast alle auf der Liste.
In Grootfontein kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten nach, dann rollen wir auf leerer Strasse die schöne Strecke durch die Otaviberge. Eine männliche Wiesenweihe schaukelt in typischer Manier vor uns über die Pad.
Nach Otavi wird es dröge, durch langweiliges Farmland geht es bis nach Otjiwarongo, wo wir im örtlichen, bestens sortierten Spar ein paar von den überaus leckeren Samosas als Mittagssnack erstehen. Dann nehmen wir die Strasse nach Outjo unter die Räder und weiter Richtung Khorixas. Beim Abdreh zur Fingerklip biegen wir ab und nehmen die breite, ausgefahrene Sandpad D 2743, um an den oft gepriesenen Ugab-Terrassen und eben der Fingerklip vorbei zu fahren. Aber ehrlich, diese Gegend begeistert uns nur mässig, was vielleicht auch an der grellen Mittagsbeleuchtung liegen mag. Jedenfalls schafft es nicht ein Motiv auf den Chip.
Hinter Khorixas fahren wir wieder auf Gravel weiter nach Westen, vorbei an den versteinerten "Wäldern" links und rechts der Pad. Endlich gehts nach links weg auf die D 2612 Richtung Twyvelfontein und weiteren Sensationen. Wir stoppen beim Aba Huab Camp und checken hier für eine Nacht ein. Nachdem wir uns eine schöne, schattige Campsite rausgesucht haben und unsere Stühle und den Tisch aufgebaut haben, machen wir uns noch auf den Weg Richtung Weltkulturerbe, biegen aber kurz davor ab Richtung Lodge, um uns an den hier ebenfalls zu findenden Felsgravuren etwas die Beine zu vertreten. Die Sonne ist schon hinterm Berg, so bleiben die Gravuren unbeachtet, aber ein paar Vögel turnen hier durchs Geäst.
Während das Weibchen vom Violet-backed Starling, Amethystglanzstar schön still hält und sich fotografieren lässt, ist der Herr Gemahl dem lichtscheuen Gesindel zuzurechnen.
Wie immer nicht einfach machen es einem die Meisen: Carp´s Tit, Rüppellmeise.
Pale-winged Starling, Bergstar.
Im flachen Licht der Abendsonne streicht ein Martial Eagle, Kampfadler über die mit ein bisschen Gras bestandene Ebene.
Im schönen Gegenlicht stolzieren ein paar Rüppell´s Korhaans, Rüppelltrappen durch den Grasflaum. Von dem wird kaum ein halbes Jahr später nichts mehr zu sehen sein.
Zurück im Camp giessen wir uns einen schönen Gin Tonic auf, den haben wir uns heute verdient. Morgen werden wir nicht soviel Strecke machen, sondern mehr Landschaft geniessen, so jedenfalls lautet der Plan.
Kosten: Aba Huab Camp 150.- Nam$ pP plus 20.- Nam $ fürs Auto.
Viele Grüße, Matthias
Teil 3230. Aug. 2019
16. Februar; via Doros-Krater und Divorce Pass zum Brandberg
Wir stehen früh auf und rollen noch vor Sonnenaufgang vom Campgelände, um dann südwärts zu fahren, vorbei an den Basaltsäulen und dem Verbrannten Berg, zwei der meist überschätzten Sehenswürdigkeiten im Land.
Im ersten Sonnenlicht plustern sich die Rüppelltrappen nach der Kühle der Nacht auf.
Lange Schatten, weite Sicht.
Auch die Lark-like Bunting, Lerchenammer geniesst die wärmenden Strahlen.
Nach dem Verbrannten Berg degeniert die Pad schnell zu zwei ausgefahrenen Fahrspuren, die Landschaft wird minütlich spektakulärer.
Wir kommen nicht wirklich schnell voran, denn oft müssen wir halten und aussteigen, um die Landschaft auf uns wirken zu lassen, es ist so schön hier. Und so ruhig! Tiere allerdings, in Form von Wild, sehen wir zunächst gar nicht, keine Gemsböcke, keine Springböcke, nichts. Allerdings steht hier auch kaum mehr ein Halm. Und doch, wenn ich die Bilder heute ansehe und mit den aktuellen vom August vergleiche, fällt mir der samtene Flaum auf, der noch in den Ebenen wächst.
Wieder mal bremst uns ein Flock Lerchen aus. Oje, auf welchen Namen die wohl hören. Gesehen haben wir sie vorher noch nicht, und erst jetzt zuhause habe ich sie bestimmt, es sind Stark´s Larks, also Starks Kurzhaubenlerchen.
Lieber ein paar Fotos mehr gemacht, damit man auch kleinere Details erkennen kann.
Im Süden kriecht langsam der Brandberg übern Rand.
Eine weitere Lerche stoppt uns: wir meinen, es sollte eine Karoo Long-billed Lark sein, aber es gibt eine Unterart ssp. kaokensis und eine ssp. damarensis. Welche es ist, können wir nicht klären. Im Deutschen ist das einfacher, da heissen alle Long-billed Larks einfach Langschnabellerche.
Über weite Strecken "nur" Landschaft und rote Steine.
Diesen steilen Anstieg muten wir dem Wagen nicht zu und erklimmen das Plateau zu Fuß. Hier hat jemand, ausgehend von einem Wohnaufbau eines Trucks, ein veritables Gebäude erstellt. Aber das ist lange her, alles Verwertbare ist entfernt worden, nur noch die leere Hülle zeugt von einem vergangenen Traum, den sich hier mal jemand realisiert hat.
Namaqua Sandgrouse, Namaflughuhn.
Lange Zeit fahren wir über strauch- und baumlose Steppe. Ein paar Strausse, und völlig unerwartet eine Gruppe Erdmännchen, die weit entfernt auf einem Sandhügel stehen und sichern, sind alles, was wir an grösseren Tieren zu Gesicht bekommen. Später sichten wir noch eine Herde Springböcke sowie einen Familienverband Bergzebras. Nachdem wir das Goantagab Rivier gekreuzt haben, wird die Landschaft steiniger, und die Pad rumpeliger. Wir fahren auf den Divorce Pass zu, lässt uns das Navi wissen. Der Name des Passes sagt mir nichts, ich bin gespannt.
Das steilste, und schwierigste Stück ist der Abstieg ins Ugab Rivier. Ganz langsam lasse ich den Wagen Stein über Stein runterrollen, hoch möchte ich hier definitiv nicht fahren. Im Rivier angekommen, folgen wir der Fahrspur aufwärts, über weite Strecken durch dichte, enge Tamariskenbestände, die fürchterlich am Wagen längsschrammen. Im immer mal wieder feuchten Sand stehen frische Abdrücke von Elefanten, die Verursacher selbst sehen wir nicht, was mir hier in dem engen Dschungel ganz recht ist.
Einmal entfernt sich die Spur vom Rivier und man fährt nochmals ein Stück durch Berglandschaft am Fuße des Brandbergs, bevor ein letztes Stück oberhalb des Riviers bis zur White Lady Lodge zurück zu legen ist, dann haben wir die heutige Strecke geschafft. Es ist heiss, und so stürzen wir uns erstmal ins kühle Nass des Pools.
Dann fahren wir auf den Campground und belegen die grosse Site Nr.1.
Später machen wir noch mal im Abendlicht einen kurzen Gamedrive, aber mittlerweile bläst ein regelrechter Sandsturm über die Ebene, der uns die Freude nimmt, und Vögel sind auch keine zu sehen, die haben vor dem Sturm irgendwo Unterschlupf gefunden.
Im Camp zwischen den Bäumen ist der Wind erträglich und so sitzen wir noch geraume Zeit am Feuer.
Kosten: Brandberg White Lady Lodge 150.- Nam $ pP plus 40.- Nam $ fürs Auto.
Viele Grüße, Matthias
Teil 3303. Sept. 2019
17. Februar; Vögel am Brandberg
Heute ist unser letzter voller Tag im Land, und den wollen wir nochmals bestmöglich nutzen. Da unsere nächste Übernachtung im Erongo-Gebirge angedacht ist, haben wir also nicht wirklich eine grosse Strecke zu fahren.
Noch im Dunkeln reaktivieren wir das Feuer, um einen Kaffee zu brauen, parallel dazu bauen wir die Zelte ab, und im ersten Licht fahren wir eine der zahllosen Pisten, die auf die Nordseite des Berges zuführen.
Leider hat der Oststurm gestern Abend eine Menge Wolken mitgebracht, das Fotolicht ist nicht berauschend.
Im Rivier haben wir die erste Sichtung.
In einem grossen Kameldorn sitzen zwei African Hawk Eagles, Habichtsadler.
Vorsichtig pirschen wir uns mit dem Wagen näher.
Wolkenverhangener Blick nach Norden. In Bildmitte links das grüne Band markiert den Verlauf des Ugab Riviers.
Ein paar mal treffen wir auf die so typischen Trappen, wenn wir anhalten und aussteigen, hört man sie von überall her rufen.
Wie immer sehr scheu sind die Fiscal Shrikes, Fiskalwürger.
Plötzlich wuselt es am Boden ums Auto rum, vier Burchell´s Courser, Rostrennvögel suchen am Boden nach Fressbarem.
Da hat sich doch der kleine Exkurs schon gelohnt, Erstsichtung! Zumal die Vögel ja überaus hübsch anzuschauen sind.
Und auch landschaftlich gefällt es uns hier ausserordentlich gut.
Den sieht man hier regelmässig: Mountain Chat, Bergschmätzer.
Zwar kein Vogel, aber die Dassie rat, Felsenratte wird ebenso gewürdigt.
Mehr so ein Suchbild, aber den Bokmakierie sehen wir auf dieser Tour erstmalig. Und er flötet so schön.
Einen prächtigen Ansitz hat sich dieser Black-breasted Snake Eagle, Schwarzbrust-Schlangenadler rausgesucht.
Die Annäherung zu Fuss quittiert er mit Flucht.
Überaus häufig sind die Cape Turtles, Kapturteltauben, und so wird es mal Zeit, auch ihnen ein paar Bilder zu widmen. Mit ihrem "work harder, work harder" -Gesang sind sie eine der typischen Stimmen eines jeden Morgens.
Ebenfalls kein Vogel, aber Schakale haben wir erstaunlich wenige gesehen während der letzten vier Wochen.
Ein Pärchen Gabar Goshawk, Gabarhabichte sitzt in einem kleinen Baumkrüppel an, oben sitzt das Männchen.
Einen der Beiden treffen wir weiter unten im Rivier nochmals an.
Damit belassen wir es, und wir fahren auf der D 2359 nach Uis, wo wir ziemlich exakt mittags ankommen. An der Tanke gönnen wir dem Fahrzeug ein paar Liter Sprit und müssen uns ziemlich gegen zwei Small Miners wehren, die uns ihre Schätze aufdrängen wollen, bis es selbst dem Tankwart zu viel wird und er sie davon jagt. Dann sind wir an der Reihe mit Auftanken und wir fahren zum Cactus Café, wo wir ein leckeres, wenn auch spätes Frühstück einnehmen.
Nachdem wir restauriert sind, fahren wir ein Stück die C 36, biegen dann bei Okombahe auf die D 2306 und schliesslich auf die D 2315 ab ins Erongo-Gebirge. Auf einem Gipfelblock erahne ich einen dunklen Spot, aber auch mit dem Spektiv können wir nicht zweifelsfrei klären, ob hier unser erster, und wohl einziger Verreaux´s Eagle, Felsenadler hockt, es flimmert zu stark.
In Omandumba checken wir ein, und natürlich frage ich, ob wir Peter´s Höhle haben können. Es ist sonst niemand da, wir haben die freie Wahl, also nehmen wir diese tolle Unterkunft, die für einen Zeltcamper schon sowas wie Glamping darstellt.
Wie wir diese in eine Felswand integrierte, halboffene "Hütte" ansteuern, bemerken wir, dass wir nun genau auf der anderen Seite des Adleransitzes sind, diesmal deutlich näher. Und der Adler sitzt noch an Ort und Stelle. Und ja, es ist ein Felsenadler. Spätestens, als er die Schwingen ausbreitet und an der Felswand längs segelt, ist auch Andreas überzeugt.
Später finden wir noch einen Booted Eagle, Zwergadler, so haben wir nochmals ein paar Arten für die Liste generiert.
Etwas schwermütig wird mir dann schon, als wir unsere letzten Vorräte in Sachen Gin, Tonic und Zitrone aufbrauchen und einen letzten Sundowner geniessen. Dann das letzte Mal Feuer machen, das letzte Fleisch gegrillt. Eigentlich wären wir so perfekt eingespielt, wir sollten einfach weiter fahren...
Unter uns huscht eine Black Mongoose über die Felsen, später singen ein paar Bellgeckos für uns. Das macht den Abschied nicht gerade leichter. Wir schlafen auf der offenen Veranda im oberen Stock, und nachts nerven tatsächlich ein paar Mossies. Wo die wohl herkommen?
Kosten: Omandumba 150.- Nam$ pP.
Viele Grüße, Matthias
Teil 3413. Sept. 2019
18. Februar; zurück auf Anfang.
Nun ist er also da, der unwiederbringlich letzte Tag. Wir haben die Vorräte ziemlich gut eingeteilt, und so verbrauchen wir zum Frühstück das letzte Müsli im letzten Yoghurt. Dann benutzen wir die geniale Freiluftdusche, das Wasser ist angenehm lauwarm.
Da wir früh dran sind und heute nichts Grosses mehr vor haben, unternehmen wir noch einen letzten Spaziergang, aber Fotos sind keine mehr entstanden. Irgendwie ist meine Motivation aufgebraucht.
Nachdem wir uns bei den Mädels im Farmhaus verabschiedet haben, fahren wir über die D 2315 weiter nach Osten.
Für ein Paar segelnde Habichtsadler halten wir dann aber gerne nochmals an.
In Omaruru biegen wir auf die C 36 ab. Als wir dann die B 2 erreichen, war es das mit Sand und Gravel pads, ab sofort rollen wir auf Teer. In Okahandja ändert die Strassennummer auf B 1, die in Teilen schon zur Autobahn und damit zur A 1 mutiert ist. Wir passieren Teufelsbach und grüßen kurz rüber. In Klein Windhoek tanken wir voll und gönnen dem Wagen eine Wäsche, um den fest gebackenen Schlamm aus der Nyae Nyae Conservancy endlich loszuwerden.
Bei hochsommerlicher Hitze erreichen wir den Hof von Safari Car Rental, räumen das Auto aus, machen die Übergabe. Vincent erzähle ich von dem Batterieproblem, er will sich drum kümmern. Insgesamt waren wir sehr zufrieden mit dem Wagen.
Dann werden wir an den Flughafen gebracht. Hier treffen wir auch Uwe aus der Wesermarsch wieder und wir erzählen uns von unseren Erlebnissen. Trotzdem bleibt viel Zeit übrig, die Uhr tickt langsam. Wir gönnen uns einen Burger mit Fritten und ein letztes Bier. Da wir keine namibischen Noten mehr haben, möchten wir mit Kreditkarte zahlen. Andreas´Karte funzt nicht, auch an den Bankautomaten kann er kein Geld ziehen. Ich probiere meine Karte mit dem eben solchen Erfolg. Letztlich muss der Waiter einen Euroschein akzeptieren. Weltflughafen Hosea Kutako.
Es gibt nur noch einen Platz am Notausgang, den überlasse ich Andreas. Den Flug überstehe ich wie gewohnt ohne Schlaf, mehr wie in einem Dämmerzustand.
Zurück in Deutschland verseckelt mich die Deutsche Bahn mal wieder, in Mannheim ist der Anschluss weg, der nächste Zug beschert mir eine weitere Stunde Wartezeit im idyllischen Bahnhof von Baden-Baden.
Nun, diese kleinen Unzulänglichkeiten sind längst vergessen ( und nur kurz für diesen Bericht nochmals erinnert ), aber was noch immer im Kopf rumgeistert, ist eine absolut fantastische, runde Reise mit meinem Bruder mit einer Vogelliste von 362 Arten. Ob wir das werden toppen können, irgendwann?
Ich bedanke mich bei euch Allen, den treuen Lesern meiner fedrigen Anekdoten. Danke für die bereichernden Kommentare, die Klicks, die PNs.