seit zwei Wochen bin ich wieder zurück von meiner Campingtour. Vier Wochen bin ich zusammen mit meinem Bruder, mit dem ich schon 2013 und 2016 unterwegs war, durch den nordöstlichen Teil Namibias sowie zwei kleinen Abstechern nach Botswana gefahren.
Nachdem ich letztes Jahr alleine im Süden getourt bin und es mir, bedingt durch die mittlerweile jahrelange Dürre dort, ob des Mangels an Vegetation und damit einhergehend geringer Zahlen an Insekten und folglich auch an Vögeln, schon damals klar war, dass die nächste Reise ins grüne Namibia gehen muss, nun also wieder einmal der Caprivi-Zipfel. Der Landstrich, der an permanent wasserführenden Flüssen gelegen ist und so komplett anders als der Rest des Landes ist.
Der Flug: Wieder mal mit Air Namibia. Solange es die noch gibt und ich somit einen Direktflug nach Windhoek wählen kann, werde ich das auch machen. Der Preis war gut ( 650.- Euro ), beim Check-in konnten wir Plätze an den Notausstiegen ergattern. Der Abflug erfolgte mit einer Stunde Verspätung, zuerst kam die Crew nicht beizeiten, dann musste ein Lufthansatechniker eine offensichtlich nicht korrekt schliessende Türe checken. Müssig zu erwähnen, dass unsere Entertainment-Bildschirme schwarz blieben, mich stört das aber nicht. Headsets wurden erst gar nicht ausgegeben. Warum auch?
Das Auto: wie 2016 gebucht bei Safari Car Rental. Leider war kein "Expedition" mehr zu haben, die fuhren da wohl schon im Kaokoveld rum. 🤪 Letztlich war es ein Hilux 2.8 TD Automatik mit Campingausrüstung, das Dachzelt haben wir wieder abbauen lassen, da wir beide es vorziehen, in unseren eigenen Bodenzelten zu schlafen.
Notcamp im Buschmannland
Der Preis ist zur Low Season mit entsprechendem Rabatt bei früher Buchung konkurrenzlos günstig. Wir haben unter siebzig Euro pro Tag bezahlt. Nur einmal hat uns der Wagen im Stich gelassen. Morgens in einem Camp in Katima sprang das Auto nicht mehr an, die Batterie war papp, obwohl das Auto ans Stromnetz angeschlossen war und der Fridge eigentlich hätte nicht ziehen dürfen. Aber beide Batterien waren leer. Das Auto sprang aber sofort beim Überbrücken an. Den Fehler habe ich natürlich bei Rückgabe an Vincent gemeldet.
Kleines Auto, grosser Baum. Buschmannland
Vor dem Abstieg ins Ugab Rivier. Divorce Pass
Die Route: Ankunft am 23. Januar früh morgens. Nach Autoübernahme und Grosseinkauf Fahrt zu unserer einzigen vorgebuchten Campsite, dem Teufelsbach River Camp etwa fünfzig Km nördlich von Windhoek an der A 1. Momentan etwas schwierig zu finden wegen der umfangreichen Strassenbauarbeiten, ich musste erst Irmela anrufen und mich einweisen lassen. Für mich mittlerweile wie heimkommen und ideal gelegen. Da das Camp immer nur an eine Gruppe vergeben wird, sind wir natürlich alleine hier. Die ungewohnte Hitze, bis über vierzig Grad, knockt mich fast aus. So trinken wir in Ruhe Tee und räumen dann das Auto richtig ein. Obwohl schon die ersten Vögel gesichtet werden, verzichte ich komplett aufs Fotografieren. Es ist mir zu heiss, ich bleibe im Schatten. Abends schmeissen wir die ersten Oryx-Steaks auf den Grill. Das Fleisch habe ich wieder bei der Klein-Windhoek-Schlachterei vorbestellt, es ist wie gewohnt allererste Sahne.
Bald gehen wir schlafen, denn im Flieger gelingt mir das nicht und ich bin entsprechend müde. Da es nicht nach Regen aussieht, stellen wir beide kein Zelt mehr auf und legen uns einfach so auf unsere Matten in den Schlafsack. Wie ich vom Duschen komme, sehe ich eine kleine schwarze Blindschlange bei meinem Camp. Ich versuche sie in die Hand zu nehmen, sie ist aber schon teilweise in einem Ameisenbau verschwunden und sträubt sich. Zwei Sternschnuppen werden noch mit Wünschen bedacht, dann schlafe ich herrlich. Es kühlt gut ab und gegen Morgen taut es, sodass mein dünner Schlafsack fast zu dünn ist.
Die weitere Tour geht zuerst für drei Tage in den Etosha NP, dann weiter über Grootfontein ins Buschmannland in die Nyae Nyae Conservancy, von dort über Dobe an die Panhandle zu Drotzky´s Cabin. Weiter über die Mahango Core Area an den Kwando nach Nambwa, dann nach Katima, zum Mubala Camp und das Chobe River Camp letztlich nach Kasane. Nach zwei Nächten in Kasane und einer Nacht in Ihaha geht es wieder zurück nach Namibia. Den Stopp am östlichen Kwando streichen wir wegen Starkregen, fahren nochmals zwei Nächte an den Kavango, um die Buffalo Core Area zu erkunden und beschliessen dann spontan, vor dem Regen zu flüchten und die letzten drei Nächte ins Damaraland zu fahren. Durch diesen eigentlich nicht vorgesehenen Schlenker haben dann zum Schluss 5239 km aufm Tacho gestanden, praktisch exakt das Gleiche wie letztes Jahr.
Die Tour ist ja zu allererst den Vögeln gewidmet, und wir haben dieses Mal viel Zeit darauf verwendet, all die Lerchen, Prinien, Cisticolen und Pieper zu identifizieren. Dabei sehr hilfreich war die Sasol App, denn oft kamen wir nur über die Gesänge weiter, etwa auch bei den Nightjars. Ebenso ist es ganz hilfreich, nicht sofort und automatisch jeden kleineren schwarzen Vogel einfach als Drongo abzuhaken. 😗 😵 Durch diese Fleissaufgabe sind wir bei über dreihundertsechzig Arten, die einwandfrei bestimmt wurden, gelandet. Für uns ein neuer Rekord, der nur schwer zu toppen sein wird.
Kosten: 130.- Nam$ pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 207. März 2019
24. Januar: auf nach Norden
Mit dem Hellwerden sind wir auf, und den Morgenkaffe geniessen wir da, wo schon gleich die Sonne hinscheint, denn es hat ordentlich abgekühlt. Wir packen ein und fahren zum Farmhaus, wo wir uns noch mit Irmela unterhalten, aber schon bald fahren wir zurück auf die A 1 Richtung Norden. In Otjiwarongo tanken wir voll, nein, wir versuchen es, aber das Betanken des Doppeltanks dauert ewig und nach einer dreiviertel Stunde brechen wir ab. Im Superspar kaufen wir ein paar Dinge, welche wir gestern nicht bekommen haben, und dann fahren wir weiter über Outjo ereignislos bis zum Andersson Gate. Hier checken wir ein für drei Tage Etosha Nationalpark. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich so schnell nicht wieder hierher komme, aber Andreas war noch nicht hier, und er will unbedingt die Blue Cranes sehen. Wir fahren durch bis Okaukuejo und stellen auf dem immer wieder begeisternden Staubplatz 😵 unsere Zelte auf. Nach einem Imbiss gehen wir eine Runde Abkühlung suchen im Pool, denn es hat nun am Nachmittag satte 43 Grad. Als das Licht weicher wird, fahren wir noch eine Runde in den Park. Wir steuern nach Norden Richtung Okondeka.
Auch den Springböcken ist warm und sie liegen im Schatten, nur die Neugeborenen wackeln durch die Gegend. Rumliegen ist soo langweilig.
Der Greater Kestrel- Wüstenfalke sitzt ebenfalls im Schatten, zwischendurch muss er mal bissel stretchen, dass die Gelenke geschmeidig bleiben.
In Okondeka liegen vier, fünf Löwen verteilt im Gelände, später kommt noch eine Löwin mit ihren zwei halbwüchsigen Sprösslingen ans Wasser. Mehr begeistern uns aber ein paar Caspian Plover- Wermutregenpfeifer, von denen einer schon ins Brutkleid gemausert hat.
Ein kleines Stück fahren wir noch weiter, und wir finden eine Ludwig´s Trappe. Diese, selten genug, flüchtet nicht sofort, sondern ist eifrig auf Insektenjagd.
Ludwig´s Bustard
Die Sonne steht schon tief, wir müssen umdrehen. Nur kurz halten wir nochmals bei den Löwen sowie später bei einem Hasen, in dessen Pupille sich die untergehende Sonne spiegelt.
Nun aber hurtig, und auf die Minute pünktlich rauschen wir durchs Gate.
Das Camp ist etwa zur Hälfte belegt. Wir nehmen erstmal einen Sundowner, dann braten wir wieder ein paar Steaks. Mit dem Eindunkeln fangen ein paar Bellgeckos sowie zwei verschiedene Ziegenmelker an zu singen. Im letzten Licht rauschen einige Trupps Nachtflughühner niedrig über uns hinweg. Sie fliegen zum Wasser, und schon wenige Minuten später fliegen sie wieder zurück. Nachdem wir den Abwasch erledigt haben, schlendern wir noch zum Wasserloch. Ein alter Elefantenbulle, der uns heute nachmittag schon über den Weg gelaufen ist, schöpft Wasser.
Er wird einer von insgesamt drei Elefanten sein, die wir im Etosha NP entdecken werden, alles ältere einzelgängerische Bullen. Es hat hier noch überhaupt nicht geregnet, es gibt keinerlei frisches Grün, und so sind viele Tiere abgewandert.
Drei, vier Schleiereulen fliegen immer wieder durch den Himmel, der von den Flutlichtern erhellt ist, und ein paar Nightjars versuchen ebenso Insekten zu fangen.
Fiery-necked Nightjar- Rotnacken-Nachtschwalbe
Direkt an der Mauer, keine zwei Meter von uns entfernt, huschen zwei Small spotted Genets durch die Steine.
Kosten: 300.- Nam$ pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 309. März 2019
25. Januar: auf der Suche nach den Blue Cranes
Noch bei Dunkelheit trinken wir unser morgendliches Heissgetränk und bauen die Zelte ab, um pünktlich zur Gate-Öffnung durchs Tor zu fahren. Wir halten uns Richtung Osten, um dann gleich nach Norden Richtung Pan abzudrehen.
Im schönen flachen Morgenlicht sitzt der Black-shouldered Kite- Gleitaar direkt neben der Strasse an.
Ein typischer Vogel im Park ist der Northern Black Korhaan- Weissflügeltrappe.
Wir fahren die Sackgasse zurück und nehmen dann die Hauptstrasse Richtung Halali. Wir kommen nicht weit, ständig müssen wir halten.
Ob die Tüpfelhyäne hochträchtig ist oder sich nur über die Massen voll gefressen hat?
Schon lange wollte ich ein Foto von den Namaqua Doves- Kaptäubchen mit offenen Schwingen haben, wo man die schöne rote Flügelunterseite sehen kann.
Bei Ondongab stolziert eine Löwin am Zebraspalier vorbei und ist sich ihrer königlichen Würde durchaus bewusst.
Das ist einer von den Vögeln, die wir erst nachträglich bestimmt haben, denn eigentlich haben wir ein paar Schwalben fotografiert, als direkt neben uns dieser kleine Heckenhopser angefangen hat zu singen. Ein paar Fotos geschossen und dann weiter um die Schwalben gekümmert, ist uns erst Tage später beim Sichten der schon entstandenen Bilder aufgefallen, dass wir den Rufous-eared Warbler- Rotbackensänger noch gar nicht auf die Liste gesetzt haben. Dabei war es für uns Beide eine Erstsichtung.
Das eigentliche Objekt unserer Bemühungen: eine Red-breasted Swallow- Rotbauchschwalbe.
Dann endlich mal wieder ein Europäer auf Winterflucht, ein männlicher Western Red-footed Falcon- Rotfussfalke.
Auch typisch für Etoscha: African Pipit- Spornpieper.
Der Spornpieper ist vor der Überzahl der Red-headed Finches- Rotkopfamadinen geflüchtet.
Es ist neun Uhr vorbei, und leider ist das schöne Morgenlicht schon wieder vorbei, es wird ständig greller- und wieder heiss. Da freut sich der noch nicht ausgefärbte Martial Eagle- Kampfadler über die Brise auf seinem Ansitz.
Öfters gesehen, aber nie gescheit erwischt: ein Fiscal Shrike- Fiskalwürger.
Erst auf den zweiten Blick haben wir bemerkt, dass der Spotted Dikkop- Kaptriel nicht alleine ist.
Double-banded Courser- Doppelbandrennvogel
Bei Homob stehen wir eine ganze Weile und schauen dem Secretarybird- Sekretär beim Trinken zu.
Unterm berühmtesten Baum von Etosha liegen über dreissig Gnus im Schatten.
Es geht nun gegen Mittag und ist brüllheiss geworden. Die Farben taugen schon eine Weile nichts mehr, und so beschliessen wir durch zu fahren. In Halali checken wir ein, auf dem Campingplatz stehen vier, fünf weitere Autos. Wir suchen uns einen Platz direkt am Zaun und kochen direkt ein veritables Mittagessen, welches wir im Schatten einnehmen. Nach dem Abwasch gehen wir uns wieder im Pool abkühlen, dabei beobachten wir, wie in dem schönen Baumbestand einige Vögel herumhopsen, etwa eine ganze Familie Southern Violet Wood Hoopoes- Steppenbaumhopfe. Wir ziehen uns um und schlendern zurück ans Auto, um die Kameras zu holen und hängen uns den Baumhopfen an die Fersen.
Viele Grüße, Matthias
Teil 411. März 2019
weiter der 25. Januar:
Neben den Baumhopfen sitzen noch weitere Vögel unter den vor der Sonne schützenden Blätterdächern.
Monteiro´s Hornbill-Monteirotoko
Die hätte ich hier nicht vermutet, und Andreas freut sich sehr über die für ihn neuen Bare-cheeked Babbler-Nacktohrdrosslinge.
Natürlich fallen wir auf, wie wir mit den Ferngläsern und Kameras unter den Bäumen rumstrolchen, und ein älterer Arbeiter spricht uns an, ob wir eine Owl sehen möchten. Direkt neben dem Pool sitzt eine Zwergohreule nur etwa drei Meter hoch in einem alten Mopane und verschläft den Tag. Da sie den Kopf abgewendet hat, machen wir keine Fotos, werden aber später nochmals wieder kommen. Dann wird es Zeit, weiter Ausschau nach den Blue Cranes zu halten, und wir beschliessen weiter in östlicher Richtung zu fahren, denn dort gibt es grössere offene Flächen.
An einigen Stellen gehen immer wieder Regenschauer nieder, bei uns bleibt es trocken.
Pale Chanting Goshawk-Singhabicht. Dieses Exemplar ist fast komplett ins Alterskleid durch gemausert, nur am Hals erkennnt man noch einen Fleck, der den jungen Vogel verrät.
Tatsächlich entdecken wir zwei Paradieskraniche. Leider sind sie recht weit entfernt, aber wir beobachten sie im Spektiv und erkennen, dass beide Vögel beringt sind.
Wir fahren bis zum Etosha Lookout, um dann langsam wieder zurück zu fahren.
Wir haben Glück, die Kraniche sind nun direkt neben der Strasse und sind auf Insektensuche. So nehmen sie keine Notiz von uns.
Zuerst sehen wir zwei Vögel, dann links neben uns drei weitere, die allesamt unberingt sind, und letztlich kommen noch zwei weitere beringte und zwei unberingte Vögel dazu, sodass wir zum guten Schluss von neun Kranichen umringt sind. Und alle in guter Entfernung bei schönem Licht. Wir schiessen uns die Finger wund, und Andreas bemerkt: "Och, des iss ja einfach mit den Cranes." 🤪 Von den vier beringten können wir die Ziffern ablesen, die werde ich später wieder ans Kranichprojekt melden. www.nnf.org.na/CRANES/bluecraneproject.htm
Die Tiere ziehen gemeinsam mit einigen Springböcken und Zebras.
Diese niedrig bewachsenen Grasebenen bevorzugen die Kraniche. Allerdings sollten sie jetzt eigentlich paarweise in der Fläche verteilt sein und sich der Kükenaufzucht widmen. Dass diese Vögel nicht mit der Brut beschäftigt sind, ist auch eine Auswirkung der extremen Trockenheit, denn die Kraniche brüten in feuchten Senken, wo sie Schutz vor Räubern finden. Gibt´s kein Wasser, schreiten die Tiere gar nicht erst zur Brut. Das ist natürlich bei der winzigen Population tragisch.
Nachdem wir die Kraniche gebührend gewürdigt haben, fahren wir zurück ans Wasserloch Rietfontein, um hier so lange als möglich den Abend zu geniessen. Ein Zweihorn steht im Wasser und trinkt. Das Tier ist in einem beklagenswerten Zustand, die Beckenknochen stehen hervor und jede Rippe ist zu zählen.
Nachdem das erste R. verschwunden ist, erscheint ein weiteres "schwarzes" R., das so gar nicht seinem Namen gerecht wird und sich schön eingekalkt hat. Dieses Tier ist deutlich besser genährt.
Man hört Löwen brüllen, und bald kommt ein einzelnes Männchen über die offene Fläche gelaufen. Er dreht sich immer wieder um, da stecken wohl noch weitere Löwen im Busch.
Ein weiteres Zweihorn betritt die Szene, aber irgendwas ist hier anders. Na klar, das ist ein Breitmaul, mein erstes überhaupt.
Man weiss nun überhaupt nicht, wohin man schauen soll, um uns wuselt es nur so.
Das Breitmaul ist nicht alleine angereist und bringt die komplette Familie mit.
Doch neben den ganzen Säugern gibt es ja auch noch Vögel, etwa einen Lanner Falcon sowie eine Gymnogene. Die deutschen Namen spare ich mir, im einen Fall ist er identisch, im anderen idiotisch.
Nun betreten weitere zwei Löwen die Szene.
Es ist nun schon sieben Uhr durch, und wir müssen zurück nach Halali, damit wir rechtzeitig ins Camp kommen. Wir fahren los, und die beiden anderen Autos, die auch hier gestanden haben, folgen uns.
Im Camp besuchen wir zunächst die Eule. Sie hat sich mittlerweile etwas umgesetzt, ist aber immer noch sehr müde.
African Scops Owl-Zwergohreule
Wieder bleiben wir nicht unentdeckt, so in direkter Nähe zum Restaurant, und eine Schweizerin kommt und fragt, was wir denn sehen. Sie freut sich sehr, als wir ihr die kleine Eule zeigen. Nach dem Abendessen schnappen wir uns jeder ein Savanna und begeben uns zum Wasserloch. Es ist heute schon den ganzen Tag sehr windig, und so entdecken wir in kurzer Zeit drei Skorpione auf dem Weg. Am Wasserloch selbst verschwindet gerade eine Hyäne, als wir kommen. Das war es dann auch, und als wir ausgetrunken haben, gehen wir ins Bett. Ich wache nicht auf vom Lärm umkippender Mülleimer, scheinbar sind die Honigdachse nicht mehr hier.
Kosten: 300.- Nam$ pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 514. März 2019
26. Januar: was machen eigentlich die Blue Cranes?
Heute hat ein eigenartiger Schlonz den Himmel verdeckt, so haben wir es nicht gar so eilig das Camp zu verlassen. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und fahren nochmals zurück Richtung Salvadora. Auf der grossen Pläne vor dem Abdreh stehen wieder die Kraniche in der Landschaft verteilt, heute zählen wir derer zehn.
Den Vogel NCK hatten wir gestern noch nicht registriert.
Direkt vor Salvadora liegen diese zwei Faulpelze in der trüben Morgensonne.
Der Rest vom Rudel hat den Platz von den Gnus übernommen. Von den Gnus selbst ist weit und breit nichts zu sehen.
Darüber haben wir uns sehr gefreut, wieder mal ein Europäer. Ein männlicher Montagu´s Harrier- Wiesenweihe.
Bei Charitsaub sitzen einige weitere europäische Greife verteilt, einige rütteln über dem Grasland. Lesser Kestrel- Rötelfalke.
Schakale haben wir auffällig wenige gesehen.
Leider taugt das Licht heute nicht wirklich, es ist trüb und ziemlich dunkel. Trotzdem versuche ich mich an ein paar Flugstudien der European Bee-eater- Bienenfresser.
Wie geschrieben verwenden wir einige Zeit beim Bestimmen von Lerchen. Die Sabota Lark- Sabotalerche ist noch vergleichsweise einfach, der massive Schnabel ist charakteristisch.
Marico Flycatcher- Maricoschnäpper
Die Lesser Grey Shrikes- Schwarzstirnwürger sind allesamt sehr scheu, nur selten bleibt einer sitzen.
Die Grey-backed Finchlark- Nonnenlerche ist einfach zu bestimmen, aber nicht ganz so einfach zu fotografieren. Selten einmal halten sie auch nur eine Sekunde still.
Scaly-feathered Finch- Schnurrbärtchen. Hier gefällt mir einmal der deutsche Name besser.
Er posaunt seinen Revieranspruch lauthals hinaus. Deshalb wird er oft Gackeltrappe genannt.
Diese Lerche ist schon etwas schwieriger. Karoo Long-billed Lark- Langschnabellerche. Die Lerche ist sogar noch schwieriger als gedacht, denn es ist eine Spike-heeled Lark, oder Zirplerche.
Direkt daneben sitzt eine Red-capped Lark- Rotscheitellerche, natürlich wieder einmal nur von hinten.
Nur weil wir sehr langsam fahren, bekommen wir die Löwin mit, die direkt am Bankett liegt und schläft. Weil wir anhalten, räkelt sie sich, steht kurz auf und dreht sich auf die andere Seite.
Es ist nach wie vor stark bewölkt, so beschliessen wir nach einer kurzen Pause direkt durch zu fahren bis nach Namutoni. Bei Okerfontein steht ein einzelner Elefantenbulle und mampft langsam auf seinen abgerissenen Ästen rum.
Viele Grüße, Matthias
Teil 627. März 2019
weiter der 26. Januar:
Wir checken in Namutoni ein, und ich bin gespannt, wie sich das Lager hier so präsentiert, denn im Forum wird ja gerade dieses Camp regelmässig schlecht bewertet. Das letzte Mal war ich hier anno 2005. Wir fahren auf den verhältnismässig kleinen Campingplatz, es sind etwa fünf oder sechs Plätze belegt, und wir können uns unseren Stellplatz frei auswählen. Als Erstes fällt auf, dass die Plätze hier Gras bieten, das hebt Namutoni deutlich über Halali und vor allem Okaukuejo. Wir bauen unsere Zelte auf, dann vespern wir. Anschliessend statten wir dem Pool einen Besuch ab, auch wenn es immer noch stark bewölkt ist. Danach folgt ein Rundgang durchs Fort. Hier allerdings ist der Verfall offensichtlich, die Treppe auf die Empore ist gesperrt. Wenn man den Turm besteigt, kann man auch sehen, weshalb. Der ganze Boden ist flächig eingestürzt. Vom Turm aus kann man aber mit den Ferngläsern in den Schilfbereich am Wasserloch Einblick nehmen, was uns ein paar Arten wie etwa Lesser Moorhen, Zwergteichhuhn oder Black Crake, Schwarzralle beschert.
Wir kehren zurück und beschliessen, noch eine kleine Runde zu fahren. Zunächst steuern wir das Klein Namutoni Wasserloch an, es hat einiges an Geflügel, aber das Licht ist mies. So entsteht nicht ein Foto. Wir fahren dann noch den kleinen Loop, den DikDik-Drive. Ein paar Impalas, ein oder zwei Giraffen, einige Tokos und Grey Louries sind die bescheidene Auswahl.
Ach ja, und Suicide Chicks, die hier brav den Dung von Grosssäugern zerlegen, um ein paar Insektenlarven zu erhaschen.
Das kann doch nicht sein, dass wir kein einziges DikDik gesehen haben. Wir fahren nochmals eine Runde, und diesmal stehen sie überall, letztlich zählen wir über zehn dieser kleinen Antilopen.
Einzeln,
oder zumeist paarweise wuseln sie rechts und links der Strasse durchs Gebüsch.
Langsam fahren wir wieder zurück, und mit einem Getränk begeben wir uns zum Hide, um den Sundowner mitzunehmen, denn tatsächlich findet die Sonne kurz vor dem Horizont eine Lücke.
Zurück auf unserem Platz kochen wir unser Nachtmahl, dann erledigen wir das Geschirr. Nach einem Absacker kriechen wir in unsere Zelte, und erstmals wache ich in der Nacht auf, weil in der Nähe Löwen brüllen.
Kosten: Camping 300.- Nam$ pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 729. März 2019
Sonntag, der 27. Januar; einmal Andoni retour
Eigentlich könnten wir Etosha hinter uns lassen, denn Blue Cranes haben wir ja gesehen, das eigentliche Ziel unseres Besuchs also ist erfüllt. Ich möchte Andreas aber noch die Andoni Plains zeigen, wo sich die Kraniche vor der Brutzeit aufhalten.
Im Morgengrauen stehen wir auf, das Wetter sieht gut aus, die Wolken sind abgezogen. Mit Gateöffnung rollen wir nordwärts. Wir kommen nicht weit, Kranichalarm.
Drei unberingte Vögel sind mit ihrem Frühstück beschäftigt.
Die Vögel werden von der gerade aufgegangenen Sonne schön beleuchtet.
Tawny-flanked Prinia, oder Rahmbrustprinie.Zitting Cisticola, oder Zistensänger Danke, maddy.
Wenige Meter weiter ist alles rosa, die flache Lagune ist voller Flamingos.
Lesser Flamingo, Zwergflamingo.
Überwiegend sind es Lesser Flamingos, es sind aber auch ein paar der grösseren Greater Flamingos darunter. Ferner jede Menge Limikolen, darunter viele Säbelschnäbler. Auch ein paar Reiher stehen dabei.
Beim nächsten Wasserloch Klein Okevi finden wir einen Little Sparrowhawk, oder Zwergsperber.
Gross Okevi liegt verlassen da, aber bei Tsumcor stochert eine Painted Snipe, Goldschnepfe im Schlamm.
Wir biegen wieder auf die Strasse in nördlicher Richtung. Weit vor uns sind zwei Fahrzeuge zu sehen, und plötzlich läuft ein Tier hinter dem letzten Auto über die Strasse. Es ist weit, bestimmt mehr als zweihundert Meter, aber auch ohne Glas sehen wir sofort, dass da eine Katze quert. Der Blick durchs Fernglas bringt Gewissheit, ein starker Leokuder. Schnell bringe ich die Distanz hinter uns, und wo der Leo vermutlich ins Gebüsch geschlüpft ist, suchen wir langsam rollend das Gelände ab. Ein paar Meter weiter finden wir ihn, leider ziemlich verdeckt. Einmal schaut er uns an, dann verschwindet er endgültig.
Wir nehmen den Umweg über Stinkwater.
Oje, wieder eine Lerche. Hier stehen wir länger, und letztlich gibt erst der Gesang letzte Gewissheit. Fawn-coloured Lark, Steppenlerche.
Er sitzt leider nicht frei, dafür ist die Bestimmung einfach, ein Martial Eagle, oder Kampfadler.
Hat er nicht einen feinen Moustache, der kleine Scaly-feathered Finch.
Warzenkeiler. Diese Schweine haben wir auffällig selten gesehen.
Dann erreichen wir das Andoni-Wasserloch, und neben Zebras, Springböcken und Gnus hat es weitere zwei Kraniche.
Wir sind begeistert, dass sich die Vögel so fotogen zwischen die Gnus begeben.
Die Rückfahrt hält einen Red-crested Korhaan, oder Rotschopftrappe bereit.
Dann hängen wir noch die Runde um die Fisher Pan dran. Dass wir eigentlich um zehn Uhr das Camp geräumt haben müssten, übergehen wir geflissentlich.
Kalahari Scrub-robin, Kalahariheckensänger.
Ground Agama
Capped Wheatear, oder Erdschmätzer.
Das Licht ist nicht mehr schön, und wir beschliessen, nicht mehr wegen jedem Vogel zu halten.
Bei Twee Palms fahren wir aber doch noch schnell rein, und da liegt doch tatsächlich ein brütender Kranich. Sein Partner steht nicht allzuweit davon entfernt im Gras. Was für ein schöner Abschluss. Heute haben wir sieben Kraniche gefunden, und mit den zehn Vögeln der beiden Vortage steht der Zähler bei siebzehn Exemplaren, davon fünf beringten. Also überschlägig über die Hälfte der namibischen Gesamtpopulation. Den Teil der Reise können wir also schon mal als Erfolg verbuchen.
Nun fahren wir ins Camp und brechen die Zelte ab. Es ist mittlerweile Mittag durch, und der Camp Attendant erscheint und erwähnt , dass wir ja eigentlich seit zehn Uhr hätten geräumt haben müssen. Ich bin mir nicht sicher, ob er nun ein Trinkgeld erwartet und frage einfach mal: Now, what can we do? Dabei schaue ich so unschuldig wie es mir nur möglich ist. Er meint dann, es wäre ja kein Ding, das Camp ist ja fast leer, aber er kann es sich nicht verkneifen, noch ein paar Mal darauf hinzuweisen, dass Check-out-time um Zehn ist...
Dann verlassen wir Namutoni, fahren das kurze Stück bis zum Von-Lindequist-Gate, checken aus dem Park aus und fahren weiter ins sonntäglich verschlafene Tsumeb.
Viele Grüße, Matthias
Teil 802. Apr. 2019
weiter der 27. Januar:
Wir rollen durch das ausgestorbene Tsumeb, gönnen unserem Vehikel mal wieder ein paar Liter Diesel und fahren dann zum Museum, das natürlich auch geschlossen hat. Aber mein Objekt der Begierde steht ohnehin im Freien und ist über den Zaun weg zu sehen.
C 1´Tenderlok der OMEG, eine 600 mm Schmalspurlok
Wir fahren weiter in östlicher Richtung, und kurz vor Grootfontein biegen wir links ab zur Maori Campsite. Dort checken wir ein und stellen unsere Zelte auf.
Die Southern Masked Weaver, Maskenweber sind gerade mit dem Nestbau beschäftigt. Dies ist ausschliesslich Sache der Männchen.
Es ist ein weiterer Gast anwesend. Er fährt einen Landi mit Braker Kennzeichen, und ich frage ihn mal, wo in der Wesermarsch er denn zuhause ist. Wir schnacken bisschen und stellen fest, dass wir einen gemeinsamen Freund haben, der direkt an der Grenze zwischen Ammerland und Wesermarsch wohnt. Wir beschliessen unser Nachtmahl zusammen am Feuer zuzubereiten, und spinnen dann noch eine ganze Weile Safarilatein. Es ist schon lange dunkel, bis wir schlafen gehen. So lange halten wir eher selten durch, aber wir müssen morgen ja auch nicht früh raus.
Kosten: Maori Campsite 125.- Nam$ pP
28. Januar: unterwegs ins Buschmannland
Die Sonne scheint, und wir frühstücken zusammen mit Uwe. Wir müssen aber immer mal wieder unterbrechen, denn es sind einige Vogelarten hier auf Maori unterwegs.
Herrlich glänzt der Diederick Cuckoo in der Morgensonne.
Wir packen zusammen und fahren in den Ort, um ein paar Lebensmittel zu ergänzen. Dann fahren wir ein Stück auf der B 8 bis in Höhe Roy´s Restcamp, dort biegen wir auf die breite Sandpad Richtung Tsumkwe ab.
Es ist wieder mächtig warm geworden, und die Vögel sitzen in den kühleren Baumkronen. So ist auf diesem Bild nicht nur der Bradfield´s Hornbill zu sehen.
Weit reicht der Blick über stellenweise noch schöne, dichte Wälder mit grossen Bäumen, aber über weite Strecken ist der Primärwald schonungslos gerodet worden.
Wenn er fliegt, ist er leicht zu identifizieren, der Wahlberg´s Eagle.
In Fahrtrichtung Osten baut sich eine schöne Gewitterwand auf, und da fahren wir geradewegs drauf zu.
In Tsumkwe suchen wir das Büro der Nyae-Nyae Conservancy auf, denn hier soll man sich anmelden, wenn man übernachten möchte. Wir werden wie gute, alte Freunde mit Handschlag begrüsst, und dann einfach weiter geschickt, wir sollen direkt vor Ort bezahlen.
Im Hof steht ein schön blauviolett blühender Baum, den ich noch nie gesehen habe, ich habe auch keinen Namen dazu. Ein Jacaranda. Danke, maddy.
Dann verlassen wir Tsumkwe in südlicher Richtung, und sofort geht es durch Tiefsand. Erstmals muss ich hier den Allrad zuschalten. Die Spur geht durch eine offene Savannenlandschaft mit einzelnen, kleineren flachen Seen, und hier pulst das Leben. All zu lange können wir uns aber nicht aufhalten, denn wir haben noch ein ganzes Stück zu fahren bis zu unserem anvisierten Camp, von dem wir nur so ungefähr wissen, wo es liegt.
Hier hat es unlängst ordentlich geregnet, und stellenweise fahren wir durch eine Seenlandschaft. Hier aber haben wir gehalten, weil direkt vor dem Auto eine Harlequin Quail, Harlekinwachtel wegfliegt. Erstsichtung!
Capped Wheatear, Erdschmätzer.
Der Weg um die Pfanne zieht sich, und zwei Verbindungen nach Osten in Richtung unseres Nachtlagers stehen zwar auf der Karte des Navis, in echt aber existieren sie nicht. So müssen wir immer weiter um die Pfanne herumfahren, das bringt uns aber eher weiter weg vom Camp, und die Sonne steht auch nicht mehr so hoch.
In der Pfanne selbst sind noch nicht all zu viele Vögel, ein Zeichen, dass es erst unlängst geregnet hat. Die Vögel müssen erst noch zufliegen, aber ein Trupp Open-billed Storks, Klaffschnäbel hat sich bereits eingefunden.
Als wir endlich um die ewig langgezogene Pfanne rum gefahren sind, wird die Pad immer mehr zugewachsen. Die Dornbüsche stellen sich uns in den Weg, und es quietscht überaus hässlich, wenn die Zweige an der Karosserie entlang schrammen. Dazu kommt, dass wir noch ein gutes Stück zu fahren haben, wir werden wohl in die Nacht kommen. Das macht das Fahren nicht gerade entspannt.
Dafür passieren wir nun immer wieder mal einen mächtigen Baobab, aber wir halten nur kurz für ein Foto, dann muss es schon wieder weiter gehen. Die Sonne geht unter, wir fahren ohne Sundowner weiter. Wir kommen an ein Wasserloch, hier steht ein einzelner Elefantenbulle. Er ist überhaupt nicht erfreut uns zu sehen und attackiert sofort mit wehenden Ohren und laut trompetend. Ich setze zurück, und als er endlich abzieht, fahren wir weiter in die beginnende Dunkelheit. An einem weiteren Wasserloch trinkt eine ganze Herde Gnus, die sofort das Weite suchen, als sie uns bemerken. Die wenigen Tiere, die wir bis jetzt gesehen haben, flüchten alle, sobald sie das Auto bemerkt haben. Ob hier gewildert wird? Es ist mittlerweile dunkel, also ganz dunkel geworden, und da die nunmehr nur noch schlecht im Scheinwerferlicht zu sehende Fahrspur auszumachen ist, zeige ich auf eine Wegkreuzung auf der Karte und teile Andreas mit, dass ich maximal bis zu dieser Kreuzung fahre, aber keinen Meter weiter. Wir kommen endlich an besagte Kreuzung, und wir befinden uns bei der Community Dkokhoe. Hier stelle ich den Wagen ab, ich fahre keinen Schritt weiter. Zwei Männer kommen, begrüßen uns sehr freundlich und erklären uns, dass dieser Platz praktisch als Reception dient, der eigentliche Campsite ist ein paar Kilometer zurück im Busch, aber wir dürfen gerne, wenn wir nicht mehr weiter wollen, hier übernachten. Nein, wir wollen nicht mehr weiter! Wir bauen flugs die Zelte auf, dann vespern wir, denn zum Kochen haben wir wirklich keine Lust mehr. Ich bin ziemlich platt und schlafe schnell ein.
Kosten: 70.- Nam$ pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 907. Apr. 2019
29. Januar; Nyae-Nyae Consevancy
Eigentlich sollte es heute weiter gehen nach Botswana zu den Tsodilo Hills, aber schon gestern war für uns klar, dass wir hier noch wenigstens einen Tag dranhängen müssen.
Zum Sonnenaufgang geniessen wir ein Heissgetränk und lauschen dem üppigen Vogelkonzert. Während wir frühstücken, kommen auch die beiden jungen San von gestern Abend zurück, und wir bezahlen die Übernachtung sowie den Eintritt für die Conservancy in Höhe von 30.- Nam$. Wir lassen uns erklären, wo genau die richtige Campsite zu finden ist und sagen eine weitere Übernachtung zu. Dann packen wir zusammen und fahren los, um uns die Campsite anzuschauen. Den Weg, den uns das Navi anzeigt, kann man nicht mehr fahren, er ist total zugewachsen. Also wieder zurück am Dorf vorbei, so erreichen wir den Platz von der anderen Seite. Er liegt sehr malerisch am Rand einer grossen Lichtung mit Wasserloch, unter einem riesigen Baobab, an dessen Stamm eine Beobachtungsplattform gebaut worden ist. Es gibt eine nagelneue Trockentoilette, eine Eimerdusche sowie einen noch jungfräulichen Braaibereich. Ein toller Platz. Mehrmals passieren wir wahre Giganten von Baobabs. Ein paar Mal halten wir und bestaunen die Bäume.
In einer ausgefaulten Astlochhöhle hockt eine schläfrige Barn Owl, Schleiereule und will hier wohl den Tag vertrödeln.
Da es ja jüngst geregnet hat, sind überall Blumen aufgegangen und werden von Insekten aufgesucht, wie hier von einem Blister Beetle, oder Ölkäfer.
Wohl ein Malvengewächs.
Und immer wieder gigantische Baobabs.
Ganz sicher bin ich nicht, es sollte aber ein African Cuckoo sein. Die Unterschiede zu seinem europäischen Vetter sind marginal.
In der Pad vor uns saugen Mengen von Schmetterlingen Mineralien vom Schlamm. Wir stellen den Wagen ab, und ich gehe auf Schmetterlingsjagd. Hinten Brown-veined Whites, davor Red Tips ( vermutlich).
Spotted Joker
Red Tip
Yellow Pansy Weibchen
Am ehesten wohl ein Suffused Acraea.
Common Diadem
Die überaus attraktive Unterseite vom Common Diadem.
Es ist wieder heiss geworden, und das Lauern in der Hocke oder fast am Boden liegen strengt ganz schön an. Bevor ich einen Hitzschlag erleide, gehe ich zurück zum Auto. Das rechte Vorderrad macht einen ziemlich schlaffen Eindruck, wir haben einen Platten. Nachdem auch Andreas wieder eingetrudelt ist, bocken wir den Wagen auf und wechseln das Rad. Wir haben uns ein Stück Ast sauber eingebohrt. Gut, dass uns die Schmetterlinge ausgebremst haben, ich weiss nicht, ob ich in dem tiefen Sand den Platten sonst bemerkt hätte. Mit nun nur noch einem Ersatzrad möchte ich nicht die nächsten Tage durch den Busch fahren, und wir beschliessen, das Stück vollends zurück nach Tsumkwe zu fahren. Wir passieren wieder die frisch entstandenen flachen Tümpel, in denen sich allerlei Vögel gesammelt haben.
Reiherstelldichein.
In einer kleinen Scheune finden wir den örtlichen Tyre Repair, und für 150.- Nam$ lassen wir den havarierten Reifen wieder genesen. Wenn wir schon mal da sind, tanken wir gleich noch voll. Allerdings verkneifen wir uns das Befüllen des Doppeltanks, denn soviel Zeit wollen wir hier nicht zubringen. Es gibt einige Nussverkäufer, die, nachdem wir keine geschnitzten Nüsse brauchen, sich aufs Betteln verlegen.
Wir fahren wieder zurück in südlicher Richtung zu den flachen Teichen. Hier sitzt ein Brauner Schlangenadler auf einer Baumspitze. Damit ist der örtliche Drongo gar nicht einverstanden, und wie ein Stuka stürzt sich der kleine Singvogel immer wieder auf den Greif, bis es diesem zu blöd wird und er Luft unter die Schwingen nimmt. Na also, geht doch, denkt sich der Drongo.
Das Licht ist immer lausiger geworden, und nun fängt es auch noch zu regnen an. Den Limikolen ist dies egal, und die African Snipe, Afrikanische Bekassine stochert unbekümmert vor uns im Schlamm.
Die Painted Snipe hält sich mehr im Wasser auf.
Aus dem Augenwinkel gewahre ich eine Bewegung, ein Blick durchs Glas, und ich kann mich nur mühsam beherrschen. Da vor uns schleicht eine Dwarf Bittern, oder Sturms Zwergrohrdommel durchs Gras. Ich rangiere das Auto um, damit wir freies Schussfeld haben. Leider wird es immer dunkler. Hinter der Dommel filzt noch ein Lesser Moorhen, Zwergteichhuhn den Uferrand.
Mit dieser für uns besonderen Sichtung lassen wir es gut sein und fahren wieder zurück bis zur Djokhoe Campsite, denn heute wollen wir auf jeden Fall noch bei Tageslicht das Lager aufbauen und mal wieder ordentlich kochen. An der Campsite hat es aufgehört zu regnen, wir stellen die Zelte auf, weihen den nagelneuen Grill ein, geniessen einen Sundowner zur rechten Zeit, zu der sogar die Sonne nochmals rauskommt. Goldbugpapageien fallen im Baobab über uns ein, das ist wohl ihr Übernachtungsbaum. Wir setzen uns noch auf den Hide, bis es dunkel ist, Wild kommt aber nicht ans Wasserloch. Kein Wunder, da es ja geregnet hat, finden sie nun genug Wasserpfützen im Busch. Mit auf dem Feuer erhitzten Wasser füllen wir die Eimerdusche und gönnen uns den Luxus einer warmen Dusche. Nachts wache ich auf vom Kichern einer Hyäne.
Kosten: 70.- Nam$ pP für die Campsite
Viele Grüße, Matthias
Teil 1010. Apr. 2019
30. Januar; vom Buschmannland an den Kavango
Im ersten Licht entern wir wieder den Ausguck und geniessen den erwachenden Morgen. Ein vielstimmiges Vogelkonzert wird gegeben, das Wasserloch aber bleibt verwaist.
Noch dauert es bis die Sonne aufgeht.
Das Camp ist malerisch unter dem Baobab gelegen.
In direkter Nachbarschaft liegt dieser Urahn eines Baobabs, der zwar einen weitgehend ausgefaulten Stamm hat, trotzdem aber sich bislang erfolgreich gegen das Sterben sträubt.
Wir frühstücken gemütlich in der wärmenden Sonne, dann kommen auch die zwei jungen San wieder angetrabt. Wir zahlen die Gebühr und unterhalten uns noch etwas. Der Jüngere, der gut Englisch spricht und über den die Konversation läuft, erklärt uns noch den weiteren Weg, denn es soll viel Wasser auf der weiteren Strecke geben. Dazu malt er mir eine Skizze in mein Notizbuch, und so bin ich nun im Besitz eines Bushman Paintings.
Dann verlassen wir diesen schönen Platz und passieren das Dorf, um weiter Richtung Osten zu fahren. Dabei gewahren wir viele Lesser Spotted Eagles, Schreiadler. Einige kreisen in der beginnenden Thermik, einige hocken auf Bäumen rum, die meisten aber sitzen am Boden und machen zu Fuß Jagd auf Termiten, die heute Nacht geschwärmt sind.
Schreiadler. Lateinisch hört er auf den Namen Aquila pomarina, der Pommernadler.
Der nasse Sand ist übersät mit roten Samtmilben, Red Velvet Mites, sowie mit den abgestossenen Flügeln der Termiten, die sie nach ihrem Schwärmflug nicht mehr brauchen.
Dann kommen wir an eine Stelle, wo die Fahrspur nicht mehr auszumachen ist, ein flacher See deckt alles zu. Die vermutete Pad erweist sich als falsch, der Hilux wird immer langsamer und stoppt schliesslich. Um uns nur Wasser. Ich habe eigentlich keine Lust auszusteigen, vom Freischaufeln ganz zu schweigen. Mit L 4 und dem eingeschalteten Difflock schaffe ich es gerade so, rückwärts wieder freizukommen. Der neuerliche Versuch auf einer anderen Route lässt sich meistern.
Wir passieren das Dorf Makuri, hier gibt es einen weiteren Campsite, den wir uns auch anschauen. Der Platz hat ebenso einen riesigen Baobab sowie die gleichen, nagelneuen Einrichtungen zu bieten, allerdings fehlt die schöne Aussicht.
Aufgrund des Regens blühen nun flächig diese Lilien auf dem sonst blanken Sandboden.
Wir kommen an die Strasse, die nach Gam führt und folgen dieser, bis mir die Richtung anhand des Sonnenstands komisch vorkommt. Ja klar, wir fahren in die falsche Richtung. Hätte ich mal meiner Bushmanzeichnung vertraut, die zeigt deutlich an, dass wir zunächst nach links müssen. Dann erreichen wir wieder die C 44 und fahren das Stück bis Dobe, wo wir die üblichen Grenzformalitäten über uns ergehen lassen. Da laut dem grossen Buch heute erst ein Auto hier passiert hat, also nicht gerade wirklich der Bär steppt, sind wir auch bald auf der botswanischen Seite.
Wir fahren bis Quabi, dem nächsten Dorf. Hier müssen wir uns etwas orientieren, denn die Hinweisschilder sind verwirrend. Wir fragen ein paar Männer, die in der Dorfmitte rumsitzen, nach dem rechten Weg. Dafür fragen sie, ob wir nicht eine Frau mit ihrem Kleinkind mitnehmen könnten. Ich räume den Beifahrersitz frei, und eine African Mom mit Kind und Gepäck quetscht sich auf den Sitz. Sie möchte bis ins nächste Dorf Quangwa, um dort den Gottesdienst in der Kirche zu besuchen, dann wird sie wieder zurücktrampen.
Nachdem wir sie in der Dorfmitte in Quangwa abgesetzt haben, geht die Fahrt einsam weiter. Ab und an passieren wir einzelne Elefanten, hin und wieder einen Schreiadler. Richtig Leben kommt auf die Strasse allerdings in Form von Hunderten, nein Tausenden Schmetterlingen, die an Pfützen sitzen und saugen. So viele Schmetterlinge habe ich noch nie gesehen, ein paar Mal halten wir, aber so richtig zufriedenstellend zu fotografieren ist das Gewimmel nicht.
Alles Bläulinge. Wenigstens drei Arten kann ich bestimmen, neben einem Grass Jewel Blue ( der mit der orangenen Binde ) und zwei Hintza Blues ( die beiden Grossen ) einige Dotted Blues.
Hauptsächlich alles Broad-bordered Grass Yellows, links noch ein Common Orange Tip, dazu ein paar Yellow Pansys.
Die Fahrt über die Buschpiste zieht sich, und es ist schon Nachmittag, als wir endlich die Teerpad bei Gumare Richtung Shakawe erreichen. Aber auch hier geht es nicht wirklich schneller voran. Zwar ist das erste Stück in einem recht passablen Zustand, das ändert sich aber bald, und die Strasse besteht mehr aus Löchern denn aus Teer. Oft fährt man auf der Gegenspur, oder auf dem sandigen Randstreifen beiderseits der Pad. Dabei muss man sich noch mit dem Gegenverkehr arrangieren.
Donkeykarre unterwegs.
Die Strecke über die verschiedenen Etshas zieht sich, und wir brauchen deutlich länger als veranschlagt. So ist es kurz vor Sechs Uhr, als wir endlich bei Drotzky´s Cabins auf den Hof fahren. Hier schickt man uns gleich weiter, denn die Campsites haben eine eigene Reception. Stimmt, hatte ich vergessen. An der richtigen Reception wollen die Leute grade Feierabend machen. Wir klären nur das Nötigste, was das Camp betrifft. Das Wichtigste jedoch ist für mich für morgen früh eine Bootstour klar zu machen. Ich frage nach Otto, und der Manager sagt, das wäre kein Problem, da Otto morgen on duty wäre. Abfahrt um Sieben, wäre das okay? Aber klar doch, ich freue mich.
Wir bauen die Zelte auf, dann gehen wir zum Bootssteg, um schonmal bissle Flussluft zu schnuppern. Über uns hockt ein Crested Barbet im Baum und trillert minutenlang sein monotones Lied.
Es ist soo schön, wieder hier zu sein.
Unablässig fliegen Reiher auf und ab, diverse Schwalben fangen Mücken, ein Riesenfischer hockt neben dem Steg. Eine herrliche Ruhe überkommt uns, und nachdem die Sonne unter gegangen ist, gehen wir zum Camp zurück. Wir haben die schönste Campsite, denn wir sind die einzigen Gäste. Während wir unser Nachtmahl brutzeln, fangen die geliebten Bell Frogs zu klickern an, Coucals lassen ihre abfallende Tonleiter erklingen und die Hippos grunzen.
Wir sitzen noch eine Weile am Feuer, und die ortsansässige Woods Owl singt dazu. Ich liebe diese Geräuschkulisse. Zufrieden und voller Vorfreude auf die morgige Bootsfahrt gehen wir zu Bett.
Kosten: 200.- Pula pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 1123. Apr. 2019
31. Januar; Birding Boat Cruise mit Otto
Die Boat Cruises von Drotzky´s Cabins haben für Ornis einen gewissen Ruf, denn hier ist es fast garantiert, dass man die sonst eher selten zu findende Pel´s Fishing Owl zu Gesicht bekommt. Aber eben nur fast, denn bei meinem Erstbesuch vor anderthalb Jahren mit Bele und den Muckels haben wir zwar gesucht, aber nicht gefunden. Diese Scharte gilt es nun auszuwetzen.
Pünktlichst vor sieben Uhr stehen wir gerichtet parat, und auch Otto ist pünktlich.
Zwei Minuten später wandern die ersten Fotos des Tages auf den Chip. Die Sonne scheint, es ist windstill und schon angenehm warm, also beste Voraussetzungen für einen guten Start in den Tag. Malachite Kingfisher, Malachiteisvogel.
Dann besuchen wir einen besonderen "Freund" von Otto, einen White-backed Night Heron. Der sitzt aber typischerweise im dichtesten Gestrüpp direkt überm Wasser, sodass ich nicht mal einen Versuch unternehme, ein Bild zu schiessen. Aber es geht nun Schlag auf Schlag.
Large Golden Weaver, Goldweber Männchen beim Nestbau.
Woodland Kingfisher, Senegalliest. Diese sehr lautstarken Vögel balzen gerade und sind überall, wo es grössere Bäume hat, zu hören. Für mich eine der ganz typischen Stimmen im Caprivi.
Giant Kingfisher, Riesenfischer Männchen. Wohl ein noch nicht durchgefärbter Jungvogel.
Reed Cormorant, Riedscharbe
Otto unternimmt, das freut mich sehr, keinen Versuch, einen Fish Eagle anzuködern, und nachdem wir die erste grosse Kurve des Kavango hinter uns haben, gibt er Gas, denn wir müssen ein ganzes Stück fahren, um zu den grossen Bäumen zu kommen, wo sich die Eulen tagsüber verbergen.
Wir kommen nicht allzu weit, denn ein Männchen einer Little Bittern, Zwergrohrdommel hockt dekorativ im Papyrus.
Weiter geht es mit Blue-cheeked Bee-eaters, Blauspinten.
Wir steuern in eine kleine Bucht, die vollkommen bedeckt ist mit Waterlilies, Seerosen. Natürlich hat es die dazu gehörigen Lilytrotters, Blaustirnblatthühnchen.
Unsere Aufmerksamkeit gilt aber eigentlich diesem blauen Huhn. Allen´s Gallinule, Afrikanisches Sultanshuhn. So schön frei habe ich dieses Huhn noch nicht vor der Linse gehabt. Entsprechend euphorisiert geht es weiter.
Brown-throated Martin, Afrikanische Uferschwalbe
Wir können schon die grossen Bäume sehen, wo hoffentlich die Eulen auf uns warten, doch zuvor müssen wir in eine kleine Lagune einfahren. Long-toed Lapwing, Langzehenkiebitz.
White-faced Ducks, Witwenenten stehen vor uns auf.
Water Dikkop, Wassertriel.
Im flachen Wasser geht es mit dem Boot nicht weiter, und so steigen wir aus und platschen durch Wasser und Matsch bis zu den grossen Bäumen. Hier verrenken wir uns die Hälse und suchen die Baumkronen ab. Otto findet eine Eule, erst nach einer ganzen Weile bemerken wir, dass direkt daneben ein weiteres Tier sitzt. Aus unserer Position sieht man leider nicht allzu viel, und so probieren wir es von der anderen Seite. Und tatsächlich finden wir eine Lücke in der Baumkrone, die uns einen fast ungestörten Blick auf beide Fischeulen bietet. Der linke Vogel hat einen halb gefressenen Fisch im Fang.
Pel´s Fishing Owl
Wir setzen uns auf den Boden und fotografieren etwas exzessiv, abwechselnd wandert das Fernglas ans Auge, um die Eulen richtig zu beobachten. Die sind nur mässig an uns interessiert, ausser dem Schliessen der Nickhaut oder einem Gähnen passiert nicht viel.
Nach zwanzig Minuten brechen wir wieder auf und lassen die Eulen in Ruhe. Wir sind happy, der Trip hat sich voll gelohnt. Und er ist ja noch nicht vorbei, die Rückfahrt steht noch aus.
Red-shoudered Widow, Stummelwida
Wir fahren durch einen kleinen, schilfbestandenen Kanal, der sich plötzlich öffnet. Der Blick wird frei auf eine Grasebene, auf der allerlei Reiher stehen, darunter auch ein Slaty Egret. Leider ist er zu weit weg für ein ordentliches Foto, aber es ist das erste Mal, dass ich überhaupt ein Bild schiessen kann.
Slaty Egret, Braunkehlreiher.
Zum guten Schluss bekommen wir noch einen Diederick Cuckoo geboten, dann ist unsere Zeit um.
Wir haben drei äusserst kurzweilige Stunden mit Otto verbringen dürfen, der mit grosser Geduld und viel Gespür das Boot perfekt ins Licht gefahren hat. Zum Abschied erzählt uns Otto noch, in welchem Baum die Wood´s Owl für gewöhnlich den Tag verschläft.
Zurück auf unserer Site genehmigen wir uns ein ausgiebiges Frühstück, das haben wir uns nun verdient.
Kosten Boatcruise: 825.- Pula. ( 275.- Pula pro Stunde ) plus 150.- Pula für 10 Liter Sprit
Viele Grüße, Matthias
Teil 1228. Apr. 2019
weiter der 31. Januar;
Während unserem ausgedehnten Frühstück beratschlagen wir, was wir heute noch anstellen wollen, denn es ist ja noch nicht mal Mittag. Wir sind uns schnell einig, dass wir die angedachte Autofahrt zu den Tsodilo Hills drangeben und hier im Camp bleiben. Wir sind ja die einzigen Gäste, und so können wir ungestört das Camp filzen, was sich denn so an Vögeln finden lässt.
Wir sind gestern schon vor aufdringlichen Meerkatzen gewarnt worden, und unser Frühstück bleibt nicht unentdeckt.
Es sind sehr viele Mütter mit noch kleinen Klammeraffen unterwegs, aber wir passen auf. "Mir gäbet nix."
Es trifft sich gut, dass Otto vorbei kommt. Zusammen suchen wir den Schlafbaum der Woods Owl auf, aber sie ist heute aushäusig. Dafür präsentiert uns Otto eine andere Eule.
Da sitzt doch tatsächlich eine Fischeule, auch sie hat einen Fisch gefangen. Leider hält sie nicht lange aus, es gelingen nur zwei Bilder, dann fliegt sie weiter in den Wald.
Otto lässt uns alleine, und wir stromern bis zur hintersten Campsite. Dort schlagen wir uns durchs Unterholz bis ans Wasser durch.
Red-eyed Dove, Halbmondtaube
In dem kleinen Kanal paddeln zwei African Pygmy Geese, Zwerggänse durch die Seerosen. Sie nehmen keine Notiz von uns.
Im Schilf ist ein männlicher Thick-billed Weaver, Weissstirnweber dabei, aus zierlichsten Grashälmchen ein Nest zu bauen.
Ferner finden wir noch ein Weibchen vom Golden-tailed Woodpecker, Goldschwanzspecht.
Dann kehren wir zu unserer Site zurück, kochen schön bei Tageslicht unser Dinner, um dann den Abend wieder am Bootssteg ausklingen zu lassen.
Die Affen haben zwischenzeitlich unser Lager gefilzt, ob nicht doch was zu stiebitzen wäre. Lediglich die Ceres-Saftkartons operieren sie aus dem mit Draht gesicherten Mülleimer und zerreissen diese in zahllose Schnipsel.
Nach Sonnenuntergang entzünden wir ein Feuer und geniessen die überaus friedliche Stimmung hier. Bis auf Hippogrunzen und Froschgeklicker hört man nur das Knistern des Feuers.
01. Februar; morgendliche Überraschung
Da wir heute nur einen kurzen Transfer bis zur Mahangu Safari Lodge zu bewältigen haben, nutzen wir das schöne Morgenlicht, um nochmals das weitläufige Campareal abzugehen.
Und dabei finden wir doch tatsächlich eine Fischeule, wiederum mit Fisch. Ob es der selbe Vogel wie gestern ist, oder vielleicht der Partner, wissen wir nicht, aber wir sind bissle stolz, auch ohne Otto fündig geworden zu sein. Jedenfalls können wir nun guten Gewissens aufbrechen zu neuen Zielen.
Wir packen zusammen, und so gegen zehn Uhr verlassen wir Drotzky´s. Dass es uns hier ausserordentlich gut gefallen hat, versichern wir sowohl in der Reception wie auch im Hauptgebäude, wo wir unsere Rechnung bezahlen.
Dann fahren wir das kurze Stück bis zum Grenzübergang. Auf botswanischer Seite müssen wir noch die Strassengebühr bezahlen, da das in Dobe nicht möglich ist. Auf namibischer Seite werden wir erstmals überhaupt beim Betreten des Gebäudes mit einer Laserpistole? auf Fieber kontrolliert, wir liegen aber beide unter 37 Grad und können passieren. Auch werden wir erstmals nach einem Gelbfieberimpfpass gefragt. Meine Entgegnung, dass wir so etwas nicht besitzen, wird mit Achselzucken registriert.
Nun liegt nur noch das kurze Stück durch die Mahango Core Area vor uns. Wir überlegen kurz, ob wir gleich einen Gamedrive machen, verwerfen diesen Gedanken aber, denn es geht nun auf Mittag zu, die Sonne steht hoch und die Farben taugen nichts. Lieber wollen wir auf dem Gelände der Mahangu Lodge den Vögeln nachstellen.
Viele Grüße, Matthias
Teil 1330. Apr. 2019
weiter der 1. Februar:
Bei der Mahangu Safari Lodge können wir uns die Campsite aussuchen, wir sind mal wieder die einzigen Gäste. Nachdem wir die Zelte aufgestellt haben und einen kleinen Snack genommen haben, schnappen wir die Kameras und schlendern übers Gelände.
African Paradise Flycatcher Männchen, oder Paradiesschnäpper. Diese kleinen, quirligen Vögel sind nicht leicht zu erwischen, und dass sie sich immer im Halbdunkel des dschungelartigen Bewuchses aufhalten, macht die Sache nicht einfacher.
Nachdem wir uns im Pool erfrischt haben, wollen wir noch eine Runde durch den Mahango Park fahren.
Gleich beim ersten Lookout auf die Floodplains stehen drei Wattled Cranes, Klunkerkraniche. Leider ist es ziemlich bewölkt, die Farben taugen nicht wirklich, aber die Vögel sind nicht allzu weit entfernt und nehmen von uns keine Notiz. Normalerweise sind sie sehr scheu. Später sehen wir weitere sechs Kraniche, je ein Paar mit ihrem flüggen Jungvogel.
Die Büffel sehen meist recht übellaunig aus.
Ein Pärchen Double-banded Sandgrouses, Nachtflughühner tippeln über den Sand. Mittlerweile kommt die Sonne wieder durch.
Wir geniessen es, mit dem Spektiv die Schwemmlandebene des Kavango abzuglasen, denn viele kleinere Vögel, etwa Limikolen, kann man mit dem Fernglas nur schlecht ansprechen.
Wir fahren noch ein Stück weiter Richtung grosser Baobab und finden eine Gruppe Roan-Antilopen.
Wunderschöne Tiere, zusammen mit den Sable-Antilopen sind sie jedesmal ein Highlight hier im Mahango Park.
Auch ein Paar Reedböcke stellt sich in Positur.
Dann fahren wir langsam zurück, denn wir wollen den Sundowner auf dem Aussichtsturm vom Mahangu Camp geniessen. Zwar kann man von hier nicht direkt der Sonne beim Versinken zusehen, dafür wird das gegenüber liegende Ufer schön ausgeleuchtet, und meistens lassen sich dort auch immer einige Tiere spotten.
Sunset am Kavango.
Nachdem die Sonne unter gegangen ist, genehmigen wir uns auf der Plattform überm Wasser zwei GTs, bevor wir zurück zu unserem Camp gehen, um unser Nachtmahl zu bereiten. Das wird heute eine Premiere, denn wir haben uns bei Safari Car Rental einen Poitjie geliehen, der wird heute eingeweiht. In guter Erinnerung an das herrliche Stew, zu dem ich vor Jahresfrist bei den Kalachee-Brüdern eingeladen war, schnippeln wir allerlei Gemüse, Kartoffeln und die zwei letzten Oryxlendensteaks klein, um dann alles auf der Glut vor sich hin köcheln zu lassen.
Während wir so mit unserem Stew beschäftigt sind, kommt plötzlich aus dem Dunkel die Nachtwache und fragt uns, ob wir gerne eine Schlange sehen würden, eine grosse Schlange. Was für eine Frage, natürlich ja. Na, dann sollten wir uns aber etwas beeilen. Schnell schnappe ich noch die Kamera, und ab geht´s im Laufschritt hinterher. Auf einem freien Stück zwischen den Chalets kriecht ein gut anderthalb Meter langer Felsenpython zielstrebig Richtung Wasser.
Mir gelingen vier Fotos, und dann ist der Python im Gras verschwunden. Ich freue mich sehr, denn es ist mein erster Python, und es war ein Wunsch von mir endlich mal eine richtig grosse Schlange zu sehen. Obwohl, das war natürlich ein Jungtier, Pythons können über vier Meter lang werden. Trotzdem war das schon eine ordentliche Portion, wenn man sonst nur Kreuzottern und Schlingnattern gewohnt ist.
Noch viel mehr freue ich mich, dass niemand den Versuch unternommen hat, die Schlange zu töten.
Zurück am Feuer ist dann auch langsam unser Essen fertig, und wir sind uns beide einig: das Stew ist phänomenal geworden. Und das Beste daran: die Portion ist so gross, dass für morgen schon gekocht ist.
Pünktlich um 6.00 Uhr wird der Grenzübergang geöffnet, dann kann man auch in den Park einfahren. Das Office ist um diese Zeit noch nicht besetzt, das kennen wir schon, wir werden also die Gebühr von 40.- Nam$ pP beim Verlassen entrichten. Wir fahren gleich durch bis kurz vor den Grenzposten Mohembo und biegen dann nach links ab. So haben wir die Sonne, wenn sie denn mal aufgegangen ist, eher im Rücken.
Sonne ist hier allerdings noch überhaupt kein Thema, als wir einen Eurasian Golden Oriole, Pirol beobachten.
Wir fahren Kwetchi an und geniessen hier die friedliche Stimmung und den Sonnenaufgang.
Etwas später kommen wir um eine Ecke, und da stehen zehn Wattled Cranes vor uns in einer sumpfigen Wiese. Sie halten nicht aus und erheben sich gleich in die Luft. Auf die letzten beiden Kraniche komme ich noch zu Schuss, wie sie über dem Papyruswald entschwinden.
Ein schwarzer Greif kommt angeflogen und landet vor uns auf dem Boden. Relativ schnell ist klar, dass wir einen melanistischen Gabarhabicht vor uns haben. Das ist für uns beide eine Erstsichtung. Der Habicht sitzt so da und dreht den Kopf hin und her.
Er ist offensichtlich an dem links von ihm über den Boden krabbelnden Pillendreher interessiert. Er nähert sich zu Fuss...
und der Käfer ergreift die Flucht. Der Greif braucht dank seiner Grösse etwas länger, um hinterher zu kommen.
Völlig gebannt verfolgen wir, wie der Gabar den Abstand verringert, wir erwarten jeden Moment, dass er den Käfer greift.
Der so plump erscheinende Mistkäfer schlägt aber immer wieder Haken, die der Vogel so schnell nicht parieren kann, und so werden wir Zeuge einer recht ungewöhnlichen Jagd, die für den Käfer glücklich endet, denn er entkommt. Der verdutzte Vogel sitzt wieder auf dem Sand und orientiert sich neu. Ich wusste bis dato nicht, dass sich Habichte, der ja der Grösse nach eher ein Sperber ist, auch an Insekten vergreifen. Auf jeden Fall ein grandioses Erlebnis für uns. Und wir sind begeistert, dass unsere Fotos durchaus ansehnlich geworden sind. Mit meiner alten Lumix hätte ich hier jedenfalls nichts Brauchbares zu Wege gebracht.
Nun aber tatsächlich: eine Tawny Flanked Prinia, Rahmbrustprinie. Dahinter sitzt ein Trauerdrongo.
Wir wollen uns nun einmal das potentielle Habichtfutter näher ansehen, denn Pillendreher hat es hier enorm Viele.
Mengen von Käfern sitzen auf den frischen Elefantendunghäufen und versuchen ein Stück vom Kuchen zu ergattern. Diese Stücke rollen sie dann zu perfekten Kugeln, um diese zu verstecken und darin ihre Eier zu legen.
Die Kugeln sind oft deutlich grösser als die Käfer selbst. Rückwärts schieben sie die Pillen durch die Gegend, was durchaus wie eine Sisyphusarbeit anmutet.
Da das mit dem Gabarhabicht so gut gefunzt hat, probiere ich es gleich mal mit einem fliegenden Nektarvogel.
Purple-banded Sunbird, Kleiner Bindennektarvogel.
Eine Dusky Lark, Drossellerche. Diese Lerche brütet in Zentralafrika und verbringt den Sommer hier als eher seltener Gast. Für uns jedenfalls eine Erstsichtung.
Dank des schon etwas zerschlissenen Gefieders bin ich nicht ganz sicher, es sollte aber ein African Pipit, oder Spornpieper sein.
Viele Grüße, Matthias
Teil 1505. Mai 2019
weiter der 02. Februar; Westteil Mahango Core Area
Nachdem wir die durchgehende Hauptpiste erreicht haben, beschliessen wir auch noch den eher seltener befahrenen Westteil dran zu hängen. Diese Piste ist nicht ausgebaut und stellenweise ziemlich verbuscht. Dazu kommt, dass man öfters mal aussteigen muss, um die von Elefanten ab- und umgebrochenen Büsche von der Spur zu entfernen.
Wir finden eine kleine Gruppe European Roller, Blauracken, die -selten genug- nicht sofort türmen und sich auf brauchbare Distanz verpixeln lassen.
Wie bei der heimischen Gabelracke explodiert das Gefieder regelrecht in diversen Blautönen, sobald die Schwingen geöffnet werden.
Beim Wasserloch Thingwerengwere stehen zwei halbstarke Bullen und bespritzen sich mit Schlamm.
Es geht nun auf Mittag zu, und wir beschliessen zurück zu fahren, um endlich was zu Essen und ein Nickerchen zu halten. Danach kühlen wir uns wieder im Pool ab, bevor wir nochmals eine Abendrunde im Park drehen wollen. Leider hat es ziemlich zugezogen.
Auch wenn das Bild nichts Besonderes ist, zeige ich hiermit eine weitere Erstsichtung: ein Bearded Scrub-Robin, Brauner Bartheckensänger.
Schade, dass der schlonzige Himmel alle Farben schluckt, so kommt der Broad-billed Roller, Zimtracke nicht wirklich zur Geltung.
Der alte Büffel hat eine offene Wunde am Hinterlauf, und dort picken auch noch die Gelbschnabel-Madenhacker drin rum.
Green-winged Pytilia, oder Buntastrild Weibchen.
Normalerweise sind die Emerald-spotted Wood Doves, Bronzeflecktauben ziemlich scheu, dieses Exemplar war aber sehr zutraulich und hat uns bis auf unter zwei Meter ausgehalten. Andreas hat sich beschwert, dass wir zu nah dran waren für seine grosse Linse.
Weibchen vom Violet-eared Waxbill, Granatastrild.
Wieder mal eine singende Tawny-flanked Prinia, Rahmbrustprinie.
Um die Burchell´s Glossy Starlings, Riesenglanzstare zu fotografieren, ist der bedeckte Himmel von Vorteil, denn bei Sonne saufen die Farben schnell ab.
Recht häufig und weit verbreitet ist der Marico Flycatcher, Maricoschnäpper.
Nun kriegen wir auch noch das Männchen von der Green-winged Pytilia vor die Linse.
Zur Abwechslung mal kein Vogel, sondern ein noch recht junges Kudu mit seinen überproportional grossen Lauschern.
Der Long-billed Crombec, Langschnabelsylvietta hält nicht für den Bruchteil einer Sekunde still, und bei allen Bildern ist immer ein Halm im Weg. Grrr.
Alt- und Jungvogel Little Bee-eater, Zwergspint.
Zum Abschluss der heutigen Vögelei finden wir noch eine Pearl-spotted Owlet, Perlkauz, der uns neugierig beäugt, als wir uns per Pedes an ihn ranschleichen.
Da heute sonnenuntergangsmässig nichts Spektakuläres zu erwarten ist, fahren wir sogar schon etwas vor Gateschliessung raus, nicht ohne wieder unsere tägliche Roan zu würdigen.
Dann fahren wir zurück ins Camp, machen es uns wieder auf dem Deck überm Fluss gemütlich und geniessen anschliessend unser Stew. Wir sind uns einig, der Aufenthalt hier auf der Mahangu Safari Lodge und im Mahango Park hat sich mal wieder voll gelohnt. Morgen aber wollen wir weiter fahren an den Kwando.
Viele Grüße, Matthias
Teil 1614. Mai 2019
Sonntag, 03. Februar; auf in die Kwando Core Area
Der Tagesstart hält sich nicht an den "Sonntag", denn es regnet leicht. So bleiben wir liegen, bis es richtig hell ist. Zum Frühstücken haben wir zunächst keine rechte Lust, denn alles ist feucht, so vertrödeln wir einige Zeit mit Auto einräumen, Akkus laden, der Abwasch von gestern Abend steht auch noch an.
Auch die Little Bee-eater, Zwergspinte kommen nur mühsam in den Tag und kuscheln lieber noch etwas.
Langsam hört der Regen auf. Zwar scheint die Sonne nicht wirklich durch die dicke Bewölkung, aber es wird zunehmend wärmer, so können wir wenigstens in aller Ruhe frühstücken. Nachdem wir fertig sind, sind auch die Zelte schon wieder abgetrocknet, und wir können einpacken. Dann zahlen wir unsere Rechnung und fahren nach Divundu. Hier kaufen wir Milch und Joghurt ein, und unser Gefährt erhält Diesel, dann machen wir uns auf den Weg stracks Richtung Osten.
Mittlerweile ist es wieder richtig warm geworden, und die Sonne dampft immer mehr die Wolken weg. Wir erreichen die New Susuwe Ranger Station, wo wir uns ins grosse Buch eintragen und ein Permit für zwei Tage bezahlen. Dann fahren wir die Pad in den Wald hoch und hier schalte ich wieder den Allrad zu, denn sofort wird es tiefsandig. Der Wald um die alte, verfallene Militärstation Fort Doppies gefällt uns besonders gut, denn es gibt hier einen alten Baumbestand und entsprechend viele Vögel.
Eine ganze Familie Red-billed Woodhoopoes, Grüne Baumhopfe marodiert in den Bäumen umher.
Flugstudie.
Blühende Feuerlilien setzen ein paar bunte Akzente im Unterholz.
Blue Pansy.
Dann bemerken wir hoch oben in einer Baumkrone einen schwarzen Vogel, den wir zunächst als Trauerdrongo abtun. Beim Blick durchs Fernglas irritiert aber das Rot ums Auge, sicherheitshalber schiesse ich ein Notfoto, und später identifizieren wir den "Drongo" als einen Retz´s Helmet Shrike, Dreifarbenwürger. Erstsichtung, läuft. 😎
Wir fahren weiter, und nachdem wir den Wald verlassen haben, geht es durch mit hohem Gras bestandenes Buschland ohne besondere Sichtung weiter bis zum Nambwa Camp. Hier checken wir für zwei Nächte ein. Wir erhalten Platz Nr. 2, könnten aber jeden anderen Platz belegen, denn wir sind wieder alleine hier. Ich belege gleich wieder die kleine Plattform, um hier mein Zelt aufzustellen. Dann vespern wir eine Kleinigkeit.
Das Licht wird weicher, und wir fahren noch eine Runde Richtung Horseshoe und ins Grasland südlich davon bis knapp vor die botswanische Grenze.
Über den Gesang des Orange-breasted Bush Shrike, Orangewürger, den wir aus dem fahrenden Auto gehört haben, finden wir tatsächlich den zugehörigen Vogel. Leider ist er sehr scheu und überhaupt nicht daran interessiert, für uns zu posen. Eher filzt er Busch um Strauch nach Insekten, meistens sehen wir ihn nur von hinten.
Der verlassen daliegende Horseshoe.
Wir fahren um eine Ecke beim Hide am Horseshoe und landen fast in einer Dreierfamilie Wattled Cranes. Die Kraniche hätte ich hier mitten im Wald nicht vermutet.
Sie stolzieren dann ins offene Gelände und filzen frische Elefantendunghäufen. Offensichtlich gibt es hier was zum Einwerfen.
Was im Mahango Park noch nicht gelungen ist, hier scheint dann die Sonne ungetrübt, um der Zimtracke einen glanzvollen Auftritt zu verschaffen.
Wenn sie sitzen, sind die orangefarbenen "Schulterklappen" nicht deutlich zu sehen, aber sobald sie fliegen, sehen die Red-shouldered Widows, Stummelwidas sehr auffällig aus.
Das Licht wird immer schöner, und die Landschaft am Kwando weiss uns wieder einmal zu gefallen.
Coppery-tailed Coucal, Angola-Mönchskuckuck.
Die Sonne ist schon weg, als wir, exakt an der selben Stelle wie drei Jahre zuvor, wieder auf die hier wohl ansässige Black-bellied Korhaan, Schwarzbauchtrappe treffen.
Nun müssen wir uns etwas sputen, um noch bei Licht ins Camp zurück zu fahren. Nach einem verspäteten Sundowner grillen wir ein schönes Game-Fillet auf der Glut. Eigentlich könnte man nun nach dem Essen schön am Feuer sitzen bleiben, aber endlich zeigt sich der Himmel einmal wolkenlos, und so schnappe ich mir Kamera und Stativ und suche mir einen schönen Punkt, um ein paar Sternenbilder zu schiessen.
Das neonfarbene Strichle hat ein blinkender Leuchtkäfer hinterlassen.
Später sitze ich noch eine Weile vor meinem Zelt auf der Plattform überm Wasser und lausche den Xylophonfröschen, während die Glühwürmchen vorbeiblinkern.
Kosten: Nambwa Camp 250.- Nam$ pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 1721. Mai 2019
04. Februar; Kwando Core Area
Mit dem Hellwerden verlassen wir das Camp, um am Kwando entlang flussaufwärts zu fahren und die frühen Morgenstunden im Wald um Fort Doppies zu verbringen. Wir erhoffen uns dann rege Gesangstätigkeit der Waldvögel, um ihnen dann gezielt nachstellen zu können.
Noch vor Sonnenaufgang lassen wir das Camp Nambwa, welches sich in dieser Waldinsel befindet, hinter uns.
Green-backed Heron, Mangrovenreiher
Immer wieder führt die Fahrspur an den Fluss und bietet schöne Aussichten.
Mächtige Leberwurstbäume stehen am Ufer, im Sand fährten sich Löwen, Antilopen und natürlich Elefanten.
Am Ufer finden sich verschiedene Vögel ein um zu rasten oder um nach Beute Ausschau zu halten. Pied Kingfisher, Graufischer Weibchen.
Kaum hat der Eisvogel den Ast geräumt, wird er schon wieder belegt. Banded Martin, Gebänderte Uferschwalbe.
Der Great Egret, Silberreiher ist wohl fertig mit dem Brutgeschäft, der Schnabel jedenfalls ist schon wieder gelb, aber die Schmuckfedern auf dem Rücken trägt er noch.
Eine Gruppe Meyer´s Parrots, Goldbugpapageien sitzen in der Morgensonne und widmen sich der Gefiederpflege.
Nach dem melanistischen Gabarhabicht finden wir eine weitere Rarität, einen leuzistischen Wattled Plover, Senegalkiebitz. So etwas habe ich noch nie gesehen, ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Entsprechend verwundert ob des Vogels waren wir.
Auf dem Weiterweg, kurz bevor man eine steile Böschung hoch in den Wald fährt, huschen fünf Löwen, drei Löwinnen mit zwei Halbstarken, vor uns über den Weg. Sie kommen vom Wasser und wollen sich nun wohl in den Schatten des Waldes zurück ziehen. Leider sind sie sehr scheu und es gelingt uns kein Bild.
Nachdem wir uns vergewissert haben, dass die Löwen nicht hier unter den Bäumen liegen, steigen wir aus, geniessen das morgendliche Konzert und versuchen ein paar der Sangeskünstler zu erwischen.
Die gehören aber nicht dazu, sie sind meist stumm. White-fronted Bee-eater, Weissstirnspint.
Auch er ist kein grosser Sänger, beobachtet aber genau unser Treiben. Noch nicht ausgefärbter Martial Eagle, Kampfadler.
Noch nicht im Prachtkleid befindet sich die Yellow Wagtail, Schafstelze, die in drei Monaten zurück in Europa sein wird, um hier zu brüten.
Insgesamt ist es sehr schwierig, die Sänger vor die Linse zu bekommen, denn meistens sitzen sie weit oben in den Baumkronen, aber das Konzert ist sehr vielstimmig. Es hallt sehr schön unter dem Blätterdach, fast wie in einer Kirche. Wir beschliessen, morgen nochmals einen Anlauf zu nehmen und dann nicht so lange am Fluss rum zu trödeln, vielleicht waren wir schon wieder etwas zu spät dran.
Red Lechwe Bock.
Cardinal Woodpecker, Kardinalspecht Männchen.
Zum späten Vormittag fahren wir zurück ins Camp, unterwegs nehmen wir aber noch den allgegenwärtigen Yellow-billed Hornbill, Gelbschnabeltoko mit.
Es ist drückend schwül geworden, und am Himmel schiessen die Cumulustürme in die Höhe. Es sieht nach Gewitter aus. Wir frühstücken in aller Ruhe, bevor wir eine Siesta halten.
Am Nachmittag und Abend wollen wir nochmals Richtung Horseshoe fahren.
Viele Grüße, Matthias
Teil 1831. Mai 2019
weiter der 04. Februar:
Nachdem wir uns zurück auf unserer Site wieder restauriert haben, erkunden wir mit Glas und Kamera den Campbereich, denn hier unter den grossen Bäumen hat es natürlich auch jede Menge Vögel und anderes Getier.
Als Erstes finde ich auf einer Nachbarsite eine dünne, etwa meterlange Peitschenschlange, eine Western Stripe-bellied Sand Snake. Sie liegt regungslos auf dem Wurzelanlauf eines Baumes. Zunächst vermute ich, dass sie sich sonnt. Erst später entdecke ich runde dreissig Zentimeter oberhalb am Baumstamm den vermutlichen Grund, weshalb die Schlange hier ausharrt.
Hier verharrt ein Streifenskink ebenso reglos nach dem Motto: wer sich zuerst bewegt, hat verloren.
Es beginnt zu donnern, und bald darauf fängt es tatsächlich zu regnen an. Ich eile zurück zu meinem Zelt und schmeisse schnell das Überdach drüber. Im Auto warten wir den Schauer ab, und gleich drauf schaue ich nach, ob die Reptilien noch vor Ort sind. Aber auch sie haben sich vor dem Regen in Sicherheit gebracht.
Die Sonne bricht erneut durch die Wolken, und ich mache ein paar Aufnahmen von den attraktiven Feuerlilien. Erst nach einer Weile bemerke ich den kleinen Falter, der sich farblich hervorragend angepasst hier versteckt.
Leider fehlt ihm seit einer Attacke eines Vogels der charakteristische Zipfel am Hinterflügelende, sodass die Artzugehörigkeit für mich nicht mehr feststellbar ist. Ein Scarlet der Gattung Axiocerses.
Leider gelingt mir nicht viel mehr als ein Belegbild vom Red-chested Cuckoo, Einsiedlerkuckuck. Mal wieder eine Erstsichtung.
Gegen halbvier Uhr fahren wir wieder los Richtung Horseshoe. Gerade noch kommen wir rechtzeitig an die Lagune, um den Abzug einer fünfunddreissig kopfstarken Gruppe von Rappenantilopen zu erleben.
So ein grosses Rudel von Sables habe ich zuvor noch nicht gesehen.
Wir fahren weiter um den Horseshoe herum, leider hat sich der Himmel komplett bewölkt.
Grey-headed Kingfisher, Graukopfliest.
Dafür sind heute Elefanten hier, um zu saufen und zu baden.
Wir schauen dem Treiben eine ganze Weile zu und fahren dann nochmals eine Runde in die Grasebenen Richtung Botswana. Hier fällt auf, dass die einzeln stehenden, grossen, alten Kameldorne alle schon braunrote Blätter haben. Die Rinde der Bäume ist geschält. Diese Bäume werden kaum weiter leben können, hier macht sich der seit Jahren zunehmende Elefantenbesatz bemerkbar.
Eigentlich sollte man auch mal die hier allgegenwärtigen Hartlaub´s Babbler, Weissbürzeldrosslinge verewigen, zumal man sie in Namibia nur hier entlang der nördlichen Landesgrenze finden kann.
Zum Abschluss finden wir einen weiteren Woodland Kingfisher, einen Senegalliest.
Da der Himmel weiter bewölkt ist, gibt es keinen Grund, heute den Platz am Lagerfeuer nicht einzunehmen. So sitzen wir unter dem grossen Leberwurstbaum, lauschen den Fröschen und den Hippos und geniessen unseren letzten Abend hier in Nambwa.
Viele Grüße, Matthias
Teil 1903. Juni 2019
05. Februar; auf zu neuen Ufern.
Im ersten Licht des erwachenden Tages sitze ich vor meinem Zelt, es ist kurz vor sechs Uhr, man merkt deutlich, dass die Tage kürzer werden.
Was für eine friedliche Stimmung, das Wasser liegt absolut ruhig vor mir, natürlich sind die Water Lilys noch alle geschlossen.
Zwanzig Minuten später leckt die Sonne über den Horizont.
Wir frühstücken und packen zusammen, denn wir wollen ja nochmals im Wald nach besonderen Vögeln Ausschau halten.
Auch wenn es fast aussichtslos scheint, versuchen wir noch die Southern Black Tit, "Mohrenmeise" zu erwischen, die hoch über uns in den Zweigen rumturnt. Aber so steil von unten werden das natürlich keine befriedigenden Bilder.
Wir verabschieden uns vom Caretaker und fahren wieder in den Wald um Fort Doppies.
Hier finden wir eine Kurrichane Thrush, Rotschnabeldrossel. Die habe ich zwar schon einmal gesehen, aber noch nicht fotografiert. Zunächst war der Vogel sehr scheu, aber wir haben nicht abgelassen und sind immer hinterher, bis er sich mal auf einem Ast in Bodennähe bei akzeptablen Lichtverhältnissen gesetzt hat.
Als nächstes finden wir einen kleinen Sunbird, der um die offenen Blüten eines Teakholzbaumes herumschwirrt. Wir brauchen eine Weile, bis wir sicher sind, dass das ein Shelley´s Sunbird ist, ein ausgesprochen seltener Nektarvogel.
Bei einem weiteren Stopp finden wir mal wieder "Drongos". Kleine, einheitlich schwarze Singvögel mit einem deutlich gefurchten Stoss, die gerne auf Totholzstummeln ansitzen und von dort aus Jagdflüge auf Insekten unternehmen.
Es ist eine Familie, bestehend aus den Elternvögeln und zwei gerade flügge gewordenen Jungvögeln, die aber immer noch gefüttert werden wollen. Irgendwas irritiert, und nach einer Weile schnallen wir, dass das Southern Black Flycatchers, also Drongoschnäpper sind. Gut, ab auf die Liste unter "neu".
Während die Elternvögel recht scheu sind, gelingen uns wenigstens von den Juvos brauchbare Fotos.
Es ist mittlerweile schon späterer Vormittag und wieder gut warm geworden, so packen wir zusammen, besteigen unser Vehikel und mahlen uns durch den tiefen Sand zurück zur Susuwe Ranger Station, um auszuchecken. Kurz nach uns kommt ein Cruiser der Nambwa Lodge an, um hier Gäste aufzunehmen. Der Fahrer fragt uns, ob wir die Löwen gesehen hätten. Ja sage ich, gestern morgen, unten am Fluss, drei Katzen mit zwei Cubs. Nein nein, meint der Fahrer, jetzt gerade eben, denn im Wald würden direkt auf unseren Reifenspuren die frischen Tapser der Katzen stehen, und er wäre ja höchstens ein paar Minuten hinter uns gewesen. Er hat sie aber auch nicht gesehen, es dürften aber wohl die selben Tiere von gestern sein. Nach diesem Intermezzo machen wir uns auf und nehmen die Teerpad bis nach Katima Mulilo unter die Räder, wo wir pünktlich auf die Minute um High Noon eintreffen. So suchen wir als erstes den schattigen Innenhof vom Café@Caprivi Adventures auf, wo wir uns einen leckeren Burger mit Fritten gönnen, dazu gibt´s einen Milkshake.
Einen frisch geschlüpften Citrus Swallowtail, der hier kurz Station macht, lasse ich nicht undokumentiert.
Nachdem wir eingekauft und getankt haben, fahren wir ein Stück aus der Stadt raus zur Namwi Island Lodge. Wieder sind wir die einzigen Gäste auf der grossen Anlage, und wir stellen unsere Zelte direkt an der Abbruchkante zum Sambezi auf. Korrekterweise am Hippo Channel, denn Hippo Island trennt uns vom Hauptstrom. Wir hängen den Fridge ans Stromnetz, dann erkunden wir das Gelände mit den schönen, grossen, alten Bäumen, denn hier soll es recht einfach sein, sowohl die Turakos wie auch die riesigen Trumpeter Hornbills vor die Linse zu bekommen. Sagt mein Bruder, der vor gut einem Jahr hier war, allerdings über Weihnachten, und da waren die Bäume voller Früchte, deshalb waren die Vögel anwesend. Nun sehen die Bäume alle eher abgeerntet aus, entsprechend werden meine Hoffnungen auf den Trompeterhornvogel enttäuscht. Die Turakos hören wir zwar, aber sie halten sich in den dunkelsten Ecken der Bäume auf.
Wir gehen uns erstmal abkühlen im schön angelegten Pool, danach kochen wir.
Ein weiterer Gang übers Gelände bringt wenigstens einen weiteren Sunbird auf die Liste.
Collared Sunbird, Bindennektarvogel.
Fantastisch, wie der kleine Vogel metallisch schimmert, wenn er sich ins Abendlicht dreht.
Den Abend lassen wir am Ufer ausklingen mit einem schönen Ausblick auf den Channel.
Nachts unterhalten uns eine Wood Owl sowie ein Nightjar, den wir aber nicht einordnen können. Wenigstens haben wir ihn einmal kurz im Strahl der Taschenlampe gesehen.
Kosten: Camping Namwi Island Lodge: 200.- Nam$ pP
Viele Grüße, Matthias
Teil 2007. Juni 2019
06. Februar; Sambezi hier, Sambezi dort
Schon beim Erwachen des Tages stehen wir mit einem Morgenkaffee an der Abbruchkante des Flusses und geniessen die friedliche Morgenstimmung. Nebelschwaden wabern über dem träge fliessenden Wasser. Eine Rohrweihe schaukelt übers Schilf, Kuhreiher ziehen in kleineren Gruppen stromaufwärts, ein Finfoot wechselt die Uferseite, leider viel zu weit für ein Foto, aber im Spektiv schön anzuschauen. Später jagen sich zwei Half-collared Kingfisher niedrig übers Wasser. Während ich sie mit dem Fernglas beobachte, habe ich plötzlich Wasserringe im Bild sowie eine runde Kopfsilhouette. Völlig entspannt tollen da zwei Otter miteinander im Wasser rum. Sie kommen immer näher und schwimmen dann bei uns vorbei, dabei immer mal überprüfend, ob wir gefährlich werden könnten. Nachdem wir gefrühstückt haben, sind auch die Zelte abgetrocknet und wir packen ein. Dann versuchen wir nochmals, die Turakos zu Gesicht zu bekommen. Wir hören sie zwar, sehen sie aber immer nur kurz, wenn sie von einem Baum zum nächsten flattern. Wir bezahlen im Office und wollen losfahren, aber der Hilux macht keinen Mucks. Auch die zweite Batterie, mit der wir versuchen zu überbrücken, ist leer. Der Besitzer wollte grade in die Stadt fahren und stellt sein Vehikel, ein rotes Mercedes-Coupé vor den Hilux. Doch um an die Batterie zu kommen, muss man erst den Fahrersitz ausbauen. Wir überbrücken die Batterie, und sofort springt der Motor an.
Wir überlegen, ob wir nach Katima zurück fahren sollen, um die Batterie checken zu lassen. Als wir die Namwi Island Lodge verlassen, hockt tatsächlich ein Turaco in einem Baum und verabschiedet uns. Beim Versuch ihn zu fotografieren ( den Motor lassen wir natürlich laufen ), mache ich Bekanntschaft mit einer Art afrikanischen Brennessel, die allerdings deutlich mehr Feuer hat wie die heimische Art.
Wir fahren nach Katima zu einem Repairshop direkt neben dem Café. Ich stoppe den Motor und starte erneut, er springt ohne Problem an. Wenigstens wird also während der Fahrt geladen, okay. Wir gehen wiederum ins Café, essen eine Kleinigkeit, weil es hier so lecker schmeckt, und fahren dann auf der B 8 in südöstlicher Richtung, um schon bald in Richtung Sambezi nach Nordosten abzubiegen. Vor drei Jahren war das hier noch eine rumpelige Sandpad, nun ist eine perfekte, geteerte Autobahn entstanden.
Wir steuern die Mubala Lodge an, wo wir eine schöne Campsite direkt über dem Fluss erhalten. Dazu gehört ein eigenes Ablutiongebäude, Schattenbäume sowie eine Grasfläche zum zelten.
An der Reception begrüsst uns ein Brown-hooded Kingfisher, Braunkopfliest.
Wir stellen die Zelte auf, hängen den Fridge ans Stromnetz und ziehen den Stecker, der von der Batterie kommt, sodass diese sich nicht mehr entladen kann.
Dann erkunden wir das weitläufige Gelände, das über einen schönen Baumbestand verfügt. Dieser ist bei der Anlage der Cottages weitgehend erhalten worden. Wir hören gleich wieder Turakos schackern.
Shalow´s Turaco, Schwarzschnabelturako. ( Warum er so heisst, kann ich nicht nachvollziehen ). Besser: Langschopfturako
Auf dem Boden steht ein Kreisregner, der das Gras bewässert, und dahin fliegt der Turako immer wieder, um zu trinken. Nach einer Weile entspannt er sich total und lässt sich frei und offen sitzend ( gemessen an Turako-Massstäben ) nach Belieben fotografieren, fast kommt es uns vor, als würde er es geniessen, so viel Aufmerksamkeit zu bekommen.
Aber es gibt jede Menge weitere Vögel hier, die den Wasserregner zu schätzen wissen.
? LBJ Terrestrial Brownbul, oder Laubbülbül. Danke Uwe und maddy.
Black-backed Puffback, Schneeballwürger.
Balzender Paradise Flycatcher, Paradiesschnäpper.
Vor drei Jahren waren wir auf der Campsite der Kalizo Lodge, die es so leider nicht mehr gibt. Sie wurde von Gondwana übernommen und zu einer Luxusabsteige konvertiert. Wir möchten aber nochmals die schönen Graslandebenen dort sehen, und da das Navi die Kalizo Lodge noch kennt, folgen wir einfach der Beschreibung.
Wir finden die offene Graslandschaft wieder, doch ein ganzer Teil ist nun eingezäunt und in eine Reisplantage umgewandelt worden.
Neben der sandigen Fahrspur sitzen eine ganze Truppe von Southern Red Bishops, Oryxwebern und ein paar Firefinches, die die Grassamen abpicken.
Schon lange wollte ich mal die knallroten Oryxwebermännchen auf eine brauchbare Distanz vor der Linse haben.
Nördlich der Lodge kommen wir wieder ans Ufer des Sambezi, und hier wartet ein Water Dikkop, Wassertriel auf den Abend.
Von hier aus kann man die neuen, futuristisch anmutenden Zeltchalets sehen, und mit dem Fernglas kann man gut erkennen, dass die Lodge geschlossen ist. Ob das neue Konzept aufgeht?
Hier blühen die schönen, gelben Sumpfgladiolen. Als ich für ein Foto einen störenden trockenen Pflanzenstengel abbrechen will, entdecke ich am Grund des Halmes ein Chamäleon. Wahrscheinlich ist es genauso erschrocken wie ich.
Selbstverständlich habe ich die Ansitzwarte des Reptils belassen.
Auf dem Rückweg möchten wir noch bei einem Sumpfloch nachschauen, ob wir ein seltenes Huhn entdecken können, ausserdem verleitet das schöne Abendlicht mit den dekorativen Wolken zu ein paar Fotos.
Die Spotted Crake haben wir nicht gefunden, dafür ist eine männliche Steppenweihe vorbei geschaukelt.
Pallid Harrier, Steppenweihe.
Zurück am Auto muss ich mit Schrecken feststellen, dass ich wohl den Wagenschlüssel verloren habe, vermutlich ist er beim Fotografieren aus der Hosentasche gerutscht. Wo sollen wir jetzt den Schlüssel in dem Gras suchen? Zufällig entdecke ich den Schlüssel gar nicht weit vom Wagen in der Fahrspur, auf dem vorletzten Foto ist er sogar zu sehen.
Glücklich machen wir uns auf den Heimweg. Dort bereiten wir das letzte Fleisch von der KleinWindhoek Schlachterei zu, es ist nach über zwei Wochen immer noch hervorragend.