waldfee395 Beiträge · seit 200701. Feb. 2019 · #41[quote“
PS I: wann geht es in dieser Diskussion wieder nach Namibia zurück?
Wenn die Teerstrassen für die Kleinbusse zum Niedrigpreissegment fertig sind. 😄
Sorry, der mußte jetzt mal sein 😄
Ebi904 Beiträge · seit 201001. Feb. 2019 · #42Naja, ich hatte es von Namibia. Wenn der kleine Schlenker gen Asien stört, muss jeder Thread stören. Das gibt es doch laufend.
Teerstraßen für Kleinbusse – sorry, da fehlt mir gerade der Bezug.
MOmotorradsilke390 Beiträge · seit 201702. Feb. 2019 · #43Logi schrieb:Was hier, im Forum, bereits seit Anfang Januar diskutiert wird bzw. verschiedene FoMis selbst feststellen konnten, steht morgen in der AZ auf der Titelseite: der Rückgang der Besucherzahlen
https://www.az.com.na/nachrichten/besucherzahl-nimmt-weiter-ab2019-01-30/
Edit: Bild wurde vom Moderator gelöscht, dafür habe ich jetzt den Artikel verlinkt.
LG
Logi
Maputo schrieb:motorradsilke schrieb:
Aber wenn ich mir das Leben der Thailänder ansehe, sehe ich das Ganze anders. Vielen Thailändern geht es besser als vor 15 Jahren.
Und DAS ist es, was zählt.
..na ja meinst Du, vielleicht bist Du etwas naiv.
Ich kenne Thailand seit 35 Jahren, habe mal 4 Jahre hier gearbeitet, kann mich auch sehr gut in Thai unterhalten.
Der normale Thai hat nicht viel von dieser Turi-Schwemme, er mag die Touristen auch nicht sonderlich. Die meissten Turis kennen die Kultur nicht und sie führen sich auf wie Elefanten im Porzellanglas. Das ist nicht gut für die Thai Seele, die sehr nach Harmonie strebt. Touristen sind schlicht eine Plage für viele Thais und nur wenige verdienen sich eine goldene Nase an Ihnen.
Da bin ich vor 2 Tagen wieder einmal meine Route durch die Klongs, von der Memorial Bridge Richtung Wat Arun gelaufen. Dort wo die ganz einfachen Leute wohnen, die immer freundlich waren. Sind sie aber nicht mehr, sondern sehr reserviert und abweissend. Irgendwann habe ich gefragt was los sei hier. Alle 2 Stunden käme irgend so eine dämliche Fahrradtorur mit 20 Turis (viele aus dem Wäää-Wääää Land USA) durch die schmalen Gassen wurde mir berichtet. Macht Fotos wo es ihnen gerade passt, fährt quasi durch das Wohnzimmer der Menschen und schert sich einen Dreck um Regeln uns Anstand.
Als ich wieder ging, blieb bei mir jedenfalls nur noch das unangenehme Gefühl in der Magengegend, dass man hat, kurz bevor man kotzen muss...
lg Maputo
Nun gut, ich kenne Thailand erst seit 2003,bin in den letzten Jahren jedes Jahr dort. Ich spreche kein Thai, versuche mich aber mit den Leuten auch zu unterhalten, so weit es geht.
Es war nur eine Schilderung meiner Eindrücke. Ich würde auch nicht den Bewohner befragen, der nichts davon hat, sondern den nächsten Imbissverkäufer, Hotelangestellten, Mitarbeiter bei Touranbietern, Taxifahrer usw.
Ich habe jedenfalls nie abweisende Leute getroffen, alle sind freundlich und interessiert.
Aber gut, da haben wir offenbar unterschiedliche Eindrücke.
Mich würde trotzdem interessieren, warum es diese Entwicklung in Afrika nicht gibt. Ob man sie nun gut oder schlecht finden würde.
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200802. Feb. 2019 · #44Selbstverständlich hat sich in Namibia in den letzten Jahrzehnten sehr viel zum Positiven verändert, ebenso wie in Botswana – u.a. durch die aus dem Tourismus generierten Einkünfte für die Bevölkerung! – Aber natürlich nicht nur dadurch und auch nicht überall! Und ja, es gibt auch negative Entwicklungen.
Wir bereisen diese Länder seit 38 Jahren und haben entsprechende einheimische Kontakte, die unsere Eindrücke bestätigen. Diese Entwicklung hat stattgefunden/findet statt, auch wenn man es persönlich es nicht sieht oder aus anderen Gründen nicht in der Lage ist, das zu erkennen.
...wird hier ja nun auch nicht grad das erste Mal in den letzten Jahren diskutiert, - manchmal ist das hier im Forum wie in der Zeitschleife... 🤪 😐 😄
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt MOmotorradsilke390 Beiträge · seit 201702. Feb. 2019 · #45lilytrotter schrieb:Selbstverständlich hat sich in Namibia in den letzten Jahrzehnten sehr viel zum Positiven verändert, ebenso wie in Botswana – u.a. durch die aus dem Tourismus generierten Einkünfte für die Bevölkerung! – Aber natürlich nicht nur dadurch und auch nicht überall! Und ja, es gibt auch negative Entwicklungen.
Wir bereisen diese Länder seit 38 Jahren und haben entsprechende einheimische Kontakte, die unsere Eindrücke bestätigen. Diese Entwicklung hat stattgefunden/findet statt, auch wenn man es persönlich es nicht sieht oder aus anderen Gründen nicht in der Lage ist, das zu erkennen.
...wird hier ja nun auch nicht grad das erste Mal in den letzten Jahren diskutiert, - manchmal ist das hier im Forum wie in der Zeitschleife... 🤪 😐 😄
Das liegt sicher daran, dass neue Leute dazu kommen.
Ich meinte, warum es in Afrika keine Tourismusentwicklung wie in Asien gibt. Warum bieten z.B. die Damara (nur als Beispiel) keine Hütten an, gibt es keine Garküchen, Restaurants Cafes u.ä. in ihren Dörfern?
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200602. Feb. 2019 · #46Hi motorradsilke,
Ich meinte, warum es in Afrika keine Tourismusentwicklung wie in Asien gibt.
In Afrika und in Asien... was Du beschreibst gibt es in der Mongolei auch nicht, in Ghana hingegen sehr wohl. Es ist ein Apfel-mit-Birnen-Vergleich. Wenn Du zwei "Muster"staaten mit gleichen Voraussetzungen auf unterschiedlichen Kontinenten vergleichen würdest, dann ist das vielleicht möglich. Du kannst aber nicht von Thailand auf Namibia schließen oder von Nepal auf Dschibuti.
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Fluffy174 Beiträge · seit 200602. Feb. 2019 · #47motorradsilke schrieb:lilytrotter schrieb:
Ich meinte, warum es in Afrika keine Tourismusentwicklung wie in Asien gibt. Warum bieten z.B. die Damara (nur als Beispiel) keine Hütten an, gibt es keine Garküchen, Restaurants Cafes u.ä. in ihren Dörfern?
Das habe ich mich auch schon gefragt. Liegt es an den Interessen/Wünschen der Touristen (keine große Nachfrage)? Der Größe des Landes bei geringer Einwohnerzahl?
Man kann z.B. durch Madagaskar reisen und findet überall Unterkünfte, die von Merinas, Betsileos, Vezos etc. betrieben werden und die, zumindest meinen Ansprüchen, völlig genügen. Ob es dort den Angestellten deshalb besser geht als in Namibia steht auf einem anderen Papier, aber das Land ist insgesamt auch deutlich ärmer als Namibia. Das gleiche gilt für Gastronomie.
Nachdenklich
Carmen
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200802. Feb. 2019 · #48motorradsilke schrieb:
Das liegt sicher daran, dass neue Leute dazu kommen.
...und zu allem gleich mal eine Einschätzung abgeben.
Man könnte, wenn es einen interessiert, hier im Forum eine Menge zu dem Thema recherchieren...
Zu fragen: „...warum es in Afrika keine Tourismusentwicklung wie in Asien gibt.“ ist schon sehr bezeichnend.
Afrika ist groß und von Land zu Land und Stamm zu Stamm sehr verschieden in Kultur und Gesellschaftsform.
Afrika ist nicht Indien und nicht Thailand oder sonst was, mit dem man es vergleichen möchte. Man reist im allgemeinen auch eher deshalb nach Afrika, weil es so ist wie es ist!
Die Damara z.B. sind ein Stamm in Namibia und auch dort, wie überall auf der Welt, handelt jeder Einzelne nach dem, was er gelernt hat und wozu er in der Lage ist – und wie die umgebenden kulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen es erlauben.
Das Wissen um diese Gegebenheiten und die Einschätzungsmöglichkeiten fehlen, wenn man sich damit nicht eingehend beschäftigt.
Tourismus ist zwar aus dem Blickwinkel des Touristen wichtig, aber es gibt auch Umgebendes...
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt MOmotorradsilke390 Beiträge · seit 201703. Feb. 2019 · #49lilytrotter schrieb:motorradsilke schrieb:Das liegt sicher daran, dass neue Leute dazu kommen.
...und zu allem gleich mal eine Einschätzung abgeben.
Man könnte, wenn es einen interessiert, hier im Forum eine Menge zu dem Thema recherchieren...
Zu fragen: „...warum es in Afrika keine Tourismusentwicklung wie in Asien gibt.“ ist schon sehr bezeichnend.
Afrika ist groß und von Land zu Land und Stamm zu Stamm sehr verschieden in Kultur und Gesellschaftsform.
Afrika ist nicht Indien und nicht Thailand oder sonst was, mit dem man es vergleichen möchte. Man reist im allgemeinen auch eher deshalb nach Afrika, weil es so ist wie es ist!
Die Damara z.B. sind ein Stamm in Namibia und auch dort, wie überall auf der Welt, handelt jeder Einzelne nach dem, was er gelernt hat und wozu er in der Lage ist – und wie die umgebenden kulturellen und gesellschaftlichen Bedingungen es erlauben.
Das Wissen um diese Gegebenheiten und die Einschätzungsmöglichkeiten fehlen, wenn man sich damit nicht eingehend beschäftigt.
Tourismus ist zwar aus dem Blickwinkel des Touristen wichtig, aber es gibt auch Umgebendes...
Wenn dir meine Beiträge nicht passen, lies sie doch bitte einfach nicht.
Bei mir kommen diese Fragen eben auf. Das war schon 2005 in Südafrika, und jetzt in Namibia. Also stelle ich sie.
Klar könnte ich versuchen, im Forum alte Antworten zu finden. Ich nutze allerdings vorwiegend Tapatalk, da ist die Suchfunktion nicht nutzbar.
Und da es hier Leute gibt, die sich damit schon eingehend beschäftigt haben, oder vor Ort leben, dachte ich, ich könnte einfach mal fragen.
Im Übrigen weiss ich, was die Damara sind. Und die leben auch nicht mehr hinter dem Mond, sondern haben auch Internetzugang.
Ebi904 Beiträge · seit 201003. Feb. 2019 · #50...und zu allem gleich mal eine Einschätzung abgeben.
Zu fragen: „...warum es in Afrika keine Tourismusentwicklung wie in Asien gibt.“ ist schon sehr bezeichnend.
Ne Einschätzung, und auch ne Frage, muss in einem Forum schon erlaubt sein. Oder muss man erstmal viele Beiträge generieren, um dazugehören zu dürfen und die Erlaubnis zur Frage zu haben. Und die obligatorische Belehrung „die Damara sind“ darf natürlich auch nicht fehlen.
Ich hab mir dazu nie Gedanken gemacht, und dem Niedrigpreistourismus im südlichen Afrika kann ich sicher nichts abgewinnen, aber seit Silkes Frage, die ich für überhaupt nix bezeichnend finde, überlege ich mir auch, warum sich das nicht entwickelt hat. Leider ergebnislos. Vielleicht findet sich ja noch jemand, der mehr dazu zu sagen hat, als dass man nicht fragen soll oder dass Vergleiche unzulässig sind.
Grüße
Ebi
DRDreamliner90 Beiträge · seit 201803. Feb. 2019 · #51Wenn Aldi, Lidl, Tchibo und Konsorten Namibia für 999-1299 EUR anbieten, dann würde ich das für so ein entferntes Ziel durchaus als Billigtourismus bezeichnen. Aber er spielt keine große Rolle in Namibia. Massen an Billigtouristen gibt es eigentlich weltweit immer nur im Kontext von Bade- oder Städtetourismus. Beides ist in Namibia praktisch nicht existent.
Mal konkrete Beispiele, warum die Entwicklung des Tourismus nicht funktioniert:
Im Westteil des Etoshas gibt es auf über 700.000 Hektar Fläche ganze 40 Betten für Touristen (20 Chalets im Dolomite Camp). Seit 8 Jahren ist keine Lodge, kein einziges Bett dazu gekommen. Die Zahl der Safari-/Fototouristen ist in den letzten Jahren in Namibia aber kräftig gestiegen. Dann stapeln sich die Touristen zwangsläufig um Okaukuejo. Mit Naturschutz und Ruhe für die Tiere hat das auch nichts zu tun. Niemand kann ernsthaft argumentieren, dass der Westteil des Parks auf 120km Ausdehnung in Ost-West-Richtung und 60km in Nord-Süd-Richtung nicht mehr als eine einzige Lodge verträgt. Wenn man nichts Neues bauen will: Warum baut man dann als C-Lösung nicht wenigstens das fast immer zu 100% ausgelastete Dolomite-Camp aus?
Oder Khaudum: Könnte bei passender Infrastruktur ein Tourismus-Juwel sein. Seit 6 Jahren wird da herum gekaspert und die bislang einzige dort gebaute Lodge öffnet und öffnet nicht. Die ist wahrscheinlich baufällig und abrissreif, bevor der erste Tourist da übernachtet hat. Und vielleicht einfach mal 40km Schotterpiste von Norden heran bauen? Schon klar: Diejenigen, die den Khaudum bisher besuchten, lieben ihn genau für seine Nicht-Infrastruktur, Wildheit und Einsamkeit. Aber es geht hier um die Entwicklung des Tourismus und mit den 500 Campern, die bisher jährlich den Khaudum besuchen, lässt sich kein funktionierender Tourismus bauen. Mit 50.000 EUR Jahreseinnahmen ist der Betrieb von 400.000 Hektar Nationalpark nur ein herbes Verlustgeschäft.
Oder Skeleton Coast: Zwischen Ausschreibung und Eröffnung der Shipwreck-Lodge sind 7 Jahre vergangen. In dem Tempo wird das nichts mit der Entwicklung des Tourismus. Nebenbei: Lage und Design der Lodge sind hübsch, aber die Buden sind billig aus OSB-Platten und Brettern zusammengenagelt. Ausstattung, Essen und Services dürften bei 3-4 Sterne anzusiedeln sein. Im Sommer sollen die Hütten 2.000 EUR/Nacht kosten. Lächerlich.
Oder der Mangetti Nationalpark: Könnte der perfekte Zwischenstop auf dem Weg vom/zum Caprivi sein und eine ähnliche Funktion erfüllen, wie das Khama Rhino Sanctuary als Zwischenstation von Südafrika nach Nord-Botswana (Mangetti ist 10 mal so groß wie Khama Rhinso Sanctuary). Viele wissen nichts vom Mangetti, es gibt keine schönen Unterkünfte im Park. Touristisches Nullprodukt.
Das das alles nicht läuft und funktioniert, liegt meiner Meinung nach primär nicht an den Damara, San, Ovahimbas oder Herero. Es liegt primär an der unfähigen, korrupten Politik. Dadurch wird das Tourismuspotential limitiert und das Mehr an Touristen muss sich primär an das halten, was schon immer da ist. Das fühlt sich dann überlaufen an.
D.
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200803. Feb. 2019 · #52Ebi schrieb:Oder muss man erstmal viele Beiträge generieren, um dazugehören zu dürfen...
Um was geht es? Was existiert denn hier, deiner Meinung nach, zu dem man dazugehören dürfen... möchte?
Fragen sind hier immer gern gesehen!
Auch Fragen zur Tourismusentwicklung in namibischen Dörfern.
Wenn man den Bogen schlägt, zum ursprünglichen Erklärungsansatz, dass der Markt das Angebot beeinflusst
und wenn man schon Vergleiche anstellen möchte, wie z.B. Namibia/Thailand, weil man beide Länder kennt, ist augenfällig, dass Namibia überwiegend arides bis semi-arides, während Thailand tropisches Klima hat und ziemlich voll ist, - ganz im Gegensatz zu Namibia.
Ergänzend dazu:
Thailand: ca. 69 Mio Einwohner auf ca. 513.000 qkm (135 EW/ qkm)
Namibia: ca. 2,3 Mio Einwohner auf ca. 824.000 qkm (ca. 2,8 ! EW/qkm)
Ja, und das war jetzt auch sicher nicht richtig, diese Banalitäten zu schreiben, denn man kann die kleine Erdkunde auch jedem handelsüblichen Reisführer entnehmen oder Wikipedia 😎
Auch Fluffy machte sich über die touristischen Angebote Gedanken und ihr guter Ansatz wurde von keinem wahrgenommen:
Das habe ich mich auch schon gefragt. Liegt es an den Interessen/Wünschen der Touristen (keine große Nachfrage)? Der Größe des Landes bei geringer Einwohnerzahl?
Danke, Fluffy!
Genau das sind zwei der entscheidenden Komponenten. 🙂
...neben anderen, gesellschaftlich/kulturellen, die ich oben schon erwähnte.
🙂
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt LOloserGast03. Feb. 2019 · #53Fragen sind hier immer gern gesehen (Lilytrotter)….daher etwas breiter gefasst, ist ja nicht nur für Namibia interessant.
Was ist denn eigentlich der „Niedrigpreistourismus“, „Billigtourismus“? Wer versteht was darunter? Unter/über wie viel € pPN oder Mahlzeit ist etwas billig/teuer? Leute, die dafür ab 100 bzw. 50 € ausgeben, wissen wahrscheinlich gar nicht oder haben es schon vergessen, dass man für 25 € pPN bzw. 15 € ein gutes Zimmer und Mahlzeit bekommt. Für viele wiederum ist sogar das purer Luxus.
In jedem Gastland in dem der Lebensstandard unter dem des durchschnittlichen ausländischen Besuchers liegt, gibt es mE „Billigtourismus“, wobei es besser wäre, das (für uns) „billiges Reisen“ zu nennen. Die Einheimischen fahren ja auch weg, müssen verreisen, übernachten und essen. So zu reisen, hat auch den Vorteil, dass man Einheimische kennen lernt und so mehr über das Gastland erfährt. Aber wer will das schon? Auch wenn es nicht gleich wie bei Berlyn ablaufen muss? Das hat aber auch seine gute Seite, weil es über kurz oder lange zu einer Verdrängung der Einheimischen aus dem für sie leistbaren Preissegment führen wird und volkswirtschaftlich ist derartiger „internationaler Billigtourismus“ sowieso uninteressant, sehr wohl aber für kleinräumige Wirtschaftskreisläufe; das dort ausgegebene Geld bleibt auch dort.
Ist organisierter (Pauschal-)Tourismus wirklich billig? Ich habe mir oft für Reisen in Europa und Südafrika Reisebüroangebote für Individualreisen im mittleren Preissegment (** bis ***) angeschaut (aus Neugier und Faulheit wg. Organisierens) und habe es dann immer selber und für weniger Geld Schöneres gemacht.
ME ist „Billigtourismus“ auch nicht notgedrungen gleich Massentourismus. Wenn nichts von dem geboten wird, was moderne Menschen zum Wohlfühlen brauchen, wird es billig und wenig frequentiert sein. Allerdings wird das volkswirtschaftlich nichts bringen (siehe DL), für den einzelnen Vermieter aber durchaus.
Die volkswirtschaftlichen Statistiken reflektieren die Umsätze im Tourismus. Ich weiß es nicht sicher, befürchte aber, dass vom internationalen Hochpreistourismus, nicht viel im Land bleibt oder bei den dienstbaren Geistern ankommt. Zahlen darüber sind kaum zu finden. Vor ein paar Jahren hat ein botswanischer Uniprofessor versucht, das Geheimnis durch Analyse der Steuer- und Abgabenleistung der Tourismusbranche zu lüften. Das Ergebnis war ernüchternd, ein besonderer volkswirtschaftlicher Vorteil des viel gerühmten botswanischen Geschäftsmodells war daraus nicht zu begründen. Ngamiland ist das Armenhaus Botswanas.
Auf der anderen Seite scheint aber eine einheimisch/schwarze Unternehmerschaft die obiges „durch Selbermachen“ verhindern könnte, wenn sie es denn wollte, auch noch nicht in Sicht.
Usw. usw. man kann sich in dem Thema leicht verirren, wenn man nicht einige Prämissen festlegt.
Werner
Ebi904 Beiträge · seit 201003. Feb. 2019 · #54Danke an Werner und „Dreamliner“!
Die „kleine Erdkunde“ hat mir nicht geholfen. Ich hab Geographie studiert und kann man euren Erklärungen mehr anfangen als mit den etwas herablassenden Halbhinweisen der Lillytrotterin.
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200603. Feb. 2019 · #55Hi loser,
ME ist „Billigtourismus“ auch nicht notgedrungen gleich Massentourismus.
um etwas wirtschaftlich billig (=preiswert) anzubieten, braucht man eine kritische Masse. Ansonsten macht es keinen Sinn. Kein Anbieter wird eine Campsite für 1 Euro/Nacht vermieten, nur weil er billig sein will. Für ihn rechnet es sich erst, wenn er z.B. mindestens 100 Campsites zu solch einem Preis pro Tag verkauft. Ob diese 100 nun ein "kritischer Massentourismus" a la Ballerman ist, kommt auf die jeweiligen Umstände an. Und ich glaube eben, dass es eine solche Masse in vielen Staaten (aus vielen unterschiedlichen Gründen) schlichtweg nicht erreicht werden kann.
In jedem Gastland in dem der Lebensstandard unter dem des durchschnittlichen ausländischen Besuchers liegt, gibt es mE „Billigtourismus“,
kann ich so nicht unterschreiben. Ganz Westafrika ist z.B. ein solcher Fall. "Extrem" teuer selbst im "normalen" Segment (3 Sterne).
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
LOloserGast03. Feb. 2019 · #56Hallo Christian,
ich sehe das in einigen Aspekten eben viel einfacher, andererseits doch differenzierter als du, es gibt ja viele Arten und Aspekte des Reisens. Du liest in meine Aussagen Sachen hinein, die so nicht dastehen. Es ist mir im Augenblick aber zu aufwendig das nochmals durchgängig zu argumentieren.
Gerne werde ich daher auf Begründungen warten, warum in Europa, mit seinen hohen Kosten, oder auch in Südafrika unter doch auch „afrikanischen“ Verhältnissen, ein großes Tourismussegment für Reisende mit kleinem Budget bestehen kann (Nachtrag: und das ganz OHNE Massentourismus), das in Namibia dagegen nicht möglich sein soll. Warum also? Womit wir zurück beim Thema wären.
Bin gespannt, wobei mir schon auch klar ist, dass es auch so einen (wie großen?) Sektor auch in Namibia gibt (siehe Sasa), dieser aber im Forum nicht auf Interesse stößt, was eigentlich ein Grund war, warum ich mich an dem Thema beteiligt habe.
Grüße also vom Namibiazaungast
Übrigens meine ich aber unbedingt, dass Namibia im Tourismus, wenn man einige Jahrzehnte zurückschaut, aus seinen doch sehr beschränkten Möglichkeiten viel herausgeholt hat und noch tut. Respekt. Mich würden aber keine 10 Rösser jetzt nach Sossusvlei bringen und so geht es sicherlich vielen anderen auch. Wenn also schon Vieles ausgereizt und übernutzt ist, bräuchte es eben neue Entwicklungen und Initiativen, wie der DL für mich sehr informativ ausgeführt hat.
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200603. Feb. 2019 · #57Hi Loser,
ich bin kein studierter Tourismusexperte. Aber beispielsweise kenne ich keinen bevölkerungsarmen Staat in dem sich Massentourismus (im Sinne von preiswertem bzw, gar Billig-Tourismus) etabliert hat. Keine Ahnung ob das einer der Gründe sein kann. Ein weiterer Faktor ist der Import. Namibia muss "alles" importieren, was die Kosten steigen lässt. Das ist beispielsweise bei Südafrika anders. Deshalb sind hier die Lebenshaltungskosten pauschalisiert gesagt auch höher als in Südafrika - und damit auch der Betrieb einer Unterkunft. Zudem ist die Produktivität geringer, was die Kosten steigen lässt (in Thailand brauche ich einen Kellner für 6 Tische im Restaurant - hier brauche ich einen Kellner für 2 Tische, auch wenn jeder einzelne weniger kostet, ist es am Ende nicht "billig"). Das sind nur Gedanken von mir und ich habe keine Ahnung inwiefern solche Faktoren eine Rolle spielen.
Grundsätzlich sehe ich an keinem Ort Namibias auch nur Anzeichen eines Massentourismus. Klar, am Eingang zum Sossusvlei stehe morgens nun 20 Autos, wo vor 10 Jahren nur 5 standen. Dennoch kannst Du dort z.B. nach dem Erstansturm ab ca. 11 Uhr ganz alleine dort sein. Und ja, Namibia muss neue Ziele entwickeln (in den letzten 5 Jahren hat das mit dem Caprivizipfel ganz gut geklappt), wobei es hier auch extrem viele Wiederholungstäter gibt (was bei Zielen wie z.B. Südafrika oder Thailand eher weniger der Fall ist) oder man muss sich als dem "Massen"tourismus abgeneigte Person eben auf Randzeiten (sei es jahreszeitlich oder wie im Beispiel Sossusvlei tageszeitlich) konzentrieren. Man muss mMn auch nicht zwingend mehr Reisende nach Namibia bringen. Man kann eben (vgl. Botswana) einfach aus jedem Reisenden mehr herausholen, d.h. wenig Reisende die viel Geld im Land lassen. Und den Trend sieht man hier in der Tat immer mehr. Pauschalisiert dargestellt haben hier in den letzten Jahren deutlich mehr hochpreisige Unterkünfte als mittelpreisige eröffnet. Man sieht wohl dort einen stärkeren Wachstumsmarkt. Gleichzeitig, so mein subjektiver Eindruck, hat sich die Anzahl der Camper als "Billig"touristen deutlich erhöht, worunter vielleicht das mittlere Segment "leidet".
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Botswanadreams1'737 Beiträge · seit 201003. Feb. 2019 · #58So ganz verstehe ich die Diskussion nicht.
In Windhoek kann man für N$ 250 pP übernachten und in Katutura billig bei Einheimischen essen, Auch z.B. in Opuwo gibt es Unterkünfte für N$ 300 pP. Die Distanz von 900 km fahren doch Einheimische auch mit preiswerten Sammeltaxis. Warum nicht der Tourist, der es preiswert möchte? Nun ja, er kommt so nicht zu den touristischen Highlights in die Abgeschiedenheit der Natur und etwas mehr Niveau mit einer netten Lodge soll es meist auch noch sein. 14 Tagen, wie bei den meisten für den Billigurlaub geplant, reichen da halt nicht sehr weit.
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
LOloserGast03. Feb. 2019 · #59Danke Christian für die Nachhilfe in namibianischer Preiskunde, wir reden aneinander vorbei, weil wir die Prämissen zur Preisbeurteilung nicht abgeklärt haben. Was ist billig, was ist teuer? Was ist Massentourismus?
Eigenzitat, siehe weiter oben:
„Was ist denn eigentlich der „Niedrigpreistourismus“, „Billigtourismus“? Wer versteht was darunter? Unter/über wie viel € pPN oder Mahlzeit ist etwas billig/teuer? Leute, die dafür ab 100 bzw. 50 € ausgeben, wissen wahrscheinlich gar nicht oder haben es schon vergessen, dass man für 25 € pPN bzw. 15 € ein gutes Zimmer und Mahlzeit bekommt. Für viele wiederum ist sogar das purer Luxus.“Mittlerweile gibt es aber ein aktuelles Thema, das mich echt weitergebracht hat.
https://www.namibia-forum.ch/forum/131-reisepartner-gesucht/297061-suche-mitfahrgelegenheit-fuer-juli-august-o-okt-19.htmlhttps://www.tracks4africa.de/reisen/frauenpower.htmlPi mal Daumen 210 € pPT, zuzüglich Flug sowieso, zuzüglich noch vieles mehr
Und Christian, jetzt verstehe ich erst so richtig dein Argument wegen der höheren Betriebskosten infolge von Importen aus SA. DIE GEGRILLTEN TOMATEN AM STEAK sind ruinös.
Danke an das Forum für die Nachhilfe in namibianischer Tourismuskalkulation, mir ging jetzt ein Licht auf. Ich habe keine offenen Fragen mehr.
Werner
LOloserGast03. Feb. 2019 · #60@ BWdreams
Danke nochmals, man kann leider nur ein Mal danke drücken
denn solche Möglichkeiten sind im NF nicht präsent,
sicherlich würden sich Viele dafür interessieren.
darum ging's mir ja
Werner
auch wenn mir deine Ironie durchaus erkennbar ist