Wilderei im Pilanesberg National Park

13 Antworten · 3'556 Aufrufe · gestartet 29. Dez. 2018 von Hermann
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Themenstarter1'564 Beiträge · seit 200629. Dez. 2018 · #1
Wie fast immer, so waren wir auch diesmal zum Schluß der Reise, im November, für ein paar Tage im Pilanesberg NP.
Wir hatten tolle Sichtungen, unter anderem auch die Big Five.
Leider mussten wir dann aber auch eine sehr traurige Sichtung machen. Relativ frisch hatte man von einem Nashorn den ganzen Kopf abgetrennt. Ein furchtbarer Anblick. Die Ranger waren schon auf dem Weg zur Spurensicherung.
Am nächsten Morgen waren dann schon die ersten Assfresser zur Stelle, braune Hyänen.
Das soetwas sogar im Pilanesberg NP passiert hatten wir nicht erwartet.

Gruß
Hermann

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547 Beiträge · seit 201402. Jan. 2019 · #2
Hermann schrieb:
Leider mussten wir dann aber auch eine sehr traurige Sichtung machen. Relativ frisch hatte man von einem Nashorn den ganzen Kopf abgetrennt. Ein furchtbarer Anblick. Die Ranger waren schon auf dem Weg zur Spurensicherung.
Hallo Hermann

Leider hat unter anderem auch der Pilanesberg NP ein riesengrosses Problem mit der Wilderei. Wir waren im Dezember 2017 im Pilanesberg Nationalpark und kurz davor und auch danach wurden mehrere Nashörner gewildert. Ein Guide, mit dem wir ein langes Gespräch hatten erzählte uns auch, dass alles Menschenmögliche dafür getan wird, dies zu verhinden. Aber dass schlussendlich auch zu wenige Ressourcen vorhanden seien. Zudem ist bei der Wilderei wahnsinnig viel Geld im Spiel. Ihm wurde mal 100'000 Rand angeboten, wenn er dafür die Lokalität seiner letzten Nashornsichtung angeben würde. Sehr, sehr viel Geld für einen Südafrikaner...

Traurige Grüsse
Stefanie
Aktueller Reisebericht: 8 Wochen Botswana, Namibia und KTP Reisebericht "Breakfast with Lions" - Kapstadt - KTP November 2018, Reisebericht Südafrika Nordosten 2017/18, Mehr Fotos auf unserer Facebook-Seite "We travel not to escape life, but for life not to escape us."
1'014 Beiträge · seit 201602. Jan. 2019 · #3
Mich würde mal interessieren, wie seitens der Behörden vorgegangen wird. Ranger, die auf die Tiere aufpassen und mit viel Glück den Wilderer vor Ort (den letzten in der Futterkette) schnappen oder gleich erschießen sind die eine Sache, OK- Ermittlungen durch Spezialabteilungen bei Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die Organisationsstruktur insgesamt mit modernen Ermittlungsmethoden, die heute zur Verfügung stehen, eine andere.

Yanjep
517 Beiträge · seit 201803. Jan. 2019 · #4
Hallo,
ehrlich gesagt bin ich überzeugt, dass diese Bekenntnisse lediglich Schall und Rauch sind, etwas gegen die Wilderei zu tun. Zumindest auf Basis der Forensik und Sonderermittlern.
Bei der Kriminalitatsrate im Bereich der Schwerstkriminalität dürfte die Wilderei ein nachragiges Ressort sein.
VG
Themenstarter1'564 Beiträge · seit 200603. Jan. 2019 · #5
Es wird wahrscheinlich soweit kommen, dass man den Nashörnern das Horn absägt!?
Bloß, dann greift man in die Natur ein und das Nashorn hätte keine "Verteidigungswaffe" mehr.
Es ist ein schwieriges Thema.
Gast03. Jan. 2019 · #6
Dass Behörden und staatliche sowie private Parkverwaltungen das Wildern nicht verhindern konnten/können ist bekannt und unbestritten. Ebenso, dass es korrupte und „minderengagierte“ Mitarbeiter gibt, die mit den Wilderern und Auftraggebern kooperieren. Aber eingedämmt wurde das Wildern der Nashörner mE alleweil. Diesen Institutionen daher PAUSCHAL den WILLEN und die Professionalität abzusprechen, halte ich persönlich für falsch. Denn das wäre auf dem Niveau einer Pauschalverurteilung der Italiener oder mittlerweile der Deutschen oder irgendeiner von Drogen und Schwarzgeld überschwemmten Nation nach dem Motto: Es gibt das weil „DIE“ nichts dagegen machen WOLLEN.
Nashornhorn und Elfenbein sind seit Langem Wertanlagen der weltweiten Mafien, so wie Edelmetalle, Edelsteine, Penthäuser in NY, London, Berlin etc. Und das ist viel schlimmer als der ohnehin schon schlimme Bedarf für TCM.
zuletzt bearbeitet 03. Jan. 2019
4'140 Beiträge · seit 200905. Jan. 2019 · #7
Hallo Herrmann,
das mit dem Absägen der Hörner gibt es bereits seit einigen Jahren. Wir haben auf der letzten Südafrikareise etliche Orte gesehen, wo die Rhinos so aussahen:

P1140198-2.JPG

Das Thema wird heiß dikutiert. Ob das wirklich hilft? Man hat auch schon Nashörner erlegt, nur um ihnen den schon abgesägten Stumpf auch noch zu nehmen.
Das ist sowas von ....
Vielleicht hilft das ein wenig: Stellt keine Bilder mehr von Rhinos ins Internet!!!! Wilderer sind auch nicht blöd, die brauchen dann nur euren Reiseberichten zu folgen um die schönsten Hörner zu finden. Oder wenigstens nicht "Rhino", "Nashorn" oder dgl. schreiben, dann finden es die Suchmaschinen schlechter.
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
zuletzt bearbeitet 05. Jan. 2019
Themenstarter1'564 Beiträge · seit 200605. Jan. 2019 · #8
hallo Burschi,
das sieht ja wirklich nicht toll aus mit abgesägtem Horn. Aber das man gleich den ganzen Kopf abtrennt, dass ist schon heftig.
Ich glaube Wilderer brauchen nicht ins Internet zu gehen um zu erfahren wo es Rhinos gibt. Sie fahren
als Touristen in den Park und suchen sich so Ihre "Opfer" aus. Ich glaube die wissen besser Bescheid als wir wo es Rhinos gibt.
LEIDER.
1'014 Beiträge · seit 201605. Jan. 2019 · #10
Ja, ja afrikanische Wilderer, die ihre Opfer in deutschsprachigen Reiseberichten suchen 😎
Wenn ich Wilderer wäre, hätte ich etwas Geld in die Hand genommen und mir die Informationen aus erster Hand gekauft. Also bei Guides, Lodgemitarbeitern, denen stolz von der Sichtung berichtet wird und Rangern und hätte Leute an der Hand die in der Lage sind, Spuren zu lesen und mich zum Rhino führen.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 05. Jan. 2019
2'167 Beiträge · seit 200905. Jan. 2019 · #11
Wenn ich Wilderer wäre, hätte ich etwas Geld in die Hand genommen und mir die Informationen aus erster Hand gekauft. Also bei Guides, Lodgemitarbeitern, denen stolz von der Sichtung berichtet wird und Rangern und hätte Leute an der Hand die in der Lage sind, Spuren zu lesen und mich zum Rhino führen.
Und genauso funktioniert das zu 99,9% auch!
Ob da nun ein Rhino in einem Reisebericht abgebildet ist, ist wirklich nur nebensaechlich (vor allem in einem deutschsprachigen Forum!!). GPS daten in der Kamera kann man ausschalten (mach ich, da ich auch viele Pflanzenfotos mache. Und die haben ja bekanntlich nicht mehrere Standorte..,..).

Und das Enthornen - ja, das hilft wirklich, nicht allen, aber den meisten! Nur muss das staendig wiederholt werden, da das Horn nachwaechst. Und das kostet eine Menge Geld. Da ist auch immer ein Rest uebrig, den man, ohne das Tier zu verletzen, nicht entfernen kann. Und nein, das Nashorn braucht das Horn nicht als "Verteidigungswaffe"! Die sind genau so gluecklich ohne Horn! lieber ein Nashorn mit abgesaegtem Horn, als gar kein Nashorn!!

Gruss aus Sodwana
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
49 Beiträge · seit 201422. Jan. 2019 · #12
Die sind genau so gluecklich ohne Horn! lieber ein Nashorn mit abgesaegtem Horn, als gar kein Nashorn!!

Da gebe ich dir vollkommen Recht, liebe Maddy!

Ich habe gelesen, dass es Farmer gibt, die einen "riesigen Vorrat" an Nashorn haben sollen, da sie selbst Nashörner züchten und ihnen das Horn alle 1-2 Jahre absägen...Und diese Farmer sagen, bzw. sind der Meinung, dass es den Schwarzmarkt und - Handel mit Nashorn erheblich schwächen würde, und zwar auf lange Sicht, wenn sie alle ihr Horn auf den freien Markt werfen würden. Jedoch denke ich, dass diese Farmer auch nicht nur das Große Ganze im Blick haben sondern auch die Dollarzeichen. Und ob das die richtige Vorgehensweise ist, weiß ich nicht..Auch hier finde ich Ansätze gut, andere wiederum schlichtweg falsch.

Wir haben uns vor ca. 30 Minuten entschieden, im Oktober in den Pilanesberg NP zu fahren, deshalb habe ich im Forum auch danach gesucht, aber nach diesem Bericht hier und den Fotos bin ich mir nicht mehr sicher, ob wir das machen sollten. Ich würde es nicht verkraften, ein abgeschlachtetes Nashorn/Elefant/Löwe was auch immer zu sehen 🙁

Ich habe 2017 im Krüger Park einen Schuss auf ein Nashorn aus nächster Nähe miterlebt, das war das grausamste Geräusch, das ich je gehört habe 🙁 Unser Guide sagte nur: Shit, that was a kill", er hat umgehend alle Ranger und die Park Authority informiert. Am Abend erfuhren wir, dass die Wilderer in unserer direkten Nähe waren und sie ein Nashorn getötet haben 🙁

Was ist nur los mit der Menschheit?
LG
Reisende
zuletzt bearbeitet 22. Jan. 2019
16,9k Beiträge · seit 201222. Jan. 2019 · #13
Reisende schrieb:Was ist nur los mit der Menschheit?
Zu viele!

LG
Logi
Gast22. Jan. 2019 · #14
Reisende schrieb:
Ich habe gelesen, dass es Farmer gibt, die einen "riesigen Vorrat" an Nashorn haben sollen, da sie selbst Nashörner züchten und ihnen das Horn alle 1-2 Jahre absägen...Und diese Farmer sagen, bzw. sind der Meinung, dass es den Schwarzmarkt und - Handel mit Nashorn erheblich schwächen würde, und zwar auf lange Sicht, wenn sie alle ihr Horn auf den freien Markt werfen würden.
Hallo Reisende, die größte private Herde hält Herr Hume.....zum Einlesen,
https://www.nationalgeographic.com/magazine/2012/03/rhino-wars/
https://www.savetherhino.org/thorny-issues/rhino-farm-at-risk-of-collapse/
für's Erste
Grüße
zuletzt bearbeitet 22. Jan. 2019