Roadblocks und Sprit in Zim

13 Antworten · 4'237 Aufrufe · gestartet 23. Okt. 2018 von Kandanga
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Themenstarter115 Beiträge · seit 201023. Okt. 2018 · #1
Ich war gerade knappe 16 Tage in Zim. Die gute Nachricht vorneweg: der Horror der Roadblocks scheint Geschichte zu sein! Wir hatten höchstens 6 Roadblocks insgesamt und wir wurden bei nicht einer einzigen angehalten! Oftmals zeigte man uns an anzuhalten, wurden jedoch freundlich durch gewunken, wenn man das Fahrzeug als Touristen erkannte.
Die Spritsituation ist da schon ernster. Ich empfehle ein Fahrzeug mit großem Tank (ich hatte ca 1000 km Reichweite), viel Zeit und genügend US$ dabei zu haben (vor allem 1 $ Noten für Straßeneinkäufe und Toll Gates), sollte man sich tiefer nach Zim hinein wagen. Rand wird auch genommen (bei Spar in Mutare lag der Kurs bei 6,59 US= R100). Den günstigsten
Diesel bekamen wir einmal für 1 US (ich vermute mal, das es sich hier um einen Rechenfehler handelte), während Diesel normaler Weise so um die 1,35 US/l kostet. Das Problem liegt weniger am Bezahlen als am bekommen! In Mutare gibt es ca 12 Tankstellen, aber wenn eine Diesel hatte (Benzin schien eher erhältlich zu sein!), dann war das viel. Insgesamt verbrachten wir sicherlich 3h mit Anstehen und die hatten sich durchaus rentiert! Auf dem Rückweg bekamen wir aus einem Behälter für 1,5/l Sprit und als ich die endlosen Autoschlangen in Bulawayo vor den Tankstellen sah, wusste ich: die 1,5 US/l waren gut angelegt!
Auf dem Schwarzmarkt soll bis zu 2,8 US verlangt werden. Wer es sich leisten kann, der soll nachts tanken, denn dann haben die meisten Tankstellen keine Kunden!
794 Beiträge · seit 201324. Okt. 2018 · #2
Hallo Kandanga,

das klingt ja schon mal halbwegs gut. Ich habe noch eine andere Frage zum Grenzübertritt. Inwieweit wurde denn da das Auto kontrolliert? Denn wir ich gehört habe, darf man kein Fleisch einführen sowie nur 5l Bier... Wir fahren im Januar für eine Woche in den Hwange + Vicfalls und wollten uns wegen der Versorgungslage und höheren Preise in Zimbabwe bereits in Kasane eindecken...

Vielen Dank & Beste Grüße
Andre
33,1k Beiträge · seit 200624. Okt. 2018 · #3
Hi Kandanga,
Die Spritsituation ist da schon ernster. Ich empfehle ein Fahrzeug mit großem Tank (ich hatte ca 1000 km Reichweite), viel Zeit und genügend US$ dabei zu haben (vor allem 1 $ Noten für Straßeneinkäufe und Toll Gates), sollte man sich tiefer nach Zim hinein wagen. Rand wird auch genommen (bei Spar in Mutare lag der Kurs bei 6,59 US= R100). Den günstigsten
Diesel bekamen wir einmal für 1 US (ich vermute mal, das es sich hier um einen Rechenfehler handelte), während Diesel normaler Weise so um die 1,35 US/l kostet.
das ist spannend, denn im anderen Thread hier zu Simbabwe und den Medien wird es irgendwie anders dargestellt. Da die Bond-Notes uf dem Schwarzmarkt nicht mehr 1 zu 1 zum US-Dollar gehandelt werden, kostet der Sprit in Simbabwe derzeit deutlich weniger als irgendwo anders im südlichen Afrika, weshalb der Bedarf steigt und die Regierung zu wenig US-Dollar zum Ankauf auf dem Weltmarkt hat. Der Preis liegt deshalb teilweise wohl bei unter 70 US-Dollar-Cent je Liter: https://bulawayo24.com/index-id-opinion-sc-columnist-byo-146316.html

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
517 Beiträge · seit 201824. Okt. 2018 · #4
Hallo Christian,
diese Preise kommen ausschließlich durch das informelle Umtauschsystem Us Dollar in Zimbos oder wie es genannt wird zustande.
Sprich grob erklärt: Du gibst jemanden US $ in cash, der überträgt dir zu nem Kurs von was weiß ich 3,6, Zimbos auf dein Handy Account und mit diesem bezahlst du dann dein Stück Butter was 13 Us$ im Supermarkt kostet.
Somit kostet dann für dich als US$ Cashinhaber das Stück Butter 13 Us / 3,6=3,61Us$
Der Preis an der Tanke ist ja immer noch 1,35 US - bezahlst du über den Umweg mit Zimbos kommt dann 70 Cent raus - bezahlst du an der Tanke in US Cash, bleibt es bei 1,35. Hast du jetzt einen Tankwart der da clever ist, kann er dir auch an der Tanke einen Preis von 1 US geben.
VG
zuletzt bearbeitet 24. Okt. 2018
517 Beiträge · seit 201824. Okt. 2018 · #5
Andre008 schrieb:Hallo Kandanga,

das klingt ja schon mal halbwegs gut. Ich habe noch eine andere Frage zum Grenzübertritt. Inwieweit wurde denn da das Auto kontrolliert? Denn wir ich gehört habe, darf man kein Fleisch einführen sowie nur 5l Bier... Wir fahren im Januar für eine Woche in den Hwange + Vicfalls und wollten uns wegen der Versorgungslage und höheren Preise in Zimbabwe bereits in Kasane eindecken...

Vielen Dank & Beste Grüße
Andre
Hallo Andre,
ich wurde bei vielen Reisen nach ZIm genau 1x kontrolliert (Lebensmittel), nicht an der Grenze, aber an dem Roadbloch kurz hinter der Grenze nach Vic Falls.(Den gibt's aber nicht mehr.)
Dabei musste ich eine Probe aus meinem 20 Liter Wasserkanister abgeben zur Prüfung auf eventuellen Alkohol.
Auch dieses Jahr im März erfolgte keine Autoinhaltskontrolle.
Ich persönlich würde alles Nötige für den persönlichen Bedarf in Kasane kaufen (hab ich im Frühjahr auch gemacht) und entspannt über die Grenze fahren. Alle Beschränkungen beziehen sich eh meist auf gewerbliche Einfuhren.
In Zim gab es mal (Anfang der 2000er Jahre) das Verbot Benzin/Diesel in Kanistern außer Landes zu bringen. Das könnte bei der derzeitigen Entwicklung wieder eingeführt werden. Ich persönlich würde vor Grenzübertritt (vor Ausreise aus ZIM) alle meine Treibstoffreserven in den Autotank schütten. Dies aber nur als Vorbeugung - man weiß nie was während man selber unterwegs ist gerade in Kraft tritt.
Ich weiß nicht woher ihr kommt - ein Achtungszeichen für Lebensmittel gilt weiterhin bei Grenzübertritt Nam / Bot.
VG
zuletzt bearbeitet 24. Okt. 2018
4'984 Beiträge · seit 201624. Okt. 2018 · #6
Hallo Andre,

die gute Nachricht: die 5 Liter-Bier-Beschränkung gilt pro Person. (über 18) 🙂
Gruß Gina
2'460 Beiträge · seit 200624. Okt. 2018 · #7
Andre008 schrieb:Hallo Kandanga,

das klingt ja schon mal halbwegs gut. Ich habe noch eine andere Frage zum Grenzübertritt. Inwieweit wurde denn da das Auto kontrolliert? Denn wir ich gehört habe, darf man kein Fleisch einführen sowie nur 5l Bier... Wir fahren im Januar für eine Woche in den Hwange + Vicfalls und wollten uns wegen der Versorgungslage und höheren Preise in Zimbabwe bereits in Kasane eindecken...

Vielen Dank & Beste Grüße
Andre
Hallo Andre,
wir waren im September 3 Wochen in Zimbabwe. Wir sind in Beitbridge über die Grenze (nie wieder!). Das Auto wurde nicht kontrolliert.
An den Roadblocks, die im Vergleich zu Sep/Okt. 2016 deutlich weniger geworden sind, wurden wir einmal nach dem Führerschein gefragt, das war's.
Lt. dem Link von GinaChris im Thread "Simbabwe: aktuelle, prekäre Situation" wurden die Einreisebestimmungen gelockert, u.a. Öl und Käse dürfen eingeführt werden.
siehe hier
Gruss Chrissie ___________ Namibia 2012DVD Suedafrika DVD Botswana DVD
794 Beiträge · seit 201324. Okt. 2018 · #8
Hallo zusammen,

vielen Dank an alle für die vielen Infos! Das klingt ja zum Glück alles beruhigend für unsere Januar Reise...

Beste Grüße aus Berlin
Andre
Themenstarter115 Beiträge · seit 201029. Okt. 2018 · #9
Der Zoll ließ den Wagen öffnen (Verpflegung, Getränke und Alkohol für knappe 3 Wochen dabei). Die erste Frage war: habt ihr Waffen dabei? Dann: wann warst Du zum letzten Mal in Zim? Hats es Dir gefallen? Kommst Du wieder? "You can close!" Wir benutzten den kleinen und übersichtlichen Grenzposten östlich von Francistown. Der Papierkrieg dauerte ca 1h und kostete 50 US.
Der Zoll machte mich sogar drauf aufmerksam, nicht mehr als 100 US bei Nahrungsmitteln/Getränken anzugeben, da diese sonst verzollt werden müssten! Zim hat normaler Weise keine Probleme mit Nahrungsmittelimporten!
517 Beiträge · seit 201829. Okt. 2018 · #10
Hallo Kandanga,
an den Grenzen wird, auch von Beamten, viel erzählt wenn der Tag lang ist.
Aktuell z.B. sind persönliche Waren i.H.v 200 US$ steuerfrei.
Es ist immer ratsam, sich auf den entsprechenden Seiten einzulesen und vorzubereiten und ggf. einen Ausdruck mit zu nehmen oder die Seite as Favoriten im Handy zu speichern.
Für Zim hier beispielsweise.
http://www.zimra.co.zw/index.php?option=com_content&view=article&id=1365&Itemid=157
Dort gibt es auch einen Button, was alles benötigt wird, wenn ein Fahrzeug temporär eingeführt wird. Da gibt es an den Grenzen oft auch Unklarheiten.
VG
53 Beiträge · seit 201006. Jan. 2019 · #11
Hallo,
wir sind am 18.12. bei Beitbridge über die Grenze und haben für den südafrikanischen Teil 10 Minuten und für den zimbabwischen Teil durch Mirijams freundliche Unterstützung (von der Einreiseuntersützungstruppe des Tourismusministeriums um Bertha Mutowembwa) knapp eine Stunde gebraucht und das in der Vorweihnachtszeit, in der ja wirklich viele Zimbawer/innen auf der Heimreise sind.
Die Kontrollen waren sehr fair, einen Blick in unseren gut gefüllten Kühlschrank hat der freundliche Grenzbeamte nicht geworfen - also "Beitbridge nie wieder" kann ich auch nach dem zweiten positiven Grenzübertritt nicht bestätigen.
Roadblocks hatten wir bis auf Höhe Harare relativ viele (ca. 15-18), bis auf zwei wurden wir jedoch immer durch gewunken. Ab Harare gab's dann bis Mana Pools keinen weiteren...
In der Nähe von Harare hatten wir von früheren Reisen noch Bekannte, die uns 100 Liter Diesel besorgt haben. Die würden das ggf. auch für andere Reisende (Näheres per PN) tun. Auch in der Nähe von Kariba gab's Diesel für Durchreisende. Sogar die Kariba Fähre hat die für Ihren Törn erforderlichen 1.600 Liter Diesel aufgetrieben.
Leider haben wir nicht mal in Greater Zimbabwe andere Reisende getroffen, die Souvenirhändler bauen jeden Tag ihre Stände auf und warten meist vergeblich - wirklich schade.
VG
Hamwi
Themenstarter115 Beiträge · seit 201030. Jan. 2019 · #12
Inzwischen soll es laut Nachrichtenagenturen kaum noch Warteschlangen vor den Tankstellen geben. Die Spritsituation soll sich weitgehend normalisiert haben, wobei es wohl noch zu Engpässen in entlegenen Gebieten kommen kann, die aber eher mit logistischen Problemen zu tun haben.
Eine weitere gute Nachricht: die Straße zwischen Karoi und Binga wird geteert und sollte, falls es genügend finanzielle Mittel gibt,
in diesem Jahr fertig gestellt werden. Das sind doch durchaus mal erfreuliche Nachrichten!
Gast30. Jan. 2019 · #13
http://www.tourismupdate.co.za/article/188769/Zimbabwe-tourism-rises-above-unrest?utm_source=Now%20Media%20Newsletters&utm_me%20dium=email&utm_campaign=TU%20Daily%20Mail%20-%20Tuesday&utm_term=http:%2F%2Fwww.tourismupdate.c%20o.za%2F%2Farticle%2F188769%2FZimbabwe-tourism-rises-above-unrest&fbclid=IwAR3-JgzmHs6AmkXqkIbOmIVEyULaAqGDJ442UIStH76wF-je6w5B9KFHHKc
Es gibt (gerade) wieder Sprit, es herrscht Ruhe im Land*), Zimbabwe-style……. die Touristen dürfen hoffen…….die Bürger von Zimbabwe weniger
https://www.aljazeera.com/news/2019/01/zimbabwe-lawyers-demand-independent-judiciary-protesters-190129190115517.html

*) Ältere werden sich vielleicht daran erinnern, ansonsten googeln
zuletzt bearbeitet 30. Jan. 2019
Themenstarter115 Beiträge · seit 201023. Juni 2019 · #14
Ich war kürzlich wieder (mal) ca 14 Tage in Sim: Vic Falls, Hwange (Sinematella, Main Camp), Chizarira, Matusadonna, Kariba,
Mana Pools Und über Bulawayo zurück nach Botswana. In den größeren Städten gibt es nach wie vor Spritengpässe. Touristen müssen mit US bezahlen (1,25-1,35 US/l). Ich brauchte Gott sei Dank nur zwei Mal tanken: einmal in Dete Cross und einmal in Kariba (unten in der Marina). Hwange Main hat ebenfalls Diesel. In Dete Cross war nach 54 l der Erdtank leer: wir hatten Glück, denn der Sprit LKW stand bereits parat um ihn wieder anzufüllen. Der gleiche LKW kam uns später auch entgegen, also muss er in Binga gewesen sein.
Die Schotterpiste von Binga nach Karoi ist übel und der Grader, der vor ca 5 Jahren mal angefangen hatte diese Straße zu planieren, steht als (chinesisches) Monument mitten in der Straße geparkt! Von einer geplanten Teerstraße von Karoi nach Binga ist nichts zu sehen, allerdings wird in der Gegend vom Kariba Abdreh neu geschottert. Um mal einen Anhaltspunkt zu geben für die Dauer der Strecken: Chizarira (Mucheni Gorge) bis Tashinga (ca 270 km): 1 Tag, davon für die ca 67 km vom Matusadonna Abdreh bis nach Tashinga ca 3,5h (an dem Weg wurde teilweise geflickt). Tashinga - Kariba (nicht über Karoi): 1 Tag.
Vom ersten Schlagbaum bis zum zweiten Schlagbaum nach Mana Pools: relativ Wellblech, danach mäßig. Eine wahre Abzocke ist der Riverside Campsite in Mana Pools: für 2 Personen und 3 Nächte fallen 445 US an! Dazu gibt es in den Toiletten kein Toilettenpapier!
Der Vorteil der schlechten (Schotter) Pisten: wenig oder gar keine Touristen! Die Teerstraßen waren eigentlich ganz in Ordnung.
In absehbarer Zukunft darf man ev mit Bauarbeiten am Chrundu Pass rechnen, da dort Vermessungsarbeiten im Gange waren. Durch die vielen LKW Unfälle hat der Teil der Teerstraße dort ziemlich gelitten!
Der Niedergang der Infrastruktur in einigen Parks scheint nicht aufgehalten zu werden, was sich wahrscheinlich auch nicht sehr positiv auf den Tourismus aus wirkt. Positiv zu vermerken: die Straße vom Parkeingang (ab Hwange Stadt) nach Sinematella war gepflegt, ebenso hat ein Grader angefangen zwischen Sinematella und dem Main Camp zu planieren, steht aber nun Reparatur bedürftig am Straßenrand. Ebenso waren die Pisten im Chizarira frisch planiert.
Inzwischen habe ich vernommen, das es in Sim wohl zu Mehlengpässen gekommen ist: vor ein paar Tagen soll in einem Vorort von Harare ein Brottransporter überfallen- und um 500 Laib Brot erleichtert worden sein! Daraus ist zu schließen, das es selbst für Geld kaum Brot zu kaufen gibt! Scheinbar sollen aber in Beira mehrere tausend Tonnen Mehl/Weizen gelandet sein, die den Engpass für die nächsten 2 Monate lindern sollen!