der Sesriem Canyon ist natürlich permitpflichtig, aber Ihr ward doch sowieso im Namib Naukluft Park und der Sesriem Canyon gehört dazu. Ihr ward also ganz "legal" dort. Wäre ja von einer Juristin auch nicht anders zu erwarten. 😗
Das mit dem Hinweis auf ein Trinkgeld für eine "Rettung" find ich prima. Manchmal sollte man sich doch nicht einfach raushalten. 😉
Viele Grüße und danke für den kurzweiligen Bericht. Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
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YAyanjepThemenstarter1'014 Beiträge · seit 201610. Apr. 2018 · #22
Na ja, der Fahrer hat sich richtig ins Zeug gelegt. Da kann man sich ruhig ordentlich bedanken. Welche Geldautomaten das waren, weiß ich nicht mehr, nach der Hilfe des Chefs hat es mit dem Geldziehen prima geklappt.
Heute Abend geht es weiter mit dem Reisebericht.
Yanjep
Mattes-do71 Beiträge · seit 201610. Apr. 2018 · #23
chamäleon2011 schrieb:Manchmal sollte man sich doch nicht einfach raushalten. 😉
Mir ist da schlicht und ergreifend der Kragen geplatzt.
Der Fahrer hatte uns am Parplatz abgesetzt. Wir haben uns ob der nachmittäglichen Hitze erst mal etwas in den Schatten eines Baumes gesetzt und uns ein Windhoek Lager aufgemacht. Die beiden jungen Leute kamen dann irgendwann auch am Parkplatz an und er kramte den Kompressor hervor und pumpte die Reifen wieder auf. Als er damit fertig war wurde das ganze Geraffel wieder verstaut und beide machten sich reisefertig, also anschnallen und so.
Tja, da hats mir dann gereicht. Ich bin die paar Meter zu deren Auto gesprintet, hab die Fahrertür aufgerissen und dem jungen Mann doch sehr deutlich erklärt was ich von einem solchen Verhalten halte.
Ok, vielleicht hab ich das etwas zu laut gemacht aber ich war eben sauer.
Na ja, anscheinend hab ich mich ja doch nicht so sehr im Ton vergriffen, denn der junge Mann kuckte ziemlich erschrocken , machte aber sofort den Motor aus und dackelte ziemlich verunsichert Richtung "Fahrerlager".
Ich hab ihm dann noch etwas unfreundliches wie "keine Kinderstube, ist ja wohl keine Art" und ähnliches hinterhergebrummelt, bin zum Rest meines Windhoek Lagers zurückgekehrt und war mit mir und der Welt wieder im reinen. 😗
Gruß, Mattes
YAyanjepThemenstarter1'014 Beiträge · seit 201610. Apr. 2018 · #24
13/ 15.05 2018
Nach einer sehr windigen und demzufolge unruhigen, bald schlaflosen Nacht (die Dachzelte haben aufgrund des Windes und trotz vorschriftmäßigem Abspannen der Zeltdächer einen fürchterlichen Lärm gemacht) sind wir Morgens nach Swakopmund aufgebrochen, um im Hotel d'Avignon für gebuchte zwei Nächte ohne Dachzelt aber dafür mit festen Betten zu verbringen. Wir sind natürlich über Solitäre gefahren, um einen ausgedehnten Fotostop einzulegen und Apfelkuchen zu essen. Ein auch schon zu Tode fotografierter Ort, aber was solls. Der Kuchen war recht lecker und der Kaffee hat gut getan. Ich fand Solitäre schön schräg und durchaus einen Stop wert.
Die durchfahrene Landschaft war wunderschön, so daß reichlich Fotostops gemacht wurden.
Die Unterkunft in Swakopmund ist sehr zentral gelegen (na gut, was in Swakopmund ist nicht zentral gelegen) mit hübsch angelegtem Garten, Außensitzplätzen und Pool. Es war ruhig, preiswert und die Zimmer waren völlig in Ordnung. Also alles im grünen Bereich.
Nach der ersten Nacht in einem bequemen (ruhigem) Bett und ohne die vermaledeite Zusammenlegerei der Dachzelte am Morgen hat der Chef der übermächtigen Fahrer- und Zeltabbaugewerkschaft (Mattes) gedroht, den Generalstreik auszurufen und die Vorsitzende der Mitfahrer-Interessengemeinschaft und Küchenbeauftragte (Yanjep) an den Verhandlungstisch beordert.
Folgende Forderungen wurden ausgesprochen: - Die geplante Fahrtroute bis hoch in den Norden zu den Epupa Falls wird gestrichen, die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Mitfahrer und Küche unterbreitet geeignete Alternativen. - Übernachtungen im Dachzelt werden, wann immer möglich, gegen feste Unterkünfte ausgetauscht. - Auf keinen Fall werden die (schon bezahlten) Übernachtungen auf den NWR Campgrounds im Etosha und am Waterberg genutzt.
Die Vorsitzende der IG Mitfahrer und Küche konnte den drohenden Generalstreik mit folgenden Zusagen abwenden: - Streichung der Fahrtroute bis zu den Epupa Falls und als Alternative Verlängerung der Aufenthalte in Swkopmund, im Etosha und vor dem Rückflug in Windhoek (der Vorschlag, statt in den Norden in den KTP zu fahren, wurde sofort und mit lauten Buhrufen abgelehnt) - Übernachtungen im Dachzelt werden, wenn irgend möglich, vermieden. - Wir schauen uns die staatlichen Unterkünfte unverbindlich mal an und suchen uns, wenn nötig und möglich, etwas anderes.
Der Vorschlag wurde angenommen und der Aufenthalt in Swkopmund sogleich um einen Tag verlängert. Die Krise war damit erst mal abgewendet und wir konnten uns dem Aufenthalt in und um Swakopmund hingeben.
Auf die viel gelobten und beschriebenen Aktivitäten „little five“ und „Bootsfahrt“ hatten wir wenig Lust. Das macht bestimmt viel Spaß, aber es ist halt einfach nicht unser Ding. Wir mögen es eben nicht Tiere auszubuddeln und zu begutachten, die sich nicht wehren können aber bestimmt gute Gründe haben, sich einzugraben und zu verstecken.
Nachdem Mattes in grauer Vorzeit mal aufgrund einer Lebensmittelvergiftung, ausgelöst durch eine etwas überlagerte Fischmahlzeit, zwei Tage und drei Nächte auf der Toilette verbringen konnte, war auch ein Abendessen im "the Tug" von vornherein gestrichen. Wenn Mattes mal Fisch ißt, ist das höchstens Fisch der wahrscheinlich noch nie das Meer gesehen hat (Fischstäbchen?).
Was also haben wir gemacht?
Wir haben uns die Stadt angesehen, sind ein bißchen gebummelt, haben im Garten der Unterkunft relaxt und sind in Kückis Pub unten am Tresen vor Anker gegangen. Oben im Restaurantbereich war es uns durch viele Gruppenreisende zu unruhig, außerdem hätte man einen Tisch reservieren müssen. Unten an der Bar hat es uns gut gefallen und für ein Counter-Meal hat es allemal gelangt. Nur daß uns an einem der Abende in der Küche ungebeten eigentlich aufpreispflichte Pfeffersoße mit viiiiielen grünen Pfefferkörnern über den Hamburger geschüttet wurde, die wir mühselig wieder rausfischen mußten, hat uns nicht so gut gefallen.
Wir sind z.B. zum Cape Cross gefahren, um die Robbenkolonie anzuschauen. Die Schiffswracks haben wir uns geschenkt, weil bei Annäherung sofort Verkäufer von Halbedelsteinen angerannt gekommen sind. Klar, die Leute wollen auch irgendwie leben, aber wenn ich Schiffwracks gucken will, bin ich an Halbedelsteinen gerade nicht interessiert (nicht das ich ohne Wracks Kaufinteresse an Halbedelsteinen ungeklärter Provinienz hätte). Nebenbei war es auch sehr diesig und wir konnte das Meer noch nicht mal sehen - gehört haben wir es allerdings. 😗
Die Robbenkolonie war wirklich sehenswert, ich fand es toll, die Tiere und ihr Sozialverhalten als Vater, Mutter, Kind zu beobachten. Und sooo schlimm fand ich den Geruch auch wieder nicht. Tote Tiere haben wir übrigens nicht gesehen.
Der Welwitschia-Drive war mal wieder fast ein Reinfall, wir haben kaum welche von diesen merkwürdigen Pflanzen gesehen. Aber ein großer Verlust war es auch gerade nicht. Ein paar haben wir doch noch aufgetrieben, aber viel gibt das Grünzeug nicht her. Wie heißt es bei "Hummeldumm" so treffend: "Chef, und um uns diese Scheiße anzusehen, sind wir so weit gefahren". 🤪
Dafür war die Mondlandschaft wirklich die Fahrt wert, sehr beeindruckend und unwirklich. Wie auf einem anderen Stern.
Am letzten Tag habe ich die Anschaffung eines Badeanzuges beschlossen. Weil wir ja nun in feste Unerkünfte wollten, und da muß dann auch der Pool genutzt werden. Weil man ja schließlich dafür bezahlt.... Ich habe wirklich jedes, aber wirklich jedes, Bekleidungsgeschäft abgeklappert um dann endlich einen passenden Badeanzug zu einem bezahlbaren Preis zu erstehen. Entweder es gab gar keine oder nur für das Schönheitsideal einer Herero-Dame zugeschnittene oder es wurden Phantasiepreise aufgerufen. Aber, es hat schließlich doch geklappt. Ein letzter Abend bei Kückis bei 2-3 Wein, dem obligatorischen Hamburger und dann ins Bett.
Insgesamt haben uns die Tage in Swakopmund recht gut gefallen.
Guten Abend, Yanjep+Mattes, ich bin noch dabei, den Schluckauf zu bekämpfen, den mir Dein letzter Beitrag, Yanjep, eingebracht hat, weil gleichzeitiges Lachen und Rotweintrinken nicht zu funktionieren scheint. Jetzt verstehe ich auch die leicht resignierte Bemerkung meines Mitreisenden, daß die RBs immer viel schöner zu lesen sind als die Realität zu erleben... ....aber: An Eurer Frustrationstoleranz müßt Ihr noch arbeiten! Sehr amüsierte Grüße Friederike
Nachtigall202 Beiträge · seit 201411. Apr. 2018 · #26
Klasse, ja das Leben ist ein Geben und Nehmen.. Liebe Grüße Anne
zwischen 1991 und 2008 diverse Aufenthalte Jemen - 2011 Südafrika - 2013 Kamerun - 2016 Namibia - 2018 Namibia
YAyanjepThemenstarter1'014 Beiträge · seit 201611. Apr. 2018 · #27
Ich sage mal so: Wenn irgendetwas nicht so funktioniert, wie wir uns das eigentlich vorgestellt haben, setzen wir uns zusammen und überlegen uns was anderes. Das ist schlußendlich besser für Nerven und Gemüt, als an einem einmal gefaßten Plan festzuhalten. Machen wir andauernd so 😗
Yanjep
PAPallas833083 Beiträge · seit 201511. Apr. 2018 · #28
"Chef der übermächtigen Fahrer- und Zeltabbaugewerkschaft" vs. "Vorsitzende der IG Mitfahrer und Küche"! 😄 😄 😄 You made my day, thanks! (und das nicht nur deswegen, auch die Berichte sind für mich als Neuling interessant!)
Gruss, Pallas
YAyanjepThemenstarter1'014 Beiträge · seit 201611. Apr. 2018 · #29
So, ich habe den letzten Teil mit Fotos versehen. Eine recht schwere Geburt dieses mal.
Danke an alle, die Kommentare geschrieben und den "Danke Button" gedrückt haben. Es freut mich sehr, daß der Bericht gut ankommt 🙂
Unsere Dachzelterfahrung war auch bescheiden. Wir haben die 2 Nächte in Palmwag im Dachzelt mit wenig Schlaf ausgehalten. Das Zelt wackelte bei jeder Drehung, die Grillen zirpten in Lautstärke 70 dB, es kam ein starker Wind auf und wir hatten die Zeltklappen nicht richtig befestigt, es war heiß im Zelt und ich musste 2-3 Mal nachts aufstehen - eine ganz spannende Sache. In Divundu ist uns die Lust am Dachzelt vergangen und wir konnten unser Zimmeraufenthalt im River Dance verlängern. Obwohl dort der Camping Platz ganz nett aussah. Wir wissen nicht, ob wir es nochmal ausprobieren werden. Es gibt soooooo nette Lodges. 😄
Definition Fernweh: Egal wo man sich aufhält, möchte man gleichzeitig woanders sein.
Achim G.294 Beiträge · seit 200711. Apr. 2018 · #31
<<Nach der ersten Nacht in einem bequemen (ruhigem) Bett und ohne die vermaledeite Zusammenlegerei der Dachzelte am Morgen hat der Chef der übermächtigen Fahrer- und Zeltabbaugewerkschaft (Mattes) gedroht, den Generalstreik auszurufen und die Vorsitzende der Mitfahrer-Interessengemeinschaft und Küchenbeauftragte (Yanjep) an den Verhandlungstisch beordert.>>
Köstlich!!! 🤩 😄 😄 Das können wir sehr gut verstehen 😁 VG Achim
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sandra1903385 Beiträge · seit 201512. Apr. 2018 · #32
Hach, das war wieder herrlich zu lesen 😄 😄
Deshalb lassen wir das mit dem campen gleich bleiben
Der Welwitschia-Drive war mal wieder fast ein Reinfall, wir haben kaum welche von diesen merkwürdigen Pflanzen gesehen.
erstaunlich, wo sie doch teilweise seit 2000 Jahren dort wachsen... und bei Euch waren sie auf einmal alle weg? 😉
Viele Grüße Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
YAyanjepThemenstarter1'014 Beiträge · seit 201612. Apr. 2018 · #34
Vielleicht haben wir die eigentliche Strecke nicht richtig erwischt. Ein paar haben wir gesehen, aber vom Hocker gehauen haben sie uns nicht, trotz Seltenheitswert.
Yanjep
YAyanjepThemenstarter1'014 Beiträge · seit 201612. Apr. 2018 · #35
16./17.05.2017
In Swakopmund habe ich zur Umsetzung des Beschlusses „nie wieder Dachzelt“ die Hohenstein Lodge als brauchbares Quartier für die nächsten beiden Nächte rausgesucht und die gebuchte und bezahlte Campsite an der Spitzkoppe sausen lassen. Sie hatten in der Lodge noch was frei, sehr schön!
Nach einem wieder mal sehr guten Frühstück und einem kleinen Spaziergang mit einem letzten Blick auf die Pier
sind wir durch schöne Landschaft
über Usakos zur Lodge gefahren und haben uns erst mal häuslich eingerichtet. An der Rezeption haben sie ein bißchen sparsam geguckt, weil wir keine Aktivitäten buchen wollten, ein etwas unübliches Verhalten, wie mir scheint (das nicht buchen wollen, nicht das sparsam gucken). Die Bungalows sind nett eingerichtet, auf der zugehörigen Terrasse kann man es auch aushalten. Wir hatten auch den ersten Kontakt mit einer ganz offensichtlich fremden Spezies: Eine Art überdimensionaler Heuschrecken. Dick Pens oder wie die Tiere genannt werden.
Auf der Terrasse können sie sich gerne aufhalten, aber drinnen, womöglich sogar im Bett, wollten wir sie bestimmt nicht haben. Wir sind zu Fuß zum sundownern gegangen, zu diesem heiligen Ritual wurde eine Ausichtsplattform gebaut mit Blick auf die umgebenden Berge.
Alle Büsche hingen voll mit Dick Pens, sie waren auch überall auf den Wegen; man mußte echt aufpassen, daß man nicht aus Versehen drauftritt.
Das Abendessen, serviert auf der Terrasse war leider nicht so toll was aber daran liegen mag, daß wir unser Fleisch durchgebraten schätzen (auch wenn wir damit vermutlich allein auf weiter Flur sind, ist uns aber wurscht).
Der Vollmond hat deutlich abgenommen, so daß man den grandiosen Sternenhimmel nicht nur bewundern sondern auf fotografieren konnte.
Am nächsten Tag sind wir ausgeschlafen und nach üppigem Frühstück vom gut bestückten Buffet zu einer Rundfahrt mit Ziel Spitzkoppe aufgebrochen. Wir sind einfach ein bißchen durch die Gegend gegondelt und haben reichlich Fotostopps eingelegt; besonders viele natürlich an der Spitzkoppe.
Eine sehr schöne Gegend, wobei wir nicht auf dem eigentlichen Gelände waren. Obwohl wir die Campsite gebucht und bezahlt hatten und damit jedes Recht der Welt, uns auch auf dem Gelände aufzuhalten. Der Blick von außerhalb hat uns ausreichend beeindruckt.
Auf der Zufahrt waren unheimlich viele Kinder mit Bastelarbeiten wie Mobiles, die an den Touri gebracht werden sollten. Wir haben aber schon einen Dekogegenstand zu Hause und brauchen keinen zweiten, so daß wir nicht angehalten und auch nichts gekauft haben.
Zurück auf der Lodge haben wir, schließlich haben wir dafür bezahlt, auf der Terrasse relaxt, sind sundownern gegangen und dann zum Dinner. Das Dinner war ausgezeichnet, eine Art Geschnetzeltes mit Reis und leckerem Nachtisch.
Der Sternenhimmel war auch wieder kooperativ, sehr schön.
Am nächsten Morgen kamen drei Strauße vorbei, zwei davon vertieft in eine ernsthafte Diskussion über Straußenthemen.
Der Aufenthalt auf der Hohenstein Lodge hat uns gut gefallen, die können wir empfehlen. Überhaupt können wir gut damit leben, ein fix und fertiges Bett vorzufinden, in das man nicht rauf- und im Fall der Fälle auch mitten in der Nacht oder total verpennt morgens wieder runterklettern muß... Zumal ich es auch im August 2013 geschafft habe, mir mein Motorrad (für Leute die sich ein wenig mit Motorrädern auskennen - eine Yamha SR 500) beim Ankicken aufs Knie zu schmeißen und bin trotz einer über halbjährigen Heilungsphase (wiederum für Leute die sich ein wenig, diesmal mit medizinischen Sachen auskennen - Tibiakopf-Fraktur) morgens immer noch recht steif auf dem linken Bein.
Und das beste bei einer festen Unterkunft ist, man muß das Bett nicht zusammenklappen sondern läßt es einfach, wie es ist und geht bzw. fährt fährt unbekümmert seiner Wege.
Aber eine dringende Bitte an alle potentiellen Camper: Es gibt haufenweise Reisende, die mit einem Dachzelt hervorragend zurechtkommen. Zumal auch verschiedene Modelle im Angebot sind, die auf unterschiedliche Weise zusammengeklappt werden. Also laßt euch um Himmels willen nicht durch unsere Abneigung gegen die Dinger von eurer Planung abbringen, wenn ihr noch unentschlossen seit.
Wir haben aber schon einen Dekogegenstand zu Hause und brauchen keinen zweiten, so daß wir nicht angehalten und auch nichts gekauft haben.
.... 😄 und wieder einmal sehr amüsant - herzlichen Dank für deinen tollen Reisebericht, liebe Grüsse Esther
YAyanjepThemenstarter1'014 Beiträge · seit 201613. Apr. 2018 · #37
18./19.05.2017
Nach einem wieder sehr üppigen Frühstück sind wir am Brandberg
vorbei weiter Richtung unseres nächsten Etappenziels, dem Etosha Nationalpark gefahren.
Nach etwa 280 km haben wir uns so langsam auf die Suche nach einem Übernachtungsmöglichkeit gemacht und uns ist das Aabadi Mountain Camp ins Auge gefallen. Das feste Mehrzweckgebäude umfaßt Restaurant, Bar und ist Treffpunkt der Freunde des (schwarzen) Managerehepaares. Die recht resolute aber freundliche weibliche Hälfte des Managerteams kam auch gleich raus und wollte Mattes nach der Frage, ob etwas frei ist, eines der fest installierten Zelte zeigen. Mattes war nach der anstrengenden Fahrerei nicht in Bestform und hat sich mächtig erschrocken, als er ein Wortschwall auf ihn niederging. 🤩 Ich habe eigentlich faul im Auto gelümmelt und wollte die Verhandlungen Mattes überlassen. So mußte ich zur Hilfe eilen und konnte Mattes beruhigend mitteilen, daß er nur vor dem einchecken das Zelt angucken sollte. 😛
Auf dem Weg wurde einer der Angestellten ein verbaler Fußtritt verabreicht mit der Weisung, gefälligst vor dem Zelt aufzuräumen (wir waren die einzigen Gäste) und die Besichtigung konnte ihren Lauf nehmen. Die Zelte sind mit Betten, Nachttischen und einem Außenbad ausgestattet. Und, was mich eigentlich erstaunt hat, sogar mit Duschgel, Bodylotion, Anti-Muck und Shampoo auf liebevoll auf dem Bett dekorierten Handtüchern. Sonst sind Zelt und Mehrzweckgebäude eher schlicht ausgestattet.
Das Camp liegt wunderschön auf einem weitläufigen Gelände, umgeben von Hügeln. Sonst ist es irgendwie eine Mischung aus Bushcamp und lost place. Es gibt „Ruinen“ vergangener Zelte, aber was in Gebrauch ist, wird sauber und ordentlich gehalten. Uns hat es ausgezeichnet gefallen, aber großartigen Luxus sollte man nicht erwarten.
Zum sundownern kann man auf einen der umgebenen Hügel steigen und hat einen tollen Blick in die Landschaft.
Gleich bei der Ankunft wurden wir befragt, ob wir Dinner möchten. Ja, möchten wir. Als wir Erkundigungen eingezogen haben, was es denn so gibt wurde die offenbar doofe Frage mit „Was soll es schon geben: Fleisch, Reis und Salat“ vom männliche Teil des Managerpaares, der in Personalunion glechzeitig auch der Küchenchef ist, beantwortet.
Was soll ich sagen, das Essen war richtig lecker. Die Freunde des Paares, die uns nicht im geringsten gestört hätten, wurden vor dem Servieren des Dinners gebeten, sich anderswohin zu verfügen.
Wir haben nach dem Essen noch ein bißchen an der Bar gesessen und mit dem Managerpaar geplaudert. Wir dachten erst, sie wären die Betreiber des Camps, aber sie sind angestellte Mitarbeiter, die aber wohl alles in Eigenregie am laufen halten. Sehr nette und herzliche Leute, wenn man erst mal ein wenig miteinander warm geworden ist.
Der Sternenhimmel hatte auch einen guten Tag
Ganz früh am Morgen bin ich wach geworden, weil jemand um das Zelt herumgeschlichen ist und nicht eindeutig zu bestimmende Geräusche gemacht hat. Es stellte sich heraus, daß der Manager den Donkey angeheizt hat. Nach dem ziemlich rudimentären Frühstück bin ich dann auch duschen gegangen. Wenn mir schon extra im Morgengrauen warmes Wasser bereitet wird, dann sollen Mühen und Feuerholz nicht vergeudet werden.
In den Felsen rund um die Außendusche wohnen Dassies, die auch gleich mitsamt Kind und Kegel herbeigeeilt sind, um der weißen Frau bei Morgentoilette und Dusche zuzusehen 🙄 . Wenn eines ein Handy rausgeholt hätte, um ein Foto zu knipsen, hätte mich das auch nicht gewundert.
So sieht es im Camp aus:
Nach einigem rumtrödeln und fotografieren sind wir irgendwann losgefahren Richtung Outjo. Eigentlich wollten wir uns in Twyfelfontain die Rock Engravings anschauen, aber es geht (leider) nur mit Führer. So eine Führung ist bestimmt sachkundig und lehrreich, aber wir schauen uns die Dinge lieber in Eigenregie an.
Das ist ein bißchen wie z.B. im Straßbourger Münster. Ich lasse den Gesamteindruck auf mich wirken, spaziere umher, schaue Details an. Aber wer die Orgel wann gebaut hat, wie viele Pfeifen sie hat und wer wann und warum welches Bild gemalt hat, interessiert mich eigentlich nicht. Auf der anderen Seite ist natürlich zu verstehen, daß man nur mit Guide zu den Gravuren darf. Irgendwelche Deppen würden sonst garantiert „Heidi war hier“ oder ein Herz mit "Rudi und Bärbel" dazuritzen.... Außerdem war es ziemlich überlaufen mit Reisegruppen und so groß war unser Interesse denn auch nicht. Also sind wir ohne Besichtigung weiter gefahren.
In Outjo sind wir auf der Suche nach einer Unterkunft auf das Ethosha Garden Hotel
gestoßen, das über einen einladend aussehenden Biergarten verfügt. Biergarten ist immer toll, ein Zimmer war auch noch frei, also eine genehme Bleibe für eine weitere Zwischenübernachtung. Das Zimmer hätten wir allerdings besser vorher angeschaut. Das Doppelbett war nur ca. 1,40 Meter breit und die Zudecke muß man sich teilen. Während einer unruhigen Nacht haben wir denn auch das beliebte Spiel "eine Ecke der Decke festhalten und sich mit Schwung auf die andere Seite drehen" gespielt 😐 Ich glaube bei einer Wertung nach Punkten hätten wir Gleichstand erreicht.
Das Hotel hat einen sehr schönen tropischen Garten, in dem man auch viele Vögel beobachten kann. Der Speisesaal ist aber irgendwie mehr wie eine Kantine, der servierte Hamburger war so lala. Richtig gemütlich war es nicht. Der Biergarten allerdings war ein angenehmer Aufenthaltsort.
Das Frühstück am nächsten Morgen war eher basic. Es gab Eier, Brot, ein wenig Aufschnitt und Kaffee im Speisesaal, sonst eigentlich nichts.
Als Zwischenübernachtung ist das Hotel in Ordnung, schon wegen Garten und Biergarten. Nur das Bett hätte deutlich breiter sein können und zwei Zudecken wären einer friedlichen Nachtruhe förderlich gewesen.
Richtig gut gefallen hat es uns in der rustikalen Aabadi Mountain Lodge. Bestimmt nicht jedermanns Geschmack, aber für uns genau richtig.
Yanjep
sandra1903385 Beiträge · seit 201513. Apr. 2018 · #38
yanjep schrieb: In den Felsen rund um die Außendusche wohnen Dassies, die auch gleich mitsamt Kind und Kegel herbeigeeilt sind, um der weißen Frau bei Morgentoilette und Dusche zuzusehen 🙄 . Wenn eines ein Handy rausgeholt hätte, um ein Selfie zu knipsen, hätte mich das auch nicht gewundert.
😄 😄 😄
yanjep schrieb: Das Doppelbett war nur ca. 1,40 Meter breit und die Zudecke muß man sich teilen. Während einer unruhigen Nacht haben wir denn auch das beliebte Spiel "eine Ecke der Decke festhalten und sich mit Schwung auf die andere Seite drehen" gespielt 😐 Ich glaube bei einer Wertung nach Punkten hätten wir Gleichstand erreicht.
Da hätte ich lieber in getrennten Dachzelten geschlafen 😗
Schöne Grüße
Sandra
Mattes-do71 Beiträge · seit 201613. Apr. 2018 · #39
Lieber sich um die Decke balgen als beim zusammenklappen der Zelte sich zum X-ten mal sich die Finger klemmen oder auch zum Xten mal sich die Haut der Knöchel oder Handrücken von diesen sch... , öh, vermaldeiten Dachzelten abziehen zu lassen.
Gruß, Mattes
Blende18.21'165 Beiträge · seit 201714. Apr. 2018 · #40
Irgendwelche Deppen würden sonst garantiert „Heidi war hier“ oder ein Herz mit "Rudi und Bärbel" dazuritzen....
😄 Herrlich... ich muss grad an unsere "authentischen" Felszeichnungen von Walen und Giraffen mit Kulleraugen denken.
Toll geschrieben und ich habe auf den letzten Seiten teils herzlich gelacht, aber in Kombination mit der Schilderung eurer Reise-Gerichtsverhandlung, frage ich mich ob die beiden hier...
yanjep schrieb: Am nächsten Morgen kamen drei Strauße vorbei, zwei davon vertieft in eine ernsthafte Diskussion über Straußenthemen.
... nicht Mattes-do und Yanyep heißen. 😗 😛 #duckundweg