Reisebericht

Erste Reise nach Namibia: Tops und Flops

von yanjep · begonnen 01. Apr. 2018 · 14 Teile

Teil 101. Apr. 2018
Prolog:

So viel gehört über Namibia, die grandiose Landschaft, die Tiere im Etosha, Hummeldumm, da wollen wir auch hin.

Diesmal mit dem Camper, ist ja so easy mit dem Dachzelt; besser gesagt mit zwei Dachzelten, weil wir nicht gerne im Gedrängel schlafen. Bei 1,40 Meter Liegefläche zu zweit hätte bei uns ohnehin nur einer den Urlaub überlebt....
Obwohl: Eine, wenn auch viel jüngere, Kollegin war nach uns mit ihrer neuen Liebe mit nur einem Dachzelt unterwegs, fand es sehr kuschelig und was soll ich sagen: Im Mai geht sie in Mutterschutz 😎

Geplant war die Ankunft in Windhoek, logisch, dann runter in den Süden zum Fish River Canyon und dann über Swakopmund und den Etosha in den Norden bis zu den Epupa-Falls. Bei einer Reisezeit von vier Wochen wohl gut machbar. So weit der Plan.
Als brave Touristen haben wir alles vorgebucht und teils auch schon gezahlt.

Bei der Wahl der Fluglinie haben wir uns für den Direktflug mit Air Namibia entschieden, da müssen wir zwar von Dortmund nach Frankfurt anreisen und werden nicht, wie bei unserer Lieblingsairline Emirates in unserer Buchungsklasse, mit der Linousine abgeholt und nach Düsseldorf gefahren. Aber wir sparen etliche Flugstunden und werden nicht mitten in der Nacht in Dubai aus dem Flieger gekippt. Das hatten wir bei der Anreise nach Südafrika und es war trotz toller Kabinenausstattung und super Lounge einfach nur nervig.

Anreise und Ankunft (30.04../02.05.2017)
Die Fahrt zum Flughafen war unspektakulär. Wir sind mit dem Auto gefahren, weil wir auf den Zug zum Flug keine wirkliche Lust hatten. Das haben wir einmal gemacht, als wir von Frankfurt aus nach Australien geflogen sind. Auf eine Wiederholung und eine völlig überfüllte und lärmige 1. Klasse können wir für den Rest unseres Lebens verzichten, zumal Air Namibia ohnehin nur Tickets 2. Klasse anbietet. Da fahren wir lieber mit dem Auto, da haben wir unsere Ruhe. Einen Parkplatz haben wir zu einem recht günstigen Preis inklusive Transfer angemietet, hat wunderbar geklappt.
Auf der Langstrecke fliegen wir immer Business-Class, das mehr an Komfort wie sehr viel Platz, kein Gebalge um die Armlehnen, ein Bett, Essen auf Geschirr und Tischtuch statt Plastiktablett ist uns den Aufpreis wert. Bei Air Namibia haben wir uns außer einem richtigen Bett nicht viel versprochen, aber das Essen war lecker, der Film "hidden figures", der von schwarzen Mathematikerinnen im NASA-Projekt in den USA handelt , interessant und mal was anderes als der übliche mainstream. Die Crew sehr nett und zuvorkommend, es gab sogar den obligatorischen Begrüßungsdrink vor dem Start und statt der Nüsse wurde Billtong serviert. Prima, da sind wir nicht in die Versuchung geraten, womöglich Billtong irgendwo zu kaufen. Die Lounge in Frankfurt am Flughafen war allerdings diese Lumpensammlerlounge silver sky oder so ähnlich, nicht die von Ethiad, auf die wir uns eigentlich gefreut haben.

Die Landung war pünktlich und die Einreise schnell erledigt. Gegen mürrische Grenzbeamte hilft erfahrungsgemäß ein breites Lächeln nebst fröhlichem „how are you“; das klappt sogar am frühen Morgen. Ein bißchen small talk, wie sehr wir uns darauf freuen, Namibia zu erleben, und schon wurde zurück gelächelt und wir hatten unsere Stempel im Paß 🙂 .

Wer gefehlt hat, war unser Fahrer, der uns zur Pension Steiner bringen sollte, wie es mit dem Vermieter, der Safari Car Rental ausgemacht war. So standen wir etwas verloren herum, versuchten vergeblich, dem Geldautomaten etwas Bargeld zu entlocken (wie wir später festgestellt haben, haben wir das verflixte Ding falsch bedient. Einmal die falsche Taste gedrückt und man steht da mit blödem Gesicht und ohne Barschaft. Ist uns noch öfter passiert bis wir irgendwann aufgeklärt wurden, was wir eingeben müssen. Vorher haben wir immer geglaubt, der Geldautomat sei leer 😗 ). Immerhin konnte ich nach dem langen Flug eine Handvoll Zigaretten rauchen und dem Tun und Treiben am doch recht überschaubaren Airport zuschauen.
Der Fahrer kam dann irgendwann doch, weil die Autovermietung aber erst um 9:00 Uhr die Tore öffnet, ist er erst mal auf einen Kaffee und / oder zu einem Schwatz mit seinen Fahrerkollegen verschwunden. Zu gegebener Zeit ist ein anderes Paar ist mit uns zum Vermietbüro gefahren und wir wurden dann weiter nach Windhoek gebracht.

In der Pension Steiner wurden wir freundlich empfangen und haben den wunderschönen, schattigen und liebevoll gepflegten Garten mitten in Windhoek bewundert. Das Zimmer war in Ordnung, für eine Tasse Kaffee vom Frühstücksbuffet wurde allerdings der Preis für ein komplettes Frühstück berechnet. Na meinethalben, man soll auch geben können....

Den Rest des Tages haben wir im Garten der Pension gedöst und relaxt und uns abends per Taxi zu Joes Bierhaus fahren lassen. Über den Laden kann man sicher geteilter Meinung sein, uns hat es in dem originellen Ambiente, wo es viel zu entdecken gibt, ausgezeichnet gefallen. Wir haben uns an eine der Theken gesetzt und uns zwei leckere Oryx-Jägerschnitzel (Hamburger kommen später – keine Bange) als counter-meal und einen trinkbaren Weißwein schmecken lassen.

02.05.2017:
Wie vereinbart wurden wir von einem Fahrer von Safari Car Rental abgeholt und zum Vermietungsgelände gebracht. Der erste Kontakt mit der Bürokraft dort war nett und deutschsprachig.
Der gebuchte Hilux stand mit zwei Dachzelten bereit, es kann losgehen mit der Fahrzeugübergabe:
Uns wurde erst mal von einem der Mechaniker (nun auf englisch) erklärt, wie das Dachzelt bzw. die Dachzelte auf- und abgebaut werden. Uns schwante bereits bei der Demonstration Unheil. Wir stehen damit sicher allein auf weiter Flur, aber diese Dachzelte (jedenfalls das Modell, das wir hatten), hat der Teufel persönlich konstruiert. Nur das personifizierte Böse kann sich so was ausgedacht haben.... Das steht zu unserer Überzeugung unumrückbar fest.

Zunächst blieb es bei der vagen Ahnung und nach Inspektion der Campingausstattung, der Reifen, peniblem Notieren aller möglicher Kratzer und Dellen, dem festziehen von zwei losen Schrauben (Mattes hat in der Beziehung Adleraugen), dem finalen Austausch des Navis (wir hatten unseren eigenen Garmin mit) ging es erst mal zurück nach Windhoek und zum Einkaufen in der Mall. Die üblichen Produkte für Selbstversorger wurden angeschafft, allerdings kein Wildfleisch (wir mögen nicht grillen oder braiien) und ganz bestimmt kein Billtong. Einmal im Leben muß man das Zeug wohl mal gegessen haben, aber das haben wir schon im Flieger erledigt. Ach ja, bei gedachten Kauf von Paprikapulver ist mir ein fataler Fehler unterlaufen, wie wir kurze Zeit später feststellen mußten.... 🤩

Beim Einräumen der Einkäufe hat Mattes festgestellt, daß sich die hintere Klappe des Canopy nicht abschließen ließ, weil die Verriegelungslasche abgerissen war. Also mit dickem Hals zurück zu Safari Car, wo die nette Bürokraft Mattes wieder runtergepegelt und der Mechaniker das Problem gelöst hat.

Zurück in der Pension Steiner konnte das Fahrzeug sicher untergestellt werden, wir haben im Garten rumgelümmelt und uns ein bißchen in der Stadt umgesehen. Na ja, wir sind die Independence Avenue runter gelaufen und in einem Cafe am Tiergarten (ohne Tiere) auf ein Windhoek Lager vor Anker gegangen. Auf eine Stadtrundfahrt mit den üblichen Verdächtigen wie den Tintenpalast und die Heinitzburg hatten wir keine Lust.

Abends dann wieder zu Joes Bierhaus, um eine neue Tradition zu begründen (wir fliegen am 24.04.2018 wieder nach Namibia und können die Tradition fortsetzen. Ein bißchen was Konstantes muß man doch haben) , Nun haben wir doch Hamburger gegessen, allerdings laut Karte mit einer Garnele??? oben drauf, die haben wir bei der Bestellung abbestellt. Und damit endet Tag 2 der Reise; Fotos haben wir keine gemacht, wir wollten erst mal ankommen.

Yanjep
Teil 202. Apr. 2018
04.05.2017

So, genug aklimatisiert, jetzt geht es auf die Piste. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn wenn man beim Garmin „kürzeste Strecke“ einstellt, dann fährt man auch die kürzeste Strecke. Heutiges Tagesziel: Campground der Bagatelle Game Ranch Mariental. Gefahren sind wir die C 26 über Kalkrand, eine gut zu fahrende Gravelroad mit ersten Eindrücken der wunderschönen Landschaft und der Dünen der Kalahari.


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Nach langer Abstinenz von diversen Australienreisen endlich wieder roter Sand. Herrlich!


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Der Campground dort ist schön angelegt, mit genügend Platz und eigener Waschkaue. Das Aufbauen der Dachzelte hat ganz gut geklappt, allerdings hatten unsere Dachzelte schon einiges mitgemacht und waren nicht im allerbesten Zustand. Es hat ein ganz ordentlicher Wind über die Dünen gepfiffen, zum kochen habe ich mich in die Waschkaue verzogen. Eine Inspektion der Campingausrüstung hat gezeigt, dass wir zwar einen Kocher hatten, aber leider nur mit einer Flamme (da hatte ich bei der Fahrzeugübernahme gar nicht drauf geachtet). Ich hatte also während der Reise reichlich Gelegenheit, meine Fertigkeiten im Zubereiten vollständiger Mahlzeiten mit nur einem Topf zu perfektionieren. Es gab irgendwas mit Nudeln, Gemüse und Fleisch. Irgendwie viel zu scharf, dabei habe ich doch nur mit der üblichen Menge Paprikapulver (wie ich dachte) gewürzt... Man konnte es gerade so essen, wenn man genug Windhoek Lager zum löschen zur Hand hatte. Merkwürdig fand ich das schon, habe mir aber erstmal keine weiteren Gedanken über das vermeidliche Paprika gemacht.
Nach Sonnenuntergang wurde es ordentlich frisch, zum Glück hatte ich mir kurz vor der Abreise im heimischen Army-Shop eine kuschelig warme Strickjacke mit Flauschfutter gekauft, die mir sehr gute Dienste geleistet hat.

Nach dem Essen sind wir die ca. 1000 Meter zur Lodge gelaufen, um zu schauen, ob wir an der Bar festmachen und was trinken können. Das Restaurant mit angeschlossener Bar hat einen sehr schönen Eindruck gemacht und war gut besucht. Eine beliebte Unterkunft bei Reisegruppen, wie mir scheint. Unter anderem hat auch die berühmte Antilope (oder wars ein Steinbock?) reingeschaut.. Das Buffet war reichlich bestückt und der Eßbereich mit Kerzen oder Windlichtern auf den Tischen sah ansprechend aus. Wir haben an der Bar zwei oder drei leckere Weißwein getrunken und sind dann zurück zu unserem Campground.

Ich habe mich angesichts des überwältigenden Sternenhimmels an der Astrofotografie versucht, schließlich habe ich extra dafür mein Stativ mitgeschleppt. Die ersten Ergebnisse waren nicht so überwältigend, aber leider hat man in Deutschland, jedenfalls im Ruhrpott mit all der Lichtverschmutzung, keine ernsthafte Gelegenheit zum üben. Ich konnte mich gar nicht sattsehen am Sternenzelt, einfach traumhaft schön.


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Am nächsten Morgen kam ein San mit seinem Eselskarren von der Lodge rüber zum Campground um Camper für die Aktivitäten der Lodge einzusammeln. Es wollte kein Gast des wenig belegten Campgrounds mitfahren, aber nett zuwinken geht allemal.


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Ein neugieriger Strauß hat auch vorbeigeschaut.


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Nach dem Frühstück wurde das Unternehmen oder besser Drama „Dachzelte zusammenpacken“ angegangen. Wenn wir die Dinger nicht bei der Fahrzeugrückgabe hätten bezahlen müssen, hätte Mattes sie nur zu gerne vom Dach geworfen und im Wüstensand verbrannt....

Das Zuklappen selbst ging noch ganz gut von der Hand, aber die Zeltplanen unter den Zeltboden zu stopfen war ein anderes Kaliber. Zumal wir kein 2 Meter groß sind sondern gerade so oben an die Zelte langen konnten. Nach einiger Turnerei über die Reifen mangels Aufstieghilfe und einigen Schrammen an den Händen war das irgendwann auch erledigt und des Dramas zweiter Akt, überziehen der Planen, nahm seinen Lauf. Diese Planen waren aus steifer, speriger LKW-Plane und mußte in genau der richtigen Richtung (sonst paßt es nicht, wie wir feststellen durften) über die zusammengeklappten Zelte nebst Leiter gezerrt und festgezurrt werden. Ich wußte bis dato gar nicht, über welch umfassendes Sortiment an Flüchen Mattes verfügt, bis das 2-fache Elend endlich fertig verzurrt war und wir losfahren konnten. Ich bin mir fast sicher, daß alle anderen Camper wunderbar mit dieser Zeltkonstruktion klarkommen und sich das ganze wie von selbst zusammenfaltet, aber bei uns war es ganz und gar nicht nicht so und hat jeden Morgen für reichlich Haßgefühle gesorgt. Später haben wir gesehen, daß es auch viel einfacher zu handhabende Zelte mit Einstieg vom Fahrzeugheck aus gibt. Von denen bekommt man aber keine zwei Zelte auf das Dach, so daß diese Zelte für uns ohnehin nicht in Betracht gekommen wären.

In diesem Jahr (April / Mai 2018) haben wir wieder bei Safari Car Rental gemietet, aber mit Bodenzelt. Damit kennen wir uns aus, außerdem kann man ein Bodenzelt stehen lassen, wenn man mehrere Übernachtungen hat und muß nicht den ganzen Kram inklusive auch der allerletzten Kaffeetasse jedesmal erst verstauen, wenn man mit dem Auto irgendwohin fahren möchte.

Yanjep
Teil 302. Apr. 2018
05.05.2018

Nachdem wir unser Zeug endlich zusammengepackt hatten, sind wir auf der B1 über Mariental zu unserem nächsten Tagesziel aufgebrochen, dem Quivertree Forest Keetmannshoop.
An der Tanke in Mariental hatten wir ein witziges Erlebnis: Es war Sonntag, wir wollten den Sprit mit der Kreditkarte bezahlen. Der Tankwart verschwand plötzlich und es verging einige Zeit. Wir standen etwas ratlos rum, bis irgendwann der Betreiber der Tanke angerannt kam, noch mit der Serviette vom Mittagessen im Knopfloch. Des Rätsels Lösung: Das Lesegerät für die Kreditkarten befand sich im Innern der Tanke und die war zugeschlossen, so daß erst der Schlüssel herbeigeschafft werden mußte 🤪
Nachdem das erledigt war, konnten wir auch tanken und bezahlen. In Mariental haben wir noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft, unter anderem einen Durchschlag, der bekanntlich unerläßlich ist beim Gemüsewaschen und Nudelkochen.

Die Strecke war angenehm zu fahren, die Landschaft war – wie sollte es in Namibia anders sein – beeindruckend.


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Am frühen Nachmittag sind wir am Campground eingetroffen, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, hat sich vor dem Empfangsgebäude ein zahmes Warzenschwein gesuhlt. Mit dem Betreiber der Anlage, zu der auch feste Unterkünfte gehören, wurden wir nicht recht warm. Er war nicht unfreundlich, ganz bestimmt nicht. Vielleicht waren wir nicht niederländisch genug oder wir haben die gemütliche Runde mit den Kumpels gestört, keine Ahnung. Es war jedenfalls irgendwie eine komische Stimmung. An der Gepardenfütterung hatten wir kein Interesse, um so mehr aber an 2 Windhoek Lager, die der Betreiber neben anderen Getränken in einem Kühlschrank für Gäste bereithält.
Vorab buchen kann man hier nicht, der Platz ist aber groß genug, so daß man keine Sorge haben muß, nicht mehr aufgenommen zu werden. Es gibt keine festen Parzellen, man stellt sich irgendwo hin, wo Platz ist. Empfehlen würden wir den Campground nicht. Es ist zwar eine großzügige Anlage aber durch die direkt am Zaun verlaufende staubige Gravelroad, die auch gern von LKW genutzt wurde, recht laut und der aufgewirbelte Staub der Straße ist immer wieder mal über die Anlage geweht. An den Klohäuschen gab es dankenswerterweise Außensteckdosen, so daß ich mein tablet aufladen konnte. Ich habe ja diverse Filme und e-books auf dem tablet, für das ich seinerzeit noch keinen Adapter zum Aufladen im Fahrzeug hatte. Die Klohhäuser hatten die besten Zeiten lange hinter sich, wenn ich einen Dampfstrahler irgendwo gefunden hätte, wäre der bestimmt zum Einsatz gekommen. Der Versuch, eine Dusche zu nehmen, ist daran gescheitert, daß dem in einem Tank auf dem Dach gespeicherten Wasser, das sich in der Hitze des Tages mächtig aufgeheizt hat, kein kaltes Wasser zugemischt werden konnte. Ich habe mir beim Abstellen des Wassers dann auch ordentlich die Hände verbrannt. Zum Ausgleich ließ sich die Klospühlung nicht abstellen, das Wasser ist einfach durchgelaufen. Eine ganz schöne Verschwendung dieser knappen Recource, selbst wenn kein Trinkwasser sondern Brauchwasser zum Einsatz gekommen sein sollte.

Die Köcherbäume, wegen der wir hergekommen sind, haben sich auf einem Hügel von ihrer besten Seite gezeigt.




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Sonnenuntergangsfotos sind leider so gut nicht gelungen, irgendwie war die Sonne auf der falschen Seite, oder wir waren es, wie man es sieht.


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Zum Ausgleich gab es wieder einen grandiosen Sternenhimmel zu bestaunen. Leider war fast Vollmond, das Licht war nicht ideal für Fotos. Aber nur gucken ist auch schön.

Zum kochen des Abendessens kam der gerade erworbene Durchschlag zum Einsatz, die Anschaffung war ein weiser Entschluß.

Am nächsten Morgen haben wir uns nach dem Frühstück aufgemacht, einen Cache zu suchen und haben dabei in den Felsen lebende Dassies aufgeschreckt. Zu niedlich diese Tiere, vor allem die Babies. Aus jeder Felsspalte hat so ein Pummelchen rausgeguckt und geschaut, was wir so treiben.


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Das Elend mit den Dachzelten war irgendwann auch erledigt, die Flüche verhallten und wir haben noch einen Abstecher zum nahe gelegenen Giants Playground gemacht. Eine beachtliche Menge Steine, aber so richtig vom Sockel gehauen hat es uns nicht.


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Das Gelände gehört zum Quivertree Forest und ist Eintrittspflichtig, Übernachtunsgäste müssen keinen Eintritt zahlen.

Yanjep
Teil 402. Apr. 2018
Yanjep


05./06.05.2018

Das Reiseziel für die nächsten zwei Nächte war das Ai-Ais Hotspring Resort, genau gesagt der dortige Campground als Ausgangspunkt für den Besuch des Fish-River-Canyon. Die Fahrt über die B 1 wurde uns irgendwann zu öde, als Alternativstrecke bot sich die D 607 an, ab Klein-Karras dann die C 12 bis wir schlußendlich das Resort erreicht haben. Auf der Strecke gab es reichlich „wuppdichs“ wie ich es nenne. Also der Straßenverlauf folgt dem Geländeprofil und daß heißt, es geht ordentlich bergauf, dann über eine Kuppe runter und wieder rauf, dann über eine Kuppe runter und wieder rauf...... Mattes hat die Action Cam mitlaufen lassen, meine Quieker sind schön laut und deutlich zu hören 😊 .
Schön wie immer war die Landschaft allemal.


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Das Resort selbst, also die festen Unterkünfte, der Shop mit äußerst übersichtlichem Angebot und der Restaurantbereich verströmen den Charme des real existierenden Sozialismus. Aber alles, was der Camper so braucht., ist vorhanden.
Sogar Kochstellen und großzügige Abwaschmöglichkeiten werden geboten.
Die Stellplätze haben jeweils Stromanschluß und liegen nebeneinander quasi im Halbkreis um eine Rasenfläche. Privatsphäre gibt es keine, es ist ziemlich eng. Zelte werden auf dem Rasen in der Mitte aufgeschlagen. Der Bereich war auch gut frequentiert, unter anderem von einer Reisegrupper junger Japaner.
Es war, obwohl die Anlage gut gefüllt war, erstaunlich ruhig, da kann man nichts sagen. Camper dürfen alle Einrichtungen des Resort nutzen. Dummerweise haben wir unsere Badesachen zu Hause vergessen, so daß wir uns den Genuß der heißen Quelle entgehen lassen mußten 🙁 .

Ein frecher Pavian hat mir dann auch noch ein ganzes Paket Spagetti geklaut, als ich eine Sekunde nicht aufgepaßt habe.
Die Nudelpfanne, die ich dank eines zweiten Pakets Nudeln doch noch herstellen konnte, war wieder viel zu scharf.
Mattes ist mißtrauisch geworden und ist der Sache auf den Grund gegangen.
Ergebnis der Ermittlungen: Ich habe bei Einkaufen daneben gegriffen und statt Paprikapulver Piri Piri erwischt. Das Bild auf dem Gewürzstreuer sah aus wie Paprika, kann ja mal vorkommen. Das Piri Piri ist im hohen Bogen in die Mülltonne geflogen...... 😗
Falls der Pavian, der meine Spagetti geklaut hat, auch derjenige war, der die Mülltonne ausgeräumt und das Piri Piri erbeutet hat, guten Appetit wünsche ich 😈

Wir haben noch die Bar aufgesucht und zeitig schlafen gegangen.

Am nächsten Morgen hat Mattes den Vogelflüsterer gegeben. Ein paar verstreute Krümel vom Eßtisch gewischt und schon waren wir von Vögeln umzingelt, die uns umwuselt und umflattert haben. Nette kleine Gesellen.


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Im Waschhaus habe ich in einer Ecke eine leere Colakiste gefunden, die dann als Aufstiegshilfe beim Zelte zusammenklappen gute Hilfe geleistet hat und kurzerhand eingesackt wurde. Ein bißchen wie bei meinen geliebten Adventure Games, die ich lange Zeit mit Begeisterung gespielt habe „nutze Lamalippe mit Gummiente“ oder in diesem Fall „nimm Getränkekiste, nutze Getränkekiste mit Autodach“. Dazwischen eines der beliebten Fluchduelle 😎 . Wie bei „The Secret of Monkey Island“ (Kennt das noch jemand?)

Irgendwann war es vollbracht und wir sind aufgebrochen, um den Fish-River-Canyon zu besichtigen. Eine wirklich grandiose Landschaft, die weite Fahrt hat sich definitiv gelohnt.

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Bei einer Mehrtageswanderung oder einer der von der ortsansässigen Lodge angebotenen Wanderungen oder Fahrten in den Cayon hat man bestimmt noch mehr von der wunderbaren Landschaft. So blieb es ein zwar oberflächliches aber dennoch beeindruckendes Erlebnis. Vor allem, weil im Grunde kein Tourirummel stattfindet. Man zahlt den Eintritt für den Nationalpark, fährt etliche Kilometer zum Canyon und kann sich in aller Ruhe umschauen. Ohne Andenkenbuden oder sonstigen Ramsch, der bei solchen Sehenswürdigkeiten sonst gerne geboten wird.

Das örtliche Roadhouse hatten wir irgendwie nicht auf dem Schirm, sonst hätten wir dort bestimmt Halt gemacht. Den Bildern nach zu urteilen, scheint es schön uhrig zu sein. Nun ja, hat nicht sollen sein.

Abends dann das übliche Programm mit ab jetzt Piri-Piri-freiem Abendessen und ab ins Bett.
Mattes muß wohl unruhig geschlafen und sich rumgewälzt haben, jedenfalls hat das Auto ordentlich geschaukelt; ich habe geträumt, ich treibe in einem offenen Kahn auf hoher See 😄 .

Yanjep
Teil 502. Apr. 2018
07.05.2017

Heute war mal wieder ein Fahrtag angesagt. Was bei dieser tollen Landschaft aber auch nicht weiter schlimm war, genug zu gucken gibt es allemal, auch bei Fahrtagen.


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Ziel für die nächsten zwei Tage: Klein Aus Vista, genau gesagt der dortige Campground, nahe des Desert Horse Inn. Die Fahrt war garniert mit vielen "Aufs und Abs", durch die Wüste und ein Stück entlang des Oranje an der Grenze zu Südafrika. Erstaunlich, wie üppig grün es in der Nähe von Wasser gleich wird.


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In Rosh Pinah haben wir uns noch mit Lebensmitteln, Bier und Wein eingedeckt, nachdem es uns gelungen ist, einen der üblichen angetrunkenen Nervbüdel, die unbedingt "auf das Auto aufpassen" wollen und einem mit Gelaber und "Chef, Chef" hinterherdackeln, zu verscheuchen 😐 .

Als wir uns dem Tagesziel angenähert und es sozusagen vor Augen hatten, verließ uns das Glück des Navigators. Irgendwann sind wir, im Vertrauen auf die Ausschilderung, von der eigentlichen Hauptstrraße abgebogen und haben den Zugang zu Rezeption und Campground nicht gefunden. Wir haben das Ziel umkreist, haben uns von verschiedenen Seiten über wüste Pfade angepirscht, aber es war nichts zu wollen. Nix da, nada, ihr bleibt draußen 😕

In Australien ist uns ähnliches passiert. Wir sind am Cape York gemütlich über eine recht passable Straße zum Punsand Beach und dem dortigen Campground gefahren, als ein Schild „Punsand Beach“ mit Richtungepfeil uns veranlaßt hat, diesem zu folgen. Was dann kam, war ein schmaler Weg mit Tiefsand vom allerfeinsten. Der Landcruiser konnte zeigen, zu was er trotz Camperaufbaus zu leisten vermag. Irgndwann sind wir durchgeschwitzt (Mattes) und grün um die Nase (Yanjep) wieder auf der Hauptstraße angekommen und standen vorm Eingang. Wir wurden erstaunt angeguckt, wo wir denn herkommen und es wurde uns unter lautem Gelächter eröffnet, daß wir gerade über die campgroundeigene Quadstrecke gefahren sind 😈 .

So ähnlich ist es uns auch bei der Zufahrt zu Klein Aus Vista ergangen. Nachdem wir jeden nur denkbaren Weg ausprobiert haben, haben wir es doch über die Hauptstraße versucht und tada, wir standen vor dem Eingang!

Ein sehr schöner Campground, großzügig angelegt mit reichlich Platz und wundervollem Blick auf die umliegenden Felsen.


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Der feurige Berg oder so

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Die knorrigen Bäume waren von Vögeln besetzt, die uns neugierig beäugt haben.


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Wir haben uns entschlossen, Abends dem Desert Horse Inn, genau gesagt der dortigen Bar, einen Besuch abzustatten und die Zelte halt im dunklen aufzubauen. Eine sehr schöne Lodge, gemütlich mit mehreren Terrassen, Pool und Restaurantbereich. Da könnte man es bestimmt auch in einer der Unterkünfte gut aushalten. Wenn wir nochmal in die Gegend kommen würde ich versuchen, dort zu übernachten oder besser mindestens zwei Tage zu bleiben.

Der Mond hat uns schließlich heimgeleuchtet.


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Der Zeltaufbau hat im dunkeln erstaunlich gut geklappt - aber so langsam hatten wir, jedenfalls beim Aufbau, den Bogen raus. Wir haben uns dann bald in die Federn verkrümelt - gute Nacht.

Yanjep
Teil 602. Apr. 2018
08.05.2017

Heute haben wir uns aufgemacht, das berühmte Kolmannskop zu besichtigen. Und genau die gleichen Fotos zu machen wie alle anderen auch 😉 . Also Kegelbahnschild, die Badewanne, das Waschbecken und so weiter. Beeindruckend war es schon, wie sich der Sand sein Territorium zurückerobert hat. Einige Häuser wurden liebevoll renoviert und mit Möbeln der damaligen Zeit ausgestattet. Man hat sich viel Mühe gegeben, die Räume herzurichten, aber der Flair geht dabei verloren, mehr wie ein Museum denn wie eine Geisterstadt. Aber auf der anderen Seite hat es so auch seinen Reiz, auf der einen Seite die in der Wüstenluft konservierten Gebäude der Geisterstadt, auf der anderen Seite eine Demonstration, wie es früher mal ausgesehen hat. Ich hoffe, es man beläßt es beim Restaurieren einiger Gebäude und der Rest bleibt, wie er ist. So wäre es eine gute Mischung.
Bedingt durch den Zeltabbau (ich glaube, ich erwähnte es schon) und weil wir morgens ohnehin nicht aus dem Quark kommen und vor dem 3. Kaffee nicht ansprechbar sind, kamen wir nach der Fahrt durch eine unwirklich anmutende Landschaft



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erst etwa zwei Stunden von Toresschluß (13:00 Uhr) an. Die verbliebene Zeit hat aber gereicht, um sich gründlich umzusehen und besagte Fotos anzufertigen. Auf eine Führung, die bestimmt sehr interessant sein wird, hatten wir keine Lust und auch mit Lust hätten wir sie verpaßt. Die Gebäude sind aber selbsterklärend, es war auch ohne Führung spannend durch die Gebäude zu streifen und alles anzuschauen. Irgendwie seltsam, eine Ortschaft mit kompletter Infrastruktur mitten im Überhauptnichts. Allein das beschaffen der Verpflegung und sonstiger Verbrauchsgüter dürfte einiges an Logistik erfordert haben.
Mit einem Fotopermit, wo auch immer es das zu erwerben gibt, kann man bis Sonnenuntergang bleiben. Leider muß man dann auch im Dunklen zu seiner Unterkunft zurückfahren.

Hier nun also die Fotos:



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Hier hat es sich ausgekocht



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Kein Strom mehr, Ende Gelände



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Das berühmte Schild des wohl einsamsten Kegelklubs der Geschichte



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Schattenspiele



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Voila, die Badewanne.



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Das Waschbecken



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Des Chefs Blick von der Veranda 😕 Die unverbaute Weitsicht ist jedenfalls kaum zu überbieten



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Die Landschaft war auf dem Rückweg noch genauso bezaubernd, einfach nur schön.


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Wir haben noch einen Abstecher nach Lüderitz gemacht, sind aber nach kurzem Ergänzen der Vorräte bald wieder umgekehrt. Eine hübsche kleine Stadt, aber hübsche kleine Städte haben wir in Deutschland genug. Und die hübschen kleinen deutschen Städte ähneln verblüffend den hübschen kleinen Städten in Namibia....

Die Absicht, ein bißchen am Meer entlang zu gehen wurde leider zunichte gemacht, denn wir hätten Eintritt zahlen sollen. Sorry Leute, man kann das guten Gewissens geizig nennen, aber um ein Stück am Meer langzulaufen, zahlen wir keinen Eintritt. So einen Seltenheitswert hat das nun auch wieder nicht, daß uns hier eine unwiederbringbare Gelegenheit entgangen wäre.

Die berühmten Wüstenpferde am Aussichtspunkt kurz vor der namensgebenden Lodge glänzten leider durch Abwesenheit, einzig ein einsames Oryx hat sich sehen lassen.

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Nun ja, wie ein Pferd in etwa aussieht, weiß ich auch so (ich hatte lange Zeit selber welche).
Trozzdem hoffe ich sehr, daß sich der Bestand wieder erholt und so schnell wie möglich Fohlen geboren werden und überleben. Wie ich gelesen habe, hat seit einigen Jahren kein Fohlen mehr überlebt und auch für Stuten tickt die biologische Uhr 🤢

Aber zumindest den am Aussichtspunkt versteckten Cache konnten wir finden.



Zurück auf dem Campingplatz (mittlerweile kannten wir den Weg und haben uns nicht von einem Schild an der Nase rumführen lassen), konnte ich nach dem Abendessen (jetzt mit richtigem Paprikalpulver gewürzter Eintopf mit Nudeln, Gemüse und Fleisch) endlich auch mal einen Sonnenuntergang ablichten.


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Auf dem Weg zur Tränke 😗


Nach den üblichen 2-3 Weißwein auf der Terrasse des Desert Horse Inn ging es bald ins Bett. Uns hat der Aufenthalt auf dem sehr attraktiven Campground mit Blick auf die umgebenden Berge und die Anbindung an die sehr schöne Lodge richtig gut gefallen.


Yanjep
Teil 703. Apr. 2018
Vorab erst mal Danke schön, es freut mich doch sehr, daß der Bericht Gefallen findet 🙂

Jetzt aber weiter mit einem weiteren Fahrtag:

09.05.2017

Morgens haben wir wie üblich rumgetrödelt, diesmal aber mit gutem Grund: Blick von der Campsite auf die Berge genießen.
Es war wieder ein Fahrtag geplant, über Helmeringhausen zur Hudup Campsite in der Nähe von Maltahöhe.

Helmeringhausen selbst gibt nicht allzuviel her, es ist nur ein Straßenzug.
ABER: Es gibt das örtliche Hotel mit einem wunderbaren und gemütlichen, unter Bäumen gelegenen schön schattigen Biergarten. Kaffee und Kuchen oder kleine Speisen gibt es auch. Ein Campground ist angeschlossen, der sah ganz nett aus.


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Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, uns an einem der Holztische zu installieren und zum Windhoek Lager auch je eine Portion Currywurst zu ordern. Serviert wurde nur leider Leberkäse, den Mattes nicht mag, mit Spiegelei und Kartoffelsalat, die allerdings den Weg in Mattes Magen nehmen durften. Ich habe nichts gegen Leberkäse, jedenfalls in der üblichen Form. Die habe ich leider nachhaltig verändert, als ich nachsalzen wollte, was mir auch mehr als gründlich gelungen ist. Das Salz wurde nicht in einem normalen Salzstreuer an den Tisch gebracht, dessen technische Bedienung sich sogar mir erschließt. Nein, eine Salzmühle sollte es sein. Tja, ich habe an der falschen Stelle gedreht, der Verschluß ging auf und ich hatte ein viertel Pfund Salz auf dem Teller 😊
Die Bedienung hat beim Abräumen des Tellers nicht schlecht gestaunt.
Zum Glück konnte ich wenigstens Mattes ungewollten Leberkäse abstauben und ein Klecks Kartoffelsalat war auch noch eßbar 😉 .

Im Nachhinein finde ich das ganz witzig, ich muß geguckt haben wie ein begossener Pudel mit der Salzkruste auf dem Essen 😛
Mattes hat sich jedenfalls schlapp gelacht.
Er hat sich wahrscheinlich innerlich beglückwünscht, mir schon vor Jahren für alle Zeiten verboten zu haben, seine oder überhaupt Werkzeuge auch nur anzuschauen 😵 .
Ich habe halt zwei linke Hände mit lauter Daumen dran 😊

Als wir schließlich auf der Hudup Campsite angekommen sind, haben wir uns gleich willkommen gefühlt 🙂 .

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Wäre es für überzeugte Fußballfans wohl ein Grund, das Übernachtungsgeld zurück zu fordern, wenn da ein Aufkleber der örtlichen Bayern oder Schalke Fans gehangen hätte?

Mir ist sowieso aufgefallen, wie fußballbegeistert viele Namibianer sind. Wir haben beide keine Ahnung von Fußball, aber immer wenn der Smalltalk mit einer Thekenbedienung auf die übliche Frage gekommen ist, woher wir kommen und in welcher Stadt wir wohnen, wurde mit schöner Regelmäßigkeit der komplette „Kicker“ abgefragt. Niemand, absolut niemand hat uns geglaubt, daß wir die Tabelle nicht auswendig aufsagen können.

Der Campingplatz ist rustikal aber idyllisch, nur wenige Stellplätze an einem kleinen, von Schilf umwachsenen Gewässer. Es gibt fließend Wasser, für die Beleuchtung im Klohäuschen lagen Kerzen und Streichhölzer bereit. Der Platz ist von der Straße nicht einsehbar und Bäume spenden Schatten. Uns hat es sehr gut gefallen, ein echter Kontrast und eine schöne Abwechslung zu den großen, kommerziell betriebenen Campgrounds mit eigenem Klohäuschen, zig Angestellten und allem Zip und Zap. Camping halt statt Glamping.

Wir waren die ersten Gäste, so konnte Mattes hingebungsvoll so lange herumrangieren und die Stellplätze auf eine gerade Grundfläche prüfen, bis das Auto nach viel hin und her endlich zur Zufriedenheit abgestellt war. Es war ihm zwar peinlich, den frisch geharkten Boden mit Reifenspuren zu versehen, aber grade muß es sein. Die „Rezeption“, eine Bretterbude wie der tadellos saubere Waschraum, war nicht besetzt. Es hing nur ein Zettel da, es käme gleich jemand. Wir hatten vorab reserviert und haben brav gewartet, es hat sich aber niemand blicken lassen. Nun gut, dann zahlen wir eben am nächsten Morgen, auch kein Problem.

Wir wollten noch in den Ort, weil der Unterkunftstführer, der gratis in fast allen Rezeptionen zum Mitnehmen bereit liegt, das älteste Landgasthaus / Landhotel in Namibia in Maltahöhe verortet hat.
Eine nette Lokalität mit Biergarten, wir haben uns wegen drohender Mücken in der Dämmerung (es gab einen Teich im Garten) aber schnell nach drinnen verzogen.
Die Gaststube ist urig eingerichtet mit alten Fotos und Gerätschaften und wir haben endlich mal wieder
Hamburger gegessen 😗 .

Wenn ich den Betreiber richtig verstanden habe, ist das Gasthaus seit der Gründung in Familienbesitz. Für eine Zwischenübernachtung sicherlich keine schlechte Anlaufadresse.

Als wir zurückgekommen sind, war noch ein zweites Paar auf dem Campground, zum Glück haben wir „unseren“ Stellplatz markiert, sonst wäre die Rangierei von neuem losgegangen.

Am nächsten Morgen hat sich immer noch niemand blicken lassen, unsere Mitcamper haben sich aufgemacht um herauszufinden, an wen denn nun zu bezahlen wäre. Ergebnis der Nachforschungen: Die Betreiber wohnen gegenüber auf der anderen Straßenseite, waren gerade im Begriff, nach Walvis Bay, ihrem Zweitwohnsitz, aufzubrechen und haben die Reservierungen schlicht vergessen.
So sind sie denn doch zu unverhofften Einnahmen (wenn auch in überschaubarem Rahmen) gekommen und wir konnten uns nach dem üblichen dritten Kaffee ruhigen Gewissens auf den Weg zu unserem nächsten Etappenziel machen.

Yanjep
Teil 804. Apr. 2018
10.05.2017

Als wir unseren Obolus für die Nacht entrichtet haben und nach einem netten Smalltalk mit den Platzbetreibern haben wir uns auf den Weg gemacht zum nächsten Ziel, dem Namib Naukluft Rest Camp.

Die Landschaft war ziemlich eintönig, viel zu sehen gab es nicht. Nur eine lange, staubige Gravelroad, ab und an aufgelockert durch ein paar Erhebungen. Da muß man durch, da hilft nichts. Mit gerade mal 148 Kilometern war die geplante Strecke bis zu unserem nächsten Ziel allerdings nicht lang.


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In Maltahöhe wollten wir noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen und vor allem unsere völlig erschöpften Bargeldreserven auffüllen.
An der Tanke haben wir gesehen, daß dort ein ATM aufgestellt war. Puh, Glück gehabt, es gibt Bares...
Mattes Karte probiert, nix passiert, meine Karte probiert, gleiches Ergebnis. Was nun, sprach Zeus und kratzte sich am Kopf.....
Der Tankwart meinte, der ATM sei möglicherweise leer; die nahegelegene Bank hatte zu. Wir haben uns auf die Suche nach einem anderen Geldautomaten gemacht und wurden auf den örtlichen Landhandel, also einen Laden in dem man Werkzeuge, Lebensmittel und alle möglichen anderen Sachen kaufen kann, verwiesen. Dort sollte ein ATM zu finden sein. Wir hatten Glück, der Laden war geöffnet und der ATM stand bereit. Das gleiche Spiel noch mal von vorne: Mattes Karte, nix, meine Karte, auch nix. Irgendwann ist ein Angestellter auf das Elend aufmerksam geworden und wollte helfen. Mattes Karte, meine Karte, nochmal und nochmal probiert, es wurde einfach kein müder Dollar ausgespuckt. So langsam hat sich Verzweiflung breit gemacht, wir hatten noch eine Barschaft von 50 Namibischen Dollar. Wir sahen uns schon ohne Sprit und Essen irgendwo in der Namib stranden.... 🤩

Der Angestellte war wild entschlossen uns zu helfen und hat irgendwann gemacht, was jeder gute Mitarbeiter tut: Er hat den Chef herbeigerufen. Auf Frage, was wir bis jetzt probiert und welche Tasten wir gedrückt haben, wurde das Problem kurzerhand durch die Wahl der Taste „Cheque“ statt „Cash“ gelöst. Auf die Idee sind wir gar nicht gekommen, uns schien „Cash“ bei dem Wunsch nach Bargeld die logische Eingabe zu sein.
Das Geräusch, als der Apparat losgerappelt und das Geld ausgepuckt hat, war dann auch wie Musik in unseren Ohren. Aus purer Dankbarkeit haben wir alles eingekauft, was auch nur ansatzweise brauchbar erschien 🙂 . (sicherheitshalber allerdings mit Karte bezahlt)

Für unsere Verhältnisse sind wir ziemlich früh im Camp angekommen und haben uns daran gemacht, uns häuslich einzurichten. Das Camp ist auf mehreren Ebenen angelegt, also terassenförmig. Den Stellplatz konnte man frei wählen, sie sind schön angelegt mit schattenspendenden Bäumen und friedlich plätscherndem Bach auf der unteren Ebene, auf der noch reichlich Plätze frei waren. Alles klar, dann wird jetzt ein ebener Standplatz gesucht......... Es galt, jeden einzelnen freien Stellplatz auf seine Tauglichkeit als akzeptabler, also gerader Schlafplatz zu überprüfen 😗

Daß Mattes nicht eine Schieblehre zu Hilfe genommen hat, um auch die letzten Millimeter auszutarieren, war schon alles. Aber schief schlafen, und wenn es nur ein paar hundertstel Millimeter sind, geht gar nicht.
Ich habe mir irgendwann ein Bier aus dem Kühlschrank geholt, einen Platz auf der Lästerbank gesichert und das Schauspiel genossen 😎

Nach viel Rangiererei war es dann soweit, das Fahrzeug stand und es stellte sich die Frage nach der weiteren Gestaltung des Nachmittags. Es gibt mehrere Wanderwege, die beim Camp starten und die, jedenfalls was uns anbelangt der Theorie nach, gut ausgewiesen und landschaftlich reizvoll sind. An einem natürlichen Pool nicht sehr weit weg sollte ein Cache liegen. Also war das der Weg der Wahl, ebenfalls theoetisch. Praktisch sind wir immer wieder an einem schmalen und mit widerwärtigen Dornbüschen verseuchten Bergpfad gelandet. Laut Garmin war das der richtige und einzige Weg, aber ich habe mich irgendwann schlicht geweigert, weiterzugehen. Mattes war stinkig und die Stimmung ob meines mimosenhaften und wenig robusten Verhaltens gedämpft 😏 .

Am nächsten Morgen haben wir uns entschlossen, das Vorhaben erneut anzugehen. Schließlich ist eine ganze Gruppe zeltender Wandervögel schon am frühen Morgen losgezogen, um eine der längeren Wandertouren anzugehen. Und alle Wandertouren führen an besagtem Pool entlang. Also muß es einen Weg geben, ist doch logisch.

Wir haben einen anderen Weg als den von gestern gesucht, aber es war wie verhext, Wir sind immer, bestätigt auch durch den Garmin, auf besagtem schmalem Pfad mit Dornbüschen gelandet. Wir haben uns irgendwie durchgeschlängelt, aber irgendwann hat mich so ein Drecksbusch kurzerhand von hinten gepackt, seine zentimeterlangen Dornen in meine Arme gerammt und nicht mehr losgelassen. Vermutlich wurden diese Kameldornbäume oder wie das Zeug heißt vom gleichen Konstrukteur entworfen wie unsere Dachzelte 😈 .

Hier ein Bild unserer persönlichen allmorgendlichen Trainingseinheit in den Disziplinen Fluchduell und Schwitzen


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Mattes hatte ein Einsehen, daß es, Garmin hin oder her, so nicht weitergeht, hat mich aus der ungewollten Umarmung befeit und wir sind unverrichteter Dinge umgekehrt.

Was bitte haben wir falsch gemacht, wo sind wir falsch abgebogen? Ich bin mir sicher, daß wir nicht den richtigen Einstieg oder den richtigen Abzweig gefunden haben, eine andere Erklärung habe ich nicht. Alle anderen Leute sind ganz offensichtlich morgens losgewandert und abends, ohne größere Blessuren oder von Dornbüschen zerfledderte Opfer beklagen zu müssen, wieder zurückgekehrt. Kann uns da jemand weiterhelfen? Mir ist immer noch ein Rätsel, was wir in Sachen Wegführung falsch gemacht haben. Wir sind dem aufgemalten Symbol gefolgt, an den festen Unterkünften vorbei gelaufen und dann gab es nur diesen einen Weg hoch in die Felsen.

Yanjep
Teil 906. Apr. 2018
11./12.05.2017

Nach den üblichen morgendlichen Erledigungen, wie mindestens 3 Tassen Kaffe trinken, Sachen zusammenräumen, das personifizerte Böse in zweifacher Ausfertigung 😈 zusammenklappen und zusätzlich dem Verpflastern meiner Arme nach dem Angriff des Dornbuschs haben wir uns aufgemacht, die 116 Kilometer durch eine wie gewohnt wunderschöne Landschaft zum Sossus Oasis Camp hinter uns zu bringen.

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Wir sind zeitig angekommen und konnten unsere sehr gut ausgestattete und auf einem weitläufig angelegten Campground gelegene Campsite beziehen. Jede der im Kreis um einen Pool angeordneten Plätze bietet einem Waschraum / Toilette, Abwaschbecken und Arbeitsfläche sowie eigene Terrasse mit festem Boden und Schattendach. Am Eingang des Camps ist eine Tankstelle mit Shop und überdachter Außenterrasse, wo kleine Gerichte, Kaltgetränke und Gegenstände des täglichen Bedarfs angeboten werden. Den Barbereich, laut homepage des Camps auch das Restaurant, der nahe gelegenen Sossusvlein Lodge (wie der Campground außerhalb des Nationalparks gelegen) können auch Camper nutzen. Es ist also alles da, was so benötigt wird. Einzige Nachteile: Das Gelände liegt offen mitten in der Wüste, wenn es windig ist, fegt der Wind über das gesamte Gelände und der Campground liegt außerhalb des Nationalparks. Wenn man den üblichen Run zum Sonnenaufgang am Sossusvlei mitmachen möchte, sind die Leute in den Unterkünften innerhalb des Parks eine Stunde im Vorteil. Zum Sonnenuntergang gilt das gleiche.

Bei unserem üblichen Rhythmus kam es darauf nicht an, daher waren wir mit dem Campground außerhalb ganz gut bedient. Trotz allen Luxus hat uns die heimelige, eher primitive Hudup Campsite oder auch das Namib Naukluft Camp besser gefallen. Aber das ist Geschmackssache, zu mäkeln gibt es an dem Camp jedenfalls nichts.

Wir haben uns häuslich eingerichtet, eine Siesta gehalten, Abendessen gekocht und sind dann auf ein Glas rüber zur Bar der Lodge.
In der Nacht hat ein ordentlicher Wind geblasen. Ich habe irgendwie im Traum Mattes die Schuld für die laut im Wind knallenden Zeltwände gegeben und dem Ärmsten mit „gib endlich Ruhe“ Rufen, zusätzlich zu den Windgeräuschen eine unruhige Nacht besorgt.

Am nächsten Morgen sind wir irgendwann, lange nach dem üblichen Start noch vor Morgengrauen, in Richtung Sossusvlei aufgebrochen. Die Landschaft und die Dünen sind wirklich beeindruckend, da gibt es nichts.

Aber es war mittlerweile richtig heiß, Wüste halt.

Viel war nicht mehr los, nur eine Reisegruppe hat ihre Mittagspause im Schatten verbracht.

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Auf eine der Dünen klettern: Ne Danke, das muß jetzt nicht sein.

Aber auch von unten und zur falschen Tageszeit ist die Dünenlandschaft einen Besuch wert.

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Wir sind mit dem Shuttle vom Parkplatz für Fahrzeuge ohne Allrad die etwa 5 Kilometer zum Parkplatz für Fahrzeuge mit Allrad gefahren. Der Fahrer ist weniger gefahren als vielmehr mit ordentlich Karacheo gedriftet und hatte ganz offensichtlich viel Spaß an seinem Job.

Ein Zubrot verdienen sich die Fahrer der Shuttles beim Befreien festgefahrener Touri-Fahrzeuge. Der junge Mann hat versucht, sein festgefahrenes Fahrzeug auszubuddeln, als wir mit dem Shuttle vorbeigefahren sind.


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Unser Fahrer ist zur Hilfe geeilt, hat als erstes den Luftdruck abgelassen, Madame aus dem Fahrzeug komplimentiert, zum Schieben vergattert und dann den Hilux freigefahren.
Der junge Mann hat sich aber in Verkennung der üblichen Gepflogenheiten nur mit einem Händedruck bedankt. Wir haben ihn uns später geschnappt und nach unserem Hinweis, das zusätzlich zum feuchtwarmen Händedruck wohl ein Trinkgeld fällig sei, haben dann wohl auch einige Dollar den Besitzer gewechselt.

Auf dem Rückweg haben wir auf der gemütlichen Terrasse des zur innerhalb des Nationalparks gelegenen Unterkunft gehörenden Restaurants noch einen leckeren Hamburger und ein oder zwei Windhoek Lager genossen.
Der Barmann war völlig begeistert ob Mattes Weste und wollte sie ihm unbedingt abkaufen. Aber so abgetragen und mit Patina versehen die Weste auch sein mag: Ohne das Dingen geht Mattes nicht aus dem Haus, das ist wie eine zweite Haut. Pech gehabt.....

Wir waren danach noch am Sesrim Canyon, der an sich wohl permitpflichtig ist. An Ort und Stelle konnte man allerdings keine Eintrittskarte kaufen. Egal, es war gerade eine französiche Reisegruppe vor Ort, der sind wir einfach hinterher gestiefelt. Wir haben der Gruppe einen ordentlichen Vorspung gelassen und sind in Ruhe durch den Canyon gelaufen.

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Zurück auf der Campsite haben wir wieder Siesta gehalten, zu Abend gegessen und sind in der Bar der Lodge auf ein Glas vor Anker gegangen.

Dank diesem Gesellen am Himmelszelt ist es mit Aufnahmen des beeindruckenden Sternenhimmels wieder nichts geworden.

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Dann halt noch eine Folge Schimanski auf dem tablet und ab ins Bett. Guts Nächtle.

Yanjep
Teil 1010. Apr. 2018
13/ 15.05 2018

Nach einer sehr windigen und demzufolge unruhigen, bald schlaflosen Nacht (die Dachzelte haben aufgrund des Windes und trotz vorschriftmäßigem Abspannen der Zeltdächer einen fürchterlichen Lärm gemacht) sind wir Morgens nach Swakopmund aufgebrochen, um im Hotel d'Avignon für gebuchte zwei Nächte ohne Dachzelt aber dafür mit festen Betten zu verbringen.
Wir sind natürlich über Solitäre gefahren, um einen ausgedehnten Fotostop einzulegen und Apfelkuchen zu essen. Ein auch schon zu Tode fotografierter Ort, aber was solls. Der Kuchen war recht lecker und der Kaffee hat gut getan. Ich fand Solitäre schön schräg und durchaus einen Stop wert.


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Die durchfahrene Landschaft war wunderschön, so daß reichlich Fotostops gemacht wurden.


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Die Unterkunft in Swakopmund ist sehr zentral gelegen (na gut, was in Swakopmund ist nicht zentral gelegen) mit hübsch angelegtem Garten, Außensitzplätzen und Pool. Es war ruhig, preiswert und die Zimmer waren völlig in Ordnung. Also alles im grünen Bereich.

Nach der ersten Nacht in einem bequemen (ruhigem) Bett und ohne die vermaledeite Zusammenlegerei der Dachzelte am Morgen hat der Chef der übermächtigen Fahrer- und Zeltabbaugewerkschaft (Mattes) gedroht, den Generalstreik auszurufen und die Vorsitzende der Mitfahrer-Interessengemeinschaft und Küchenbeauftragte (Yanjep) an den Verhandlungstisch beordert.

Folgende Forderungen wurden ausgesprochen:
- Die geplante Fahrtroute bis hoch in den Norden zu den Epupa Falls wird gestrichen, die Vorsitzende der
Interessengemeinschaft Mitfahrer und Küche unterbreitet geeignete Alternativen.
- Übernachtungen im Dachzelt werden, wann immer möglich, gegen feste Unterkünfte ausgetauscht.
- Auf keinen Fall werden die (schon bezahlten) Übernachtungen auf den NWR Campgrounds im Etosha und am
Waterberg genutzt.

Die Vorsitzende der IG Mitfahrer und Küche konnte den drohenden Generalstreik mit folgenden Zusagen abwenden:
- Streichung der Fahrtroute bis zu den Epupa Falls und als Alternative Verlängerung der Aufenthalte in Swkopmund, im
Etosha und vor dem Rückflug in Windhoek (der Vorschlag, statt in den Norden in den KTP zu fahren, wurde sofort und mit lauten Buhrufen abgelehnt)
- Übernachtungen im Dachzelt werden, wenn irgend möglich, vermieden.
- Wir schauen uns die staatlichen Unterkünfte unverbindlich mal an und suchen uns, wenn nötig und möglich, etwas anderes.

Der Vorschlag wurde angenommen und der Aufenthalt in Swkopmund sogleich um einen Tag verlängert. Die Krise war damit erst mal abgewendet und wir konnten uns dem Aufenthalt in und um Swakopmund hingeben.

Auf die viel gelobten und beschriebenen Aktivitäten „little five“ und „Bootsfahrt“ hatten wir wenig Lust. Das macht bestimmt viel Spaß, aber es ist halt einfach nicht unser Ding. Wir mögen es eben nicht Tiere auszubuddeln und zu begutachten, die sich nicht wehren können aber bestimmt gute Gründe haben, sich einzugraben und zu verstecken.

Nachdem Mattes in grauer Vorzeit mal aufgrund einer Lebensmittelvergiftung, ausgelöst durch eine etwas überlagerte Fischmahlzeit, zwei Tage und drei Nächte auf der Toilette verbringen konnte, war auch ein Abendessen im "the Tug" von vornherein gestrichen. Wenn Mattes mal Fisch ißt, ist das höchstens Fisch der wahrscheinlich noch nie das Meer gesehen hat (Fischstäbchen?).

Was also haben wir gemacht?

Wir haben uns die Stadt angesehen, sind ein bißchen gebummelt, haben im Garten der Unterkunft relaxt und sind in Kückis Pub unten am Tresen vor Anker gegangen. Oben im Restaurantbereich war es uns durch viele Gruppenreisende zu unruhig, außerdem hätte man einen Tisch reservieren müssen. Unten an der Bar hat es uns gut gefallen und für ein Counter-Meal hat es allemal gelangt. Nur daß uns an einem der Abende in der Küche ungebeten eigentlich aufpreispflichte Pfeffersoße mit viiiiielen grünen Pfefferkörnern über den Hamburger geschüttet wurde, die wir mühselig wieder rausfischen mußten, hat uns nicht so gut gefallen.

Wir sind z.B. zum Cape Cross gefahren, um die Robbenkolonie anzuschauen. Die Schiffswracks haben wir uns geschenkt, weil bei Annäherung sofort Verkäufer von Halbedelsteinen angerannt gekommen sind. Klar, die Leute wollen auch irgendwie leben, aber wenn ich Schiffwracks gucken will, bin ich an Halbedelsteinen gerade nicht interessiert (nicht das ich ohne Wracks Kaufinteresse an Halbedelsteinen ungeklärter Provinienz hätte). Nebenbei war es auch sehr diesig und wir konnte das Meer noch nicht mal sehen - gehört haben wir es allerdings. 😗

Die Robbenkolonie war wirklich sehenswert, ich fand es toll, die Tiere und ihr Sozialverhalten als Vater, Mutter, Kind zu beobachten. Und sooo schlimm fand ich den Geruch auch wieder nicht. Tote Tiere haben wir übrigens nicht gesehen.


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Der Welwitschia-Drive war mal wieder fast ein Reinfall, wir haben kaum welche von diesen merkwürdigen Pflanzen gesehen. Aber ein großer Verlust war es auch gerade nicht. Ein paar haben wir doch noch aufgetrieben, aber viel gibt das Grünzeug nicht her.
Wie heißt es bei "Hummeldumm" so treffend: "Chef, und um uns diese Scheiße anzusehen, sind wir so weit gefahren". 🤪


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Dafür war die Mondlandschaft wirklich die Fahrt wert, sehr beeindruckend und unwirklich. Wie auf einem anderen Stern.


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Am letzten Tag habe ich die Anschaffung eines Badeanzuges beschlossen. Weil wir ja nun in feste Unerkünfte wollten, und da muß dann auch der Pool genutzt werden. Weil man ja schließlich dafür bezahlt....
Ich habe wirklich jedes, aber wirklich jedes, Bekleidungsgeschäft abgeklappert um dann endlich einen passenden Badeanzug zu einem bezahlbaren Preis zu erstehen.
Entweder es gab gar keine oder nur für das Schönheitsideal einer Herero-Dame zugeschnittene oder es wurden Phantasiepreise aufgerufen. Aber, es hat schließlich doch geklappt. Ein letzter Abend bei Kückis bei 2-3 Wein, dem obligatorischen Hamburger und dann ins Bett.

Insgesamt haben uns die Tage in Swakopmund recht gut gefallen.

Yanjep
Teil 1112. Apr. 2018
16./17.05.2017

In Swakopmund habe ich zur Umsetzung des Beschlusses „nie wieder Dachzelt“ die Hohenstein Lodge als brauchbares Quartier für die nächsten beiden Nächte rausgesucht und die gebuchte und bezahlte Campsite an der Spitzkoppe sausen lassen. Sie hatten in der Lodge noch was frei, sehr schön!

Nach einem wieder mal sehr guten Frühstück und einem kleinen Spaziergang mit einem letzten Blick auf die Pier


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sind wir durch schöne Landschaft

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über Usakos zur Lodge gefahren und haben uns erst mal häuslich eingerichtet. An der Rezeption haben sie ein bißchen sparsam geguckt, weil wir keine Aktivitäten buchen wollten, ein etwas unübliches Verhalten, wie mir scheint (das nicht buchen wollen, nicht das sparsam gucken). Die Bungalows sind nett eingerichtet, auf der zugehörigen Terrasse kann man es auch aushalten.
Wir hatten auch den ersten Kontakt mit einer ganz offensichtlich fremden Spezies: Eine Art überdimensionaler Heuschrecken. Dick Pens oder wie die Tiere genannt werden.

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Auf der Terrasse können sie sich gerne aufhalten, aber drinnen, womöglich sogar im Bett,
wollten wir sie bestimmt nicht haben.
Wir sind zu Fuß zum sundownern gegangen, zu diesem heiligen Ritual wurde eine Ausichtsplattform gebaut mit Blick auf die umgebenden Berge.

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Alle Büsche hingen voll mit Dick Pens, sie waren auch überall auf den Wegen; man mußte echt aufpassen, daß man nicht aus Versehen drauftritt.

Das Abendessen, serviert auf der Terrasse war leider nicht so toll was aber daran liegen mag, daß wir unser Fleisch durchgebraten schätzen (auch wenn wir damit vermutlich allein auf weiter Flur sind, ist uns aber wurscht).

Der Vollmond hat deutlich abgenommen, so daß man den grandiosen Sternenhimmel nicht nur bewundern sondern auf fotografieren konnte.

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Am nächsten Tag sind wir ausgeschlafen und nach üppigem Frühstück vom gut bestückten Buffet zu einer Rundfahrt mit Ziel Spitzkoppe aufgebrochen.
Wir sind einfach ein bißchen durch die Gegend gegondelt und haben reichlich Fotostopps eingelegt; besonders viele natürlich an der Spitzkoppe.

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Eine sehr schöne Gegend, wobei wir nicht auf dem eigentlichen Gelände waren. Obwohl wir die Campsite gebucht und bezahlt hatten und damit jedes Recht der Welt, uns auch auf dem Gelände aufzuhalten. Der Blick von außerhalb hat uns ausreichend beeindruckt.

Auf der Zufahrt waren unheimlich viele Kinder mit Bastelarbeiten wie Mobiles, die an den Touri gebracht werden sollten. Wir haben aber schon einen Dekogegenstand zu Hause und brauchen keinen zweiten, so daß wir nicht angehalten und auch nichts gekauft haben.

Zurück auf der Lodge haben wir, schließlich haben wir dafür bezahlt, auf der Terrasse relaxt, sind sundownern gegangen und dann zum Dinner. Das Dinner war ausgezeichnet, eine Art Geschnetzeltes mit Reis und leckerem Nachtisch.

Der Sternenhimmel war auch wieder kooperativ, sehr schön.

Am nächsten Morgen kamen drei Strauße vorbei, zwei davon vertieft in eine ernsthafte Diskussion über Straußenthemen.

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Der Aufenthalt auf der Hohenstein Lodge hat uns gut gefallen, die können wir empfehlen. Überhaupt können wir gut damit leben, ein fix und fertiges Bett vorzufinden, in das man nicht rauf- und im Fall der Fälle auch mitten in der Nacht oder total verpennt morgens wieder runterklettern muß... Zumal ich es auch im August 2013 geschafft habe, mir mein Motorrad (für Leute die sich ein wenig mit Motorrädern auskennen - eine Yamha SR 500) beim Ankicken aufs Knie zu schmeißen und bin trotz einer über halbjährigen Heilungsphase (wiederum für Leute die sich ein wenig, diesmal mit medizinischen Sachen auskennen - Tibiakopf-Fraktur) morgens immer noch recht steif auf dem linken Bein.

Und das beste bei einer festen Unterkunft ist, man muß das Bett nicht zusammenklappen sondern läßt es einfach, wie es ist und geht bzw. fährt fährt unbekümmert seiner Wege.

Aber eine dringende Bitte an alle potentiellen Camper:
Es gibt haufenweise Reisende, die mit einem Dachzelt hervorragend zurechtkommen. Zumal auch verschiedene Modelle im Angebot sind, die auf unterschiedliche Weise zusammengeklappt werden.
Also laßt euch um Himmels willen nicht durch unsere Abneigung gegen die Dinger von eurer Planung abbringen, wenn ihr noch unentschlossen seit.

Yanjep
Teil 1213. Apr. 2018
18./19.05.2017

Nach einem wieder sehr üppigen Frühstück sind wir am Brandberg


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vorbei weiter Richtung unseres nächsten Etappenziels, dem Etosha Nationalpark gefahren.

Nach etwa 280 km haben wir uns so langsam auf die Suche nach einem Übernachtungsmöglichkeit gemacht und uns ist das Aabadi Mountain Camp ins Auge gefallen. Das feste Mehrzweckgebäude umfaßt Restaurant, Bar und ist Treffpunkt der Freunde des (schwarzen) Managerehepaares. Die recht resolute aber freundliche weibliche Hälfte des Managerteams kam auch gleich raus und wollte Mattes nach der Frage, ob etwas frei ist, eines der fest installierten Zelte zeigen. Mattes war nach der anstrengenden Fahrerei nicht in Bestform und hat sich mächtig erschrocken, als er ein Wortschwall auf ihn niederging. 🤩
Ich habe eigentlich faul im Auto gelümmelt und wollte die Verhandlungen Mattes überlassen. So mußte ich zur Hilfe eilen und konnte Mattes beruhigend mitteilen, daß er nur vor dem einchecken das Zelt angucken sollte. 😛

Auf dem Weg wurde einer der Angestellten ein verbaler Fußtritt verabreicht mit der Weisung, gefälligst vor dem Zelt aufzuräumen (wir waren die einzigen Gäste) und die Besichtigung konnte ihren Lauf nehmen.
Die Zelte sind mit Betten, Nachttischen und einem Außenbad ausgestattet. Und, was mich eigentlich erstaunt hat, sogar mit Duschgel, Bodylotion, Anti-Muck und Shampoo auf liebevoll auf dem Bett dekorierten Handtüchern.
Sonst sind Zelt und Mehrzweckgebäude eher schlicht ausgestattet.

Das Camp liegt wunderschön auf einem weitläufigen Gelände, umgeben von Hügeln. Sonst ist es irgendwie eine Mischung aus Bushcamp und lost place. Es gibt „Ruinen“ vergangener Zelte, aber was in Gebrauch ist, wird sauber und ordentlich gehalten. Uns hat es ausgezeichnet gefallen, aber großartigen Luxus sollte man nicht erwarten.


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Zum sundownern kann man auf einen der umgebenen Hügel steigen und hat einen tollen Blick in die Landschaft.


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Gleich bei der Ankunft wurden wir befragt, ob wir Dinner möchten. Ja, möchten wir. Als wir Erkundigungen eingezogen haben, was es denn so gibt wurde die offenbar doofe Frage mit „Was soll es schon geben: Fleisch, Reis und Salat“ vom männliche Teil des Managerpaares, der in Personalunion glechzeitig auch der Küchenchef ist, beantwortet.

Was soll ich sagen, das Essen war richtig lecker. Die Freunde des Paares, die uns nicht im geringsten gestört hätten, wurden vor dem Servieren des Dinners gebeten, sich anderswohin zu verfügen.

Wir haben nach dem Essen noch ein bißchen an der Bar gesessen und mit dem Managerpaar geplaudert. Wir dachten erst, sie wären die Betreiber des Camps, aber sie sind angestellte Mitarbeiter, die aber wohl alles in Eigenregie am laufen halten. Sehr nette und herzliche Leute, wenn man erst mal ein wenig miteinander warm geworden ist.

Der Sternenhimmel hatte auch einen guten Tag

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Ganz früh am Morgen bin ich wach geworden, weil jemand um das Zelt herumgeschlichen ist und nicht eindeutig zu bestimmende Geräusche gemacht hat. Es stellte sich heraus, daß der Manager den Donkey angeheizt hat.
Nach dem ziemlich rudimentären Frühstück bin ich dann auch duschen gegangen. Wenn mir schon extra im Morgengrauen warmes Wasser bereitet wird, dann sollen Mühen und Feuerholz nicht vergeudet werden.

In den Felsen rund um die Außendusche wohnen Dassies, die auch gleich mitsamt Kind und Kegel herbeigeeilt sind, um der weißen Frau bei Morgentoilette und Dusche zuzusehen 🙄 . Wenn eines ein Handy rausgeholt hätte, um ein Foto zu knipsen, hätte mich das auch nicht gewundert.

So sieht es im Camp aus:

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Nach einigem rumtrödeln und fotografieren sind wir irgendwann losgefahren Richtung Outjo. Eigentlich wollten wir uns in Twyfelfontain die Rock Engravings anschauen, aber es geht (leider) nur mit Führer. So eine Führung ist bestimmt sachkundig und lehrreich, aber wir schauen uns die Dinge lieber in Eigenregie an.

Das ist ein bißchen wie z.B. im Straßbourger Münster. Ich lasse den Gesamteindruck auf mich wirken, spaziere umher, schaue Details an. Aber wer die Orgel wann gebaut hat, wie viele Pfeifen sie hat und wer wann und warum welches Bild gemalt hat, interessiert mich eigentlich nicht. Auf der anderen Seite ist natürlich zu verstehen, daß man nur mit Guide zu den Gravuren darf. Irgendwelche Deppen würden sonst garantiert „Heidi war hier“ oder ein Herz mit "Rudi und Bärbel" dazuritzen....
Außerdem war es ziemlich überlaufen mit Reisegruppen und so groß war unser Interesse denn auch nicht. Also sind wir ohne Besichtigung weiter gefahren.

In Outjo sind wir auf der Suche nach einer Unterkunft auf das Ethosha Garden Hotel

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gestoßen, das über einen einladend aussehenden Biergarten verfügt. Biergarten ist immer toll, ein Zimmer war auch noch frei, also eine genehme Bleibe für eine weitere Zwischenübernachtung.
Das Zimmer hätten wir allerdings besser vorher angeschaut. Das Doppelbett war nur ca. 1,40 Meter breit und die Zudecke muß man sich teilen. Während einer unruhigen Nacht haben wir denn auch das beliebte Spiel "eine Ecke der Decke festhalten und sich mit Schwung auf die andere Seite drehen" gespielt 😐 Ich glaube bei einer Wertung nach Punkten hätten wir Gleichstand erreicht.

Das Hotel hat einen sehr schönen tropischen Garten, in dem man auch viele Vögel beobachten kann.
Der Speisesaal ist aber irgendwie mehr wie eine Kantine, der servierte Hamburger war so lala.
Richtig gemütlich war es nicht. Der Biergarten allerdings war ein angenehmer Aufenthaltsort.

Das Frühstück am nächsten Morgen war eher basic. Es gab Eier, Brot, ein wenig Aufschnitt und Kaffee im Speisesaal, sonst eigentlich nichts.

Als Zwischenübernachtung ist das Hotel in Ordnung, schon wegen Garten und Biergarten. Nur das Bett hätte deutlich breiter sein können und zwei Zudecken wären einer friedlichen Nachtruhe förderlich gewesen.

Richtig gut gefallen hat es uns in der rustikalen Aabadi Mountain Lodge. Bestimmt nicht jedermanns Geschmack, aber für uns genau richtig.

Yanjep
Teil 1314. Apr. 2018
20. / 25.05.2017: Etosha Nationalpark

Getreu des gefaßten Beschlusses, die Fahrt in den Norden zu streichen und die nun unverplanten Tage irgendwo anders dran zu hängen, haben wir den geplanten Aufenthalt im Etosha verlängert.

Vom Etosha Garden Hotel war es nicht weit zum nächsten Gate, wir hätten an vom Etosha Garden Hotel aus jeden Tag bis in den Park fahren können, aber soooo gut hat es uns in dem Hotel nun auch wieder nicht gefallen.

Die Campsites im Park hatten wir zwar schon gebucht und bezahlt, aber beschlossen, die Buchungen ersatzlos sausen zu lassen. Die Dachzelterei ist schon übel genug, die Camps im Park wollten wir uns nicht noch obendrauf geben. Wasserloch hin oder her, wenn wir was bezahlbares außerhalb bekommen, nehmen wir das.

Im Taleni Etosha Village, 97 km vom Etosha Garden Hotel war noch was für 3 Nächte frei, so daß wir kurzerhand gebucht haben. Was soll ich sagen, die beste Unterkunft auf der Reise, auch was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht. Ein sehr üppiges Büffet zum Frühstück mit allem was das Herz begehrt. Zum Dinner gab es ebenfalls Buffet mit verschiedenen Sorten Fleisch, das frisch gegrillt wurde, diversen Beilagen und eine Auswahl leckerer Nachtische. Am Nachmittag gab es Kaffee und Kuchen am Nachmittag.

Mattes hat sich nach der Fahrerei des Tages an unserem Tisch (jeder Bungalow hat einen festen Tisch, Reisegruppen haben einen eigenen Bereich) niedergelassen und ich habe ihm als immer noch Küchenbeauftragte eine Auswahl zusammengestellt. Nach dem Essen haben wir uns noch an der Bar aufgehalten und der fußballbegeisterte Barmann hat versucht, die Tabellen und die Chancen sämtlicher Mannschaften der deutschen und der europäischen Liegen abzufragen. Irgendwann hat er eingesehen, daß wir von Fußball trotz unseres Wohnorts keine Ahnung haben....

Der Bungalow war schön eingerichtet mit zwei Terrassen zum Relaxen. Das ganze inmitten einer Buschlandschaft. Gaaaanz prima, hier hätten wir es gerne noch länger ausgehalten, aber leider war nach den 3 Nächten alles ausgebucht.
Es gab auch so ein „Adventure-Center“ in dem alle möglichen Aktivitäten gebucht werden konnten. Was wir, wie bei uns üblich, nicht gemacht haben.

Weil eine Verlängerung nicht möglich war haben wir überlegt ob man nicht gehen sollte, wenn es am schönsten ist. Air Namibia hat das anders gesehen und wir hätten unseren Rückflug verfallen lassen und komplett neu buchen und bezahlen müssen (wir hatten kein Flex-Ticket).
Ne, das machen wir nicht, überlegen wir halt was andreres.

Wir haben uns mangels bezahlbarer Alternativen entschlossen, uns in das schon vorgebuchte Onguma-Tamboti Camp zu verlagern und dort halt wieder die Dachzelte zu nutzen.
Das Camp ist sehr zu empfehlen. Der (schwarze) Manager ist sehr nett und kompetent. Die Campsites verfügen über eigene Waschhäuser, liegen im Schatten im Buschland und sind durch Bepflanzung / Bewuchs auch vor Sicht durch den Nachbarn geschützt. Dort sind wir für weitere drei Nächte geblieben.
Nur an einem der Abende hat eine japanische Gruppe, die mit mehren Leuten und Zelten die benachbarte Campsite belegt und etwas tief in die Bierflasche geschaut hat, lauthals herumkrakelt. Ich bin irgendwann rüber und habe eine deutliche Ansprache an den an sich höflichkeitsbeflissenen Japaner gebracht. Das hat geholfen und sie haben „Zimmerlautstärke“ eingehalten.

Zum Camp gehört ein Wasserloch (theoretisch beleuchtet, wenn die Beleuchtung nicht kaputt ist), ein Poolbereich und ein Mehrzweckgebäude mit Rezeption, Bar, Restaurant, gemütlichem Aufenthaltsraum mit Blick auf das Wasserloch und einem kleinen Shop.

Der Manager interessierte sich sehr für Astronomie und hat mir ausführlich während meiner Sternenfotografierei die Sternbilder gezeigt und erklärt. Ein wirklich netter Mensch!

Abends kann man Dinner bekommen, der Kamin wird bei Bedarf angeheizt und das Essen war ausgesprochen lecker.
Man kann auch Aktivitäten der nebenan gelegenen Lodge buchen. Soweit ich es verstanden habe ein privates game Reserve.
Für das Camp vergebe ich fünf von fünf Sternen.

Wir sind jeden Tag in den Etosha gefahren und haben die „üblichen Verdächtigen“ aufgespürt und abgelichtet. Löwen haben wir nur ein Mal gesehen, Herr und Frau Löwe im Tiefschlaf im hohen Gras, Elefanten haben sich rar gemacht. Streckenweise sind wir auch sehr weit gefahren, ohne daß sich Tiere an den Wasserlöchern oder an der Strecke haben blicken lassen, manchmal war ein reges Treiben am Wasserloch.

Wir haben teils Pause in den staatlichen Camps im Park gemacht und uns zu unserem Entschluß beglückwünscht, außerhalb zu nächtigen. So einen real existierenden Sozialismus müssen wir echt nicht haben, da reißen auch die Wasserlöcher nichts mehr raus (unsere Meinung).

Im großen und ganzen fanden wir den Etosha - im Vergleich zum landschaftlich wesentlich abwechsungsreicheren Kruger-Nationalpark in Südafrika ziemlich enttäuschend. Tiere haben wir im Kruger wesentlich mehr gesehen, auch oder gerade weil es dort keine Wasserlöcher gab sondern die Tiere überall an der Strecke zu sehen waren. Auch die Restcamps waren wesentlich schöner, was Ambiente und Speisekarte angeht. Denen im Etosha täte es gut, sie auch in private Hand zu verpachten und nicht als eine Art schlechtere Kantine ohne jedes flair zu betreiben.
Daß der Etosha auf einer Salzpfanne angelegt ist im Gegensatz zum landschaftlich abwechselungsreichen Kruger, dafür kann der Nationalpark nichts, sehenswert ist er auf alle Fälle. Aber ein bißchen mehr Engagement für das nationale Erbe könnte auch nichts schaden.

Hier aber noch ein paar Impressionen aus dem Etosha:

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Dreigestirn


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Niemand kann so schön blöd gucken wie ein Gnu. Wenn ich ein Pokerface aufsetzten will, stelle ich mir immer vor, ich sei ein Gnu 😎


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Yanjep
Teil 1414. Apr. 2018
26.-30.05.2017

Am frühen Mittag sind wir aufgebrochen, dem Ende der Reise entgegen. Wir haben uns nach einem ganz ordentlichen Ritt von 382 Kilometern entschlossen, in Otjiwarongo im C`Est Si Bon Hotel für 2 Nächte abzusteigen. Die Zimmer sind eher wie bei einem Motel angelegt mit eigenem Parkplatz und Sitzgelegenheiten vor der Tür. Wir haben uns für die Zimmerkategorie „Luxus“ entschieden, die Standardräume waren allerdings auch völlig in Ordnung. Der Ort selbst ist auch ganz nett, wirkt sehr gepflegt und wohlhabend. In der Nähe des Hotels gibt es ein hübsches kleines Lokal, das abends leider nicht auf hat.

Auf dem Weg zum nächsten Etappenziel haben wir einen Umweg eingelegt zum Hobat Metoriten. Ich kann es nicht mehr beschwören, aber ich glaube, an dieser Strecke hat sich eine Art Fotografenstrich etabliert. Alle paar Meter standen Hererofrauen in den typischen Kleidern in Bretterhütten. Wenn wir nahe genug waren sind sie aufgesprungen und haben sich gedreht und die Röcke fliegen lassen, damit wir anhalten und gegen Bezahlung Fotos machen. Mir liegt wenig daran, wildfremde Menschen zu fotografieren, also sind wir weitergefahren. Es kann aber auch sein, daß die Frauen an der Zufahrt zum Waterberg standen, ich weiß es wirklich nicht mehr.

Den Metoriten haben wir dann doch nicht angesehen, weil wir keine Lust hatten, für 30 Sekunden einmal drum rum laufen wieder mal einen der typischen Anmeldezettel mit Autokennzeichen, Name, Herkunftsort etc. auszufüllen. Außerdem war es ein heißer Tag und Mattes von der Fahrerei auf der miserablen Straße ziemlich genervt. Also sind wir weiter gefahren und ich habe Mattes, am Hotel angekommen, mit einem (oder eher zwei) Bier an der Bar wieder milde gestimmt.

Die Hotelanlage ist sehr schön, gepflegt und mit großzügiger Poolanlage. Es gibt eine Poolbar und viele Volieren mit Vögeln. Das Restaurant ist sehr gemütlich. Zum Frühstück gibt es Buffet und zum Dinner a la carte. Das Essen war in Ordnung, nichts daran auszusetzen.

Was mich doch erstaunt hat war eine Gruppe von Leuten, die offenbar als Monteure unterwegs waren und über das Wochenende auch Zimmer im Hotel bezogen haben. Das ist ja nicht ungewöhnlich, aber Chefin der rein männlichen und teilweise weißen Truppe war eine Frau, und zwar eine schwarze Frau. Schön, daß die Gleichberechtigung, sowohl was Geschlecht als auch Hautfarbe angeht, nicht nur auf dem Papier voranschreitet. Aber unerwartet war es doch, denn so ganz alltäglich ist so etwas leider doch wohl noch nicht (bei uns allerdings auch nicht). In Südafrika wäre so was (denke ich mir, nach dem was ich da so gesehen habe) leider noch undenkbar.
Aber ist mir in Namibia öfter positiv aufgefallen, daß die Gleichstellung zwischen den Hautfarben in Namibia deutlich weiter fortgeschritten ist als in Südafrika. In der absoluten Touri-Kneipe Joes Bierbar saßen schwarze Gäste neben weißen Gästen, in den Unterkünften waren schwarze Gäste neben weißen Gästen vollkommen normal. DAS hat mir wirklich gut gefallen, gelebte Gleichberechtigung, nicht nur von oben verordnet für Eliten.

Viel unternommen haben wir nicht mehr sondern den Urlaub langsam ausklingen lassen.

Am nächsten Tag sind wir als Tagesbesucher zum Waterberg gefahren (auch dort haben wir eine bezahlte Campsite sausen lassen) und haben uns auf der Anlage umgesehen. Die Häuschen wirkten eigentlich recht ordentlich. Als wir uns die Campsite angesehen haben waren wir nicht böse darum, daß wir die Buchung haben verfallen lassen.........

Man hätte bestimmt die eine oder andere nette Wanderung machen können, aber Mattes hat sich nicht besonders gut gefühlt, also sind wir zum Hotel zurückgefahren, haben eine Kleinigkeit gegessen und an der Bar den Tag ausklingen lassen.

Tags drauf ist die Reise nun wirklich dem Ende zugegangen; wir sind in Windhoek angekommen und haben für die zwei letzten Nächte im Vondelhof Guest House eingecheckt. Auch eine nette, zentral gelegene Pension, man hätte noch einiges in Windhoek unternehmen und ansehen können. Eigentlich. Tatsächlich aber nicht, denn Mattes hat sic aus noch immer ungeklärter Quelle eine grandiose Magen-Darm Geschichte zugelegt. Er hat beide Tage nur im Bett gelegen, unfähig zu essen, zu trinken oder sich zu bewegen. Ich habe wie ein Zerberus vor der Tür gesessen, Schimanski-Tatorte auf dem Tablet geguckt oder e-books gelesen und keinen rein gelassen, damit ihn nicht eine der Zutritt begehrenden Putzfrauen auf dem Weg zwischen Bett und Bad zwischen die Füße kommt. Am Abend vor dem Abflug hat er sich mir zu liebe aufgerafft, zu Joes Bierhaus zu fahren, aber das war keine gute Idee und wir sind auch schnell wieder abgedampft.

Am Tag des Abflugs, ein Nachtflug, hätten wir das Zimmer an sich wie üblich um 10:00 Uhr räumen müssen, aber wie dann den Tag überleben? Also ein Tageszimmer nehmen. Mattes, von Hause aus kniepig, war widerstandsunfähig und die Betreiberin netterweise bereit, etwas umzudisponieren. So brauchten wir erst kurz vor der check-in Zeit am Flughafen aufschlagen und Mattes konnte tagsüber da bleiben, wo er hingehörte: Im Bett.

Dank Business-Class Flug (ich mag mir gar nicht vorzustellen, in dem Zustand ohne Bett in einer 4er Reihe in der Eco zu fliegen) hatten wir auch Zugang zur Business-Lounge auf dem Flughafen Windhoek. Ich habe ja schon so einige Lounges gesehen, von blinki-blinki bei den Arabern bis zu Lunpensammler-Lounges, aber die hat echt alles übertroffen. Als die Lounge eingerichtet wurde durfte offenbar jeder Mitarbeiter je ein Möbelstück mitbringen, das er oder sie zu Hause nicht mehr haben wollte.....

Aber es gab eine Bar und ein paar Häppchen (für mich, für Mattes leider null komma gar nichts).

Pünktlich zum Start habe ich aus reiner Solidarität mitgemacht und mich aus Sicherheitsgründen entschlossen, auf dem Flug besser auch nichts zu essen.
Den netten und sehr engagierten Flugbegleitern klar zu machen, dass wir aus ganz bestimmten Gründen nichts essen wollen, und es auch keine besonders gute Idee wäre, hat etwas gedauert, aber zu guter Letzt wurden wir streng ermahnt, auf jeden Fall nach der Landung zum Arzt zu gehen.

Und damit endet der Reisebericht.
Schlußendlich sind wir pünktlich in Frankfurt gelandet, vom Parkplatzbetreiber abgeholt worden und in Dortmund angelandet.

Yanjep

Ich freue mich, daß der Bericht ganz gut angekommen ist und freue mich auf die nächste Reise, diesmal „as the crow flies“ direktemang Richtung Norden und in den Caprivi (mit Bodenzelt).
Am 24.04.2018, also in ein paar Tagen geht es los. Ob wir im Caprivi ankommen, wer weiß. Vorgebucht haben wir außer der ersten Nacht in Windhoek und dem Auto nichts, man wird also sehen, wohin die Reise geht.....

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