Erste Reise nach Namibia: Tops und Flops

Reisebericht 54 Antworten · 16,3k Aufrufe · gestartet 01. Apr. 2018 von yanjep
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201601. Apr. 2018 · #1
Prolog:

So viel gehört über Namibia, die grandiose Landschaft, die Tiere im Etosha, Hummeldumm, da wollen wir auch hin.

Diesmal mit dem Camper, ist ja so easy mit dem Dachzelt; besser gesagt mit zwei Dachzelten, weil wir nicht gerne im Gedrängel schlafen. Bei 1,40 Meter Liegefläche zu zweit hätte bei uns ohnehin nur einer den Urlaub überlebt....
Obwohl: Eine, wenn auch viel jüngere, Kollegin war nach uns mit ihrer neuen Liebe mit nur einem Dachzelt unterwegs, fand es sehr kuschelig und was soll ich sagen: Im Mai geht sie in Mutterschutz 😎

Geplant war die Ankunft in Windhoek, logisch, dann runter in den Süden zum Fish River Canyon und dann über Swakopmund und den Etosha in den Norden bis zu den Epupa-Falls. Bei einer Reisezeit von vier Wochen wohl gut machbar. So weit der Plan.
Als brave Touristen haben wir alles vorgebucht und teils auch schon gezahlt.

Bei der Wahl der Fluglinie haben wir uns für den Direktflug mit Air Namibia entschieden, da müssen wir zwar von Dortmund nach Frankfurt anreisen und werden nicht, wie bei unserer Lieblingsairline Emirates in unserer Buchungsklasse, mit der Linousine abgeholt und nach Düsseldorf gefahren. Aber wir sparen etliche Flugstunden und werden nicht mitten in der Nacht in Dubai aus dem Flieger gekippt. Das hatten wir bei der Anreise nach Südafrika und es war trotz toller Kabinenausstattung und super Lounge einfach nur nervig.

Anreise und Ankunft (30.04../02.05.2017)
Die Fahrt zum Flughafen war unspektakulär. Wir sind mit dem Auto gefahren, weil wir auf den Zug zum Flug keine wirkliche Lust hatten. Das haben wir einmal gemacht, als wir von Frankfurt aus nach Australien geflogen sind. Auf eine Wiederholung und eine völlig überfüllte und lärmige 1. Klasse können wir für den Rest unseres Lebens verzichten, zumal Air Namibia ohnehin nur Tickets 2. Klasse anbietet. Da fahren wir lieber mit dem Auto, da haben wir unsere Ruhe. Einen Parkplatz haben wir zu einem recht günstigen Preis inklusive Transfer angemietet, hat wunderbar geklappt.
Auf der Langstrecke fliegen wir immer Business-Class, das mehr an Komfort wie sehr viel Platz, kein Gebalge um die Armlehnen, ein Bett, Essen auf Geschirr und Tischtuch statt Plastiktablett ist uns den Aufpreis wert. Bei Air Namibia haben wir uns außer einem richtigen Bett nicht viel versprochen, aber das Essen war lecker, der Film "hidden figures", der von schwarzen Mathematikerinnen im NASA-Projekt in den USA handelt , interessant und mal was anderes als der übliche mainstream. Die Crew sehr nett und zuvorkommend, es gab sogar den obligatorischen Begrüßungsdrink vor dem Start und statt der Nüsse wurde Billtong serviert. Prima, da sind wir nicht in die Versuchung geraten, womöglich Billtong irgendwo zu kaufen. Die Lounge in Frankfurt am Flughafen war allerdings diese Lumpensammlerlounge silver sky oder so ähnlich, nicht die von Ethiad, auf die wir uns eigentlich gefreut haben.

Die Landung war pünktlich und die Einreise schnell erledigt. Gegen mürrische Grenzbeamte hilft erfahrungsgemäß ein breites Lächeln nebst fröhlichem „how are you“; das klappt sogar am frühen Morgen. Ein bißchen small talk, wie sehr wir uns darauf freuen, Namibia zu erleben, und schon wurde zurück gelächelt und wir hatten unsere Stempel im Paß 🙂 .

Wer gefehlt hat, war unser Fahrer, der uns zur Pension Steiner bringen sollte, wie es mit dem Vermieter, der Safari Car Rental ausgemacht war. So standen wir etwas verloren herum, versuchten vergeblich, dem Geldautomaten etwas Bargeld zu entlocken (wie wir später festgestellt haben, haben wir das verflixte Ding falsch bedient. Einmal die falsche Taste gedrückt und man steht da mit blödem Gesicht und ohne Barschaft. Ist uns noch öfter passiert bis wir irgendwann aufgeklärt wurden, was wir eingeben müssen. Vorher haben wir immer geglaubt, der Geldautomat sei leer 😗 ). Immerhin konnte ich nach dem langen Flug eine Handvoll Zigaretten rauchen und dem Tun und Treiben am doch recht überschaubaren Airport zuschauen.
Der Fahrer kam dann irgendwann doch, weil die Autovermietung aber erst um 9:00 Uhr die Tore öffnet, ist er erst mal auf einen Kaffee und / oder zu einem Schwatz mit seinen Fahrerkollegen verschwunden. Zu gegebener Zeit ist ein anderes Paar ist mit uns zum Vermietbüro gefahren und wir wurden dann weiter nach Windhoek gebracht.

In der Pension Steiner wurden wir freundlich empfangen und haben den wunderschönen, schattigen und liebevoll gepflegten Garten mitten in Windhoek bewundert. Das Zimmer war in Ordnung, für eine Tasse Kaffee vom Frühstücksbuffet wurde allerdings der Preis für ein komplettes Frühstück berechnet. Na meinethalben, man soll auch geben können....

Den Rest des Tages haben wir im Garten der Pension gedöst und relaxt und uns abends per Taxi zu Joes Bierhaus fahren lassen. Über den Laden kann man sicher geteilter Meinung sein, uns hat es in dem originellen Ambiente, wo es viel zu entdecken gibt, ausgezeichnet gefallen. Wir haben uns an eine der Theken gesetzt und uns zwei leckere Oryx-Jägerschnitzel (Hamburger kommen später – keine Bange) als counter-meal und einen trinkbaren Weißwein schmecken lassen.

02.05.2017:
Wie vereinbart wurden wir von einem Fahrer von Safari Car Rental abgeholt und zum Vermietungsgelände gebracht. Der erste Kontakt mit der Bürokraft dort war nett und deutschsprachig.
Der gebuchte Hilux stand mit zwei Dachzelten bereit, es kann losgehen mit der Fahrzeugübergabe:
Uns wurde erst mal von einem der Mechaniker (nun auf englisch) erklärt, wie das Dachzelt bzw. die Dachzelte auf- und abgebaut werden. Uns schwante bereits bei der Demonstration Unheil. Wir stehen damit sicher allein auf weiter Flur, aber diese Dachzelte (jedenfalls das Modell, das wir hatten), hat der Teufel persönlich konstruiert. Nur das personifizierte Böse kann sich so was ausgedacht haben.... Das steht zu unserer Überzeugung unumrückbar fest.

Zunächst blieb es bei der vagen Ahnung und nach Inspektion der Campingausstattung, der Reifen, peniblem Notieren aller möglicher Kratzer und Dellen, dem festziehen von zwei losen Schrauben (Mattes hat in der Beziehung Adleraugen), dem finalen Austausch des Navis (wir hatten unseren eigenen Garmin mit) ging es erst mal zurück nach Windhoek und zum Einkaufen in der Mall. Die üblichen Produkte für Selbstversorger wurden angeschafft, allerdings kein Wildfleisch (wir mögen nicht grillen oder braiien) und ganz bestimmt kein Billtong. Einmal im Leben muß man das Zeug wohl mal gegessen haben, aber das haben wir schon im Flieger erledigt. Ach ja, bei gedachten Kauf von Paprikapulver ist mir ein fataler Fehler unterlaufen, wie wir kurze Zeit später feststellen mußten.... 🤩

Beim Einräumen der Einkäufe hat Mattes festgestellt, daß sich die hintere Klappe des Canopy nicht abschließen ließ, weil die Verriegelungslasche abgerissen war. Also mit dickem Hals zurück zu Safari Car, wo die nette Bürokraft Mattes wieder runtergepegelt und der Mechaniker das Problem gelöst hat.

Zurück in der Pension Steiner konnte das Fahrzeug sicher untergestellt werden, wir haben im Garten rumgelümmelt und uns ein bißchen in der Stadt umgesehen. Na ja, wir sind die Independence Avenue runter gelaufen und in einem Cafe am Tiergarten (ohne Tiere) auf ein Windhoek Lager vor Anker gegangen. Auf eine Stadtrundfahrt mit den üblichen Verdächtigen wie den Tintenpalast und die Heinitzburg hatten wir keine Lust.

Abends dann wieder zu Joes Bierhaus, um eine neue Tradition zu begründen (wir fliegen am 24.04.2018 wieder nach Namibia und können die Tradition fortsetzen. Ein bißchen was Konstantes muß man doch haben) , Nun haben wir doch Hamburger gegessen, allerdings laut Karte mit einer Garnele??? oben drauf, die haben wir bei der Bestellung abbestellt. Und damit endet Tag 2 der Reise; Fotos haben wir keine gemacht, wir wollten erst mal ankommen.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 02. Apr. 2018
1'543 Beiträge · seit 201301. Apr. 2018 · #2
Hallo Dagmar,

oh, wie ich mich freue, dass du die Feder wieder gespitzt hast, aber so was von: ich musste mich schon ein paar mal kringeln vor Lachen 😄 . Deinen herrlich humorvollen Schreibstil mag ich sehr, das habe ich dir schon bei deinem 1. Reisebericht erzählt. Du machst ein wenig der Bele Konkurrenz, denn deren Berichte laufen hier (für mich zumindest) unter "Entertainment pur". Bei der Bewertung von Biltong stimme ich dir im übrigen zu 100% zu. Mein Mann verschlingt die Dinger als gäbe es am nächsten Tag nichts mehr davon. Mir völlig unverständlich 😕 .
So, jetzt steck den Schlüssel ins Schloss und los gehts. Ich fahre sehr, sehr gerne mit.
Herzliche Grüße
Beate

P.S. Da wir in ein paar Tagen in die Karibik abdüsen und ich noch nicht weiß, ob ich regelmäßig mitlesen kann, hier schon einmal die besten Wünsche für eure bevorstehende Reise.
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
zuletzt bearbeitet 01. Apr. 2018
152 Beiträge · seit 201701. Apr. 2018 · #3
Hi Yanjep,

da wir aus der gleichen Region kommen, mit derselben Airline fliegen, denselben Autodealer haben und auch die erste Übernachtung und auch Joes Bierhaus als Abendlocation bei unsere Tour im Mai 2018 identisch sein wird, bin ich gespannt wie es bei euch weitergeht..

Liebe Grüsse
Olaf
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201602. Apr. 2018 · #4
04.05.2017

So, genug aklimatisiert, jetzt geht es auf die Piste. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn wenn man beim Garmin „kürzeste Strecke“ einstellt, dann fährt man auch die kürzeste Strecke. Heutiges Tagesziel: Campground der Bagatelle Game Ranch Mariental. Gefahren sind wir die C 26 über Kalkrand, eine gut zu fahrende Gravelroad mit ersten Eindrücken der wunderschönen Landschaft und der Dünen der Kalahari.


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Nach langer Abstinenz von diversen Australienreisen endlich wieder roter Sand. Herrlich!


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Der Campground dort ist schön angelegt, mit genügend Platz und eigener Waschkaue. Das Aufbauen der Dachzelte hat ganz gut geklappt, allerdings hatten unsere Dachzelte schon einiges mitgemacht und waren nicht im allerbesten Zustand. Es hat ein ganz ordentlicher Wind über die Dünen gepfiffen, zum kochen habe ich mich in die Waschkaue verzogen. Eine Inspektion der Campingausrüstung hat gezeigt, dass wir zwar einen Kocher hatten, aber leider nur mit einer Flamme (da hatte ich bei der Fahrzeugübernahme gar nicht drauf geachtet). Ich hatte also während der Reise reichlich Gelegenheit, meine Fertigkeiten im Zubereiten vollständiger Mahlzeiten mit nur einem Topf zu perfektionieren. Es gab irgendwas mit Nudeln, Gemüse und Fleisch. Irgendwie viel zu scharf, dabei habe ich doch nur mit der üblichen Menge Paprikapulver (wie ich dachte) gewürzt... Man konnte es gerade so essen, wenn man genug Windhoek Lager zum löschen zur Hand hatte. Merkwürdig fand ich das schon, habe mir aber erstmal keine weiteren Gedanken über das vermeidliche Paprika gemacht.
Nach Sonnenuntergang wurde es ordentlich frisch, zum Glück hatte ich mir kurz vor der Abreise im heimischen Army-Shop eine kuschelig warme Strickjacke mit Flauschfutter gekauft, die mir sehr gute Dienste geleistet hat.

Nach dem Essen sind wir die ca. 1000 Meter zur Lodge gelaufen, um zu schauen, ob wir an der Bar festmachen und was trinken können. Das Restaurant mit angeschlossener Bar hat einen sehr schönen Eindruck gemacht und war gut besucht. Eine beliebte Unterkunft bei Reisegruppen, wie mir scheint. Unter anderem hat auch die berühmte Antilope (oder wars ein Steinbock?) reingeschaut.. Das Buffet war reichlich bestückt und der Eßbereich mit Kerzen oder Windlichtern auf den Tischen sah ansprechend aus. Wir haben an der Bar zwei oder drei leckere Weißwein getrunken und sind dann zurück zu unserem Campground.

Ich habe mich angesichts des überwältigenden Sternenhimmels an der Astrofotografie versucht, schließlich habe ich extra dafür mein Stativ mitgeschleppt. Die ersten Ergebnisse waren nicht so überwältigend, aber leider hat man in Deutschland, jedenfalls im Ruhrpott mit all der Lichtverschmutzung, keine ernsthafte Gelegenheit zum üben. Ich konnte mich gar nicht sattsehen am Sternenzelt, einfach traumhaft schön.


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Am nächsten Morgen kam ein San mit seinem Eselskarren von der Lodge rüber zum Campground um Camper für die Aktivitäten der Lodge einzusammeln. Es wollte kein Gast des wenig belegten Campgrounds mitfahren, aber nett zuwinken geht allemal.


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Ein neugieriger Strauß hat auch vorbeigeschaut.


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Nach dem Frühstück wurde das Unternehmen oder besser Drama „Dachzelte zusammenpacken“ angegangen. Wenn wir die Dinger nicht bei der Fahrzeugrückgabe hätten bezahlen müssen, hätte Mattes sie nur zu gerne vom Dach geworfen und im Wüstensand verbrannt....

Das Zuklappen selbst ging noch ganz gut von der Hand, aber die Zeltplanen unter den Zeltboden zu stopfen war ein anderes Kaliber. Zumal wir kein 2 Meter groß sind sondern gerade so oben an die Zelte langen konnten. Nach einiger Turnerei über die Reifen mangels Aufstieghilfe und einigen Schrammen an den Händen war das irgendwann auch erledigt und des Dramas zweiter Akt, überziehen der Planen, nahm seinen Lauf. Diese Planen waren aus steifer, speriger LKW-Plane und mußte in genau der richtigen Richtung (sonst paßt es nicht, wie wir feststellen durften) über die zusammengeklappten Zelte nebst Leiter gezerrt und festgezurrt werden. Ich wußte bis dato gar nicht, über welch umfassendes Sortiment an Flüchen Mattes verfügt, bis das 2-fache Elend endlich fertig verzurrt war und wir losfahren konnten. Ich bin mir fast sicher, daß alle anderen Camper wunderbar mit dieser Zeltkonstruktion klarkommen und sich das ganze wie von selbst zusammenfaltet, aber bei uns war es ganz und gar nicht nicht so und hat jeden Morgen für reichlich Haßgefühle gesorgt. Später haben wir gesehen, daß es auch viel einfacher zu handhabende Zelte mit Einstieg vom Fahrzeugheck aus gibt. Von denen bekommt man aber keine zwei Zelte auf das Dach, so daß diese Zelte für uns ohnehin nicht in Betracht gekommen wären.

In diesem Jahr (April / Mai 2018) haben wir wieder bei Safari Car Rental gemietet, aber mit Bodenzelt. Damit kennen wir uns aus, außerdem kann man ein Bodenzelt stehen lassen, wenn man mehrere Übernachtungen hat und muß nicht den ganzen Kram inklusive auch der allerletzten Kaffeetasse jedesmal erst verstauen, wenn man mit dem Auto irgendwohin fahren möchte.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 02. Apr. 2018
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201602. Apr. 2018 · #5
05.05.2018

Nachdem wir unser Zeug endlich zusammengepackt hatten, sind wir auf der B1 über Mariental zu unserem nächsten Tagesziel aufgebrochen, dem Quivertree Forest Keetmannshoop.
An der Tanke in Mariental hatten wir ein witziges Erlebnis: Es war Sonntag, wir wollten den Sprit mit der Kreditkarte bezahlen. Der Tankwart verschwand plötzlich und es verging einige Zeit. Wir standen etwas ratlos rum, bis irgendwann der Betreiber der Tanke angerannt kam, noch mit der Serviette vom Mittagessen im Knopfloch. Des Rätsels Lösung: Das Lesegerät für die Kreditkarten befand sich im Innern der Tanke und die war zugeschlossen, so daß erst der Schlüssel herbeigeschafft werden mußte 🤪
Nachdem das erledigt war, konnten wir auch tanken und bezahlen. In Mariental haben wir noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft, unter anderem einen Durchschlag, der bekanntlich unerläßlich ist beim Gemüsewaschen und Nudelkochen.

Die Strecke war angenehm zu fahren, die Landschaft war – wie sollte es in Namibia anders sein – beeindruckend.


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Am frühen Nachmittag sind wir am Campground eingetroffen, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, hat sich vor dem Empfangsgebäude ein zahmes Warzenschwein gesuhlt. Mit dem Betreiber der Anlage, zu der auch feste Unterkünfte gehören, wurden wir nicht recht warm. Er war nicht unfreundlich, ganz bestimmt nicht. Vielleicht waren wir nicht niederländisch genug oder wir haben die gemütliche Runde mit den Kumpels gestört, keine Ahnung. Es war jedenfalls irgendwie eine komische Stimmung. An der Gepardenfütterung hatten wir kein Interesse, um so mehr aber an 2 Windhoek Lager, die der Betreiber neben anderen Getränken in einem Kühlschrank für Gäste bereithält.
Vorab buchen kann man hier nicht, der Platz ist aber groß genug, so daß man keine Sorge haben muß, nicht mehr aufgenommen zu werden. Es gibt keine festen Parzellen, man stellt sich irgendwo hin, wo Platz ist. Empfehlen würden wir den Campground nicht. Es ist zwar eine großzügige Anlage aber durch die direkt am Zaun verlaufende staubige Gravelroad, die auch gern von LKW genutzt wurde, recht laut und der aufgewirbelte Staub der Straße ist immer wieder mal über die Anlage geweht. An den Klohäuschen gab es dankenswerterweise Außensteckdosen, so daß ich mein tablet aufladen konnte. Ich habe ja diverse Filme und e-books auf dem tablet, für das ich seinerzeit noch keinen Adapter zum Aufladen im Fahrzeug hatte. Die Klohhäuser hatten die besten Zeiten lange hinter sich, wenn ich einen Dampfstrahler irgendwo gefunden hätte, wäre der bestimmt zum Einsatz gekommen. Der Versuch, eine Dusche zu nehmen, ist daran gescheitert, daß dem in einem Tank auf dem Dach gespeicherten Wasser, das sich in der Hitze des Tages mächtig aufgeheizt hat, kein kaltes Wasser zugemischt werden konnte. Ich habe mir beim Abstellen des Wassers dann auch ordentlich die Hände verbrannt. Zum Ausgleich ließ sich die Klospühlung nicht abstellen, das Wasser ist einfach durchgelaufen. Eine ganz schöne Verschwendung dieser knappen Recource, selbst wenn kein Trinkwasser sondern Brauchwasser zum Einsatz gekommen sein sollte.

Die Köcherbäume, wegen der wir hergekommen sind, haben sich auf einem Hügel von ihrer besten Seite gezeigt.




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Sonnenuntergangsfotos sind leider so gut nicht gelungen, irgendwie war die Sonne auf der falschen Seite, oder wir waren es, wie man es sieht.


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Zum Ausgleich gab es wieder einen grandiosen Sternenhimmel zu bestaunen. Leider war fast Vollmond, das Licht war nicht ideal für Fotos. Aber nur gucken ist auch schön.

Zum kochen des Abendessens kam der gerade erworbene Durchschlag zum Einsatz, die Anschaffung war ein weiser Entschluß.

Am nächsten Morgen haben wir uns nach dem Frühstück aufgemacht, einen Cache zu suchen und haben dabei in den Felsen lebende Dassies aufgeschreckt. Zu niedlich diese Tiere, vor allem die Babies. Aus jeder Felsspalte hat so ein Pummelchen rausgeguckt und geschaut, was wir so treiben.


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Das Elend mit den Dachzelten war irgendwann auch erledigt, die Flüche verhallten und wir haben noch einen Abstecher zum nahe gelegenen Giants Playground gemacht. Eine beachtliche Menge Steine, aber so richtig vom Sockel gehauen hat es uns nicht.


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Das Gelände gehört zum Quivertree Forest und ist Eintrittspflichtig, Übernachtunsgäste müssen keinen Eintritt zahlen.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 02. Apr. 2018
169 Beiträge · seit 200702. Apr. 2018 · #6
Vielen Dank für die tollen Eindrücke. Wir waren vor 11 Jahren dort (als Tagesgast) und werden wohl im kommenden Jahr dort eine Übernachtung einschieben (allerdings in der Lodge oder in einem der komischen Iglus).
1'165 Beiträge · seit 201702. Apr. 2018 · #7
yanjep schrieb:
Das Zuklappen selbst ging noch ganz gut von der Hand, aber die Zeltplanen unter den Zeltboden zu stopfen war ein anderes Kaliber.
😄
Das ist der Kardinalsfehler, der zieht beim Zusammenbau alles weitere nach sich. 😉

Einer nutzt die Leiter um das Zelt einzuklappen und der andere steht dahinter auf dem Reifen und zieht das Zelt während des Einklappens immer schon in die Mitte. Dann ist
a) nix mehr mit hinterher drunterstopfen
b) das Zelt ist besser verteilt...
c) ... und dadurch passt dann auch die Plane besser drüber


Schön zu lesen, ich bleibe dran und ein tolles Bild der Köcherbäume ist euch auch ohne Sonnenuntergang gelungen. 😎


Gruß,
Robin
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71 Beiträge · seit 201602. Apr. 2018 · #8
Öh,

Yanjep hat ja immer die Leiter bedient und konnte von daher gar nicht sehen wohin ich das Zelt gezogen, bzw. gedrück habe. Ich hab es natürlich in die Mitte gedrückt, auch immer versucht es schön glatt hinzukriegen damit man die Plane gut drüberbekommt.

Absolut nervig war es trotzdem, speziell wenn es dann auch noch windig war. 🤢

Gruß,
Mattes
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201602. Apr. 2018 · #9
Yanjep


05./06.05.2018

Das Reiseziel für die nächsten zwei Nächte war das Ai-Ais Hotspring Resort, genau gesagt der dortige Campground als Ausgangspunkt für den Besuch des Fish-River-Canyon. Die Fahrt über die B 1 wurde uns irgendwann zu öde, als Alternativstrecke bot sich die D 607 an, ab Klein-Karras dann die C 12 bis wir schlußendlich das Resort erreicht haben. Auf der Strecke gab es reichlich „wuppdichs“ wie ich es nenne. Also der Straßenverlauf folgt dem Geländeprofil und daß heißt, es geht ordentlich bergauf, dann über eine Kuppe runter und wieder rauf, dann über eine Kuppe runter und wieder rauf...... Mattes hat die Action Cam mitlaufen lassen, meine Quieker sind schön laut und deutlich zu hören 😊 .
Schön wie immer war die Landschaft allemal.


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Das Resort selbst, also die festen Unterkünfte, der Shop mit äußerst übersichtlichem Angebot und der Restaurantbereich verströmen den Charme des real existierenden Sozialismus. Aber alles, was der Camper so braucht., ist vorhanden.
Sogar Kochstellen und großzügige Abwaschmöglichkeiten werden geboten.
Die Stellplätze haben jeweils Stromanschluß und liegen nebeneinander quasi im Halbkreis um eine Rasenfläche. Privatsphäre gibt es keine, es ist ziemlich eng. Zelte werden auf dem Rasen in der Mitte aufgeschlagen. Der Bereich war auch gut frequentiert, unter anderem von einer Reisegrupper junger Japaner.
Es war, obwohl die Anlage gut gefüllt war, erstaunlich ruhig, da kann man nichts sagen. Camper dürfen alle Einrichtungen des Resort nutzen. Dummerweise haben wir unsere Badesachen zu Hause vergessen, so daß wir uns den Genuß der heißen Quelle entgehen lassen mußten 🙁 .

Ein frecher Pavian hat mir dann auch noch ein ganzes Paket Spagetti geklaut, als ich eine Sekunde nicht aufgepaßt habe.
Die Nudelpfanne, die ich dank eines zweiten Pakets Nudeln doch noch herstellen konnte, war wieder viel zu scharf.
Mattes ist mißtrauisch geworden und ist der Sache auf den Grund gegangen.
Ergebnis der Ermittlungen: Ich habe bei Einkaufen daneben gegriffen und statt Paprikapulver Piri Piri erwischt. Das Bild auf dem Gewürzstreuer sah aus wie Paprika, kann ja mal vorkommen. Das Piri Piri ist im hohen Bogen in die Mülltonne geflogen...... 😗
Falls der Pavian, der meine Spagetti geklaut hat, auch derjenige war, der die Mülltonne ausgeräumt und das Piri Piri erbeutet hat, guten Appetit wünsche ich 😈

Wir haben noch die Bar aufgesucht und zeitig schlafen gegangen.

Am nächsten Morgen hat Mattes den Vogelflüsterer gegeben. Ein paar verstreute Krümel vom Eßtisch gewischt und schon waren wir von Vögeln umzingelt, die uns umwuselt und umflattert haben. Nette kleine Gesellen.


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Im Waschhaus habe ich in einer Ecke eine leere Colakiste gefunden, die dann als Aufstiegshilfe beim Zelte zusammenklappen gute Hilfe geleistet hat und kurzerhand eingesackt wurde. Ein bißchen wie bei meinen geliebten Adventure Games, die ich lange Zeit mit Begeisterung gespielt habe „nutze Lamalippe mit Gummiente“ oder in diesem Fall „nimm Getränkekiste, nutze Getränkekiste mit Autodach“. Dazwischen eines der beliebten Fluchduelle 😎 . Wie bei „The Secret of Monkey Island“ (Kennt das noch jemand?)

Irgendwann war es vollbracht und wir sind aufgebrochen, um den Fish-River-Canyon zu besichtigen. Eine wirklich grandiose Landschaft, die weite Fahrt hat sich definitiv gelohnt.

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Bei einer Mehrtageswanderung oder einer der von der ortsansässigen Lodge angebotenen Wanderungen oder Fahrten in den Cayon hat man bestimmt noch mehr von der wunderbaren Landschaft. So blieb es ein zwar oberflächliches aber dennoch beeindruckendes Erlebnis. Vor allem, weil im Grunde kein Tourirummel stattfindet. Man zahlt den Eintritt für den Nationalpark, fährt etliche Kilometer zum Canyon und kann sich in aller Ruhe umschauen. Ohne Andenkenbuden oder sonstigen Ramsch, der bei solchen Sehenswürdigkeiten sonst gerne geboten wird.

Das örtliche Roadhouse hatten wir irgendwie nicht auf dem Schirm, sonst hätten wir dort bestimmt Halt gemacht. Den Bildern nach zu urteilen, scheint es schön uhrig zu sein. Nun ja, hat nicht sollen sein.

Abends dann das übliche Programm mit ab jetzt Piri-Piri-freiem Abendessen und ab ins Bett.
Mattes muß wohl unruhig geschlafen und sich rumgewälzt haben, jedenfalls hat das Auto ordentlich geschaukelt; ich habe geträumt, ich treibe in einem offenen Kahn auf hoher See 😄 .

Yanjep
zuletzt bearbeitet 05. Apr. 2018
71 Beiträge · seit 201602. Apr. 2018 · #10
Wahrscheinlich hat mir das Piri-Piri gefehlt. 😗

Gruß,
Mattes
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201602. Apr. 2018 · #11
07.05.2017

Heute war mal wieder ein Fahrtag angesagt. Was bei dieser tollen Landschaft aber auch nicht weiter schlimm war, genug zu gucken gibt es allemal, auch bei Fahrtagen.


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Ziel für die nächsten zwei Tage: Klein Aus Vista, genau gesagt der dortige Campground, nahe des Desert Horse Inn. Die Fahrt war garniert mit vielen "Aufs und Abs", durch die Wüste und ein Stück entlang des Oranje an der Grenze zu Südafrika. Erstaunlich, wie üppig grün es in der Nähe von Wasser gleich wird.


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In Rosh Pinah haben wir uns noch mit Lebensmitteln, Bier und Wein eingedeckt, nachdem es uns gelungen ist, einen der üblichen angetrunkenen Nervbüdel, die unbedingt "auf das Auto aufpassen" wollen und einem mit Gelaber und "Chef, Chef" hinterherdackeln, zu verscheuchen 😐 .

Als wir uns dem Tagesziel angenähert und es sozusagen vor Augen hatten, verließ uns das Glück des Navigators. Irgendwann sind wir, im Vertrauen auf die Ausschilderung, von der eigentlichen Hauptstrraße abgebogen und haben den Zugang zu Rezeption und Campground nicht gefunden. Wir haben das Ziel umkreist, haben uns von verschiedenen Seiten über wüste Pfade angepirscht, aber es war nichts zu wollen. Nix da, nada, ihr bleibt draußen 😕

In Australien ist uns ähnliches passiert. Wir sind am Cape York gemütlich über eine recht passable Straße zum Punsand Beach und dem dortigen Campground gefahren, als ein Schild „Punsand Beach“ mit Richtungepfeil uns veranlaßt hat, diesem zu folgen. Was dann kam, war ein schmaler Weg mit Tiefsand vom allerfeinsten. Der Landcruiser konnte zeigen, zu was er trotz Camperaufbaus zu leisten vermag. Irgndwann sind wir durchgeschwitzt (Mattes) und grün um die Nase (Yanjep) wieder auf der Hauptstraße angekommen und standen vorm Eingang. Wir wurden erstaunt angeguckt, wo wir denn herkommen und es wurde uns unter lautem Gelächter eröffnet, daß wir gerade über die campgroundeigene Quadstrecke gefahren sind 😈 .

So ähnlich ist es uns auch bei der Zufahrt zu Klein Aus Vista ergangen. Nachdem wir jeden nur denkbaren Weg ausprobiert haben, haben wir es doch über die Hauptstraße versucht und tada, wir standen vor dem Eingang!

Ein sehr schöner Campground, großzügig angelegt mit reichlich Platz und wundervollem Blick auf die umliegenden Felsen.


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Der feurige Berg oder so

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Die knorrigen Bäume waren von Vögeln besetzt, die uns neugierig beäugt haben.


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Wir haben uns entschlossen, Abends dem Desert Horse Inn, genau gesagt der dortigen Bar, einen Besuch abzustatten und die Zelte halt im dunklen aufzubauen. Eine sehr schöne Lodge, gemütlich mit mehreren Terrassen, Pool und Restaurantbereich. Da könnte man es bestimmt auch in einer der Unterkünfte gut aushalten. Wenn wir nochmal in die Gegend kommen würde ich versuchen, dort zu übernachten oder besser mindestens zwei Tage zu bleiben.

Der Mond hat uns schließlich heimgeleuchtet.


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Der Zeltaufbau hat im dunkeln erstaunlich gut geklappt - aber so langsam hatten wir, jedenfalls beim Aufbau, den Bogen raus. Wir haben uns dann bald in die Federn verkrümelt - gute Nacht.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 05. Apr. 2018
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201602. Apr. 2018 · #12
08.05.2017

Heute haben wir uns aufgemacht, das berühmte Kolmannskop zu besichtigen. Und genau die gleichen Fotos zu machen wie alle anderen auch 😉 . Also Kegelbahnschild, die Badewanne, das Waschbecken und so weiter. Beeindruckend war es schon, wie sich der Sand sein Territorium zurückerobert hat. Einige Häuser wurden liebevoll renoviert und mit Möbeln der damaligen Zeit ausgestattet. Man hat sich viel Mühe gegeben, die Räume herzurichten, aber der Flair geht dabei verloren, mehr wie ein Museum denn wie eine Geisterstadt. Aber auf der anderen Seite hat es so auch seinen Reiz, auf der einen Seite die in der Wüstenluft konservierten Gebäude der Geisterstadt, auf der anderen Seite eine Demonstration, wie es früher mal ausgesehen hat. Ich hoffe, es man beläßt es beim Restaurieren einiger Gebäude und der Rest bleibt, wie er ist. So wäre es eine gute Mischung.
Bedingt durch den Zeltabbau (ich glaube, ich erwähnte es schon) und weil wir morgens ohnehin nicht aus dem Quark kommen und vor dem 3. Kaffee nicht ansprechbar sind, kamen wir nach der Fahrt durch eine unwirklich anmutende Landschaft



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erst etwa zwei Stunden von Toresschluß (13:00 Uhr) an. Die verbliebene Zeit hat aber gereicht, um sich gründlich umzusehen und besagte Fotos anzufertigen. Auf eine Führung, die bestimmt sehr interessant sein wird, hatten wir keine Lust und auch mit Lust hätten wir sie verpaßt. Die Gebäude sind aber selbsterklärend, es war auch ohne Führung spannend durch die Gebäude zu streifen und alles anzuschauen. Irgendwie seltsam, eine Ortschaft mit kompletter Infrastruktur mitten im Überhauptnichts. Allein das beschaffen der Verpflegung und sonstiger Verbrauchsgüter dürfte einiges an Logistik erfordert haben.
Mit einem Fotopermit, wo auch immer es das zu erwerben gibt, kann man bis Sonnenuntergang bleiben. Leider muß man dann auch im Dunklen zu seiner Unterkunft zurückfahren.

Hier nun also die Fotos:



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Hier hat es sich ausgekocht



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Kein Strom mehr, Ende Gelände



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Das berühmte Schild des wohl einsamsten Kegelklubs der Geschichte



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Schattenspiele



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Voila, die Badewanne.



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Das Waschbecken



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Des Chefs Blick von der Veranda 😕 Die unverbaute Weitsicht ist jedenfalls kaum zu überbieten



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Die Landschaft war auf dem Rückweg noch genauso bezaubernd, einfach nur schön.


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Wir haben noch einen Abstecher nach Lüderitz gemacht, sind aber nach kurzem Ergänzen der Vorräte bald wieder umgekehrt. Eine hübsche kleine Stadt, aber hübsche kleine Städte haben wir in Deutschland genug. Und die hübschen kleinen deutschen Städte ähneln verblüffend den hübschen kleinen Städten in Namibia....

Die Absicht, ein bißchen am Meer entlang zu gehen wurde leider zunichte gemacht, denn wir hätten Eintritt zahlen sollen. Sorry Leute, man kann das guten Gewissens geizig nennen, aber um ein Stück am Meer langzulaufen, zahlen wir keinen Eintritt. So einen Seltenheitswert hat das nun auch wieder nicht, daß uns hier eine unwiederbringbare Gelegenheit entgangen wäre.

Die berühmten Wüstenpferde am Aussichtspunkt kurz vor der namensgebenden Lodge glänzten leider durch Abwesenheit, einzig ein einsames Oryx hat sich sehen lassen.

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Nun ja, wie ein Pferd in etwa aussieht, weiß ich auch so (ich hatte lange Zeit selber welche).
Trozzdem hoffe ich sehr, daß sich der Bestand wieder erholt und so schnell wie möglich Fohlen geboren werden und überleben. Wie ich gelesen habe, hat seit einigen Jahren kein Fohlen mehr überlebt und auch für Stuten tickt die biologische Uhr 🤢

Aber zumindest den am Aussichtspunkt versteckten Cache konnten wir finden.



Zurück auf dem Campingplatz (mittlerweile kannten wir den Weg und haben uns nicht von einem Schild an der Nase rumführen lassen), konnte ich nach dem Abendessen (jetzt mit richtigem Paprikalpulver gewürzter Eintopf mit Nudeln, Gemüse und Fleisch) endlich auch mal einen Sonnenuntergang ablichten.


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Auf dem Weg zur Tränke 😗


Nach den üblichen 2-3 Weißwein auf der Terrasse des Desert Horse Inn ging es bald ins Bett. Uns hat der Aufenthalt auf dem sehr attraktiven Campground mit Blick auf die umgebenden Berge und die Anbindung an die sehr schöne Lodge richtig gut gefallen.


Yanjep
zuletzt bearbeitet 05. Apr. 2018
385 Beiträge · seit 201503. Apr. 2018 · #13
Klasse, ein weiterer Reisebericht von Dir! Nachdem mir der letzte so gut gefallen hat, bin ich wieder mit dabei. Ich mag Deine Art zu schreiben!
Schöne Grüße Sandra
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201603. Apr. 2018 · #14
Vorab erst mal Danke schön, es freut mich doch sehr, daß der Bericht Gefallen findet 🙂

Jetzt aber weiter mit einem weiteren Fahrtag:

09.05.2017

Morgens haben wir wie üblich rumgetrödelt, diesmal aber mit gutem Grund: Blick von der Campsite auf die Berge genießen.
Es war wieder ein Fahrtag geplant, über Helmeringhausen zur Hudup Campsite in der Nähe von Maltahöhe.

Helmeringhausen selbst gibt nicht allzuviel her, es ist nur ein Straßenzug.
ABER: Es gibt das örtliche Hotel mit einem wunderbaren und gemütlichen, unter Bäumen gelegenen schön schattigen Biergarten. Kaffee und Kuchen oder kleine Speisen gibt es auch. Ein Campground ist angeschlossen, der sah ganz nett aus.


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Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, uns an einem der Holztische zu installieren und zum Windhoek Lager auch je eine Portion Currywurst zu ordern. Serviert wurde nur leider Leberkäse, den Mattes nicht mag, mit Spiegelei und Kartoffelsalat, die allerdings den Weg in Mattes Magen nehmen durften. Ich habe nichts gegen Leberkäse, jedenfalls in der üblichen Form. Die habe ich leider nachhaltig verändert, als ich nachsalzen wollte, was mir auch mehr als gründlich gelungen ist. Das Salz wurde nicht in einem normalen Salzstreuer an den Tisch gebracht, dessen technische Bedienung sich sogar mir erschließt. Nein, eine Salzmühle sollte es sein. Tja, ich habe an der falschen Stelle gedreht, der Verschluß ging auf und ich hatte ein viertel Pfund Salz auf dem Teller 😊
Die Bedienung hat beim Abräumen des Tellers nicht schlecht gestaunt.
Zum Glück konnte ich wenigstens Mattes ungewollten Leberkäse abstauben und ein Klecks Kartoffelsalat war auch noch eßbar 😉 .

Im Nachhinein finde ich das ganz witzig, ich muß geguckt haben wie ein begossener Pudel mit der Salzkruste auf dem Essen 😛
Mattes hat sich jedenfalls schlapp gelacht.
Er hat sich wahrscheinlich innerlich beglückwünscht, mir schon vor Jahren für alle Zeiten verboten zu haben, seine oder überhaupt Werkzeuge auch nur anzuschauen 😵 .
Ich habe halt zwei linke Hände mit lauter Daumen dran 😊

Als wir schließlich auf der Hudup Campsite angekommen sind, haben wir uns gleich willkommen gefühlt 🙂 .

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Wäre es für überzeugte Fußballfans wohl ein Grund, das Übernachtungsgeld zurück zu fordern, wenn da ein Aufkleber der örtlichen Bayern oder Schalke Fans gehangen hätte?

Mir ist sowieso aufgefallen, wie fußballbegeistert viele Namibianer sind. Wir haben beide keine Ahnung von Fußball, aber immer wenn der Smalltalk mit einer Thekenbedienung auf die übliche Frage gekommen ist, woher wir kommen und in welcher Stadt wir wohnen, wurde mit schöner Regelmäßigkeit der komplette „Kicker“ abgefragt. Niemand, absolut niemand hat uns geglaubt, daß wir die Tabelle nicht auswendig aufsagen können.

Der Campingplatz ist rustikal aber idyllisch, nur wenige Stellplätze an einem kleinen, von Schilf umwachsenen Gewässer. Es gibt fließend Wasser, für die Beleuchtung im Klohäuschen lagen Kerzen und Streichhölzer bereit. Der Platz ist von der Straße nicht einsehbar und Bäume spenden Schatten. Uns hat es sehr gut gefallen, ein echter Kontrast und eine schöne Abwechslung zu den großen, kommerziell betriebenen Campgrounds mit eigenem Klohäuschen, zig Angestellten und allem Zip und Zap. Camping halt statt Glamping.

Wir waren die ersten Gäste, so konnte Mattes hingebungsvoll so lange herumrangieren und die Stellplätze auf eine gerade Grundfläche prüfen, bis das Auto nach viel hin und her endlich zur Zufriedenheit abgestellt war. Es war ihm zwar peinlich, den frisch geharkten Boden mit Reifenspuren zu versehen, aber grade muß es sein. Die „Rezeption“, eine Bretterbude wie der tadellos saubere Waschraum, war nicht besetzt. Es hing nur ein Zettel da, es käme gleich jemand. Wir hatten vorab reserviert und haben brav gewartet, es hat sich aber niemand blicken lassen. Nun gut, dann zahlen wir eben am nächsten Morgen, auch kein Problem.

Wir wollten noch in den Ort, weil der Unterkunftstführer, der gratis in fast allen Rezeptionen zum Mitnehmen bereit liegt, das älteste Landgasthaus / Landhotel in Namibia in Maltahöhe verortet hat.
Eine nette Lokalität mit Biergarten, wir haben uns wegen drohender Mücken in der Dämmerung (es gab einen Teich im Garten) aber schnell nach drinnen verzogen.
Die Gaststube ist urig eingerichtet mit alten Fotos und Gerätschaften und wir haben endlich mal wieder
Hamburger gegessen 😗 .

Wenn ich den Betreiber richtig verstanden habe, ist das Gasthaus seit der Gründung in Familienbesitz. Für eine Zwischenübernachtung sicherlich keine schlechte Anlaufadresse.

Als wir zurückgekommen sind, war noch ein zweites Paar auf dem Campground, zum Glück haben wir „unseren“ Stellplatz markiert, sonst wäre die Rangierei von neuem losgegangen.

Am nächsten Morgen hat sich immer noch niemand blicken lassen, unsere Mitcamper haben sich aufgemacht um herauszufinden, an wen denn nun zu bezahlen wäre. Ergebnis der Nachforschungen: Die Betreiber wohnen gegenüber auf der anderen Straßenseite, waren gerade im Begriff, nach Walvis Bay, ihrem Zweitwohnsitz, aufzubrechen und haben die Reservierungen schlicht vergessen.
So sind sie denn doch zu unverhofften Einnahmen (wenn auch in überschaubarem Rahmen) gekommen und wir konnten uns nach dem üblichen dritten Kaffee ruhigen Gewissens auf den Weg zu unserem nächsten Etappenziel machen.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 03. Apr. 2018
169 Beiträge · seit 200703. Apr. 2018 · #15
Toll geschrieben, ich musste immer wieder schmunzeln. Und die Gegend ist einfach nur herrlich. Noch knapp 11 Monate.....
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201604. Apr. 2018 · #16
10.05.2017

Als wir unseren Obolus für die Nacht entrichtet haben und nach einem netten Smalltalk mit den Platzbetreibern haben wir uns auf den Weg gemacht zum nächsten Ziel, dem Namib Naukluft Rest Camp.

Die Landschaft war ziemlich eintönig, viel zu sehen gab es nicht. Nur eine lange, staubige Gravelroad, ab und an aufgelockert durch ein paar Erhebungen. Da muß man durch, da hilft nichts. Mit gerade mal 148 Kilometern war die geplante Strecke bis zu unserem nächsten Ziel allerdings nicht lang.


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In Maltahöhe wollten wir noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen und vor allem unsere völlig erschöpften Bargeldreserven auffüllen.
An der Tanke haben wir gesehen, daß dort ein ATM aufgestellt war. Puh, Glück gehabt, es gibt Bares...
Mattes Karte probiert, nix passiert, meine Karte probiert, gleiches Ergebnis. Was nun, sprach Zeus und kratzte sich am Kopf.....
Der Tankwart meinte, der ATM sei möglicherweise leer; die nahegelegene Bank hatte zu. Wir haben uns auf die Suche nach einem anderen Geldautomaten gemacht und wurden auf den örtlichen Landhandel, also einen Laden in dem man Werkzeuge, Lebensmittel und alle möglichen anderen Sachen kaufen kann, verwiesen. Dort sollte ein ATM zu finden sein. Wir hatten Glück, der Laden war geöffnet und der ATM stand bereit. Das gleiche Spiel noch mal von vorne: Mattes Karte, nix, meine Karte, auch nix. Irgendwann ist ein Angestellter auf das Elend aufmerksam geworden und wollte helfen. Mattes Karte, meine Karte, nochmal und nochmal probiert, es wurde einfach kein müder Dollar ausgespuckt. So langsam hat sich Verzweiflung breit gemacht, wir hatten noch eine Barschaft von 50 Namibischen Dollar. Wir sahen uns schon ohne Sprit und Essen irgendwo in der Namib stranden.... 🤩

Der Angestellte war wild entschlossen uns zu helfen und hat irgendwann gemacht, was jeder gute Mitarbeiter tut: Er hat den Chef herbeigerufen. Auf Frage, was wir bis jetzt probiert und welche Tasten wir gedrückt haben, wurde das Problem kurzerhand durch die Wahl der Taste „Cheque“ statt „Cash“ gelöst. Auf die Idee sind wir gar nicht gekommen, uns schien „Cash“ bei dem Wunsch nach Bargeld die logische Eingabe zu sein.
Das Geräusch, als der Apparat losgerappelt und das Geld ausgepuckt hat, war dann auch wie Musik in unseren Ohren. Aus purer Dankbarkeit haben wir alles eingekauft, was auch nur ansatzweise brauchbar erschien 🙂 . (sicherheitshalber allerdings mit Karte bezahlt)

Für unsere Verhältnisse sind wir ziemlich früh im Camp angekommen und haben uns daran gemacht, uns häuslich einzurichten. Das Camp ist auf mehreren Ebenen angelegt, also terassenförmig. Den Stellplatz konnte man frei wählen, sie sind schön angelegt mit schattenspendenden Bäumen und friedlich plätscherndem Bach auf der unteren Ebene, auf der noch reichlich Plätze frei waren. Alles klar, dann wird jetzt ein ebener Standplatz gesucht......... Es galt, jeden einzelnen freien Stellplatz auf seine Tauglichkeit als akzeptabler, also gerader Schlafplatz zu überprüfen 😗

Daß Mattes nicht eine Schieblehre zu Hilfe genommen hat, um auch die letzten Millimeter auszutarieren, war schon alles. Aber schief schlafen, und wenn es nur ein paar hundertstel Millimeter sind, geht gar nicht.
Ich habe mir irgendwann ein Bier aus dem Kühlschrank geholt, einen Platz auf der Lästerbank gesichert und das Schauspiel genossen 😎

Nach viel Rangiererei war es dann soweit, das Fahrzeug stand und es stellte sich die Frage nach der weiteren Gestaltung des Nachmittags. Es gibt mehrere Wanderwege, die beim Camp starten und die, jedenfalls was uns anbelangt der Theorie nach, gut ausgewiesen und landschaftlich reizvoll sind. An einem natürlichen Pool nicht sehr weit weg sollte ein Cache liegen. Also war das der Weg der Wahl, ebenfalls theoetisch. Praktisch sind wir immer wieder an einem schmalen und mit widerwärtigen Dornbüschen verseuchten Bergpfad gelandet. Laut Garmin war das der richtige und einzige Weg, aber ich habe mich irgendwann schlicht geweigert, weiterzugehen. Mattes war stinkig und die Stimmung ob meines mimosenhaften und wenig robusten Verhaltens gedämpft 😏 .

Am nächsten Morgen haben wir uns entschlossen, das Vorhaben erneut anzugehen. Schließlich ist eine ganze Gruppe zeltender Wandervögel schon am frühen Morgen losgezogen, um eine der längeren Wandertouren anzugehen. Und alle Wandertouren führen an besagtem Pool entlang. Also muß es einen Weg geben, ist doch logisch.

Wir haben einen anderen Weg als den von gestern gesucht, aber es war wie verhext, Wir sind immer, bestätigt auch durch den Garmin, auf besagtem schmalem Pfad mit Dornbüschen gelandet. Wir haben uns irgendwie durchgeschlängelt, aber irgendwann hat mich so ein Drecksbusch kurzerhand von hinten gepackt, seine zentimeterlangen Dornen in meine Arme gerammt und nicht mehr losgelassen. Vermutlich wurden diese Kameldornbäume oder wie das Zeug heißt vom gleichen Konstrukteur entworfen wie unsere Dachzelte 😈 .

Hier ein Bild unserer persönlichen allmorgendlichen Trainingseinheit in den Disziplinen Fluchduell und Schwitzen


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Mattes hatte ein Einsehen, daß es, Garmin hin oder her, so nicht weitergeht, hat mich aus der ungewollten Umarmung befeit und wir sind unverrichteter Dinge umgekehrt.

Was bitte haben wir falsch gemacht, wo sind wir falsch abgebogen? Ich bin mir sicher, daß wir nicht den richtigen Einstieg oder den richtigen Abzweig gefunden haben, eine andere Erklärung habe ich nicht. Alle anderen Leute sind ganz offensichtlich morgens losgewandert und abends, ohne größere Blessuren oder von Dornbüschen zerfledderte Opfer beklagen zu müssen, wieder zurückgekehrt. Kann uns da jemand weiterhelfen? Mir ist immer noch ein Rätsel, was wir in Sachen Wegführung falsch gemacht haben. Wir sind dem aufgemalten Symbol gefolgt, an den festen Unterkünften vorbei gelaufen und dann gab es nur diesen einen Weg hoch in die Felsen.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 04. Apr. 2018
71 Beiträge · seit 201604. Apr. 2018 · #17
Pff, aber wenn ich zu Hause ein Bild aufhängen soll kann es nicht grade genug sein. 😠

Gruß,
Mattes
Themenstarter1'014 Beiträge · seit 201606. Apr. 2018 · #18
11./12.05.2017

Nach den üblichen morgendlichen Erledigungen, wie mindestens 3 Tassen Kaffe trinken, Sachen zusammenräumen, das personifizerte Böse in zweifacher Ausfertigung 😈 zusammenklappen und zusätzlich dem Verpflastern meiner Arme nach dem Angriff des Dornbuschs haben wir uns aufgemacht, die 116 Kilometer durch eine wie gewohnt wunderschöne Landschaft zum Sossus Oasis Camp hinter uns zu bringen.

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Wir sind zeitig angekommen und konnten unsere sehr gut ausgestattete und auf einem weitläufig angelegten Campground gelegene Campsite beziehen. Jede der im Kreis um einen Pool angeordneten Plätze bietet einem Waschraum / Toilette, Abwaschbecken und Arbeitsfläche sowie eigene Terrasse mit festem Boden und Schattendach. Am Eingang des Camps ist eine Tankstelle mit Shop und überdachter Außenterrasse, wo kleine Gerichte, Kaltgetränke und Gegenstände des täglichen Bedarfs angeboten werden. Den Barbereich, laut homepage des Camps auch das Restaurant, der nahe gelegenen Sossusvlein Lodge (wie der Campground außerhalb des Nationalparks gelegen) können auch Camper nutzen. Es ist also alles da, was so benötigt wird. Einzige Nachteile: Das Gelände liegt offen mitten in der Wüste, wenn es windig ist, fegt der Wind über das gesamte Gelände und der Campground liegt außerhalb des Nationalparks. Wenn man den üblichen Run zum Sonnenaufgang am Sossusvlei mitmachen möchte, sind die Leute in den Unterkünften innerhalb des Parks eine Stunde im Vorteil. Zum Sonnenuntergang gilt das gleiche.

Bei unserem üblichen Rhythmus kam es darauf nicht an, daher waren wir mit dem Campground außerhalb ganz gut bedient. Trotz allen Luxus hat uns die heimelige, eher primitive Hudup Campsite oder auch das Namib Naukluft Camp besser gefallen. Aber das ist Geschmackssache, zu mäkeln gibt es an dem Camp jedenfalls nichts.

Wir haben uns häuslich eingerichtet, eine Siesta gehalten, Abendessen gekocht und sind dann auf ein Glas rüber zur Bar der Lodge.
In der Nacht hat ein ordentlicher Wind geblasen. Ich habe irgendwie im Traum Mattes die Schuld für die laut im Wind knallenden Zeltwände gegeben und dem Ärmsten mit „gib endlich Ruhe“ Rufen, zusätzlich zu den Windgeräuschen eine unruhige Nacht besorgt.

Am nächsten Morgen sind wir irgendwann, lange nach dem üblichen Start noch vor Morgengrauen, in Richtung Sossusvlei aufgebrochen. Die Landschaft und die Dünen sind wirklich beeindruckend, da gibt es nichts.

Aber es war mittlerweile richtig heiß, Wüste halt.

Viel war nicht mehr los, nur eine Reisegruppe hat ihre Mittagspause im Schatten verbracht.

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Auf eine der Dünen klettern: Ne Danke, das muß jetzt nicht sein.

Aber auch von unten und zur falschen Tageszeit ist die Dünenlandschaft einen Besuch wert.

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Wir sind mit dem Shuttle vom Parkplatz für Fahrzeuge ohne Allrad die etwa 5 Kilometer zum Parkplatz für Fahrzeuge mit Allrad gefahren. Der Fahrer ist weniger gefahren als vielmehr mit ordentlich Karacheo gedriftet und hatte ganz offensichtlich viel Spaß an seinem Job.

Ein Zubrot verdienen sich die Fahrer der Shuttles beim Befreien festgefahrener Touri-Fahrzeuge. Der junge Mann hat versucht, sein festgefahrenes Fahrzeug auszubuddeln, als wir mit dem Shuttle vorbeigefahren sind.


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Unser Fahrer ist zur Hilfe geeilt, hat als erstes den Luftdruck abgelassen, Madame aus dem Fahrzeug komplimentiert, zum Schieben vergattert und dann den Hilux freigefahren.
Der junge Mann hat sich aber in Verkennung der üblichen Gepflogenheiten nur mit einem Händedruck bedankt. Wir haben ihn uns später geschnappt und nach unserem Hinweis, das zusätzlich zum feuchtwarmen Händedruck wohl ein Trinkgeld fällig sei, haben dann wohl auch einige Dollar den Besitzer gewechselt.

Auf dem Rückweg haben wir auf der gemütlichen Terrasse des zur innerhalb des Nationalparks gelegenen Unterkunft gehörenden Restaurants noch einen leckeren Hamburger und ein oder zwei Windhoek Lager genossen.
Der Barmann war völlig begeistert ob Mattes Weste und wollte sie ihm unbedingt abkaufen. Aber so abgetragen und mit Patina versehen die Weste auch sein mag: Ohne das Dingen geht Mattes nicht aus dem Haus, das ist wie eine zweite Haut. Pech gehabt.....

Wir waren danach noch am Sesrim Canyon, der an sich wohl permitpflichtig ist. An Ort und Stelle konnte man allerdings keine Eintrittskarte kaufen. Egal, es war gerade eine französiche Reisegruppe vor Ort, der sind wir einfach hinterher gestiefelt. Wir haben der Gruppe einen ordentlichen Vorspung gelassen und sind in Ruhe durch den Canyon gelaufen.

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Zurück auf der Campsite haben wir wieder Siesta gehalten, zu Abend gegessen und sind in der Bar der Lodge auf ein Glas vor Anker gegangen.

Dank diesem Gesellen am Himmelszelt ist es mit Aufnahmen des beeindruckenden Sternenhimmels wieder nichts geworden.

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Dann halt noch eine Folge Schimanski auf dem tablet und ab ins Bett. Guts Nächtle.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 10. Apr. 2018
4'382 Beiträge · seit 201509. Apr. 2018 · #19
Der junge Mann hat sich aber in Verkennung der üblichen Gepflogenheiten nur mit einem Händedruck bedankt. Wir haben ihn uns später geschnappt und nach unserem Hinweis, das zusätzlich zum feuchtwarmen Händedruck wohl ein Trinkgeld fällig sei, haben dann wohl auch einige Dollar den Besitzer gewechselt.
Hallo yanjep: Das habt Ihr richtig gut gemacht!
Gruß
Friederike
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1'523 Beiträge · seit 201109. Apr. 2018 · #20
Guten Abend Yanjep,

Waren das die BLAUEN BANK WINDHOEK ATM `s......? ....die nur auf die Taste " CHEQUE" Geld spucken..?

lg......BMW