Bilder einer Äthiopienreise

Reisebericht 91 Antworten · 23,1k Aufrufe · gestartet 14. März 2018 von Gu-ko
725 Beiträge · seit 201715. Mai 2018 · #61
Wirklich eine andere Welt.

Super, das du das hier vorstellst.
Themenstarter275 Beiträge · seit 201415. Mai 2018 · #62
Dillinger schrieb:Der Hammer tolle Bilder, mal ganz was Anderes. DANKE.

Gruß Markus
Danke, es freut mich, dass es auch im Namibia-Forum Menschen gibt, die sich für etwas Anderes interessieren 🙂
Themenstarter275 Beiträge · seit 201415. Mai 2018 · #63
KarstenB schrieb:Hallo Gu-ko,
ich stelle gerade fest, dass ich meinen Beitrag geschrieben hatte, als Du noch gar nicht fertig warst mit dem Bilder einstellen.
Ich muss mich also wie folgt korrigieren: Irre, irre, irre!
LG, Karsten
Danke Karsten 🙂 Es waren solche Bilder, die als ich sie vor ca. einem Jahr zum ersten Mal sah, in mir den starken Wunsch weckten: Unglaublich, da muss ich hin. Und ich habe es nicht bereut.
Zitierenzuletzt bearbeitet 15. Mai 2018Original ↗
Themenstarter275 Beiträge · seit 201415. Mai 2018 · #64
Schneewie schrieb:Wirklich eine andere Welt.

Super, das du das hier vorstellst.
So ist es, Äthiopien hat sehr viel einmaliges zu bieten 😎
1'619 Beiträge · seit 201515. Mai 2018 · #65
Gu-ko schrieb:Es waren solche Bilder, die als ich sie vor ca. einem Jahr zum ersten Mal sah, in mir den starken Wunsch weckten: Unglaublich, da muss ich hin. Und ich habe es nicht bereut.
Respekt nach nur einem Jahr. Bei mir sind es sicherlich inzwischen 10 Jahre, dass ich Fotos sah und ich dorthin will. Und nach Botswanadreams, Annicks und nun Deinem Bericht wird der Wunsch nicht kleiner und so bastelt ich auch schon ein Weilchen an der Umsetzung. Danke für die tollen Fotos, die mich bestärken diese Reise endlich anzugehen.
LG Elisabeth
4'129 Beiträge · seit 200815. Mai 2018 · #66
Atemberaubende Bilder von der Danakil!
Wunderbare Aufnahmen der Salzkarawanen. Wir hören sie förmlich, die Kamele. Wir lieben das.
Grüne Plastiksandalen werden eindeutig bevorzugt 😉 und beim genauen Hinsehen, hält der eine sein Mobile querab, - ...etwa auf der Suche nach Empfang?? Ein Selfie? Wir sind amüsiert, egal, was er tut, mit der typischen Armhaltung hätten wir dort nicht gerechnet. 🙂
Grüßle
Themenstarter275 Beiträge · seit 201416. Mai 2018 · #67
lilytrotter schrieb:... und beim genauen Hinsehen, hält der eine sein Mobile querab, - ...etwa auf der Suche nach Empfang?? Ein Selfie? Wir sind amüsiert, egal, was er tut, mit der typischen Armhaltung hätten wir dort nicht gerechnet. 🙂
Grüßle
Ich glaube der hat uns fotografiert. 😉
Themenstarter275 Beiträge · seit 201416. Mai 2018 · #68
sphinx schrieb: Bei mir sind es sicherlich inzwischen 10 Jahre, dass ich Fotos sah und ich dorthin will. Und nach Botswanadreams, Annicks und nun Deinem Bericht wird der Wunsch nicht kleiner und so bastelt ich auch schon ein Weilchen an der Umsetzung. Danke für die tollen Fotos, die mich bestärken diese Reise endlich anzugehen.
LG Elisabeth
Danke 🙂
Ich bin sicher, du wirst diese Reise nicht bereuen.
8 Beiträge · seit 201718. Mai 2018 · #69
Absolut faszinierende Bilder von Äthiopien. Ich war schon ein paar mal in Addis Abeba, bin aber noch nie im Land herumgekommen. Das muss ich mal ändern. 🙂
lg Franz
Themenstarter275 Beiträge · seit 201425. Mai 2018 · #70
3. - 4. Tag

Abala (Aba'ala) - Erta Ale Vulkan

Die Nacht verbrachten wir in Abala, einer staubigen Kleinstadt am Rande der Afar Region. Wir quartierten in einem geräumigen Afar-Haus, diesmal aus Ziegelstein gebaut und mit schattigem Innenhof. Über mehrere Zimmer verteilt lagen Matratzen auf dem Fußboden. Immerhin gab es eine Dusche, wenn auch nur in Gestalt eines mit kaltem Wasser gefüllten Eimers. Richtig gut war das Essen, das uns die Leute kochten. So gut habe ich nie wieder in Äthiopien gegessen.

Wir nutzten den freien Nachmittag um ein wenig durch die staubigen Strassen von Abala zu schlendern. Abseits der Hauptstrasse waren die Strassen ungeteert, die Häuser meist einstöckig, der Boden von Plastikabfällen übersät. Kinder liefen hinter uns her und riefen mit ihren Vogelstimmen: „China, China“ und „China, give me sweets“

Impressionen aus Abala:
















„China, give me sweets“ 😉


Muh

Am nächsten Vormittag brachen wir Richtung Erta Ale auf. Unser Ziel war das Erta Ale Basislager, Ausgangspunkt für unsere Vulkanbesteigung.

Zunächst führte eine gut asphaltierte Strasse von Abala hinunter in die Tiefebene von Danakil. Waren die Temperaturen in der Höhe noch angenehm, stiegen sie beständig, während wir langsam an Höhe verloren. Gleichzeitig wurde die ohnehin karge Landschaft noch karger, noch steiniger, noch trockene und schließlich zur Lavawüste.





Nach ein paar Stunden Fahrt verließen wir die gute Strasse zugunsten einer staubiger Wüstenpiste. Zwischen einsamen Trockenbüschen standen einsame Kamele, die uns ausdruckslos hinterherstarrten. Am Horizont zeichneten sich die ersten Vulkanberge ab.













In einer kleinen Afar-Siedlung, die mitten im Nichts zu liegen schien, machten wir Halt. Unsere Guides mussten die Permits für die Weiterfahrt bestätigen lassen. Ohne die Erlaubnis der Afar dürfen Fremde das Gebiet nicht betreten. Natürlich ist diese Erlaubnis mit Kosten verbunden, wieviel wir genau bezahlen mussten, wollte uns aber niemand verraten. Während wir warteten, bestaunte uns eine Gruppe salz- und staubverkrusteter Kinder. Sie bettelten nicht, wirkten eher schüchtern und neugierig.


Erstaunlich, dass Menschen in dieser lebensfeindlichen Umwelt eine Grundlage zum Leben finden.







Die letzten Kilometer vor dem Basislager machte Lavageröll und Felsgestein das Fahren zur Kunst. Wir kamen nur im Schritttempo voran, es gab ein paar wirklich schwierige Passagen, die unser Fahrer jedoch gekonnt meisterte.













Das Basislager erreichten wir am späten Nachmittag. Verschwitzt, durchgeschüttelt und müde, doch voller Spannung auf das, was uns auf dem Gipfel des Vulkans erwarten wird.
Zitierenzuletzt bearbeitet 28. Mai 2018Original ↗
319 Beiträge · seit 201225. Mai 2018 · #71
Interessanter Bericht. Hatte bei meiner Radtour durch Eritrea auch überlegt in die Danakilsenke einen Abstecher zu machen, aber die eritreische Seite soll nicht so toll sein. Und ob ich auf die andere Seite gekommen wäre, wäre fraglich gewesen, da ja die Beziehungen zwischen Eritrea und Äthopien gespannt sind - damals noch mehr.
Aber in der Danakilwüste bin ich dann bei einer medizinischen Station hängengeblieben und war dort mit dem Helfer ein paar Tage unterwegs. Wir haben Afar damals Impfungen verabreicht - die Begegnungen werde ich nie vergessen - faszinierend die Menschen. Mit dem eritreischen Helfer bin ich immer noch in sehr intensiven Kontakt.
Plastikmüll ist überall ein Problem. War Anfang des Jahres in der Elfenbeinküste unterwegs - da war es dann schon fast grenzwertig. Siehe hier:

Und so sah es fast in jedem Dorf aus.
Bin auf den Vulkan gespannt.
725 Beiträge · seit 201725. Mai 2018 · #72
Ich bin jedesmal geflasht, wenn ich die Landschaftsbilder sehe.


Die Kinder haben sicherlich keine große Zukunft, in der kargen Landschaft. 🙁
169 Beiträge · seit 200725. Mai 2018 · #73
Großartiger Bericht - vielen Dank!
Themenstarter275 Beiträge · seit 201426. Mai 2018 · #74
toumtoum schrieb:
Plastikmüll ist überall ein Problem. War Anfang des Jahres in der Elfenbeinküste unterwegs - da war es dann schon fast grenzwertig.

Bin auf den Vulkan gespannt.
Leider hat es der Plastikmüll auch schon auf den Vulkan geschafft. Vor allem leere Wasserflaschen findet man rechts und links des Weges reichlich. Anscheinend wurde dieses Problem von Behörden und auch von den Tourenveranstaltern nicht erkannt, oder es kümmert sie wenig.
Themenstarter275 Beiträge · seit 201426. Mai 2018 · #75
Schneewie schrieb:Ich bin jedesmal geflasht, wenn ich die Landschaftsbilder sehe.

Danke. 🙂
Themenstarter275 Beiträge · seit 201426. Mai 2018 · #76
lormon schrieb:Großartiger Bericht - vielen Dank!
Danke 🙂
Schneewie schrieb:Ich bin jedesmal geflasht, wenn ich die Landschaftsbilder sehe.
Danke. 🙂
44 Beiträge · seit 200727. Mai 2018 · #77
Da ich nächste Woche für 3-4 Wochen nach Ethiopia reise, fand ich den Bericht sehr hilfreich.
Themenstarter275 Beiträge · seit 201428. Mai 2018 · #78
Dumela schrieb:Da ich nächste Woche für 3-4 Wochen nach Ethiopia reise, fand ich den Bericht sehr hilfreich.
Freut mich 🙂
Wenn es in deine Reiseplanung passt, besuche unbedingt die Danakil Depression. Wenn ich es schaffe, schließe ich den Reisebericht heute ab, dann zeige ich noch ein paar Fotos und Infos von der Vulkanbesteigung.
Themenstarter275 Beiträge · seit 201428. Mai 2018 · #79


Das Erta Ale Basislager bestand aus einigen strohgedeckten Steinhütten, in deren Schatten wir etwas Schutz vor der gleißenden Nachmittagssonne finden konnten. Außer uns Touristen waren noch die einheimischen Kamel- und Vulkanführer und natürlich die Kamele im Lager, deren Aufgabe es war, das Gepäck auf den Berg zu tragen. Etwas außerhalb, im Halbschatten eines Steinhaufens, saßen ein paar schläfrig wirkende Soldaten neben ihren Kalaschnikows, deren Aufgabe es wohl war, das Lagers zu beschützen.

Ganz grundlos ist diese Maßnahme nicht:
Dienstag, 05.12.2017 20:18 Uhr

In Äthiopien ist ein deutscher Urlauber überfallen und getötet worden. Das bestätigte das Auswärtige Amt. Das Verbrechen ereignete sich am Sonntag, während der Mann den Vulkan Erta Ale nahe der Grenze zum Nachbarstaat Eritrea bestieg.

Der etwa 600 Meter hohe Vulkan in der Danakil-Wüste zieht Touristen an, weil man dort vom Kraterrand aus einen brodelnden Lavasee beobachten kann. Ein örtlicher Tourguide sagte, bei dem Überfall seien der Deutsche getötet und ein äthiopischer Mitarbeiter eines Reiseunternehmens verletzt worden. Bislang sei unklar, wer hinter dem bewaffneten Angriff stecke. Im Verdacht stehen Milizen, die ihre Stützpunkte im nahen Eritrea haben.

Eritrea und Äthiopien haben zuletzt von 1998 bis 2000 gegeneinander Krieg geführt. Die Nachbarländer sind weiterhin verfeindet. Das Auswärtige Amt rät deshalb, Urlaubsreisen abseits der Hauptstrecken sollten vorsichtig abgewogen werden.

Im Januar 2012 ereignete sich am Vulkan ein Raubüberfall, bei dem unter anderem zwei Deutsche getötet wurden, weitere Urlauber wurden wochenlang festgehalten. Seither wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, unter anderem sind unterhalb des Vulkans und am Kraterrand Soldaten stationiert. © SPIEGEL ONLINE

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/aethiopien-deutscher-tourist-bei-ueberfall-getoetet-a-1181912.html








Der Aufstieg findet meistens in der Nacht statt, was einen davor bewahrt, von der gnadenlosen Sonne gegrillt zu werden.

Während die Sonne immer tiefer sank, wurden die Kamele beladen. Matratzen für die Übernachtung, Wasser und anderes Gerät.

Wir streiften noch ein bischen durch die Gegend, unterhielten uns mit Kamelen, beobachteten das Treiben im Lager. Endlich verschwand die Sonne hinter einer Wolkenwand am Horizont. Wir packten unsere Wasservorräte in den Rucksack und sobald es dunkel war, ging es los.


Wir unterhielten uns ein wenig mit den Kamelen 😉, die später unser Gepäck auf den Erta Ale trugen.



Themenstarter275 Beiträge · seit 201428. Mai 2018 · #80
Der Aufstieg


Vollmond über dem Erta Ale

Vom Basislager bis zum Kraterrand braucht man, wenn man nicht allzu viele Pausen macht, etwa dreieinhalb Stunden.

Im Licht unserer Taschenlampen liefen wir, zunächst ebenerdig, eine Stunde über sandigen Boden. Die Lufttemperatur war in der Nacht immer noch warm, aber nicht mehr extrem. Das dunkle vulkanische Gestein strahlte eine deutlich spürbare Wärme ab, kein Wunder bei der intensiven Sonnenbestrahlung tagsüber.

In der Ferne sah man immer wieder den rötlichen Schein des Vulkanfeuers. Über uns war der Himmel sternenklar und wir hatten Glück, dass ein strahlender Vollmond die düstere Landschaft erhellte.

Dann ging es über Lavafelder stetig nach oben. Der Aufstieg war technisch recht einfach, es gab keine überdurchschnittlich schwierige oder steile Abschnitte. Lediglich auf das Lavageröll musste man aufpassen um nicht zu stolpern. Verglichen mit dem Nyiragongo Vulkan (D.R.Kongo), den ich 2016 bestieg und der ein ganz anderes Kaliber war, ist der Aufstieg zum Krater des Erta Ale fast ein Spaziergang.


Aufstieg zum Krater

Kurz vor dem Gipfel mussten wir anhalten. Wir sahen, nur noch durch ein letztes Lavafeld getrennt, glühende Gaswolken aus dem Berg lodern. Unser Vulkan-Guide erklärte, dass der Wind momentan ungünstig stünde und es wegen giftiger Dämpfe zu gefährlich wäre weiterzugehen.

Voller Ungeduld warteten wir etwa eine Stunde, bis das OK zum Aufbruch kam. Immer wieder wurde das Atmen durch die vulkanischen Dämpfe erschwert. Um mich herum in der Dunkelheit hörte ich die anderen hüsteln und husten.

Um direkt zum Kraterrand zu gelangen, mussten wir ein frisches Lavafeld überqueren. Dieses Lavafeld entstand im Januar 2017, als der Erta Ale eine beträchtliche Menge Lava ausspuckte. Dabei wurde ein Übernachtungslager in der Nähe des Kraterrandes zerstört.

Unser Guide ging voran und wir mussten hinter ihm in einer Reihe laufen. Unter den Sohlen knirschte es bei jedem Schritt und es bestand ständig die Gefahr irgendwo einzubrechen.


Am Kraterrand

Und dann standen wir plötzlich am Rand dieses mächtigen, brodelnden Kessels.

Welch überwältigender Anblick!

Unter uns kochte, glühte und dampfte es. Zeitweise war der Rauch so stark, dass man kaum etwas erkennen konnte. Dann lichtete er sich und man hatte freien Blick in das Inferno. Immer wieder wehten übelriechende, ätzende Gase aus dem Höllenschlund, die uns für Minuten das Atmen schwermachten. Unser Vulkan-Guide rief uns dann zu, wir sollten uns ducken oder flach auf den Boden legen.













Aber nicht nur der Spektakel im Krater war faszinierend, von hier oben konnten wir weit in die vom Vollmond beschienene Danakilebene blicken. Nirgendwo ein Zeichen von Leben oder Zivilsation, nur Sand, Steine und die düsteren Schatten ferner Berge. Wieder hatte ich das Gefühl, auf einem anderen Planeten, oder weit zurück in der Erdgeschichte zu sein.

Die Nacht verbrachten wir in einem Lager unter freiem Himmel, ein paar hundert Meter vom Krater entfernt. Man hatte das Geröll ein wenig auf die Seite geräumt und Matratzen auf den Boden gelegt. Während ich einschlief wehten immer wieder schweflige Dämpfe zu uns herüber.



Der Abstieg erfolgte frühmorgens, vor Sonnenaufgang.
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