Sossusvlei - so zerstört man es durch Gier

31 Antworten · 7'202 Aufrufe · gestartet 05. März 2018 von rolfhorst
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412 Beiträge · seit 201107. März 2018 · #21
Da holzt der Mensch weltweit jeden Tag viele Hektaren Regenwald ab, damit wir viele schöne Produkte mit Palmöl zum Schnäppchenpreis kaufen können und hier regt man sich über eine Jahrzehnte alte Fahrspur durch die Wüste auf, - irgendwie Verhältnisblödsinn, oder?

Nicht falsch verstehen, ich finde solche Fahrspuren auch nicht toll, aber im Vergleich was der Mensch sonst so alles anrichtet ....

nachdenkliche Grüsse

Dieter
1'042 Beiträge · seit 201607. März 2018 · #22
Hallo Dieter,
deemha schrieb:
Da holzt der Mensch weltweit jeden Tag viele Hektaren Regenwald ab, damit wir viele schöne Produkte mit Palmöl zum Schnäppchenpreis kaufen können und hier regt man sich über eine Jahrzehnte alte Fahrspur durch die Wüste auf, - irgendwie Verhältnisblödsinn, oder?
Erst ging es um eine alte Fahrspur, jetzt geht es schon ganz allgemein um den Tourismus.
Zu dem wird pauschalisiert und der KTP als Beispiel her genommen, den ich z.B. gar nicht kenne. Aber ich gehe mal stark davon aus dass ich selbst im KTP nicht mehrmals täglich duschen würde, da ich das daheim nicht mache und auch woanders nicht. 😉
deemha schrieb:
Nicht falsch verstehen, ich finde solche Fahrspuren auch nicht toll, aber im Vergleich was der Mensch sonst so alles anrichtet ....
Fahrspuren können schon sehr viel Schaden anrichten. Im Januar fuhr ein LKW über Teile der Nazca Linien in Peru, was mich auch etwas ärgerte, als ich das gehört hatte... stimmt aber verglichen damit, dass wir Plastik über die ganze Erde (+Meere) verteilt haben mit unabsehbaren Folgen, mit der Zusammensetzung der Atmosphäre experimentieren, ganze Landstriche vergiften (mit allem möglichen und unmöglichem) etc... dagegen ist eine Fahrspur wirklich harmlos.

Gruß Markus
Themenstarter538 Beiträge · seit 201207. März 2018 · #23
Moin, Moin,
lieber "Topobär", die Argumentationskette Deiner Bilder aus dem "namibian rust belt", läuft im Ergebnis auf die These hinaus:
"gegen Umweltverschandelung ist nix einzuwenden, so lange es Jeder darf, und lang schon so gemacht wird". Das wäre in der Tat fatal.
Das wirst Du sicherlich nicht denken oder gar billigen. Ich würde es Dir, offen gesagt: nicht mal zum 1. April abnehmen.

Was man bei all dem stets im Auge haben muss: man kann doch nicht dem Einen untersagen, was man dem Anderen durchgehen lässt. Es ist leider der Nachahmereffekt, der die Dinge so prekär macht.
Daran dachte ich ganz stark, beim Hidden Vlei Bild. Ich darf eben nicht zulassen, dass die Dinge verharmlost oder unter dem rubrum "Ästehtik" gar noch gesegnet werden.
Von dieser Überzeugung werde ich nicht abrücken. Die Erklärung: "alte Zufahrt nach Fischerbrunn", als Ursache der Spur im Dead Vlei, ist Deine interessante Vermutung - aber mehr nicht - oder kannst Du sie belegen?

So, jetzt muss ich erst mal einen Termin wahrnehmen,

Viele Grüße,

Rolf
Gast07. März 2018 · #24
Hallo allerseits,
rolfhorst schrieb:Die Erklärung: "alte Zufahrt nach Fischerbrunn", als Ursache der Spur im Dead Vlei, ist Deine interessante Vermutung - aber mehr nicht - oder kannst Du sie belegen?
Du verdrehst jetzt die "Beweislast". Du hast Dich ausgangs empört, daß auf einem Vlei-Foto wegen "Gier und Rücksichtslosigkeit" eine Spur zu sehen ist. Du müßtest vor allen anderen erst einmal belegen, daß diese Spur vor Jahrzehnten aus "Gier und Rücksichtslosigkeit" gelegt wurde und nicht um z.B. einen verunglückten Touristen abzutransportieren.

Alle haben mitbekommen, daß Du die besten Absichten hattest. Aber du hast Dich einfach geirrt. In Deinem Leserbrief kommt zum Ausdruck, daß Du annimmst, daß es sich um eine frische Spur handelt. Du hältst es sogar für möglich, das der Fotograf sie selbst verursacht hat ("seine?"). Dann wäre Deine Empörung gerechtfertigt und nachvollziehbar. Mit der Annahme lagst Du falsch. Das diese Spur Jahrzehnte alt ist, wußtest Du einfach nicht. Nun versuchst Du, Deinen empörten Leserbrief anders zu rechtfertigen.

Diese Spur ist nicht schön, aber sie gehört seit Jahrzehnten zum Inventar dieses Vleis. Es gibt keinen Grund, sie nicht zu fotografieren, entsprechende Fotos nicht zu veröffentlichen.

Viele Grüße

Ulf
59 Beiträge · seit 201807. März 2018 · #25
rolfhorst schrieb:Moin, Moin,
lieber "Topobär", die Argumentationskette Deiner Bilder aus dem "namibian rust belt", läuft im Ergebnis auf die These hinaus:
"gegen Umweltverschandelung ist nix einzuwenden, so lange es Jeder darf, und lang schon so gemacht wird". Das wäre in der Tat fatal.
Das wirst Du sicherlich nicht denken oder gar billigen. Ich würde es Dir, offen gesagt: nicht mal zum 1. April abnehmen.

Was man bei all dem stets im Auge haben muss: man kann doch nicht dem Einen untersagen, was man dem Anderen durchgehen lässt. Es ist leider der Nachahmereffekt, der die Dinge so prekär macht.
Daran dachte ich ganz stark, beim Hidden Vlei Bild. Ich darf eben nicht zulassen, dass die Dinge verharmlost oder unter dem rubrum "Ästehtik" gar noch gesegnet werden.
Von dieser Überzeugung werde ich nicht abrücken. Die Erklärung: "alte Zufahrt nach Fischerbrunn", als Ursache der Spur im Dead Vlei, ist Deine interessante Vermutung - aber mehr nicht - oder kannst Du sie belegen?

So, jetzt muss ich erst mal einen Termin wahrnehmen,

Viele Grüße,

Rolf
Hi Rolf,

anstatt munter Beiträge zu zerrupfen wie sie Dir gerade in den Kram passen, würde ich Dir vorschlagen bleibst Du kontextbezogen. Das schadet einer Diskussion im Forum sicher nicht, auch wenn man nicht die Beiträge erhält die man sich wünscht.

Die Ästhetik dieses heiss diskutierten Fotos bezieht sich nicht auf die böse, pfui, igittigit, jahrzehnte alte Fahrspur, sondern - unglaublich aber wahr - auf das gesamte Stimmungsbild dass das Foto ausdrückt. Würde man jetzt - tataaaaaaa - die böse, pfui, igittigit, jahrzehnte alte Fahrspur rausretuschieren oder wäre sie (das wäre der Idealfall) gar nicht existent, so wäre das Bild nicht weniger ästhetisch wundervoll.

Dir aber weiterhin viel Spass bei der Interpretation wie sie Dir in den Kram passt. Schon doof wenn mehrere Meinungen aufeinander treffen die nicht miteinander konform sind. Kann halt nicht jeder mit umgehen ohne sie nach eigenen Belieben "anzupassen". Und eine Arroganz wie die Deine "Ich darf halt nicht zulassen.." hab ich auch selten in einem Forum geleesen.
zuletzt bearbeitet 07. März 2018
5'479 Beiträge · seit 200907. März 2018 · #26
Hallo Rolf,

die Argumentationskette, die Du mir unterstellst, habe ich ganz sicher nicht getroffen. Mir geht es nur darum, dass Du Täter (Umweltschädiger) und Reporter (Fotograf) über einen Kamm scherst. So wie Du argumentierst wäre auch ein Fotoreporter der aus Krisengebieten berichtet, an dem Elend das er dokumentiert mit schuld. Das ist ja wie im Mittelalter, als der Bote für die schlechte Nachricht, die er überbrachte, bestraft wurde.

In diesem konkreten Fall stellt sich natürlich auch die Frage, ob es Umweltzerstörung ist, wenn eine Fahrspur angelegt wird, um zwei Orte miteinander zu verbinden, so wie es damals zur Zeit des Diamantenbergbaus und somit lange vor Gründung des Nationalparks der Fall war. Wenn man Deine Argumentation weiterführt, sind Fahrwege in Nationalparks, die erst nach Gründung des selben und nur zur Unterhaltung von Touristen angelegt wurden, viel mehr zu verurteilen.

Wie schön, dass Du weißt, dass es sich bei meiner Beurteilung der Fahrspur nur um eine Vermutung handelt. Leider muss ich Dich enttäuschen. Die Tour durch die Namibwüste ist auch eine historische Exkursion, bei der die Guides viel Wissen über die Zeit des Diamantenbergbaus in der Namib vermitteln. So wurde uns auch mitgeteilt, dass es vom Sossusvlei eine Zufahrt nach Fischerbrunn gab. Wenn man die Topografie der Namib in dieser Region beachtet, ist klar, dass diese Zufahrt nur in einem südlichen Bogen vom Sossusvlei nach Fischerbrunn führen konnte, da dort die Dünen wesentlich niedriger sind als im Westen und Nordwesten des Sossusvleis. Das Hiddenvlei ist die einfachste Strecke um das Sossusvlei Richtung Südwest zu verlassen.

Der Namib-Nationalpark hat im übrigen nicht nur die Aufgabe, die Natur zu schützen, sondern auch die historischen Hinterlassenschaften aus der Zeit des Diamantenbergbaus. Somit würde die Spur sogar explizit unter dem Schutz des Nationalparks stehen.

Alles Gute
Thomas
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zuletzt bearbeitet 07. März 2018
4'382 Beiträge · seit 201507. März 2018 · #27
Liebe Leute im Forum
kann man hier mal ein Thema diskutieren, ohne dass alle übereinander herfallen und zum Teil unsachlich werden? Hat noch nie einer von Euch sich über etwas empört, was bei näherer Nachprüfung der ausgelösten Aufregung nicht standgehalten hat?
Ich finde, Rolfhorst hat hier ein Thema losgetreten, für das es im Forum höchste Zeit wird, nämlich: Hinterfragen wir auch unser Tun als Touristen? Viele Anmerkungen von loser sind mehr als nachdenkenswert.
Kommt mal alle wieder runter und benehmt Euch wie Erwachsene.
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
59 Beiträge · seit 201807. März 2018 · #28
CuF schrieb:Liebe Leute im Forum
kann man hier mal ein Thema diskutieren, ohne dass alle übereinander herfallen und zum Teil unsachlich werden? Hat noch nie einer von Euch sich über etwas empört, was bei näherer Nachprüfung der ausgelösten Aufregung nicht standgehalten hat?
Ich finde, Rolfhorst hat hier ein Thema losgetreten, für das es im Forum höchste Zeit wird, nämlich: Hinterfragen wir auch unser Tun als Touristen? Viele Anmerkungen von loser sind mehr als nachdenkenswert.
Kommt mal alle wieder runter und benehmt Euch wie Erwachsene.
Friederike
Hi Frederike,

was wären denn Deine konkreten Vorschläge zur Thematik "Hinterfragen wir auch unser Tun als Touristen?". Ist durchaus ein spannendes Thema und wäre meines Erachtens einen eigenen Thread wert.

Bester Gruß
Themenstarter538 Beiträge · seit 201207. März 2018 · #29
Hallo Thomas,
Du schriebst u.a.
"Der Namib-Nationalpark hat im übrigen nicht nur die Aufgabe, die Natur zu schützen, sondern auch die historischen Hinterlassenschaften aus der Zeit des Diamantenbergbaus. Somit würde die Spur sogar explizit unter dem Schutz des Nationalparks stehen".
Dem kann und will ich nichts entgegensetzen. Ich habe zum Ort "Fischersbrunn" folgendes gefunden:
http://www.getamap.net/maps/namibia/hardap/_fischersbrunn/
Fischersbrunn is a waterhole(s) (class H - Hydrographic) in Hardap, Namibia (Africa) with the region font code of Africa/Middle East. It is located at an elevation of 19 meters above sea level.
Its coordinates are 24°39'0" S and 14°43'0" E in DMS (Degrees Minutes Seconds) or -24.65 and 14.7167 (in decimal degrees). Its UTM position is VN77 and its Joint Operation Graphics reference is SG33-02.


Ob zu dieser Örtlichkeit ein Weg durchs Hidden Vlei passt? - Na ja, die Dünen?

Sollte die Historie der (sorry, nach wie vor: hässlichen Spur) so sein, wie Du schreibst, kann man diesen Frevel keiner heute lebenden Person unterschieben.
Im weiteren stieß ich inzwischen noch auf auf folgende Seite: http://namibia.11-300mm.de/namibia/sossusvlei
Dort stellt sich die Spur bereits auf einem Foto von 2007 dar, also > 10 Jahre alt. Der Autor schrieb dazu: "Welcher Depp ist da mit dem Auto durchgefahren?"
Derselbe Gedanke war auch mir gekommen, als ich das Magazin "Pictures" aufschlug. Solche Aufregung wäre aber durch eine kleine Bild-Erörterung gar nicht erst entstanden.
So ist es eigentlich auch üblich, z.B. bei den Bildern des "world press award", die i.d.R. oft viel schwieriger sind.
Deine Detailkenntnis in allen Ehren, Du hast damit die Diskussion bereichert. Sie war nicht von allen und an allen Stellen konzentriert und einfach, da nehme ich mich keineswegs aus. Aber das ist halt so, wenn man in einer Sache streitet und damit is gut für mich.

Viele Grüße,
Rolf
354 Beiträge · seit 201407. März 2018 · #30
Lieber Rolf,

als ich im April letzten Jahres am Dünenkamm des Hiddenvleis stand, war ich schockiert. Denn mit einer Fahrspur dort hatte ich wirklich nicht gerechnet.
Wann und wie auch immer sie entstanden ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Da es sich aber um eine einzelne Fahrspur handelt, kann ich mir nicht vorstellen, dass das Überreste einer alten Route sein sollen? Aber ich will mich da nicht aus dem Fenster lehnen.
https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/292703-namibia-in-wolken-eine-bilderreise.html?start=66
Deine Reaktion und Aktion, Rolf, finde ich trotzdem nachvollziehbar.
Übrigens wird die Fahrspur im Hiddenvlei sogar als Fototapete verkauft:
http://mural24.de/produktkonfiguration/43774570/

Liebe Grüße
Anne
www.pleuro.de Namibia 2014...die mit den Wolken reisen. Eine Hommage an Namibia - Unsere Reise in Bildern (2015) Namibia in Wolken - eine Bilderreise (2017)
zuletzt bearbeitet 07. März 2018
5'479 Beiträge · seit 200907. März 2018 · #31
Hallo Anne,

die Spur ist so massiv, dass Sie nicht von einem einzigen Fahrzeug stammen kann. Dazu hätte der Untergrund in der Lehmpfanne mehr als 10cm tief gut durchweicht sein müssen. Solche Verhältnisse sind im Hiddenvlei extrem selten und bei den Konditionen fährt niemand mit seinem Fahrzeug auf eine Lehmpfanne, dann da fährt man sich zwangsläufig fest.

Auf der Strecke von Lüderitz zu den Diamantenfeldern durchquert man auch mehrere Lehmpfannen. Dort sind im Laufe der Jahrzehnte tausende Fahrzeuge entlang gefahren. Diese Spuren sehen exakt so aus wie die im Hiddenvlei. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie mehrere cm tief sind. Ein einzelnes Fahrzeug hinterlässt auch Spuren auf der Pfanne, aber die sehen ganz anders aus. Die Spuren einzelner Fahrzeuge sieht man nur als Verfärbung, nicht aber als eingedrückte Form.

Auf den Touren durch die Namib wird im übrigen von den Guides strengstens darauf geachtet, dass in den Lehmpfannen ausschließlich in den Jahrzehnte alte Spuren gefahren wird. Austoben kann man sich in den Dünen, da sind die Spuren innerhalb kürzester Zeit wieder verschwunden.
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zuletzt bearbeitet 07. März 2018