MAMattyThemenstarter5 Beiträge · seit 201808. Feb. 2018 · #1Hallo zusammen
ich habe Fahrzeuge, die in Kenia registriert sind, und plane eine Tour nach Namibia.
Nun besagt der Customs & Excise Act des Staates Namibia, dass Fahrzeuge, die in Kenia zugelassen sind, kein Carnet de Passage benötigen und stattdessen mit einem TIP vorübergehend importiert werden können.
Mein Problem: das TIP ist nur 3Monate gültig ...
Meine Frage 1:
kann man an der Grenze die namibischen Zöllner bitten, dass die vorübergehende Einfuhr mit einer Eintragung im Carnet erfolgt, statt mit einem TIP? Naturgemäss findet man für solch eine Konstellation keinerlei Hinweise im Netz ...
Meine Frage 2:
Kann mir jemand eine Anlaufstelle bzw. Ansprechperson in einer namibische Behörde nennen, der ich diese Frage stellen könnte? Leider hat es auf der Website der Zollbehörde nirgendwo eine Email-Kontaktadresse ... Oder klappt das in Namibia auch via FAX (in Kenia hätte man damit keine Chance, anrufen wäre auch sinnlos ...)?
Meine Frage 3:
Im jahr 2016 gab es hier im Forum eine längere Diskussion darüber, dass die SA-Zollunion nun den Umgang mit den Carnets strenger kontrolliert und darauf achtet, dass für die Verlängerung wirklich erst ausgestempelt wird usw. In diesem Zusammenhang wurde auch diskutiert, dass man Fahrzeuge auf CdP nicht mehr länger als 3 Monate unterstellen kann in Namibia, falls man nicht selbst im Land ist. Ist das tatsächlich so? Ich habe bei 2 Unterstellern nachgefragt, und die sagten, dass das Unterstellen für mehr als 3 Monate kein Problem sei. In den CdPs des TCS steht nichts, dass man das Land nicht verlassen und das Fahrzeug zurück lassen dürfe. Ich weiss, dass der AA in SA sowas drinsteht hat ... Aber in keinem namibischen Gesetz, in keiner namibischen Zollverordnung habe ich bisher einen Hinweis gefunden zu dieser Thematik (anders als z.B. in Südamerika, wo das expliziter geregelt ist).
Für jeden Hinweis wäre ich dankbar!
Und wer wissen will, wie man sich in Kenia zurecht findet: bitte fragen, ich gebe gerne Auskunft!
Ich habe übrigens ein kleines Projekt-Camp in der Maasai Mara. Wer nach einer gut gelegenen Unterkunft (2km von der Parkgrenze) zu sehr günstigen Konditionen sucht, kann sich bei mir melden.
Gruss
Matty
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200608. Feb. 2018 · #2Hi Matty,
das sind in der Tat sehr spezielle Fragen.
1) Fragen kostet ja nichts 😉 Und es heißt ja ein CdP sei nicht nötig... d.h. ja nicht, dass es nicht erlaubt ist.
2) Director Customs and Excise, Tel: 2092811, Fax: 239278 - bezweifle aber, dass Du irgendeine Antwort bekommst
3) "In diesem Zusammenhang wurde auch diskutiert, dass man Fahrzeuge auf CdP nicht mehr länger als 3 Monate unterstellen kann in Namibia, falls man nicht selbst im Land ist. " Das ist nichts Namibia-spezifisches. Soweit ich weiß darf das Fahrzeug grundsätzlich nicht ohne den Besitzer sein. Die Gesetzgebung dazu kann ich bei Gelegenheit mal raussuchen oder DU versuchst es selber:
https://laws.parliament.na/about-us/ - Ich habe nie gehört, dass es irgendwelche Probleme gibt, wenn man das Auto im Land lässt. Wüsste auch nicht, wie es kontrolliert werden sollte.
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200808. Feb. 2018 · #3@travelNAMIBIA ...doch, doch, die können kontrollieren, wenn sie wollen. Dann sind sie plötzlich ganz schnell da, bei den entsprechenden Unterstellern. Und die Überfälligen sind dann fällig.
Hallo, Matty,
das, was Christian unter Punkt 3) schreibt, war schon immer so und ist auch immer noch so.
Die Handhabung wiederum war schon immer etwas anders und ist auch immer noch etwas anders (so wie es dir die Untersteller sagten). Es ist aber Graubereich und nicht sinnvoll, das bei den Zollbehörden abzufragen, denn die können/dürfen dir nur das sagen, was ihre Vorschriften hergeben!
Niemals würden wir in so einer Sache dort vorstellig werden.
Man weckt damit nur schlafende Hunde und die sind man grad wieder zum Schlafen gekommen.*
Das CdP ermöglicht einem alles was man braucht.
Und eigentlich hast du die Lösung schon genannt.
Verzichte auf die billige Variante des TIP, sie nützt dir nur für 3 Monate. Danach ist dein Auto zolltechnisch illegal im Land und der Zoll darf Hand anlegen..., was seeehr teuer und aufwändig werden kann.
Dass du kein CdP brauchst und mit TIP reisen kannst, heißt ja nicht, dass du nicht mit CdP reisen darfst.
Es scheint in deinem Fall doch nichts dagegen zu sprechen, dir ein Kenyanisches CdP zu holen und bis Ablauf Gültigkeitszeitraum zu nutzen, dann rechtzeitig mit einem Grenzübertritt dein Anschluss-CdP.
CdP einfach jeweils an der Grenze beim Zoll abstempeln lassen, ohne Erklärungen und ohne Fragen (nur wenn du zur Sache gefragt wirst – dann hast du dein CdP, weil du nach Angola und den Kongo weiterreist... – und überhaupt Cross-Africa... und zwei Zollpapiere sind ja nicht sinnvoll... blabla)
Auch die könnten dir nur die Zoll-Regeln sagen – und zwar auch die, dass das Auto nur 3 Monate bleiben darf und du nicht außer Landes...usw...
Gute Reise.
Gruß lilytrotter
* Die Situation 2016 war entstanden, nachdem der Zoll dort unten „großflächig“, im Zuge internationaler Zusammenarbeit geschult worden war – (daraufhin gab es im Alltag leichte Probleme, die ich und auch andere derzeit dargestellt hatten und auf die du dich auch bezogen hast) – aber ich sagte ja schon derzeit: Ruhe bewahren.
Seither werden wir übrigens mitunter bei Kontrollen gefragt: Woher, wohin, wie lange?! Und wir sind immer präpariert und passen auf, nie zu sagen, dass das Auto im Land bleibt und wir nicht. Das erwähnen wir niemals wieder! (das war uns eine Lehre, bei der Lady) „Wir bleiben 3 Wo (in deinem Fall, so lange wie dein Visumstempel erlaubt) und reisen dann weiter. Immer rundherum...“ 🙂
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200608. Feb. 2018 · #4Hi Lillytrotter,
Dann sind sie plötzlich ganz schnell da, bei den entsprechenden Unterstellern. Und die Überfälligen sind dann fällig.
welche "Überfälligen"? Es geht darum, dass CdP-Fahrzeug und Person im Land sein müssen (und nicht im irgendwelche abgelaufenen Carnets). Es gibt keine Pflicht 24 Stunden am Tag an seinem Auto zu sein 😉
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200808. Feb. 2018 · #5ja, da hab ich zwei Dinge vermischt,
und natürlich gibt es keine solche Pflicht,
ändert aber nix daran, dass wir bei der CustomLady genau in dem Punkt der „persönlichen Abwesenheit“ eine ziemlich heikle Diskussion hatten, in deren Verlauf sie unsere Nasen auf's Schriftliche stubste, das besagte, dass man nicht länger als 30 Tage das Fahrzeug im Land lassen dürfe, ohne selber im Land zu sein...
Mir ist durchaus klar, dass das eine zur Praxis sehr widersprüchliche Bedingung ist, die sich auch nicht so wirklich mit der zugestandenen Möglichkeit eines 1jährigen Verbleibs eines Fahrzeugs in der SACU und einem max. 3monatigem Touristenvisum verträgt...
ist aber schlecht diskutieren, wenn man am kürzeren Hebel sitzt...
u.a. eben deshalb umschiffen wir das Thema geflissentlich 🙂
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
FSausS466 Beiträge · seit 201008. Feb. 2018 · #6Hallo,
mit dem Jahr im Land ist eine "Kann-Bestimmung" - es gibt Länder, die dir auch mit Carnet nur eine kürzere Verweildauer im Land erlauben - ich glaub in Teilen Südamerikas ist das der Fall. SACU erlaubt aber 1 Jahr Aufenthalt in der Union...
Mein Carnet kommt immer mit einem Begleitschreiben mit den "DOs and DON'Ts", z.B. welche Grenzstationen erlaubt sind usw. - denn man darf längst nicht einen beliebigen Grenzposten wählen um die Zollunion zu betreten oder zu verlassen. Pandamatenga ist hier als Beispiel zu nennen.
In diesem Begleitschreiben steht auch, dass man sein Fahrzeug nicht länger als 6 Wochen alleine im Land lassen darf - das steht schon immer im Beiblatt! Früher hatten wir ein Carnet aus UK, aktuell haben wir eins vom TCS. Beide Ausgabestellen hatten diesen Passus im Begleitschreiben.
Glücklicherweise wird das nicht kontrolliert - schliesslich müsste ein Kontrolleur die Stempel im Ausweispapier des Fahrers und im Carnet auf diesen Zeitunterschied prüfen. Das traue ich den örtlichen Beamten nicht zu 😎 und wird auch wohl sooooo schnell nicht in eine Routine umsetzbar sein 😈 .
An der Grenze nach Zimbabwe wollte man uns in der Vergangenheit per default immer ein TIP ausstellen; bei Vorlage des Carnet wurde dann aber darauf verzichtet und das Carnet eingestempelt und gut war's.
Ich denke mit Carnet fährt man aktuell am besten in Afrika und hat die größtmögliche Freiheit. Wir haben schon öfters davon geträumt, wie schön es wäre ein lokales Fahrzeug zu haben um der Carnet-Routine zu entkommen. Da man aber nie weiss, was den örtlichen Behörden als nächstes einfällt um Reisenden das Leben schwer zu machen, sind wir froh auf Carnet in der Union zu stehen. Wenn wir mal die Nase voll haben von Afrika, schieben wir unsere Kiste einfach in einen Container und ab geht das Schiff...
Und wie die Lillytrotters schon anmerkten - keine schlafenden Hunde wecken.
Grüßle Frank
Uuup, Nachtrag - sind's wirklich nur 30 Tage? Eine der vielen altersschwachen Synapsen meint sich an 6 Wochen zu erinnern...aber egal ob 4 oder 6 Wochen - eine relativ kurze Frist steht da!
immer wieder gern im südlichen Afrika unterwegs...