16.0917 – Mata-Mata – Urikaruus Wilderness Camp /KTPBei Sonnenaufgang wird ueber uns im Baum die Vogelwelt aktiv. Auch das Camp erwacht langsam, Gaskocher rauschen und der erste Duft von Speck und Eiern zieht ueber den Platz. Irgendwann in der Nacht habe ich nochmal die Loewen gehoert, aber immer noch ziemlich weit weg.
Wir beobachten eine Weile das Campleben von unserem Logenplatz aus. Das ist das Schoene am Dachzelt, man kann alles von oben ueberblicken. Das haben wir damals im Bushcamper von Asco entwas vermisst.
Es ist noch recht frisch als wir fruehstuecken. Am Wasserloch die ueblichen Verdaechtigen: ein paar Schabrackenschakale, jede Menge Tauben, Strausse und etwas weiter weg ein einzelnes Oryx, wie bestellt und nicht abgeholt.
ich habe es tatsaechlich mal geschafft, den hier ganz aufs Bild zu kriegen, auch wenn er grad bloed guckt
Heute sind es nur 50 km bis Urikaruus und die Strecke selbst ist der Gamedrive. Von Wasserloch zu Wasserloch. Die Landchaft ist ein Traum. Die Piste gut zu fahren und nicht viel Verkehr.
Die Duenen linkerhand sind wuenderschoen und wir halten Ausschau nach Loewen oder sonstigen Katzen. Aber gar nicht so einfach, denn das Licht ist grell und die Duenen teilweise recht fern. Meinem linken Arm droht langsam der erste Sonnenbrand.
Aber dann!
Ich glaube ist es war zwischen Sitsas und Craig Lockhart! Auch wenn es sehr weit weg ist, erkennen wir durch die Fernglaeser 4 Loewinnen, schlafend (was sonst ) zwischen den Graesern am Duenenhang. Auch wenn das folgende Foto grottenschlecht ist, fuer mich ist es wieder ein ganz besonderer Moment. Erst etwas spaeter erkennen wir, dass es sogar 5 Loewinnen sind.
Der Tag ist gerettet, egal was noch folgt.
Wir beobachten sie eine Weile, auch wenn sie sich kaum bewegen. Faul wie Loewen nun mal sind. Aber bei der Hitze und Sonne wuerde ich draussen auch nicht rumlatschen.
Irgendwann muessen wir uns dann doch losreissen und fahren weiter. Ich bin gluecklich.
An einem grossen Baum kurz vor Dalkeith entdecken wir 2 Sekretaere. Wir stellen uns in den Schatten und beobachten sie eine Weile. Wirklich wunderschoene Voegel. Vor allem fliegen sie nicht so schnell weg, so dass sie es ganz aufs Foto schaffen.
Und dieser hier sitzt auch gleich nebenan. Ueberhaupt, wir sehen erstaunlich viele Greifvoegel. Meistens allerdings zu sehr weit weg fuer ein g´scheites Foto.
Liebe Experten der Vogelwelt: wie heisst dieser hier?
Rund um Dalkeith treffen wir auf jede Menge Giraffen. Immer so elegante Tiere. Uns faellt auf, dass viele hinten an den Flanken ausgeblichen sind. Hat das eine Bedeutung (z.B. Alter ) oder ist es Zufall? Einfach nur ausgeblichen denke ich ist es nicht, dann waere die Rueckenpartie ebenfalls ausgeblichen.
An den weiteren Wasserloechern ist nicht viel los. Es ist schon mittags und entsprechend heiß. Aber: wir halten schliesslich auch auf fuer Gnus und Oryxe! Bei denen ist eh immer was los und einer sorgt immer fuer Zoff.
Springboecke sind hier nicht unbedingt von Aussterben bedroht, deswegen sind wir auch nicht traurig, dass sein Kumpel heute abend bei uns auf dem Grill liegt
Fuer uns eine Premiere ist auch die Kapcobra. Ganz schoen gross war dieses Exemplar mit ca. 1,5 Meter. Sie kreuzte die Pad vor unserem Auto. Durch ihre gelbe Farbe konnten wir sie schon von Weitem ausmachen. Eine Weile ist sie neben dem Auto. Als sie den Vorderkoerper anhebt und anfaengt zu zuengeln, schliessen vorsichtshalber das Fenster. Dann verschwindet sie in einem Erdloch.
Dann kommen wir nach Urikaruus.
Wir hatten Glueck und konnten eine Nacht hier ergattern. Die einmalige Anlage ist wirklich toll gelegen und man koennte es hier durchaus ein paar Tage laenger aushalten. Wir bekommen das erste Chalet rechts. Kein Nachbar zur Rechten und trotz Baum noch direkten Blick zum Wasserloch. Inzwischen gibt es hier einen neuen Ranger, er heisst Jock und weist uns sehr freundlich ein.
Da es noch frueh ist, laden wir nur kurz das Noetigste aus dem Auto. Vor allem die Kuchensachen. Waehrend wir ausladen muss einer immer das Tor halten, da es sonst automatisch wieder zufaellt. Wegen der Loewen! Und bevor man wieder zum Auto geht ist es ratsam die Gegend noch einmal abzuscannen, vor allem auch unter dem Auto.
Das Springbockfilet hatten wir heute morgen schon vor Abfahrt mariniert. Es steht ein nagelneuer Kuehlschrank in der Kueche und wir nutzen ihn natuerlich um alle unsere Frischwaren mal richtig zu kuehlen. Ueberhaupt ist die Kueche mit allem Noetigsten ausgestattet und alles sieht ziemlich neu aus.
Dann fahren wir noch einmal los Richtung Kamqua.
Eine riesige Springbockherde mit einem einzelnen Gnu kreuzt den Weg, wir muessen eine ganze Weile warten bis wir weiterkommen.
Puenktlich zum Sundowner kommen wir zurueck nach Urikaruus. Ist das schoen hier. Auf der Terrasse trinken wir erst einen Gin-Tonic, bevor wir mit dem Braai anfangen.
Waehrend wir Feuer machen steht Jock, der Ranger, auf einmal bei uns in der Kueche. Er wollte nicht rufen und keinen Krach machen , denn am Wasserloch trinkt gerade ein LEO!!!
In dem gleichen Minute entdecken wir ihn auch. Damit hatten wir in dem Moment ueberhaupt nicht gerechnet, denn es war eine ganze Weile ueberhaupt nichts los am Wasserloch.
Es ist leider schon ziemlich dunkel und die Kamera hatte ich schon beiseite gelegt. In letzter Minute mache ich noch dieses schlechte Beweisfoto, bevor er abzieht.
Das nennen wir Glueck: der 4. Leo bei der 4. Reise. Wir koennen ihn leider nur ca. 2-3 Minuten lang mit dem Fernglas beobachten, dann verschwindet er entgueltig in der Dunkelheit.
Wow. So ist das mit den Tieren, wenn man es nicht erwartet, dann sind sie auf einmal da.
Da schmeckt das Springbockfilet gleich nochmal um einiges besser, auch der Wein. Und der Amarula.
Wir sitzen noch lange am Feuer. Als es dann richtig kalt wird, geht’s in die Betten in der oberen Etage.
Auch heute nacht hoeren wir Loewen.
Loewen, Leo , Kapcobra...
Es freut sich die Elsa