Malaria bzw. Mückenschutz

42 Antworten · 10,6k Aufrufe · gestartet 03. Dez. 2017 von tanjatanja
Antworten
2'497 Beiträge · seit 201105. Dez. 2017 · #21
Vor allem die letzten beiden Absätze von Markus kann ich voll unterstreichen. Expositionsprophylaxe (Mückenstiche vermeiden) sollte niemand vernachlässigen, das ist der beste Schutz, selbst wenn man auch noch Chemie einwirft. Und einen Malariatest kann sogar ein normaler Hausarzt veranlassen (bei uns schon geschehen), man muss ihn nur selber darauf aufmerksam machen, denn nicht jeder Hausarzt weiß von jedem Patienten, wann der sich wo aufgehalten hat.

"aber das Malaria Notfallmedikament -weiß den Namen gerade nicht - mitnehmen (auf Rat unseres Arztes)"
"Ich hab mit keinem Wort gesagt das mein Arzt geraten hat das Medikament einfach so zu nehmen !"

Was ich aber nicht verstehe: Warum willst Du ein Mittel mitnehmen, dass Du dann nach eigener Aussage doch nicht ohne vorherige Konsultation eines Arztes "einfach so" einnehmen willst. Der Arzt, zu dem Du gehen solltest bei Beschwerden, wird Dir dann das "richtige" Mittel in der dann benötigten Menge aufschreiben, ich bin nach wie vor der Meinung, Selbstmedikation nur mit Hilfe des Beipackzettels ist in einer Gegend, in der ich zeitnah einen Arzt erreichen kann, Fahrlässigkeit gegen mich selber. Das ist bei Eurer Tour der Fall.

Das ist alles, was einige Dir hier zu erklären versuchen. Nur weil Du was von einigen anderen Reisenden gehört hast, muss es nicht zwangsläufig stimmen. Stand-By mitzunehmen in Gegenden, in denen Ärzte und Medikamente verfügbar sind, gehört für mich in die Rubrik "oft gehört und gern geglaubt". Ich bin kein Mediziner und begebe mich bei einer ernsthaften Erkrankung (oder auch nur dem Verdacht einer solchen) lieber in die Hände von Fachleuten.

Viele Grüße
Karin

P.s. Übrigens, Markus, zu dem Zitat von Pingo, ich kenne niemanden, der sich gerne stechen lässt, denn sogar in Malaria-freien Gebieten jucken die Stiche ekelhaft. 😠
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein. Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung" Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
zuletzt bearbeitet 05. Dez. 2017
7'296 Beiträge · seit 200605. Dez. 2017 · #22
chamäleon2011 schrieb:
P.s. Übrigens, Markus, zu dem Zitat von Pingo, ich kenne niemanden, der sich gerne stechen lässt, denn sogar in Malaria-freien Gebieten jucken die Stiche ekelhaft. 😠

... ich werde nun nicht gerade gerne gestochen, aber mir ist es ziemlich egal.
Nach einer Radtour in der canadischen Arktis im Sommer weiß man, was "Mückenplage" bedeutet. Nach dem ersten Tag auf dem Dempster Highway wollte ich meine Mückenstiche zählen. Ich habe am linken Fußgelenk angefangen und bei 35 Stichen aufgehört. Da war ich immer noch am linken Fußgelenk ... 😉
Zelt geöffnet, so schnell wie möglich rein und Zelt wieder zu - trotzdem ein halbes Dutzend Moskitos mit drinnen. Moskitonetz über den Kopf ziehen bedeutet, dass einige Moskitos auf der Innenseite sind. Die stechen trotzdem und dann wollen sie weg und können nicht. Das Summen macht einen fast wahnsinnig. Die Moskitos dort sind ganztägig aktiv.

Afrika ist diesbezüglich dagegen selbst im Regenwald Kameruns oder in den Reisfeldern Gambias eine Wohltat. Die paar Moskitos in Namibia "jucken" mich nicht ... 😉

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'042 Beiträge · seit 201605. Dez. 2017 · #23
Hallo Wolfgang,
BikeAfrica schrieb:
chamäleon2011 schrieb:
P.s. Übrigens, Markus, zu dem Zitat von Pingo, ich kenne niemanden, der sich gerne stechen lässt, denn sogar in Malaria-freien Gebieten jucken die Stiche ekelhaft. 😠

... ich werde nun nicht gerade gerne gestochen, aber mir ist es ziemlich egal.
... ich werde auch nicht gerade gerne gestochen, aber in Gegenden wo keine bösartigen Krankheiten von den Plagegeistern übertragen werden ist mir das auch ziemlich egal. Mit Chemie waren übrigens alle möglichen und unmöglichen Mittel gemeint die man sich auf die Haut schmieren kann um die Plagegeister ab zu halten, nicht die Medikamente (die schlussendlich ja auch Chemie sind, aber da hatte ich erst nicht daran gedacht).
BikeAfrica schrieb:
Nach einer Radtour in der canadischen Arktis im Sommer weiß man, was "Mückenplage" bedeutet. Nach dem ersten Tag auf dem Dempster Highway wollte ich meine Mückenstiche zählen. Ich habe am linken Fußgelenk angefangen und bei 35 Stichen aufgehört. Da war ich immer noch am linken Fußgelenk ... 😉
So habe ich Canada in der Gegend um Banff und Jasper auch erlebt. "Mückenplage" und noch gemeiner die großen Bremsen (die sind furchtbar)...
Bei ekelhaft juckenden Mückenstichen hilft es ja recht gut mit etwas Hitze die Einstichstelle zu erwärmen und wenigstens der Juckreiz ist weg...
BikeAfrica schrieb:
Zelt geöffnet, so schnell wie möglich rein und Zelt wieder zu - trotzdem ein halbes Dutzend Moskitos mit drinnen. Moskitonetz über den Kopf ziehen bedeutet, dass einige Moskitos auf der Innenseite sind. Die stechen trotzdem und dann wollen sie weg und können nicht. Das Summen macht einen fast wahnsinnig. Die Moskitos dort sind ganztägig aktiv.
😄 Ich glaube die sind dort immer aktiv...
BikeAfrica schrieb:
Die paar Moskitos in Namibia "jucken" mich nicht ... 😉
Vor den Moskitos in Namibia habe ich aber mehr Angst als vor den Moskitos die in unseren Breiten herum fliegen. In Ländern in denen Mücken gefährliche Krankheiten übertragen können, da schütze ich mich zumindest mit einem Mittel wie z.B. DEET was die Plagegeister eine Zeitlang abhält. Man muss ja nicht das Schicksal über Gebühr herausfordern. Wo allerdings keine große Gefahr droht, da nehme ich dann doch lieber die Insektenstiche in Kauf.

Gruß Markus

PS: Mit DEET aufpassen, das ist potentiell in der Lage alles mögliche aus Kunststoff zu zerstören, also auch "Brillengläser" aus Kunststoff (dann wird es bei manchen Brillen ziemlich teuer)...
133 Beiträge · seit 201505. Dez. 2017 · #24
Hallo Tanja,

du hast ja schon viele Antworten erhalten, trotzdem möchte ich nun auch mal meinen Senf dazugeben.

Zunächst mal, das dir vom Arzt angeratene "Notfallmedikament" ist wahrscheinlich zur Standby-Prophylaxe gedacht und heißt "Doxycyclin". Ich bin kein Arzt, kenne dieses Medikament aber aus Erzählungen von Kollegen.

Persönlich habe ich es auf meinen Namibia-Touren noch nie mitgenommen, ich vertraue lieber auf Chemo-Prophylaxe mit Malarone. Das vertrage ich einwandfrei.
Von Lariam würde ich die Finger lassen, das macht laut wörtlicher Aussage meines Tropen-Arztes "bunte Träume", Kollegen berichteten schon von Halluzinationen, Depressionen und schwererem.

Ansonsten nehme ich auch DEET mit, zum Einsprühen. Bestelle das online, heißt CarePlus 50% DEET.

Bei eurer Tour solltet ihr aber keine Mararia zu befürchten haben. 2011 sagte man mir auf einer Lodge bei Rundu, Malaria-Risiko bestehe im "westlichen Norden Namibias" nur zur Regenzeit, der Caprivi sei jedoch ganzjährig Hochrisikogebiet. Und so weit östlich kommt ihr auf eurer Tour nicht.

Trotzdem kann ich verstehen, dass man eine Sicherheit haben will. Also, warum denn nicht eine Standby-Prophylaxe oder evtl. Malarone?

Das ist natürlich eine Kostenfrage. Malaria beginnt mit grippeartigen Symptomen, die nur ein Arzt eindeutig als Grippe oder Malaria differenzieren kann. Das heißt, sollte man auf der Tour solche Symptome bekommen, muss man eh zum Onkel Doc. Und wenn es Malaria ist, kann man sich dann dort gleich entspr. versorgen lassen, der hat Malaria-Medikamente da und weiß wie man die akute Malaria behandelt.

Zur Aktivität der Mücken:
Tagsüber sind die Malaria-Mücken nicht aktiv, die kommen erst abends raus. Das heißt also, so heiß es auch am Abend noch sein mag, lange Kleidung (und geschlossene Schuhe) anziehen.

Möglicherweise konnte ich jetzt noch ein Stück weiterhelfen, oder habe nur noch für mehr Verwirrung gesorgt.

Wie auch immer, ich wünsche euch noch viel Spaß bei der weiteren Planung.

Viele Grüße
Thomas
2'497 Beiträge · seit 201105. Dez. 2017 · #25
Hallo Thomas,

Doxycyclin ist ein Antibiotikum, das einige Ärzte als Prophylaxe verschreiben (ich glaube allerdings, in Deutschland nicht als solches zugelassen), Malarone ist ein auch bei uns zugelassenes Medikament zur Propylaxe. Dass Doxycyclin als Standby verordnet wird, habe ich noch nie gehört, ich kenne ausschließlich Malarone als Standby. "Standby-Prophylaxe" gibt es nicht, entweder Prophylaxe (ich nehme das Medikament, solange ich in einem Risikogebiet bin, evt. darüber hinaus, regelmäßig und zuverlässig ein) ODER Standby (ich nehme das Medikament, wenn ich mich krank fühle). Wenn ich mich krank fühle und eine schwere Erkrankung wie Malaria in Betracht kommt, gibt es für mich NUR den Gang zum Arzt und nicht den Griff zum Beipackzettel, vor allem, wenn ich null Erfahrung mit der Erkrankung habe.

Ob man in bestimmten Gebieten Prophylaxe nimmt und wenn ja, welche, ist von der Diskussion über den Sinn von Standby- Medikamenten unabhängig ein für mich eigenes Thema.

Viele Grüße
Karin

P.s. Wenn ich Aspirim mitnehme, falls ich mal Kopfschmerzen bekomme, hat das mit Prophylaxe ja zunächst auch wenig zu tun.
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein. Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung" Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
zuletzt bearbeitet 05. Dez. 2017
133 Beiträge · seit 201505. Dez. 2017 · #26
Hallo Karin,

richtig, das Doxycyclin ist bei uns noch nicht zugelassen, einer meiner Kollegen nahm es trotzdem auf seine Namibia-Reise mit. Weiß der Teufel wie er da rangekommen ist ... Mein Tropenmediziner kannte es übrigens auch und wusste, dass es gut als Malaria-Standby verwendet werden kann. Aber weil es eben noch nicht zugelassen ist, wollte/konnte er es mir nicht verschreiben.

Und die beiden Begriffe mit der Prophylaxe, ich gebe ja nur das wieder was mein Tropenarzt für Begriffe benutzt. Und der unterscheidet in der Tat zwischen Chemo-Prophylaxe (also - bei Malarone - ab einen Tag vor Eintritt sowie für die ganze Zeit des Aufenthalts im Risikogebiet, und sieben Tage nach Verlassen des Risikogebietes auch eine täglich) und der Standby-Prophylaxe, bei der man das Medikament nur für alle Fälle mitnimmt.
Standby hat man es ja auch prophylaktisch dabei, also vorbeugend. Eine Prophylaxe ist eine vorbeugende Maßnahme. Das heißt, auch wenn man Aspirin mitnimmt, falls man Kopfschmerzen bekommt, dann ist das eine Prophylaxe.

Aber die Diskussion um medizinische Begrifflichkeiten wird die Fragestellerin Tanja nicht weiterbringen, fürchte ich.

Deiner Meinung nach wäre eine Differenzierung der Gebiete, in denen man die ein oder andere Prophylaxe nimmt, ein eigenes Thema. Dem schließe ich mich zumindest für die aktuelle Fragestellung nicht an, denn Tanja wollte eingangs ja wissen, ob sie für ihre Tour Malaria-Prophylaxe machen muss. "Wie hoch ist das Risiko einzuschätzen? Wir sind im Mai unterwegs. Von Windhoek über Waterberg, Tsumeb nach Etosha. Dann Richtung Süden."
Und da ich sah, dass sie bis in den "mittleren Norden" fährt und in den Caprivi nicht, folgte halt mein entspr. Ratschlag.
Aber du hast recht, eine genaue Auflistung der Malaria-Gebiete, wo ist welche Prophylaxe sinnvoll bzw. wo kann man darauf verzichten, das könnte in einem eigenen Thema erfolgen, ständig aktualisiert. Aber andererseits, das kann man auch googeln oder sich beim Tropenmediziner geben lassen.

Viele Grüße
Thomas
zuletzt bearbeitet 05. Dez. 2017
Gast05. Dez. 2017 · #27
OT
und so offenbarte sich eine neue Disziplin: Die semantische Tropenmedizin.
In dieser wird unterschieden zwischen der vorbeugenden (prophylaktischen) MITnahme und der vorbeugenden EINnahme eines Medikaments.
Danke, habe wieder etwas dazugelernt.

Nachtrag 14:50
Hi tanjatanja
@Doxycyclin. Das ist ein Breitband-AB, wie schon gesagt, das auch so eingesetzt wird. Ich musste es schon 3 Wochen wegen einer Infektionserkrankung nehmen und hatte keine Probleme damit. Als Malariaprophylaxe würde ich persönlich es wegen der langen Einnahmedauer nicht nehmen, auch wenn es von dortigen Ärzten gerne empfohlen wird. Ich sage das aber aus Bauchgefühl und als medizinischer Laie. Ich sehe in Afrika auch wenig Möglichkeit grelle Sonne zu meiden, das ist nämlich eine Empfehlung
Grüße
zuletzt bearbeitet 05. Dez. 2017
1'543 Beiträge · seit 201305. Dez. 2017 · #28
Hallo in die Runde,

Doxycyclin kommt überwiegend zum Einsatz in Gebieten wo sich bereits Multi-Resistenzen gebildet haben:

http://tropeninstitut.de/malaria/schutz-vor-malaria/medikamentoese-prophylaxe-gegen-malaria#Doxycyclin

Also, alles gar nicht so leicht, auch unter der Prämisse, dass man hier keine Empfehlungen geben sollte und kann. Auf all diese Erfahrungsberichte und das damit verbundene Halbwissen würde ich mich nicht verlassen. Wir haben Malerone im Krüger gut vertragen, abends mit Rotwein eingenommen und bis auf kuriose Träume, die natürlich auch vom Rotwein kommen können 😎 , haben wir keine Nebenwirkungen verspürt. Aber wie gesagt: wir hatten keine Nebenwirkungen, und wir haben uns damals für diese Form der Prophylaxe entschieden.

Herzliche Grüße
Beate
Reiseberichte: Patagonien 2020: Zwischen Anden, Pampa und Eis: https://namibia-forum.ch/forum/weiterelaender/299353-patagonien-2020-zwischen-anden-pampa-und-eis.html Das schönste Ende der Welt-Südafrika März 2017 https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/292402-das-schoenste-ende-der-welt-suedafrika-maerz-2017.html Südafrika 2018-Ohne Braai gibt es keine Katzen https://namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/296432-suedafrika-2018-ohne-braai-gibt-es-keine-katzen.html
zuletzt bearbeitet 05. Dez. 2017
1'059 Beiträge · seit 200605. Dez. 2017 · #29
Liebes Forum

Das Thema scheint ja nun wirklich auch nicht tot zu kriegen zu sein... Daher sage ich lieber nichts konkretes dazu und will nur zur eventuellen Aufheiterung zum allseits beliebten Tipp, Abends lange Kleidung anzuziehen, eine kleine Anektode erzählen:

Vor knapp zwei Jahren im Januar im Kgalagadi Transfrontier Park auf der Twee Rivieren Campsite. Zu dieser Jahreszeit herrscht dort bekanntlich Hochsommer und es kann nun wirklich fürchterlich heiss sein dort. Als wir angekommen sind, hat uns der Ranger berichtet, dass die letzten Tage das Thermometer tagsüber nicht unter 40° C gesunken sei. Es herrschte also wirklich brüllende Hitze und Nachmittags flätzen wir völlig platt in den Campingstühlen im Schatten und treffen ein jüngeres Paar aus Kontinentaleuropa, dem hellen Hautton nach zu urteilen offenbar auch recht frisch aus dem europäischen Winter und noch nicht so lange in Afrika unterwegs. Am späteren Nachmittag, die Sonne steht noch sehr deutlich über dem Horizont, fangen die beiden plötzlich an, sich Socken, lange Hosen, langärmlige Hemden und Hüte mit Nacken-Netz anzuziehen und die noch knapp freien Hautstellen wie Hals, Gesicht und Hände mit Mückenschutzmittel einzureiben. Wir so: Kalahari? Fucking schlappe 40° C im Schatten? Wasser; wo? Mücken; wo???

Ehrlich, aber wir konnten fast nicht mehr. Sowas kommt dabei heraus, wenn man sich zu streng an gewisse Tipps hält und dabei den so viel zitierten gesunden Menschenverstand aussen vor lässt. 😄

Liebe Grüsse
Sam
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
2'497 Beiträge · seit 201105. Dez. 2017 · #30
"Vorab : wir werden keine Malariaprophyaxe einnehmen aber das Malaria Notfallmedikament -weiß den Namen gerade nicht - mitnehmen (auf Rat unseres Arztes)"

Dieser Satz war für mich und anscheinend auch andere Ausgangspunkt der Diskussion, die folglich nicht um Malariamedikamente regelmäßig "prophylaktisch" eingenommen, sondern nur um Stand-By gingen. Docycyclyn kann jeder Arzt verordnen, die Krankenkasse übernimmt dann im Zweifel nur halt nicht die Kosten, da bei uns als Malariamittel (sonst schon, ansonsten wäre es nur illegal zu beschaffen) nicht zugelassen. Das gängige und in seiner Wirksamkeit untersuchte Mittel NACH Ausbruch der Krankheit ist nach Auskunft unseres Reisemediziners Malarone. Es ist übrigens auch das Mittel, das ich nehme und prima vertrage, wenn ich denn was nehme, was wiederum von Jahreszeit und Gegend abhängt, das war aber für mich und zunächst auch für die Threaderöffnerin (siehe Zitat oben) nicht die Frage.

Jeder mag selber entscheiden, ob er im Urlaub bei Unsicherheiten lieber ein von zu Hause mitgebrachtes Medikament auf Verdacht nimmt, wenn es ihm schlecht geht, oder ob er dann einen Arzt aufsucht. Das war alles, um was es mir bei der Diskussion ging.

"Semantische Tropenmedizin" gefällt mir übrigens sehr, auch wenn es wohl eher als Kritik an meinem Beitrag gedacht war. 🤩 Und ich weiß jetzt, dass die Mitnahme von sauberen Unterhosen auch unter Prophylaxe fällt. 😗

Grüße Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein. Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung" Namibia 2015: Namibia - Mein Seelenland Namibia und Botswana 2014: Überraschungstour Namibia und Botswana mit Guide Namibia 2013: Drei Heidjer in Namibia - Guck mal, Elefanten!
Gast05. Dez. 2017 · #31
chamäleon2011 schrieb:
"Semantische Tropenmedizin" gefällt mir übrigens sehr, auch wenn es wohl eher als Kritik an meinem Beitrag gedacht war. 🤩 Und ich weiß jetzt, dass die Mitnahme von sauberen Unterhosen auch unter Prophylaxe fällt. 😗
Nein, so war das nicht gedacht, unsere Begriffsbestimmung von "vorbeugend" ist die gleiche.

Und für den Fall eines Löwenbesuches beim Zelt kann auch die Mitnahme von sauberen Unterhosen sowohl eine vorbeugend/vorausschauende Maßnahme als auch dringende Notversorgung sein....das gefällt jetzt wieder mir 😗

Und sorry tanjatanja, weiter oben habe ich auch etwas Sachdienliches @ Doxy gesagt.
zuletzt bearbeitet 05. Dez. 2017
211 Beiträge · seit 201305. Dez. 2017 · #32
Old Women schrieb:
Wir haben Malerone im Krüger gut vertragen, abends mit Rotwein eingenommen und bis auf kuriose Träume, die natürlich auch vom Rotwein kommen können 😎

Herzliche Grüße
Beate
Beate, ich kann Dich beruhigen, es kam nicht vom Rotwein. Mein Mann und ich haben die gleiche Erfahrung gemacht und uns morgens einen gefeixt, wenn wir uns unsere Träume erzählten 😄 😄 😄
Wie kann man Namibia nicht lieben?
7'296 Beiträge · seit 200605. Dez. 2017 · #33
... da hier inzwischen einige Dinge über Doxycyclin geschrieben wurden, die so nicht ganz stimmen, hier mal ein Link mit den wichtigsten Infos, möglichen Nebenwirkungen usw..
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm3_30_2003

Doxycyclin ist als Prophylaxe tauglich, aber nicht als alleiniges Mittel zur Behandlung und daher als Stand-by ungeeignet.
So kann man das meist unnötige Stand-by-Medikament noch sinnloser machen, indem gleich ein gänzlich ungeeignetes Medikament als Stand-by mitnimmt.
Kann man übrigens auch super kombinieren mit Gin-Tonic als Prophylaxe ... 😉

Auch wenn Doxycyclin in Deutschland nicht als Prophylaxe gegen Malaria zugelassen ist, kann es vom Arzt dennoch zu diesem Zweck verschrieben werden. Die Herstellerfirma haftet jedoch nicht für Nebenwirkungen, die im Zusammenhang mit diesem Verwendungszweck auftreten.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Gast05. Dez. 2017 · #34
Nachdem das Thema Doxycylin doch prolongiert wurde, doch noch etwas.
In Südafrika wird das von vielen einheimischen Touristen auf Empfehlung dortiger Ärzte als Prophylaxe genommen. Ich habe es nicht gemacht.
Und noch @ Nebenwirkungen
Bei einer der xx Diskussionen hier zum Thema i.A. und Doxycyclin im Besonderen gab es dezidierte Befürwortungen von einem deutschen Arzt mit tropenmedizinischem Know How, der Doxy als DIE optimale Prophylaxe empfahl, hinsichtlich Verträglichkeit und Wirksamkeit. Der einzige aber geringe Nachteil sei das erhöhte Risiko für Scheidenpilz, so dass er die gleichzeitige Einnahme eines Mittels dagegen empfahl.
Grüße
zuletzt bearbeitet 05. Dez. 2017
568 Beiträge · seit 201405. Dez. 2017 · #35
Na toll, jetzt sind wir soweit, daß wir medizinische Pseudo-Expertisen austauschen, wo doch jeder Beitragende erst mal beteuert, dass dies die ultimative Sinnlosigkeit darstellt.
Kein Wunder, dass immer wieder neue Neulinge hier "Expertenrat" suchen.

Dabei lässt sich als conclusio aus jedem Malaria-thread hier nur die gute alte schwäbische Maxime konstatieren:
"Nex G'wiess woiß mer net".
Entweder wir bitten Chrigu, die Fragen mit einem standardisierten "frag' deinen Tropenarzt" zu unterbinden,
oder wir tauschen hier als Laien persönliche Einschätzungen aus.
Alles dazwischen ist doch Larifari ohne praktischen Nährwert.

Es sei denn, jemand stellt Interviews mit real existierenden Mücken ein, die konspirativ über das schändliche Tun ihrer Kollegen berichten. Wer überträgt wann an wen welche Malaria und wenn ja, warum?
Abgesehen davon, daß das Gesindel bei seiner schändlichen Aktivität das Licht scheut und erst ab Dämmerung aktiv ist,
können wir nicht viel an gesicherten Erkenntnissen beitragen.

Um es in den grausigen Kontext derzeitiger Nachrichten zu stellen:
Nein, wir wissen nicht, welchen Glaubens oder welcher Nationalität die Mücken sind.
Nein, die AfD hilft nicht gegen Anophelesmücken
Nein, Glyphosat ist auch keine Lösung.
Nein, es gibt keine Versicherung gegen Mückenstiche
Nein, der Anwalt hilft auch nicht weiter.
Nein, "wer sich in Gefahr begibt", kommt nicht unbedingt darin um, stellt sich aber dem "allgemeinen Lebensrisiko"

Kurz:
Auf "Malle" gibt's keine Malaria. Geht doch lieber dort hin. Soll schön sein. Deutsch sprechen die auch.
Erspart jungen Familien auch spätere Vorwürfe der Kinder "Mami, warum bin ich krank, ich weiß doch nicht mal, wo ich war".

Zugegeben: Stars in den (a)sozialen Medien werdet ihr eher mit Malaria-Empörung oder dem heroischen Kampf gegen die fiese Krankheit. Dass viele Primark-Klamotten aus Polyester sind und die Behandlung mit Peaceful Sleep (mit nur einem "l" by the way) nicht vertragen, macht den Skandal perfekt. Wenigstens darauf könnten sich die Mücken gefälligst einstellen!
Die Welt ist böse, besonders gegen die geknechteten Deutschen. Jawoll! aber das wussten wir ja schon immer... 😈
211 Beiträge · seit 201305. Dez. 2017 · #36
Randfontein: Sarkasmus? 😗 😗 😗
Wie kann man Namibia nicht lieben?
568 Beiträge · seit 201405. Dez. 2017 · #37
frau_shrimp schrieb:Randfontein: Sarkasmus? 😗 😗 😗

Ja, natürlich!
Welche andere Reaktion fiele dir als angemessen ein, wenn du schon eine Weile im Forum dümpelst? 😈
Grüßle
Martin
211 Beiträge · seit 201305. Dez. 2017 · #38
Bazinga 😎
Wie kann man Namibia nicht lieben?
211 Beiträge · seit 201305. Dez. 2017 · #39
P.S.: meine Erkenntnis nach 4 Jahren Forum: ich lese, staune, bilde mir stumm ein Urteil und reise dann so, wie es mir richtig erscheint 😉
Wie kann man Namibia nicht lieben?
zuletzt bearbeitet 05. Dez. 2017
1'042 Beiträge · seit 201606. Dez. 2017 · #40
Hallo Martin,
Randfontein schrieb:
Kurz:
Auf "Malle" gibt's keine Malaria. Geht doch lieber dort hin. Soll schön sein. Deutsch sprechen die auch.
Erspart jungen Familien auch spätere Vorwürfe der Kinder "Mami, warum bin ich krank, ich weiß doch nicht mal, wo ich war".
es ist noch nicht so lange her, dass es auf "Malle" Malaria gab. Aber die "Mallorquiner" wussten schon damals wie man Malaria behandelt: Logischerweise mit Alkohol, Chinin und Enzian und viel Zucker (wegen dem Geschmack).... -> Moya Palo de Mallorca 😛

Heute spricht man schon wieder davon, dass diverse Krankheiten die durch Stechmücken übertragen werden wieder auf dem Vormarsch sind. Das betrifft nicht nur "Malle" sondern auch Deutschland:
Malaria am Rhein...
Spinnen und Regenwurmpulver hört sich aber nicht ganz so lecker an, aber wenn es hilft?!? Dass es effektive Impfstoffe geben soll, halte ich aber für ein Gerücht, das wüsste dann auch mein Hausarzt bestimmt.
Randfontein schrieb:
Die Welt ist böse, besonders gegen die geknechteten Deutschen. Jawoll! aber das wussten wir ja schon immer... 😈
Wie Du erkennen kannst ist die Welt doch viel netter zu uns Deutschen geworden. Um uns eine Malaria einzufangen reicht es nicht mehr "nur" an den Rhein zu reisen, sondern wir müssen todesmutig um die halbe Welt fliegen um in die Reichweite dieser Krankheit zu kommen.

Gin Tonic ist in Namibia überall erhältlich und sorgt vielleicht auch dafür, dass man vor Malaria geschützt ist, man muss nur ganz fest dran glauben. Besonders zu empfehlen als Sundowner. 😄

Gruß Markus

PS: Noch mehr Halbwahrheiten oder kompletten Unsinn findet man zu genüge, wenn man Google bemüht. Manch "Scharlatan" wird nicht müde irgendwelche Mittel (zum Teil giftigen Chemikalien) als Mittel gegen Malaria zu propagieren. Im Besten Fall sind diese nicht gesundheitsschädlich, was aber nicht immer der Fall ist.