MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200818. Okt. 2017 · #21
Die Anfahrt zur Hunters Road ist wirklich tricky. Wir lesen den Reiseführer ein paar mal rückwärts, da die Route von Süden beschrieben ist und fahren dann doch wie beschrieben zum Wassertank den Berg hoch und dann durch ein Tor links runter. Dann wird der Weg klar, Links von uns stehen die weißen Grenzpfähle. Das Tal öffnet sich und der Track schlängelt sich gut sichtbar durch das traumhafte Tal.
Die ersten Kilometer sind wirklich ein Gedicht. Die Grenze ist gut sichtbar, rechts stehen große Anwesen und Lodgen. Viele Tiere grasen unter hohen Bäumen und es ist wirklich paradiesisch. Ein paar Mal sieht man rechts in dichter besiedeltes Gebiet und dann verschwinden wir wieder im Wald. So gondeln wir dahin, mal auf festem und mal in sandigem Untergrund. Plötzlich tritt ein bewaffneter Soldat auf die Strasse. Er war noch schlechter zu sehen als ein Elefant und ich brauche ein bißchen, um mich zu erholen. Hinter ihm stehen noch weitere Männer seiner Einheit. Es ist eine Anti-Wilderer Patrouille, die höflich und mit einer gewissen Belustigung über meinen Schreck über ihre Aufgabe Auskunft geben. Nach ein wenig Small Talk fahren wir noch ein paar Kilometer weiter und machen dann Frühstück. Über weiter Strecken ist der Sand so tief, dass unser Differential durch den Mittelsteg pflügt. Aber auch ohne Luftabsenkung kein Problem für unseren Ersatzwagen.. Danach wird die Spur fester, aber auch durch die vielen trockenen Elefantenspuren im Lehmboden sehr holprig.
Wir biegen dann durchgeschüttelt vor der Ngwahla Pan wieder auf die Teerstrasse ab und müssen kurz danach am Vet Fence eine Gurke verzehren. Wegen Fruchfliegengefahr darf sie nicht eingeführt werden. Auf der Gegenseite müssen die Insassen einen SA- Autos tütenweise Lebensmittel ausladen. Eigentlich müßte man dort eine Tauschbörse einrichten… Zwischendurch werden wir immer wieder daran erinnert, dass dies Elefantenland ist. Auf der Hunters Road waren es 80 Kilometer und 70 Kilometer später erreichen wir Elefant Sands. Die Begrüßung ist nett, die Campingplätze tatsächlich so nichtssagend wie beschrieben. Allerdings gibt es um diese frühe Zeit noch einen Platz in der ersten Reihe und die Wasch- und Küchendiensteinrichtungen sind komfortabel und sauber. Um das große Wasserloch gruppieren sich die geräumigen Zelte, das Restaurant mit Pool und die schattenlosen Stellplätze. Aber das ständige Kommen und Gehen der Elefanten zwischen den Bauten ist spektakulär und man muß sehr aufpassen, dass man nicht vergißt, dass sie wild sind.
Leider kommen auch eine spanische und eine deutsche Reisegruppe an. Insbesonders bei den Spaniern steht der Spaß- und Feiergedanke im Vordergrund und ich wundere mich, dass sie nicht zum Spielen zu den Elefanten gehen. Wir genießen es trotzdem, essen ganz gut am Buffet zu Abend und nach einer dann trotzdem ruhigen Nacht auch zum Frühstück. Wir trennen uns nur ungern von Elefanten und Pool und machen uns auf nach Kubu.
BarbaraB23 Beiträge · seit 201118. Okt. 2017 · #22
Hallo Marc, ich glaube, wir haben Anfang Oktober in Piper Pan die selben Löwen beobachtet in der Nähe des Wasserlochs. Schöne Bilder! Wir kamen von Sunday Pan runter, leider war in dieser Region viel verbrannt, kilometerlang schwarze Erde, trostlos und auch traurig... Eure recht waghalsige Reise war wohl vor den Buschbränden. Danke für deinen Reisebericht, werde mich demnächst auch an einen wagen.
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200823. Okt. 2017 · #23
Wir tanken noch einmal in Nata und biegen dann bei der unscheinbaren Abfahrt wieder von der Teerstrasse Richtung Süden ab.
Der Track schlängelt sich durch verbranntes Land. Das Feuer hat willkürlich Flecken unberührt gelassen und zum Teil glimmt es noch.
Im Osten leuchtet weiß die Sua Pan. Wir haben die Piste direkt an der Pan verpaßt und fahren durch Busch- und Weideland etwas westlicher.
Nach 80 km erreichen wir den Vet Zaun. Der Posten ist nicht besetzt und wir zögern etwas. Vom direkt danebenliegenden Adventure Camp kommt ein Mann und öffnet uns das Tor. Der Posten wäre immer zum Monatsanfang weg, wenn es Gehalt gibt. Ob wir nicht bei ihm bleiben wollten, Kubu wäre überschätzt und zu teuer. Er würde für seinen Bruder das Camp managen und es kämen schon viele Deutsche, es könnten aber gern mehr sein. Also hier seine Kontaktdaten: Joseph
Er ist wirklich sehr nett und überhaupt nicht aufdringlich. Aber wir wollen trotzdem auf Kubu übernachten.
Die 30 Kilometer dahin sind holprig, aber um 14.00 Uhr sind wir dort und werden herzlich empfangen. Wir sind die einzigen Gäste und können uns den Platz aussuchen. Wir folgen ihrem Rat und nehmen die leicht erhöhte Nummer 6.
Nach einer erfrischenden Dusche haben wir Zeit für einen Inselrundgang und machen schon mal einen Plan für den Sundowner, insbesondere weil heute Vollmond ist. Es wird tatsächlich magisch, aber leider auch voll.
Bis zum Sonnenuntergang stehen die Autos im 50m Abstand im Busch und von der Einsamkeit ist in Kubu nicht mehr zu spüren. Im dunkeln kommt noch der Keeper Mula vorbei. Unsere Essenseinladung schlägt er aus, aber ein Kaltgetränk nimmt er gern. Vor Sonnenaufgang stehen wir auf und gehen einigen hundert Meter auf die Pfanne. Der Sonnenaufgang ist nicht so spektakulär, kalt und windig. Aber trotzdem einmalig. Wir verabschieden uns von der sehr netten Camp Crew, die hinter dem verfallenden Haus in Zelten wohnt. Da wir fast am Ende der Reise sind, lassen wir noch einiges an Lebensmitteln, Küchenutensilien und für Mula ein paar Schuhe dort.
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200823. Okt. 2017 · #24
Wir machen noch ein paar Stops und unser übliches Frühstück an der Aussichtsplattform hinter der letzten Pan.
Über die gut zu fahrende Piste geht’s über Letlhakane mit einem Einkaufsstop nach Khama. Schon wieder tieferen Sand, aber mit dem Auto… kein Problem. Das schwarze Nashorn, das aus dem Pool trinkt, verpassen wir.
Der Platz ist ganz schön, groß und im Buch versteckt. Allerdings gibt es im etwas entfernten Waschhaus kein warmes Wasser. Aber auch kein Beinbruch. Aber der Gamedrive ist spektakulär und auf Grund der Übersichtlichkeit des Parks sind die Nashörner nicht zu verpassen. Da geht es nur noch um die spannendste Sichtung. Und wir sind mit dem Kampf von Mutter und Kind mit einem neugierigen Artgenossen vorn dabei.
Ohne Busch gibt's einen schönen Film mit Staub und den üblichen Nashorn-Geräuschen. Es bleibt so spannend, dass wir erst in der Dämmerung zurückfahren und im Dunklen das Restaurant erreichen. Aber da man ohnehin auch nach Einbruch der Dunkelheit zwischen Campsite und Restaurant hin-und herfahren darf, ist das wohl kein Problem. Und alle anderen sind auch noch unterwegs. Wir essen im Restaurant, entscheiden uns aber für ein Müslifrühstück nach Morning Drive.
Wir verabschieden uns mit einem letzten Wimmelbild von der Wildnis und starten weiter nach Süden. Die letzte Nacht vor dem Abflug haben wir nicht vorgebucht Aber irgendwo um Warmbad werden wir wohl etwas finden. Dann haben wir am letzten Tag nur noch ein paar Kilometer nach JNB. Der Grenzübertritt am größeren Übertritt in Martins Drift ist auch unkompliziert. Der Grenzer fragt nebenbei, ob wir noch Geld hätten. Ich verneine das und vermute, dass man nur eine begrenzte Menge Bargeld aus- und einführen darf. Unterwegs gibt es noch ein paar leckere Pies am Strassenrand und dann landen wir nach 450 Kilometern um 14.30 in Klein Kariba. Tja, etwas überspitzt würde ich sagen, da haben sich die Weißen ein Stück alte Welt eingezäunt. Ein riesiges Freizeit Areal mit Angelsee, Wanderwegen, zahlreichen Thermalpools, Ferienwohnungen- und Häusern und kleinen Stellplätzen. Aber um stundenlang im warmen Wasser den Staub auszuspülen und zurückzukommen für uns eine gute Alternative. Und politische Diskussionen führe ich schon lange nicht mehr. Es sind auch ein paar Schulklassen dort, aber trotzdem läuft alles ruhig und gesittet ab. Bis auf ein paar Schreihälse unter den Dauercampern. Aber die gibt es auch bei uns. Das Essen ist wieder ganz gut und wir geniessen den letzten afrikanischen Abend.
Die Check out Zeit am nächsten Tag verlängern wir bis nach dem Mittag und um 13.00 Uhr machen wir uns nach einem letzten Bad auf den Weg zu Bushlore. Eineinhalb Stunden später sind wir schon da. Der Manager bedauert noch einmal unsere Umstände und läßt sich von mir detailliert die Probleme schildern. Auf Grund ihres Fahrzeugvolumens währen sie in gutem Kontakt zu Toyota und hätten schon häufiger die schlechte Kupplung und die zu schwachen Stoßdämpfer bemängelt. Scheinbar ohne Erfolg, den das Kupplungsproblem hatten wir schon 2015 mit einem 3.0 DWD. Aber trotzdem sehr nett. Er telefoniert noch eine halbe Stunde hinter unserer verlorenen Tasche her und schenkt und als Ersatz ein paar kleine aus seinem Fundus. Die von uns verursachten Schäden am ersten Auto und an der Ausrüstung sind alle von CWT 2 gedeckt, kein Word darüber. Dann werden wir etwas zu früh zum Flughafen gefahren und fliegen mit der SAA wieder heim. Die Crew ist unfreundlich und dass Essen schlecht. Aber was solls: Wir hatte tolle drei Wochen und sind gesund und erholt wieder daheim. Ein paar neue Landstriche und Camps wollen noch einmal besucht werden und nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub.
Fazit: Ich hätte lieber ein fehlerfreies Auto gehabt. Aber das Handling von Bushlore fand ich gut. Der Hilux ist auch für Khutse vollkommen ausreichend, wie der Ersatzwagen unter ähnlichen Bedingungen gezeigt hat. Großes Thema: Verbrauch und Gewicht. Route, Camps und Ersatztage haben für uns gepaßt. Wir hatten keine Reinfälle und keine Fremdcamper auf unseren Plätzen
Khutse und südlicher Teil CKGR: Ein Traum. Wenn man mit Einsamkeit zurechtkommt. Da fahre ich wieder hin und bleibe länger. Makgadikgadi und Nxai: Zur Migration bestimmt ein Traum Moremi, Savuti, Chobe: es wird Zeit, zu einer anderen Jahreszeit hinzufahren. Senyati bleibt ganz oben auf der Lieblingsliste im Norden, Elephant Sands kommt dazu. Kubu reicht mir einmal, Khama als Stop over gern wieder. Klein Kariba als Abschluß hat auch gepaßt, insbesondere für Kinder mit Bewegungsmangel. Schreiende und lärmende Camperhorden sind eine Seuche, aber wir sind sicher auch nicht jedem recht. Also ist die Antwort: Khutse is just far enough
Danke für den schönen Bericht, MarcS. Hast du herausgefunden/erfahren, warum sich der Allrad nicht zuschalten ließ? Lag das Problem beim Zuschalten im (Verteiler?) Getriebe oder an der Aktivierung des vorderen Differenzials (ADD)? Grüße PS, 18:40: Mir ist aus der Schilderung nie ganz klar geworden, ob das Problem schon beim Zuschalten des Allrads oder erst bei der Untersetzung lag.
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200824. Okt. 2017 · #26
@ BarbaraB: Ich fand es gar nicht so waghalsig 😉 Nach der Regenzeit wird es im CKGR wohl ein Traum sein, aber die Pfingstferien sind leider schon verplant.. @ Leser: Die Fehlermeldung erschien immer sofort nach dem Umschalten. Das größte Problem war für mich die mangelnde Zuverlässigkeit, denn man wußte ja nie, ob 4LO funktioniert oder nicht und ob der 4HI bei mehreren Versuchen nicht auch aussteigt. Ich habe aber keine Rückmeldung von Bushlore. Meine Vermutung ist ein Elektronikdefekt, da die hinteren Sensoren ziemlich ungeschützt liegen. Für mich ein Wunder, das nach Wasserdurchfahrten überhaupt noch etwas funktioniert.
MarcS schrieb: @ Leser: Die Fehlermeldung erschien immer sofort nach dem Umschalten....
Danke MarcS und sorry, dass ich begriffsstutzig bin. ….beim Umschalten von 2x4 in 4x4 bzw. H oder in beim Umschalten von high in low range? Und hast du kontrolliert ob im ersten Fall die Vorderachse auch wirklich zugeschaltet wurde? Nerven will ich dich damit aber nicht, es interessiert mich bloß, ob du in die hall of fame derer gehörst, die die Kalahari im 2x4 durchquert haben, was schon ein kleines Wunder wäre. Aber so trocken wie du das alles geschildert hast, bist du nicht der Typ und legst wohl keinen Wert darauf 🙂 . Und technisch interessiert mich, ob das Problem bei der Aktivierung des Allradgetriebes oder des vorderen Diffs lag. Grüße Und was war eigentlich mit den manuell betätigten Freilaufnaben und Hebelschaltungen verkehrt?
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200826. Okt. 2017 · #28
@ Leser: Der Fehler, also die Fehleranzeige im Display + Nichtaktivierung der Untersetzung, passierte beim Umschalten von HI auf LO. Es ging halt einfach in HI weiter. In den wenigen Fällen, in denen auch das Dif nicht aktiviert wurde, haben wir uns schon im Stand mit den Hinterrädern eingegraben. Das Umstellen von LO auf HI hat dann wieder das Differential zur Vorderachse aktiviert, aber wieder nicht die Untersetzung. Also gab es zwei Fehler, 1. keine Untersetzung und 2. nur 2 WD Von Kuthse in das CKGR in 2 WD halte ich nur für Schlesser Buggys machbar 🙂 Denen gebührt dann aber auch die Aufnahme in die Hall of Fame. Eine außenliegende manuelle Umschaltung hat es für mich auch getan. Allerdings gibt es ja auch Situationen, in denen man nicht aussteigen möchte zum aktivieren und deaktivieren ( Tiere o.ä.). Einige manuelle Freilaufnaben hatten ja auch die Notwendigkeit einiger Radumdrehungen, bevor sie ein- oder ausgerastet sind. Das kann manchmal auch schwierig sein, wenn man vorher schon ins Abseits manövriert hat. Da war die elektrische Umstellerei in unserem Ersatzwagen schon bequemer, wenngleich es da auch ein manueller Hebel getan hätte.
Danke MarcS für die Erklärung.....alles klar jetzt. Schlesser Buggy musste ich googeln........ egal, meine Stimme für die Nominierung in die hall of fame hast du jedenfalls 🙂 Danke und Grüße