JanBrThemenstarter36 Beiträge · seit 201403. Sept. 2017 · #1Hallo allerseits,
meine Freundin machte mich gerade darauf aufmerksam, dass Namibia mittlerweile schon drei Jahre her ist für uns. Traurig. Es ist nicht so, dass wir in der Zwischenzeit nichts erlebt hätten, trotzdem wächst die Sehnsucht nach Afrika...nur: wohin als nächstes? Wir sind tatsächlich etwas Ratlos und hoffen, dass ihr ein paar Tipps für uns habt.
Zur Einordnung: wie sehen und erleben gerne Neues! Namibia (Selbstfahrertour mit Schlafkabine auf dem Hillux) war für uns nach wie vor der aufregendste Urlaub, einfach aufgrund der gefühlten Freiheit! In der Zwischenzeit waren wir nun in Japan, Jordanien, Island und zuletzt in Costa Rica. Also von allem mal was. Immer alleine unterwegs, meistens mit Mietwagen.
Etwas in der Art stellen wir uns auch für eine zweite Afrika Reise vor - also alleine reisen können. Namibia war grandios! Trotzdem soll diese Reise möglichst anderes werden. Deswegen bin ich nicht sicher welches Land in Frage kommen könnte. Auf den ersten Blick (schlagt mich ruhig!) war mein Eindruck: "Ok, die Tiere sind in den meisten Ländern Süd und Ost Afrikas 'die gleichen', aber es ist grüner. Grün hatten wir in Costa Rica schon rund um die Uhr. Sind die Unterschiede groß genug?"
Im Grund schwebt mir eine Mischung aus Folgendem vor:
-grandiose Natur
-mit der Möglichkeit evtl auch mal kurze Wanderungen machen zu können
-afrikanische Kultur (die kam mir in Namibia zu kurz)
-das Gefühl von "Abenteuer" und "Freiheit"
-nach Möglichkeit selber fahren zu können (also ohne Fahrer und vor allem ohne Gruppe)
Relativ egal ist uns:
-ob wir im Auto, Hotel oder auch mal im Zelt übernachten (Dachzelt o.ä. wäre dennoch das schönste)
-Strand (der interessiert uns einfach nicht)
Nun waren wir bis heute Morgen noch der Überzeugung, dass Äthiopien das richtige Land sein würde. Die Tierwelt ist dort vielleicht eher zu vernachlässigen, aber die Kultur scheint mir dort extrem interessant zu sein. Nicht so sehr die christlichen Stätten, eher die afrikanischen Stämme im Omo Tal. Bzw einfach die Mischung aus alle dem.
Leider habe ich heute morgen erst realisiert wie weit in dem Land die Strecken sind (bei drei Wochen scheinem einem wenn man den norden und den Süden sehen möchte nur wenige Stunden außerhalb des Autos zu bleiben. Und: ich habe gelesen, dass es gar nicht so einfach sei einen Mietwagen zu bekommen, da man erstmal einen Äthiopischen Führerschein benötige.
Die Südafrikanischen Länder inkl. Botswana möchte ich ausschließen, da man diese sicher auch später mit Familie noch ganz gut bereisen kann.
Mit allen weiteren Ländern habe ich mich tatsächlich noch nicht so sehr beschäftigt. Uganda/Ruanda hörten sich zumindest so an, als könne man dort problemlos alleine reisen. Und Berggorillas wären sicher grandios! Kenia sieht von den Fotos her wunderschön aus, scheint ja aber nicht ganz so leicht zu bereisen zu sein bzw. ist etwas weniger sicher. Und ich bin nicht sicher ob es nicht "zu ähnlich" zu Namibia ist. Und die Kosten für all diese Destinationen spielen natürlich leider auch eine kleine Rolle.
Könnt ihr uns mit guten Tipps und Argumenten aus diesem Dilemma helfen? 🤪
Viele Grüße, Jan
Martin F.195 Beiträge · seit 201503. Sept. 2017 · #2Zimbabwe würde ich Dir empfehlen, hat so ziemlich alles was Du an Wünschen aufzählst. Startpunkt Vic-Falls, wo man Autos von den bekannten Veranstaltern bekommt. Der Rest steht im Hupe-Reiseführer Zimbabwe.
Grüße
Martin
facebook.com/martin.friedl.790
ANNICK8'054 Beiträge · seit 200803. Sept. 2017 · #3Guten Abend Jan,
Da ich das Glück hatte Aethiopien, Uganda und Rwanda zu besuchen, kann ich dir schon meine Ansicht geben! 🙂
Aethiopien: war ich Solo unterwegs (siehe meinen Reisebericht Solo Farenji in Aethiopien). Self Drive in diesem Land würde ich sein lassen. Die Einheimischen fahren wie verrückt. Man sieht viele Unfälle. Die Landschaften sind aber grandios, die Bewohner sehr nett und kulturmässig hat das Land echt viel zu bieten.
Uganda: hat uns so gefallen dass wir zweimal self drive dort gemacht haben. Dieses Land würde ich euch empfehlen. Sehr nette Leute. Es gibt auch viele Tiere. Die Landschaften sind sehr verschieden. Die Gorillas Trackings bleiben für mich unvergessene Momente. Die Küche hat uns auch sehr geschmeckt. Die kleinen Kinder sprechen meistens Englisch so dass man sich gut mit ihnen unterhalten kann.
Rwanda: auch ein tolles Land aber überall spürt man noch den Genocide. Wo man hinfährt gibt es immer wieder ein Memorial. Die Leute sind auch nicht so fröhlich. Von der Landschaft her am Kivu See war ich immer wieder fasziniert.
Es grüsst
Annick
kalachee1'059 Beiträge · seit 200604. Sept. 2017 · #4Hallo Jan
Finde es toll, dass ihr euch schon zu diesem Stadium der Reiseplanung an das Forum wendet. Sonst ist es ja eher üblich hier, dass wir uns mit fast fertig ausgearbeiteten Routen auseinander setzen dürfen. Das mache ich auch sehr gerne, aber es ist jetzt auch mal schön, ein paar grundsätzlichere Überlegungen mit euch anstellen zu dürfen.
Aethiopien kenne ich nicht, aber da würde ich dann später auch mal gerne hin und ein Trainingslager für eine Marathon-Vorbereitung machen. 😛
Als Erstes ist mir auch Uganda/Rwanda durch den Kopf. Ich denke, das könnte wirklich eine Destination für euch sein. Es ist aber auch sehr Grün, gell! So von wegen Costa Rica und so... Aber abgesehen davon erfüllt es eigentlich alle eure Kritierien. Es gibt fantastische Landschaften (ihr könntet dort zum Beispiel auch ein Trekking im Rwenzori Gebirge ins Auge fassen), Tiere, Berge/ Vulkane, Kultur/ tolle Menschen, Seen, Gorilla- und Schimpansen-Tracking, etc. Und es ist durchaus auch noch etwas abenteuerlicher als vielleicht andere Destinationen im südlichen Afrika weil doch noch nicht so überlaufen. Rwanda ist landschaftlich ähnlich wie Uganda und der Tourismus befindet sich noch ziemlich in den Kinderschuhen (abgesehen vom Gorilla-Tourismus).
Ansonsten würde ich gerne auch noch Zambia und Malawi ins Rennen werfen. Schaut euch das ebenfalls mal an. Zambia ist ja eigentlich auch riesig und es gibt viele Gegenden, die Abenteuer versprechen. Und Malawi muss man einfach mal erlebt haben. Ein wunderbares Land mit sehr herzlichen Menschen.
Dies mal so ein, zwei Gedanken dazu.
Liebe Grüsse
Sam
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200604. Sept. 2017 · #5Hallo Jan,
JanBr schrieb:
-afrikanische Kultur (die kam mir in Namibia zu kurz)
mich interessiert vor allem, was ihr unter "afrikanischer Kultur" versteht und wie sehr ihr eure Reise im Voraus plant.
Namibia hat sehr unterschiedliche Völker mit unterschiedlichen Bräuchen und Traditionen. Gewöhnlich kommt man als Tourist nur wenig damit in Berührung, aber das ist in anderen Ländern in der Regel nicht anders, wenn man nicht besonderen Wert darauf legt und die Reise auch etwas darauf ausrichtet.
Und wenn man mal das Glück hat, zu einer Hochzeit, Taufe, Geburtstagsfeier oder Totenfeier eingeladen zu werden, dann scheitert es bei den meisten Leuten ja daran, dass sie 'nen durchgetakteten Reiseplan mit vorgebuchten Unterkünften haben. Zeit, den gewöhnlichen Alltag der Menschen kennenzulernen, haben ja erst recht die Wenigsten.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
JanBrThemenstarter36 Beiträge · seit 201404. Sept. 2017 · #6Hallo und guten Abend.
Nun komme ich auch endlich wieder zum Antworten, auch wenn ich noch keine Zeit für weiteres Recherchieren hatte.
@ Annik: Deinen Äthiopien-Bericht habe ich gestern aber tatsächlich schon gelesen gehabt und war deshalb kurz davor Dich direkt anzuschreiben. Umso lustiger, dass Du hier nun von Dir aus geschrieben hast 🙂 Ich sehe in Deiner Signatur, dass Du auch Tanzania, Simbabwe und Kenya besucht hast. Wie würdest Du diese Länder denn im Vergleich einordnen? Hatte die Länder hier oben zwar nicht erwähnt, aber das eher unbewusst.
Aber nochmal zu Uganda/Ruanda: Ein Highlight ist sicherlich das Gorilla Trecking dort. Wenn ich das richtig gesehen habe ist das aber auch sehr sehr kostspielig. Kannst Du uns dazu mehr sagen bzw. vielleicht Tipps geben? Wenn ich dazu komme, werde ich gleich mal Deine Berichte der ganzen Länder lesen, vielleicht hilft das schon!
@ Sam: Naja, normalerweise bin ich auch eher der Kandidat, der erst weiß wo er hin möchte und dann konkrete Fragen hat. Dass wir uns so unsicher sind ist noch nie passiert. Zuviel Grün stört uns eigentlich nicht wirklich, war letztlich nur so ein Gedanke. Dazwischen habe wir (vergaß ich zu erwähnen) demnächst noch einen kleinen Trip durch Indien (allerdings mit Reisegruppe). Vielleicht bin ich dann auch wieder kuriert vom Staub 😉 Wäre das Trecking in Uganda denn eigentlich alleine möglich oder sollte man dort dann schon mit Guide unterwegs sein? In Namibia hätte ich Bedenken wegen der Tiere gehabt, aber in einem Gebirge sähe das in der Höhe ja vielleicht ganz anders aus...
Kann man, wenn man alleine in Uganda unterwegs ist, seinen Mietwagen eigentlich mit nach Ruanda nehmen? Oder ist das wie in anderen Teilen der Welt auch dort nicht möglich/erlaubt? Malawi und Sambia schaue ich mir später natürlich auch noch mal an...
@ Wolfgang: Also, afrikanische Kultur...sage wir mal so: in Nambia hat man schon sehr gespürt, dass das Land von der stark Kolonisation geprägt ist. Das war super spannend, es fühlte sich aber nicht unbedingt so an wie ich mir Afrika vorgestellt habe. Mit sicherheit liegt das aber auch daran, dass wir (abgesehen vom Abstecher nach Epupa) eine relativ klassische Runde gefahren sind. Als ich gerade beispielsweise Malawi gegooglet habe, habe ich bei den ersten Fotos direkt gedacht "so in etwa". Schwer zu beschreiben, aber ich denke an eher dörfliche Strukturen, bunte Märkte, anders gekleidete Menschen. Ich weiß nicht ob Du etwas mit dem Vergleich anfangen kannst: In Südostasien hatte ich in Thailand das Gefühl alles ist ähnlich wie Zuhause, in Laos hingegen fühlte sich alles viel ursprünglicher und noch weniger westlich geprägt an.
Aber Du hast auch sehr recht, dass es davon abhängt wie man seine Reise gestaltet. In Asien war ich Student und hatte Zeit ohne Ende. Heute plane ich mehr, auch wenn der Plan während der Reise immer noch angepasst wird. Auf den letzten Reisen lief es immer so: wir wussten in etwa was es zu sehen gibt und haben die ersten Tage der Reise auch vorgebucht. Zum Ende hin wurde die Planung dann lockerer und hat sich eher danach gerichtet, wonach uns gerade ist. Allerdings muss ich dazu sagen, dass das selten bedeutet, dass wir an einem Ort länger bleiben - eher das Gegenteil.
Beispielsweise in Namibia sind wir, hatten wir nach am Waterberg 3 Wochen Reise durch Mitte und Norden des Landes das Gefühl "Die Reifenpannen, für die wir zwei Tage Puffer eingeplant haben kommt nicht mehr". Zusammen mit den übrigen Tagen hatten wir dann rund eine Woche "übrig". Haben dann abgewägt ob wir in der Region bleiben oder noch versuchen was anderes zu sehen - und sind dann kurzentschlossen noch in die Kalahari, zum Fishriver und nach Lüderitz gefahren. Das war dann etwas stressig, war für uns aber tatsächlich genau die richtige Entscheidung. Auch wenn wir spontan sind läuft unser Takt also sicher eher etwas schneller.
Eine (Schnapps-) Idee die mir gerade beim Blick auf Google Earth gekommen ist: Ich würde ja gerne mal den Kilimandscharo besteigen. Vielleicht würde das doch für Tansania sprechen - aber so weit ist der Kilimandscharo ja eigentlich auch gar nicht weg von Uganda...hat jemand Erfahrung mit solch einer merkwürdigen Konstellation?
BikeAfrica7'296 Beiträge · seit 200604. Sept. 2017 · #7Hallo Jan,
JanBr schrieb:
@ Wolfgang: Also, afrikanische Kultur...sage wir mal so: in Nambia hat man schon sehr gespürt, dass das Land von der stark Kolonisation geprägt ist. Das war super spannend, es fühlte sich aber nicht unbedingt so an wie ich mir Afrika vorgestellt habe. Mit sicherheit liegt das aber auch daran, dass wir (abgesehen vom Abstecher nach Epupa) eine relativ klassische Runde gefahren sind. Als ich gerade beispielsweise Malawi gegooglet habe, habe ich bei den ersten Fotos direkt gedacht "so in etwa". Schwer zu beschreiben, aber ich denke an eher dörfliche Strukturen, bunte Märkte, anders gekleidete Menschen. Ich weiß nicht ob Du etwas mit dem Vergleich anfangen kannst: In Südostasien hatte ich in Thailand das Gefühl alles ist ähnlich wie Zuhause, in Laos hingegen fühlte sich alles viel ursprünglicher und noch weniger westlich geprägt an.
ich denke, ich weiß, was Du meinst. Bevor ich das erste Mal nach Namibia kam, habe ich mir ewig Gedanken ums Essen gemacht ... und dann gab es in jedem Lokal Wiener Schnitzel. Das war eine Art Kulturschock der anderen Sorte.
Malawi ist da in der Tat schon ein bisschen anders, wobei es z.B. auch überall recht moderne Supermärkte gibt.
Schau Dir doch mal die Länder Westafrikas an. Dort ist Vieles nocht ein bisschen ursprünglicher, weil der kaum vorhandene Tourismus nicht dazu führt, dass man an allen Ecken europäische Bedürfnisse befriedigen muss.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
picco6'369 Beiträge · seit 201105. Sept. 2017 · #8Hoi Jan
JanBr schrieb:Aber nochmal zu Uganda/Ruanda: Ein Highlight ist sicherlich das Gorilla Trecking dort. Wenn ich das richtig gesehen habe ist das aber auch sehr sehr kostspielig. Kannst Du uns dazu mehr sagen bzw. vielleicht Tipps geben?
Uganda 600$ (in der Regenzeit teilweise günstiger, irgendwo um die 350$ odrr so), Rwanda 1500$ und da wäre noch die DR Congo...da sollte man sich aber wirklich genau über die Sicherheitslage erkundigen.
In meinen Reiseberichten findest Du Gorillabilder aus allen drei Ländern und natürlich auch einige Infos dazu.
JanBr schrieb:Wäre das Trecking in Uganda denn eigentlich alleine möglich oder sollte man dort dann schon mit Guide unterwegs sein? In Namibia hätte ich Bedenken wegen der Tiere gehabt, aber in einem Gebirge sähe das in der Höhe ja vielleicht ganz anders aus...
Ohne es genau zu wissen meine ich dass ein Guide vorgeschrieben ist.
Und das wäre auch gut so!
Denn in Uganda sind die Berge hoch und alleine in die Höhe sollte man nicht, da die Höhenkrankheit zuschlagen kann und die kann tödlich enden!
JanBr schrieb:Kann man, wenn man alleine in Uganda unterwegs ist, seinen Mietwagen eigentlich mit nach Ruanda nehmen?
Ja, kann man z.B. bei
Alpha Rent a Car (klick mich)JanBr schrieb: Ich würde ja gerne mal den Kilimandscharo besteigen. Vielleicht würde das doch für Tansania sprechen - aber so weit ist der Kilimandscharo ja eigentlich auch gar nicht weg von Uganda...hat jemand Erfahrung mit solch einer merkwürdigen Konstellation?
Ich kenn beides, aber nicht auf einer Reise. Da wir nach unserer Kili-Tour aber in den Flieger sassen um in Kenya eine Safari zu machen sehe ich nicht warum das mit einem Flug nach Uganda oder Rwanda nicht klappen sollte.
JanBrThemenstarter36 Beiträge · seit 201408. Sept. 2017 · #9Sooo, wir sind ein kleines Stück weiter. Jedenfalls gefühlt.
Wir schwanken noch ein wenig zwischen den beiden Kombinationen Uganda/Ruanda und Tansania/evtl. Kenia. Zu beiden Zielen hätte ich erstmal die zentrale Frage: wäre eine Reisezeit von Anfang bis Ende Februar (3 Wochen) in diesen Ländern zu empfehlen? In beiden Ländern fängt die Regenzeit ja erst im März an, das sagt ja aber leider noch nichts darüber aus wie es zu dieser Zeit mit der Tiervielfalt aussieht.
Der zweite Punkt, bei dem wir uns noch unklar sind, sind die Kosten. Haben uns gestern mal an einer groben Einschätzung versucht um herauszufinden, ob das überhaupt im Rahmen für uns wäre. Ich habe allerdings gerade das Gefühl wir müssen da etwas gravierendes vergessen haben. Uganda scheint zwar schon ne Ecke teurer zu sein als andere Reiseziele, allerdings hat es uns dann doch nicht so sehr umgehauen wie erwartet. Aber wie gesagt, vielleicht haben wir auch etwas vergessen oder uns verschätzt.
Uganda (3 Wochen, 2 Personen):
Auto: ca. 49$ pro Tag x 21 = 857€
Sprit: 300€ (kann ich gar nicht einschätzen)
Flug: 1.022€
Visum: 200€
Unterkünfte: 1.600€ (hier haben wir 20 Nächte á 80€ gerechnet)
Gorilla Permit (Uganda): 1.200€
Schimpansen Permit (Uganda): 300€
Golden Monkey Permit (Uganda): 200€
Nationalparks Eintrittsgelder: 1.000€ (ebenfalls gar nicht einschätzbar)
= 6.719€ für zwei Personen (exkl. Essen/Trinken)
Tansania (3 Wochen, 2 Personen):
Auto: ca. 59$ pro Tag x 21 = 1032€
Sprit: 300€ (kann ich gar nicht einschätzen)
Flug: 1.410€
Visum: 140€
Unterkünfte: 1.600€ (auch hier haben wir 20 Nächte á 80€ gerechnet)
Nationalparks Eintrittsgelder: ??
= 4.482€ für zwei Personen (exkl. Eintrittsgelder und Essen/Trinken)
Bei den Unterkünften hatten uns erst die Preise die hier häufig genannt werden (100-300€) aufgeschreckt. Haben nun aber gestern ganz grob nen Blick auf Booking geworfen und gesehen, dass es scheinbar auch einige nette Unterkünfte für 40-100€ gibt (in allen Ländern und nicht nur in den Städten), teilweise auch darunter. Es ist klar, dass das keine Super-Lodges sein werden, davon hatten wir in Namibi aber auch nur eine einzige und das war ok. 80€ pro Nacht ist eine Mischkalkulation - dort wo es sich besonders lohnt würden wir auch teurer nächtigen, generell haben wir aber eben auch nicht gegen 9m² mit Bett und das wars. Hab mich allerdings tatsächlich ja noch nicht damit beschäftigt, wo genau wir sein würden und ob die Standorte dann auch trotzdem gut sind.
Außerdem gäbe es ja evtl noch die Option ein Zelt mit zu nehmen. Hat da jemand Erfahrungen mit? So tolle Plätze wie in Namibia wirds vermutlich nicht geben oder?
Generell unsicher sind wir uns auch noch bei dem Punkt, was die Besuche von Nationalparks etc noch "extra" kosten. In Namibia war es ja einfach: wir haben alles auf eigene Faust gemacht und uns nie unwohl dabei gefühlt. Hatten nur die Living Desert Tour unter "Anleitung". Ist die Frage in wie weit das hier (abgesehen von den Gorillas, Schimpansen...) auch so geht? Oder ist man häufig auf teure Touren/Guides angewiesen?
Nun hoffe ich ihr findet nicht mehr allzu viel was wir vergessen haben 🙂
Ria2005244 Beiträge · seit 201508. Sept. 2017 · #10Hallo Jan,
bist Du Dir beim Flugpreis nach Uganda sicher? Der erscheint mir für 2 Personen recht niedrig angesetzt - Ist das eine zumutbare Flugverbindung (Umsteigezeiten etc.)?
Ansonsten kann ich leider nichts beitragen - war noch nicht in Uganda, bin aber sehr interessiert, was die Erfahrenen zur Kalkulation sagen...
LG
Ria
panther1'296 Beiträge · seit 200708. Sept. 2017 · #11Hallo Jan,
zu Tansania kann ich dir leider nichts sagen, aber zu Uganda 🙂 Bzgl. deiner Rechnung kommt es natürlich stark darauf an wie der Wechselkurs des Dollars ist. Momentan ja relativ gut, aber wir hatten von 1,07 bis 1,12 eigentlich alles dabei. Sollte er wieder in den Bereich von 1,08 kommen, macht allein das deine Reise um gut 10% teurer.
Meine Anmerkungen findest du in deiner Auflistung.
JanBr schrieb:
Auto: ca. 49$ pro Tag x 21 = 857€
kommt auf den Wechselkurs an
Sprit: 300€ (kann ich gar nicht einschätzen)
Kommt darauf an wie die Tour aussieht, kommt aber ungefähr hin
Flug: 1.022€
Kann durchaus sein. Brussel Airlines via Brüssel kommt in den Bereich. Wir haben 540€/Person bezahlt
Visum: 200€
Für Uganda sind es 50$/Person
Unterkünfte: 1.600€ (hier haben wir 20 Nächte á 80€ gerechnet)
80€ im Schnitt scheint mir für Uganda etwas wenig.Hier wirst du wohl mal schauen müssen wo diese Unterkünfte liegen und wie weit die Anfahrt zum jeweiligen Park ist.
Gorilla Permit (Uganda): 1.200€
Gorilla Permit sind 600 $/Person, also weniger als 1200€
Schimpansen Permit (Uganda): 300€
Sind 300 $
Golden Monkey Permit (Uganda): 200€
Kosten 50$/Person. Nur die Experience Permits kosten 100$/Person
Nationalparks Eintrittsgelder: 1.000€ (ebenfalls gar nicht einschätzbar)
Das ist ja realtiv einfach zu errechnen. Je nachdem wie viele NP's ihr besuchen wollt sind das in Uganda 40$/Person/24h plus 30.000 USH/einmalig für das Fahrzeug. Preisliste findest du unter http://www.ugandawildlife.org/ bzw. hier http://www.ugandawildlife.org/about-us/visitor-tariff
= 6.719€ für zwei Personen (exkl. Essen/Trinken)
Essen und trinken ist zwar nicht teuer, aber es kommt dann schon was zusammen. Glas Wein ca. 2,50€, Bier 1,50€-2,00€, kleine Mahlzeiten ca. 5€, Dinner ca. 10€ (alles Lodgepreise)
Bei den Unterkünften hatten uns erst die Preise die hier häufig genannt werden (100-300€) aufgeschreckt. Haben nun aber gestern ganz grob nen Blick auf Booking geworfen und gesehen, dass es scheinbar auch einige nette Unterkünfte für 40-100€ gibt (in allen Ländern und nicht nur in den Städten), teilweise auch darunter. Es ist klar, dass das keine Super-Lodges sein werden, davon hatten wir in Namibi aber auch nur eine einzige und das war ok. 80€ pro Nacht ist eine Mischkalkulation - dort wo es sich besonders lohnt würden wir auch teurer nächtigen, generell haben wir aber eben auch nicht gegen 9m² mit Bett und das wars. Hab mich allerdings tatsächlich ja noch nicht damit beschäftigt, wo genau wir sein würden und ob die Standorte dann auch trotzdem gut sind.
Unserer Erfahrung nach ist das Preis/Leistungsverhältnis eher eine Stufe niedriger als in Namibia. Wir haben ca. 180$/Nacht bezahlt und da waren jetzt keine Superlodgen dabei. Mittelklasse würde ich sagen. Siehe unseren Reisebericht
Außerdem gäbe es ja evtl noch die Option ein Zelt mit zu nehmen. Hat da jemand Erfahrungen mit? So tolle Plätze wie in Namibia wirds vermutlich nicht geben oder?
Da können wir persönlich nichts dazu sagen, es gibt aber Erfahrungen in den Reiseberichten. Für uns ist Uganda kein Campingland obwohl wir Camping lieben.
Generell unsicher sind wir uns auch noch bei dem Punkt, was die Besuche von Nationalparks etc noch "extra" kosten. In Namibia war es ja einfach: wir haben alles auf eigene Faust gemacht und uns nie unwohl dabei gefühlt. Hatten nur die Living Desert Tour unter "Anleitung". Ist die Frage in wie weit das hier (abgesehen von den Gorillas, Schimpansen...) auch so geht? Oder ist man häufig auf teure Touren/Guides angewiesen?
Grundsätzlich kannst du in den NP auch alles alleine machen. Für Gamedrives hatten wir keinen Guide. Was du nicht ausser acht lassen solltest sind z.B. die Kosten für die Bootsausflüge (Murchison, Queen Elisabeth, Lake Mburo) mit ca. 30$/Person und vielleicht auch noch das Rhino Tracking (45$/Person) oder die Bigodi Sümpfe. Es gibt noch ein paar andere Ausflüge die natürlich auch noch ins Geld gehen
Also ich würde an deiner Stelle nicht ganz so knapp kalkulieren. 7500 - 8000€ scheinen mir beim derzeitgem Wechselkurs realistisch wenn man jetzt nicht ausschliesslich total sparsam unterwegs ist. Bei Kursänderung natürlich entsprechend mehr bzw. weniger 😉 Hängt aber natürlich alles von den persönlichen Bedürfnissen ab 🙂
Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen.
Gruß
Panther
fidel925 Beiträge · seit 201608. Sept. 2017 · #12Hallo,
da wir in ähnlichem Zeitraum eine Tour durch Uganda mit ähnlicher Ausgangslage und Wünschen planen (auch wenn es im Moment noch von der Gnade des Arbeitgebers hängt) und wir auch Tansania erwogen haben, meine Einschätzung auf Grundlage meiner bisherigen Erkenntnisse:
Zum Vergleich Tansania / Uganda: Du zahlt in Tansania weitaus höhere NP-Gebühren und wirst dich bei einer typischen Route wohl mehr Tage in NPs in Tansania aufhalten als in Uganda. Fahrzeuge sind in Tansania wohl ebenfalls teuer. Bei Uganda schlagen natürlich die Tracking-Permits kräftig ins Budget. Wie es mit festen Unterkünften in NP-Nähe in Tansania aussieht weiß ich nicht, ich fürchte jedoch eher teurer als in Uganda. Für Tansania sprechen jedoch aus meiner Sicht bessere Camping-Möglichkeiten.
Ausgehend von den Angaben im Bradt, gibt es durchaus günstigere Unterkünfte in Uganda. Basierend auf der jeweiligen Lage, Alternativen, Preis-Leistungsverhältnis etc. würde ich aber auch eher mit mindestens 100 € / Nacht als Schnitt rechnen. Zum Teil gibt es Alternativen < 50 €, zum Teil aber auch wenig Sinnvolles unter 150€ oder darüber hinaus. Bedenke auch, dass es einen Unterschied macht, ob ein Abendessen inkludiert ist oder nicht.
Camping geht natürlich noch wesentlich günstiger, jedoch nur dann, wenn du selbst dein Zeug mitnimmst und mit weit weniger "Komfort" als im südlichen Afrika leben kannst. Voll ausgestattete Campingfahrzeuge kosten so viel, dass du fast gleich ein günstigeres Auto + feste Unterkünfte nehmen kannst.
Ich glaube dass man Uganda "relativ" erschwinglich bereisen kann, dass man für ein gewisses Mindestmaß an Komfort aber meistens doch gerne den ein oder anderen Euro draufzahlen möchte und dann im Ergebnis doch eher bei 100€ pro Nacht oder darüber liegt.
Ich würde daher in Uganda eher feste Unterkünfte bevorzugen, in Tansania eher campen. Was vielleicht auch noch für die Entscheidung relevant sein könnte, was ich bisher aber auch noch Null einschätzen kann und daher ebenfalls sehr an Erfahrungswerten interessiert wäre, ist die Verfügbarkeit von Unterkünften/Campsites/Autos/Permits zur Hauptsaison (ist ja nur noch nen knappes halbes Jahr hin).
Und: Ich hasse solche Gesamtkalkulationen, da sieht man am Ende wie teuer es wirklich war.. das will man ja doch eigentlich meistens gar nicht wissen.. 😉
edit: Noch als Ergänzung zum Camping: Camping in Uganda kann m. E. durchaus Sinn machen in Bezug auf Murchison Falls NP und Queen Elizabeth NP, dort gibt es wohl einige Campsites (ohne jede Infrastruktur) mitten in den Parks, während sich die preislich in Betracht kommenden Lodges meistens eher außerhalb oder am Rand befinden. "Mitten drin" geht nach meiner Erkenntnis da zum Teil nur mit Camping sinnvoll.
JanBrThemenstarter36 Beiträge · seit 201409. Sept. 2017 · #13@ Panther: Danke für Deine ausführlichen Kommentare. Dein Reisebericht bzw. die tollen Fotos sind sicher ein Grund warum wir irgendwie in Richtung Uganda geschwenkt sind. Mal schauen ob ich heute dazu kommen mir den Bericht auch durchzulesen 🙂 Stimmt, insgesamt kommt es natürlich tatsächlich stark auf den Wechselkurs an. Hoffe ich mal, dass es ähnlich bleibt.
Ich mahe meine Zusammenstellung mal grob angepasst (dass mit dem Dollar ist ja momentan zumindest ein netter effekt), allerdings werde ich bei den Unterkünften vorsichtshalber noch etwas drauf schlagen. Wenn ich fertig bin veröffentliche ich die Kalkulation nochmal...
Zu den Unterkünften: wie gesagt, wir sind da wenig anspruchsvoll. Es müssen keine gammligen Absteigen sein, aber wenn wir 2-3 mal richtig schöne Unterkünfte haben und der Rest "so ok" ist und nicht gerade auseinanderfällt ist das in Ordnung. Wir freuen uns natürlich immer über ne schicke Unterkunft, müssen aber eben auch ein wenig aufs Geld aufpassen. Letztlich hat die Erfahrung gezeigt, dass wir Unterkünfte seltenst für mehr als nur zum Schlafen nutzen. Das mit dem Essen inkl oder nicht werden wir aber beachten...kann sich ja auch mal lohnen...
@Fidel: Finde ich spannend, dass ihr ähnliches geplant habt! Bei uns hängt es aber ebenfalls noch von den Arbeitgebern ab... wenn ich das richtig verstehe habt ihr euch für Uganda und gegen Tansania entschieden? Meine Freundin zieht es auch eher dort hin, ich schwanke noch etwas. Könnte mir aber vorstellen, dass man Tansania auch eher später mal mit Nachwuchs machen kann. Bei Uganda würde ich mal ganz egoistisch sagen: noch 600€ fürs Tracking für ein Kind muss erstmal nicht sein 😣 Von daher läufts vermutlich auch eher auf Uganda hinaus.
Nen Zelt könnten wir Problemlos mitnehmen. Aber das werde ich mal während der genaueren Planung herausfinden. Alle vorzubuchen scheint hier ja durchaus sinn zu machen. Hatte gehört, dass man die Permits fürs Tracking ja vorab kaufen muss und dann steht ja eh vieles fest.
Ich hasse dieses Kalkulieren übrigens ebenfalls. Und werde auch schnell damit aufhören! 😉 Ehrlichgesagt hab ich das auch noch nie getan zuvor, aber dieses Mal hatte ich das Gefühl das ganze könne evtl doch den Rahmen völlig sprengen.
Ich werde nun mal anfangen etwas genauer zu gucken wie eine Route aussehen könnte, wieviele NPs dann dabei wären etc. Spätestens dann melde ich mich mit neuem Ergebnis / Plan 🙂 Achja: welcher Reiseführer wäre denn eigentlich der beste? Habe bisher immer sehr unterschiedliche gehabt, je nach Reiseziel...Loose (Namibia), Reise-Know-How (Jordanien), Iwanowski (Äthiopien, wobei der nun herumliegt 😉 )...
JanBrThemenstarter36 Beiträge · seit 201409. Sept. 2017 · #14Achso, Fidel: Planst Du eigentlich auch Ruanda und Uganda oder bleibt es bei euch bei Uganda?
fidel925 Beiträge · seit 201609. Sept. 2017 · #15Hallo,
ja, Uganda reizt uns im Moment unabhängig von den Finanzen weitaus mehr als Tansania. Wir haben nur Uganda geplant, da wir wenn alles gut geht, max. 16 Tage vor Ort haben werden. Durch einen Rückflug ab Kigali würde man sich zwar die Rückfahrt nach Entebbe sparen, aber halt auch nicht ganz unerhebliche Zusatzkosten. Und nur für den einfacheren Rückweg extra nach Rwanda rein, ist dann auch fast zu schade.
Als Führer kann ich den Bradts (auf englisch) sehr empfehlen, er hat eine gefühlt sehr gute Schwerpunktsetzung und beinhaltet nahezu alle relevanten Infos und richtet sich nicht nur an Personen, denen Geld gleichgültig ist, sondern zeigt auch immer viel kostengünstige Alternativen.
Viele Grüße
Fidel
panther1'296 Beiträge · seit 200709. Sept. 2017 · #16Den Bradt Reiseführer hatten wir auch. Können wir sehr empfehlen.
Reise-know-how hatten wir auch noch (in deutsch), hat aber deutlich weniger Infos und haben wir deshalb auch gar nicht erst mitgenommen 😗
Gruß
Panther
JanBrThemenstarter36 Beiträge · seit 201415. Sept. 2017 · #17Hallo allerseits,
nur mal kurz ein Update. Flüge sind gebucht 🤩 Für wahnsinnige 440€ pro Person nach Entebbe - und auch wieder zurück. Reiseführer (Brad) ist auch schon da (schein echt gut zu sein!).
Nun wo es eh kein Zurück mehr gibt lasse ich das mit der Gesamtkostenrechnung bleiben und hoffe einfach, dass es bei den grob überschlagenen Kosten von 7500€ bleibt.
Der Einfachheit halber mache ich für die Route und weitere Fragen was das angeht dann aber einen neuen Thread auf - passt dann denk ich eher direkt ins Uganda Forum:
https://www.namibia-forum.ch/forum/160-diverses/293521-uganda-route-fuer-3-wochen-im-februar-2018.htmlVielen lieben Dank aber hier schon mal für eure Tipps und Denkanstöße!
Jan