1 Monat "Hakuna Matata" – Namibia & Botswana

Reisebericht 93 Antworten · 27,6k Aufrufe · gestartet 28. Jan. 2017 von Leo-Löwe
Themenstarter70 Beiträge · seit 201512. Mai 2017 · #41
Tag 6: Ai-Ais -> Lüderitzbucht, 447 km

Als Streifen Leben
Durchzieht der Orange River
Die tote Wüste.


Wir stehen wieder um 7 Uhr auf, packen zusammen und starten um 7:30 Uhr zurück Richtung Norden. Nach einer kurzen Strecke auf dem gleichen Weg zurück biegen wir schnell Richtung Orange River ab, um „unten rum“ nahe der Grenze zu Südafrika nach Lüderitzbucht zu fahren. Um 8:30 Uhr frühstücken wir an einem unverschämt idyllischen Wüstenplatz und genießen die herrliche Aussicht.



Auf der Weiterfahrt zum Orange River offenbart sich ein unglaubliches Bild: Trotz unserer Reisezeit am Ende der Trockenzeit führt der Fluss viel Wasser. Inmitten tot wirkender grauer Wüste schlängelt sich ein schmales Band aus blauem Fluss und angrenzendem grünen Uferstreifen. Im Fluss schwimmen Fische und Enten, am Fluss finden wir Kormorane, Schreiseeadler, Raubkatzenspuren und viele Paviane. Dieser kleine Garten Eden bildet einen irren Kontrast aus scheinbar toter Wüste und einem schmalen Streifen Leben.





Nach einer relativ langen aber sehr abwechslungs- und überraschenderweise antilopenreichen Fahrt auf größtenteils hervorragender Schotterpiste kommen wir bereits um 14:30 Uhr auf den Highway, der uns die letzten Kilometer durch wunderschön surreal wirkende Landschaften geteert zu unserem Tagesziel führt.



Unerwarteter Weise wird es jäh sehr windig, wodurch die Dünen links und rechts der Straße für permanente Sandstürmchen sorgen, die ihre quarzhaltige Fracht über den Asphalt peitschen. Hier möchte der durchreisende Tourist einfach nur schnell und heil mit geschlossenem Auto sein Ziel erreichen. Auch wenn wir uns gerne Kolmannskuppe angesehen hätten, die Devise heißt „bloß nicht aussteigen“. Oder Zugfahren: Wanderdünen am parallel zum Highway verlaufenden Gleis sorgen für wochenlange Verspätungen und eine sisyphusartige Arbeit der wenigen sporadisch in ihren Baggern sitzenden und sich an ihren Schaufeln festhaltenden Gleisfreiräumer. Oder Fliegen: Die vereinzelten winzigen Flughäfchen mit ihren sandumstürmten Start- und Landebahnen erwecken wenig Lust auf Luft-Abenteuer.



Lüderitzbucht zeigt sich uns leider nicht von seiner freundlichsten Seite: Die atlantiktypische kalte und windige Witterung fährt durch Mark und Bein und gibt diesem Städtchen eine äußerst ungemütliche Note. Da mir irgendwie das Gen fehlt, mich für Städte-Charme und –Flair begeistern zu können, habe ich diesen Abstecher eher enttäuschend in Erinnerung: wenig zu sehen, alle Läden geschlossen, nichts los. Nach einem leckeren Abendessen im Ritzi’s gehen wir um 21 Uhr bei Dunkelheit zurück und fühlen uns dabei sehr sicher. So ungemütlich und schroff es draußen ist, so warm und gemütlich ist es im Inneren.

Liebe Grüße, Leo
zuletzt bearbeitet 17. Mai 2017
4 Beiträge · seit 201717. Mai 2017 · #42
Ich lese schon längere Zeit "heimlich" (nicht angemeldet) im Forum mit und endlich finde ich einen Reisebericht mit einer Route, welche in etwa das umfasst, was ich mir unter einer Reise nach Namibia vorstelle. Campen wollen wir zwar nicht, aber die Route umfasst in etwa das, was ich sehen möchte (und die Mitreisenden hoffentlich auch 😉 ). Ich freue mich auf weitere Berichte.
Themenstarter70 Beiträge · seit 201517. Mai 2017 · #43
lina72 schrieb:Ich lese schon längere Zeit "heimlich" (nicht angemeldet) im Forum mit und endlich finde ich einen Reisebericht mit einer Route, welche in etwa das umfasst, was ich mir unter einer Reise nach Namibia vorstelle. Campen wollen wir zwar nicht, aber die Route umfasst in etwa das, was ich sehen möchte (und die Mitreisenden hoffentlich auch 😉 ). Ich freue mich auf weitere Berichte.
Vielen Dank. Bisher ist es ja eher Landschafts-Geplänkel. Die spannenden Tier-Tage kommen noch. Wenn du konkrete Fragen hast, gerne her damit. 😁
Liebe Grüße, Leo
Themenstarter70 Beiträge · seit 201517. Mai 2017 · #44
Tag 7: Lüderitzbucht -> Sesriem, 460 km

Verwüstete Stadt,
jahrzehntelang verlassen.
Kolmanskop im Sand.


Wir stehen um 7 Uhr auf, frühstücken in unserer Unterkunft, kaufen für die bevorstehenden Wüstenabenteuer groß ein, tanken und kehren voller Vorfreude auf wüstiges Schwitzen der windig-kalten Lüderitzbucht den Rücken. Da der Wind sich bei Kolmanskuppe zumindest ein klein wenig zurückgezogen hat, legen wir eine einstündige Besichtigungspause ein.



Gerade mit dem sandsturmartigen Klima zeigt uns diese Geisterstadt tiefe Einblicke in ihre Geschichte: Wie sie vor acht Jahrzehnten als reichste Stadt Namibias „indoor“ allen erdenklichen Luxus wie Schwimmbad und Kegelbahn bot, während die widerstandsfähigen Männer „outdoor“ durch ausdauerndes Diamantgraben in der lebensfeindlichen Wüste diesen Wohlstand finanzierten. Die vielen sandgefüllten größtenteils gut erhaltenen Häuser bilden ein einzigartiges eindrucksvolles Freiluftmuseum.



Ausreichend „sandbestrahlt“ fahren wir um 11 Uhr die Teerstraße zurück, als sich plötzlich der Wind legt und der Himmel aufklart. Endlich können wir einen näheren Blick auf die sandbewehten Schienen werfen.



Wir folgen schließlich den Schotterpisten gen Norden. Da diese in teilweise miserablem Zustand sind, wodurch wir relativ langsam fahren müssen, entscheiden wir uns für den kürzesten Weg, leider zu Ungunsten der vielgeprießenen D 707: Wir müssen immerhin an unserem NWR-Camp in Sesriem innerhalb des Parks ankommen, bevor die Schranke schließt. Ohne größere Stopps durchqueren wir landschaftlich wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaften: Sandwüste, Strauchsavanne, Berge.



Als wir uns sicher sind, rechtzeitig anzukommen, vertrödeln wir die verbleibende Zeit mit vielen eindrucksvollen Fotostopps. Wieder einmal hat uns die namibische Fauna unerwartet positiv überrascht: Ich hätte nicht zu hoffen gewagt, tatsächlich die berühmten Oryx-Antilopen in freier Wildbahn abseits vom Etosha-Park zu sehen, und hier, direkt vor dem sossusvleibedingten Trubel, säumen dutzende die letzten Kilometer bis zum Parkeingang – direkt neben der Straße und überhaupt nicht scheu. Wir können uns überhaupt nicht sattsehen.





Pünktlich um 17:45 Uhr kommen wir im Camp an und erledigen die gewohnte NWR-Bürokratie. Wir suchen uns einen wunderschönen Camp Site aus, den ein rundes Mäuerchen umgibt und der mit einer pompösen Akazie bewachsen ist. Den gewohnt phänomenalen Sternenhimmel nehmen wir beinahe schon als selbstverständlich zur Kenntnis, während wir uns unser nach diesem langen Fahrtag verdienten Abendessen grillen. Durch das morgen nötige sehr frühe Aufstehen gehen wir um 22 Uhr ins Zelt und genießen eine warme Nacht voller Vorfreude und Hoffnung auf tolle morgige Wüstenerlebnisse.
Liebe Grüße, Leo
zuletzt bearbeitet 17. Mai 2017
Themenstarter70 Beiträge · seit 201526. Mai 2017 · #45
Tag 8: Sesriem, 127 km

Glühende Dünen
Von göttlicher Schönheit, doch:
Bei Sandsturm ein Graus.


Müde stehen wir um 5:15 Uhr auf, frühstücken wenig und kurz, packen unsere Zelte zusammen (der größte Nachteil eines Dachzeltcampers!) und brechen super pünktlich um 5:55 Uhr auf – da wir auf dem NWR-Camp innerhalb des Parks übernachtet haben, dürfen wir lange vor Sonnenaufgang und den externen Besuchern losfahren. Bei Dunkelheit kommen wir zügig über die geteerte Straße zum Parkplatz der Düne 45 und beginnen um 6:45 Uhr kurz vor Sonnenaufgang inmitten einer Touristen-Karawane den Aufstieg. Was wir für ein Glück haben, dass es fast windstill ist, werden wir erst später schmerzhaft erkennen...



Trotz vieler menschlicher Hindernisse, die im Schneckentempo den Berg hinaufkriechend sich so breit wie möglich machend das Überholen für uns konditionell trainierte Bergerfahrene erschweren, erreichen wir nach nur einer guten aber sehr anstrengenden Viertelstunde als die allerersten exakt zum Sonnenaufgang den Gipfel. Was für ein Anblick! Während wir das einmalige 360-Grad-Wüstenpanorama genießen, kommen wir wieder zu Atem. Rechts eine scharfe und unberührte Dünenkante, ringsum ein scheinbar unendliches Dünenmeer und vorne die über die Sandberge am Horizont blinzelnde Sonne, die die gesamte Szenerie in ein unwirkliches Licht-Schattenspiel hüllt und in ein leuchtend-glühendes Rot taucht. Unbeschreiblich!



Nach ausführlichem Genuss rutschen wir, mit einer kurzen Fotopause, in Minuten ab.



Als wieder zurück am Dünenfuß allmählich die Autoschlangen der externen Besucher, die leider diesen magischen Morgenmoment auf der Düne verpassen mussten, den Parkplatz füllen, fahren wir bei rot glühenden Dünen und strahlend blau leuchtendem Himmel zum Ende der Teerstraße. Wir reduzieren den Reifendruck wie empfohlen auf 1,6 Bar und freuen uns unbändig, als wir in einiger Entfernung eine Oryx-Antilope grasen sehen. Auch wenn sie bei Weitem nicht in Kamerareichweite ist, durch das Fernglas sind sie wunderschöner majestätischer Anblick.

Über die für uns sehr einfach zu fahrende nicht besonders tiefe Sandpiste fahren wir bis zum Deadvlei-Parkplatz. Wir bereiten uns gerade auf ein verdientes Frühstück vor, als uns ein jäh aufziehender Sandsturm die Launigkeit der Wüste vor Augen führt: Urplötzlich ist die ganze Luft voller Sand, so dass der vorher noch strahlend blaue Himmel ein trübes dunkelgrau zeigt und die vorher noch sichtbaren Dünen am Horizont verschwunden sind. Wir hoffen, den Sandsturm auszusitzen und nehmen, bestmöglich durch das Auto und Sarongs geschützt, ein ungemütliches quarzhaltiges Frühstück ein. Rückblickend spüre ich immer noch den stechenden Sand auf der Haut und die Ungemütlichkeit, aber irgendwie war es auch ein einmaliges Erlebnis.

Um 11 Uhr, nachwievor keine Besserung in Sicht, beschließen wir, den Tag immerhin sportlich weiterzuführen und fahren zum namengebenden Sossusvlei, in der stillen Hoffnung, bei unserer Rückkehr zum Deadvlei doch noch einen schönen Blick auf die toten Akazien erhaschen zu dürfen... Bei Hitze, peitschendem Sandsturm und trüber Aussicht erklimmen wir bewaffnet mit Sarong, Hut und Wasser bei glühender Hitze eisern die Düne Big Mama – als Erster im permanent nach rechts und links nachgebenden Dünenkamm mühevoll einen Fuß vor den anderen zu setzen, während von der Seite der Wind das Gesicht sandbestrahlt und vorne der Gipfel nicht näher zu kommen scheint und sich die Schuhe mit glühend heißem Sand füllen, erfordert ein Höchstmaß an Disziplin und Ehrgeiz. Zwei Schritte vor, einer zurück. Nach 45 Minuten schweißtreibenden Aufstiegs mit brennenden Oberschenkeln (sprichwörtlich) und brennenden Füßen (fast wörtlich), belohnt uns die bezwungene Big Mama tatsächlich durch ein Abflauen des Windes und somit etwas Aussicht ins Sossusvlei. Die Wüstengötter hatten ein Einsehen mit uns! Trotz, oder beinahe wegen, der garstigen Bedingungen ein absolut unvergleichliches Erlebnis!



Wir genießen den lustigen minutenkurzen Abstieg und legen im Schatten eine lange Mittagspause ein. Mittlerweile hat sich der Wind komplett gelegt – aus sanddurchsetzten gräulich-trüben Himmel wurde wieder ein sattes Blau, aus trübbraunen Dünen wurde ein okkerroter Kontrast. Wirklich unglaublich, wie sich innerhalb weniger Minuten das Szenario um 180 Grad ändern kann. Was für ein Glück!

Kurz darauf erleben wir das Highlight des Tages: In der Ferne, am Fuß der Big Mama, entdecken wir Oryx-Antilopen. Wir nähern uns vorsichtig und sehen, wie sie sich faul vor Big Mama im kühlenden Akazienschatten entspannen.



Einen respektablen Sicherheitsabstand einhaltend beobachten wir fasziniert die schönen Geschöpfe, bis sie von einer unvorsichtig nahe vorbeigehenden Touristengruppe aufgescheucht werden und fotogen tiefer in die Wüste laufen.



Auf dem Rückweg entdecken wir einen weiteren Oryx, ebenfalls im Akazienschatten stehend.



Nach einigem Gutzureden, dass er doch bitte Richtung Dünen trotten und so für ein perfektes Fotomotiv sorgen möge, tut er mir tatsächlich den Gefallen und begibt sich netterweise in ideale Position.



In tiefer Dankbarkeit dem Oryx, dem Wetter und der Natur gegenüber fahren wir um 15 Uhr zurück zum Deadvlei und wandern bei Windstillheit sehr anstrengend halb auf die Düne Big Daddy, von wo aus wir einige Strauße sehen.





Wir rutschen ins wahnsinnig fotogene Deadvlei ab und können uns gar nicht an den fotogenen Postkartenmotiven sattsehen. Bemerkenswert ist insbesondere, dass wir auch hier absolut alleine sind. Wir genießen stundenlang diese einzigartige Landschaft im Abendlicht.





Rechtzeitig fahren wir die Sandpiste zurück und pumpen die Reifen mit unserem Autobatteriekompressor notdürftig wieder auf. Auch hier sehen wir wieder einige Oryx-Antilopen, die an einem kleinen Leck in der Wasserleitung beim Wasserturm ihre ureigenen Wassertanks auffüllen.



Den Sonnenuntergang bewundern wir wiederum an der Düne 45, kommen anschließend pünktlich um 19:30 Uhr wieder am Camp an und grillen uns ein leckeres Barbecue.



Alles in allem war es ein wahnsinnig aufregender Tag voller langer Höhen und kurzer sandsturmbedingter Tiefen. Insgesamt hatten wir sicher großes Wetterglück, und ohne die wenigen Sandsturmstunden hätte irgendwie auch etwas gefehlt. Erst durch solche Erlebnisse fühlt man sich klein genug, um die großartige Schönheit der Natur nicht als selbstverständlich hinzunehmen, sondern in vollen Zügen genießen zu können. Einfach nur überwältigt und glücklich gehen wir früh ins Zelt und freuen uns über die unvergleichlichen Erlebnisse des heutigen Tages...
Liebe Grüße, Leo
zuletzt bearbeitet 26. Mai 2017
229 Beiträge · seit 201426. Mai 2017 · #46
Hallo Leo,

wahnsinnig schöne Fotos habt Ihr gemacht; das vom Sonnenuntergang finde ich am allerschönsten 🙂

Ich freue mich auf die Fortsetzung Eures Berichts.

Liebe Grüße
Helga
Reisebericht: Namibia für Anfänger - Sept. 2016
Themenstarter70 Beiträge · seit 201502. Juni 2017 · #47
Tag 9: Sesriem -> Swakopmund, 361 km

Im Sonnenaufgang
Wecken Springbock und Oryx
Den müden Camper.


Um 6:30 wecken uns die hunderten Bewohner des in der Akazie auf unserem Camp Site hängenden Siedelwebernests durch fröhliches Gezwitscher. Unser erster Blick aus dem fällt auf einen friedlich grasenden Springbock direkt am Fuß unserer Zeltleiter – so wacht man gerne auf.



Natürlich starte ich sofort eine Schlafanzug-Fuß-Foto-Safari quer über das weitläufige Camp, wobei ich noch viele weitere Springböcke entdecke, die neugierig die Plätze erkunden, deren Bewohner schon aufgebrochen sind oder noch schlafen. Ich darf sogar einige kurze Prunksprünge miterleben, ein magischer Moment.



Ausführlich frühstücken wir in den ersten wärmenden Sonnenstrahlen und beobachten dabei weitere Springböcke und sogar Oryxe: Am leeren Nachbarplatz wenige Meter neben unserem Tisch weidet ein stattlicher Spießbock eine Stunde lang genüsslich und gründlich unter einer Akazie den Boden ab und lässt sich dabei absolut nicht stören.



Wir verlassen das Camp um 8 Uhr, tanken und lassen unseren linken Vorderreifen, der einen sehr kleinen „Chip“ hat, checken. Da sich der Eingang zum Sesriem Canyon innerhalb des Camp Sites befindet, wie wir erst hier erfahren, fahren wir nochmals zurück, müssen erneut die Ein- und Ausreise-Formalitäten erledigen und erkunden den sehr sehenswerten Canyon. Besonders gefällt er uns von oben, wie er sich slot-artig durch die Landschaft zieht, während im Hintergrund die roten Dünen leuchten.



Pünktlich um 11 Uhr verlassen wir voller toller Sossusvlei-Eindrücke diesen einzigartigen Ort. Die gute Straße führt uns auf der ersten Hälfte abwechslungsreich über Bergstraßen und Baumsavannen. Neben vielen kleineren Antilopen und Oryxen sehen wir wilde Bergzebras und durch Termiten erzeugte Feenkreise.





Erneut queren wir den Wendekreis des Steinbocks, bevor uns die letzte Hälfte uns äußerst monoton durch abwechslungs- und scheinbar leblose Mondlandschaft führt.

Um 16 Uhr erreichen wir an Walvis Bay erneut das Meer, das uns durch tausende zartrosane Flamingos begeistert, die, während sie lustig schlürfend Krebstierchen aus dem seichten Meerwasser filtern, an Paso Doble erinnern.



Bei YouTube ansehen ↗



Ansonsten ist an der Waterfront absolut tote Hose, weshalb wir schnell das letzte kurze Stück nach Swakopmund weiterfahren. Der geteerte Küstenhighway gibt uns bereits einen tollen Eindruck der einzigartigen Lage: links das lebenspendende Meer, rechts die wasserlose Küstenwüste Namib mit ihren gelben Dünen und mittendrin Swakopmund.



Um 17:30 Uhr kommen wir an und beziehen nach einigen Problemen beim Rangieren unseres parkplatzunfreundlichen Campers im engen Innenhof unsere gemütlichen Appartements direkt am Meer. Wir suchen uns ein schönes Restaurant in der Stadt, essen an die letzten Tage zurückdenkend Oryx-Steak und genießen den Luxus eines Zimmers mit eigenem Bad.
Liebe Grüße, Leo
1'415 Beiträge · seit 201403. Juni 2017 · #48
Hallo Leo,
danke für die köstliche verpasodoblete Flamingo-Performance 😄 😄
Grüessli von der Gromi Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA Reisebericht 2018: NA, BW, NA
3 Beiträge · seit 201713. Juni 2017 · #49
Hallo Leo,

ein wirklich toller Bericht mit traumhaften Fotos 🙂 Bin schon gespannt auf die weitere Reise und die Fotos.

In drei Monaten geht es bei mir das erste Mal nach Namibia. 😎
Daher meine Frage: Welches Equipment/Objektive hattest du mit dabei? Ich habe auch eine Sony Alpha 6000.

Liebe Grüße
1'415 Beiträge · seit 201413. Juni 2017 · #50
Revolverheldin schrieb:Bin schon gespannt auf die weitere Reise und die Fotos.
🙄 ich auch! 😉
drängelt die Gromi
Grüessli von der Gromi Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA Reisebericht 2018: NA, BW, NA
4'382 Beiträge · seit 201513. Juni 2017 · #51
...drängle mit!
Gruß
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
Themenstarter70 Beiträge · seit 201514. Juni 2017 · #52
Danke euch. 🙂 Heute geht's weiter. Dauert doch länger als gedacht, sich an alles zu erinnern und niederzuschreiben. 😊

Aber die richtig tollen spannenden Tier-Tage kommen noch. 😁
Revolverheldin schrieb:Daher meine Frage: Welches Equipment/Objektive hattest du mit dabei? Ich habe auch eine Sony Alpha 6000.
Ich verwende meine Sony Alpha 6000 mit drei Objektiven:
- Kit-Objektiv SEL-P1650 (Landschaft, alles mit wenig Zoom)
- Zoom-Objektiv SEL-55210 (Tiere, alles mit viel Zoom)
- Festbrennweite SEL50F18B (Eigentlich nur nachts am Wasserloch)

Ganz wichtig sind außerdem ein weicher Pinsel und Mikrofasertuch und ggf. Objektivreinigungsspray!
Liebe Grüße, Leo
Themenstarter70 Beiträge · seit 201514. Juni 2017 · #53
Tag 10: Swakopmund

Auf Souvenirjagd
Wird um jeden Preis gefeilscht
Und Beute gemacht.


Ausgeruht stehen wir um 7 Uhr auf, frühstücken ausführlich auf unserer Sonnenterrasse und erledigen einige organisatorische Dinge über das Appartment-WLAN wie Touranfragen und –buchungen für Devil’s Pools, Chobe River Cruise und Mokoro Tour. Etwas einfacher wäre es gewesen, das alles noch daheim vor der Reise zu erledigen, aber bei den unzähligen sonstigen Vorbereitungen ging es irgendwie unter.

Um 10 Uhr ziehen wir bei angenehmen Temperaturen los, um uns die Stadt näher anzusehen. Wir durchstreifen zahllose Souvenirläden, unterhalten uns mit deutschstämmigen Einheimischen und genießen eine lange Mittagspause im Café Anton bei Käsetorte, Brotkorb, Mandelhörnchen und einer najapasstschonaberimmerhin Schwarzwälder Kirschtorte. Die ganze Stadt macht einen durch und durch „Deutschen“ Eindruck und kann und will ihre Kolonialgeschichte nicht verleugnen. Die ausgiebige Lektüre der „Allgemeinen Zeitung“ trägt ebenfalls dazu bei.



Anschließend wagen wir uns zum Touri-Markt, wo zahllose Namibier den Touristen ihre Waren feilbieten. Einerseits ist für uns Westeuropäer sehr nervig durch extrem extrovertierte Händler und ständiges Feilschen, andererseits lässt sich die einzigartige energiegeladene Atmosphäre nicht leugnen. Selbstverständlich können auch wir nicht mit leeren Händen gehen und leisten uns zwei sehr schöne Erinnerungsstücke.



Auf dem Rückweg gönnen wir uns noch ein wenig Sightseeing am Amtsgericht, altem Bahnhof, Kristallmuseum etc., produzieren mit unserem abenteuerlichen Appartment-Toaster zwei Mal einen Stromausfall im gesamten Häuserblock, waschen unsere Wäsche, packen unsere Taschen um, essen gut, organisieren noch ein wenig im Internet, genießen einen entspannten Abend und gehen um 23 Uhr ins Bett. Voller kontrastärer Impressionen der letzten Tage und Vorfreude auf die nächsten Natur-Tage dauert es bis lange nach Mitternacht, bis ich im ungewohnt weichem Bett endlich einschlafe.

Swakopmund, was wörtlich „Mündung der Anus-Exkremente“ bedeutet, ist eine wahrlich einzigartige Stadt (eine wunderschön bildliche Interpretation des alle Jubeljahre schlammführenden Flusses Swakop): Eingeklemmt zwischen durchweg maximal 15 °C kaltem Atlantik und lebensfeindlicher Namib-Wüste leben hier viele Deutsche bzw. Einheimische mit Deutschen Wurzeln, was zu einigen interessanten Unterhaltungen geführt hat. Fast jeder versteht und spricht ein wenig Deutsch, und das inmitten von Afrika. Irgendwie freuen wir uns schon wieder sehr auf die Einsamkeit und Weite der afrikanischen Steppe, die bereits morgen wieder vor uns liegt...
Liebe Grüße, Leo
3 Beiträge · seit 201720. Juni 2017 · #54
Ah super! Bis auf das Objektiv mit der Festbrennweite sind wir identisch ausgestattet 😎
Ich hatte/habe nämlich Bedenken, dass die Brennweite für eine Safari etwas zu gering ist 😉
Themenstarter70 Beiträge · seit 201520. Juni 2017 · #55
Revolverheldin schrieb:Ah super! Bis auf das Objektiv mit der Festbrennweite sind wir identisch ausgestattet 😎
Ich hatte/habe nämlich Bedenken, dass die Brennweite für eine Safari etwas zu gering ist 😉
Ist sie möglicherweise auch, wir haben einige mit halbmetergroßen Objektiven gesehen. Gibt's für Sony E-Mount sicher auch, aber das war mir persönlich a) zu teuer, b) zu groß/schwer/unhandlich und c) den Aufwand nicht wert.

Klar: Je mehr Brennweite desto besser, aber die meisten Tiere waren ziemlich nahe an uns dran. Und selbst wenn, bei 330mm Kleinbild-Äquivalent kann man immer noch den Ausschnitt für kleinere Ausdrucke vergrößern. Alles was noch weiter weg war, wird durch die flirrend heiße Luft ohnehin unscharf/verschwommen. Das siehst du bei dem Zebra-Foto bei Tag 9 recht gut.

Etwas mehr Lichtstärke im Tele wäre natürlich super gewesen, aber das geht halt auch wieder auf Kosten von Preis und Größe... Muss jeder für sich selbst wissen.

Das oft gescholtene SEL-P1650 ist meiner Meinung nach wirklich deutlich besser als sein Ruf.
Liebe Grüße, Leo
Themenstarter70 Beiträge · seit 201521. Juni 2017 · #56
Tag 11: Swakopmund -> Ameib, 173 km

Der Wüstengecko,
Die Gi... Die Gi... Die Gigi...
So muss Safari!


Wir stehen um 7:30 Uhr auf, frühstücken, packen tangramspielend wieder alle unsere Habseligkeiten in unsere Reisetaschen und werden um 8:40 Uhr bei bedecktem Wetter fast pünktlich zu unserer Living Dunes Tour abgeholt, die wir etwas kurzfristig gerade noch so vor einigen Tagen buchen konnten.

Wir vier sind zusammen mit zwei seltsamen älteren schwarzen Touristen im Minivan: Sie sehr adipös und ist zu keiner Stelle aus dem Bus gestiegen, Er meist bei ihr geblieben. Warum die beiden sich wohl für diese Tour entschieden haben..?

Um es vorweg zu nehmen: Unser Tourguide Nick war sensationell – super nett, sehr redselig und äußerst kompetent. Es sollte eine einzigartig tolle Tour werden!

Über Sandstraßen fahren wir wenige Minuten aus der Stadt direkt zu einem anderen Guide, der eine Sidewinding Adder (Zwergpuffotter) gefunden hatte. Bis auf die Augen und einen winzigen Teil des Kopfes ist nichts von der 30 cm langen Schlange zu sehen: Absolut unmöglich, sie selbst im Sand zu entdecken! Als der fremde Tourguide die Schlange etwas unsanft aus dem Sand befördert, schlängelt sie sich in der typischen seitlichen Weise durch den Sand und vergräbt sich einige Meter entfernt innerhalb weniger Sekunden durch rhythmisches Körperschaukeln in den Sand, bis erneut nur die Augen zu sehen sind. Absolut faszinierend!





Auf ausgefahrenen Sanddünenspuren fahren wir weiter durch die Namib und erfahren währenddessen allerlei Interessantes über die Geschichte dieser Region, über erschossene Pferde und über antike Eisenbahnschienen. Einige Male lässt uns Nick alleine, um zu Fuß nach Spuren zu suchen und von Mal zu Mal frustrierter zurückzukommen. Man merkt ihm richtig an, wie gerne er uns weiteres Leben in dieser scheinbar toten Wüste zeigen möchte... Wir hoffen so sehr, dass er Erfolg hat!

Nach dem fünften Stopp kommt er aufgeregt und freudestrahlend zurück und führt uns zu einer kaum sichtbaren 1 cm großen Verfärbung im Sand mit feinsten Spuren drumherum: „There was Activity last Night!“ sagt er, und beschreibt farbenfroh, wie hier letzte Nacht ein Kampf zwischen einer Spinne und ihrer Beute stattgefunden hat. Die Verfärbung entpuppt sich als aus Spinnenfäden gewebter Abdeckung einer sehr tiefen mit Spinnenfäden ausgekleideten Höhle, die er nach und nach mit bloßen Händen freilegt. Währenddessen erzählt er uns, wie wichtig für seinen Job „Digging Skills“ sind. In ca. einem halben Meter Tiefe legt er schließlich einen kleinen weißen Ball frei, der sich überraschend entfaltet und als Dancing White Lady / Golden Cartwheeling Spider (Goldene Radspinne) mit 5 cm Beinspannweite zu erkennen gibt. Sie „tanzt“ sehr aggressiv, vor allem, wenn sie von Nick mit Sand berieselt wird. Kein Wunder, nachdem sie mitten im Schlaf ausgegraben wurde... Als er uns erzählt, wie sich diese Spinnenart bei Gefahr zu einem Ball zusammen- und die Düne herunterrollt, erinnere ich mich, wie ich bei unserer einsamen Sossusvlei-Wanderung einen kleinen, rollenden, dunklen Ball gesehen habe – möglicherweise eine ähnliche Spinne? Ein beeindruckendes Tier und für uns der endgültige Beweis, wie viel dieser einzigartigen Fauna doch für unsere ungeübten Augen unsichtbar ist.





Kreuz und quer achterbahnähnlich über Dünensand fahrend kommen wir nach einer Viertelstunde an einer minimal sichtbaren Sandvertiefung vorbei. Einige Meter weiter bleibt Nick stehen, fährt zurück und fängt erneut an, zu graben, hüllt sich aber in Schweigen, was er auszugraben hofft. Nach einigen Minuten gräbt er tatsächlich einen unendlich süßen Desert Gecko (Namib-Wüstengecko / Schwimmfußgecko / Palmatogecko) aus. Mit seinen großen Kulleraugen und wunderschön pastellfarbig gemustert bleibt er sogar fotogen auf meiner Hand sitzen. Die halbtransparente Haut schimmert wie Edelsteine und als er sich mit seiner großen Zunge über seine Augen leckt, ist es um mich geschehen: Mein Haustier in Deutschland, ein sehr hübsches Bartagemenweibchen, darf das natürlich nie erfahren, aber dieser Gecko ist definitiv das süßeste Reptil der Welt! Als er schließlich wieder vor seine Höhle gesetzt wird, gräbt er sich schnell wieder hinein und wir sagen ihm schweren Herzens Adieu. Wer sich an meine Begegnung mit dem Erdmännchen Jammy erinnert: Ich bin in beide gleichermaßen verliebt. <3





Überglücklich über dieses einmalige Erlebnis haben wir gar keine Zeit zum Durchschnaufen, denn bereits wenige hundert Meter weiter wirft Nick plötzlich aus dem fahrenden Auto ohne Vorwarnung seinen Haken etwa fünf Meter weit auf eine Sanddüne: Mitten im Vorbeifahren hat er auf einer Düne einen Shovel-snouted Sand-diving Lizard (Düneneidechse) entdeckt. Diese Reptilienart ist sehr scheu und schnell und kann aus dem Stand uneinholbar auf 20 km/h beschleunigen. Deshalb hat Nick ihn mit seinem Wurf so erschreckt, dass er sich eingrub statt wegzulaufen – Pech gehabt. Nick springt aus dem Auto, gräbt die Echse aus und zeigt sie uns, während sie in seiner Hand zappelt. Vorsichtig setzt er sie zurück auf den Boden, woraufhin sie blitzschnell zu den Dünen zurückrennt und sich eingräbt: Wenige schnelle Schwanzbewegungen und Körperdrehungen reichen, dass sich der Sand unter ihr in Treibsand verwandelt und sie unsichtbar verschluckt. Sehr faszinierend.



Ein paar Minuten Dünenachterbahn später, während der die Wolkendecke aufreißt und die Sonne die Namib in ein goldenes Licht taucht, zeigen sich zwei große Namaqua-Chamäleons direkt am Pistenrand auf bzw. unter Büschen sitzend. Möglicherweise wurden sie kurz zuvor erschreckt oder geärgert, denn pechschwarz zeigen sie ihre Anspannung und bewegen nichts als ihre Augen. Selbst einen angebotenen Mehlwurm verschmähen sie, so dass wir sie schnell wieder in Ruhe lassen.



Mit Sidewinding Adder, Dancing White Lady, Desert Gecko, Shovel-snouted Sand-diving Lizard und Namaqua-Chamäleon haben wir tatsächlich die “Little 5” gesehen und unser Guide möchte uns eigentlich nur noch ein wenig über schöne Dünenstrecken zurückfahren, als er von einem anderen Guide einen Tipp bekommt: So kann er uns noch eine Horned Adder (Gehörnte Puffotter) zeigen – zwar etwas kleiner als die Zwergpuffotter aber durch ihre Hörnchen wunderschön und beinahe diabolisch. Nick erklärt uns, dass sich Sidewinding Adder zur Horned Adder verhält wie der Leopard zum Gepard: Die gehörnte Puffotter ist flinker aber schwächer. Ein tolles Reptil!





Nach dieser wahnsinnig erfolgreichen Safari geht es mit tollen Ausblicken querwüstenein zurück zu unserer Unterkunft. Was für ein wahnsinniges Glück, dass wir a) diese Tour noch bekommen haben, b) am Ende noch durch strahlenden Sonnenschein die Wüste in ihrer ganzen Pracht erleben konnten und c) alle diese beeindruckenden Tiere sehen durften. Natürlich bleibt ein kleines schlechtes Gewissen, dass die Reptilien in ihrem natürlichen Leben gestört werden, aber letztlich kommen diese Touren auch ihnen entgegen: Durch diese kommerziellen Touren erhält die Namib in der Umgebung von Swakopmund einen besonderen Schutz und die Touristen werden sensibilisiert für die Schönheit und Vielfältigkeit der scheinbar toten Dünenlandschaft.



Hier sind noch ein paar Bewegtbilder zum Thema „Die Wüste lebt“.

Bei YouTube ansehen ↗



Kaum zu glauben, dass dieser highlightreiche Vormittag noch von einem adäquaten Nachmittag gefolgt werden sollte!

Nach einem kurzen Besuch des Swakopmunder Stadtstrandes in der Sonne fahren wir um 13 Uhr aus Swakopmund los und kommen nach kurzer, reizvoller Fahrt um 15:30 Uhr an der Ameib Ranch an. Um 16 Uhr wandern wir, erfolglos nach Giraffen, die es in dieser Gegend geben soll, Ausschau haltend, eine Stunde lang über einen idyllischen Pfad über rote wollsackverwitterte Granitfelsen mit tollen Akazien, Euphorbien, Vögeln und weiblichen Siedleragamen hinauf zur Phillip’s Cave. Die Höhle selbst ist ein kleiner Überhang am Fels, unter dem ein weißer Elefant, Menschen, Antilopen und ein Strauß an die Wand gemalt sind, vermutlich von den San vor 2.000 bis 4.000 Jahren. Ein spannendes Stück Geschichte.







Nach kurzer Rast wandern wir eine gute halbe Stunde weiter zu Bull’s Party, einem Plateau, auf dem ähnlich der uns bereits bekannten Devil’s Marbles im australischen Outback roter Fels zu Kugeln erodiert ist. Wir erkunden ein wenig die Gegend und genießen wunderschöne Weitblicke über die Savanne. Wir sehen zwar leider keine Giraffen, aber dafür eine große Pavianfamilie, die auf den schützenden Steinbergen lärmend ihr Nachtlager aufschlägt. Im Abendlicht sieht Bull’s Party mit etwas Fantasie und zusammengekniffenen Augen durchaus ein wenig so aus, als wären die rot erleuchteten Felsen versteinerte Bullenköpfe, die eine Ratssitzung abhalten.







Bei Sonnenuntergang wandern wir im letzten Zwielicht die Sandstraße zurück zum Camp. Wir schätzen den Rückweg auf eine knappe Dreiviertelstunde, wodurch wir ziemlich knapp vor der Dunkelheit ankämen, weshalb uns durch unsere Einsamkeit, das schwindende Licht, „unheimlichen“ Geräuschen und gelegentlich aus dem Gebüsch rennenden Impalas, Böckchen und Warzenschweinen (glücklicherweise ohne hinterherjagende Leoparden oder Hyänen) zugegeben ein klein wenig mulmig zumute ist.

Das echte Highlight jedoch ist die Gi... die Gi... die Gigi... die Giraffe!!!, die urplötzlich wenige Meter vor uns gegen den fast untergegangenen sehr tief stehenden Feuerball ihren Hals und Kopf hoch erhoben als Silhouette präsentiert und kurz darauf nahe an uns im Gebüsch vorbeizieht – unsere erste Giraffe sehen wir im Rahmen einer Fußsafari, irre!!! Der reine Wahnsinn, wie groß diese Tiere wirken, wenn man zu Fuß wenige Meter daneben steht.



Von Leoparden und Hyänen unbehelligt kommen wir natürlich wohlbehalten am Camp an, grillen und genießen nach den letzten Stadttagen endlich wieder einen wunderschönen Sternenhimmel. Wieder im Dachzelt brauche ich lange, um einzuschlafen – man merkt richtig, wie all diese einzigartigen Erlebnisse des heutigen Tags etwas Zeit brauchen, um bewertet, sortiert, verarbeitet und abgelegt zu werden.
Liebe Grüße, Leo
zuletzt bearbeitet 22. Juni 2017
14 Beiträge · seit 201122. Juni 2017 · #57
" ....seltsamen älteren schwarzen Touristen im Minivan: Sie sehr adipös...."

Der Hinweis auf die Hautfarbe ist hier in irgendeiner Art und Weise relevant ?
Seltsam und dick wäre unzureichend beschrieben gewesen ?
16,9k Beiträge · seit 201222. Juni 2017 · #58
CGNNAM schrieb:" ....seltsamen älteren schwarzen Touristen im Minivan: Sie sehr adipös...."

Der Hinweis auf die Hautfarbe ist hier in irgendeiner Art und Weise relevant ?
Seltsam und dick wäre unzureichend beschrieben gewesen ?
Genau wegen dieser politischen Überkorrektheit überlegen sich viele keinen Reisebericht zu erstellen. Wenn es geheißen hätte: " ....seltsamen älteren weißen Touristen im Minivan: Sie sehr adipös...." , dann wäre dieser Kommentar nie erfolgt.

LG
Logi
1'523 Beiträge · seit 201122. Juni 2017 · #59
@ Logi....

....wie recht Du hast........ 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂

lg.........BMW
Themenstarter70 Beiträge · seit 201522. Juni 2017 · #60
CGNNAM schrieb:" ....seltsamen älteren schwarzen Touristen im Minivan: Sie sehr adipös...."

Der Hinweis auf die Hautfarbe ist hier in irgendeiner Art und Weise relevant ?
Seltsam und dick wäre unzureichend beschrieben gewesen ?
Ich freue mich, dass du meinen Text so aufmerksam liest (zumindest die ersten beiden Sätze), aber finde es befremdlich, dass dies das einzige ist, was dir zu meiner Erzählung einfällt. Beziehungsweise, dass du bei einem Bericht mit fast 1.500 Wörtern, von denen vermutlich jedes zweite überflüssig ist, genau dieses Wort "schwarzen" für störend hältst. Und offenbar versuchst, unterschwelligen Rassismus hineinzuinterpretieren.

Ich versuche, mit meinem Reisebericht nicht nur stichpunktartig die Fakten niederzuschreiben, sondern ein Bild vor den Augen des Lesers/der Leserin entstehen zu lassen und meine Stimmung zu transportieren. Wenn du dich daran störst, bitte ich dich, meinen Bericht nicht weiter zu verfolgen, denn ich werde in einem der nächsten Tage eventuell eine kurze Anekdote über eine "asiatische" Reisegruppe im Etosha-Park wiedergeben.
Liebe Grüße, Leo