Es war unser ERSTER Namibiatrip - anlässlich unserer Silberhochzeit (und meines 50. Geburtstags :P). Schon lange hatten wir von dieser Reise geträumt - und unsere Träume wurden noch übertroffen!!
Wir haben schon viele Reisen unternommen, meist mit naturkundlichem/ornithologischen/fotografischen Schwerpunkt. Namibia war dafür natürlich PERFEKT! Unser Reisebudget haben wir statt in bequeme Luxusbetten lieber in geführte Bushwalks, Boattrips und Game-Drives gesteckt: dort wo es angebracht war, weil man allein nicht fahren konnte. Die Route ist so abgesteckt, dass wir möglichst vielseitige Landschaften und Biotope erfahren konnten. Und sowohl die Reisezeit (Nov./Dez.) als auch die Route hatten möglichst vielfältige Vogel- und Tierbeobachtungen zum Ziel. Natürlich ging es uns aber auch um Landschaften und Lebensverhältnisse in diesem weiten Land...
Dies als Vorrede, und jetzt kommen noch ein paar erste Bilder als "Appetizer":
Kurz hinter dem Flughafen: Unsere erste Vogelbeobachtung - ein Kampfadler (Martial eagle)
Unser Toyota Hilux, Fahrzeugübernahme am Flughafen
Nachtigall202 Beiträge · seit 201429. Okt. 2016 · #5
Hallo Birgit und Werner, auf diesen Reisebericht freue ich mich sehr. Unsere nächste Tour (4 Wochen im März/April 2017) wird ebenfalls in den Norden führen, über Botswana/Caprivi/Etosha/Ruacana/Spitzkoppe wieder zurück (grobe Routenführung). Habt Ihr wirklich diese unglaubliche Menge an Vögeln gesehen und sogar alle fotografiert? Nicht zu fassen. Ich bin begeistert und werde viel lernen. Also freuen wir uns auf die Etappen.. Viele Grüße Anne
zwischen 1991 und 2008 diverse Aufenthalte Jemen - 2011 Südafrika - 2013 Kamerun - 2016 Namibia - 2018 Namibia
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201429. Okt. 2016 · #6
Ein "Best of" unserer 9000 Fotos 358 Vogelarten und natürlich viele weitere Naturbeobachtungen
Hallo Birgit & Werner, das hört sich sehr gut an und da bin ich natürlich dabei! Die Vogelausbeute ist enorm, habt ihr die auch alle im Bild festgehalten?
danke für die Vorschusslorbeeren 😉 Die angegebenen Vogelarten haben wir tatsächlich alle gesehen, oder zumindest gehört. Natürlich haben wir nicht alle im Bild festgehalten, aber viele (hab noch nicht gezählt). Und in der Tat: wir waren selbst sehr stolz auf unsere "Ausbeute", da wir den einzigen Birdreport aus der Zeit und mit der Route um 50 (!) Arten übertroffen haben 😛
Hallo Birgit, als begeisterte Vogelgucker begleiten wir Euch gerne auf Eurer Reise. Die meisten Orte kennen wir auch und freuen uns auf Wiedererkennen und Wiedersehen! CuF
Als Afrika- und Namibia-Einsteiger haben wir uns natürlich vorher sehr viele Gedanken gemacht. Daher ist es vielleicht für andere "Greenhorns" hilfreich, hier jetzt erstmal ein paar Tipps für die Ausrüstung zu bekommen.
In unserem Gepäck war:
1. I-Pad mit a) App "Tracks for Africa" - hat als Navi völlig gereicht, das mitgeführte GPS war überflüssig für unseren Bedarf; b) App "Sasol: Birds of Southern Africa": Hier gibt es neben den Beschreibungen aus dem Buch auch noch sehr viele Stimmen zum Abhören und Vergleichen der fraglichen Art. Außerdem kann man perfekt die Birdlist pflegen und später als Liste exportieren! 2. Fotoausrüstung: a) Nikon D300 + D300S, b) Objektive: 24-70mm/2,8, 8-20mm, 70-210mm und das nagelneue und sofort geliebte 150-600S (Sigma) c) Blitz SB800 d) Speicherkarten: 4x34GB, 7 Akkus mit staubfestem Etui, Ladegeräte, Reinigungsset e) Einbeinstativ + schweres Berlebach-Stativ (3-Bein, auch für Spektiv) f) "Bohnensack" (ohne Bohnen, zum Auflegen vom Teleobjektiv auf dem heruntergedrehten Seitenfenster und zum Beschweren des Stativs) 3.Optik/sonstige Technik a) 2 Ferngläser, Spektiv 20-60fach b) 2 Stirnlampen, 2 Taschenlampen, 1 Leselampe, 16 Lithium AAA-Batterien c) Handys (SD-Cards in Namibia kaufen!), Ladekabel 4. Reiseführen/Bestimmungsbücher a) Iwanowski-Reiseführer (eher überflüssig nach guter Vorbereitung) b) Karte Tracks4Africa, 1:1Mio c) Sasol Birds of Southern Africa, 4. Auflage - unverzichtbar und nach der Tour ziemlich zerfleddert 😄 d) Struik: The Wildlife of Southern Africa (Tiere und Pflanzen, natürlich nicht vollständig. Hier würde ich ggf. beim nächsten Mal noch nach einer Optimierung forschen, weil der Führer erstens zu wenig hergibt und zweitens auch nicht sooo toll in den Abbildungen ist) e) Demasius/Marais: Namibias bunte Vogelwelt: sehr liebevoll gestalteter Führer zu ausgewählten Gebieten, SEHR gut auch für die Vorbereitung eines "Birdtrips"
Alle anderen Dinge sind entweder selbstredend (Pässe, Tickets, Kreditkarten...) oder individuell (Klamotten, Reiseapotheke...). Für Fragen stehen wir gern zur Verfügung!
Anreise: Bahnanreise HH-FFM (würde ich beim nächsten Mal anders machen...), lieber Zubringerflug, um Stress und lange Wege zu vermeiden. Hinfflug: Frankfurt ab: 20:10 Uhr, Windhoek an: 07:30 Uhr Rückflug: Windhoek ab: 21:30 Uhr, Frankfurt an: 06:55 Uhr Durch diese Flugverbindung hat man zwar letztlich einen vollen Tag mehr vor Ort, allerdings auch 2 anstrengende Nachtflüge, auf dem Hinflug mit 🤢 Baby in unmittelbarer Nachbarschaft... 😵
Flug und Auto haben wir über Iwanowski gebucht - ich weiß, dazu gibt es hier auch geteilte Meinungen, bestimmt kann man hier noch über andere Buchungswege ein paar Euronen sparen.
Auto: Toyota Hilux mit Dachzelt/Campingausrüstung über Bidvest Car Rental; Pickup: Airport. Hilfreich sind die hier im Forum verfügbaren Checklisten für die Fahrzeugübernahme. Wir haben - trotz Aufregung und Müdigkeit - das Dachzelt (Löcher im Mückenschutz!) und die beiden Reservereifen austauschen lassen.
Unterkunft 1.+2. Nacht: Um dem Nachtflug, der Aufregung und dem Linksverkehr Rechnung zu tragen, haben wir uns für die ersten 2 Tage auf Ondekaremba einquartiert. Die Entfernung von 7 km vom Int. Flughafen ist natürlich prima, und die Guestfarm war für unseren Geschmack gemütlich und nett. Das vielseitige Farmgelände hat uns einen guten Start auf der Birdlist verschafft 😛
Wir hatten uns im "Erongo Village" eingebucht. Dort waren wir völlig allein, allerdings waren die Moskitonetze etwas kurz 😣 Der Campground ist mindestens genauso schön - dort würden wir nächstes Mal nächtigen.
1. Tag: Windhoek, Einkauf; Daan Viljoen Park/Avis Dam
Nach einer kleinen Frühexkursion auf dem Ondekaremba-Gelände und einem guten Frühstück in der Lodge brechen wir auf zum Daan Viljoen Park etwas westlich von Windhoek. Es ist in diesem Jahr staubtrocken! Die sonst bestimmt anziehenden Wasserstellen des Parks sind völlig ausgetrocknet, entsprechend hält sich auch das Tier- und Vogelleben in Grenzen. Und natürlich ist es ab 10:00 Uhr schon sehr heiß - ein Temperaturunterschied von 35 Grad zum Dezember-Norddeutschland will erst einmal verkraftet sein. Aber dennoch: ein kleiner Spaziergang durch ein Trockental erfreut uns dann doch...
Perl-Sperlingskauz (Pearl-spotted Owlet)
Danach geht es durch den wuseligen Stadtverkehr zum Großeinkauf. Wir landen im engen Parkhaus der Merua Mall, um dann festzustellen, dass der Supermarkt der Wahl etwas neben/hinter der Mall gelegen hätte... 😮 - Egal: unsere Reisevorräte haben wir dann eben in der Mall gekauft (Checkers) und quer durchs Einkaufszentrum transportiert.
Auf dem Rückweg machen wir noch einen Zwischenstopp beim Avis Dam. Auch hier: völlige Dürre! Der Staudamm, der eigentlich die Wasserversorgung Windhoeks sichern soll, ist bis auf ein paar winzigkleine Restpfützen total ausgetrocknet. An diesen versammeln sich aber im Sekundentakt die kleinen, bunten Singvögel...
Biologe schrieb:Hallo Birgit, bei der Agame am Anfang Eures Berichts handelt es sich eher um eine Namibische Felsenagame (Agama planiceps). Bei dieser haben die Männchen auch einen rötlichen Schwanz (zur Paarungszeit). Bei A. agama ist der Schwanz nicht rötlich. Leider ist das Tier auf Eurem Foto nicht vollständig zu sehen. Beste Grüße Michael
Alle Leute, mit denen wir gesprochen haben, waren sich einig, dass dieses Jahr das trockenste seit ewigen Zeiten war. Verantwortlich wurde das "El Nino"-Wetterphänomen gemacht. Und es bestand (besteht?) wirklich die Gefahr, dass die Wasserversorgung Windhoeks völlig zusammenbricht! Selbst über eine notwendige Verlegung der Hauptstadt nach Rundu wurde schon gemunkelt 🙄 Wir profitierten allerdings schon von ein paar winzigen Regenschauern etwa eine Woche vor unserer Ankunft: viele Akazien zeigten einen Hauch von Grün, was die Fotogenität der Landschaft natürlich insgesamt gehoben hat.
Abendessen dann wieder in der Lodge. Das haben wir eigentlich meistens so gehalten: Die Preise für Verpflegung (Menü) in den Lodges, bei denen wir gecampt haben, empfanden wir als durchweg zivil und die Qualität als gut bis superklasse... Und ehrlich gesagt war uns die Zeit zum Kochen auch meist zu schade, man könnte ja stattdessen noch einen Vogel sehen oder ein Foto machen 😛
Jetzt geht es "wirklich" los! Aufbruch nach Norden auf der komfortablen B1. Am Himmel ziehen Richtung Norden Wolken auf. Immerhin ist es schon Mitte Dezember, eigentlich der Beginn der kleinen Regenzeit... Erstmal aber einfach nur: sehr heiß! Hinter dem Abzweig Richtung Waterberg: die erste Oryx-Antilope. Das eindrucksvolle Waterberg-Plateau rückt näher...
Um 15:30 Uhr kommen wir auf der Hamakari Gästefarm an, die wir uns für die nächsten 2 Nächte auserkoren haben. http://www.hamakari.com/ Die Rinder-, Jagd- und Gästefarm ist seit 1907 im Familienbesitz, die Dieckmanns stammen ursprünglich vom norddeutschen Jadebusen.
Die sehr netten Diekmanns begrüßen uns mit der Frage, ob wir denn bei dieser Hitze ernsthaft campen wollen. In der Tat sind 42°C kein Pappenstiel und man sieht der Umgebung die ewig lange Trockenheit an. Dennoch liegt der Zeltplatz sehr malerisch mit Blick auf eine große Lichtung und einer künstlichen Wasserstelle im Vordergrund. Wir sind hier ganz allein! Um Ostern herum muss diese Farm und der Campground ein Paradies sein, Wassergräben vom farmeigenen Stausee direkt anbei. Bestimmt steppt dann im Frühling hier der Leopard... 🤩 Doch wir sind schon sehr zufrieden damit, einfach im Schatten zu sitzen und in die Bäume zu schauen: Paradiesschnäpper, Rotbauchwürger, Glanzstare...
Graubrust-Paradiesschnäpper (African Paradise Flycatcher) - es ist schwer, ihn komplett aufs Bild zu bekommen 😏
Rotbauchwürger (Crimson-breasted Shrike)
Wenig später holt uns "der Chef" Wilhelm Dieckmann zu seiner abendlichen Farm-Kontrollfahrt ab (for free 🙂 ). 22.000 Hektar für ca. 1500 Rinder! Da sind einige Zäune zu kontrollieren... 🙄 Im Fahrtwind auf dem Pickup lässt es sich gut aushalten, auch wenn es uns für Fotos oder Fernglas ein wenig zu rasant geht.
Bei der Arbeit:
Auf dem Rückweg lassen wir uns noch ein Päckchen Oryx-Grillfleisch mitgeben und genießen unseren ersten Namibia-Braai - mit Blick auf Springbock, Impala, Buntbock (Blesbok), Kuhantilope (Hartebeest), Elenantilope (Eland), Gnu und Warzenschwein.
Mmmmh: Oryx-Steak - leckerleckerlecker 😛
Blick zur Futter-/Wasserstelle vor dem Hamakari-Campground (auch die Wildtiere werden jetzt mit gefüttert, weil sie sonst bei der Dürre verenden würden)
Einen Schreck bekommen wir, als sich das Auto plötzlich von selbst abschließt - aber zum Glück findet Werner dann doch den Schlüssel tief in seiner Hosentasche 😊
Am Morgen tatsächlich etwas Regen - immerhin so viel, dass wir uns eine Weile ins Auto verziehen. Wir nutzen die Zeit, um die Birdlist auf Stand zu bringen. Etwas später besichtigen wir den Geier-Verschlag, der errichtet wurde um die seltenen, aber in der Region brütenden Kappengeier (Hooded Vulture) anzulocken. Heute lassen sich die Geier zwar nicht blicken, aber hier ist es schattig! Ein Warzenschwein nagt an dem bereitgestellten Rinderkadaver, ein paar Mangusten sind auch in der Nähe.
Der Geier-Unterstand auf Hamakari:
Warzenschwein und Schlankmanguste (Slender Mongoose)
Die meiste Zeit des Tages verbringen wir in schattiger Ruheposition. Aber diese ersten Tage hatten wir ja auch ganz bewußt für die Akklimatisierung eingeplant. Gegen 17:00 Uhr wandern wir zum Damm. Auch dahinter: alles trocken. Ein kleines Boot kündet von besseren Zeiten.
Gegen Abend große Unruhe auf der Lichtung: Antilopen, Zebras, Warzenschweine und Schakale preschen aus den Bäumen... Was ist da los? Wilhelm Dieckmann erklärt uns am nächsten Morgen, dass er natürlich auch den einen oder anderen Leopard auf dem Gelände hat, darüber müsse man sich beim Wandern aber keinen Kopf machen.
Der Tag vergeht wie der letzte: Braai und Bierchen zum Abschluss. Auf unserer Hamakari-Birdlist stehen immerhin 49 Arten! Im Anhang gibt's die Vogelliste/Birdlist für die Waterberg-Region (72 Arten). Interessant ist, dass wir dabei nur 15 Arten für beide Orte erfasst haben - es sind halt 2 Biotope: die Kalahari und ein Plateauberg. http://www.namibia-forum.ch/media/kunena/attachments/20543/VogellisteNAM-hamakari,waterberg.pdf
Abschied von Hamakari. Wir haben noch einen heißen Tipp bekommen: Direkt gegenüber der Farm an der C22 ist ein "Trappenacker"! Und siehe da: 2 Trappenarten (Riesentrappe, Weißflügeltrappe) kommen direkt auf die Birdlist! Hier gibt es jetzt nur ein Foto von der Beobachtungssituation, weil die Trappen selbst zu weit weg waren. Aber versprochen: später gibt's auch Trappenfotos 😉
Wir fahren zum NWR-Camp und buchen uns morgen früh für den Game-Drive auf dem Waterberg-Plateu ein. Da wir schon am Vormittag ankommen, können wir uns den größten Schattenbaum des Camps als Standplatz sichern. Sofort werden wir von herumtollenden Zebramangusten und einigen Pavianen "begrüßt".
NWR-Campsite Waterberg
Zebra- oder Streifenmangusten
Wir nutzen den Vormittag für eine Wanderung unterhalb der Steilwand des Waterberg (Einstieg beim Restaurant). Malerischer Blick in die Weiten der Kalahari-Ebene! Im Wald treffen wir auf die niedlichen Dik-Diks und auf eine Klippschliefer-Familie. Und über uns: ein Kaffernadler! ...
Um 12:00 Uhr landen wir ausgedörrt im Restaurant und müssen erst einmal 2 1/2 Stunden Pause machen. In den Büschen rundum und bei den Wassersprengern und ihren Pfützen gibt es immerhin auch noch etwas zu sehen. In der Waterbergregion konnten wir alle 5 Tokos (Nashornvögel) verzeichnen, die wir auf der gesamten Tour gesehen haben!
Wir schleppen und bei der Affenhitze hinunter zum Campground - und bleiben im Siesta-Modus. Gegen 18:30 Uhr unternehmen wir eine zweite Wanderung unterhalb der Steilklippe: Schöne alte Feigenbäume und die Felswände im Abendlicht...
Auf dem Rückweg lärmt vor uns eine Horde Paviane im Dickicht. Ein wenig beunruhigt versuchen wir ihnen auszuweichen, was uns nicht ganz gelingt. Aber Werners Einbein scheint auch für das Alpha-Männchen Abschreckung genug.
Spät abends sehen wir ein "Buschbaby" (korrekt: Moholi-Galago) seine unglaublichen Sprünge zwischen den Bäumen vollführen...
5. Tag: Game-Drive auf dem Waterberg-Plateau, Weiterfahrt zum Roy's Camp
Morgens um 6:00 Uhr - es ist noch etwas dämmerig - geht es auf das Plateau mit unserem netten Guide Linus. Da wir die einzigen sind, die sich für diesen frühen Morgen angemeldet haben, haben wir einen "Private Game-Drive" zum Normalpreis. Es hätten locker 12 Personen in den Jeep gepasst, so sitzen wir jeder auf einer eigenen Bank und können bei Bedarf beliebig nach links und rechts rutschen... 😛 Vielleicht halten wir uns am Anfang etwas zu lange mit den Vögeln am Straßenrand auf, aber Linus kennt sich aus und weist uns auf einige "Specials" hin, wie die Spitzschwanz-Paradieswitwe (Long-tailed Paradise Whydah). Gibt hier kein Foto, da sie gerade in der Mauser war 😣 . Beim Waterberg Wilderness Private Nature Reserve - http://www.waterberg-wilderness.com/index.html - geht es rauf auf das Plateau und dann kreuz und quer auf den sandigen Pisten durch die ziemlich dicht bewachsene Dornbuschsavanne. Alternativ gibt es auch geführte Wanderungen, z.T. auch mehrtägig.
Werner und Guide Linus am Steilhang des Plateaus
Linus muss auf den Pisten ordentlich Gummi geben, wegen des Untergrunds und wegen der Weitläufigkeit des Reviers. Wenn die Tiere im Gebüsch sind, kann man von der Piste aus nur schwer einen Blick erhaschen. Aber wir haben Glück mit einigen spektakulären Szenen:
Kudu
Eland
Rappenantilope - Sable Antilope
Beim Eintreten in den ersten "Hide" muss Linus erstmal ausführlich Schlangenspuren lesen. Im Klo finden sich 2 im Liebesspiel verschlungene Exemplare. Zunächst steht "Puffotter" im Raum, aber Linus entscheidet, dass es doch die harmlosen Pythons sind:
Python
Im Verschlag mit Ausblick auf das erste Wasserloch gibt es Kaffee und ein liebevoll zusammengestelltes Lunchpaket. Es riecht nach Büffel... Sind wir schon zu spät? Am Wasserloch zeigen sich nur ein paar Tauben und Paviane... Aber nach dem schweigsam eingenommenen Essen hören wir dumpfes Grollen im Hintergrund. Linus vermutet eine Büffelkuh, die am kalben ist. Vermutlich versteckt. Wir brechen auf, durch den langen Gang aus dicken Bohlen... Wieder Grollen, jetzt sehr dicht! Und - es ist nicht zu fassen: In der Palisade fehlt ein einzelner Stamm. Und direkt dort, 5 Meter entfernt, steht ein kapitaler Kaffernbüffel und blickt uns direkt in die Augen!! 🤩
Kaffernbüffel
Dann geht es wieder "Rock'nRoll" durch den Tiefsand, auf der Suche nach den Nashörnern. Ok, Nashornscheiße inkl. der riesigen Mistkäfer, die sich über ihre Leibspeise hermachen. Das ist doch schon einmal etwas... Etwas später kann Werner einen kurzen Blick auf 2 der hier oder heute scheuen Tiere erhaschen, ich sehe nur noch etwas, das vielleicht ein Nashornhintern ist.
Bald schon wird es einfach zu heiß, als das sich noch Tiere zeigen. Am zweiten "Hide" wieder nur Paviane. Aber am Ausgang, kurz vor der Abfahrt ins Tal, treffen wir noch ein paar Klippspringer.
Klippspringer
Um 10:30 Uhr sind wir zurück im Camp und bedanken uns bei dem enthusiastischen Linus mit einem "vernünftigen" Trinkgeld. Nun heißt es: Sachen packen und weiter gen Norden. Wir nehmen die kürzere und einsamere Strecke über die D2512, die noch eine ganze Weile am langgestreckten Waterberg-Massiv entlangführt und schließlich kurz vor Grootfontein auf die B8 führt. Einige Viehgatter sind zu öffnen und zu schließen, aber die ländliche Strecke gefällt uns gut. Um 15:30 Uhr kommen wir in Roy's Camp an und sichern uns wieder einen netten Schattenplatz.
Roy's Camp ist rustikal gestaltet, mit viel Liebe zum Detail und wirklich urigen Hüttenunterkünften. (siehe auch http://www.roysrestcamp.com/gallery.htm) Von hier aus gibt es eine gute Möglichkeiten für einen "Abstecher" zu der San-Community von Tsumkwe und zum Nyae-Nyae Conservancy zu machen - dieser ist allerdings 272 km lang 🙄 Eine verkürzte Version führt zum Grashoek Living Historical Village (70 km auf der C44). http://www.namibia-travel.net/travelguide/northern-namibia/tsumkwe/info.html Wir haben darauf verzichtet, weil wir total scharf sind auf den Caprivi-Streifen 🤩
Auf Roy's Camp gibt es auch einige kleine "Hides" vor Wasserstellen, aber die erstaunlich vielfältige Vogelwelt lässt es sich auch an den tropfenden Wasserhähnen gutgehen - und Werner gelingen viele tolle Portraits. Kleine Auswahl gefällig? 😗
Der allgegenwärtige Graulärmvogel (Go-Away-Bird):
Ein sonst scheues Rosenköpfchen (Rosy-faced Lovebird) auf dem Wasserhahn:
Bronzeflecktäubchen (Emerald-spotted Wood Dove):
Wir nutzen den Stop-over bei Roys zum Wäschewaschen, strolchen einige Stunden über das kleine Campgelände und rufen noch unsere daheimgebliebenen Kinder (16/12) an, die uns diese lange Reise von Herzen gönnen und zu Hause ihre Freiheit und Selbstständigkeit genießen... 😏
Champagner8'672 Beiträge · seit 201030. Okt. 2016 · #18
CuF schrieb:Hallo Birgit, als begeisterte Vogelgucker begleiten wir Euch gerne auf Eurer Reise. Die meisten Orte kennen wir auch und freuen uns auf Wiedererkennen und Wiedersehen! CuF
Dieses Mal waren die CuF's schneller und haben schon vor mir Platz genommen - egal, ich quetsch mich dazwischen, denn das oben Gesagte trifft genau so auf mich auch zu 🙂 !
Guten Morgen Birgit und Werner,
tolle Fotos habt Ihr gemacht - das fängt schon an mit dem Martial Eagle (den hatte übrigens neuliche zu meiner großen Erheiterung jemand in einer südafrikanischen Facebook-Birdergruppe als Marshall Eagle bezeichnet 😄 ) mit "Kopfschmuck" an (wie ging das denn aus - konntet Ihr das beobachten?) und geht über das junge Dik-Dik 🤩 bis zu den rennenden Elands....
Übrigens würde ich sehr gerne ein Foto der in der Mauser befindlichen Long-tailed Paradise Whydah sehen - denn das sind ja gerade die Exemplare, vor denen man dann grübelnd steht, weil man auch selten Vergleichsfotos findet. Also falls Ihr eins gemacht habt, hätte ich Interesse!
Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzungen !!!
danke für dein Komliment und deine Fragen, die ich gern beantworte:
Zum Martial Eagle ganz am Anfang unserer Tour:
Auf dem Kopf des Kampfadlers turnte aufgeregt ein Fahlflügelstar* herum (Pale-winged Starling) und startete immer wieder Attacken aus der Luft. Der Adler, den wir aus ca. 15 m Entfernung beobachten konnten, ließ sich weder von uns noch von seinem "Gegenspieler" nennenswert aus der Ruhe bringen. Wir standen etwa 10 Minuten da (im Auto) und beobachteten und fotografierten fasziniert die Szenen. Man könnte sich zwar einbilden, dass der Martial Eagle etwas genervt aussieht, aber jedenfalls hatte er gehörige Frustrationstoleranz 😄 . Wer schließlich gewonnen hat, kann ich nicht sagen... 😉
Zur Spitzschwanz-Paradieswitwe (Long-tailed Paradise Whydah) hier folgendes "Belegfoto" (ich hatte es noch etwas schlechter in Erinnerung, aber natürlich sehen die beiden nicht so spektakulär aus, wie im vollen Brutkleid):
Viele Grüße Birgit
P.S.: Es könnte auch ein Drongo gewesen sein, zu dem Zeitpunkt waren wir ja noch nicht wirklich "fit" mit den Arten. Aufgrund der Mauser fällt mir auch die Nachbestimmung schwer... 😕
Zur Bestimmung der Greifvögel möchte ich folgenden "Trick" weitergeben: Werner hat "Belegfotos" in großer Höhe geschossen. Über den Zoom haben wir dann den Ausschnitt in aller Ruhe betrachten können, bis wir unserer Bestimmung sicher waren. Das Sigma-Tele hat einen Wahnsinns-Autofokus! 🤩