05.08.2016: Abschied vom KTP oder Namibia, wir kommen!
Übernachtung Kalahari Anib LodgeHeute hieß es Abschied nehmen von KTP. Unser Etappenziel für heute war die Kalahari Anib Lodge bei Mariental.
Die Nacht war gefühlt ein klitzekleines bisschen besser gewesen also die Nacht davor, aber wirklich nur im Minimalbereich. Eiskalt war es trotzdem. 🤢
So gut uns das KTC gefallen hat, an dieser Stelle doch mal ein deutlicher Warnhinweis für alle, die normalerweise in festen Unterkünften unterwegs sind: Wenn ihr das KTC im namibischen Winter bucht, nehmt auf alle Fälle Winterunterwäsche und Schlafsäcke mit. Es wird wirklich unglaublich kalt.
Einige Tage vor unserem Tourstart gab es hier im Forum von Christian noch eine Wetterwarnung bezüglich deutlicher Kälte im Süden von NAM. Diese Kälteausläufer waren bei uns bereits vorbei und es war trotzdem grenzwertig kalt. Mit dem Kälteausläufer möchte ich es mir gar nicht vorstellen. Daher: Bitte sorgt vor, wenn ihr um diese Jahreszeit im KTC übernachtet!
Nachdem wir alles gepackt hatten, beschlossen wir, noch eine Abschiedsrunde bis Sitsas zu drehen. Ich kann es an dieser Stelle wieder kurz machen: Der Geist des KTP war der Meinung, uns gestern mehr als genug geboten zu haben. Heute gab es dafür einfach mal wieder nichts… 😗
Aber nicht schlimm, wir hatten unseren Traumtag gehabt. Also sind wir zum letzten Mal bis Mata Mara gefahren und haben dort im Rezeptionsgebäude mit den Ausreiseformalitäten begonnen. Der südafrikanische Polizist, den wir dort in seinem Spiel auf dem Smartphone störten, war ein wahres Muster an Arbeitsbereitschaft. Egal, irgendwann war dann jede nur mögliche Nummer unseres Autos mehrfach in irgendwelche Listen eingetragen und der Grenzbaum hob sich für uns. Bye bye KTP!
Die Einreise nach Namibia war in wenigen Minuten erledigt. Ich hatte unsere Einreiseformulare als Farbkopien schon daheim ausgefüllt, so dass wir jetzt nur noch die Straßenbenutzungsgebühr bezahlen mussten und schon ging es weiter nach Namibia.
Insgesamt hat das Procedere vielleicht 20 min gedauert.
Bevor es in NAM weitergeht, ein kleines Abschlussfazit zum KTP:
Wie ich eingangs schon geschrieben habe, werden wir irgendwann wiederkommen. Aber mit ein paar Jahren Abstand und zu einer anderen Jahreszeit. Was uns wirklich sehr gut gefallen hat, war die unglaubliche schöne Landschaft, die Ruhe und Weite und die überschaubaren Camps. Da ist der KNP doch deutlich wuseliger und voller.
Woran wir wirklich zu knabbern hatten war der Umstand, dass die Artenvielfalt im KTP doch sehr eingeschränkt ist, man häufig über weite Strecken einfach gar nichts sieht und die Abstände zwischen den mit Kind buchbaren Camps ziemlich groß und teilweise schlecht zu fahren sind. Wir sind alleine in der ersten Woche unseres Aufenthalts ab Upington bis zur Ausreise aus dem KTP fast 1000 km gefahren.
Gerade wenn man mit Kindern reist, sollte man sich klar machen, dass man die beiden Parks absolut nicht vergleichen kann und der KNP aus meiner Sicht mit Kindern deutlich besser zu bereisen ist. Unserer Tochter hat der KTP trotz allem gut gefallen, aber sie freut sich schon sehr auf das nächste Jahr KNP mit Elefanten, Hippos, Nashörnen etc.
Nach der Ausreise aus Mata-Mata lagen rund 280 km Strecke vor uns, das meiste davon Gravelroad auf der C15. Nach guten 3 Stunden Fahrt vorbei an wunderbaren Gesteinsformationen, einsam gelegenen Farmen, gelegentlichen Kühen und Pferden auf der Straße (gerne auch direkt nach Kurven, deshalb bitte immer langsam und konzentriert fahren!), erreichten wir die neu renovierte Kalahari Anib Lodge.
Ich kenne die Lodge von meinem ersten Namibia-Besuch vor fast 15 Jahren und war gespannt, was sich getan hatte. Eigentlich war die Buchung eine Notlösung gewesen, da wir nach dem KTP nicht unbedingt Lust auf eine große Reisegruppen-Lodge hatten. Allerdings wollten wir auf dem Weg Richtung Sossusvlei auch keine größeren Umwege für eine Nacht in Kauf nehmen, so dass wir beschlossen, diesen Nachteil in Kauf zu nehmen.
Zunächst einmal die gute Nachricht: Die Renovierung ist absolut gelungen. Die Zimmer sind sehr schön geworden. Wir hatten einen Standard 4-bed family room gebucht und ein sehr schön eingerichtetes Häuschen am Rand der Anlage mit Blick auf die Wasserstelle bekommen.
Alles sehr sauber und wirklich durchdacht eingerichtet. Hier könnte man es gut mehrere Tage aushalten. Mara war von ihrem Zimmer mit dem Riesensitzsack und dem Hochbett total begeistert.
Auch der Außen- bzw. Restaurantbereich ist optisch schön geworden:
Wlan gibt es übrigens im Außenbereich und im Restaurant kostenlos, das Passwort bekommt man auf Nachfrage an der Rezeption.
Nachdem es bis zum zwei Lunch gab, setzten wir uns um kurz vor zwei noch fix auf die Terrasse und wollten etwas zu essen bestellten. Tja, man sah uns zwar, hoffte aber offenbar, dass wir wieder verschwinden würden, wenn man uns ignorieren würde. Wurde natürlich nix. 😈
Nach 15 min durften wir dann tatsächlich auch bestellen. Und eine längere Geduldseinheit später, bekommen wir dann tatsächlich noch etwas zu essen. Die Lunchkarte besteht hauptsächlich aus Sandwiches in verschiedenen Ausformungen und Salaten. Micha und Mara testeten jeweils ein Sandwich mit Pommes, ich hatte einen Salat mit Springbok. Alles war sehr lecker. 🙂
Zufrieden traten wir den Weg zurück zu unserem Häuschen an, um noch etwas zu relaxen. Danach beschlossen wir, noch eine der angebotenen Spaziergänge/Wanderungen auf dem Lodgegelände zu machen. Irgendwie hatten wir die Uhr dabei nicht so ganz im Blick und brauchten auch ein bisschen länger, bis wir tatsächlich startfertig waren: Es war schon viertel nach vier als wir losliefen. Aufgrund der Zeitumstellung von SA nach NAM ging die Sonne hier schon um 17:30 Uhr unter. Also nicht wirklich viel Zeit für einen gemütlichen Spaziergang. Also wurde eher eine flotte Walkingrunde darauf, was der Freude aber keinen Abbruch getan hat. Viel gesehen haben wir unterwegs nicht, in der Ferne gab es ab und an mal einen Springbok zu sichten. Aber schön war es trotzdem:
Mit Einbruch der Dämmerung kamen wir dann doch ziemlich verschwitzt (in NAM war es auch viel wärmer als im KTP) wieder an der Lodge an. Jetzt konnten wir in aller Ruhe das tolle Badezimmer ausprobieren. Die Dusche war angenehm und netterweise auch von gleichbleibender Temperatur. 😎
Danach ging es zum Abendessen, das in Buffetform angeboten wird. Vielleicht haben wir es nach der extrem ruhigen Zeit im KTP als besonders schlimm empfunden, aber es war echt nicht schön: Massenhaft Menschen, viele davon Gruppenreiseteilnehmer, drängten sich um ein recht übersichtliches und für namibisches Essen echt liebloses Büffet. Hauptsprache war deutsch. Die meisten kamen gar nicht auf die Idee, dass hier möglicherweise noch etwas anderes gesprochen wird. Und dann die Lautstärke…. 🤢
Der Preis für das Buffet liegt bei 270 N$ pro Person, Kinder die Hälfte. Aus unserer Sicht stimmt das Preis-Leistungsverhältnis hier eindeutig nicht. Das Fleisch war zäh, das Gemüse verkocht. Der Service war am Abend etwas besser als Mittags, aber auch hauptsächlich mit den Großgruppen beschäftigt.
Das ist schade, da die Küche beim Lunch durchaus bewiesen hat, dass das Potential da ist. Wie schon geschrieben, die Zimmerrenovierung ist toll geworden. Wenn aber das Ambiente beim Abendessen und die Qualität des Essens so bleiben, nützt aus meiner Sicht der Versuch, sich durch die Renovierung zumindest etwas vom Image als Gruppenreiseunterkunft bzw. One-Night-Stop zu lösen, absolut nichts.
Wir beendeten zügig unser Abendessen und flüchteten in die Ruhe unseres Häuschens. Dort genossen wir noch eine Weile das schöne Ambiente (sogar der Himmel des Moskitonetzes ist schön bestickt!) und vielen dann in den gemütlichen Betten in einen erholsamen Schlaf.
Fazit Kalahari Anbi Lodge: Unterkunft selbst sehr schön, Essen eher unerfreulich. Wenn man bereit ist, Busgruppen in ihrem geballten Auftreten und ihrer Lautstärke zu ertragen und man das Essens-Manko in Kauf nimmt, ist die Lodge aus meiner Sicht eine durchaus ordentliche Lösung auf dem Weg von/in den KTP. Wir haben es nach dem KTP jedenfalls sehr genossen, ein angenehmes und funktionierendes Badezimmer mit flauschigen Handtüchern zu haben.... 😉