...bis wir Nachts von Löwengebrüll geweckt werden. wirklich LAUTEM Löwengebrüll. Ich meine auch, dass ich verschiedene Löwenstimmen heraushöre, die immer näher kommen. Bei unserem letzten Urlaub haben wir jedoch gelernt, dass man Löwengebrüll bei gutem Wind bis zu 8 km weit hören kann, also alles in Ordnung. Anfangs dachte ich noch, ach, wenn die so weit weg sind, dann penne ich mal weiter. Meine Frau „stört“ so etwas sowieso nicht beim Schlafen, also mache ich mal wieder die Augen zu.
Das mit dem schlafen funktionierte dann auch wieder. Aber irgendwann, ich merke es ist schon hell, sind die Löwen so laut, dass ich nicht mehr schlafen kann. In der Nähe des Haupthauses höre ich auch Stimmen, die sind jedoch menschlich… Also ziehe ich die Vorhänge hoch und was sehe ich da auf der anderen Seite des Sees, einen Löwen, laut brüllend, direkt in unsere Richtung schauend.
Bild Löwe am See.
„Schatz, wach auf, da schaut mich gerade ein Löwe an“. Irgendwie ein anderes Gefühl als im Auto, warum auch immer… Meine Frau also (sonst eher ein „Morgenmuffel“) raus aus dem Bett und zu mir ans Zeltfenster. „Oh, ohne Kontaktlinsen sehe ich da gar nix“. Also schnell fertig machen, und wieder zu mir ans Fenster. Jetzt ist die Frage, schnell zum Haupthaus, aus welchem die Stimmen auch immer lauter werden oder hier verharren?
Wir entscheiden uns für das Haupthaus. Also Beine in die Hand nehmen und ab auf die Aussichtsplattform, wo sich schon alle Mitarbeiter versammelt haben und durch Ferngläser das Treiben beobachten. Zuerst sehen wir nur den einen Löwen.
Aber Rogero meinte derweil, dass es mehrere sind und er sie auch die ganze Nacht gehört hätte. Unser Koch hätte wohl im Vorratscontainer geschlafen, da die Löwen so nah waren… Naja, auch eine Möglichkeit…
Rogero ist voll in seinem Element. Als der erste Löwe in den Büschen verschwindet, tauchen zwei weitere Männchen auf. „I have never seen them before in this area“ „They are massive“ „Tey are on a mission“ das waren die einzigen Sätze, die Rogero noch rausbrachte, bevor er mit uns zum Wagen mehr rennt als läuft und meint, wir müssen schauen, was da passiert.
Und was passiert – ein Territorialkampf vom Feinsten. Und wir mitten drin statt nur dabei. Die Löwen beachten uns gar nicht und sind voll darauf fokussiert, den alten Platzhirsch, ääähhh Platzlöwen zu vertreiben. „That’s their mission“.
Für Katzen völlig untypisch verfolgen die Beiden den Löwen sogar durch das Wasser. Mehr zögerlich, aber doch konsequent.
Das Hippo, welches hier lebt ist etwas verwundert über die ungewöhnliche Störung und schaut einmal nach dem Rechten.
Die Verfolgung geht immer weiter und, für uns positiv, meist an der Pad entlang. So verfolgen wir das Schauspiel noch eine Weile, ohne von den Löwen zur Kenntnis genommen zu werden. Die beiden Verfolger machen das sehr schlau, der eine hetzt den zu Vertreibenden, während der andere sich zurückfallen lässt und sich ausruht. Dann wechseln die beiden sich ab. Wirklich spannend. Hätten sie den alten Herrscher töten wollen, dann wäre das ein Klacks für die gewesen. Aber die Hetzjagd ging wohl schon die ganze Nacht um unser Camp herum und sollte den alten einfach nur Vertreiben?! – vermute ich.
Nach einer Weile könnten wir nicht weiter folgen, da die Löwen ins Gebüsch sind und man nur noch ihre Stimmen hörte, also sind wir zurück zum Camp, haben gefrühstückt, ausgecheckt und uns dann auch bald auf den Rückweg gemacht.
Ein Stopp in der Nakasa Lupala Lodge musste noch sein, da Rogero und seine Brüder unbedingt die Bilder und Videos von heute Morgen wollten. Das haben wir natürlich gerne gemacht und es gibt auch ein kleines Video bei Youtube davon. (Youtube-Link)
Dann haben wir uns endgültig verabschiedet, was uns sehr schwer gefallen ist. Das ist ein wunderbarer Flecken Erde und ein Muss bei unserer nächsten Tour!
Dann machten wir uns auf den Weg zur Divava Lodge & Spa bei Divundu. Erst einmal wieder über Stock und Stein aus dem Park heraus und dann auf direktem Weg nach Divundu!
Wir hatten uns überlegt, dem Mudumu National Park einen Besuch abzustatten, aber unsere Guides meinten alle, dass da viel zu wenig los sei zur Zeit um alleine rein zu fahren. Das Gras zu hoch um etwas zu sehen und ohne Konvoi nicht ratsam. Also kein Stopp sondern auf ans andere Ende des Sambesi Streifens.
Ich hatte mir viel versprochen von der Straße durch den Caprivi Game Park. Am langen Ende war es die unspektakulärste Tour des Urlaubs und auch noch recht lang…
Divava gaben wir schnell gefunden – und nach den letzten Tagen ist es ein Schock! Die Lodge, welche wirklich super gepflegt, sehr schön angelegt, in traumhafter Lage gelegen und eindrucksvoll ist, ist uns zu groß, zu touristisch und zu kommerziell… Gut, dass wir hier nur einen Tag bleiben.
Die Zimmer sind klasse und totaler Luxus…
… aber das ist für uns gerade einfach zu viel und der Kontrast zu groß.
Wir entscheiden uns dafür, heute nichts mehr zu machen. Man könnte in den Mahango Game Reserve fahren, was nicht weit ist, eine Bootstour auf dem Okavango machen, auf eine Tour in den Buffalo Park gehen oder sich im Spa erholen, aber das ist alles nix für uns heute. Wir setzten uns auf das Aussichtsdeck, trinken den ein oder anderen Sundowner/Rock Shandy und lassen so gemütlich den Tag ausklingen und verarbeiten das Erlebte.
Morgen geht es weiter, auf zur Riverdance Lodge, und davor noch in den Mahango.
Bis dahin, liebe Grüße an alle!
Euer Domi