Reisebericht Sambia 2015/2016 - ab Johannesburg

Reisebericht 119 Antworten · 28,8k Aufrufe · gestartet 22. Feb. 2016 von paulinchen
Themenstarter475 Beiträge · seit 201231. März 2016 · #81
... 🙂 ...genau, wir haben unter den Leberwurstbäumen eine längere Pause gemacht, also geht´s hier weiter... 😎




Langsam fahren wir wieder Richtung zurück, wir müssen einfach den Löwen noch einen Besuch abstatten...





wieder nur ein leichter Stellungswechsel, alle dösen noch vor sich hin, in einer Stunde wird man vielleicht die Tatzen strecken, leider müssen wir den Park verlassen....die Nacht gehört ihnen....und das wissen sie auch... 😎




Am Horizont beobachten wir schon eine Weile die sich zusammenbrauenden dunklen Wolken, in der Dämmerung sieht es noch bedrohlicher aus....hoffentlich geht das gut...wir wollen den Abend im Camp doch draußen sitzend genießen...


An der Brücke am gate laufen die Flusspferde am Ufer herum, wie viele Flusspferde gibt es wohl hier im Luangwa? Es muss eine verdammt hohe Zahl sein...im Hupe steht was von "mehr als 40 Hippos pro Flusskilometer"...






so langsam würde ich wetten, dass das ein nasser Abend wird... 🙁


Im Camp angekommen ist es allein aufgrund der massiven Wolkenfront fast dunkel, is nix mit romantischem Sonnenuntergang am Ufer des Luangwa, es grummelt und blitzt in der Ferne...diese Szenerie hat aber auch etwas Spezielles....Sonnenuntergang kann jeder... 😎





Das Zelt ist schnell aufgebaut, ein junger Mann, der zum Camp gehört, schafft es tatsächlich, uns trockenes Holz zu besorgen und entfacht auf dem immer noch nassen Boden ein kleines Feuerchen. Es ist uns aber zu riskant, wir kochen heute mit Gas und essen aus unseren Vorräten.
Die Aussicht hier am Fluss ist trotz des bedrohlichen Wolkenungetüms weiterhin beeindruckend. Rechts in der Flussschleife spuckt der Luangwa ein Flusspferd nach dem anderen aus, solche Mengen habe ich bisher noch nicht gesehen...aber daran muss man sich an diesem Fluss gewöhnen... 😉





Links von uns steht ein quietsch-gelber Landrover mit Bodenzelt unterm Dach, die Bewohner kommen erst im Dunklen zurück, haben wohl eine Tour gemacht...
An 2 Plätzen an der Uferkante hat sich eine Großfamilie aus SA breit gemacht, das Paar mit Kindern ist sehr nett, aber die Großeltern streiten viel und lautstark....an so einem schönen Ort... 🙁
Der Abend bleibt trocken, Manni geht früher schlafen als ich....ich sitze noch sehr lange draußen, kann mich gar nicht lösen. Was war das für ein toller Tag, ich freue mich schon riesig auf Morgen.
Wie zur Bestätigung kommt uns noch ein Elefant besuchen. Ich kann ihn mehr hören als sehen, aber die rupfenden Geräusche sind eindeutig...und ich bin gefühlt völlig allein auf dem Platz...bis auf einen einsamen Wachmann, der immer wieder herüber leuchtet ( Touristen sind schon komisch, die einen krabbeln morgens im Dunkeln aus dem Zelt, die anderen sitzen tief in der Nacht noch draußen... 😉 )
....heute traut er sich noch nicht heran, aber ich sollte ihn noch gut kennenlernen... 🙂
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 18. Juli 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201205. Apr. 2016 · #82
Tag 21

In den frühen Morgenstunden, es ist bereits hell, zieht ein Gewitter über uns hinweg, kurz aber heftig.... es geht in Dauertröpfeln über und nervt allein durch das Geräusch, hoffentlich bleibt es nicht den ganzen Tag so nass. 😠
Wir krabbeln aus dem Zelt und bekommen direkt nasse Füße, die Leiter steht mitten in einer tiefen Pfütze. So können wir nicht stehenbleiben, mit aufgebautem Zelt rollen wir einige Meter vor an eine trocknere Stelle.
Das Frühstück schmeckt trotzdem und da wir alles aufgegessen haben, kommt auch langsam die Sonne hinter den Wolken hervor. Immer wieder erstaunlich, wie schnell alles um uns herum so aussieht, als hätte es dieses Gewitter nicht gegeben. 🙂
Unser Platz ist wirklich nicht der schönste, vielleicht reisen heute einige ab und wir bekommen einen Unterstand direkt am Flussufer.
Aber jetzt erst einmal wieder in den NP, die Pfützen auf der Piste bis zur Hauptstraße sind weiter angewachsen.
Heute morgen sind wir allein am gate, die Prozedur im Gebäude ist identisch mit der gestern: der immer noch gut gelaunte Ranger und Manni begrüßen sich, als würde man sich schon ewig kennen und die Scherze fliegen sofort wieder durch die Luft. 😎
Ohne etwas Besonderes zu erwarten frage ich, ob es heute spezielle Tiersichtungen gab. Ja, die gibt es in der Tat, Löwensichtungen nahe der Chichele Lodge, sie liegt etwas weiter entfernt süd-westlich des gates. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sich so ein Glücksfall wie gestern wiederholt...hinrollen und sofort Löwen neben dem Weg liegend finden... 😉

Nach den Formalitäten öffnet sich wieder das Tor und die Brücke liegt vor uns. Das Wasser hat die Farbe von schlechtem Milchkaffee....Heute bleiben wir direkt zu Beginn unserer Tour lange auf der Brücke, denn direkt darunter rangeln sich die Flusspferde, die wir gestern Abend an Land gesehen haben.





Es ist einfach toll, ihnen zuzuschauen und sicher ist es auch kein Gerangel, sondern eher ein Liebesspiel...diese riesigen Tiere gehen so zärtlich miteinander um, hätte ich ihnen gar nicht zugetraut..... 🙂





Ich kann mich kaum losreißen, aber wir lassen die 'Turteltäubchen' nun besser allein....
....zumal er nun auch unmissverständlich markiert, wer hier der Chef ist.... 😎


Alles ist wie gestern, wir betreten das Paradies....der Zauber dieser grünen Landschaft erfasst uns sofort wieder....wahrscheinlich würde dieser Effekt auch nach Wochen täglicher Besuche noch einsetzen. 🙂




Die kleine Zebra-Familie treffen wir fast an derselben Stelle wie gestern, diesmal sind sie nicht so gelassen und laufen sofort davon, vielleicht war es eine nervöse Nacht in der nahen Umgebung der Löwen...
Auf Elefanten treffen wir überall, die Kombination von sattgrünem Gras und beim Fressen im Wasser stehen ist offensichtlich äußerst reizvoll.




Zuerst rollen wir natürlich zum Zebra-loop ( doof, ich weiß.... 😉 ), tief drinnen hoffen wir natürlich, es sei ihr Stammplatz und sie liegen einfach wieder hier herum....natürlich Fehlanzeige...
Dafür treffen wir auf diese beiden Schönheiten, nach dem ersten Schreck entfernen sie sich nur noch langsam, so dass ich die Grazien doch noch ablichten kann.



Unser Ziel ist ( neben "ziellosem" Herumfahren ) natürlich die Umgebung der Lodge, aber die Aussage 'nahe der Lodge' ist sehr vage. Es gibt hier ein verschlungenes Gewirr an Fahrspuren, links hin und rechts im Halbkreis zurück....wir können nur nach anderen Fahrzeugen schauen, aber viele sind hier nicht unterwegs.


Dafür finden wir auf dieser weiten Fläche eine Elefantenmama mit offensichtlich hungrigem Kleinen, es versucht immer wieder, die Milchbar zu erreichen....




....erstaunlich, wie 'unsichtbar' sich die Jungtiere machen können...


Auf den Wegen zur Lodge begegnet uns ein Tourfahrzeug voller Touristen, wir fragen nach den Löwen und der Fahrer bestätigt tatsächlich diese Sichtung weiter Richtung Lodge.
Überhaupt müssen wir die Tourfahrer sehr positiv erwähnen, sie halten an, wenn scheinbar Probleme auftauchen und geben auch ihre Sichtungs-Tips weiter..... 🙂
Wir fahren mehrfach dieselben Wege ab, aber von Löwen keine Spur, wäre auch zu schön gewesen....dafür stolpern wir über diese liegende Giraffe, sie liegt faul im Schatten, erst zum zweiten Mal überhaupt sehen wir tagsüber eine Giraffe so am Boden liegen, sie fühlt sich wohl sehr sicher....

die Tarnfarbe ist perfekt, beinahe sind wir vorbeigefahren...



Wir geben unsere Löwen-Pirschfahrt fast schon auf, da hat Manni die zündende Idee. 'Nahe der Lodge' kann ja auch wirklich bedeuten, die Dächer der Lodge schon zu sehen, wir fahren direkt dorthin.
Kurz vor der Zufahrt geht ein holperiger Weg auf einen kleinen Hügel hinauf, eigentlich geht es eher quer über die Wiese, manchmal hat man ja so eine Ahnung... 😎 ... der steinigen Spur folgen wir bis auf die abgewandte Seite, dort stehen 2 Fahrzeuge, sollten wir richtig liegen?
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 21. Juli 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201207. Apr. 2016 · #83
🙂 ...jep...hier liegen sie nun, eine Löwin mit Halsband, die uns allerdings nur ihre müde Rückseite zeigt und der bisher schönste männliche Löwe, den ich so nah betrachten darf....er hat im Gegensatz zu ihr auch Lust auf einen Fototermin.... 😎



Ein Fahrzeug verschwindet, so dass wir uns optimaler platzieren können, wir stehen direkt neben SEINEM Baum....so ein prachtvolles Tier...



wie beiläufig trifft mich sein Blick zum ersten Mal direkt....kurz, aber geht gaaanz tief in mein Innerstes...weiter geht die Katzenwäsche...




hier fällt mir zum ersten Mal auf, dass er eine blutige Macke rechts zwischen Ohr und Auge hat...auch im Paradies gibt´s Zoff...


wir können noch einmal die Perspektive wechseln...




nachfolgender Blick trifft mich so ins Mark, dass ich kurz checken muss, ob das Fenster auch wirklich komplett geschlossen ist... 😉
unabhängig von meinen Empfindungen fiel auch Manni auf, wie tiefgründig und langanhaltend er mich betrachtet hat....




so, nun ist der Fototermin vorbei, er braucht etwas Ruhe... 😎




Nach langer Zeit drehen wir auch noch mal eine Runde, die beiden werden sicher später immer noch hier liegen...
Direkt unterhalb des Hügels stoßen wir auf diese 2, sie spielen 'fang mich'... 🙂




Aus westlicher Richtung zieht eine riesige schiefergraue Wolkenwand auf, es ist völlig windstill, die Sonne strahlt um so heftiger. Der Kontrast zu den grimmigen Wolken ist enorm, das Licht etwas unwirklich...



Wir fahren noch einmal zurück zu 'unseren' Löwen.... 🙂
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 21. Juli 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201207. Apr. 2016 · #84
🙂 ....beide liegen wie tot im Gras, aber sie gibt sich zumindest etwas Mühe, dreht sich zu uns herum, vielen Dank für diese Audienz...




....allein das Aufstehen muss unglaublich anstrengend sein... 🙂

....und dann noch Herumdrehen, da wird einem ja ganz schummerig... 😉



....und jetzt lasst mich in Ruhe...





mit ihm wird offensichtlich bis heute Abend nicht mehr viel los sein...




Ein Pickup mit 2 Typen steht immer noch allein hier, wir fragen, ob sie noch etwas anderes gesehen haben. Ein Ranger hat ihnen erzählt, hier gäbe es noch eine Albino-Löwin, die hoffen sie zu sehen.
Ok, auch wir drehen noch eine sehr langsame Runde, immer den Himmel im Blick, sicher das es gewittern wird, aber der Kern zieht eher seitlich an uns vorbei.
Viele Tiere genießen das frische Gras, Paradies halt...




Auf dem Weg zurück Richtung gate begegnet uns SIE, eine sehr neugierige Hyäne, die überhaupt keine Scheu zeigt, sie sitzt/liegt direkt am Rand der Piste, die Nase auf dem Weg. Manni hat sie nur aus dem Augenwinkel im Vorbeifahren gesehen und stoppt etwas dahinter.

Schnell ein Foto aus dem Fenster, wenn wir zurückrollen, wird sie sicher im Gebüsch verschwinden....
Denkste...sie ist so interessiert an uns wie wir an ihr und bleibt sitzen....schaut uns entspannt und neugierig an...





Ein schönes Tier, sieht sehr gut aus...nach einer Weile erlischt ihr Interesse an uns und sie legt sich unsichtbar in den Graben neben der Piste.... 🙂


Weiter geht´s - irgendetwas kreischt metallisch und laut, sind wir das? Das Geräusch ist neu und tritt nur sporadisch auf. Puuuh, wahrscheinlich hört man uns kilometerweit, Metall gegen Metall, was ist das?
Wir steigen kurz aus, von außen ist an den Rädern nichts zu sehen, wir machen einige Lenkbewegungen, aber die haben auch keinen Einfluss auf das Geräusch. Wenn es da ist, ist es extrem....schmerzt in den Ohren....hoffentlich geht nicht gerade etwas so richtig kaputt. 😠
Uns kommt ein Tourfahrzeug entgegen, die hören uns natürlich auch, der Fahrer hält und meint, vielleicht haben wir nur Schmutz irgendwo drin, wir sollen mal durch Wasser fahren. Kein Problem, gibt es genug hier, hilft aber auch nicht...
Es dämmert, wir fahren zurück zum Camp, überraschen können wir mit diesem Geräusch niemanden...


Unsere Nachbarn mit dem gelben Landrover sind wieder unterwegs, ohne ihr Fahrzeug. Wir haben sie leider noch nicht kennengelernt, aber zumindest mache ich in einem lichten Moment ein Foto, das Kennzeichen zeigt ein "B" wie Berlin...interessant... 😎
Hurra, die meisten Camper sind abgereist, wir können uns einen Platz am Ufer aussuchen, die Nr. 7 sieht gut aus, die nehmen wir.

Hier wohnen reichlich "Raketenwürmer" ( Chongololos ), uns soll´s recht sein.


Trockenes Feuerholz liegt auch schon bereit, wäre schön, heute mal im Trockenen am Feuer den Fluss zu genießen.
Eine alte Felge dient als Feuerstelle, gute Idee...


Wir haben noch Geschnetzeltes und Paprika, daraus lässt sich was Nettes braten.
Es dämmert und wieder sprudeln in der Flussschleife die Flusspferde ans Ufer. Trotz des bewölkten Himmels ist es ein Genuss, hier zu sitzen.




Wir trinken einen Wein, es dämmert und leiser Gesang kommt irgendwo aus der Dunkelheit. Etwas entfernt steht ein Overlander, vielleicht kommt es von dort.
Nach längerer Zeit merken wir, dass der Gesang unter dem Dach neben dem gelben Landrover entsteht, wir fragen, ob die beiden Lust auf ein Schwätzchen haben und sie haben. 🙂
Mit Gitarre und dicker Liederkladde kommen sie an unser Feuerchen. Es sind Manfred aus HH und Ingrid aus Berlin, er über 70, sie über 60, beide topfit und ziemlich gut drauf. Beide haben sich erst vor kürzerer Zeit kennengelernt, Ingrid ist langjährige Afrikareisende und zeigt Manfred nun ihre Lieblingsziele, dazu gehört auch das Wildlife Camp, in dem sie schon seit gaaaanz vielen Jahren länger bleibt.
Eine tolle Frau, nach dem Tod ihres Mannes ist sie immer wieder ganz allein mit dem Landrover durch Afrika gefahren, 'Tüddelreparaturen' inklusive. 😎 ....ihre Geschichten wären ein Buch wert....
Sie erzählt uns, wie es hier früher aussah, die Zufahrt von Chipata eine Katastrophe, die Einsamkeit der 05er Road, und welche Tiere sie im Wildlife Camp selbst bereits gesehen hat, bis auf Leoparden ist fast alles dabei.
Der Landrover steht schon seit vielen Jahren in Afrika, mal in Tansania, zur Zeit in Malawi.
Nachdem wir uns ausgetauscht haben, wird natürlich noch gesungen. Hanseatische Lieder, deren saukomische Texte ich noch nie gehört habe, und Gewohntes aus der Liederkladde...
Es ist ein toller Abend mit 2 sehr inspirierenden Menschen, die mit sich und der Welt im Reinen zu sein scheinen.... 🙂
Als alle schlafen gehen, bleibe ich noch etwas am Feuer, bin nachdenklich und brauche noch etwas Zeit für mich. An den verlassenen Camps direkt neben uns liegt noch trockenes Feuerholz, ich sammle es ein, das dürfte reichen.
Da kommt unser Wachmann ans Feuer, er bringt selbst noch Holz mit. Ihm ist kalt ( obwohl es so warm ist.... 🙁 ), er versucht sich aufzuwärmen und rückt nah ans Feuer.
Natürlich hat er erst vorsichtig gefragt, ob er ans Feuer darf, ich biete ihm Mannis Stuhl an.
Er spricht halbwegs Englisch und so erfahre ich Einiges über ihn: er ist 46 Jahre alt und hat eine Familie mit 6 Kindern. Die älteste Tochter ist 18 und sehr gut in der Schule, sie möchte etwas studieren, dafür sparen alle.
Er würde gern etwas anderes machen, aber er hat nie die Schule besucht, kann weder lesen noch schreiben. Sein Englisch hat ihm seine Tochter beigebracht.
Es ist nett mit ihm, er genießt die Wärme des Feuers und ist ein unaufdringlicher Gesprächspartner.
Irgendwann bin aber auch ich müde, außerdem wollen wir morgen früh Richtung Zikomo Camp und Miliyoti Gate starten, das darf nicht so spät werden.
Deshalb überlasse ich ihm das Feuer und sage 'Gute Nacht'..
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 21. Juli 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201212. Apr. 2016 · #85
Tag 22

Eine trockene Nacht, ein sonniger Morgen, was wollen wir mehr? Die Chancen, heute zum Nsefu Sektor zu kommen und zumindest ein kleines bisschen dort hinein zu schnuppern, sind nicht so schlecht.
Wir wissen nicht, ob wir noch eine Nacht in diesem Camp verbringen werden, um flexibel zu sein packen wir alles zusammen. Zurückkommen können wir immer noch.
Flussaufwärts muss es heftig geregnet haben, große braune Brocken schwimmen zahlreich auf der Wasseroberfläche, das wird auch den ganzen Tag so bleiben.

Während des Frühstücks sehe ich Manni deutlich an, dass etwas in seinem Kopf herumspukt. Das kreischende Geräusch von gestern.......
Er ist sich zwar sehr sicher, dass es nichts Ernstes ist, aber das vordere linke Rad ist schnell abgebaut, also gehen wir auf Nummer sicher. Außerdem nervt es uns und womöglich auch die Tiere.... 🙁


Aufatmen, es ist tatsächlich nur ein Steinchen, das sich zwischen Ankerplatte und Bremsscheibe verklemmt hat, schnell entfernt, zusammenbauen und wir können starten. 🙂

links im Bild ein kleiner toter Flussarm, am Abend tummeln sich hier die Krokodile...



Ein letzter Blick auf die Flussschleife, zum ersten Mal mit richtig viel Sonnenschein, das scheint auch den Flusspferden am gegenüberliegenden Ufer zu gefallen...



Wir fahren durch Mfuwe Richtung Chipata, nicht weit hinter dem Ortsausgang geht es links ab Richtung Nsefu Sector. Nach ca. 1 km kommt bereits der 1. Fluss 'Lupande', dort wird sich zeigen, ob überhaupt was geht.
Nöö, da müssen wir nicht drüber reden, es ist ein recht flott fließender tiefer River, hier geht nichts mit Durchfahren....also leider umdrehen und zurück zur Straße. 😠
Im Hupe ist noch eine andere Zufahrt beschrieben genau für den Fall, dass der Wasserstand zu hoch ist. Leider orientiert sich die Beschreibung des Einstiegs an der alten Strecke ( "3 km nach Verlassen der Teerstrasse" ), das hilft uns nicht, also suchen wir selbst die Strecke ab. Wir rechnen nicht damit, dass es so weit entfernt von Mfuwe ist, umkreisen den airport, sind sicher, schon zu weit gefahren zu sein. Wieder zurück und endlich finden wir den Abzweig, der aus Chipata kommend sehr gut beschildert ist, leider gar nicht aus Mfuwe-Richtung...
Auch an dieser Zufahrt wird gebaut, die Piste wurde aufgeschüttet und liegt hoch genug, um nicht so schnell überflutet zu werden. Einige Dörfer müssen wir durchqueren, die Kinder winken uns zu, viele Fahrzeuge werden hier momentan nicht mehr durchfahren.
Nach dem letzten Dorf endet auch die aufgeschüttete Piste, es wird matschiger, die Pfützen größer. Es gibt Umfahrungen um die größten Wasserstellen herum, aber so richtig trocken sind die auch nicht mehr. Trotzdem sind noch einige Rad- und Mopedfahrer unterwegs.
Seitdem wir die Hauptstraße verlassen haben, hat sich genau in unserer anvisierten Richtung der Himmel mal wieder in ein unschönes dunkelgrau verwandelt, es blitzt in der Ferne.... 😠
Nach einer Weile passieren wir kurz vor dem Miliyoti Gate ein Schild links ab Richtung Zikomo Camp. Die Piste führt auf eine riesige grüne Ebene zu. Bisher war zumindest noch eine halbwegs frische Fahrspur vor uns zu sehen, aber hier ist seit längerer Zeit niemand mehr links abgebogen. Wir rollen einige Meter hinein, aber die Fahrspur ist mit Gras bedeckt, eine konkrete Richtung nicht auszumachen und verdammt lang. Ob diese Ebene Wasser enthält, werden wir wahrscheinlich erst merken, wenn wir drinstecken.


Komisch, gibt es diese Lodge nicht mehr? Hier steht ein offizielles Schild Richtung Camp, aber die Piste sieht aus, als sei sie seit sehr langer Zeit nicht mehr befahren.

Mein Navi sagt, dass direkt hinter dem Miliyoti Gate noch eine Zufahrt zum Camp existiert, es ist nicht weit, wir halten am Gate, fragen noch mal nach.
Der Ranger zeigt uns scharf links hinter dem Gate die Zufahrt. Die Fahrspur ist auch kaum sichtbar und bewegt sich durch den nördlichen Rand der Grasebene.
Kurz hinter dem Abzweig verästeln sich mehrere "Fahrspuren", welche ist es jetzt?
Ich bin auch nicht sicher, ob der Boden matschig oder fest ist, deshalb laufe ich ein kurzes Stück die "Hauptfahrspur" entlang. Der Untergrund ist trocken und fest, erstaunlich eigentlich....



Die Grasebene liegt hinter uns, wir erreichen einen schmalen Fluss, leider sprinten die Flusspferde direkt ins Wasser zurück. Der weitere Weg führt auf verschlungener Piste entlang dieses Flusses bis zum Camp. Und exakt dort fängt es heftig zu regnen an, na toll. Kann mir nicht vorstellen, dass hier noch Saison ist. 😉
Angekommen stehen wir vor einer Schranke, trotz des Regens kommt jemand angelaufen und lässt uns hinein. Wie bereits befürchtet ist die Saison vorbei, nur der junge Mann und sein Bruder halten hier die Stellung.
Die normale Saison startet im Juni und endet ca. Mitte Oktober. Auch die Frage der schlechten Zufahrten klärt sich: die meisten Gäste kommen per Boot ins Camp.
Leider fällt großartiges Umherschauen ins Wasser, der Regen scheucht uns schnell wieder ins Fahrzeug, aber das Camp ist schon hübsch gelegen... 🙂
Zurück zum Gate ist es nicht weit, aber den Einstieg in die Grasebene finden wir nur mit Hilfe des Navi´s.

...er hat´s nicht geschafft... 😎

Wir entscheiden, nicht mehr weiter in die Nsefu-Sektion zu fahren, zu spät, zu feucht. Der Himmel lockert zwar leicht auf, aber das ist zu unsicher.
Der Rückweg wird dann, obwohl relativ kurz, einer der spannensten Abschnitte des Tages. 😎
Das kleine Unwetter ist offensichtlich wie eine Schneise knapp an uns vorbeigezogen, wir haben nur die Randausläufer mitbekommen. Aber ein Großteil unseres Rückweges hat es abbekommen....weder unsere eigene noch irgendeine andere Spur ist noch zu sehen. Die Pfützengrößen haben sich verdoppelt. Einige der Umfahrungen enden in Gras und verdammt viel Wasser, wir sind teilweise nicht mehr sicher, ob wir überhaupt hierher gefahren sind.
Unterwegs gab es eine größere feuchte Ebene mit erhöhtem Pistenverlauf, die ist jetzt wie mit Schmierseife belegt, geht nur im Schritttempo, das Fahrzeug hat keinen Halt. Dumm ist nur, dass hier von der Piste rutschen bedeutet, nicht mehr aus eigener Kraft zurückkommen zu können. Zumindest lacht uns wieder die Sonne an, es war mal wieder eine kurze, heftige Regenepisode...
Unglaublich, wie sich in so kurzer Zeit der Rückweg in etwas wirklich Schwieriges verwandelt hat.... 😉
Wir erreichen die Straße und beschließen, den weiteren Tag im Camp zu verbringen. Schließlich haben wir bei inzwischen wieder strahlend blauem Himmel die Lage des Camps noch gar nicht wirklich genutzt....die allein ist ja schon einige Tage Aufenthalt wert. 🙂
Trotzdem ziehen wir in Erwägung, das Camp zu wechseln und wollen uns doch das Croc Valley Camp anschauen, dass ja in unserer engeren Auswahl stand.
Dort angekommen ist schnell klar: kein Vergleich mit dem Wildlife Camp: enger, voller und die Aussicht kann nicht mithalten.
Also zurück ins Wildlife Camp, es gibt keine neuen Gäste, wir können wieder 'unseren' Platz Nr. 7 beziehen.... 🙂
....und machen es uns gemütlich bei einem Bierchen....ein besseres Programm hätten wir nicht starten können....

kaum sitzen wir, schon durchqueren Elefanten den Luangwa, erst laufend, dann schwimmend...immer wieder tauchen die "Schnorchel" auf, was für ein tolles Bild...




Die kleine Herde erreicht das Ufer, erst mal wird ausgiebig gebadet, dann entfernen sie sich langsam vom Fluss, aber nicht alle gehen mit... 😎




...noch ein Nachzügler... 🙂



Zwischen Camp und Office gibt es einen Trampelpfad mit Sicht auf den Fluss, den benutzen wir jetzt zum ersten Mal, eine Gelegenheit, etwas näher an die Elefanten ranzukommen.


Ungefähr in der Mitte begegnen uns die Inhaber des Camps, die uns warnen, nicht noch näher heranzugehen. Fasziniert sind sie aber so wie wir auch, es macht Spaß, den Tieren zuzuschauen.


Am Office angekommen wollen wir eigentlich auch das Camp bezahlen, aber es ist niemand da, wir trinken eine teure Cola und machen uns auf den Rückweg.



2 kleinere Elefanten plantschen und spielen noch eine Weile am Ufer, U-Boot Spiele usw. 🙂
...die haben richtig Spaß, wir auch... 🙂

endlich mal die Flussschleife bei schönem Wetter... 🙂

Irgendwann schwimmen die beiden in der untergehenden Sonne wieder auf die NP-Seite, natürlich spritzend und trötend....




wir drehen noch eine kleine Runde über´s Camp, haben uns den kleinen Pool noch gar nicht angeschaut...

Lange sitzen wir am Fluss, schauen dem Sonnenuntergang sowie dem abendlichen Anlanden der Flusspferde zu, wie ein Uhrwerk sprudeln sie abends aus der Flussschleife...


...und zum letzten Abend ein paar Impressionen... 🙂







Fast ist es dunkel, wir hören Löwengebrüll aus Richtung NP, am gegenüberliegenden Ufer leuchtet ständig eine starke Taschenlampe auf....wer darf denn jetzt noch im Park sein?

Wir kochen schnell etwas, lassen den Tag ausklingen, Manni geht wieder etwas früher als ich schlafen.
Das Camp ist still, nur mein Felgen-Lagerfeuer und ich sind noch aktiv.
Der Wachmann beginnt seine erste Runde, nach Abschluss kommt er wieder zu mir ans Feuer, natürlich mit Holz... 🙂
Wir reden wieder sehr angenehm, ich kann einige Fragen loswerden, z.B. erfahre ich, dass das Taschenlampenlicht am Ufer gegenüber wahrscheinlich von Fischern aus nahegelegenen Dörfern stammt. Die hier lebenden Menschen bekommen eine Sondergenehmigung und dürfen auch nachts in den Park.
Auch erzählt er, dass oft Tiere den Fluss durchschwimmen und ins Camp kommen.
Ich erzähle ihm, wo wir heute waren, an diesem Abzweig zum Miliyoti Gate befindet sich sein Dorf.
Links von uns erstreckt sich ein totes Ärmchen des Luangwa, ich beobachte schon seit es dunkel ist die Bewegung von Augenpaaren im Taschenlampenlicht. Einige Krokodile bewegen sich immer wieder in meine Richtung, sobald ich sie anleuchte. Dieses spannende "Spiel" kenne ich aus Australien, immer wieder gruselig, mit welcher ausdauernden Technik sie ihre potentiellen Opfer stundenlang belauern.

Mit Hilfe der starken Lampe unseres guides gelingt es, ein Augenpaar trotz der Entfernung abzulichten.

Bis heute nachdenklich gemacht hat mich unser Wachmann mit dem letzten Thema an diesem Abend.
Er kann nähen und wünscht sich so sehr eine Nähmaschine mit Pedalbetrieb, um sich selbstständig zu machen....ich bin selbst in der Branche tätig, solche Nähmaschinen fliegen hier auf den Müll, braucht kein Mensch mehr....
Mit diesen Gedanken im Kopf verabschieden wir uns, vielleicht bis zum nächsten Mal...ich bin sicher, dass wir hierher zurückkommen werden.... 😎
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 25. Juli 2016
4'129 Beiträge · seit 200812. Apr. 2016 · #86
Hallo, paulichen,

nun ist es aber echt überfällig:

Ein herzliches Dankeschön für deinen wunderbaren und ausführlichen Reisebericht!
Ganz nach unserem Geschmack!!



...auch wenn es manchmal etwas anstrengt, dass der Rechner am Rad dreht und kaum schafft, die Bilder aufzubauen, das ist ein echtes Geduldsspiel - aber "so ist Afrika"... 🤪


Danke! Danke! Danke!

Gruß lilytotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
1'667 Beiträge · seit 201112. Apr. 2016 · #87
Hallo Paulinchen,

mal wieder ein toller Tag in Deinem Bericht und spannend zu lesen. Wir werden Mitte Mai im Zikomo Camp sein, ab dem 15.5. ist dort wieder geöffnet. Dann kann ich hinterher bestimmt ein paar Bilder von der Campsite zeigen.

Die Geschichte mit der Nähmaschine macht wirklich nachdenklich. Wir werfen soviel weg, was woanders gebraucht würde. Ich habe noch eine alte Singer Nähmaschine im Keller. Da sie von meiner Oma ist, werfe ich sie nicht weg. Wie gerne würde ich sie mit ins Zikomo Camp nehmen 🙂 Leider passt sie nicht in den Rucksack 🙁

LG

Montango
Botswana 2016 Sambia 2016 Zimbabwe 2016 KwazuluNatal 2015 KTP-Namibia-Kapstadt 2013 Zimbabwe 2012 Noch keiner hat am Ende gesagt "Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen"
Themenstarter475 Beiträge · seit 201212. Apr. 2016 · #88
Montango schrieb:Hallo Paulinchen,
mal wieder ein toller Tag in Deinem Bericht und spannend zu lesen. Wir werden Mitte Mai im Zikomo Camp sein, ab dem 15.5. ist dort wieder geöffnet. Dann kann ich hinterher bestimmt ein paar Bilder von der Campsite zeigen.

Die Geschichte mit der Nähmaschine macht wirklich nachdenklich. Wir werfen soviel weg, was woanders gebraucht würde. Ich habe noch eine alte Singer Nähmaschine im Keller. Da sie von meiner Oma ist, werfe ich sie nicht weg. Wie gerne würde ich sie mit ins Zikomo Camp nehmen 🙂 Leider passt sie nicht in den Rucksack 🙁
Hi Montango,
Ich wünsch dir jetzt schon viel Spaß dort, über ein paar Fotos des trockenen Zikomo Camps würde ich mich in der Tat freuen... 🙂
Bei der Menge an Nähmaschinen, die sich in deutschen Kellern befinden, würde sich sicher ein LKW lohnen...wenn doch alles etwas einfacher wäre... 😎

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201214. Apr. 2016 · #89
Tag 23

Die Nacht war ruhig, heute wird leider wieder ein Fahrtag, deshalb müssen wir zeitig aufbrechen. Es ist so schade, denn nun ist außer Ingrid und Manfred mit ihrem gelben Landrover und uns niemand mehr im Camp, die Ruhe ist beeindruckend und sogar die Sonne gibt so früh schon ihr Bestes.
Wir trösten uns mit Sprüchen wie 'nach der Reise ist vor der Reise' und 'man muss aufbrechen wenn´s am Schönsten ist'....hilft aber nicht wirklich.... 🙁
Ein kleines Frühstück, im Packen sind wir inzwischen weltmeisterlich schnell und fertig zum Aufbruch.
Von Ingrid und Manfred verabschieden wir uns herzlich, sie haben viel Zeit und werden im Wildlife Camp noch einige Tage bleiben ( ganz allein...wie beneidenswert... 😎 ).
Wir reden noch kurz über die Vic falls, für Manfred soll es eine Premiere werden, aber Ingrid hat die Befürchtung, dass es sich aufgrund Wassermangels nicht lohnen könnte.
Wir können sie beruhigen, auf Zimbabwe-Seite sah es noch recht beeindruckend aus.
Sie haben sich entschlossen, nicht mit dem Rover nach Zimbabwe zu reisen, sondern über Kasane einen Tagestrip zu machen. Der gelbe Landrover ist zwar hübsch und weitgereist, hat aber doch viele kleine technische Zicken, die in Polizeikontrollen an den Vic falls zu teuren 'Knöllchen' führen könnten....wahrscheinlich eine kluge Entscheidung....
Noch mal feste drücken und los geht´s.... 😁
...ist er nicht schön... 🙂


Durch Mfuwe rollen wir zum Abschluß sehr langsam, die bunten Gebäude mit beeindruckenden Namen wie 'One Love Bar' bringen uns zum Schmunzeln...



Die Strecke Richtung Chipata können wir gewohnt schnell abspulen, nagelneu halt.
Wir passieren einen 'Wildlife' - checkpoint und werden tatsächlich intensiv kontrolliert, müssen hinten alle Klappen öffnen...sucht man gewildertes Fleisch?
Danach stoppen wir noch mal an einer Stelle mit besonders vielen Ziegel-Brennöfen, sofort kommen aus allen Ecken Kinder gesprungen, aber sie trauen sich nicht näher an uns heran...




Chipata ist erreicht, an der Ecke zur Hauptstraße tanken wir noch mal voll. 2 junge Südafrikaner quatschen uns an, ob wir wissen, wie hoch die Kosten aktuell an der Grenze zu Malawi sind....NEID!!!.... zumindest sehen wir so aus, als ob wir es wüssten... 😎
Leider biegen wir rechts ab Richtung Petauke, tschüß Chipata, jede Reise ist zu kurz, vielleicht sehen wir uns bald schon wieder... 🙂
Die Strecke ist gut passierbar wie auf dem Hinweg auch, lediglich die riesige Baustelle vor Petauke raubt wieder Zeit und Nerven. Wir eiern linksseitig der Strecke durch den Sand hinter riesigen Trucks her, es ist windig und der Staub macht uns blind, an Überholen nicht zu denken, Schrittgeschwindigkeit über zig Kilometer.
Aber was soll´s, den zahlreichen Radfahrern und Fußgängern geht es schlechter, einige haben sich Tücher um den Kopf geschlungen um nicht zu ersticken... 🙁
Hinter Petauke geht es zügig weiter, mangels Alternativen steuern wir wieder das Bridge Camp an.
Der Checkpoint nach Überquerung der Luangwa Bridge ist von einem anderen Team in Tarnkleidung besetzt als auf dem Hinweg. Diesmal ist nicht Trinkwasser das Thema, sondern alles mögliche....der junge Mann ist extrem wissbegierig und textet uns ordentlich zu, wir wollen ja nicht unhöflich sein und so dauert die Prozedur etwas länger...
Das Bridge Camp finden wir unverändert vor, sogar die Inhaberin sitzt am selben Tisch wie vor einigen Tagen vor einem Stapel Papier.... 😎
Einchecken geht schnell, aber das Begrüßungsbier schenken wir uns diesmal, greifen in den eigenen Kühlschrank.
Wir haben Nachbarn, ein Fahrzeug aus Namibia mit einem deutschen Paar. Nach wenigen Begrüßungsworten kommt hier kein Gespräch mehr zustande, sie sind etwas einsilbig und sitzen den restlichen Abend mit ihren Klappstühlen am Straßenrand, der Sternenhimmel hat´s ihnen angetan...
Die "finnische Sauna" - Dusche wird angeschmissen, die ist wirklich toll hier...etwas zum Abendessen, bisschen Wein und Sternenhimmel, der in der Tat beeindruckend ist...
Ab ins Dachbett, der nächste Fahrtag wird noch länger, mal sehen wie weit wir kommen...
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 20. Apr. 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201219. Apr. 2016 · #90
Tag 24

Nach einer angenehmen Nacht frühstücken wir in aller Ruhe, trotz der langen Strecke, die vor uns liegt. Wir haben kein konkretes Ziel, wollen fahren solange wir mögen und können.
Es ist trocken, der blaue Himmel gibt uns sein 'go', ist natürlich hilfreich, wenn´s nicht regnet heute... 🙂
Gepackt ist schnell und schon sind wir auf der Piste. Mit 2 Fahrern ist die Distanz bis Lusaka zügig bewältigt, wir erreichen die Vororte der Hauptstadt.
Flüssig bewegen wir uns durch die Stadt, hoffentlich gibt es keinen Stau beim Engpass der 3 Brücken über die Bahnlinie. Das kann den gesamten Tagesschnitt zerstören. 😠
Wir haben unglaubliches Glück, kommt wahrscheinlich nicht so oft vor, dass man völlig stressfrei durch die Stadt rollen kann, ohne irgendwelche Hindernisse. Vielleicht ist es einfach eine günstige Tageszeit, wir sind früh dran...oder hat es was damit zu tun, dass in 2 Tagen Silvester ist?.....egal, wir freuen uns, vielleicht erreichen wir heute sogar Livingstone....
Zum zweiten Mal fahren wir die Strecke Lusaka-Kafue, auch hier relativ wenig Verkehr. Die ca. 40 km sind schnell erledigt, in Kafue sieht es links und rechts der Straße so busy aus wie auf dem Hinweg. Wieder der Bahnübergang vor uns, besonders aufmerksam sind wir nicht....ein ohrenbetäubendes Signal reißt uns aus dieser Schläfrigkeit....diesen Zug kann man nur mit schwerem Gehörschaden überhören....schön, endlich sehen wir mal einen Zug auf den sonst leeren Gleisen....


Kurz nach Überquerung des Kafue Rivers geht es rechts ab Richtung Livingstone. Obwohl asphaltiert raubt uns der Abschnitt bis Mazabuka Zeit und Nerven. Der Verkehr ist stark und besteht überwiegend aus Bussen, die es extrem eilig haben ( bin ich froh, im Auto zu sitzen... 😎 ), und LKW´s, die kaum voran kommen. Natürlich ist der Gegenverkehr ähnlich belastet, überholen wird zunehmend schwieriger...
Dazu kommt eine Straßendecke, die jeden Stoßdämpfer herausfordert...fiese Beulen und Löcher laden bei höherer Geschwindigkeit zum Abheben ein. Die Busfahrer sind schmerzfrei....mir wird schon übel, wenn ich sehe wie sie uns und andere überholen... 🤢
Nach Überquerung des kleinen, aber steilen Munali-Passes erreichen wir Mazabuka.
Im gut sortierten Supermarkt decken wir uns mit dem Notwendigen ein, mit Blick auf die Uhr entscheiden wir uns für eine Nacht ca. 50 km hinter Mazabuka, "Moorings Campsite". Die nächste erreichbare Übernachtung würde Stress bedeuten, wir haben keine Lust mehr...besser noch etwas entspannen...
Das Schild zur Campsite ist nicht zu übersehen, es geht links ab, müssen unmittelbar die Gleise überqueren, auf denen ein Fahrzeug direkt mittig liegengeblieben ist. Wir schauen uns die Bemühungen an, mit einem altersschwachen Klein-LKW den PKW abzuschleppen. Hoffentlich wird das heute noch was....
Endlich können wir passieren, eine Schranke zwingt uns zum Stopp, wir werden in eine Liste eingetragen und dürfen passieren. Eine dichte Allee-Zufahrt führt uns zum eigentlichen Campingplatz, auf der Veranda des Steingebäudes bügelt einsam eine Angestellte. Sie ist nett und schnell haben wir eingecheckt....nun darf sie weiterbügeln....viel mehr kann man hier aber auch nicht machen.... 😎


Außer uns scheint hier niemand zu sein, die Schweine grunzen, Pferde wiehern, Camping auf dem Bauernhof....
Nur ein kleines Igluzelt steht etwas abseits, dort sehen wir aber niemanden.
Nach schnellem Grillen genießen wir die Sonne, es wird schwülwarm....
In uns reift der Gedanke, morgen auf der Durchreise in Livingstone noch einmal bei "Olgas Italian Corner" eine Holzofenpizza zu essen...keine Ahnung, woher auf dieser Reise die enorme Gier nach Pizza kommt, wir freuen uns noch den ganzen restlichen Abend darauf.... 😎
Manni geht zum Waschhaus, kommt aber nicht wieder....er hat tatsächlich doch noch einen weiteren Gast gefunden, einen Geschäftsmann aus SA, der mit seinem Rollkoffer hier übernachtet...es gibt auch nette Steinbungalows zu mieten...
Die beiden quatschen sich ordentlich fest, es wird spät...
Ich habe keine Lust auf Gesellschaft, hänge in meinem Stuhl und bewundere den klaren Mond über mir.....es ist still geworden, sogar die Schweine haben aufgehört zu grunzen.... 😉

Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 20. Apr. 2016
4'382 Beiträge · seit 201520. Apr. 2016 · #91
Hallo Paulinchen,
hast Du etwas Anderes bei den Fotos gemacht? Es dauert eeeeendlos!

Viele Grüße
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
Themenstarter475 Beiträge · seit 201220. Apr. 2016 · #92
CuF schrieb:
hast Du etwas Anderes bei den Fotos gemacht? Es dauert eeeeendlos!
Hi Friederike,

nö, habe nichts geändert... 😕 ...bin gerade etwas ratlos...

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
7'281 Beiträge · seit 200620. Apr. 2016 · #93
Hallo Paulinchen,

Ich habe mal eines von Deinen Fotos angeklickt. Du lädst diese als Original auf abload.de hoch und bindest sie dann ins Forum ein. Das Problem ist, Deine Bilder sind riesig. Getestet habe ich http://abload.de/img/514rdjq1.jpg
Das ist 5472 x 3648 Pixel gross und rund 8 MB schwer. Das ist viel zu viel.
Aus diesem Grund werden Fotos die direkt ins Forum geladen werden auf neu 1500x1200 Pixel verkleinert. Dann ist auch die Ladezeit OK.

Herzliche Grüsse
Chrigu
zebra.reisen: Individuelle und Begleitete Selbstfahrerreisen, Kleingruppenreisen und Reiseberatung Satellitentelefon: Satellitentelefon für die weltweite Nutzung Reiseplanung / Reiseberatung: Besprechung per Videokonferenz Der Zebra Shop: Karten, Bücher und Infos für das südliche Afrika Erlebnisse: Einige unserer Reiseerlebnisse aus Namibia, Botswana und Sambia
2'240 Beiträge · seit 201120. Apr. 2016 · #94
Hallo Paulinchen,
danke für Deinen Reisebericht - bin immer noch mit Spannung dabei. Bei abload.de kannst Du die Pixelformate auswählen und somit die Grösse verkleinern/resp. den Ladevorgang beschleunigen. Momentan geht's bei mir ca. 4 min. bis 1 Seite Fotos von Deinem Bericht runterladen. Klick ich schnell zu Deinem Bericht...kommt mal nichts (das Foto als Kreuz).
Gruss M.
Nächste Reiseziele: ab Mai 2025:Zentralasien https://www.polarsteps.com/marimariontour https://www.instagram.com/marimari_on_tour/
Themenstarter475 Beiträge · seit 201220. Apr. 2016 · #95
Hallo zusammen,

Ich hatte vor dem ersten Hochladen im Forum nachgelesen, ob ich die Bilder verkleinern muss. Wie chrigu schreibt, habe ich auch gelesen, dass die Bilder automatisch verkleinert werden, ich es also nicht vorher machen muss.
Habe ich wohl falsch verstanden, so wie chrigu schreibt, funktioniert das nur bei direkt ins Forum hochgeladenen Bildern...
Wird sofort geändert, danke für die Hinweise, ist nun mal mein erster Bericht hier...

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
1'667 Beiträge · seit 201120. Apr. 2016 · #96
Danke Paulinchen,

ich habe hier zuhause wirklich schnelles Internet, aber Deine Bilder sind bei mir auch etwas zäh 😄

Wenn ich mal auf die Schnelle in Deinem schönen Bericht was nachschauen möchte, muss ich auch ein wenig Geduld haben.

Ich hoffe, Du schreibst bald weiter, schau mal auf meine Signatur 😉 Es wird langsam eng 🙂

LG

Montango
Botswana 2016 Sambia 2016 Zimbabwe 2016 KwazuluNatal 2015 KTP-Namibia-Kapstadt 2013 Zimbabwe 2012 Noch keiner hat am Ende gesagt "Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen"
Themenstarter475 Beiträge · seit 201220. Apr. 2016 · #97
Montango schrieb:
Ich hoffe, Du schreibst bald weiter, schau mal auf meine Signatur 😉 Es wird langsam eng 🙂
Hi Montango,
Es könnte gerade so klappen, wenn ich mich ranhalte...

lg
paulinchen
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201220. Apr. 2016 · #98
Tag 25

Heute Morgen gibt es ein klares 'timing': spätestens am frühen Nachmittag wollen wir Livingstone erreichen, mit dem entsprechenden Hunger, eine ganze Pizza verputzen zu können... 😎
So fällt zumindest bei mir das Frühstück eher mager aus...
Zurück auf der Hauptstraße folgen wir einer gut ausgebauten Strecke Richtung Südwesten. Beim Passieren von Kalomo werden wir etwas wehmütig, wie gerne würden wir hier einfach noch mal Richtung Kafue NP abbiegen... 🙁
Um ca. 13 Uhr erreichen wir Livingstone, hier ist es brüllend heiß, kein Luftzug bringt Erfrischung. Es ist erstaunlich, wie radikal sich das Wetter nach ein paar Hundert km Richtung Süden verändert hat. Selbst rundherum am Horizont sind nur Schönwetterwolken zu erkennen.
Bei 'Olgas' gibt es noch einen Schattenplatz für den LC, im Hauptraum unter dem Wellblechdach hat es Backofentemperaturen, keine Ahnung, wie das Personal das aushält...
Wir sitzen draußen, hier ist es erträglich, das Restaurant ist gut gefüllt, trotzdem geht es recht flott....
....und hier das Objekt unserer Begierde....

Anschließend fahren wir mit gut gefüllten Bäuchen direkt weiter nach Katima Mulilo.
Morgen ist Silvester, bis gestern Abend haben wir noch überlegt, welche Route wir zurück nach Johannesburg wählen werden.
Kazungula war für kurze Zeit eine Option, für die Rückfahrt wäre die Fährüberfahrt vielleicht ganz nett. Aber vor exakt 1 Jahr waren wir kurz vor Silvester in Kasane und das war grauenhaft überfüllt. 😠
Außerdem, wie sollen wir dann weiter Richtung Süden fahren? Die Strecke ist zwar die kürzere, aber auch die langweiligere Variante.
Vor 1 Jahr haben wir Weihnachten in der Nunda Lodge an den Popa Falls verbracht, incl. eines angenehmen Abendessens. Wir sind uns schnell einig, dort direkt am Okavango auch Silvester verbringen zu wollen. Somit steht die weitere Strecke fest: durch den Caprivi und dann weiter nach Maun.
Wie schon auf dem Hinweg kommen wir bis Kazungula bestens voran, danach müssen wir wieder mit der zerrissenen Asphaltdecke und kraterähnlichen Teer-Lochmustern vorlieb nehmen. Dieser Teilabschnitt kostet richtig Zeit.
Endlich erreichen wir Sesheke und somit die Grenze. Wir haben noch einige wenige Kwachas, die wir in den Tank füllen. Die kleine Tankstelle in Sesheke ist schon witzig und ein bisschen Lotterie. Wir haben Glück, Diesel zu bekommen, der junge Mann belehrt uns, dass mal nur Diesel, mal nur Benzin zu bekommen ist. Heute ist Dieseltag... 🙂 ... Außerdem hat die Pumpe eine Macke, sie stoppt automatisch an einem bestimmten Punkt, ob sie danach wieder arbeitet, ist Glückssache.
Hier lassen wir auch unsere Münzen als kleines Trinkgeld...
Auf der Brücke über den Sambesi stoppen wir kurz, das sind also die Stromschnellen, deren Rauschen man bis zur Campsite in Katima Mulilo hören kann...

Dies wird nun der schnellste Grenzübertritt in Afrika, den wir bisher erlebt haben.
Auf Sambia-Seite gibt´s den Ausreisestempel, außer uns ist niemand mehr abzufertigen. Mit Blick auf die Uhr ( es ist 10 Min. vor 18 Uhr ) gibt die nette Dame am Schalter uns den Tip, die Beine in die Hand zu nehmen, da die Grenze um 18 Uhr schließt.
Hää...?...unsere Information war 19 Uhr...so ein Mist...also nichts wie los, austragen am sambischen Grenzhäuschen und ab zur namibischen Seite. Außer uns will noch eine Familie mit reichlich Kindern einreisen, wir entschleunigen wieder und kommen aus dem deutschen Modus wieder in den afrikanischen... 😎
Nach insgesamt 15 Minuten haben wir beide Grenzen abgehakt...Rekord...
Da nun fest steht, wie die weitere Reise verlaufen wird, übernachten wir noch einmal auf der Namwi Island Campsite, dort war es nett.
Die Inhaberin erkennt uns sofort wieder und fragt uns ausgiebig über Sambia aus und wohin wir nun fahren werden.
Diesmal ist es wesentlich voller hier, die Plätze direkt am Seitenarm des Sambesi sind besetzt von Südafrikanern, aber der Platz ist riesig, wir finden noch was Nettes für die Nacht.

Unser LC ist immer noch mit Abstand der schmutzigste, wir werden angesprochen, wo es denn so matschig sei....wohl kaum vorstellbar bei der Hitze und Trockenheit hier....
Ein Paar aus SA erzählt uns, dass sie über einen der südlichen Hauptgrenzübergänge durch Zimbabwe hergekommen sind. Dort war es so überfüllt und korrupt, dass sie 150 USD bezahlt haben, nur um nach 2 Std. Wartezeit nicht noch länger stehen zu müssen...mmmh... 🙁



Diesmal haben wir einen herrlichen Sonnenuntergang hier, wie anders doch ein Ort wirkt, wenn das Wetter mitspielt...stimmungsvoll...


Lange sitzen wir noch am Lagerfeuer, der Wachmann hat sich wieder nur kurz mit seinem Gewehr gezeigt, verschwindet danach in der Dunkelheit.
Im Licht der Scheinwerfer am Steilufer tummeln sich Millionen von Insekten, erstaunlicherweise gibt es hier kaum Moskitos...


Das Feuer glimmt nur noch...wir ziehen uns ins Dachzelt zurück und freuen uns auf die morgige Fahrt zu einem unserer Lieblingsziele in der Region... 🙂
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 21. Apr. 2016
Themenstarter475 Beiträge · seit 201223. Apr. 2016 · #99
Tag 26

Wie ungewohnt..! 🙂 ...wir erwachen bei strahlendem Sonnenschein und Bullenhitze...die Regenfronten der vergangenen Wochen erscheinen schon nach kurzer Zeit wie ein böser Alptraum... 😎
Die etwas über 300 km Strecke durch den Caprivi werden wir zu zweit locker abwickeln. Jeder, der nun denkt: "sind die beiden verrückt, den herrlichen Caprivi einfach hindurch zu hetzen" sei gesagt, dass wir vor genau 1 Jahr diesen ausgiebig bereist haben. Natürlich ist es schade, einige Orte sind schon wiederholungsbedürftig schön ( Mamili NP mit dem Livingstone´s camp oder die Nambwa Campsite im tollen Bwabwata NP ). Aber dieses Mal war halt Sambia unser Schwerpunkt, alles geht ( noch... 😉 ) nicht...
Ein relaxtes Frühstück, wir müssen aufpassen, dass er ( oder sie? ) uns nicht auf den Tisch sch....t...aber diese leckeren Früchte hängen nun mal direkt über uns....




....und sie sind sogar zu zweit....guten Morgen.... 🙂
Noch ein Blick auf den Sambesi-Seitenarm und seine Bewohner.... 😎

....und wir starten zuerst Richtung Katima Mulilo Supermarkt, schließlich ist heute Silvester und auch wenn es keine Sause geben wird, wollen wir auf 2016 anstoßen. Wir besorgen uns den bestmöglichen Schampus in einem total überlaufenen Liquor Shop, hier werden gerade die alkoholischen Getränke mit der Sackkarre abgeholt... 😎
Endlich geht es raus aus der Stadt, der Trubel in der City war nervig, irgendwie wie in Germany zu Silvester, nur wesentlich wärmer....
Kurz hinter Katima Mulilo kommen wir in die einzige Verkehrskontrolle der Reise, in der auch der internationale Führerschein gefragt ist. Es handelt sich um eine Lernpolizeitruppe, eine Polizistin erklärt ihren Schützlingen genau, was sie kontrollieren müssen und worauf es ankommt. Die Atmosphäre ist entspannt und wir wünschen uns ein gutes neues Jahr... 🙂
Entspannt rollen wir durch Kongola, kurz dahinter kommen wir an einen Kontrollposten, wo unsere Reifen desinfiziert und die Schuhsohlen durch ein Becken gelatscht werden.
Einige Kilometer weiter kreuzen wir den Abzweig zur Nambwa Campsite, ein Ziel der letzten Reise direkt am Kwando River gelegen. Einer der schönsten Orte, an denen wir bisher waren... 🙂 ... Auf der entgegen gelegenen Straßenseite gab es mal die Bumhill Campsite, leider verfällt diese Ecke des Bwabwata NP, obwohl so wild und sehenswert. 🙁
Die weitere Strecke bis Divundu ist geradlinig und eher langweilig. Kaum Fahrzeuge, keine Tiere, keine Kurven. Alles hat seine Vor- und Nachteile, man kommt schnell voran. Einzige Abwechslung die Schilder mit dem Hinweis 'Elefants crossing', leider ohne Elefantensichtungen. Aber was sollen sie auch in dieser Hitze hier an der Strasse....
Wir nähern uns dem Okawango mit sichtbarer Zunahme der Elefantenhaufen auf und neben der Piste, hier ist Wasser in der Nähe...
In Divundu überqueren wir den Okawango, dahinter geht es links ab zu einigen Lodges und dem Mahango Game Reserve, unsere Richtung. Nach all dem Regen können wir nicht glauben, wie heiß und extrem trocken es hier ist. Es sieht in der Umgebung aus, als wäre der letzte Regen Monate her, betrachtet man nur die Luftlinie, die wir von Lusaka entfernt sind, ist es kaum zu glauben...
Wenige Kilometer hinter dem Abzweig geht es links zu unserem Zielort für heute, der Nunda River Lodge.
Diese beiden sind sich nicht einig, in welche Richtung es gehen soll, eine Fahrspur ist aber sicher nicht der richtige Ort für solche Diskussionen... 🙁

Wir erreichen das Gate zur Lodge, werden herzlich begrüßt und stehen schon am check-in. Sogar unsere Lieblings-campsite No. 2 direkt am Fluss ist noch frei, die nehmen wir...Silvester direkt am Okavango...was wollen wir mehr...


Zum Abendessen merken wir uns ebenfalls vor, selbst gekocht wird heute nicht, ...ebenfalls zur Sunset-Bootstour, die wir zum zweiten Mal machen...aber es ist einfach ein schöner Flussabschnitt mit vielen Flusspferden und immer wieder anders...
Früher Nachmittag, es geht kein Lüftchen, die meisten Gäste hängen am Pool ab. Wir setzen uns in den Schatten bei einem kühlen Bierchen, viel bewegen will man sich hier nicht. Ich beneide sogar die grunzenden Hippos, so ganz im kühlen Wasser wäre schon angenehmer... 😎

Die Lodge ist gut besucht, aber nicht ausgebucht. Die Steinbungalows sind überwiegend belegt, die großen Mietzelte aber weitgehend unbesetzt. Die Campsites hätten uns auch noch die Wahl für einen weitaus schattigeren Platz gelassen, aber wir bevorzugen die heißere No. 2 am Fluss... 😎
Unsere direkten Nachbarn sind 2 Fahrzeuge mit namibischen Kennzeichen und keine Touristen, wir sagen kurz 'Hallo', dann hängt jeder wieder in der Hitze ab...
Nach einem faulen Nachmittag finden wir uns am Bootssteg ein, ich freue mich auf die Tour, sowohl die Popa Falls als auch die vielen Flusspferde sind immer wieder sehenswert.
Es sind nicht viele Mitfahrer an Bord, so verteilt es sich angenehm und man kann auch mit dem Skipper ins Gespräch kommen.
Es gibt immer wieder Stellen mit Flusspferden, an denen er richtig Gas gibt und erzählt uns, dass er bereits 2x ernsthafter attackiert wurde. Er hat spürbar Respekt, ich glaube er erzählt uns das nicht nur so als Gruselgeschichte... 😉






Aus Flusssicht wird sichtbar, was für luxuriöse Unterkünfte es hier gibt, dagegen wohnen wir bescheiden... 😎
An den Fällen angekommen gehen wir an Land, ein Genuss so mittendrin zu stehen...wir haben in der Vergangenheit versucht, vom Land aus einen guten Zugang zu finden...schwierig..., eine Bootstour ist wirklich das Beste...





Ein älterer Mann hat dasselbe Objektiv wie ich, kommt irgendwann strahlend auf uns zu und berichtet, er hätte einen bestimmten Vogel tatsächlich abgelichtet...den Namen habe ich noch nie gehört... 🙂 ...nur deswegen ist er überhaupt hier...Glück gehabt, er strahlt über alle Backen.... 😁

Anschließend geht es flussabwärts wieder an der Lodge vorbei, hier 'stapeln' sich die Flusspferde und beobachten uns argwöhnisch...immer wieder gibt der Skipper Gas, wenn ein Tier länger abtaucht....ist schon spannend....mit einem Paddelboot wäre ich hier nur ungern unterwegs... 😎








Nach vielen Flusspferden, Vögeln und dem genervten 'Hauskrokodil' geht es zurück zur Lodge...langsam kommt Hunger auf....es war mal wieder eine tolle Tour....






Duschen, einen Drink nehmen bei einem stimmungsvollen Sonnenuntergang am Okawango, wie kann ein Jahr 2015 besser ausklingen....





Die Küche ruft, wir sind natürlich mit die ersten, der Magen hängt auf den Knien. Wir durften wählen zwischen Beef und Chicken in 3 Gängen, unser Beef ist exzellent, der Wein ebenfalls, als es voller wird, sind wir bereits fertig mit dem Thema 'Nahrungsaufnahme'.
Wir lümmeln wie andere Gäste auf der großen Veranda herum, aber die Atmosphäre hat mit Silvester, so wie wir es kennen, absolut nichts zu tun. Es fällt schwer, bis Mitternacht wach zu bleiben. Unsere Nachbarn kommen um ca. 23 Uhr zurück, bauen im Dunklen ( sehr routiniert und lautlos ) ihre Dachzelte auf und weg sind sie.
Wir 'quälen' uns bis Mitternacht, trinken den Schampus nach ordentlichem Prosten aus und müssen irgendwie leise sein, da die Lodge im Stillen liegt.
Jahreswechsel findet hier anders statt, nämlich lautlos, keine Knaller oder Raketen, kein Zuprosten und Feiern, nein, hier sind wir um Mitternacht ziemlich allein. Aber eigentlich sind wir doch genau deshalb hierher gekommen.... 😎
...und hier ein seltenes Foto von uns beiden zusammen....Frohes Neues....PROST....
Sambia Dezember 2015 / Januar 2016 Sambia November 2016
zuletzt bearbeitet 02. Jan. 2017