GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201429. Jan. 2016 · #101
Hatte ich schon gesagt, dass es extrem heiss war? Unser Digithermometer signalisierte uns 38° im Schatten und wir konnten gar nicht so viel nachfüllen, wie wir verschwitzten. Die mitgenommenen Kinder-Fixleintücher bewährten sich als gute Verklebetrennschicht zu den Ledersitzen. Wir fuhren auf direktem Wege zum Halali Camp. Die Klassifizierung der Landschaft habe ich als "eher trostlos" im Tagebuch vermerkt. Unterwegs musste ich mal für kleine Mädchen (da war doch nicht alles rausgeschwitzt worden). Am Weg war ein Picnicplatz mit Toilette ausgeschilder und wir meinten, da könnten wir gleich auch noch etwas essen. Der Platz präsentierte sich als übel zugerichtet, verwahrlost und das sogenannte Toilettenhüsli total versch..... mit einer kaputten Tür. Der irgendwann einmal als Schutz angelegte Zaun lag am Boden. Ich verkniff mir meine geschäftlichen Absichten und wir machten rasch wieder kehrt! Dann kam Halali in Sicht
Und der Schock: da standen Reisecars! Die Parkplätze überfüllt und überall ein urbanes Menschengewimmel. Allen Ernstens, dieses Kontrastszenario nach all den vorgängig erlebten paradiesischen Camps! Da kamen latente Fluchtgedanken auf. Die Infrastruktur von Halali bestand aus einem Empfang, Restaurant mit Pool, einem kleinen Laden für das Nötigste, einer Tankstelle mit instabiler Verfügbarkeit und kein WLAN. Wir fanden noch ein Parkplätzchen und in der Rezeption waren wir die Zweiten in einer sich dann schnell hinter uns bildenden Schlange. Mit den Touris vor uns gab es offensichtlich ein paar Missverständnisse und das dauerte! Schliesslich wurden wir dann auch abgefertigt und uns wurde die CS 42!! zugewiesen. Die Suche nach diesem Platz wurde wieder einmal zu einer logistischen Herausforderung. Der Campingplatz entpuppte sich als eine Riesenanlage mit nicht auf Anhieb erkennbaren Wegeführungen und Ausschilderungen. Nach längerem Kreuzundquerfahren liessen wir Gemsbok stehen und machten und zu Fuss auf die Suche und wurden auch fündig. Allerdings stand da schon eine australische Camperfamilie. Ihnen war am Empfang gesagt worden, dass sie sich ihren Platz frei wählen könnten. Also, machten wir uns gemeinsam, mit freundlicher Unterstützung des Familienvaters, auf zu Empfang. Dort wurde uns mitgeteilt, inzwischen war da eine andere Dame zuständig, dass die Plätze frei auswählbar sind. So landeten wir schlussendlich auf Platz 53!! von 57.
Auf dem sehr offenen Gelände mit fehlenden optischen Raumteilern, fühlten wir uns ausgestellt und nicht so heimelig. Aber jetzt Schluss mit dem meckern, denn wie es vielleicht eurer Aufmerksamkeit nicht entgangen ist, standen wir in unmittelbarer Nähe eines allgemeinen Abwaschhüslis!! Ernstens moralisches Tief verzog sich so langsam. Die uns am nächsten liegende Ablution war ausreichend und sauber gehalten.
Am Abend assen wir, den immer noch heissen Temperaturen angepasst, einen leichten Peperoni-Thonsalat, etwas Salami und tranken ein kaltes Bierchen. Somit wisst ihr, dass es unser Kühlschrank immer noch macht! Dann schlossen wir uns dem zielstrebig zum etwas abseits gelegenen Wasserloch laufendenden Tross der Erwartungsvollen an. Die Zuschauerränge waren schon recht belegt, doch wir hatten Glück. Ein paar Ungeduldige gingen schon wieder und wir fanden einen Sitzplatz in der ersten Reihe. Doch es tat sich sehr lange nichts und es kam leichte Langeweile auf. Das änderte sich aber schlagartig mit dem Erscheinen einer Rhinomama mit ihrem Teenysprössling. Dann kamen noch zwei die sich nicht besonders mochten
ein mutmasslicher Junggeselle
und noch ein paar durstige
Wir waren überglücklich. Endlich die ersten Rhinos zu sehen! Das stimmte uns dann schon etwas versöhnlicher gegenüber unserem Aufenthaltsort. Da wegen der an Lichtsmok grenzender Helligkeit auf dem Campingplatz, eine Betrachtung des Sternenhimmels ausfiel, war dann bald einmal Nachtruhe angesagt.
Mit dieser (Nachtruhe) war es dann so gegen Fünf am Morgen vorbei. Einige unserer näheren Nachbarn wollten wahrscheinlich allen durch ihr lautes lärmen kund tun, dass sie zusammenpacken und abreisen wollten. Nach einem aufmunternden Kaffee machten wir uns dann auf, die Umgebung zu erkunden. Wir fuhren über den Rhino Drive welcher seinem Namen so gar keine Ehre machte. Trotz meiner sehr konzentrierten und wendehalsmässigen Blicke nach rechts und links zeigte sich weder ein Hörnchen noch sonst etwas Tierisches. Übrigens, wisst ihr, dass man seine Halswirbelsäule gegen altersbedingte Verrostungen mindestens 25 Mal am Tag hin und her drehen sollte? Die Anzahl meiner Drehmomente lag bei mindestens 100/Tag! Jetzt läuft alles wieder wie geschmiert. Weiter ging es nach Rietfontein. Dort gaben sich einige Ein- und Paarhufer ein Stelldichein
ein Habicht (?) trieb es auf die Spitze
In Salvadora , Sueda und Charitsaub präsentierte sich uns die Etoshapfanne mit einer Landschaft zum frösteln schön!
Und wenn uns heute jemand fragt, welches Bild wir als grosse Überschrift zum Etosha wählen würden, dann gibt es nur diese beiden
Beim Anblick dieser Landschaft wollten wir die Zeit anhalten. Wir spürten gewaltige Impressionen. Irgendwann holte uns die Realität in Form von vollbesetzten Safariwagen wieder ein und wir fuhren zurück in Richtung Halali. Doch das Sichtungsglück hielt noch ein Zückerchen für uns parat. Eine Ansammlung von mehreren Autos signalisierte: da ist was! Als wir uns dann in eine Sichtposition gebracht hatten, sahen wir IHN, unseren ersten und auch letzten Leo! Wir konnten unser Glück kaum fassen. Der Jugendliche lag im spärlichen Schatten eines dürren Baumes. Ich glaube, wenn wir allein da vorbei gefahren wären, wir hätten ihn gar nicht gesehen. Ich habe unendlich viele Bilder gemacht, zeige euch aber nur dieses (aber es wird nicht knuddeln!)
Trotz seiner Jugend, zeigte er sich recht unbeeindruckt von den vielen, an seiner Person Interessierten. Als die enorme Hitze uns so langsam weich kochte, mussten wir uns von ihm trennen und fuhren zurück ins ebenso heisse Camp.
Im campeigenen Restaurant nahmen wir einen leichten Imbiss zu uns und versuchten anschliessend unsere Aktivitäten, der Hitze angepasst, auf ein Minimum mit Nichtstun einzuschränken. Doch am späten Nachmittag war es dann fertig mit Siesta halten. Da lief endlich wieder was im Camp. Wir bekamen neue Nachbarn. Und damit beginnt meine Geschichte von den Postvoortrekkern. Die südafrikanischen Camper , wissen wir, kommen selten allein. Sie schliessen sich meistens in mehr oder weniger grossen Gruppen zusammen. Sie kamen in ihren fünf äusserlich noch recht "normal" aussehenden Wagen in disziplinierter Formation auf den Platz. Es wurde angehalten und die an der Spitze fahrenden männlichen, mutmasslich führenden Mitglieder stiegen aus und gingen auf eine Inspektions- und Sondierungsrunde. Derweilen begutachteten die mitfahrenden Frauen das Waschhüsli und sassen abwartend plaudernd in dessen Schatten. Nach langer Diskussionsrunde war sich die Führungsequipe über den Standplatz einig und es wurde das Signal zum Einmarsch gegeben. Die Wagen ordneten sich in alter Voortrekkermanier im Kreis an. Mittlerweile hatten wir uns in Zuschauerposition gebracht. Es begann eine enorme Geschäftigkeit, die sich bis in die Abendstunden hinzog. Angefangen mit dem Aufklappen der Wagen oder Anhänger durch die männlichen Mitglieder. Die Verwandlung dieser Fahrzeuge mutete uns sciencefictionartig an. Wir staunten nur ob der Dinge die aus dem Inneren zum Vorschein kamen. Die hatten wahrscheinlich ihren halben Hausrat mit dabei. Als dann die Hightechküchenzeilen ausgeklappt waren setzten sich die weiblichen Mitglieder in Action. Ich dachte, ich träume: da gab es nichts was es nicht gab, von Cerankochplatte über Backofen, Elektrogrill, Toaster und Eismaschinen war alles vorhanden. Zuletzt wurden die Solarpannele platziert. Ich schielte mal kurz zu unserem Gemsbok, aber der stellte sich tot. Es war mittlerweile dunkel geworden und ihre zahlreich installierten Lampen verbreiteten ein flutlichtartiges Licht. Sie begannen mit dem Zubereiten der Speisen und die Frauen wusselten von einer Küche in die andere. Die Männer hatten ein Grossfeuer entfacht und sassen abwartend und diskutierend um dieses herum. Die Köchinnen riefen zum Essen fassen. Jeder holte sich seinen Teller in der Küche ab und als dann die Frauen auch noch zum essen kamen trat so etwas wie andächtige Stille ein. Wir waren so fasziniert von dieser Vorstellung, dass wir fast unser Abendessen vergessen hätten. Bei einem feinen Speck-und Käsebrot, sauren Gurken, Tomaten und einem guten Rotwein resümierten wir und fanden heraus, dass dies nicht so unsere Welt sei.
Dann wurde es Zeit noch einmal zum Wasserloch zu pilgern. Heute waren die Zuschauertribünen nicht so überfüllt und wir fanden einen Platz in der vordersten Reihe neben einem, wie wir mutmassten, Profifotograf. Während wir auf irgendwelche Aktionen um das Wasser warteten unterhielt sich(natürlich) Ernst flüsternd mit ihm. Dieser erzählte, dass er auf die Nashörner warte, die kämen um Zehn. Er hatte eine Kamera mit einem Objektiv dabei, das einem mittleren Weltraumteleskop ähnelte. Ich war beeindruckt und versuchte meine bescheidene Fotoausrüstung auf die Lichtverhältnisse einzustellen, aber mit meiner Canon EOS 700D mit 58-ger Objektiven half auch kein Stativ im Dunkeln bewegte Objekte gut zu fotografieren. Naja, ihr seht die Ergebnisse, gerade mal für Erinnerungsfotos brauchbar. Am Anfang kamen ein paar durstige Hyänen, welche auch gleich noch Badetag hatten
und wie am Vorabend erschien als erstes die Mama mit ihrem Sprössling am Wasser
dann kam noch ein Single
Es war schon weit nach Zehn, der grosse Ansturm liess auf sich warten und wir waren sehr müde. Also brachen wir die Sitzung ab und marschierten heimwärts. Wir hatten heute nebst den einmaligen Tiersichtungen eine einmalig schöne Landschaft sehen dürfen und waren glücklich und zufrieden.
Halali CS ZAR 242.-/N/P
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
Topobär5'479 Beiträge · seit 200929. Jan. 2016 · #102
Die campenden Südafrikaner habt Ihr sehr treffend beschrieben. Genau so haben wir es auch häufig erlebt und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Anscheinend ist es für die Südafrikaner extrem wichtig, dass auch auf Reisen alles wie zuhause ist. Mir würde das zu viel Zeit kosten. Die kann ich im Urlaub besser verleben als beim stundenlangen Campaufbau.
"Übrigens, wisst ihr, dass man seine Halswirbelsäule gegen altersbedingte Verrostungen mindestens 25 Mal am Tag hin und her drehen sollte? Die Anzahl meiner Drehmomente lag bei mindestens 100/Tag! Jetzt läuft alles wieder wie geschmiert."
Danke, liebe Gromi, für diesen guten Tipp......wie lange hat's angehalten?? Und danke auch für das Amüsement, das mir Dein Bericht bereitet! BMW hat es ja schon gut ausgedrückt! Friederike von CuFs
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201429. Jan. 2016 · #105
🤪 es hält immer noch und ich hoffe doch bis zum nächsten Game Drive 😗
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201431. Jan. 2016 · #106
25. - 26. September Okaukuejo Nach unserem kultigen Muntermacher und einem stärkenden Müesli packten wir zusammen und machten uns gegen neun Uhr in Richtung Okaukuejo auf. Während unserer Fahrt über Aus, Olifantsbad und, auf speziellen Wunsch, Gemsbokvlakte sahen wir diesen schönen Schildraben
am Olifantsbad natürlich keine Elis, sonder eine gemischte Trinkgemeinschaft
und einen argwöhnisch blickenden Kampfadler
Doch am Gemsbokvlakte gab es tatsächlich solche zu sehen
Gemsbok kriegte sich nicht mehr ein vor lauter freuen. Gegen Mittag wurde es wieder extrem heiss und ein unangenehmer Wind kam auf. Wir sahen eine kleine Gruppe Elis, welche unter den Webervogelnestern vergeblich Schatten suchten.
So beeilten wir uns ins Camp zu kommen. Die Tore von Okaukuejo zeigten sich
und dahinter empfing uns wieder ein geschäftiges Treiben. Die Anlage war riesig. Um den Turm gruppierte sich die Infrastruktur wie Empfang, Restaurant, Kiosk, Pool, Shop und sogar ein Postoffice. Das Ausmass des Camps sahen wir aber erst auf dem Lageplan. Der Hauptteil bestand aus Bungalows und Chalets. Das Campingareal lag im hinteren Teil der Anlage. Ein riesiger Platz mit wenig Baumbestand und auf ein Minimum angelegte Plätze. In den laublosen Bäumen (weil ja Vorfrühling) hingen die überdimensionalen Wohnbauten
dieser kleinen grossartigen Architekten
Wir hatten C19 zugeteilt bekommen.
Und es war heiss!! Dort gab es zwar Strom aber kein Wasser. Das gab es bei dem netten, teilungswilligen Nachbarn. Am Badehaus wurde irgendwie renoviert oder gebaut und die benutzbaren WC und Duschen waren in einem sehr desolaten Zustand.
In der Männerstation gab es kein Licht und die sich nass rasierenden Männer (z.B.Ernst) konnten endlich offen zu ihrem Dreitagebart stehen. Wir liessen erst einmal alles stehen und machten uns auf, endlich dieses immer als einmalig beschriebene Wasserloch zu besichtigen. Wir fanden es idyllisch umgeben von den Firstclasbungalows. An einem schattigen Plätzchen in der Poolposition sahen wir den französischen Profifotograf vom Halali. Grosses Hallo. Seinem um ihn herumliegenden Equipment nach sass er schon lange da. Wir fanden neben ihm Platz und Ernst konnte endlich sein Kommunikationsdefizit abbauen. Von oben wurden wir von einem Maskenbülbül beobachtet oder belauscht
Am Wasser tummelten sich ein paar Springböckchen
immer wieder ein dankbares Sujet. Aber dann! Es fehlten nur die Pauken und Trompeten und vielleicht ein bisschen Verdibackground, kam eine grosse Elefantenfamilie eiligen Schrittes zielstrebig zum Teich.
Gross und Klein
drängten ins Wasser
Da kam nicht nur bei den Elis Freude auf! Es wurde ausgiebig getrunken, gebadet, schlammgeduscht und gewälzt. Ein Baby meinte
Mami, mit dir spiele ich am liebsten Schlammschlacht! Dann versammelten sie sich auf ein nicht eruierbares Zeichen und machten sich für den Abmarsch bereit.
Das war das Zeichen für die anderen Durstigen, welche bereits in respektvoller Entfernung warteten. Dieser einsame Trapezkünstler
und eine Chorus Line der Streiflinge.
Doch es waren noch nicht alle Elis abgezogen. Da standen noch ein paar unentschlossen herum. Und wie die rumstanden. Rätselhaft. Jetzt muss ich wieder etwas erklären. Ich meine, dass wir uns ja nicht so ganz unbedarft in diese fremde Tierwelt begeben haben. Ernst vielleicht weniger ("du machst das schon"). Ich hatte mich im Vorfeld in einschlägigen Abhandlungen über "Die Körpersprache der Elefanten" schlau gemacht. Mehr weder Zooerfahrungen hatten wir ja nicht. Da konnte man lesen was es bedeutet wenn sie mit den Ohren wackeln, wenn sie wie trompeten, wenn sie den Kopf schütteln oder den Rüssel auf einen anderen legen (Elefanten nota bene). Jetzt standen die so komisch da und wir waren schwer am rätseln und wie das so bei mir ist, ging meine Fantasie etwas mit mir durch. Meinte der ich muss mal
oder der meine Hühneraugen bringen mich noch um
oder diese gar (Elijas weggucken!)
nein! Heute keinen Sex, ich habe Kopfweh! Oder? Wer weiss es? Langsam machten sich diese Rätselhaften dann doch noch auf den Weg und es wurde ruhig ums Wasserloch. Also, entschieden wir uns für eine kleine Siesta und gingen zurück zu unserem Platz. Dort gab es nochmals eine kleine Überraschung. Wir hatten auf der anderen Seite neue Nachbarn bekommen.
Ein Hotelsilo. Das weckte unsere Neugier und wir gingen hinüber. Es waren 32 junge Leute, Studenten auf einer Studienreise. Ich wollte natürlich mal in die "Hotelzimmer" gucken. Für klaustrophobisch veranlagte Menschen nicht gerade empfehlenswert! Aber, für jemanden mit schmalen Portfolio und keinen Ansprüchen auf Intimsphäre wohl akzeptabel. Wir gingen zurück. Die Sonne machte schon etwas längere Schatten und wir konnten uns in aller Ruhe einen GT genehmigen. Einem schlitzohrigen Hörnchen
gelang es uns einzuweichen und wir teilten unser letztes Biscuit mit ihm
Ich hatte keine Lust zum Kochen, also gingen wir zum Restaurant. Es war bumsvoll und die Serviceleute total überfordert. Wir ergatterten gerade noch einen Tisch in einem dunklen Eckchen und liessen uns das erstaunlich gut gekochte Dinner schmecken. Dann machten wir uns auf zum Wasserloch. Dort waren wir natürlich nicht die einzigsten! Eine Menge Leute sassen und standen um dieses herum. Es gelang uns einen einigermassen sichtfreien Platz zu finden. Eine Herde Giraffen stand unschlüssig am Ufer und starrte in corpore in eine Richtung
Wir frohlockten, vielleicht kommt da endlich mal etwas raubtiermässiges. Doch es blieb Wunschdenken denn
eine Elefantenfamilie kam von der anderen Richtung und mischte die Langhälsler auf
Die obligatorischen Wasserspiele begannen auf Neue
Rüsselrangeleien
ein bis zwei Rhinos schmuggelten sich von der anderen Seite ins Wasser
Wir blieben noch so lange bis sich die Herde wieder zum Abzug formierte. Dann hiess es für uns Abschied nehmen. Da kam schon ein bisschen Wehmut auf, denn wir realisierten, dass das unser letztes Wasserlochspektakel von dieser Reise war. Die nächtliche Geräuschkulisse der Campbewohner hielt uns noch lange wach.
Okaukuejo CS ZAR 224.-/N/P, Dinner NA$ 440.-
Das wäre wieder einmal der Stand der Dinge im Moment. Was wir in einer Seniorenresidenz erlebten, ob wir die Spuren fanden die wir suchten, welche Steine uns in den Weg gelegt wurden und warum ein Früchtekuchendessert etwas mit Desert zu tun hat, erzähle ich euch das nächste Mal.
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
BarbaraB23 Beiträge · seit 201131. Jan. 2016 · #107
Liebe Gromi, eben zugestiegen freue ich mich riesig auf das Lesen deines Berichtes. AHV-ler unterwegs, das macht Spass, kann seit Vorgestern mitreden..:-) .und bin eifrig am "Durchackern" verschiedener Botswana-Berichte, im 2017 sind wir dabei, freue mich unglaublich darauf. Ich finde deinen Bericht amüsant, interessant und inspirierend, die Fotos wunderschön, überhaupt: spassig zu lesen herzlichen Dank und lG vom Grosi aus der Nähe. Barbara
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201431. Jan. 2016 · #109
hallo Barbara, danke 🙂 und herzlich willkommen im Forum 😄 und auch im Club der AHVler 😉
Grüessli von der Gromi
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Reisebericht 2018: NA, BW, NA
loeffel1'412 Beiträge · seit 201301. Feb. 2016 · #110
Hallo Gromi,
aufgrund unserer längeren Forenabstinenz hätten wir ja beihnahe deinen tollen Reisebericht verpasst 🤩 Toll, dass ihr diese "Ü-70-Tour" machen konntet und euren Spaß dabei so umwerfend mit uns teilt.
So einiges im Caprivi haben wir auch wiedererkannt.
Und ein Single Malt als Sundowner geht immer, nicht nur im südlichen Afrika 😉
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201402. Feb. 2016 · #111
liebe Löffels, danke für die Blumen 🙂 , dabei müssen wir danken, denn wir hatten so einiges von eurer Achträdertour (heimlich) abgeguckt 🙄 Wenn Zögerlichkeiten bei unseren Machbarkeitsstudien auftraten 😮 , hatten die Löffels immer eine Vorbildfunktion 🙂
Grüessli von der Gromi
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Reisebericht 2018: NA, BW, NA
loeffel1'412 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #112
Das ehrt uns natürlich sehr, dass unsere Touren sogar schon Vorbildfunktion haben 🤩 Aber ganz ehrlich - Eure Tour hätten wir nicht mal ansatzweise gewagt 🙂 .
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201415. Feb. 2016 · #114
26. -27. September Düsternbrook Wenn wir unsere Reise in Etappen definieren wollten, so wären wir jetzt an einer neuen angelangt. Bis und mit Etosha durften wir eine faszinierende Tierwelt in beeindruckender Vielfalt und in ursprünglichen Landschaften erleben. Wir sind den Tieren sehr nahe gekommen (oder umgekehrt). Zugegeben, wir hatten vielleicht nicht die aussergewöhnlichsten oder spektakulärsten Sichtungen, doch das, was wir sehen und erleben durften, hat uns in jeder Hinsicht tief beeindruckt. Die Fahrt Richtung Düsternbrook auf der C38 ging wie immer schön geradeaus
In Outjo holten wir unser aufgeschobenes Frühstück in aller Gemütlichkeit im "Farmhouse Café" nach. Anschliessend füllten wir Gemsbok an der nächst gelegenen Tankstelle auf, hatten aber nicht bemerkt, dass diese kein Plastikgeld nahmen. Bares hatten wir auch nicht mehr. Die nette gutgläubige Tankwartin erlaubte uns aber zur nächsten Bank zu fahren um das benötigte zu holen. Als "Sicherheit" notierte sie sich unsere Autonummer! Auf der Standard Bank waren wir natürlich nicht die Einzigen. Wir stellten uns in die Reihe der Geduldigen. Das dauerte. Ernst in seiner pflichtbewussten und rechtschaffenen Art produzierte langsam Angstschweiss und sah uns schon als Zechpreller abgeführt. Als wir dann endlich zum Schalter gerufen wurden, war bereits mehr als eine halbe Stunde vergangen und wir wussten aus einschlägigen Bankerfahrungen, es wird weiter dauern. Ihr kennt ja sicher das afrikanische Bankschalterprozetere. Ich erkläre es mal schnell für diejenigen, welche noch unwissend sind. Nach dem gegenseitigen versichern, dass mit der Gesundheit alles bestens ist und ihrer Frage, ob sie etwas für uns tun könnte, trugen wir unser Anliegen, für 200 US$ Namibiadollar kaufen zu wollen, vor. Sie fragte nach unserer staatsbürgerlichen Zugehörigkeit, bat um einen Reisepass und verschwand damit in die hinteren Räumlichkeiten. Und das dauerte. Freundlich lächelnd kam sie zurück und beschäftigte sich mit ihrem Computer, d.h. sie starrte angestrengt auf dessen Bildschirm, drückte hin und wieder eine Taste und blickte uns zwischendurch freundlich lächelnd an. Und das dauerte. Dann endlich wandte sie sich dem Drucker zu. Nach einer ergebnislosen Wartezeit entschuldigte sie sich und verschwand wieder nach hinten. Und das dauerte. Sie kam mit einem Stapel Kopierpapier zurück. Der Drucker spuckte dann zwei Seiten aus und wir freuten uns. Sie schob diese zu uns durch, mit der Bitte diese zu prüfen und zu unterschreiben. Es war die Bestätigung des Tagesnotenkurses. Mit unserer Bestätigung verschwand sie wieder in die hinteren Räume. Und das dauerte. Ernst schaute verstohlen auf die Uhr und wir wechselten das Standbein. Zurückgekehrt hypnotisierte sie wieder den PC, druckte wieder Papiere aus und reichte sie uns zur Prüfung und Unterschrift. Und -heureka! Es waren die Umtauschquittungen. Wir unterschrieben, sie stempelte noch unser Exemplar, fragte nach der gewünschten Anzahl und Grösse der Scheine und wandte sich der Geldschublade zu. Und das dauerte. Schliesslich zählte sie uns die 2643.12 NA$ (wir hatten relativ kleine Noten gewünscht) akribisch umständlich vor und schob uns das Geld mit der Quittung und dem Reisepass durch, wünschte uns freundlich lächelnd noch einen schönen Tag und gute Reise. Aber das müssen wir sagen, so lange freundlich und zuvorkommend sind wir noch nie an einem Schweizer Schalter bedient worden. Wir hetzten mit schlechtem Gewissen zur Tankstelle zurück. Dort trafen wir auf einen etwas gelangweilt herumstehenden jungen Mann, welcher von unserer Sache nichts wusste. Er ging auf Suche nach der freundlichen Tankwartin. Und das dauerte. Diese musste dann erst einmal nach der Quittung suchen, fand sie aber nicht. Wir wussten aber wie viel wir schuldig waren und gaben ihr das Geld nebst einem "Verzugszins" und sie strahlte voller Zufriedenheit. Danach fuhren wir weiter
immer gerade aus. Diese spielten am Wegesrand "hol's der Geier"
und warteten auf die nächsten Verkehrsopfer. Kurz vor Otjowarongo entdeckten wir noch eine Rarität für alle angefressenen Eisenbahnnostalgiker.
In einem etwas minimalistisch ausgestatteten Superspar kauften wir noch ein paar Kleinigkeiten ein und bestraften uns am Imbisstand mit einer merkwürdig aussehenden Teigtasche, welche auch so schmeckte. Weiter ging es dann auf der B1. Die Landschaft wurde bergiger und buschiger.
Nach Okahandja ging es dann nach rechts über eine Gravelroad durch eine grossartige Hügellandschaft mit viel Baumbestand.
Wir erreichten Düsternbrook um halb Vier.
Es entpuppte sich als ein sehr gut erhaltenes historisches Farmhaus mit schönen Nebengebäuden, etwas erhöht gelegen am Ufer des immer noch Wasser führenden Dobra.
Wir hatten für eine Nacht auf der CS reserviert und auch schon angezahlt und meldeten uns gleich noch für das Dinner und zum Frühstück an. Es waren gerade zwei Safariwagen für die Fütterungstour zu den Katzen am abfahren und wir konnten noch mit hineinspringen. Die Tour heisst "Cats unlimited" und da wir von Geparden- und Leopardensichtungen bisher ausgenommen waren, freuten wir uns diese endlich mal in natura zu erleben. Unser Guide fuhr in ein eingezäuntes Gelände hinein. Dort raste er auf alpinen Fahrwegen mit unangepasster Geschwindigkeit, dass wir so richtig weichgeschleudert wurden. Der Wagen hatte sicher schon zum fünften Mal die Null auf dem Kilometerzähler und brachte das auch äusserlich zum Ausdruck.
Nach mehrmaligen anhalten und umschauen, hielten er an einem Platz und ging Lockrufe aussendend herum. Er hatte uns erklärt, dass es hier zwei Gepardenweibchen gäbe und im anderen Gehege wären noch zwei Männchen und weil sich Männleins und Weibleins so gar nicht sympathisch fanden, mussten sie getrennt gehalten werden, sonst gäbe es Mord und Totschlag. Nach einem Weilchen kam dann tatsächlich ein Weibchen etwas missmutig angelaufen.
Unser Guide, Furchtlosigkeit demonstrierend, hatte Fleischbrocken in den Händen und die Vorstellung begann.
Er warf die Fleischstücke in die Luft und das Tier sollte diese im Sprung fangen, was eher, wir nahmen an, aus Alters- oder Trägheitsgründen, nicht so richtig gelang. Dann erschien noch das zweite Weibchen, auch nicht gerade sehr motiviert. Sie erweckte den Eindruck einer älterlichen Seniorin.
mit schlechter Dentalhygiene. Unser Guide hatte sich dann doch sicherheitshalber wieder in den Wagen zurückzogen, verteilte von dort die letzten Fleischstücke und versuchte die beiden damit zu wildtierischen Aktionen zu motivieren, aber sie hatten (nur heute?) keinen Bock.
Eine konnte sich noch zu einem Gefälligkeitsmännchen aufraffen.
ob sie meinte in ihrem früheren Leben ein Erdmännchen gewesen zu sein?
Die Vorführung ging im Gehege nebenan weiter. Dort wohnte ein Leopard. Wir mussten etwas länger warten, aber er kam. Ein schönes Männchen, etwas müde aber offensichtlich hungrig. Unser Guide hatte auf dem Vorführbaum drei Lockbrocken hin gereiht. Doch der Leo kannte den Trick, sprang ohne nachzudenken routiniert auf den Baum
und schwupp war alles weg. Er lag und stand noch eine kurze Zeit fotogen auf dem Ast herum
Dann sprang er wieder auf eine bequemere Unterlage zurück und verschlang den Rest seiner Zweitagesration.
Aber dann entschied er: Ende der Vorstellung, kehrte uns den Rücken zu und lief geschmeidig davon.
Wir versuchten das Gesehene später mit dem Titel "Cats unlimited "in Verbindung zu bringen, aber irgendwie passt das un- nicht so richtig. Zurück auf der Farm bezogen wir unsere CS. Das Bushcamp ist ein sehr idyllisch gelegener Platz mit vielen grossen alten Bäumen, hat fünf Stellplätze und ist eingezäunt.
Die Badehüsli sind eher minim ausgelegt (pro D+H 1DU, 1 Lav., 2 WC)
An der Poolbar nahmen wir noch einen Apéro zu uns und Ernst versuchte wieder einmal vergeblich seinen Laptop mit einem fiktiven WLAN zu connecten. Zum Dinner im Farmhaus sassen wir mit noch fünf Mitessern an einem schönen grossen Familientisch und es ergab sich schnell eine fröhliche Gesprächsrunde. Das Pouletgericht mit Gemüse, Reis und Salat war als gute Hausmannskost sehr schmackhaft zubereitet. Satt und zufrieden begaben wir uns aufs Nachtlager.
Düsternbrook CS NA$ 165,-/P/N, Cats Drive 140.-/P
27. - 29. September Windhoek Und es war Sonntag. Nach einem ausreichenden Frühstück im Farmhaus machten wir uns gegen zehn Uhr auf direkten Weg nach Windhoek. Da es noch ziemlich früh am Tag war, beschlossen wir uns erst einmal im Städtchen etwas umzuschauen. Aber wie schon gesagt, es war Sonntag. Mit anderen Worten tote Hose. Unseren Gemsbook stellten wir mutterseelenalleine auf einen Parkplatz der Independence Ave ab und machten uns zu Fuss in die nähere Umgebung. Leere Strassen hier
und da
und dort
Im Café Zoo nahmen wir einen stärkenden Imbiss zu uns und liefen anschliessend durch die einsamen Strassen. Kamen an der geschlossenen Kaiserkrone vorbei
gingen durch schön angelegte aber entvölkerte Parkanlagen
erfreuten uns an den vielen üppig blühenden Jacarandabäumen
fragten uns, ob dem Herrn Goethe die Adresse für sein Institut gefallen hätte
und liefen auf eben dieser Strasse zur, natürlich geschlossenen, Christuskirche
welche sich authentisch vom danebenstehenden architektonischen Missgriff distanzierte. Erklärend möchte ich einfügen, wir gingen hier auf Spurensuche von Ernstens ganz früherem Leben. Währen seines 10-jährigen Immigrantenlebens in Südafrika, wohnte und arbeitete er auch zwei Jahre in Windhoek. Der Wiedererkennungseffekt und seine Dèjá- vu's hielten sich aber in Grenzen. 43 Jahre Zeitgeschichte gehen nicht nur an einer Stadt spurlos vorüber. Aber seine erste Bleibe haben wir gefunden. In seinen Erzählungen beschrieb er sie immer als ein nettes kleines Häuschen mit viel Garten und einem schönen Zaun.
Er hat es trotzdem wiedererkannt.
Dann beschlossen wir unserer Unterkunft aufzusuchen. Wir holten Gemsbok aus seiner einsamen Verbannung und fuhren ins "Tamboti B&B". Dort hatten wir für zwei Nächte reserviert. Uns wurde ein nettes Zimmer mit einer kleinen Terrasse und Blick auf einen, wegen Wassermangels, leeren Pool zugewiesen. Als erstes meldeten wir uns bei Bwana tucke-tucke zu einer Stadtbesichtigungstour für den nächsten Tag an. Leider war Carsten Möhle z.Zt. in der Wildnis unterwegs. Man sagte uns, wir würden 10.15 Uhr am Hotel abgeholt. Dann hiess es auspacken und Kleider sichten. Unsere Reisetaschen mussten wir aber ausserhalb parkieren. Mit Bürste und Wasser ging es dann erst einmal dem dick aufgetragenen Etoshastaub an den Kragen. Mit unseren Terrassennachbarn, einem netten deutsches Ehepaar, verabredeten wir uns zum Nachtessen in einem indischen Restaurant in der Nähe. Wir waren wieder einmal an zwei total verrückte Weltenbummler geraten, welche zwar auch nicht mehr die jüngsten, aber in fast jeder Ecke dieser Welt schon unterwegs waren. Und das vielmals mit dem Velo (!). So sassen wir noch lange in interessante Gespräche vertieft bis das Personal durch Stühle hoch stellen uns signalisierte, dass wir die letzten sind und sie den Laden schliessen wollten. Ein eindrücklicher Tag und Abend ging sehr unterhaltsam zu Ende.
Nach einem guten Frühstück im wehrschaft-rustikalen Ambiente des Esszimmers, erwartete uns pünktlich der Mitarbeiter von Bwana tucke-tucke (leider ist uns sein Name abhanden gekommen. Ich nenne ihn, ägsgüsi, der Einfachheit halber Jürgen). Nachdem er noch weitere fünf Mitfahrer eingesammelt hatte fuhr er auf direktem Wege zur Aussichtsplattform von Windhoek. Dort oben hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt.
Doch zum Ausschau halten wurde uns keine Zeit gegönnt. Jürgen erzählte uns erst einmal sehr anschaulich und kompetent viel Interessantes über die Geschichte von Windhoek und Namibia. Wir standen um ihn herum in der prallen Mittagssonne und ich hatte meinen Hut vergessen! Sein Vortrag zog sich in die Länge und die Sonne knallte mir durch mein schütteres Blondhaar direkt ins Hirn. Nach einer gefühlten Ewigkeit durften wir dann noch etwas herumschauen und fotografieren. Zum Beispiel
dieses anbiedernde Geburtstagsgeschenk der ehemaligen DDR. Dann fuhr uns Jürgen zu vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Christus Kirche präsentierte sich aussen und innen mit einem für die Jahrhundertwende typischen Stilmix.
Auf dem Vorplatz unterstützten wir noch das einheimische Kunsthandwerk mit dem Kauf von handgeschnitzten Nuss-Schlüsselanhängern für die Familie. In Front zum Unabhängigkeitsmuseum erzählte uns Jürgen von der sehr zwiespältigen Sympathie der Bevölkerung zu diesem Bau und dessen Erbauern.
Er berichtete von der wechselhafte Geschichte der nie umkämpften Festung und seinem Reiterdenkmal. Vor dem Tintenpalast
schenkten wir den Statuen der Herren Chief Hosea Kutako
Theophilus Namuntubangela
und Hendrik Widbooi (ohne Bild) gebührende Beachtung. Weiter ging es dann im Auto an diversen Sehenswürdigkeiten wie der unsportlichen Turnhalle, dem musealen Bahnhof und dem limitierten Männerhaus vorbei
Auf der Fahrt durch Katutura und Khomasdal beschrieb uns Jürgen sehr ausführlich die wechselhaft metamorphose Geschichte dieser beiden ehemaligen Townships. Dann kamen wir auch schon zum Ende unserer Rundfahrt und nachdem wir Jürgen unseren Dank und die Fahrkosten überreichen hatten, machte sich unser leerer Magen bemerkbar und wir gingen zu seiner Beruhigung ins "Ocean Basket". Wir zupften uns noch aus einem Geldautomaten mit unserer Mastercard 3000.-NA$ und liefen zurück ins Hotel. Dort klärten wir unsere Lieben zuhause per Mail und WhatsApp über unser Wohlbefinden auf und setzten uns auf den neuesten Stand des Weltgeschehens. Dann beendeten wir den Tag auf der Terrasse in Gesellschaft einer guten Flasche Rotwein.
Tamboti B&B NA$ 750.-/Unit/N, Rundfahrt 400.-/P
29. September - 01. Oktober Swakopmund Gegen halb neun, nach einem ausgiebigen Frühstück, machten wir uns auf in Richtung C28. Sie begann kurz hinter Windhoek und outete sich als eine teilweise üble 250 km lange Gravelroad.
Wir kamen gegen Mittag auf dem
an und es war sehr heiss. Wir waren ja alpine Passtrassen fahren gewöhnt, weniger aber mit dieser Qualität.
Nach zwei Stunden wurde es wieder flach, ganz flach
Da gehts lang!
Kurz vor drei erreichten wir Swakopmund
und checkten im vorgebuchten "Veronikas B&B" ein.
Die Veronika ist aber ein netter deutschstämmiger Mann und heisst Hans-Jürgen. Er informierte uns über Swakobmund, wo man was ansehen sollte, wo gut zu essen ist und organisierte für uns eine Bootsfahrt am nächsten Tag von Walvis Bay aus. Unser Zimmer war sehr klein und sparsam möbliert. Das Städtchen konnten wir zu Fuss in 20 Minuten über einen schönen Strandweg erreichen.
Es war unterdessen sehr windig und saukalt geworden. Diesen Temperatursturz, am Mittag fast 40°, hatten wir so nicht erwartet und froren uns die Nasen rot und dachten über Handschuhe nach. Es reichte noch für einen kurzen Stadtbummel aber dann zog es uns in die Wärme. Bei "Erich's" assen wir gut und reichlich ein feines Fischcurry und einen Ratsherrentopf. Den Heimweg nahmen wir aber schnellen Schrittes durch die windgeschützte Wohnsiedlung.
Am nächsten Tag wurden wir nach dem Frühstück pünktlich um acht mit dem Shuttlebus vom Bootsbetreiber abgeholt. Er sammelte dann noch ein paar andere Mitreisende aus diversen Unterkünften ein und dann ging es Richtung Walfis Bay. Es war immer noch sehr kalt, stürmisch aber schön. Wir hatten uns aber gut mit warmer Kleidung versorgt. Am Hafen angelangt
bezahlten wir die Bootsfahrt mit Mastercard und dann hiess es einsteigen. Der Katamaran war ziemlich gross und wir befanden uns mit ca. 20 anderen international durchmischten Leuten an Bord.
Kaum waren wir aus dem Hafen, hüpfte dieser Kostgänger publikumswirksam aufs Deck.
Für eine reichliche Gage in Form von feinen Fischen, zeigte er uns ein paar Kunststückchen und liess sogar einige Streicheleinheiten zu. Es ging zügig in Richtung Seal Point an diversen vor sich hin rostenden Schiffswracks vorbei.
Unser Guide erklärte uns anschaulich die Topografie der Bucht und ihr artenreiches Tierleben.
Ernst schaute daraufhin angestrengt aber ergebnislos nach letzterem.
Dann aber überraschte uns ein, offensichtlich auch zum Programm gehörender Künstler mit seiner "Fang den Fisch"-Nummer.
Als dann alle Fische gefangen waren, machte er sich eilig davon. Auf der Landzunge faulenzte eine Riesenkolonie von Robben in der Sonne
und damit hatte es sich schon mit den Tiersichtungen. Der Bootsführer rief zum kulinarischen Highlite und uns wurden frische leckere Austern, diverse frittierte Häppchen und Prosecco serviert.
So angenehm verköstigt kamen wir wieder im Hafen an und wurden zu unseren Unterkünften zurückgefahren. Wir verbrachten den Nachmittag mit einem Stadtbummel und meinten uns ständig in deutsch-schweizer Landen zu befinden.
Dort war Kaffee und Kuchen ein Muss!
Am Abend hatte uns Hans-Jürgen zum Dinner im Hansa Hotel, der besten Adresse in der Stadt, angemeldet. Das Kudu Carpaccio
war einsame Spitze und mein Oryxfilet (Gemsbok weiss allerdings nichts davon) sowie Ernstens Lammcurry ein kulinarisches Erlebnis! Wir traten beschwingt den Heimweg an und gingen rundum zufrieden ins Bett.
Veronika B&B NA$ 590.-/Unit/N, Bootsfahrt 600.-/P
01. - 02. Oktober Soliär Der neue Tag empfing uns mit diesem immer wieder beschriebenen Nebel. Er begleitete uns bis über Walvis Bay hinaus in die Dünen. Wir fuhren über die M36 immer gerade aus
durch eine von Sanddünen geprägte Landschaft
begegneten einem Geisterzug
und Herrn Sisyphos
bei seinem neverending Job Dann wurde es wieder sehr flach. Von da kamen wir
und nach dort fuhren wir
Doch da plötzlich ein immenser Steinhaufen in der Ebene
Es war der
und wir meinten Titanen hätten hier mutwillig ihr Spielzeug liegen lassen.
Wir stiegen hinauf und liessen die unendliche Weite
und die Steinkolosse auf uns wirken
Weiter ging es und der Horizont zeigte wieder mehr Strukturen.
Auf dem Kuiseb Pass fühlten wir uns fast wie zu Hause
und meinten "wohl falsch gefahren?"
Etwas später musste das auch noch dokumentiert werden
Ich habe mir schliesslich mein steinböckiges Leben nicht selber ausgesucht! Weiter auf der C14 fuhren wir durch eine mondähnlichen Landschaft mit eingezäunten Farmland auf beiden Seiten.
Hier könnte man als Zaunlieferant sicher zu einem beachtlichen Wohlstand kommen.
Wir kamen gegen 15 Uhr in Solitär an.
Ein aussergewöhnlicher Platz mit skurrilem Ambiente
Jeder Oldtimerfreak würde beim Anblick dieser traurig vor sich hin rostenden Karossen in Tränen ausbrechen. Wir durften uns auf der leeren CS unseren Standort selbst aussuchen.
Ein gepflegter Platz mit einem ebensolchen Waschhüsli.
Um die Hauptgebäude herrschte ein reges Kommen und Gehen. Der Kaffedurst trieb uns in die ansässige
Es roch nicht nur nach gutem Kaffe sondern auch nach feinem Backwerk. Und das mitten in der Wüste. Nicht zu fassen. Na?
Da geht doch jedem Süsskrämler das Herz auf. So einen feinen Apfelkuchen habe ich das letzte Mal von meiner Oma bekommen! Am Abend reichte es dann nur noch für ein Käsebrot, aber ein guter Schluck Rotwein musste noch sein. Ein fantastischer Sternenhimmel begleitete uns in den Schlaf.
Solitär CS NA$ 200.-/N
Dies zum Stand der Dinge momentan. Was es mit unseren Schlangenvisionen auf sich hatte, wie wir Einsamkeit definieren lernten, dem Zufall begegneten und entdeckten was es heisst wenn man "auf Sand baut", das erzähle ich euch das nächste Mal.
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA
"fragten uns, ob dem Herrn Goethe die Adresse für sein Institut gefallen hätte"
Liebe Gromi, mal sehen, ob ich es herausfinde, bevor Dein schöner, lustiger Bericht dem Ende zugeht. Beinah hätte ich eine Vermißtenanzeige aufgegeben, aber nun warst Du ja sehr fleißig! Danke! Friederike
.....".... ob dem Herrn Goethe die Adresse für sein Institut gefallen hätte".... Faust I, V.3457: Gretchen: "Nun sag, wie hast Du's mit der Religion?" Faust: ....Nenn's Glück! Herz! Liebe! Gott! Ich habe keinen Namen dafür! Gefühl ist alles; Name ist Schall und Rauch.....:"
Für "Religion" kann man durchaus auch einen anderen Begriff nehmen.... Gruß Friederike
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201422. Feb. 2016 · #117
jaa, der Herr Goethe hatte es Faustdick hinter den Ohren 🤪
Danke 🙂
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
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felix__w705 Beiträge · seit 201422. Feb. 2016 · #118
Gromi schrieb:Wir hatten uns die CS 1 (auf Empfehlung) reservieren lassen.
War die d.h. die RSV1 gut? Wir haben die für Oktober auch bekommen.
Wo habt ihr die Bootstour auf dem Chobe River gebucht? Senyati oder in Kasane? Wir fahren am Morgen von Ihaha nach Kasane/Senyati und möchten am Abend gleich die Tour machen. Und die Tour zu den Victoriafällen?
GromiThemenstarter1'415 Beiträge · seit 201422. Feb. 2016 · #119
Hallo Felix, die RSV1 ist am Ende der CS aber schön am Wasser gelegen. (anschliessend kommen die Bungalows, welche aber nicht stören) zur Ablution ist es dadurch etwas weiter zu laufen. Die Bootstour und die Tour zu den Fällen haben wir in Senyati gebucht. Die Bootstour startete um 15 Uhr in Kasane (kein Transfer vom Camp) und ist nach Sonnenuntergang fertig. Ich würde euch empfehlen die Bootstour im Voraus zu buchen,damit ihr nicht vor ausverkauften Boot steht 😣 Der Transfer zu den Fällen wird mit einem VW Bus mit beschränkter Sitzanzahl gemacht. Wir hatten kurzfristisch Glück mit zwei leeren Plätzen, kann aber auch anders sein 😕
Grüessli von der Gromi
Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA
Reisebericht 2018: NA, BW, NA