"Neuer" Flughafen für Windhoek

111 Antworten · 29,7k Aufrufe · gestartet 09. Dez. 2015 von travelNAMIBIA
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Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200609. Dez. 2015 · #1
Hallo zusammen,

der Internationale Flughafen von Windhoek wird ab 2016 für 6,8 Milliarden Namibia Dollar ausgebaut. Neben einem neuen Tower und einer neuen Startbahn wird es neue Parkplätzte und v.a. ein komplett neuen, zweistöckigen Terminal mit Fluggastbrücken geben. Das bisherige Gebäude wird für Inlandsflüge saniert (ob der Flughafen Eros dann geschlossen wird, ist unklar).

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 09. Dez. 2015
1'287 Beiträge · seit 200809. Dez. 2015 · #2
Hallo,

so als Berliner wäre ich mal am avisierten Eröffnungstermin interessiert. Oder lässt man den in Windhoek gleich mal unbestimmt 😉

Danke und Gruß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200609. Dez. 2015 · #3
Hi Carl,

im Gegensatz zu Deutschland klappt es hier meist sehr gut mit der Zeitplanung bei Bauten (+- 6 Monate) 🙂
Der Bau soll 2016 beginnen und 30 Monate dauern.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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1'941 Beiträge · seit 201109. Dez. 2015 · #4
Hi Christian,
Flugbetrieb und Abfertigung werden aber halbwegs normal weiterlaufen, oder ist mit größerem Chaos zu rechnen?

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
663 Beiträge · seit 201509. Dez. 2015 · #5
Auch in Deutschland klappt das. Ich bin mir relativ sicher, dass das Terminal 3 in FRA pünktlich steht. Da sind dann aber halt im Gegensatz zu BER keine Politiker in der Bauplanung beschäftigt sondern die Profis von Fraport. Und ich glaube auch das neue Satelliten-Terminal in MUC liegt geräuschlos ziemlich gut im Zeitplan genuaso wie es schon bei Terminal 2 vor ein paar Jahren der Fall war..
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200609. Dez. 2015 · #6
Hi Solitaire,

wohl kaum, da alles neu wird. Das alte Terminal soll erst nach Fertigstellung des neuen saniert werden.

Viele Grüße
Christian
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Gast09. Dez. 2015 · #7
Hallo,

in Namibia gibt es wohl Einiges an Kritik zu dem Flughafenprojekt, weil Namibia gerade mit Finanzen, Wasser und Strom zu kämpfen hat und viele deshalb andere Prioritäten sehen. Theoretisch ist der Ausbau des Flughafens geboten und sinnvoll, weil Namibia sonst den Anschluss verliert und sich das u.a. beim Tourismus langfristig rächen wird. Praktisch droht aber ein weiteres finanzielles Fiasko.

Legt man Investitionskosten plus Finanzierungskosten auf 20 Jahre um, so ergäben sich pro Passagierticket (international/regional) umzulegende Kosten von grob 1.000 bis 2.000 NAD. Dazu käme noch die Umlage für die laufenden Betriebskosten des Flughafens. Man kann es auch anders überschlägig rechnen: Aktuell dürfte NAC ungefähr 120 Mio NAD pro Jahr an Gebühren bei HKIA einnehmen (mal abgesehen davon, das Hauptkunde AN einfach nicht bezahlt). Damit kann man nicht mal einen Bruchteil der 7 Billionen plus Finanzierungskosten plus nebenher noch die laufenden Kosten (Gehälter etc.) finanzieren. Egal wie man rechnet, es kommen aktuell von vorn bis hinten absurde Zahlen raus - selbst dann noch, wenn man berücksichtigt, das zukünftig größere Shoppingflächen einen gewissen Beitrag leisten. Damit sich die lughafeninvestition rechnet, muss Namibia also die Passagierzahlen rapide steigern und dazu andere Airlines ranholen. Das dürfte auch machbar sein.

Mehr andere Airlines bedeuten zwangsweise mehr Wettbewerb und in der Folge mehr Subventionsbedarf für Air Namibia - dann würde man da wieder zusätzliche Billionen drauf zahlen. Schon der Condor-Markteintritt hat Air Namibia 20% seiner Passagiere auf der Frankfurt-Route gekostet. Und das obwohl Condor bislang nur 2 mal die Woche fliegt. Wenn das Flughafenprojekt kein weiteres finanzielles Fiasko werden soll, muss Namibia zwingend seinen Luftfahrtsektor in Ordnung bringen.

Ein weiterer Beigeschmack bleibt, weil auch dieser Auftrag wie fast alle großen Aufträge an eine chinesische Firma geht. Eine chinesische Firma, die auch in Zimbabwe, Kongo usw. sehr aktiv ist und vielerorts unter Korruptionsverdacht steht.

Beste Grüße

Guido
663 Beiträge · seit 201509. Dez. 2015 · #8
Das mit den Kosten ist bei solchen Projekten von denen man sich positive Auswirkungen auf den Tourismus einer Region oder gar eines Landes erhofft immer so eine heikle Sache. Wie bemisst man da sinnvoll, was ein positiver Effekt ist, wenn die Kosten am Flughafen selbst deutlich sichtbar sind, die Einnahmen aber auf das ganze Land verstreut? Sehr schweres Thema.

AN ist an sich zu klein um die Langstrecke operativ positiv zu betreiben. Mit zwei Maschinen und nur einer Linie hat man halt keine Skaleneffekte. Zumal es wirtschaftlich letztendlich auch verheerend ist das man die Maschinen den halben Tag herumstehen lässt - für uns als Kunden zwar klasse, aber am Ende ist für eine Airline einfach das wichtigste das ein Flieger möglichst viel in der Luft ist und nicht geparkt am Boden steht. Ich sehe für AN langfristig 3 Möglichkeiten:
1) Man muss weiter kräftig subventioniert werden.
2) Man zieht sich aus der Langstrecke zurück und konzentriert sich auf den Regionalverkehr.
3) Man baut die Langsstrecke so aus, dass man sie durch Skaleneffekte positiv betreiben kann.

Sollte man durch einen attraktiveren Flughafen mehr Airlines anlocken denke ich, dass es auf 2) hinauslaufen könnte. Womit sich die Investitionen in den Flughafen auch wieder lohnen könnten wenn man so ein anderes Millionengrab trocken legt.

Interessant fände ich nebenbei als Perspektive für AN eine Kooperation mit Emirates. Deren Hauptverkehrzeiten am Drehkreuz in Dubai wären eigentlich relativ gut geeignet, man würde zwar etwas später in WDH ankommen, aber trotzdem relativ früh am Tag.
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200609. Dez. 2015 · #9
Hi Guido,
Legt man Investitionskosten plus Finanzierungskosten auf 20 Jahre um, so ergäben sich pro Passagierticket (international/regional) umzulegende Kosten von grob 1.000 bis 2.000 NAD. Dazu käme noch die Umlage für die laufenden Betriebskosten des Flughafens. Man kann es auch anders überschlägig rechnen:
stimmt, die Investition wird ja auch vom Staat zinsfrei übernommen (via einer chinesischen Staatsbank)
Vielleicht habe ich einen Denkfehler, aber wie kommst Du auf deine 1000-2000 NAD pro Passagier? Der Flughafen soll zunächst für 2 Mio Passagiere ausgelegt werden (etwas da doppelte vom aktuellen Passagieraufkommen), d.h. in 20 Jahren theoretische 40 Mio Passagiere und somit N$ 175 pro Passagier für den Bau (bei jetzigen Passagierzahlen wäre es etwa 16 Mio Passagiere, d.h N$ 438). Finanzierungskosten gibt es nicht, da zinsfrei.
Aktuell dürfte NAC ungefähr 120 Mio NAD pro Jahr an Gebühren bei HKIA einnehmen
Es sind insgesamt 190 Millionen pro Jahr (Dank AN's Zahlungsmoral - im Jahr davor waren es 270 Mio) für alle Flughäfen, wobei HKIA sicher etwa 90% ist.

Übrigens: NAC hat 2012/13 einen Gewinn nach Steuern von gut 50 Millionen gemacht und hat keinerlei Schulden - trotz Außenständen von Air Namibia. Zudem kommt ein aktuell verfügbares Vermögen der NAC von fast 360 Millionen und ein Buchwert von fast 2 Mrd. N$ - da kann man sich auch mal Geld leihen (zumal eben zinsfrei vom Staat bzw. China).


Hi Namibia-Neuling.
Sollte man durch einen attraktiveren Flughafen mehr Airlines anlocken denke ich,
seit wann lockt ein "schöner" Flughafen Airlines. Airlines sind Wirtschaftsunternehmen - die fliegen so, wie sie Geld machen und nicht dahin, wo es einen schönen Flughafen gibt.

Meine Meinung: Das Projekt sollte keine große Priorität haben. Eine Renovierung/Sanierung für 20% des Betrages würde es zunächst auch tun. Für die 6,8 Mrd. kann man ne Menge wichtigeres angehen. Ich denke deshalb auch, dass Präsident Geingob die Vergabe bemängeln wird, da es nichts mit dem Hauptthema "Armutsbekämpfung" zu tun hat.

Viele Grüße aus dem regnerischen Windhoek
Christian
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zuletzt bearbeitet 09. Dez. 2015
663 Beiträge · seit 201509. Dez. 2015 · #10
travelNAMIBIA schrieb:seit wann lockt ein "schöner" Flughafen Airlines. Airlines sind Wirtschaftsunternehmen - die fliegen so, wie sie Geld machen und nicht dahin, wo es einen schönen Flughafen gibt.
Airlines die z. B. Wert auf eine gewisse Betreuungsqualität ihrer Business-Class Passagiere mit eigener Lounge, direktem Zugang von der Lounge zum Flieger über eine eigene Gangway für die Business-Class, etc. legen, die lockt man mit dem aktuellen Terminal sicher nicht an. Das mag man belächeln (ich tue es auch), aber es gibt da eben ein Zielpublikum das einen entsprechenden Anspruch hat und bereit ist dafür dann zu bezahlen.

Bzgl. der Fragen nach Landebahn und Tower müsste man die Gründe kennen. Evtl. steht hier eh ein Sanierungsbedarf an und es ist von der Abwicklung einfacher neu zu bauen, zumal genug Platz da ist. Dazu kommt auch: Start- und Landebahnen ohne parallelen Rollweg sind wegen der damit einhergehenden potentiellen höheren Kollisionsgefahr ein von Piloten gerne kritisierter Sicherheitsaspekt. Evtl. baut man die neue Bahn parallel zur bestehenden und nimmt die alte dann als Rollweg.

Und wenn man durch das neue Terminal und den damit einhergehenden Platzgewinn WDH mit Eros zusammenlegen kann spart man am Ende ja auch wieder einiges an Betriebs- und Unterhaltskosten.
Gast09. Dez. 2015 · #11
Hallo,
Namibia-Neuling schrieb:1) Man muss weiter kräftig subventioniert werden.
Macht auf dem aktuellen Level volkswirtschaftlich halt null Sinn. Problem ist dabei auch, dass die Subventionen nicht in der namibischen Wirtschaft rotieren, sondern mehrheitlich für Leasing, Wartung, Kerosin usw. ins Ausland abfließen. Und dabei fließen sie zu einem großen Teil auch noch in Form von "harten" Devisen ab, was Namibia angesichts von Außenhandelsdefizit und Zahlungsbilanzdefizit plus aktueller Kursentwicklung heftig schmerzt.
Namibia-Neuling schrieb:3) Man baut die Langsstrecke so aus, dass man sie durch Skaleneffekte positiv betreiben kann.
Der Heimatmarkt ist bei nur 2 Millionen überwiegend einkommensschwachen Menschen sehr klein. Für kleine, finanzschwache Airlines ist es generell schwer, neue Langstreckenrouten im Markt zu etablieren. Namibia als Land hat das Geld auch nicht. Wäre nur einer der beiden Punkte zutreffend, wäre es vielleicht noch einigermaßen erfolgsversprechend, aber so? Die Emirate haben z.B. auch einen kleinen Heimatmarkt, aber eben die Kohle für hohe Anschubinvestitionen und eine geografische Lage, die den Ausbau zum großen internationalen Drehkreuz erlaubt.

Vielleicht kann man noch mal einen ganz vorsichtigen Versuch starten, AN an Etihad o.ä. zu verkaufen? Slots in WDH sind nicht rar (=wertlos), die Flotte war früher komplett geleast und die Airline extrem unprofitabel. Insofern war bei früheren Verkaufsversuchen rein gar nichts Werthaltiges da, das man überhaupt hätte verkaufen können. Jetzt hat man immerhin die beiden vom Staat geschenkten geschenkten A319 in der Bilanz und ein paar Fortschritte hat der Herr Gsponer in seiner Amtszeit wohl auch erzielt.

Ansonsten wäre ich auch für Szenario 2, was hier auch schon öfters diskutiert wurde. Neben den Golfairlines könnte vielleicht auch Skyteam ein interessanter Partner sein. AF/KLM ist traditionell stark in Afrika, aber anders als die beiden anderen Allianzen hat Skyteam im südlichen Afrika keinen Partner, der Feeder-/Anschlussflüge realisiert. Comair zeigt z.B., dass das rentabel möglich ist.

Beste Grüße

Guido
663 Beiträge · seit 201509. Dez. 2015 · #12
Verkaufen muss nicht unbedingt sein, aber was ich mir gut vorstellen könnte wäre das AN statt nach FRA nach DXB oder AUH fliegt und es dort dann per Code-Share weiter mit Emirates bzw. Etihad geht.

Im Idealfall überlässt man aber sogar die Strecke der Partnerairline und konzentriert sich auf den regionalen Verkehr den man dann im Code Share mit dem Partner anbietet mit den A319 und E-Jets. Alles andere wird dauerhaft nicht profitabel zu betreiben zu sein. So leid es mir tut, denn die Leistung die man aktuell im A330 anbietet ist in meinen Augen überdurchschnittlich verglichen mit vielen anderen Airlines.
Gast09. Dez. 2015 · #13
Hallo Christian,
travelNAMIBIA schrieb:Vielleicht habe ich einen Denkfehler, aber wie kommst Du auf deine 1000-2000 NAD pro Passagier?
...
Finanzierungskosten gibt es nicht, da zinsfrei.
Laut offizieller Statistik 2013 hatte HKIA 765.000 Passagiere. Schau mal auf die Gebührentabelle von NAC. Domestic zahlt im Prinzip nix (1 Viertel von International), Regional zahlt 2 Drittel und nur International zahlt die vollen Gebühren. Insofern kannst Du die zur Refinanzierung der Investition nicht alle in einen Topf werfen.

Namibia hat ein deutliches Haushaltsdefizit und kann solche Großinvestitionen, die mehr als 10% des Staatshaushaltes ausmachen, keinesfalls nebenbei aus dem Haushalt bezahlen. Vielleicht bekommt NAC einen zinsfreien Kredit vom Staat, aber der Staat wird das selbst refinanzieren müssen. Ende Oktober hat Namibia gerade eine Anleihe über 750 Mio platziert. 750 Mio US Dollar. Verzinst mit nominal 5,25% (plus aktuell horrenden Kursverlusten. Erstmals in der Geschichte Namibias dürfen wir heute 1:16 begrüßen). Wenigstens die nominale Verzinsung musst Du schon einrechnen, wenn Du grob beurteilen willst, wie das volkswirtschaftlich Sinn macht. 7 Billionen zu 5,25% über 20 Jahre getilgt ergibt schon mal 11,3 Billionen. Wird - und das ist der Normalfall bei Staatsschulden - nicht sukzessive getilgt sondern nach Ende refinanziert, dann sind wir nach 20 Jahren und 5,25% schon bei 14 Billionen (noch ohne Zinseszins).

Oder soll es einen Kredit aus China zu 0% auf Jahrzehnte geben? Glaube ich nicht und wenn, dann war der Kaufpreis um das Doppelt oder Dreifache überhöht oder Namibia muss das anderweitig kompensieren. China macht nie Geschäfte die unter dem Strich zu seinem Nachteil sind.
Aktuell dürfte NAC ungefähr 120 Mio NAD pro Jahr an Gebühren bei HKIA einnehmen
Es sind insgesamt 190 Millionen pro Jahr .
Passenger fees waren 2013 113 Mio.

Wie auch immer: Auch Deine 2 Mio Passagiere hat man aktuell nicht ansatzweise. Wenn Condor nächstes Jahr einmal wöchentlich MUC-WDH aufnimmt, dann ist das großartig für den Tourismus in Namibia und wird einen spürbaren fortschritt bedeuten. Aber in Zahlen sind das nur 10.000 zusätzliche Passagiere pro Jahr und zur Refinanzierung eines neuen Flughafens reicht das nicht. Für 1 Million zusätzliche Passagiere braucht es rechnerisch rund 15 zusätzliche und täglich bediente Langstrecken wie FRA-WDH mit A330-200. Alternativ 5 zusätzliche Langstrecken und 20 zusätzliche Regionalstrecken. Deshalb wie geschrieben "Namibia muss die Passagierzahlen rapide steigern und dazu andere Airlines ranholen", sonst wird der Flughafenausbau ein finanzielles Fiasko.

Beste Grüße

Grüße
663 Beiträge · seit 201509. Dez. 2015 · #14
Guido. schrieb:Für 1 Million zusätzliche Passagiere braucht es rechnerisch rund 15 zusätzliche und täglich bediente Langstrecken wie FRA-WDH mit A330-200. Alternativ 5 zusätzliche Langstrecken und 20 zusätzliche Regionalstrecken. Deshalb wie geschrieben "Namibia muss die Passagierzahlen rapide steigern und dazu andere Airlines ranholen", sonst wird der Flughafenausbau ein finanzielles Fiasko.
1 Mio zusätzliche Passagiere (im wesentlichen dann wohl Touristen) muss man aber auch erst einmal unter bekommen.
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200609. Dez. 2015 · #15
Hi Guido,
wird der Flughafenausbau ein finanzielles Fiasko
warten wir es ab - mit dem Hafenausbau in Walvis Bay und dem neuen Hafen bei Walvis Bay sieht es momentan ja auch alles gut finanziert und durchdacht aus... und da sind ganz andere Summen im Spiel. Und hier gibt es durchaus auch Menschen, das darf man nicht vergessen, die von Wirtschaft und Zahlen Ahnung haben, Projekte durchrechnen und wirtschaftlich denken. Nicht zuletzt deswegen wurde Kudugas, auf Druck des Finanzministers, auf Eis gelegt.
Namibia muss die Passagierzahlen rapide steigern
Klar, deshalb soll ja auch noch 2016 die Zusammenarbeit mit Turkish vertieft werden. Und ich könnte mir vorstellen, dass auch noch mehr kommen wird. Man hat sich ja auch was dabei gedacht, den Flughafen von Walvis Bay auszubauen und zu sanieren. Seitdem gibt es praktisch eine Verdopplung der Verbindungen.
Namibia hat ein deutliches Haushaltsdefizit und kann solche Großinvestitionen,
klar, derzeit 5,7% im aktueleln Finanzjahr und rückläufig - ich glaube das ist in Afrika so ziemlich mit das Beste...

Wie gesagt: Meiner Meinung nach könnte man das Projekt "Flughafenausbau" deutlich kleiner gestalten und das Geld "sinnvoller" nutzen.


Hi Namibia-Neuling
1 Mio zusätzliche Passagiere (im wesentlichen dann wohl Touristen) muss man aber auch erst einmal unter bekommen.
na ja, an Hotelkapazitäten mangelt es bei aktueller Auslastung von maximal 50 Prozent kaum... und es wurden ja gerade zig neue Hotels eröffnet, zwei große sind in Windhoek im Bau...

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
zuletzt bearbeitet 09. Dez. 2015
663 Beiträge · seit 201509. Dez. 2015 · #16
travelNAMIBIA schrieb:na ja, an Hotelkapazitäten mangelt es bei aktueller Auslastung von maximal 50 Prozent kaum... und es wurden ja gerade zig neue Hotels eröffnet, zwei große sind in Windhoek im Bau...
Beim typischen Namibia-Tourismus bringen aber mehr große Hotels in Namibia nicht die entscheidende Erleichterung, es müssen dann ja über das ganze Land verteilt Lodges und Campingplätze entstehen. Selbst 95% Überkapazität würden wenig bringen wenn diese komplett in Windhoek und Swakopmund gebündelt sind und nicht so verteilt sind, dass man sinnvolle Routen fahren kann.

PS: Ebenso vorsichtig sein beim Thema "Überkapazität" ist die Frage, in wie weit man da die Kapazitäten der Nebensaison voll einrechnet.
zuletzt bearbeitet 09. Dez. 2015
2'338 Beiträge · seit 200709. Dez. 2015 · #17
travelNAMIBIA schrieb:
warten wir es ab - mit dem Hafenausbau in Walvis Bay und dem neuen Hafen bei Walvis Bay sieht es momentan ja auch alles gut finanziert und durchdacht aus... und da sind ganz andere Summen im Spiel.
Ja, China finanziert scheints ganz kräftig in Walfis Bay:
http://www.thb.info/rubriken/haefen/single-view/news/china-investiert-weiter-in-walvis-bay.html

Zudem ist ein chinesischer Kriegsmarine-Stützpunkt geplant:
Und dann wäre da noch der forcierte Ausbau des Großhafens von Walfischbucht durch chinesische Firmen. Angeblich soll er den Handel zwischen Namibia und der Volksrepublik erleichtern, aber ganz offensichtlich dient er auch dem Zweck, der chinesischen Kriegsmarine einen Überseestützpunkt zu verschaffen, dessen strategische Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Immerhin lassen sich von hier aus sämtliche Schifffahrtsrouten im Südatlantik kontrollieren.
Nachzulesen unter anderem hier (der ganze Artikel ist übrigens interessant):
http://www.pravda-tv.com/2015/09/afrika-china-greift-nach-namibia/

Traumhaft, was die alles finanziert kriegen, aber für die dringend benötigte Unterstützung von Waisenhäusern ist kein Geld vorhanden 🙁 .
Das überlässt man lieber den Hilfsorganisationen oder privaten Spendern.

Es würde mich auch sehr wundern, wenn einheimische Firmen mit dem Bau des neuen Flughafens beauftragt würden.

Viele Grüsse
Erika
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200609. Dez. 2015 · #18
OFF TOPIC
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Hi Erika,
Zudem ist ein chinesischer Kriegsmarine-Stützpunkt geplant:
ja, die streiten sich aber gerade mit den Amis darüber... siehe aktuell von heute: http://www.namibian.com.na/index.php?page=read&id=35023

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Gast09. Dez. 2015 · #19
Hallo,
Namibia-Neuling schrieb:1 Mio zusätzliche Passagiere (im wesentlichen dann wohl Touristen) muss man aber auch erst einmal unter bekommen.
Ein Teil verteilt sich noch auf Nachbarländer, ein Teil campt, ein Teil erhöht die Auslastung bei bestehenden Unterkünften. Aber 14 Tage Aufenthaltsdauer und halbwegs realistische Belegungsraten unterstellt, übersetzt sich das wohl trotzdem in langfristig ca. 5.000 bis 10.000 neue Hotel-/Lodgezimmer. Wahrlich kein Pappenstiel. Das Land ist riesig, hat viele touristisch unerschlossene Gebiete und das muss nicht alles auf einmal geschaffen werden. 30-50 neue Unterkünfte pro Jahr a durchschnittlich 20 Zimmer dürften dann reichen.
travelNAMIBIA schrieb:Und hier gibt es durchaus auch Menschen, das darf man nicht vergessen, die von Wirtschaft und Zahlen Ahnung haben, Projekte durchrechnen und wirtschaftlich denken.
Das will ich keinesfalls bestreiten. In bezug auf die Luftfahrt gilt das seit 20 Jahren aber sicher nicht. Das macht bei diesen Subventionshöhen volkswirtschaftlich keinen Sinn - auch wenn mal alle positiven Effekte für den Tourismus einrechnet. Bei vielen SWAPO-Politikern schwillt irgendwas an, wenn der AN-Flieger irgendwo landet und AN wird wieder und wieder zur Frage des Nationalstolzes deklariert. Demgemäß wird das ganze Thema mit maximaler Irrationalität behandelt. Ergebnis: Jahr für Jahr hohe 3- bis 4-stellige Millionensubventionen. AN hat jetzt das riesige Glück, dass flyafrica wohl erst mal dauerhaft wegfällt, sonst wäre es schon wieder zappenduster.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 09. Dez. 2015
1'941 Beiträge · seit 201110. Dez. 2015 · #20
Hallo liebe Schreiber/innen dieses Themas,
vielen Dank für die Diskussion und die interessanten Infos. Auch das ist eine Seite von Namibia, die man kennen sollte. Als Tourist bekommt man so etwas wenig mit bzw. viele interessiert das nicht. Ich finde das als wichtigen Beitrag in diesem Forum.

Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari