Hallo, Ihr Abenteurer! Da habt Ihr Euren Jungs ja eine tolle Reise geboten! Wir sind besonders gespannt, wie die beiden das im Nachhinein sehen, wenn sich die Erlebnisse gesetzt haben. Um dieselbe Zeit wie Ihr waren wir auch in Nambwa und haben das genauso empfunden wie Ihr - die Camper sind die Schmuddelkinder....
....ein sehr,sehr sympatischer Reiseberichtschreiber mit viel Humor und überhaupt nicht abgehoben......
...da wir auch mit vier Kindern unterwegs waren........ist soooo Vieles ein deja vue....... 🙂 🙂 🙂 🙂
mit Grüssen,... BMW
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200827. Okt. 2015 · #23
8.9. Unsere letzte Nacht in der Wildnis Um 4.00 Uhr morgens fangen die Japaner mit ihrem Türenschlagen, Aufbau- Abbau und was sonst noch Lärm macht, an. Dann fahren sie los und ich vermute, dass sie einen Flieger in WDH bekommen wollen. Aber Überraschung, zum Frühstück sind sie wieder da. War nur die Frühpirsch. Wir fahren um 7.30 Uhr los und erreichen um kurz vor 11.00 Uhr nach ereignisreicher Fahrt das Gate. Uns kommen eine Menge Touroperator entgegen, mit und ohne Trailer aber immer mit ereignishungrigen Touristen an Bord. Diese frieren und freuen sich noch über Impalas. Und immer wieder wird mein über die Jahre gepflegtes (Vor-)Urteil bestätigt. Weißer Fahrer, Crocodile Dundee Hut und Trader Armbänder verzieht keine Miene und schickt einen trotz der besseren Fahrspur in die Büsche. Schwarzer Fahrer, Wollmütze und Uniform je nach Professionalität der Firma, ein Gruß ein Lächeln, und das Bemühen, dass er und wir Spaß haben. Na ja, vielleicht will ich es ja auch nur bestätigt haben. Wir graben noch schnell ein Holländische Paar aus, die sich festgefahren haben. Auch ihr Fahrzeug sitzt auf und sie wundern sich, dass sie trotz Graben nicht rauskommen. Also den Jack raus, ein bißchen Holz und weiter geht's. Allerdings fahren sie in unsere Richtung, wollen aber nach Savuti. Da haben sie noch etwas vor sich. Komisch, kurz vor Schluß erwarte ich immer noch das allerletzte spektakuläre Bild, aber in der Regel kommt es nicht.
Trotzdem immer ein wehmütiger Moment, wenn man die "Zivilisation" erreicht. Die Autos werden mehr, mit der Erfahrung unzähliger überstandener Abenteuer blickt man milde auf die Greenhorns und das erste Mal seit langem werden wieder die Sicherheitsgurte angelegt.
Die Strecke ist staubig und voller überraschender Löcher unterschiedlicher Tiefe. Am Vet Point treffen wir Reisebegleiter unseres Vic Falls Ausflugs. Bot ist doch nur ein Dorf. Wir ratschen ein bißchen und kommen um 12.00 Uhr in Maun an. Wir kaufen noch Getränke und ein paar Snacks ein und essen einen Burger. Mit dem SKL Agenten Sydney habe ich während des Buchungs-Email-Wahns den Tausch eines Elefanten mit einem Sportwagenritt über deutsche Autobahnen vereinbart. Also überraschen wir ihn mit einem Porsche T-Shirt, in das er zwar zweimal reinpaßt, aber vielleicht hat er noch einen großen Bruder. Er hat sich trotzdem gefreut und bot noch seine Hilfe beim Unterkunftbuchen in Ghanzi an.
Wir haben auf den Pisten knapp 600 km absolviert (+80 km Teer) und Tanken 74l nach. Ich steuere zielstrebig einen Tankwart an. Er nimmt die Zapfpistole: Schichtwechsel!! Die Tankeuse übernimmt und so verlassen wir nach einer gefühlten Stunde und unzähligen Mütze und Haare richten um 14.00 Uhr die Station Richtung Ghanzi. Ziel dieser langen Etappe ist das Thakadu Camp. Sandra möchte noch reiten und laut Hupe ist das möglich. Mit plattem Hintern kommen wir um 17.15 Uhr an. Pferde haben sie schon lange nicht mehr, dafür einen eiskalten Pool und große Plätze und eine nette Bar.
Wir erfrischen uns und buchen noch das Abendessen. Die Frühstückszeiten sind uns zu spät und wenn die Eier wieder eine Stunde brauchen... In Ghanzi haben wir seit langem wieder viele Männer auf der Strasse gesehen, die offensichtlich keine Arbeit haben. Die Farm ist gut eingezäunt und die Security patrolliert die ganze Nacht. Komisches Gefühl nach einer Woche in einer anderen Welt. Im Reiseführer werden die Wildgerichte gelobt uns sie sind tatsächlich ausgezeichnet. Die Betreiber erkundigen sich ausführlich nach der Flüchtlingssituation in Deutschland und haben große Sorge, wie wir es schaffen werden. Außerdem treibt sie selber die Sorge um, dass die Regierung den Selbstfahrern das Leben immer schwerer macht zu Gunsten der Fly-in Safaris. Davon haben sie nichts und ohne Selbstfahren müssen sie wieder reine Gemüsefarmer werden.
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200827. Okt. 2015 · #24
9.9. Dank unseres eigenen Frühstücks kommen wir wieder um 7.30 Uhr los und tanken kurz vor der Grenze noch mal voll. Um 10.20 Uhr sind wir an der Grenze. Ein letztes Mal die Formulare ausfüllen und weiter geht’s zur Düsterbrock Farm. Wie gesagt, Sandra möchte Reiten. Außerdem wollen wir eine neue Strategie ausprobieren und nicht auf den letzten Drücker am Flughafen aufschlagen, sondern noch zwei Nächte die Eindrücke verarbeiten. Um 14.30 Uhr erreichen wir die Farm und entscheiden uns auf Grund der geringeren Distanz zum Pool für den eingezäunten Stellplatz satt dem am Fluß.
Die Anlage liegt toll zwischen den Bergen, die Ablutions, Pool und Restaurant sind sehr gut gepflegt und wir relaxen am Pool.
Zwischendurch gibt’s Sandwich und Limo und um 20.00 Uhr das traditionelle Farmhaus – Essen am großen Tisch. Die Portionen sind etwas knapp und das Tischgespräch etwas zäh. Aber trotzdem fallen wir zufrieden und müde ins Bett. Und frieren wie die Schneider. Wir haben Kissen, Schlafsäcke und Decken bei Savanna gebucht und 14 Tage lang haben wir die Decken im Canopy von rechts nach links geräumt und uns gefragt, warum wir sie gebucht haben. Die Kinder bekommen schon mal zwei Decken, Sandra und ich schlafen komplett angezogen in den Fleecejacken. Morgen gibt es auch für uns eine Decke!
10.9. Zum Frühstück im Farmhaus könnte man auch im Skianzug gehen, aber auf dem Rückweg ist es schon warm. Nach einigem hin- und her macht sich Sandra auf zum Ausritt ( war vergessen) und wir Jungs eine Wanderung zum Stausee. Es wird schnell heiß und wir teilen unser Wasser mit den Farmhunden, die uns begleiten. Immerhin gibt es am gut markierten Weg auch kindgerechtes Spielzeug.
Den Rest des Tages verbringen wir wieder am Pool und Abends beim Essen. Heute sind die Portionen wieder größer, da sie in der Metro waren 😉 und dank geschickterer Platzwahl ist auch das Gespräch nett.
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200827. Okt. 2015 · #25
11.9. Nach dem Frühstück gondeln wir los. Unsere holländischen Nachbarn haben uns geraten, nicht in Bar zu zahlen sondern mit Kreditkarte, da der Kurs stark zu unseren Gunsten gefallen sei. Diesem Rat sind wir gefolgt. Wir haben tatsächlich einen deutlich besseren Kurs bekommen, allerdings nun Bargeld übrig.
Auf der Fahrt zur Autobahn gibt es mehr Wasserdurchfahrten als in den 14 Tagen davor und unser Abschiedstier ist eine Gíraffe.
Unsere überzähligen Lebensmittel, Schuhe und Shirts lassen wir dort, das Glück der letzten Übernachtung. Aber es kommt sicher in die richtigen Hände. Da wir beide Magen-Darm-Probleme bekommen haben (wie auch andere Gäste) schied auch der geplante Kurztrip in die Stadt aus. Also noch einbißchen die Reiseapotheke plündern und hoffen, dass der Ebola Scanner am Flughafen nicht anschlägt… Die Fahrzeugübergabe bei Savanna ist, wie andere schon berichtet haben, weit weg von herzlich aber schnell und professionell. Trotzdem ist mir als typischem Deutschen nicht wohl dabei, dass bei der Übernahme penibel alles gecheckt wird und jegliche Haftung doppelt betont wird und ich mich bei der Rückgabe darauf verlassen muß, dass sie mir nicht zu Hause die Kreditkarte sprengen. Wie auch immer, wir versuchen mit den Leihwagen so gut wie möglich umzugehen und bis auf die stinkende Kupplung war alles ok. Dies läge an der zu kleinen Ausführung in der 3l Maschine, im Gelände sei daher Low Range mit großem Gang das Mittel der Wahl. Wußte ich ja nun schon, aber immerhin sei es hier für die Nachwelt vermerkt. Wir packen alles noch mal in die zurückgelassenen Taschen um und nach mehrmaligem Ein- und Auspacken hat dann auch jeder, was er braucht. Mit dem Shuttle werden wir mit anderen Gästen zu Flughafen gebracht und sind zum Glück auch nicht so viel zu früh dort. Bis wir durch die diversen Kontrollen sind, geht auch schon der Flieger nach JNB. Auch dort haben wir nicht zu viel Zeit. Umsteigen, Souvenirs für die Kids und ab nach Haus.
Fazit: Es war toll. Wir sind 3600 km gefahren, hätten 4200 km frei gehabt, also im Plan. Das Auto hat so um die 12l verbraucht und bis auf den Platten und den Kühlschrank unter Strom war alles ok. Viel ändern würde ich nicht. Ob man Glück oder Pech bei den Tiersichtungen oder Begegnungen mit Menschen hat, kann man durch die Wahl der Route ja nicht beeinflussen. Regionen wie der Khaudom oder Mamili haben für mich da den gleichen Reiz wie Senyati. Die Kinder sind groß genug um die Gefahren zu verstehen, allerdings sind die langen Fahretappen für alle ein Schlauch. Es ist in Summe richtig viel Geld (nicht nur in Vic Falls), und manchmal fragt man sich schon, ob es in Relation steht. Aber wenn unser Geld hilft, diesen Paradise einen Wert zu geben und sie damit zu erhalten, gebe ich es lieber dort aus als im Legoland. Wir sind dankbar, dass wir alle wieder unversehrt daheim sind. Und langsam kommt schon wieder der Gedanke, ob man nicht doch statt Badeurlaub in Spanien vielleicht nach Simbabwe fahren könnte…. Vielen Dank allen Mitlesern für die freundlichen Kommentare. Wer spezifische Fragen hat, immer gern. Und wer noch N$ oder Pula braucht, ein paar haben wir ja noch…
MAMarcSThemenstarter252 Beiträge · seit 200827. Okt. 2015 · #26
11.9. Nach dem Frühstück gondeln wir los. Unsere holländischen Nachbarn haben uns geraten, nicht in Bar zu zahlen sondern mit Kreditkarte, da der Kurs stark zu unseren Gunsten gefallen sei. Diesem Rat sind wir gefolgt. Wir haben tatsächlich einen deutlich besseren Kurs bekommen, allerdings nun Bargeld übrig.
Auf der Fahrt zur Autobahn gibt es mehr Wasserdurchfahrten als in den 14 Tagen davor und unser Abschiedstier ist eine Gíraffe.
Unsere überzähligen Lebensmittel, Schuhe und Shirts lassen wir dort, das Glück der letzten Übernachtung. Aber es kommt sicher in die richtigen Hände. Da wir beide Magen-Darm-Probleme bekommen haben (wie auch andere Gäste) schied auch der geplante Kurztrip in die Stadt aus. Also noch einbißchen die Reiseapotheke plündern und hoffen, dass der Ebola Scanner am Flughafen nicht anschlägt… Die Fahrzeugübergabe bei Savanna ist, wie andere schon berichtet haben, weit weg von herzlich aber schnell und professionell. Trotzdem ist mir als typischem Deutschen nicht wohl dabei, dass bei der Übernahme penibel alles gecheckt wird und jegliche Haftung doppelt betont wird und ich mich bei der Rückgabe darauf verlassen muß, dass sie mir nicht zu Hause die Kreditkarte sprengen. Wie auch immer, wir versuchen mit den Leihwagen so gut wie möglich umzugehen und bis auf die stinkende Kupplung war alles ok. Dies läge an der zu kleinen Ausführung in der 3l Maschine, im Gelände sei daher Low Range mit großem Gang das Mittel der Wahl. Wußte ich ja nun schon, aber immerhin sei es hier für die Nachwelt vermerkt. Wir packen alles noch mal in die zurückgelassenen Taschen um und nach mehrmaligem Ein- und Auspacken hat dann auch jeder, was er braucht. Mit dem Shuttle werden wir mit anderen Gästen zu Flughafen gebracht und sind zum Glück auch nicht so viel zu früh dort. Bis wir durch die diversen Kontrollen sind, geht auch schon der Flieger nach JNB. Auch dort haben wir nicht zu viel Zeit. Umsteigen, Souvenirs für die Kids und ab nach Haus.
Fazit: Es war toll. Wir sind 3600 km gefahren, hätten 4200 km frei gehabt, also im Plan. Das Auto hat so um die 12l verbraucht und bis auf den Platten und den Kühlschrank unter Strom war alles ok. Viel ändern würde ich nicht. Ob man Glück oder Pech bei den Tiersichtungen oder Begegnungen mit Menschen hat, kann man durch die Wahl der Route ja nicht beeinflussen. Regionen wie der Khaudom oder Mamili haben für mich da den gleichen Reiz wie Senyati. Die Kinder sind groß genug um die Gefahren zu verstehen, allerdings sind die langen Fahretappen für alle ein Schlauch. Es ist in Summe richtig viel Geld (nicht nur in Vic Falls), und manchmal fragt man sich schon, ob es in Relation steht. Aber wenn unser Geld hilft, diesen Paradise einen Wert zu geben und sie damit zu erhalten, gebe ich es lieber dort aus als im Legoland. Wir sind dankbar, dass wir alle wieder unversehrt daheim sind. Und langsam kommt schon wieder der Gedanke, ob man nicht doch statt Badeurlaub in Spanien vielleicht nach Simbabwe fahren könnte…. Vielen Dank allen Mitlesern für die freundlichen Kommentare. Wer spezifische Fragen hat, immer gern. Und wer noch N$ oder Pula braucht, ein paar haben wir ja noch…