aku1986Themenstarter151 Beiträge · seit 201121. Sept. 2015 · #21
... Wenn es jetzt schon mal klappt, lege ich gleich noch einen Tag nach...
Sonntag, 08. August 2015 von Ann-Kathrin
Nachdem es mitten in der Nacht angefangen hat zu schütten, regnet es auch am Morgen immer noch kräftig. Wir stehen deswegen erst recht spät, um 7 Uhr, auf und frühstücken im Küchenhaus mit Kaffee, Tee und Toast. Nach dem Frühstück müssen wir bei dem ekligen Wetter unsere immer noch klitschnassen Zelte zusammenpacken und den Rest verräumen. Unsere Autos sehen entsprechend chaotisch aus und wir sind froh, als wir endlich startklar sind. Von wegen... Anscheinend lag unser Autovermieter Nathan mit seiner Aussage nicht ganz richtig, dass man die Fahrzeuge zum Kühlen der Kühlschränke nach Fahrtende noch vier Stunden mit laufender Zündung stehen lassen kann, denn unser blaues Fahrzeug will nicht mehr anspringen. Das silberne ist jedoch sofort parat und so können wir erfolgreich überbrücken. Also los! Ach nein, ein Schlüssel vom Toilettenhäuschen fehlt! Also alle wieder raus und suchen. Nach langer Suche finden wir ihn auf dem Reserverad... Wer auch immer ihn dahin gelegt hat!
Nun sind wir endlich abfahrbereit und machen uns auf den Weg zu den Momella Lakes. Kaum fünf Minuten unterwegs, müssen Dirk und Zissi uns per Funk zurückrufen, da Moa und ich die Giraffen 10 m neben der Strasse übersehen haben. Kein Wunder, durch die nassen und beschlagenen Scheiben sieht man auch kaum etwas. Doch das Wetter wird etwas freundlicher, sodass wir kurz darauf ein paar trockene Momente mit Giraffen- und Zebrababies genießen können. Generell sehen wir unglaublich viele Giraffen - einmal sogar zwei kämpfende, viele Paviane, einige Zebras, Büffel, Wasserböcke und in den Seen natürlich viele Flamingos.
Um 12 Uhr mittags haben wir die Schnauze vom ekligen Novemberwetter voll und verlassen den Park durch das Momella Gate gen Norden. Nathan hat uns nämlich erklärt, dass die Straße gut befahrbar und der Umweg über Arusha unnötig sei. Und so ist es auch. Die Route ist zwar wenig befahren, passiert aber viele kleine Ortschaften mit freundlich winkenden Masaai. Nach einer guten Stunde erreichen wir wieder die Hauptstraße A104, auf der wir gen Norden fahren. Keine Viertelstunde später werden wir von der Polizei angehalten. Angeblich haben wir das Speed Limit überschritten. Wo genau an der Stelle eine Ortschaft gewesen sein soll, fragen wir uns immer noch, aber jedenfalls hätten wir anstatt der vermuteten und gefahrenen 80 km/h nur 50 km/h fahren dürfen. Nach einer weiteren Viertelstunde sind wir um 60'000 TSH erleichtert, vor allem aber um sehr nette Eindrücke mit den Polizisten bereichert (aus irgendeinem Grund sprechen wir angeregt über Eheschließungen, Scheidungen und Beziehungen in Deutschland und Tansania... Polizist: "It is really allowed to break up your marriage in Germany???").
Weiter geht die Fahrt bis zum einsamen Örtchen Longido, wo laut Nathan ein kleines Community Camp sein solle. Doch irgendwie scheint niemand zu wissen, wovon wir reden. Bis wir es endlich raus haben und vor einer Baracke stehen, an der "Tourist Office Ecotourism" steht. Darin kein Mensch geschweige denn irgendwelche Möbel zu sehen. Aber es kommt jemand, der uns helfen kann und kurze Zeit später folgen wir einem Moped tiefer und tiefer in den Busch hinein. Nach einiger Zeit sind wir schon etwas misstrauisch, denn weit und breit ist keine Straße oder Zivilsation mehr in Sicht, aber da es eine Empfehlung von Nathan war, fahren wir weiter. Und irgendwann kommen wir tatsächlich an einer "Campsite", also einem freien Platz unter ein paar Bäumen und einem "Toilettenhäuschen" (klitzekleines Gebäude mit Loch im Lehmboden für Klo und Dusche) an.
Schnell packen wir zusammen, denn wir werden von unserem Guide direkt weiter in ein Masaai Dorf geführt. Es ist wirklich sehr interessant, was wir in der nächsten Stunde zu sehen bekommen. Denn im Gegensatz zu den sonst meist vorherrschenden Touri-Besucherdörfern handelt es sich hier tatsächlich um eine kleine echte Masaai-Siedlung mit vielen sehr freundlichen Frauen und Kindern, die wahnsinnig neugierig sind und nach unseren Namen fragen... und uns ganz viel verkaufen wollen. Was wir vom Dorf zu sehen bekommen, ist gleichermaßen faszinierend wie erschreckend, denn wie man so leben kann, ist doch immer wieder unglaublich. Insbesondere der Einblick in eine Hütte lässt einem dann doch wieder bewusst werden, in welchem wahnsinnigen Luxus wir leben.
Die Mädchen und Frauen sind ganz fasziniert, als wir am Ende ein paar Bilder machen und ihnen diese direkt auf dem Display zeigen. Sie schlagen die Hand vor die Augen und lachen los - so, als würden sie sich vor ihrem "Spiegelbild" erschrecken.
Die Frauen bringen uns danach zurück zum Camp, wo sie uns noch allerlei Schmuck verkaufen wollen. Es baut sich ein ganzer "Markt" fünfzig Meter weiter auf (scheinbar dürfen sie uns nicht direkt belagern) und eine Frau erklärt uns, dass die Frauen von sehr weit weg gekommen wären. Sie akzeptieren aber unser Nein, dass wir nichts kaufen wollen, und machen sich auf den Rückweg. Stattdessen haben wir ihnen dankbar Kohle abgekauft. Die Autos sind währenddessen von unseren Watchman bewacht worden. Er und seine Freunde helfen uns auch fleißig beim Campaufbau und es ist sehr nett mit ihnen. Vor allem helfen sie auch beim Feuer machen, sodass es gleich gemütlich wird.
Zum Abendessen gibt es leckere Spaghetti Bolognaise, worüber sich auch unser Watchman freut. Müde vom langen Tag gehen wir dann wieder recht zeitig schlafen.
Fazit Unterkunft: Ecotourism Masaai Campsite, Longido Location: ca. 2 km von Longido entfernt Stellplatz mitten im Busch. Es gibt ein Waschhäuschen, was aber einfach ein Häuschen mit zwei Räumen ist, in denen Löcher im Erdboden sind. Ein Raum die Toilette, einer die Dusche. Ein Masaai Watchman steht die ganze Nacht als Bewachung bei den Fahrzeugen. Es gibt die Möglichkeit, eine Führung in das nahegelegenen Masaai Dorf zu buchen, alles sehr ursprünglich und nicht touristisch. Gesamtkosten für das Camp recht hoch mit $30 für die Führung pro Person sowie 30'000 TSH pro Person für das Campen. Wir haben deutlich weniger bezahlt, da sie uns deutlich niedrigere Preise am Vortag genannt haben. Was die wirklich offiziellen Preise sind, kann ich nicht mit 100%iger Sicherheit sagen. Angeblich gehen die Preise wirklich an die Community und es ist definitiv eine interessante Erfahrung, die einen guten Einblick in das Leben noch vieler traditioneller Masaai in der heutigen Zeit gibt.
Sadie1'835 Beiträge · seit 201522. Sept. 2015 · #22
Sehr interessant, vorallem der Besuch zu dem Maasai Dorf und deren Hilfe auf dem Zeltplatz. Ich bin froh habt ihr eine echt authentische Erfahrung gehabt. Bei uns hat es im Arusha NP auch geregnet und ich kann mitfühlen wie nass es war das Dachzelt zu schliessen. Bei uns kam überhaupt kein Wasser im Duschenhaus, da die Tiere die Leiting kaputt gemacht haben.Also weiter zum Lake Natron?
aku1986Themenstarter151 Beiträge · seit 201129. Sept. 2015 · #23
Sorry für die Verspätung, weiter geht's! Sorry für die Bilderflut, aber da so viele Fragen zu der heutigen Strecke hatten, habe ich mal ein paar mehr eingefügt.
Montag, 10. August 2015 von Zissi
Hakuna Matata! Bewacht von dem Maasai verbringen wir eine recht ruhige Nacht, deren Geräuschkulisse aus Grillen, Hundegebell und Esel-IAs besteht. Zu Zissis Freude bietet sich eine recht schöne Dämmerungsbeleuchtung, die die Schirmakazien toll in Szene setzt. So beginnt der Tag am Fuße des Mt. Longido. Wie immer herrscht erst einmal Chaos, bis wir denn alles soweit haben, dass wir frühstücken können. Unser Maasai beobachtet alles höchst interessiert, freut sich über zwei Kaffee und Dirks GoPro-Experimente. Vor allem, als sie sie vor die laufende GoPro stellen und sich selbst auf dem verbundenen iPhone sehen können.
Diesmal können wir die Dachzelte entspannter einpacken, so staubtrocken wie es ist. Die staubige Fahrt bis Lake Natron kann beginnen. Das blaue Fahrzeug mit Moa und Zissi fährt die meiste Zeit vorne, gefolgt vom silbernen mit Dirk und mir. Noch ehe wir aber richtig in Fahrt kommen, checken wir das sonderbare Geräusch ab, welches am blauen zu hören ist. Schnell stellt Mechaniker Dirk fest: die Radmuttern am linken Hinterrad sind lose! Das hätte natürlich für arge Probleme gesorgt, hätten wir diese verloren. Also Auto ausräumen, Werkzeug holen, Muttern festziehen, einpacken und weiter.
Die Straße führt durch eine trockene und staubige (gilt für den gesamten Tag...) Gegend. Zunächst gibt es vorwiegend Dornbüsche und Sträucher, zwischen denen Hirten ihre Schafe, Zegen, Rinder und Esel treiben - oder die Tiere alleine herumlaufen. Dann sehen wir noch Springböcke, Dik Diks und wieder einige Giraffen, über die sich besonders Zissi immer wieder freut. Die Vegetation ändert sich, mal zu noch kargerer Landschaft, mal zu mehr Bäumen oder einer recht grünen Ebene, auf der Zebras weiden. Masaai gibt es gefühlt ÜBERALL. Immer wieder sieht man sie in ihren roten Gewändern einsam oder zu zweit durch die Landschaft ziehen. Die Kinder laufen uns ohnehin immer entgegen und winken uns zu. Generell sind auf dieser Strecke alle sehr freundlich und grüßen immer nett.
Mittagspause machen wir auf einem Hügel mit Aussicht auf die umliegenden Berge und viele Windhosen. Es gibt den Rest Spaghetti und eine kalte Cola. Dann geht es weiter, wobei die Angabe "noch zwei Stunden" sich immer weiter deeeeeehnt. Unsere beiden Defender leisten aber beste Arbeit, die Landschaft wird immer dramatischer und schöner und wir umrunden zur Hälfte den Vulkan Ol Doinyo Lengai. Die Sichtungen von Giraffen und vor allem Zebras häufen sich.
Nach dem Passieren von zwei Masaai Posten und einigen letzten sehr umwegsamen Stellen kommen wir gegen 16:30 Uhr in Engare Sero am World View Camp an. Hier ist der Ausblick wirklich toll, man sieht auf den Vulkan, über den Lake Natron und die ganze Ebene. Zu allererst gönnen wir uns alle ein Bier, dann bauen wir das Camp auf und duschen (!!!) uns die Staubkruste ab. Als vollkommen neue Menschen kochen wir uns dann Essen (Rinderfilet, Würstchen, Kartoffeln und Mais) und sichern noch bis spät in den Abend (ca. 22 Uhr) Fotos und Videos. Moa schläft derweil schon im Dachzelt.
Hier wird man wieder von Maasai bewacht, die plötzlich im Stockdunkeln in dunklen Gewändern einen Meter von einem entfernt auftauchen. Aber es ist immer wieder sehr witzig und nett mit ihnen zu reden.
Fazit Strecke: Longido - Engare Sero 80 km, ca. 7h Fahrzeit
Die Strecke bis Kitumbeine ist problemlos machbar, es handelt sich hauptsächlich um Wellblechpiste und man begegnet ca. alle 15 Minuten einem anderen Auto. Ab Kitumbeine gibt es zahlreiche Wasserdurchfahrten, die in dieser Jahreszeit zwar leer sind, aber die Defender teilweise schon herausfordern. Wenn der Ol Doinyo Lengai sichtbar wird, wird die Strecke teils sehr sandig und noch staubiger als den Rest über Strecke. Man trifft vor dem zweiten Masaai Posten auf die "Hauptstraße", sodass man insgesamt $25 ($10 + $15) zahlen muss. Der letzte Teil der Strecke führt noch mal durch viele trockene Wasserdurchfahrten. Nach ca. 7 staubigen Stunden hat man Engare Sero erreicht.
Fazit Unterkunft: World View Campsite Location: In Tracks4Africa markiert, direkt oberhalb vom Ort Engare Sero
Sehr schön gelegen mit Panoramablick auf Ol Doinyo Lengai und einen Teil des Lake Natron. Viele Stellplätze auf grünem saftigen Gras, was eine Besonderheit in der kargen Landschaft ist. Ausserordentlich schöne und saubere Toiletten und Duschen mit kaltem Wasser. Strom im Küchenhaus und Beleuchtung von 18 bis 6 Uhr. Wachpersonal. Feuerholz kann vor Ort gekauft werden.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200929. Sept. 2015 · #24
Vielen Dank für den Bericht über diese Strecke. Ist nach meiner Kenntnis der erste Bericht aus eigenem Erleben. Scheint nicht allzu schwierig zu fahren zu sein und ist anscheinend auch deutlich günstiger als die Strecke von Mto wa Mbu. Auf jeden Fall eine gute Alternative als Anreise zum Lake Natron.
Freue mich schon auf die nächsten Tage. Noch etwas über ein Jahr, dann werde ich dort auch wieder unterwegs sein.
aku1986Themenstarter151 Beiträge · seit 201130. Sept. 2015 · #25
Hi Topobär
Ja, vom Schwierigkeitsgrad definitiv problemlos machbar. Wenn man alleine unterwegs ist, ist man ab Kitumbeine etwas einsamer. Wegen Kosten ist es glaube ich nicht viel günstiger, da du zwei der drei Zahlstellen trotzdem erwischt. Aber wir fanden es insbesondere ab Kitumbeine auch wirklich landschaftlich interessant und vorher von den Menschen her sehr freundlich. Kann aber natürlich die Strecke ab Mto wa Mbu nicht beurteilen. Morgen geht's weiter.
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201130. Sept. 2015 · #27
Hallo Thorsten,
schön zu sehen, dass Du noch lebst 😉 ! Dein letzter Beitrag in Deinem RB endete mit "Fortsetzung folgt". Der war vom 21.5.2015. Das ist zwar noch kein halbes Jahr her, aber vielleicht kannst Du Dich innerlich schon mal einstimmen, Dich wieder mal vor den PC zu setzen, auf die Tastatur zu hauen und eventuell einige Deiner traumhaft schönen Bilder hochzuladen?
THBiker1'366 Beiträge · seit 201130. Sept. 2015 · #28
KarstenB schrieb:Hallo Thorsten,
schön zu sehen, dass Du noch lebst 😉 !
LG aus dem leicht bewölkten Loutro,
Karsten
pöse pöse Karsten 😈 Ja ich lebe noch und verfolge das Forum, bzw. euer Treiben. Ich denk mal über deinen Vorschlag nach 😗 😗 und appeliere an mein Gewissen 🙂
aku1986Themenstarter151 Beiträge · seit 201101. Okt. 2015 · #29
Springböcke gibts in Ostafrika nicht. Ich nehem an du hast Thomson-Gazellen gesehen und diese damit verwechselt 😗
Hi Thorsten
Ja, du hast Recht, ich war anfangs noch so eingespielt vom letzten mal NAM/BOT, dass mir der Unterschied gar nicht aufgefallen ist. Dann irgendwann haben wir gemerkt, dass es sie tatsächlich gar nicht in Tansania gibt und sie auch etwas anders aussehen...
ABER; ich bin überzeugt, zwischendurch trotzdem 1-2 mal Springböcke gesehen zu haben. Wahrscheinlich Auswanderer, die die Welt sehen wollten... 🙂
aku1986Themenstarter151 Beiträge · seit 201111. Okt. 2015 · #32
Dienstag, 11. August 2015 von Ann-Kathrin
Nach einer extrem stürmischen und mückenreichen Nacht in unserem Zelt sind wir froh, als es endlich morgens hell wird und wir aufstehen dürfen. Die Sonne geht wunderschön über dem Mount Gelai auf, während wir unser Frühstück zubereiten und uns fertig machen.
Mit etwas Verspätung starten wir um 8:25 Uhr, nachdem wir mal wieder unser blaues Auto jumpstarten mussten. Die Fahrt geht zunächst entlang des Lake Natron und durch immer karger werdende Landschaft, die teilweise an den Grand Canyon, bzw. fast eher an den Mars erinnert. Wir sind begeistert von dieser eindrücklichen Natur. Unglaublich, dass es hier Leben gibt. Und davon werden wir von einigen hartnäckigen Pflanzen und den Masaai mit ihren Viehherden überzeugt.
Nach 15 recht schwergängigen Allrad-Kilometern erreichen wir den höchsten Punkt des Plateaus und ab dort wird es deutlich entspannter. Jetzt können wir mit höherer Geschwindigkeit auf der Wellblechpiste Kilometer machen. Die Landschaft wird währenddessen immer grüner und wir passieren immer wieder kleine Masaai Dörfer. Im Gegensatz zu gestern sind die Masaai - insbesondere die Kinder - hier viel aufdringlicher und erwarten geradezu, etwas zu bekommen. Fährt man an ihnen vorbei, reagieren sie teilweise mit Steinen und Stöcken, die sie nach uns werfen. Dies bleibt jedoch die Ausnahme. Die meisten Passanten sind nach wie vor freundlich und grüßen gerne zurück.
Am Mittag machen wir einen Stopp in dem kleinen Örtchen Wasso, wo wir an der "Fuel Station" auftanken. Eigentlich ist es nur ein Schuppen mit ein paar Spritkanistern, aber wir erhalten unseren Diesel - abgemessen in Kanistern und Kannen - sodass wir erstmal nicht mehr halten müssen. Nach dem Auftanken versuchen sie mal wieder uns zu bescheißen ("Ich habe dir eben leider den Benzinpreis genannt, der Dieselpreis ist aber höher und deswegen musst du mehr zahlen..."), aber diese Spielchen sind wir inzwischen gewohnt und nach einer kurzen klaren Ansage sind wir zurück beim Ursprungspreis.
Kurz vor Erreichen des Nationalparks fängt es plötzlich an zu schütten und wir müssen etwas langsamer fahren. Doch nach 160 Kilometern und sechs Stunden Fahrzeit erreichen wir endlich das Kleins Gate - das Tor zur Serengeti. Hier wird unser Kontostand zuerst einmal deutlich erleichtert, aber wir bekommen auch ein paar freundliche Informationen.
Und danach geht's los: Schiebedach beim silbernen Fahrzeug aufgeklappt und auf in Richtung Lobo. Schon nach wenigen Metern sichten wir die erste Gnuherde, ebenso wie eine Elefantenherde, die direkt auf uns zukommt. Vom Regen sind die Dickhäuter noch pechschwarz und dadurch besonders für Zissi wahnsinnig beeindruckend - sind schließlich ihre ersten freien Elefanten. Weiter den Weg entlang sichten wir außerdem zahlreiche Zebras, Impalas, Elenantilopen, Topis, die kleinen Klippspringer, Warzenschweine und viele weitere Gnus und Elefanten. Auch ein Schakal kreuzt unseren Weg.
Kurz vor Lobo biegen wir auf den Lobo Game Drive Circle ab und arbeiten uns durch die Walachei. Dabei sehen wir viele weitere Tiere und dann plötzlich kommt die Ansage über Funk: "Löwe auf zwei Uhr!". Wir setzen zurück und sehen die Katze im Gras. Es ist jedoch kein Löwe, sondern ein scheuer Leopard, der ängstlich zu uns rüberschaut und schnell das Weite sucht, sodass es nur noch für ein verwackeltes Beweisfoto reicht.
Um 17:30 Uhr erreichen wir die Lobo Public Campsite, wo wir in Rekordtempo unser Camp aufbauen, kochen und danach unser Abendessen - es gibt Reispfanne mit Würstchen - einnehmen. Es sind viele weitere Camper unterwegs, aber nur ein weiteres Selbstfahrerpärchen, ebenfalls mit einem Defender von Serengeti Select Safaris.
Wir beschließen, frühzeitig ins Bett zu gehen, da wir morgen ganz früh aufstehen wollen, immerhin haben wir wieder eine lange Fahrt vor uns. Und so packen wir alles zusammen und gehen schon früh in unsere Dachzelte.
Fazit Strecke: World View Camp (Engare Sero) - Kleins Gate 160 km, 6 Stunden Fahrzeit mit zwei Pausen Viel viel Staub! Das ist sicherlich das nervigste an der Strecke. Die ersten 15 km sind sehr schwergängig, sodass man dafür schon 1 bis 1.5 h benötigt. Danach wird es deutlich besser - zwar sehr viel Wellblech, aber man kann entspannt mit 40 km/h fahren. Zwischendurch passiert man ein paar Maasai Dörfer. Bei km 105 erreicht man Wasso, wo es eine Tankstelle und ein paar kleine Shops geht. Danach geht es locker weiter, bis man die letzten 20 km noch mal sehr unebene Piste hat mit vielen Schlaglöchern und Wasserdurchfahrten. Nach genau 160 km erreicht man das Klein's Gate.
Fazit Unterkunft: Lobo Public Campsite Sehr schön gelegen auf dem Lobo Hill mit weitem Blick über die Landschaft. Einige Stellplätze mit Feuerstellen. Toiletten und Duschen mit kaltem Wasser vorhanden, jedoch in keinem guten Zustand. Das Wasser läuft teilweise über, sodass man darin steht. Nicht sehr gross, sodass man relativ eng beieinander steht.
Sadie1'835 Beiträge · seit 201513. Okt. 2015 · #33
Hallo, danke für deinen interessanten Bericht. Und hat die Fahrt vom Lake Natron zum Kläein''s Gate gut gefallen. Jedenfalls war es dort landschaftlicher viel interessanter als die Anfahrt zum Lake Natron. Wir haben auch in Wasso aufgetankt, mussten aber einen lokalen Mann fragen wo man Diesel kaufen kann. Hat ja keine Pumpen dort. Waren froh dort zu tanken da wir ja zum Mara River und zurück fahren wollten und die nächste Tankstelle ist erst in Seronera. Uns hat die Lobo Arena auch gut gefallen. Dein Elli Foto ist ganz gut gekommen so im Grünen. Habt ja Glück gehabt schnell einen Leopard zu sehen. Im Lobo Public haben wir zum ersten Mal erlebt was uns so in Toiletten und Duschen erwartet in der Serengeti. War ja scheusslich und ich habe natürlich warmes Wasser erwartet wie in Nam und Bots. Ich habe dann von zu Hause dem Game Warden in der Serengeti einen Brief geschrieben und ihm die Toiletten Geschichte geschildert. Kaum zu glauben aber er hat mir zurückgeschrieben und sich entschuldigt und sie wollen dann die Infra Struktur für uns Campers in Zukunft verbessern. Hoffen wir es! Wir waren am 11. Aug schon am Mara River, also nur etwa zwei Tage vor euch. Freue mich schon auf die weiteren Abenteuer!
aku1986Themenstarter151 Beiträge · seit 201121. Okt. 2015 · #34
Und weiter geht's...
Mittwoch, 12. August 2015 von Zissi
Heute klingeln die Wecker schon um 5:50, denn wir wollen die ersten sein, die den Campingplatz verlassen. Da uns jedoch scheinbar noch immer die nötige Routine fehlt, benötigen wir morgens noch zu lange und so verlassen wir den Platz erst etwa eine Stunde später, sind aber dennoch die ersten.
Natürlich haben wir schon morgens wieder Blick auf viele Gnus. Da wir sogleich erstmal den falschen Weg einschlagen und nach fünf Minuten wieder an der Campsite vorbei kommen, haben wir dann aber doch andere Autos vor uns. Zusätzlich versagt das GPS und wir fahren etwas planlos durch die Gegend. Heute fährt Moa mal mit Dirk und ich mit Ann-Kathrin. Nach ein paar Büffeln sichte ich als erste eine Hyäne, die mit drei weiteren Hyänen unterwegs ist. Wir beobachten sie in der Morgensonne und danach finden wir endlich den richtigen Weg, der uns in Richtung Mara River bringen soll.
Schon schnell wird uns klar: Ann-Kathrin hat sich unnötig gesorgt, dass es in dieser Jahreszeit keine Gnus mehr südlich des Mara geben könnte. Die Wiesen sind voller Gnus! Soweit das Auge reicht. Saftige, grüne Wiesen geben den "Mmm"-machenden Tieren genug Nahrung und man sieht sie nah und fern stehen, grasen, laufen, buckeln, liegen. Dazwischen befinden sich immer wieder andere Pflanzenfresser: Zebras, Elenantilopen, Impalas, Thomson-Gazellen, selten auch mal Giraffen. Aber vor allem eben Gnus.
Unterwegs müssen wir einmal anhalten, weil ein Safari-Landcruiser - zumindest ohne Touristen an Bord - in einem tiefen Schlammloch stecken geblieben ist. Einige Helfer sind aber schon da und mit Hilfe eines Defenders ziehen sie das Auto aus dem Matsch. Wir inspizieren die Stelle genau und entscheiden uns für denselben Weg. Unsere Autos enttäuschen uns nicht - in Low Gear ackern sie sich durch den tiefen Schlamm. Also, weiter geht's.
Fleischfresser sehen wir zunächst nicht, bis auf zwei Schakale und diverse Aasgeier, die teilweise zu Hunderten am Himmel kreisen. Eine Familie Zebramangusten kreuzt noch unseren Weg, der im übrigen streckenweise richtig schön eben zu befahren ist und grandiose Aussichten auf die tolle Landschaft erlaubt. Ach, ein paar "Fleischfresser" sollten dann doch noch genannt werden: Ann-Kathrin und ich werden im Auto immer wieder von Tsetse-Fliegen belagert und gestochen. Bleibt zu hoffen, dass sie uns nun nicht mit der Schlafkrankheit angestoch... ZzZZzzzZzz
Am Kogatende Airstrip angekommen hängen wir uns an einen Safari-Wagen, der zu einem der Crossingpunkte fährt. Dort sammeln sich in der Tat schon viele Gnus, doch die vielen Safariwagen stehen alle in einiger Entfernung und rühren sich nicht. Wir fragen genauer nach und erfahren, dass man sich hier per Funk abspricht, wenn sich etwas tut, und man die Gnus ansonsten erst einmal möglichst in Ruhe lässt, damit sie sich für das Crossing sammeln können. Also gesellen wir uns dazu und holen das Frühstück nach, denn es ist mittlerweile Mittag.
Die folgenden Stunden verbringen wir damit, langsam den Gnus nachzurücken - wir sind dabei nur eines von weitaus mehr als 50 Wagen. Zwischenzeitlich sieht es so aus als würde es losgehen, da die Gnus ins Galloppieren geraten, doch dann stagniert das Ganze und gegen 15:00 Uhr ziehen sich fast alle zurück. Wir fahren aber noch einmal an den Mara River heran und sehen lauernde Krokodile und hunderte Kadaver von Gnus! Es ist ein richtiger Wasserfriedhof, an dem sich Aasgeier und Marabus bedienen. Offenbar sterben viele Gnus auch deshalb, weil sie während des Crossings ertrinken.
Als wir genug haben, fahren wir zurück. Ich schaue immer, wenn es Boden und Tsetses erlauben, durch die Dachluke und erkenne dadurch schnell den Grund für eine kleine Autoansammlung am Fluss: Elefanten! Mehr als 16 tummeln sich am anderen Flussufer und grasen dort an den Hängen. Unter ihnen wirklich kleine Babys. Sie bescheren uns noch ein Crossing und ich staune nicht schlecht, als ich auf unserer Seite noch viel mehr Elefanten entdecke, sodass wir auf über 30 kommen.
Gegen halb fünf machen wir uns auf dem Weg zum Tented Camp. Wir sehen noch eine besonders schöne Eidechse und sonst sprechen Ann-Kathrin und ich fast alle Gnus (und Zebras) unterwegs an, dass morgen um 12:00 Uhr ein Crossing stattfinden soll. Auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Suaheli. Mal sehen, ob es was bringt. Sie gucken uns jedenfalls weiterhin verwirrt an. Unterwegs passieren wir noch einige Buschfeuer und verbranntes Land,
Es regnet in Strömen als wir das Camp erreichen. Nach kurzer Einweisung soll das Umparken der Autos folgen, aber unser blaues Problem-Auto springt nicht mehr an. Da Nathan uns für das Nokia-Handy nur ein Samsung-Ladekabel mitgegeben hat und der Akku quasi leer ist, holen wir uns Hilfe von den Guides/Mitarbeitern, die sich sofort kümmern, während wir aufräumen und eine heiße (!!!) Dusche genießen. Diese befindet sich in unserem Wohnzelt, das aus einem Schlafraum mit vier großen Betten und einem Waschraum mit Duschzelle, Klozelle (mit Spülung!) und Waschtisch (mit fließend Wasser!) besteht. Das heiße Duschwasser wurde pünktlich "eingeschenkt". Sogar Strom gibt es hier.
Um halb 8 gibt es dann ein Menü: Thunfisch-/Gemüse-Toast als Vorspeise, Käse-Maccaroni mit Hackfleisch als Hauptgang und Kuchen mit Sirup als Nachspeise. Dazu eiskalte Cola und Weißwein. Nach dem Essen geht es - bewacht von einem Mann mit Taschenlampe, Pfeil und Bogen - in unser Zelt zurück. Hier spielen wir noch etwas, ehe auch um 23:00 Uhr die letzte das Licht ausmacht.
Fazit Strecke: Lobo Public Campsite - Mara River ca. 85 km, Fahrzeit: ca. 4 Stunden Strecke in Tracks4Africa
Zuerst fährt man wieder die Hauptstrasse zurück in Richtung Kleins Gate. Kurz vorher biegt man links ab über die Brücke und ca. 2 km danach wieder links. Was jetzt folgt ist zwar keine präparierte Strasse mehr, dafür eine ausgefahrene Spur, die dafür deutlich komfortabler ist - es gibt nämlich kein Wellblech. Die Strecke geht über leicht hügeliges Land über grosse Grassflächen und kleine Waldstücke. Unterwegs gibt es ein tiefes Schlammloch, das nach starken Regenfällen schwierig zu durchfahren ist. Ansonsten kommt man schnell und problemlos voran, teilweise kann man in tierlosen Gegenden sogar bequem 50 km/h fahren, da es teilweise schnurstracks geradeaus geht und das Gras (in unserer Jahreszeit) um den Weg herum kurz ist, wodurch man die Grassflächen gut überblicken kann. 25 km vor dem Mara River wird der Weg etwas schwergängiger und sandiger, ausserdem trifft man wieder auf mehr Autos. Es gibt einen Alternativweg, wenn man nicht direkt am Anfang die zweite Abbiegung links nimmt, sondern einfach noch weiter Richtung Bologonja fährt. Dann trifft man auf eine Abzweigung links nach ca. 10 km. Diese Route ist etwas länger, aufgrund einer Hügelkette aber auch sehr schön und man umfährt das Schlammloch.
Fazit Unterkunft: Tingitana Tented Camp Location: ca. 21 km südlich vom Mara River, 2 km abseits der Hauptstrecke GPS-Koordinaten: S1° 43.922' E34° 53.783' Website: www.tingitanawildernesscamps.com
Nach langem Suchen habe ich mich für dieses Camp entschieden. Es war das günstigste, das ich in der Region des Mara River finden konnte, denn die meisten Lodges und Camps verlangen Preise jenseits von Gut und Böse. Nach einer kleinen Verhandlung hatte ich den Preis von US$220 pro Person pro Nacht fixiert, inkl. Abendessen, Frühstück und Lunchbox - allerdings nur so "günstig", weil wir uns zu viert ein Zelt geteilt haben. Das Zelt - eins von ca. 10 Zelten - war aber so gross, dass vier Einzelbetten massig Platz darin hatten. Ansonsten hatten die Zelte noch ein hübsches Bad mit echter Toilette und vor allem eine heisse Dusche. Da es ein Mobile Tented Camp ist, gibt es kein fliessend Wasser, sondern es befüllt tatsächlich jemand einen Wasserbehälter zu gewünschtem Zeitpunkt mit heissem Wasser, sodass man dann bequem duschen kann. Wir haben diesen Luxus sehr genossen. Abendessen und Frühstück wurden in einem Restaurant-Zelt serviert und war lecker, wenn auch nicht weltbewegend. Insgesamt alles schön gemacht, preislich in keinem Verhältnis zu der Leistung die man erhält, aber das ist zu der Saison da oben leider Standard. Die Abwechslung durch den Luxus im Zelt hat uns allen aber sehr gut getan. Etwas störend ist noch die weite Entfernung zum Mara River, zu dem man trotz allem noch 45 Minuten braucht.
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200921. Okt. 2015 · #35
Hallo Ann-Kathrin,
vielen Dank für den Tipp hinsichtlich Tingitana. Ist gespeichert! 🙂
Fantastische Aufnahme! Gratulation!
Herzliche Grüße und Dank Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
aku1986Themenstarter151 Beiträge · seit 201122. Okt. 2015 · #36
Hi Marina
Danke! 🙂
Tingitana ist sicherlich eine solide Lösung, aber bitte beachte meinen Hinweis im allerersten Post. Katrin - also hier Sadie - und ihr Mann haben einfach am Kogatende Airstrip beim Ranger Post gefragt und durften dann vor Ort ohne Extrakosten campen. Katrin, vielleicht kannst du das bei Gelegenheit noch mal genauer erklären.
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200922. Okt. 2015 · #37
Hi Ann-Kathrin,
wir ziehen natürlich alle Register, um eine fantastische Location hinsichtlich Tierbeobachtung zu erwischen. Luxuriöse Unterkünfte und Verpflegung sind für uns in Afrika sekundär! 😛
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Sadie1'835 Beiträge · seit 201522. Okt. 2015 · #38
Ja, doch, so war es. Als wir von Lobo losfuhren, hatten wir zwei Pläne: Erstens, fragen wir beim Bologonja Special CS ob wir dort beim mobil Camp übernachten dürften, oder dann, fahren wieder die ganze lange Strecke zurück zum Lobo . Wir hatten Lobo 1 Special campsite gebucht und auch Lobo Public für den nächsten Tag. Als wir am Kogatende ankamen, fühlte sich mein Mann nicht so gut und so beschlossen wir uns den Ranger für eine Lösung zum dort übernachten zu fragen. Ihr könnt euch sicher unsere Riesenfreude vorstellen, als er uns vorschlug einfach beim Fluss zu campen, ohne mehr Kosten, und ein anderer Junge mit Gewehr, zeigte uns genau wo, und zwar nicht im Weg des Hippo Pfades! Mein Schwager hatte sich fünf Minuten früher kurzum entschlossen ein Tented Camp zu buchen und das hat $840 für eine Nacht gekostet plus $100 mehr Parkeintritt für Camps. So haben wir kostenlos am Mara Riverfront gecampt und deswegen nachdem wir am Mittag ein kleines Crossing beobachten konnten, und danach ein grosses Crossing sahen, dann noch gleich ein drittes grosses Crossing zu sehen bekamen. Mehr Glück als Verstand! Ich würde aber niemandem empfehlen sich auf unsere Erfahrung zu verlassen und es so zu planen. Es kann sein, dass eine solche grosszügige Erlaubnis nur bei einem bestimmten Ranger vorkommt.
aku1986Themenstarter151 Beiträge · seit 201131. Okt. 2015 · #40
Donnerstag, 13. August 2015 von Ann-Kathrin
Heute Morgen wachen wir in unserem Luxuszelt auf und lassen uns etwas mehr Zeit als sonst. Um 6.30 Uhr gibt es Frühstück und wir genießen leckeres Brot, Spiegeleier, Kaffee und Kakao in unserem Frühstückszelt. Um 7.30 Uhr fahren wir wieder los zum Mara River. Um Sprit und Kilometer zu sparen und damit alle vom Klappdach profitieren können, fahren wir nur mit unserem silbernen Auto. Unser blaues hat den halben Tag frei, da wir nachmittags sowieso wieder am Camp vorbeikommen.
Und so fahren wir los, auf der inzwischen gut bekannten Straße, vorbei an vielen Antilopen und durch unendliche Gnuherden. Nach 40 Minuten erreichen wir den Kogatende Airstrip und lassen uns wieder sagen, dass die Wahrscheinlichkeit links herum - bei Crossing Points 1 bis 4 am größten ist. Wir stellen uns also wieder zwischen die unzähligen Safarifahrzeuge und warten. Die Herde am Fluss ist wirklich riesig und auch ständig in Bewegung. Immer wieder denkt man, dass sie jetzt aber wirklich reingehen. Doch die Gnus lassen sich Zeit und ziehen gemächlich von einem Crossing Point zum nächsten.
Wir warten bis mittags ab, lesen und relaxen und fahren dann mal hinterher, um die Herde zu umrunden und von westlicher Seite wieder an sie heranzufahren. Wieder sehen wir hunderte Aasvögel, die sich an einer weiteren Kadaverstelle im Fluss die Mägen vollstopfen und darüber in Massen kreisen.
An der neuen Stelle sind wir eigentlich in einer sehr guten Position, wieder zusammen mit den Safariautos, an denen wir uns immer orientieren. Wieder sieht es so aus, als wären die Gnus kurz davor, den Abhang zum Fluss hinunterzulaufen und wieder tun sie uns den Gefallen nicht. Wer weiß, wann sie es mal wagen. Da es bereits Nachmittag ist und wir noch eine weite Reise vor uns haben, verabschieden wir uns schweren Herzens von der Herde. Länger können wir einfach nicht warten. Wir fahren also zurück und passieren ein letztes Mal viele große Herden bis zu unserem Camp. Dort nehmen wir unser blaues Auto wieder in Empfang und machen uns auf die weite Reise nach Lobo.
Es geht zügig voran, ein weiterer kräftiger Regen verfolgt uns und wir passieren einige Brände unmittelbar am Wegesrand. Irgendwann holt uns der Regen ein und ganz plötzlich schliddert mein Auto von der Fahrspur in die Wiese - zum Glück passiert nichts weiter, aber ich habe einen ordentlichen Schrecken bekommen und lasse es danach etwas ruhiger angehen. Man kann sich vorstellen, wie glitschig das hier in der Regenzeit sein muss.
Irgendwo unterwegs verpassen wir eine Abbiegung und fahren dadurch ein Stück in Richtung Bologonja, sodass wir schon früher auf die "Hauptstraße" treffen. Es sind ein paar Kilometer mehr, aber dadurch sparen wir uns die zwei Matschlöcher, worüber wir aufgrund des starken Regens der letzten Nacht sehr froh sind.
Als wir ein paar Berge passieren haben wir nach Westen noch mal eine grandiose Aussicht auf die weiten Flächen, die mit Gnus übersät sind, so weit das Auge reicht. Man kann diese Massen nicht schätzen, aber wir hätten auf mehrere Zehntausend geschätzt. Dieser wunderschöne Anblick im stimmungsvollen Abendlicht macht uns einfach sprachlos. Leider können die Kameras diesen Eindruck nicht annähernd einfangen.
Die letzten Kilometer bis Lobo meistern wir auch noch und bauen im Sonnenuntergang unser Camp an der versteckten Lobo Hill Special Campsite auf. Leider gibt es hier derzeit nicht mehr so viele Tiere und da die Campsite mitten zwischen Bäumen liegt, hat man leider auch keine besondere Aussicht. Wir machen ein Feuer, genehmigen uns einen Sundowner und grillen ein Stück Fleisch. Außerdem gibt es noch die Reste der Reispfanne. Wir bleiben noch etwas am Feuer sitzen und gehen dann wie immer zeitig ins Bett. Morgen wollen wir ja wieder früh aufstehen.
Fazit Unterkunft: Lobo Hill Special Campsite GPS-Koordinaten: S1° 59.347' E35° 11.392' Sehr versteckt gelegen, nur ca. 3 km von der Lobo Public Campsite gelegen. Zu unserer Zeit - Mitte August - leider ziemlich leergefegt und auch ansonsten ohne Ausblick. Durch die umliegenden Bäume gibt es einigen Schatten und es ist ein bisschen windgeschützt.