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Angola, eine Reise wert?
88 Antworten · 30,8k Aufrufe · gestartet 23. Aug. 2015 von lilytrotter
FOfotomatte2'511 Beiträge · seit 200909. Okt. 2015 · #81
Hallo lilytrotter,
kennst du diesen link? www.internationalsteam.co.uk/africa.htm#Angola
Du kannst dich mal da durchklicken, es gibt auch einige Infos zu den Garratts, zwei davon sollen noch betriebsfähig sein.
Grüsse, fotomatte
LIlilytrotterThemenstarter4'129 Beiträge · seit 200810. Okt. 2015 · #82
Hmm, ja, - daher hatte ich ja meine Flausen im Kopf. 🤪 Bei der ersten Koordinate steht nix, keine Lok – und nach Ansicht, wird da wohl auch nie was gestanden haben... da waren mal Gebäude Die zweite Koordinate ist das alte Depot, da waren wir auch... und quasi im südlichen Teil davon, da stand alles voll... das kann man auf den Wackelvideos von J. Grieve auf YouTube sehen (ein Trauerspiel, dass so was das einzig existierende Dokument ist!!), die Videos sind alle genau da entstanden, das kann man gut an den dahinter stehenden Wohnblocks sehen... - ist ja auch schon lange her und den Leuten dort ist es zu gönnen, dass sie nun wieder über ein "aufgeräumtes" Gelände verfügen und eine funktionierende Bahn... anstelle der Loks gibt's jetzt den neuen Bahndamm...
Der Zaun zum Depot-Gelände ist jetzt durch eine hohe Mauer ersetzt.
Wo sie ein Museum plane keine Ahnung, auf den Begriff in Bezug auf die „maquinas historicas“ hatten die Jungs in Huambo keine Antwort...
Luena als eine Möglichkeit war für uns keine Option.
Gruß lilytrotter
LIlilytrotterThemenstarter4'129 Beiträge · seit 200809. Apr. 2016 · #83
Aus aktuellem Anlass:
Größte Gelbfieber-Epidemie seit über 30 Jahren rollt über Angola.
www.sueddeutsche.de/...-zeitbombe-1.2933644
Vielleicht zur Zeit besser keine Reise in Angola planen/durchführen und lieber damit noch ein bisschen warten.
Hallo liebe Afrikareisende, ich möchte das Thema nochmals aufgreifen und mit wenigen Worten von meiner letzten Tour durch Teile von Angola berichten. Die Tour fand 17.09. – 06.10. 2018 (jeweils Grenzübergang von/nach Namibia) statt. Wir waren fünf Personen in zwei Autos. Alle Teilnehmer hatten deutsche Reisepässe, die Grenzübergänge waren unproblematisch, eine Einladung mussten wir nicht vorzeigen. Die Route seht Ihr hier:
Da es nach meinem Eindruck rel. wenig Bilder hier im Forum von Angola gibt, habe ich ein paar Bilder und Filme zu einem Film zusammengeschnitten. Er hat in dieser Version keine Musikuntermalung, da ich keine Lust auf Urheberrechtsgezanke oder ähnliches habe. Musik in diesem Zusammenhang ist ja auch nicht jedermanns Sache.
Ich wollte wieder nach Angola. Es hat nach wie vor etwas mystisches. Alle schlagen die Hände über den Kopf zusammen wenn man davon berichtet. Das kann ich alles nachvollziehen. Mit Erinnerungen an meine letzte Reise 2011 im Hinterkopf habe ich die Reise gebucht und angetreten. Ich möchte nicht vergleichen, das wäre falsch und unfair.
Diese Reise nun war geprägt von viel Fahrerei, wenigen landschaftlichen Highlights im Verlauf des Tages, gutem „Teamwork“, wenig zeitaufwendigen aber schönen Sehenswürdigkeiten als Tagesziel und gut gewählten schönen Camps am Tagesende. Die Motivation diese Reise anzutreten ist bei reinen Europäern anders als bei Namibianer, die ihr Nachbarland kennenlernen wollen oder „vertriebenen“ Angolanern, die ihre Erinne-rungen auffrischen oder ihre Heimat noch einmal sehen wollen.
Eine Reiseempfehlung abzugeben ist unmöglich, weil Erwartungen an Angola als Nachbarland zu Namibia, Botswana.... in der Regel sehr hoch aufgehängt werden und nicht erfüllt werden, nicht erfüllt werden können. In Angola ist die Infrastruktur in der Regel grottenschlecht - Fahrzeiten sind schwer planbar - sehr viel Wohlstandsmüll, POI sind weit gestreut, feste Unterkünfte für Touristen gibt es noch nicht ausreichend und die Städte sind mit allen anderen großen oder kleinen afrikanischen Städten vergleichbar, menschenleere Gebiete nähern sich dem Ende.
Eine Generation hat unter portugiesischem Einfluss einen quasi afrikanischen Frühling erlebt, die nächste den Bürgerkrieg, die nächste Familienkorruption gepaart mit Ölreichtum für wenige und Armut für viele, die aktuelle erlebt sinkende Ölpreise und eine wohlwollende neue Regierung, die viel positives bewegen will. Was will ich sagen? Es gibt keine vergleichbaren Strukturen, das Land hatte keine Möglichkeit sich zu finden, sich zu entwickeln. Es gibt keinen Mittelstand, >90% betreiben Subsistenzwirtschaft, für Naturschutz ist kein Platz und aus der hohen Anzahl der Kinder leiten alle ihre Altersversorgung ab.
Das Land ist aus meiner Sicht als Selbstfahrer ohne Sprach- oder Landeskenntnisse nicht leicht zu bereisen, es fehlen, wie beschrieben, gewohnte Strukturen. Wir haben fast durchgehend wild gecampt. Buschtoiletten und „freies“ Duschen (wir hatten aber eine faltbare Kabine dabei) hinterm Auto gehörten zum Tagesablauf. Wo möglich haben wir uns gemeldet, teilweise kamen „Bürgermeister“ oder/und Polizei auf uns zu. Der Umgang war immer sehr freundlich und endete in der Regel mit einem spendierten Getränk (nie Alkohol) für den Weg zurück ins Dorf. Unser Fleisch hatten wir eingefroren dabei, Obst, Gemüse gab es reichlich auf den Märkte, in den größeren Städten gibt es ausreichend Supermärkte.
Ich bin froh diese Reise gemacht zu haben. Landschaftlich hat mir der Iona-Nationalpark gefehlt, aber der passte nicht auch noch in die Tour. Ich fotografiere sehr gerne. Nicht den fünften Elefanten, den 25sten Springbock oder noch so niedliche Kleintiere. Wer dies erwartet ist in Angola falsch. Aber es gibt so viel schönes Anderes! Angola muss man mit Geduld bereisen, es hat seinen eigenen Charme. Ich habe bislang nirgendwo so offenherzige, freundliche, gastfreundliche Menschen kennengelernt wie in Angola. ( in Grossstädten habe ich keine Erfahrungen) Ich kann nur empfehlen Angola als Reiseland nicht abzuschreiben.
Herzliche Grüße
Strassenkind Peter
LIlilytrotterThemenstarter4'129 Beiträge · seit 200803. Dez. 2018 · #85
Hallo, strassenkind,
vielen herzlichen Dank, dass du deine Eindrücke mit uns teilst!! Fast wird man ein bisschen wehmütig...
Gruß lilytrotter
NONOGRILA1'794 Beiträge · seit 201304. Dez. 2018 · #86
Hallo Peter, danke für deinen Bericht...sehr eindrucksvoll!
Kannst du uns mitteilen über welches Reiseunternehmen du gebucht hast? ...rein privat wird es ja nicht gewesen sein 😉 !
Hallo Nogrila, es gibt nicht sehr viele Anbieter am Markt. Ich habe über ein Reiseveranstalter in Windhoek gebucht: Buschmann-Safari Ich habe mich als Einzelreisender angemeldet - meiner Frau sagt das Reisen in Bodenzelten nicht so zu. Man kann sich der Reisegruppe aber auch als Selbstfahrer anschließen, sofern man über ein Auto und entsprechende Ausrüstung verfügt.
Ich weiß, der Beitrag ist lang her, aber was für ein faszinierendes Video, Peter, vielen Dank dafür! Ich habe es gestern und heute etappenweise ganz bis zu Ende angeschaut, konnte es einfach nicht wegklicken. Ich habe gesehen, dass Ihr auch auf Quitila wart, ich hatte den FAZ-Artikel dazu ganz kurz vor diesem Abschnitt gefunden (damals war kein Wasser im Pool ;)): https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/deutsche-farmer-in-angola-das-vermaechtnis-11795460.html?printPagedArticle=true#pageIndex_ So spannend! Ich wusste nur ganz wenig über Angola und bisher gar nichts über Angola-Deutsche - mein Mann hat nur sehr entfernte (vor langer Zeit ausgewanderte) Verwandtschaft in Namibia). Nochmals danke und LG Annette
Guten Morgen Annette, vielen Dank für die netten Worte. Ich habe mir nach sehr langer Zeit auch noch einmal den Film angeschaut und die Reise revue passieren lassen. War schon schön und spannend - ich würde sie wieder machen. Ich hatte im letzten Monat die Möglichkeit mich mit Vollrat (siehe FAZ-Bericht) auf der Geburtstagsparty seines Bruders zu unterhalten und er hat einiges aus Angola berichtet. Es ist nach wie vor extrem schwierig in Angola zu wirtschaften. Korruption, unzuverlässige Handelspartner, Mangelsituationen sind an der Tagesordnung. Der kleingewerbliche Mittelstand hat es auch so lange nach dem Bürgerkrieg noch so schwer. Der euphorisch begonnene Wiederaufbau vieler Fazendas liegt zwischenzeitlich wieder darnieder; angedachte Generationenprojekte sterben wortwörtlich aus. Alles angabegemäß ziemlich frustrierend. Angola, (als Tourist) eine Reise wert? Ich denke ja, nach wie vor. Aber das wurde weiter oben im Thread schon ausführlich diskutiert.