Angola, eine Reise wert?

88 Antworten · 30,8k Aufrufe · gestartet 23. Aug. 2015 von lilytrotter
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Gast29. Aug. 2015 · #61
Hallo, noch ein hier her passender Lesetipp für an der Geschichte des südlichen Afrikas Interessierte.

Edward George:
The Cuban Intervention in Angola, 1965 – 1991
From Che Guevaran to Cuito Cuanavale

Das gibt es im Buchhandel aber hier als gratis pdf:
www.cabinda.net/The-Cuban-Intervention-in-Angola.pdf

Ist aber eine ziemliche Schwarte, langer Atem ist angebracht. Lohnt sich aber, macht verständlich, wo Angola vor 15 Jahren gestartet ist.
Grüße
Zitierenzuletzt bearbeitet 30. Aug. 2015Original ↗
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200830. Aug. 2015 · #62
Herzlichen Dank, für die vielen netten Worte und die Fürsprache und ich kann euch sagen: Es tut wirklich gut, zu lesen, dass es Leute gibt, die verstehen, was man schreibt und was man meint. 🙂



Angolainformationen scheinen ja ein Reizthema zu sein, - ...die letzte Bastion „wissender Insider“ ? - die zwar Besserwissen und Gefühlsbekundungen rufen können, sich aber gleichzeitig davor hüten, hier echte Info für den interessierten Selbstfahrer preiszugeben!?
Das ist bedauerlich.

Wir waren von einigen heftigen Reaktionen, unzulässigen Interpretationen und abwertenden Äußerungen durchaus überrascht.

Die Entscheidung, die Routenbeschreibung zu beenden, ist ganz sicher keine „unprovozierte selbstauferlegte Informations-Verweigerung“, wie einer der Interpretationskünstler konstatierte.
Wir informieren als Selbstfahrer weiterhin gern andere interessierte Individualreisende.
Nur eben nicht mehr in der bisherigen Form, das ist zu Spaß-frei geworden.
Beim Schreiben über die nächste Etappe, legte es sich als Folie über den Inhalt: Man muss ständig aufpassen, ob man das Erlebte überhaupt schreiben darf oder gar das was man darüber denkt. Dazu habe ich keine Lust. Dadurch reduziert es sich dann zwangsläufig auf durchschnittliches Gelaber - und das schlägt sich dann natürlich auch auf die Lesefreude nieder. Deshalb sehe ich keine Möglichkeit, wieder in den Bericht einzusteigen. Tut mir leid für all diejenigen, die es zu schätzen wissen, ungeschönte Eindrücke zu lesen.

Grüßle von den lilytrotters
Zitierenzuletzt bearbeitet 05. Sept. 2015Original ↗
6'360 Beiträge · seit 201130. Aug. 2015 · #63
Hoi lilytrotters

Schaade!
Andere Meinungen wird's immer geben, manchmal auch agressiv mitgeteilt.
Aber das sollte doch nicht davon abhalten seine Erlebnisse und Gedanken zu schreiben damit andere ihre Infos daraus ziehen können!
Du selbst bis mir ja auch schon mal über den Mund gefahren, da Deine Erfahrungen nicht meinen Gedanken und Informationen entsprochen haben (DRC).
Aber das ist doch für mich kein Grund nichts mehr zu schreiben oder mit Dir zu streiten oder so was...
Wo unterschiedliche Menschen sind gibts unterschiedliche Meinungen!
Wo würden wir hinkommen wenn jeder seine Infos für sich behalten oder nur auf Nachfrage z.B. per PN oder Telefon weitergeben würde?
Auf die Gefahr hin lästig zu sein: Bitte schreib trotzdem weiter!!! 🙂
Gast30. Aug. 2015 · #64
Hallo Lilytrotter, das sollte wohl alles eine echte Insider-Diskussion für ausgewiesene Afrikaprofis sein, die nicht Dazugehörende aber trotzdem Interessierte besser nicht stören sollten. OK, Botschaft verstanden und zur Kenntnis genommen! Als angesprochen/gescholtener „Interpretationskünstler“ darf ich jetzt aber doch noch etwas dazu sagen: Ich hab’s nochmals durchgelesen und kann eigentlich nicht erkennen, dass du „unverschämt angegangen“ wurdest oder dgl. Es gab ein paar andere Darstellungen und Wahrnehmungen und auch für Laien war rasch erkennbar, dass eine davon eventuell durch eigene wirtschaftliche Interessen geprägt war. Na und? Da gibt’s hier doch permanent Ärgeres.

Und „durch m. E. unprovozierte aber zu respektierende selbstauferlegte Verweigerung“ wollte ich dich keineswegs ärgern, provozieren oder gar beleidigen. Tut mir leid, wenn das so rübergekommen ist. Und dass „keine Lust zum Schreiben“ einfach zu respektieren ist, steht ja schon drin.
Grüße vom Leser
der, Dank deines Berichtes über angolanische Müllzustände, neugierig wurde und mittlerweile herausgefunden hat, dass es im KNP seit kurzem eine moderne Müllaufbereitungsanlage gibt.
Zitierenzuletzt bearbeitet 30. Aug. 2015Original ↗
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200830. Aug. 2015 · #65
...wie schon gesagt, Streckeninfos geben wir gerne, hier öffentlich. Ich halte nichts von ausschließlichem PM-informieren (das ist mir zu elitär, - das ist nur dann eine Möglichkeit, wenn man hier schon mehrfach gefragt hat, aber nie Antwort erhält), das habe ich bisher auch jedem geschrieben, der mich per PM um Info gebeten hat, denn es ist genau das, was nicht sinnvoll ist, allemal nicht in einem Forum, in dem es um Informationsweitergabe an alle geht. Anders ist es mit persönlichen Einschätzungen, wie du hier im Thread einmal mehr feststellen kannst – und dabei geht es nicht um die konträren Meinungen an sich - sondern um die Art und Weise.



Lubango: überwiegend guter Asphalt ab Namibe nach Lubango. Serra da Leba, beeindruckende Aussicht, Touristenpunkt. Ebenfalls die Statue des Cristo Rei.
Die sandige Zufahrt zum Tunda Vala - sehr tiefe Felsspalte mit Weitsicht (bei klarer Sicht) ist mittels eines Amerikanischen Hilfsprojektes gepflastert.
Großes Sportstadion, breite Zufahrtsstraßen.
Im besseren Viertel, am Stadtrand: Casper Lodge, Wifi. Camping (Dusche/kl. Küche): 2500 Kz pP. Man wird angewiesen, mit dem Auto auf der engen Zufahrt neben der kleinen Rasenfläche zu stehen, will man dort auf dem Rasen stehen, kostet es 5000 Kz pro Auto, extra.
Obligatorischer Town-Drive, kreuz und quer. An fast jeder Ecke Polizei.

Strecke: Lubango - Benguela – überwiegend guter Asphalt, tausende Baobabs!
Benguela: Obligatorischer Town-Drive, kreuz und quer, Restaurants an der Strandstraße.

Baía Azul, hübsche Bucht, Ferienhausgegend, geharkter Strand, Restaurant.

Baía Farta: Fischereihafen, Schiffswracks. großer (Fisch-)Markt.

Lobito: historische Lokomotiven in Catumbela an der Main.
Lobito Zentrum, altes Geschäftsviertel, vieles steht leer.
Einkauf im Shoprite mit Visa möglich, aber nicht einfach.
Restinga: vorgelagerte Halbinsel. Marine.
hohe Polizeipräsenz, alte Villen, Hotels, Restaurants.
Restaurant Zulu: Übernachtung daneben am Strand möglich, wenn man dort isst.
Dinner: Fischgericht 4000Kz, gr. Bier 400. –
Auf dem Weg nach Norden durchfährt man das weitläufige Bairro Lobitos, an den Lehmhängen des Rio Catumbela.
Einige Potholes im Asphalt, Schwerlastverkehr.

Sumbe – Obligatorischer Town-Drive ist in dem kleinen Ort nur kurz.
südl. von Sumbe: Restcamp Poussada do Wembele, am Srand, Camping 1500pP

Port Amboim Obligatorischer Town-Drive in dem kl. Ort, Restaurants am Strand. Geld beim ATM der BNI (Banco de Negocios International)

Cabo Ledo – kein Camping in den beiden Hotel-Anlagen möglich. Das Restaurant in dem dichtbesiedelten Dorf dahinter nicht ausfindig zu machen – es ändert sich ja viel im Land.

Sangano, Restaurant Golfino, Übernachtung am Strand im Fahrzeug möglich, wenn man dort isst. Guter Fisch.

Miradouro da Lua, beeindruckende Erosionsstrukturen der Schichtstufe! einheimisches Touristenziel

Rio Kwanza, Brücke mit Maut,
Kwanza River Lodge, Blick über den Fluss, Birding
Übernachtungsmöglichkeit neben dem Restaurant Imbondeiros, wenn man in ihrem Restaurant zu Abend isst.

Kissama National Park - ... siehe Notiz http://www.namibia-forum.ch/forum/149-diverses/243952-einladung-angola.html?start=12#396324

Auf der ganzen Strecke mehrere Polizeikontrollen (Roadblocks), für uns vollkommen unproblematisch, meist wurden wir durchgewunken, allerdings bleiben wir grundsätzlich erst einmal stehen - um "Missverständnisse" bei den Ordnungshütern zu vermeiden... Grundsätzlich empfiehlt es sich (allein aus Respekt vor der Polizei, wie überall), rechtzeitig vor dem Stopp sehr langsam zu fahren und VOR dem Stoppschild anzuhalten, sodass mindestens 1 Meter von der Stoßstange bis zur weißen Linie ist.


Fortsetzung folgt
Zitierenzuletzt bearbeitet 05. Sept. 2015Original ↗
2'779 Beiträge · seit 200730. Aug. 2015 · #66
hallo Lilytrotter und Cora
Danke vielmals für die bisherigen allesamt wertvollen Informationen. Ich lese mit!
Wir sind noch weit davon entfernt eine konkrete Angola Planung ins Visier zu nehmen, aber im Kopf spielt sich mir eine Reiseplanung halt trotzdem ab, fast automatisch wenn ich einen interessanten Bericht lese...Ich denke wir würden wie immer so an die 20-24 Tage vorausschlagen inkl. An- und Rückreise nach Windhoek. Obwohl wir ab Südamerika auch gute Verbindungen direkt nach Luanda erwägen sollten.

Wie habt ihr eure 3 Wochen aufgeteilt? wo wielange, und warum, oder warum nicht.
Nebst T4A, habt ihr eine anständige und aktualisierte Papierkarte gefunden und könnt sie aus eigener Erfahrung empfehlen?

Warum Übernachtungsmöglichkeit direkt neben einem Restaurant? s. Imbondeiros: wegen Security? Toiletten? oder weil es eine schöne Lage hat?

Ich finde ebenfalls die PN sind nicht das Instrument um Fragen zu stellen, darum hier und so.

VG und danke!!!
leona
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200830. Aug. 2015 · #67
Hallo, La Leona!

Aufteilung:
6 Nächte Iona und Umgebung, - einfach, weil wir Wüste an sich und die Einsamkeit an sich lieben.
Ansonsten überall 1 Nacht (außer Zulu) - einfach, weil es immer nur kurze Strecken waren und es keinen entscheidenden Grund gab, eine weitere Nacht zu bleiben, - und, um möglichst viel von dem zu sehen, was wir sehen wollten, - ...wäre sonst nicht möglich gewesen (und wir haben sowieso nicht alles geschafft)

Ü am Restaurant Imbondeiros:
Südl. der Kwanza-Bridge ist NP und nördl. beginnt recht bald Miradoura da Lua - fanden wir von der Wahrscheinlichkeit "gestört" zu werden, etwas fraglich, da dort natürlich jeder um die Touristenattraktion weiß.
Man steht direkt neben dem Strand/Restaurant, quasi auf dem Parkplatz, hat Toilette und Pool. Netter Flecken, hat was, - nicht überragend hübsch.
Wir hatten den Eindruck, es schläft jemand hinten im Restaurantbereich, denn vorn ist auch nachts die Veranda offen.
Essen ok.. - für 2900 Kz. (frischer Fisch), freundliche Bedienung.

Es sind unterschiedliche Gründe, für die Ü neben Restaurants (es gibt quasi keine Campsites): - man möchte auch mal wieder unter Menschen sein,- man möchte Essen gehen, - man möchte in bewohnter Gegend auch mal in einem Areal mit Klo und ohne Überraschungsbesuch stehen, - Bequemlichkeit, - man war neugierig, warum "alle" irgendwo hingehen und/oder es gibt keine erreichbare Alternative, - Sicherheitsaspekte in Stadtnähe, insbesondere wenn wir allein waren (wir waren nur eine Hälfte der Reise mit 2 Fahrzeugen unterwegs, den Rest allein. Man kann ja dort auch allein reisen.)

Orientierung: T4A, Papierkarte Reise KnowHow (2009), sehr brauchbar, obwohl z.T. veraltet. so ist z.B. die Asphaltierung der Strecke Menongue - Katwitwi (NamBorder) noch nicht verzeichnet.
Cora hatte noch eine andere Papierkarte.

Gruß lilytrotter
Zitierenzuletzt bearbeitet 05. Sept. 2015Original ↗
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200830. Aug. 2015 · #68
Streckinfo
Fortsetzung

Cachoeiras do Binga, Wasserfälle des Rio Kewe,
Sonntags viele einheimische Touristen, Parkplatzgebühr ist zu entrichten.
fleißige Jungs verkaufen leckere geröstete Erdnüsse!

Gabela, im Zentrum der ehemaligen portugiesischen Café-Fazendas, die mittlerweile z.T. wieder vom Busch erobert sind. Einige Café-Fazendas sind wieder bewirtschaftet. Institut für Kaffeeanbau. Man durchfährt hier im Gebirge tropischen Regenwald (Kumbira Forest), Obst und Gemüse auf Straßenmärkten

Quibala – das zentrale Stadtbild ist von der großen Ruine (Kriegsschäden) bestimmt

Huambo, viel Neues neben alten Kriegsschäden, sehr lebendiges Treiben. Neuer großer Bahnhof. Vorsicht beim Fotografieren Öffentlicher Gebäude (das gilt grundsätzlich für Angola).

Strecke Huambo-Lubango: ab Cuíma auf 70 km ausgefahrene Laterit-Piste, ansonsten Asphalt mit viel Schlaglöchern bis Cacula

Strecke Lubango-Chitado: guter Asphalt, häufige Polizeikontrollen, wie im ganzen Land, hier nur etwas penibler und einem lästigen Korruptionsversuch (die PolizeiLady behauptete, wir wären angeblich unangeschnallt gefahren und sie habe gesehen, dass wir uns erst angeschnallt hätten, als wir uns dem Roadblock näherten...)

Chitado: Geld wechseln in der Wechselstube am Ortsausgang nach Süden. Tanken.

Santa Clara, Border: unnötig ist das engagieren eines "Border-Boy". Immigration und Zoll (der will das CrossborderPermit retour) lassen sich zügig allein bewerkstelligen.


Gruß lilytrotter
Zitierenzuletzt bearbeitet 05. Sept. 2015Original ↗
2'511 Beiträge · seit 200930. Aug. 2015 · #69
Hi lilytrotter,

jetzt hast du mich aber neugierig gemacht: 🙄
lilytrotter schrieb:

Lobito: historische Lokomotiven in Catumbela an der Main.

Hast du da nähere Infos? Waren das abgestellte, also Schrottdampfer? Oder etwa als Denkmal aufgestellte? Evtl. für ein Museum hinterstellte Maschinen?
Gibt´s am Ende sogar ein Foto davon? 😗 😗 😗

Über Angolas ehemals recht umfangreiches Traktionsarsenal ( zumeist britischer und deutscher Provinienz ) gibt es leider sehr wenig aktuelle Infos. Vielleicht kennst du die ( englische ) Seite von internationalsteam.co.uk, dort ist die letzte Meldung betreffs Angola schon knapp drei Jahre alt.

Solltest du hier etwas Licht ins Dunkel bringen können, würde ( sicher nicht nur ) ich mich freuen. 🤩

Generell wollte ich noch sagen: Schaut man sich mal den Unterordner "Angola" hier im Forum an, kann man unschwer sehen, dass dieser hier ein Mauerblümchen-Dasein fristet. Und dieser aktuelle Faden hier ist schon jetzt der bei Weitem Umfangreichste ever. Deshalb freue ich mich über jede Info, die noch den Weg hierher findet.

Schönen Abend noch,
fotomatte
der auch schon mal die Füsse in Angola hatte, wenn auch nur auf einer Sandbank im Okavango.
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200831. Aug. 2015 · #70
Hallo, fotomatte,

das ist eine Sammlung von abgestellten Schrottdampfern... 😗
es sind mehrere Lokomobilen dabei (auch kl. dampfgetriebene Maschinen auf Rädern) und eine kleine Dampflok – eine ganze Reihe von mind. 10 máquinas steht da neben der Hauptstraße.
Du weißt ja, wie es um uns steht: Wir haben ja eigentlich keine Ahnung von Dampflokomotiven, können uns aber ihrer Faszination nicht entziehen... (erfolgreiche Prägung beim Schlüpfen... 🤪 )

Nur muss ich dich mit Bildern vertrösten, die dir genaueres sagen können, wir haben noch nix sortiert und bearbeitet (das, was ich bisher an Bildern eingestellt hatte, ist unentwickelt kleingerechnet und sieht ja dementsprechend aus. Du kannst mal derweil unter Angola, Catumbela schauen, da gibt’s irgendwo auch mal ein Bild von denen.

Und auch irgendwo (Benguela?) haben wir so eine kleine alte Deco-Dampflock gesehen (Bild werd ich auch finden).

Wir hatten mehrere Ziele, bezüglich alter Dampfloks, - das meiste schein mittlerweile im Zuge des Wiederaufbaus „aufgeräumt“/entsorgt. Somit wurden wir kaum fündig. In Huambo darf man das Gelände ohne behördliche Genehmigung nicht betreten und nicht fotografieren. Eine Lok stand da noch sichtbar, die auch auf manchen Bildern im Netz zu finden ist. Alles was mal dahinter (frei zugänglich) stand, ist weg.

Gruß lilytrotter
Zitierenzuletzt bearbeitet 31. Aug. 2015Original ↗
2'779 Beiträge · seit 200731. Aug. 2015 · #71
hallo lilytrotter - vielen Dank für die ausführliche Antwort und die Argumentation, sehr hilfreich!
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200802. Sept. 2015 · #72
Allgemeines und Spezielles zur Planung einer individuellen Reise in Angola:

Reiseführer:
Bradt: „Angola“ - Pfrogner: Zeit für Afrika - Raeymaeker: A Descoberta de Angola (ist gleichzeitig ein wenig „Portugiesisch-Training“)
darüber hinaus interessant: YouTube angolanische TV Sendungen, Videos + google
Orientierung: GPS, T4A, - Papierkarte: Reise KnowHow

Mit dem Touristenvisum kann man frei reisen, man erhält es für 150 Euro innerhalb 1 Woche beim Generalkonsulat in Frankfurt (als Deutscher braucht man für ein Touristenvisum KEIN „Letter of Invitation“!)

Man fährt in Angola unversichert und vollkommen auf eigenes Risiko. Es ist angeraten, so defensiv zu fahren, dass man JEGLICHE Art von Unfall vermeiden kann (siehe auch Anfang dieses Threads!).
Sinnvoll sind eine gute Reisekrankenversicherung und Rückholversicherung.

- Wichtig: mind. rudimentäres Portugiesisch.

Tipps für Fahrzeug und Ausstattung für das Reisen in abgelegenen Gebieten:
Für die Route in den Iona NP und für einige Strände: Ein 4x4, - nein, besser 2... (ansonsten, wenn man ü. Santa Clara einreist und die Iona Region auslässt, reicht auch für das Meiste, irgendein alter VWbus).
Bei der Anfahrt ab Ruacana zum Iona NP: Gebirge, entsprechend anspruchsvolle steinige Tracks und Flussläufe (nur bei Wasser/Regenzeit von Bedeutung), - bei langsamer Fahrt problemlos zu machen. Gute Allradkenntnisse hilfreich. Die Strecken haben keine extremen Schwierigkeitsgrade. Innerhalb des Parks unterschiedliche Landschaften von bergig bis breite Flusstäler, über Serir-Flächen bis sandige Abschnitte und Sand-Anwehungen, die bei genug Erfahrung auch ohne zu buddeln machbar sind (das bezieht sich alles auf die bei T4A bezeichneten "maintracks" - den "Acre of Death" sind wir natürlich nicht gefahren.).
- Wenn Einreise ü. Ruacana und der Iona NP geplant sind: - SatPhon, Notfallausrüstung im Bereich Mechanik u. Medikamente (sowie Basiskenntnisse), - mit med.Hilfe kann man soweit ab vom Schuss nicht rechnen. Gut für die Sicherheit: Mit 2 Fahrzeugen fahren! Es ist sehr einsam. Allgemein sollte man dort gut ausgerüstet fahren und voll Storage (Treibstoff, Wasser, Nahrung) - Versorgung erst ab Tombua.
Allgem. ist das Angebot in den größeren Supermärkten sowieso aus SA oder Portugal, da kann man seinen Bedarf auch gleich selber „importieren“... – lokales Gemüse kann man weiter im Norden an den Straßenmärkten auffüllen.

- wichtig: Kwanza! Iona NP kostet Fee (1500 Kz pP, 2000 Kz p Auto, incl. Fahrer). ggf. in Ruacana auf der Angolaseite direkt im Immigration-Gebäude fragen: da wird aus der Hosentasche gewechselt, NUR Nam Dollar, 1:10 zu Kwanza (ohne Diskussion, entweder macht man es oder man lässt es)
wenn Bordercrossing ü.Santa Clara: Wechselstube in Ondjiva, professionell, guter Kurs 1 Euro = 159 Kz – dort empfiehlt es sich auch, auf dem Rückweg, den günstigen Diesel noch „mitzunehmen“ = voll tanken

Im Südwinter ist der Küstenstreifen im Juli überwiegend bedeckt und sehr windig, die Wassertemperaturen wenig über denen in Swakopmund. Angola ist mit einer langen Küste und vielen hübschen Strandabschnitten gesegnet. Überall dort, wohin es Tracks gibt, hat das natürlich auch einen Grund. Somit ist das mit den „menschenleeren Stränden“ relativ und eine Palme macht noch keinen Sommer... 🤪 Strände in nicht touristischen Gebieten, sind häufig mit nationalem+ internationalem Müll/Schwemmgut übersät (das ist ja überall so) - und vielerorts ist aufgrund der enormen Brandung (selbst die Fischer brauchen mehrere Anläufe, um ihre Boote durch die Brandung zu kriegen), in Verbindung mit einem steil abfallenden Strand das Schwimmen nicht ungefährlich. Niemand geht dort schwimmen. Allerdings lieben natürlich die Sportfischer diese Plätze!
„Sanfte“ Buchten sind naturgemäß auch schon lange für einheimischen Tourismus und Wochenendhäuser entdeckt und genutzt – oder es bestehen dort seit Generationen mehr oder weniger große Fischerdörfer, deren Alltag entsprechende Spuren hinterlässt. Darüber hinaus gibt es viele Strände, die noch touristisch ungenutzt sind. Mittlerweile findet man häufig Bautätigkeiten in solchen Buchten, Vorbereitungen für Feriensiedlungen (manche scheinen unfertig im Beginn steckengeblieben zu sein, manche sind schon im Ansatz gigantisch und bei manchen im Bau befindlichen Hotelanlagen, zeigen die Baukräne rege Aktivität.
Einige attraktiv erscheinende Tracks, die von der Asphaltstraße in Richtung Meer abgehen, sind mit Schildern bestückt, die die Zufahrt verbieten (Privat, NP, Militär?). Aber es bleiben einem noch genug Möglichkeiten!

Straßenverkehr: Da die Nord-Süd-Hauptroute Luanda-Lubango im Innland noch immer nicht fertiggestellt ist, rollt der gesamte Schwerlastverkehr über die überlastete Küstenstraße.
Gegen Abend ist der Alkoholpegel im Blut ein großes Problem im Straßenverkehr. Angolaner lieben ihr Cuca! Wir hatten mehrere „Erlebnisse“ mit sehr betrunkenen Autofahrern.
Die reichlich an den Hauptrouten vorhandenen Polizeikontrollen (Roadblock) empfanden wir an der Küste sehr viel entspannter als im Inland. An der Küstenroute wurden wir, mit unserem deutschen Kennzeichen, letztlich meist durchgewunken.


Wildcamp:
Es ist im Westen Angolas recht gut möglich, einen ungestörten Nachtplatz zu finden. Nicht immer ist das einfach. Auch nicht an der Küste ( insbesondere wenn man auch noch einen "schönen" sucht, denn schön ist relativ). Wir hatten den Eindruck, dass wir die allgemein gehandelten Koordinaten lieber meiden, z.B. ist schon für Equimina ein „corrupt&drunk Policeman“ eingetragen – wenn man dann mitkriegt, dass dort regelmäßig Touristengruppen am Strand nächtigen, fällt die Entscheidung nicht mehr schwer, als Individualreisender diesen Punkt als Nachtplatz zu meiden.
Die erfolgreiche eigenständige Suche eines Nachtplatzes ist von einigen Faktoren abhängig. Da muss jeder seiner eigenen Nase folgen. Wir suchen uns immer sehr spät einen Nachtplatz, abseits von Dörfern, wenn wir Strecke machen. Ist es ein schöner Platz lassen wir uns am Morgen Zeit. Unsere Erfahrungen haben uns gezeigt, dass man bei später Ankunft seltener gestört wird (aber auch dann hatten wir bisher hin und wieder angetrunkenen Besuch, der nicht immer einfach ist – deshalb diese Verfahrensweise. Dieser Satz gilt allgemein. - Und, um Missverständnissen vorzubeugen: Wir haben gern engen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung – nur nicht grad beim Gang mit dem Spaten...) - also, möglichst großen Abstand zu Dörfern, sehr weiten Abstand zu Städten. In Angola sollte man bei der Schlafplatzsuche beachten, dass noch immer Minen aus dem Bürgerkrieg im Boden sind! Somit verbietet es sich, für die Schlafplatzsuche weit ab, frei durch die Gegend zufahren. Viele Bereiche gelten als entmint, sind auch seit Jahren beweidet und wieder bebaut (dort kann man damit rechnen, dass sie frei sind – aber es gibt noch abertausende Minen (HALO Trust und MgM werden noch Jahre tätig sein). Der Westen gilt als relativ frei.


Einheimische Bevölkerung ist so unterschiedlich, wie auch das Land selber. Im Süden begegnet man den urprünglich lebenden Tribes, in den Städten und deren Umfeld eher dem gebildeten Studenten oder Geschäftsmann... alles dabei. Alle Leute höflich bis sehr freundlich und (fast immer) unaufdringlich – außer dreier ernstzunehmender Korruptionsversuche (Polizeikontrollen), die erfolglos blieben, - aber selbst die waren relativ höflich!




Wie auch bei den anderen Informationen, ergänze ich auch hier beizeiten, wenn mir noch nachträglich etwas einfällt.
Zitierenzuletzt bearbeitet 07. Sept. 2015Original ↗
132 Beiträge · seit 201302. Sept. 2015 · #73
Hallo Lilytrotter,
ein überdimensionales, galaktisches Dankeschön an Dich.
Gerade die Reise nach Angola ist nach wie vor noch sehr speziell und es gibt keine bessere Quelle als die von jemandem, der gerade zurück gekehrt und bereit ist, ungeschminkt über das "Alltägliche" einer Selbstfahrertour zu schreiben.
Bitte weiter so !

Gruß

strassenkind
2'779 Beiträge · seit 200702. Sept. 2015 · #74
Ein Bericht ganz nach meinem Geschmack, Information vor Unterhaltung!
vielen vielen Dank für die Arbeit lilytrotter!
übrigens der Autor des Bradt guide tweeted news von Angola hier https://twitter.com/mikesteadangola
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200801. Okt. 2015 · #75
Ergänzungen:
Die Strecke über Ruacana, durch den Iona Nationalpark hat sich als kleine Reifenfresserstrecke erwiesen. Beide Fahrzeuge hatten zwar keinen Platten (1-2 Jahre alte Reifen), aber auch bei sehr vorsichtiger Fahrweise haben die Reifen auf den langen Gebirgsstrecken richtig Gummi gelassen, also eine rel. „teure Strecke“.


Zur Straßen- und Verkehrssituation:
Rechtsverkehr bedenken, - was für Fahrzeuge mit Rechtssteuerung aus Sicherheitsgründen die „Mitarbeit“ des Beifahrers nötig macht (>Abbiegen!)
- Allgemein empfiehlt es sich, dass zwei Leute aufmerksam den Verkehr beobachten. Viele Situationen ergeben sich überraschend und sind für den Fahrer nicht immer unmittelbar zu überblicken, wenn es im Berufsverkehr in den Städten auf den Straßen voll ist.

Aktuell ist ab Namibe nach Norden darauf zu achten, dass man im Stadtgebiet die „Desvio“ für die Brücke über den Rio Giraul nicht verpasst.
Aus Norden kommend, geht sie dort nach W ab, wo die Bahnlinie die Asphaltstraße kreuzt (kurz bevor die Küstenstraße auf die EN280 stößt).


Geld wechseln (Bezug Juli/Aug):
Bargeld besserer Kurs als CC
Euro, cash: 159.7 Kz
CC: zwischen 136.8 Kz u. 138.2 Kz


Gruß lilytrotter



Nachtrag:
weitere interessante Info zur Beantragung des Angola Visums unter
http://www.namibia-forum.ch/forum/7-routen/287395-carnetverlaengerung-ueber-angola.html?limitstart=0&start=6
(hab ich hier verlinkt, da der Faden unter 'Namibia' steht und sonst die Info auf Nimmerwiedersehen verschwindet...)
Zitierenzuletzt bearbeitet 05. Okt. 2015Original ↗
2'396 Beiträge · seit 201102. Okt. 2015 · #76
Hallo Lilytrotter,

auch ich muss mich gleich mal beschweren - so geht das wirklich nicht! Der Titel "Angola, eine Reise wert?" ließ mich denken, hier will jemand Informationen zu Angola haben. Da ich keine anbieten kann, habe ich den Thread immer links liegen gelassen. Nun stelle ich rein zufällig fest, dass Du Infos anzubieten hast - habe Dank dafür. Schade, dass man Dir die Lust an einem ausführlichen RB vermiest hat.

LG aus dem leicht bewölkten Loutro,

Karsten
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200808. Okt. 2015 · #77
versemmelter Post...

gültig ist mein nächster Post...
🙂


Hi, fotomatte,

hier nun die Knipsbildchen von Lokomobilen und Lokomotiven...

mehr war nicht zu finden, eine bescheidene Ausbeute... 😣

Zitierenzuletzt bearbeitet 22. Apr. 2016Original ↗
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200808. Okt. 2015 · #78
Hi, fotomatte,

hier nun die Knipsbildchen von Lokomobilen und Lokomotiven...
einiges aus dem Auto, während der Fahrt... (sie sind ja doch noch ein bisschen paranoid, mit Bahnhöfen und Parteigebäuden und Brücken 😣 )

mehr war nicht zu finden, eine bescheidene Ausbeute... 😵

Catumbela




Benguela




Lubango



allerdings gefiel uns der neue Bahnhof von Huambo





Gruß lilytrotter
Zitierenzuletzt bearbeitet 22. Apr. 2016Original ↗
2'511 Beiträge · seit 200908. Okt. 2015 · #79
Hallo lilytrotter,

herzlichen Dank fürs zeigen des für mich so anziehenden Schrotts.

Die Maschinen in Catumbela stammen von einer schmalspurigen Feld / Minenbahn, vielleicht 600 mm oder 2-Fuß Spurweite.

Die Denkmalslok in Benguela wäre auch ohne das fotografierte Fabrikschild als Hunslet Saddletank zu identifizieren gewesen, merkwürdig allerdings, dass es ein B-Kuppler ist.

Zu der aufgebockten Schmalspurlok fällt mir nix ein.

Die neueren Dieselmaschinen scheinen chinesischen Ursprungs zu sein.

viele Grüsse,
fotomatte
Themenstarter4'129 Beiträge · seit 200808. Okt. 2015 · #80
Hallo, fotomatte,

vielen Dank für deine "Bestimmungshilfe" 🤪

das notiere ich mir alles gleich hier zuhause unter meine Bilder. 🙂


Eigentlich find ich diese bunt gemalten "Spielzeugloks" ziemlich blöd... (an der schwarzen hängt ein Leucht-Weihnachtsmann 🤢
- ich hab sie als kuriosen Ersatz geknipst, - man ist ja nach ewiger erfolgloser Suche derart gefrustet (wir haben alle Depots abgeklappert, nirgends darf man rein - und durch die Zäune und über die Mauern hinweg ist auch nur wenig zu entdecken...), da reicht dann schon sowas Mukkeliges, für den nervösen Auslösefinger... 😁

unser eigentliches Interesse gilt ja fast ausschließlich den mächtigen Lokomotiven und insbesondere den Garratts, davon gab es in Angola einige


Die Eisenbahnlinie haben die Chinesen wiederhergestellt und natürlich auch den Bahnhof Huambo gebaut und die Dieselloks geliefert - gab da vor einigen Monaten mal einen Fernsehbeitrag drüber... - wo weiß ich nicht mehr...

Also vielen Dank nochmal für deinen Beitrag!

Gruß lilytrotter




Nachtrag: Die kleine Grüne-Weiße auf Stelzen steht übrigens in Lubango, auf dem Vorplatz des alten Bahnhofs. Im alten Bahnhof sitzt der "Clube Ferroviário da Huíla" - Vereinsfarbe: grün-weiß...

und: Der Filmbeitrag war: „Mit der Lok durch Angola“, Geo360° (arte)
Zitierenzuletzt bearbeitet 09. Okt. 2015Original ↗
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