casimodo4'528 Beiträge · seit 200713. Sept. 2015 · #83
Liebe Annick,
hey...... Deinen Bericht habe ich als solchen gar nicht erkannt, weil er nicht in der Rubrik Reiseberichte steht. Und da Uganda und Ruanda nicht so auf meiner to do list stehen, hätte ich ihn fast verpasst 🙁
Aber Gott sei Dank habe ich ja eine Frau, die wachsamer ist, als ich 😉
Schöne Fotoos hats Du da mitgebracht, gerade die von den Menschen gefallen mir sehr gut.
herzliche Grüsse aus dem Bayernland, und das bei strahlendem Sonnenschein und fast sommerlichen Temperaturen.
Annick, ich spring auch noch mit auf. Fast schon muss ich mich entschuldigen, dass es soooooo lang gedauert, mich mal wieder zu melden, aber Du hast´s vielleicht gelesen, ich bin einfach nur 😈 FORUMSFAUL 😈
Casimodo ist ja heute auch schon zugestiegen, Kannst ihm sagen, er soll sich nicht zu dick machen und rücken, wir sind dabei !!!
Grüsse auch von Conny an Dich und Deinen Toni und bis zum nächsten Mal,
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200813. Sept. 2015 · #85
@Carsten: hatte euch Beiden schon vermisst! Schade dass diese Ziele nicht auf euere Liste stehen....... 😎
@Bayern Schorsch: Forumsfaul, igitigit. Schäme dich! 🤢 Zum Glück sind Bele und ich sehr geduldig...... 😛
Fortsetzung
Danach müssen wir leider das Zentrum von Kigali durchfahren. Da herrscht wieder reger Verkehr.
Anschliessend nehmen wir die Richtung Giratama. Diese Stadt hat nicht viel zu bieten. Wir gönnen uns aber im Splendid Hotel eine Pause mit Café und Kuchen. Dann geht es weiter. Am Kabgayi Memorial biegen wir links ein nach Shyogwe. Man ist auf einmal Mitten in der Pampa und die Landschaften gefallen uns sehr.
In Shyogwe haben wir Mühe unseren Weg zur Jangwe Lodge zu finden. Es gibt absolut kein Hinweisschild. Die Einheimischen scheinen aber alle zu wissen wo sie steckt! 🙂 Um 16 Uhr kommen wir endlich an.
Lydie und Georges heissen uns recht herzlich Willkommen. Georges Kamanayo Gengoux ist ein ehemaliger Filmemacher. Er wurde im Jahre 1947 geboren. Sein Vater ein Belgier und die Mutter Rwanderin. Sein Zuhause gefällt uns auf Anhieb. Man hat das Gefühl in einer Hazienda zu sein. Lydie bringt uns zum Zimmer 5.
Es ist einfach aber sehr herzig eingerichtet und geräumig.
Das Bad finden wir sehr sauber und bequem.
Wir ziehen uns schnell um und kühlen uns im riesigen Schwimmbad ab.
Es tut gut. Danach plaudern wir mit Georges auf der Veranda.
Er leiht mir auch sein Dongo für's Internet denn es gibt hier kein Wifi.
Da machen wir auch mit dem belgischen Architekten Laude Van Pee Bekanntschaft. Er lebt seit 40 Jahren in Rwanda und hat die Pläne für die Museen in Butare und Kibuye geschmiedet. Er ist auch George's bester Freund. Laude hat auch 4 Bestsellers über Rwanda geschrieben. Diese 2 Kerle sind echt interessant.
Um 19 Uhr wird das Abendessen serviert. Es gibt eine wunderbare frische Gemüsesuppe, Osso Bucco, Rindzunge, frisches Gemüse, Salate und zur Nachspeise ein Früchtesabayon. Hier lässt es sich gut leben! 🤪
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200814. Sept. 2015 · #86
28.07.2015
Gegen 7 Uhr spazieren wir in der Anlage herum. Lode und Georges schwimmen auch schon eine Runde im Pool. Wir würden sehr gerne hier noch eine Nacht verbringen aber unser Programm für die nächsten Tage steht noch nicht wirklich fest. Um 8 Uhr frühstücken wir gemütlich alle zusammen.
Es schmeckt wunderbar und es fehlt an Nichts.
Eine Stunde später verlassen wir Jangwe Lodge und machen uns auf den Weg nach Nianza, das damalige Zentrum der Tutsi Monarchie. Wunderschöne Landschaften und Szenen begleiten uns.
Da besuchen wir das King's Palace Museum. Eintritt 6000 FRW pro Nase, Guide inbegriffen.
Da residierte der "Mwami" in geräumigen Hütten mit hoch aufgewölbten Kuppeln. Wir müssen die Schuhe ausziehen.Der Guide geleitet uns ins schummrige Innere der Haupthütte.
Nachdem sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben erkenne ich eine riesige Schlafstelle.
Es war das Bett des Königspaars, ein echtes Kingsize Bett. Nur dem König und der Königin war es erlaubt in diesem Bett zu schlafen. In der ruandischen Kultur mussten die gross gewachsenen Könige grosse Betten haben und nur der König konnte beim Schlafengehen den Haupteingang benutzen. Die Königin durfte das nicht. Denn in der ruandischen Kultur darf eine Frau, wenn sie zu Bett geht, keinesfalls über einen Mann hinwegsteigen.... 🙄 Deshalb musste die Königin einen Nebeneingang benutzen wo andere Frauen sassen und traditionelle Tänze und Lobpreisungen aufführten.
Hinter der Königshütte treten wir auf einen Hof. Dort ist das zu bewundern was für Tutsi Könige am meisten zählte: schlanke braune Ankolerinder, gekrönt mit ausladenden lyraförmigen Hörnern.
Ein Angestellter kümmert sich speziell um die Tiere und Zucht.
Auf einmal herrscht überall Aufregung. Eine Dame mit Bodyguards erscheint vor uns.
Wir erfahren vom Guide dass es sich um die Staatsministerin für Kultur handelt. In den Dreissigerjahren haben dann die Belgier dem König einen modernen Palast gebaut.
Drin gibt es prächtige Möblierungen und Dekorationen aus dieser Epoche. Bei unserem Besuch war das Fotografieren im Innern nicht erlaubt. Ich konnte aber heimlich 2 Bilder schiessen....
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200815. Sept. 2015 · #87
Gegen 13 Uhr essen wir eine Kleinigkeit in Nianza Stadt. Anschliessend fahren wir nach Butare und besuchen das ethnographische Museum. Eintritt hier auch 6000 FRW pro Person.
Durch die ausführliche und detaillierte Ausstellung in Verbindung mit den informativen Erläuterungen des Museumsführers, erhalten wir einen präzisen Eindruck über den Prozess der Zivilisation im heutigen Ruanda und die Entwicklung der ruandischen Gesellschaft von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart. Das Museum wurde vom belgischen König Baudoin gestifftet und 1989 eröffnet. Das ganze Gebäude wurde vom Architekten und Ethnologue Lode van Pee geplant.
Wir verbringen eine gute Stunde im Museum. Danach geht es weiter Richtung Nyungwe NP. 5 Kilometer ausserhalb der Stadt sehen wir auf einmal eine Zinn Fabrik auf der rechten Seite: "Etainerie de Huye". Da halten wir an. Hier soll das purste Zinn auf der Welt verabeitet werden (99,80%) Es besitzt keine Legierung so dass man es ohne Gefahr für kulinarische Zwecke verwenden kann. So werden Löffel, Gabel, Kruge, Teller hergestellt. Wir gucken uns verschiedene Ateliers an.
Zum Schluss besuchen wir noch den Laden.
Wir kaufen ein Rhino und 2 Gorillas aus Zinn. Die Dame säubert gerade unser Kauf.
Dieser Besuch ist echt zu empfehlen.
Um 16.30 erreichen wir die Stadt Gikongoro und beschliessen da im Golden Monkey Hotel zu übernachten.
Wir nehmen im Erdgeschoss das Zimmer 302. Es ist klein, einfach
mit Dusche/WC.
Wifi funtionniert sehr schnell und sogar im Zimmer! That's also Afrika...... 🙂
Nach dem Duschen gönnen wir uns auf der Restaurantterrasse ein Primus. Es tut gut. 🤪
Gegen 19 Uhr bestellen wir auch unser Abendessen. Es braucht eine ganze Stunde bis es unser Tisch erreicht. Avocado Vinaigrette schmeckt wunderbar. Das Hähnchen dagegen ist wirklich ungeniessbar. 😣
Preis für das Zimmer in B&B: 60 US$ Da kann man keine zu grosse Erwartungen haben! 😎
Bloke1'920 Beiträge · seit 200816. Sept. 2015 · #88
ANNICK schrieb:
Wir nehmen im Erdgeschoss das Zimmer 302. Es ist klein, einfach
mit Dusche/WC.
Wifi funtionniert sehr schnell und sogar im Zimmer! That's also Afrika...... 🙂
Nach dem Duschen gönnen wir uns auf der Restaurantterrasse ein Primus. Es tut gut. 🤪
Gegen 19 Uhr bestellen wir auch unser Abendessen. Es braucht eine ganze Stunde bis es unser Tisch erreicht. Avocado Vinaigrette schmeckt wunderbar. Das Hähnchen dagegen ist wirklich ungeniessbar. 😣
Preis für das Zimmer in B&B: 60 US$ Da kann man keine zu grosse Erwartungen haben! 😎
Morgen geht es weiter zum Nyungwe NP
Wie unterschiedlich doch die Reiseansprüche sind 😉
Auch wir waren im Goldenen Monkeys, und ich empfand es als absolut geil, weil ich seit langem wieder eine warme Dusche hatte,und permanenten Strom . Aber wir haben keine 60 US Dollar bezahlt 😗
gegessen haben wir allerdings nicht. Das Frühstück war schon ein Erlebnis für sich. Keine 100 Meter um die Ecke wäre die Mutzig Bar gewesen, eine kleine einfache lokale Bar,mit leckerem lokalen Essen, Und richtiges Bier hätte es auch gegeben, Primus hat nämlich mein Gaumen Geschmack NICHT bestanden
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200817. Sept. 2015 · #89
29.07.2015
Gegen 8 Uhr frühstücken wir im Restaurant. Es gibt ein kleines sehr einfaches Buffet.
Eine halbe Stunde später fahren wir Richtung Murambi Genocide Memorial. Es gehört zum Dorf Nyamagabe. Hier wurden 1994 rund 45'000 Menschen innerhalb 4 Tagen mit Macheten abgeschlachtet.
Aus dem Gebäude kommt uns ein Ruander entgegen.
Er ist der Direktor der Gedenkstätte und spricht gut französisch. Er fragt ob er uns draussen herumführen kann. Wir akzeptieren sofort. Die Gedenkstätte ist eine technische Schule, die 1994 im Bau war.
Zu der Schule gehören zahlreiche kleinere Nebengebäude, die als Speise-und Schlafsäle dienen sollten.
Der Direktor erzählt uns, dass die lokale Regierung mit Unterstützung der Kirche, die Tutsis der Region aufgefordert hat, sich anstatt in Kirchen in der Schule zu versammeln, da diese von Truppen, unter anderem aus Frankreich, beschützt wird. Daraufhin strömten zigtausende Tutsis in die Schule. Zunächst wurde den Menschen noch zu Essen und zu Trinken gegeben damit sie sich in Sicherheit fühlten. Nach kurzer Zeit wurden allerdings Strom und Wasserleitungen gekappt, die Menschen wurden immer schwächer und schwächer, die französischen Truppen verschwanden, die Völkermörder kamen. Am 21. April begann die Interahamwe mit dem Massenmord in Murambi. Granaten wurden durch die Fensterscheiben geworfen. Alle Ueberlebenden wurden innerhalb von 4 Tagen mit Macheten zerhackt. Nur 12 Menschen haben das Massaker überlebt. Nachdem das Morden in Murambi vorbei war, kamen französische Truppen und errichteten einen Volleyballplatz über den Massengräbern, um zu vertuschen was geschehen war. Heute wissen viele Franzosen dass unsere Politiker dort Mist gebaut haben.....
Der Direktor führt uns zum ersten der Nebengebäude. Rund 1000 Leichen wurden hier mit einem Leimpräparat konserviert. In jedem Raum der Nebengebäude sind Leichen zur Schau gestellt. Hauptsächlich Frauen und Kinder. Bei einigen kann man erkennen wo sie von der Machete getroffen wurden., manche haben noch Haare, bei vielen hat man das Gefühl einen leideten Gesichsausdruck erkennen zu können. Der Geruch ist sehr intensiv. Ich nehme an dass es an die Chemicalien liegt. Ich gehe durch die Räume wie in einem Museum und bin einfach leer und sprachlos.
Wir satehen nun an den Ort, an dem französische Soldaten kurz nach den Massaker über tausende von Leichen Volleyball spielten.....Ausser unseren Stimmen ist nichts zu hören. Die Sonne scheint, wir stehen am Gipfel eines Hügels, um uns herum nichts als weitere Hügel.
Dieser Besuch hat mich sehr berührt. Erst jetzt verteht man wirklich was da los war. Zum Schluss hinterlassen wir eine "Donation" in der Box. Dem Direktor geben wir auch einen Lift bis zur Hauptstrasse. Er muss nach Kigali.
Es geht dann weiter zum Nyungwe NP. Bald kommen auch schon die ersten Teeplantagen.
Die Teerstrasse ist ganz neu. Die Chinesen haben da gute Arbeit geleistet.
Unterwegs sehen wir immer wieder Einheimische auf der Strasse
sowie LKW's die zu schnell gefahren sind.
Landschaftlich wird es auch immer schöner.
Gegen 11 Uhr erreichen wir das Nyungwe Visitor Center.
Bloke1'920 Beiträge · seit 200817. Sept. 2015 · #90
ANNICK schrieb:29.07.2015
Eine halbe Stunde später fahren wir Richtung Murambi Genocide Memorial. Es gehört zum Dorf Nyamagabe. Hier wurden 1994 rund 45'000 Menschen innerhalb 4 Tagen mit Macheten abgeschlachtet.
Der Direktor führt uns zum ersten der Nebengebäude. Rund 1000 Leichen wurden hier mit einem Leimpräparat konserviert. In jedem Raum der Nebengebäude sind Leichen zur Schau gestellt. Hauptsächlich Frauen und Kinder. Bei einigen kann man erkennen wo sie von der Machete getroffen wurden., manche haben noch Haare, bei vielen hat man das Gefühl einen leideten Gesichsausdruck erkennen zu können. Der Geruch ist sehr intensiv. Ich nehme an dass es an die Chemicalien liegt. Ich gehe durch die Räume wie in einem Museum und bin einfach leer und sprachlos.
Dieser Besuch hat mich sehr berührt. Erst jetzt verteht man wirklich was da los war. Zum Schluss hinterlassen wir eine "Donation" in der Box. Dem Direktor geben wir auch einen Lift bis zur Hauptstrasse. Er muss nach Kigali.
sowie LKW's die zu schnell gefahren sind.
Fortsetzung folgt.
Nur wer selber Vor Ort war und die zugerichteten Körper sah,kann in etwa erahnen wie bestialisch die Menschen damals ABGESCHLACHTET wurden.
Der Anblick der präparierten Leichen und die Gesichtszüge der Toten wirken surreal....
Auf einigen Torsos wurden Blumengebinde abgelegt, die dem Toten einen Namen geben...
Annick: Als ich deinen LKW sah musste ich schmunzeln, denn der war auch zu meiner Zeit schon in der Maikäferstellung. 😄
Ich denke, der wird auch noch in den nächsten 5 Jahren in der Stellung verweilen 😄
chris p382 Beiträge · seit 200617. Sept. 2015 · #91
Annick, danke für die beeindruckende Erzählung über das Murambi Memorial. Wir können sehr gut nachvollziehen, das diese Bilder und Erzählungen einen sprachlos machen. Wir sind aber sehr froh, das wir uns im letzten Jahr auch dieser schrecklichen Geschichte in Ruanda gestellt haben um vielleicht zu verstehen was damals passiert ist. Trotz vieler Gespräche, Besuchen von den Gedenkstätten haben wir es nicht geschafft es nachzuvollziehen wie das damals passieren konnte.
Danke und nachdenkliche Grüsse Christian
Bloke1'920 Beiträge · seit 200817. Sept. 2015 · #92
chris p schrieb:Annick,
Trotz vieler Gespräche, Besuchen von den Gedenkstätten haben wir es nicht geschafft es nachzuvollziehen wie das damals passieren konnte.
Danke und nachdenkliche Grüsse Christian
Hi Chris
Manipulation an den richtigen Stellen, Gehirnwäsche und falsche Infos gestreut, und schon beginnt es zu kochen. Volksaufhetzung......
LG Heinz
TOtoumtoum319 Beiträge · seit 201217. Sept. 2015 · #93
chris p schrieb:Trotz vieler Gespräche, Besuchen von den Gedenkstätten haben wir es nicht geschafft es nachzuvollziehen wie das damals passieren konnte.
Eigentlich lassen sich die meisten Kriesen auf immer das gleiche Problem zurückführen - den Leuten geht es wirtschaftlich schlecht, in den moisten Fallen kommt noch verschärfend hinzu, daß der Reichtum sehr unterschiedlich verteilt ist. Da ich schon einige Krisenregionen bereist habe, konnte ich diesen Umstand immer wieder als Ursache sehen. Ich habe in Rwanda viele Gespräche mit "beiden Seiten" geführt und viel nachgebohrt. 1994 war die Wirtschaft in Ruanda in einer sehr schlechten Verfassung. Das lag daran, daß der Kaffeepreis rasant eingebrochen war und 75% der Exporte basierten auf dem Kaffee. Dazu kam eine Bevölkerungszunahme, wegen besserer medizinischer Versorgung, was aber die Resourcen verknappte - auch heute ist dieses Bevölkerungswachstum dort ein Problem. Kostenlose Schulbildung und kostenfreie medizinische Versorgung wurden abgeschafft Die Perspektivlosigkeit der Jugend wuchs. Dazu kam noch die Stellung der Hutus und der Tutsis - darauf jetzt im einzelnen einzugehen, würde ganze Seiten füllen. In solch einer Situation sind dann viele Menschen anfällig für extreme Parteien und Ansichten. In Deutschland war das auch die Ursache, daß Hitler an die Macht kam (weltwirtschaftskrise etc.). Auch heute beobachte ich in Europa, daß die Schere arm - reich immer mehr aufgeht. Das bildet die Grundlage, daß extreme Parteien etc. immer mehr auf fruchtbaren Boden treffen. Sind dann an der Spitze noch charismatische Führer, dann haben diese Parteien starken Zulauf. Eine extreme Partei mit einem Führer der wie z.B. Haider ist, würde in Deutschland die Partei schnell eine signifikante Rolle spielen. Wir sollten uns hüten zuz sagen, das kann in Europa nicht passieren. In den letzten Jahren ist Europa extreme auseinandergedriftet.
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200817. Sept. 2015 · #94
Hallo Toum Toum,
Ich konnte mich auch mit der älteren Generation "beider Seiten" gründlich unterhalten. Das Problem Hutu - Tutsi besteht aber seit längerer Zeit.
Hier ein bisschen Geschichte:
In der früheren Wahrnehmung der Europaer stellte das Volk der Hutu die Masse der Einwohner, die Tutsi (im Deutschen früher Watussi-Krieger genannt) seien zwischen dem 14. Jahrhundert und 15. Jahrhundert eingewandert und hätten als kriegerisches Volk die Hutu unterworfen. Die Tutsi seien ein Volk mit wohl nilotischem Ursprung. Sie hätten als Minderheit die staatliche und militärische Macht gestellt, während die Hutu als Bauern gearbeiten hätten. Bereits in vorkolonialer Zeit sei es immer wieder zu Aufständen der Hutu gegen die ihnen verhasste Tutsi-Minderheit gekommen, von der sie sich unterdrückt und ausgebeutet fühlten. Diese Theorie wurde begünstigt durch die rassistischen Vorstellungen der Kolonialwissenschaftler des frühen zwanzigsten Jahrhunderts.
Im allgemeinen waren die Tutsi die Elite des Landes und es gab zahlreiche Fälle von Personen bzw. Familien, die ihre Gruppe wechselten, was zeigt, dass es sich bei Hutu und Tutsi eher um zwei verschiedene Stände oder Klassen handelt (keine Kasten, denn Hochzeiten waren häufig), nicht dagegen Stämme oder ethnische Gruppen, wie es üblicherweise durch die Kolonialliteratur, diverse Nachschlagewerke sowie Medien dargestellt wird.
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200817. Sept. 2015 · #95
Fortsetzung
Der Nyungwe NP liegt zwischen der Stadt Butare und dem Kivu See im Südwesten von Ruanda. Seine höchste Erhebung ist 2950 Meter hoch. Der über 1000 Quadratkilometer grosse, immergrüne Nyungwe Wald ist einer der artenreichesten Wälder Ostafrikas. Im dichten Bergnebelwald sind verschiedene, farbig markierte Pfade mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zum Wandern angelegt worden. Eine der schönsten Touren ist der Wanderweg zum Gisakura Wasserfall.
Im Visitor Centre erkundigen wir uns über die verschiedene Trails und Activities. 4 Belgier kommen gerade von der Canopy Tour zurück und sind sehr enttäuscht. Sie haben keine Affen und Vögel gesehen. 60 US$ nur für die Brücke finden sie schon ein Haufen Geld! Wir entscheiden weiter zu fahren. In Gisakura schauen wir uns zuerst die Teeplantagen an.
Danach halten wir am Main Office Parkeingang an. Da buchen wir auch für den nächsten Tag ein Monkey Tracking. Kostet 60 US$ und startet um 9.30. Wir gucken uns auch das Gisakura Guest House an und beschliessen lieber in Cyangugu zu übernacvhten. Die Strasse bis zur Stadt ist eine reine Baustelle. Die Chinesen haben noch zu tun! 😎 Wir brauchen 45 Minuten bis zum Emeraude Kivu Resort. Es liegt direkt am See.
Jeanne, die Managerin, heisst uns Willkommen. Es hat noch 2 Zimmer frei. Wir gönnen uns den Welcome Drink auf der tollen Restaurantterrasse.
Auf der anderen Seite liegt la République Démocratique du Congo.
Anschliessend beziehen wir unser Zimmer 106 mit Fernseher, Safe, Dusche/WC
und einem netten Balkon.
Den Nachmittag verbringen wir unter am Steg und Baden.
Das Wasser mit seinen 23 Grad ist ein Genuss! 🙂
Auf dem See können wir auch das Geschehen beobachten.
Gegen 18 Uhr duschen wir. Wifi funktionniert im Lobby und Restaurantbereich wunderbar. Das Abendessen erweist sich als ein Volltreffer. Die hausgemachte Avocadosuppe sowie der Tilapia Fisch in Zitronensauce schmecken himmlisch. Dazu trinken wir eine Flasche Chardonay aus Chilien. Die Managerin hat beim Einchecken auch bemerkt dass mein Toni Heute Geburtstag hat. Und so bekommen wir als Nachspeise einen Mangokuchen, miam miam, mit Kerzen.
In diesem Resort fühlt man sich auf Anhieb wie Zuhause! 😁
Preis pro Nacht in Halbpension für uns Beide: 110 US$
ANNICKThemenstarter8'054 Beiträge · seit 200818. Sept. 2015 · #96
30.07.2015
Um 7.45 frühstücken wir auf der netten Terrasse.
Es gibt ein Frühstücksbuffet und es schmeckt.
Von da oben kann man auch das Geschehen auf dem See beobachten.
Gegen 8.30 verlassen wir Emeraude Kivu Resort Richtung Nyungwe Forest NP. Auf dem Weg dorhin begegnen wir wieder zu schnell fahrende LKW's......
45 Minuten später erreichen wir die Ranger Station von Gisakura. Der Nyungwe Forest NP ist Heimat von etwa 500 Schimpanzen. Anders als die meisten Primaten leben Schimpanzen in Gruppen von bis zu hundert Mitgliedern die sich in kleineren Gruppen auf der Suche nach Nahrung durch den Wald bewegen. Insgesamt leben 13 Primatenarten im Nyungwe Forest NP, das sind etwa 20 bis 25% der Gesamtzahl in Afrika. Diese Zahl lässt sich nur mit dem Kibale NP in Uganda vergleichen.
Wir werden von David (ein Ranger) und Joslyne (eine Praktikantin aus Uganda) erwartet.
Auf dem heutigen Programm: Colobus Affen Tracking
Der Fussmarsch bringt uns durch tolle Landschaften und Teeplantagen.
Unterwegs beobachten wir von weitem einen Mangabey Affen.
Ab und zu treffen wir auch Einheimische die uns freundlich grüssen.
Nach einer guten Stunde erblicken wir die Black and White Colobus Affen auch Schwarz-Weisse Stummelaffen genannt. Diese Primaten sind tagaktive Tiere, die sich meistens in den Bäumen aufhalten. In spärlich bewaldeten Gebieten leben sie zeitweise am Boden. Sie bilden Haremsgruppen von rund 8 bis 15 Tieren, die sich aus einem Männchen, zwei bis sechs Weibchen und deren Jungtiere zusammensetzen. Es sind territoriale Tiere, die Streifgebiete sind mit 15 bis 60 Hektar relativ klein und können sich mit denen anderer Gruppen teilweise überlappen. Die Männchen lassen morgendliche Brüllkonzerte ertönen, um andere Gruppen auf den Aufenthaltsort hinzuweisen. Begegnen sich dennoch 2 Gruppen, kann es zu aggressiven Handlungen zwischen den jeweiligen Männchen kommen, die aus Drohgebärden, Gebrüll und nötigenfalls körperlichen Auseinandersetzungen bestehen.
Schwarz-weisse Stummelaffen ernähren sich in erster Linie von Blätter, daneben nehmen sie auch Früchte und Blüten zu sich.
Wir gucken ihnen eine Weile zu. Auf einmal hören wir im Wald bekannte laute Schreie. Diese konnten wir schon in den Kyambura Gorges in Uganda hören.
Herzlichen Dank für Deine vielen Infos zu Ruanda - ob für eine traurige Stimmung zum Genozid oder herrliche Landschaften, die das Herz erfreuen. Wir werden Euren Spuren folgen. Wann, dass ist eine Frage der Sicherheit in den Nachbarländern.
LG und schönes Wochenende Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
Graskop960 Beiträge · seit 201318. Sept. 2015 · #100
ANNICK schrieb:
Hallo Annick, iss das n schönes Foto! Danke für`s zeigen