pedro62Themenstarter345 Beiträge · seit 201117. Juli 2015 · #21
Hallo Christa
Das war auf jeden Fall einer der besten Hinweise mit der Tagestour bei den Schimpansen und vom Erlebnisfaktor eigentlich bleibender als bei den Gorillas. Noch dazu wenn man sich den Preisunterschied von der Kurzen zur Tagestour ansieht...
Mit meinem jetzigen Wissen, waren meine Fragen vielleicht etwas konfus, aber es macht natürlich einen gewaltigen Unterschied, ob man so eine Tour geführt oder auf eigene Faust alleine durchzieht, da will man eben mehr im Detail wissen. Ich hoffe trotzdem du bist mir nicht mehr böse. Liebe Grüße Peter
pedro62Themenstarter345 Beiträge · seit 201117. Juli 2015 · #22
Hallo Holger
Danke für dein Lob. Du weßt ja selbst wie schwierig die Lichtverhältnisse im Urwald sind, da muss man ganz schön an der Technik drehen und halbwegs scharfe Fotos zu bekommen. Ich habe die meisten Schimpansenfotos mit 4000-6400 ISO und ziemlich offener Blende geschossen. Der Weißabgleich war hoffnungslos überfordert, aber dank RAW kein Problem das nachträglich zu ändern. Mit der Schärfe bin ich absolut zufrieden. Da merkt man schon einen riesen Unterschied zu günstigen Kameraausrüstungen, wenn nur diese ewige Schlepperei nicht wäre 😄
ja leider hab ich den Adler nicht von vorne aber auf die Entfernung und das aus dem fahrenden Boot, bin ich trotzdem sehr froh über den Schnappschuss. Leider ist die Qualität der hier heruntergerechneten Bilder auch nicht die Beste...
Mit meinem jetzigen Wissen, waren meine Fragen vielleicht etwas konfus, aber es macht natürlich einen gewaltigen Unterschied, ob man so eine Tour geführt oder auf eigene Faust alleine durchzieht, da will man eben mehr im Detail wissen.
Das ist eben bei uns nicht so. Ich plane genau so wie Du als Selbstfaher Tag für Tag, was wir erleben wollen - nur eben mit Hilfe eines Menschen, der die Region kennt. Ich verlasse mich nicht auf einen Tour Anbieter, denn ich liebe keine bösen Überraschungen.
Allerdings liefere ich in meinen Reiseberichten keine Track-Aufzeichnungen, höchstens infos wie langer Fahrtag oder so. Bischen was können Selbstfahrer auch alleine tun.
Christa
www.botswanadreams.de
"Alles, was ich jetzt wollte, war nach Afrika zurückzukommen. Ich hatte es noch nicht einmal verlassen, aber wenn ich nachts aufwachte, lag ich lauschend da, bereits voller Heimweh danach."
Ernest Hemingway
pedro62Themenstarter345 Beiträge · seit 201118. Juli 2015 · #24
Und weiter geht's... Noch einen kleinen Nachschlag an Fotos gefällig?
Nach zwei Nächten in der QE Bush Lodge ging es tags darauf weiter in den südlichen Teil des QENP genauer nach Ishasha, bekannt für seine in den Bäumen liegenden Löwen.
pedro62Themenstarter345 Beiträge · seit 201118. Juli 2015 · #25
Nach meiner Einfahrt beim Ishasha-Gate in den NP machte ich meinen ersten Versuch ohne Guide die Löwen zu sehen. Bewaffnet mit einer mehr oder weniger genauen Landkarte machte ich mich auf den Weg. Da die Löwen, wenn überhaupt, ja nur auf bestimmten Bäumen liegen, verlor ich schnell die Orientierung bei den vielen Loops die es hier gab und um diese besagten Bäume führen. Ich wusste auch nicht, dass die Hauptstraße in unmittelbarer Nähe quer durch den NP verlief, so folgte ich bei der Umrundung eines Baumes einer Autospur die aber schließlich in hohem Gras mündete. Zufällig war ein Straßenarbeiter damit beschäftigt mit seiner Machete den Straßenrand zu bearbeiten. Durch das Fenster meines Wagens fragte ich ihn, ob dieser Weg richtig sei, er nickte und so fuhr ich weiter, was leider ein großer Fehler war…
Es gab einen lauten Knall und der Wagen rührte sich keinen Millimeter mehr. Ich bin in eine wohl beabsichtigte Durchfahrtssperre gefahren und mit der kompletten Vorderachse bis auf den Boden des Wagens aufgesessen. Jetzt half auch kein Allrad mehr. Wie ich merkte, hat mich der Straßenarbeiter wohl nicht verstanden, da er kein Englisch sprach!! Super, eine äußerst missliche Lage, mit seinem Wagen in einem löwenverseuchten Gebiet steckenzubleiben. Mit einem mulmigen Gefühl bin ich schließlich ausgestiegen um den Schaden zu begutachten. Der Wagen war, Gott sei Dank, nicht beschädigt aber an eine Weiterfahrt war ohne fremde Hilfe nicht zu denken, dabei waren es nur 10 Meter bis auf die Hauptstraße(!). Der Arbeiter war nicht der Einzige und so kamen nach einer halben Stunde noch zwei Jungs dazu, einer davon ein Parkranger der UWA mit Gewehr, der andere hatte eine Hacke dabei. Meine Rettung… Ich ersuchte ihn das Erdreich hinter den Vorderrädern soweit abzutragen bis der Wagen nicht mehr aufsitzt und tatsächlich nach einigen Versuchen und gemeinsamen Anstrengungen bekam ich den Wagen frei. Mit einem großzügigen Trinkgeld bedankte ich mich bei den beiden Straßenarbeitern aber das nächste Ungemach drohte…
Der Parkranger behauptete ich sei Offroad gefahren und er verständigte sein Office über Funk. Nun, Offroadfahren hieße 150,- US$ Strafe zu bezahlen, was natürlich auch nicht so nett ist. Nach einem langen klärendem Gespräch, konnte ich den Ranger aber davon überzeugen, dass es nicht meine Absicht war Offroad zu fahren sondern aufgrund eines Verständigungsproblems mit dem Straßenarbeiter ein Irrtum war.
So fuhr der Ranger mit mir mit und fungierte bis zu seinem Stützpunkt als mein Guide, aber leider haben wir keine Löwen gesehen, was zu diesem Zeitpunkt vielleicht auch gut war so . Nachmittags machte ich nochmal einen Gamedrive in diesem Gebiet, geknickt durch den Vorfall am Vormittag aber mit einem Guide. Dieser wusste natürlich wo man zu suchen hat um die Löwen zu sehen und so hatte ich das Glück insgesamt 5 Löwen faul in den Bäumen herumhängend zu sehen.
pedro62Themenstarter345 Beiträge · seit 201118. Juli 2015 · #26
Die nächsten beiden Nächte verbrachte ich, als einziger Gast, in der ‚Ishasha Jungle Lodge‘, eine sehr angenehme Unterkunft in der Nähe des Parkeingangs mit ausgezeichneter Küche und nettem und sehr bemühtem Personal.
Den folgendenTag verbrachte ich bis gegen 14:00 Uhr wieder im Nationalpark und hatte das Glück im nördlichen Teil eine Hyänenfamilie bei der Fütterung der Jungen zu beobachten.
Selbstverständlich wollte ich auch nochmal nach den Löwen suchen und hab tatsächlich welche gefunden. Zuerst eine Löwin, die bereits faul mit dickem Bauch auf einem Ast schlummerte. Bei geöffneter Seitenscheibe hörte ich ein Knirschen und die Luft war vom Geruch frischen Fleisches geschwängert. Und tatsächlich sprang eine zweite Löwin mit dem übriggebliebenen Hinterteil einer Antilope auf den Baum und verspeiste genüsslich ihren Kill. Ein wunderbarer Anblick und natürlich ein willkommenes Fotomotiv.
Warum die Löwen hier in den Bäumen liegen, darum streiten offenbar die Gelehrten aber nachdem mich unzählige lästige Tzetze-Fliegen zu attackieren begannen, könnte ich mir vorstellen, dass dies ein gewichtiger Grund sein könnte um den Plagegeistern zu entgehen.
Abends habe ich noch zufällig zwei Deutsche getroffen, die auch mit einem Wagen von ‚Alpha Rent a Car‘ unterwegs waren und wir haben bei einem netten Plausch ein (warmes) Bier an einer ‚Bar‘ getrunken. Offenbar waren wir Musungus so interessant, dass einige Einheimische ihre Handys zückten und Fotos von uns machten.
pedro62Themenstarter345 Beiträge · seit 201118. Juli 2015 · #27
Am folgenden Tag ging es weiter Richtung Bwindi NP nach Buhoma zum eigentlichen Grund und Höhepunkt meiner Reise – dem Gorillatrekking.
Ich hatte eine Reservierung im ‚Buhoma Community Rest Camp‘, das direkt am Eingang zum Bwindi NP liegt und von Einwohnern von Buhoma betrieben wird. Die Einkünfte daraus kommen der Community zu Gute. Mein Zelt lag im dichtbewaldeten Gebiet mit direktem Blick auf den ‚undurchdringlichen‘ Regenwald – Affenbesuch auf der Veranda inklusive.
Am Nachmittag machte ich einen ‚Village Walk‘ mit einem Guide aus der Community. Sehr empfehlenswert, da man vieles über das Leben und Traditionen der Menschen hier erfährt. So besuchten wir einen traditionellen Heiler, der mit Jahrhunderte überlieferten Rezepturen aus Kräutern und Pflanzen die Bevölkerung von so manchem Leiden befreit und selbst im örtlichen Hospital als angesehener ‚Halbmediziner‘ den Ärzten der modernen Schulmedizin sein Wissen zur Verfügung stellt.
Man erfährt wie man aus Bananen Saft gewinnt, daraus Bier braut und in weiterer Folge hochprozentigen Gin herstellt – natürlich mit Verkostung. Ein Besuch bei der Batwa Community (Pygmäen, die aus dem Urwald hier als Minderheit umgesiedelt wurden) mit einer Tanz- und Gesangsvorführung rundete den rund 4 stündigen Rundgang ab.
Interessant war auch zu erfahren, dass aus dem Geld für den Gorillapermit (im Regelfall derzeit 600,-- US$) sehr wenig hier in der Community ankommt und der Löwenanteil nach Kampala geht… Die Einwohner in und um Buhoma haben lediglich die Einkünfte aus dem Restcamp und als Träger für die Touris und deren Gepäck zu schleppen (mindestens 15,-- US$). Man kann sich vorstellen, dass sich die Akzeptanz für die Gorillas in Grenzen hält. Noch dazu kommen die Tiere auch immer wieder mal aus dem NP und suchen die Bananenplantagen der Bauern heim, was natürlich für zusätzlichen Unmut sorgt. Trotzdem haben die meisten eingesehen, dass Buhoma (als auch die anderen Orte mit Gorillatrekking) ihren bescheidenen Wohlstand wohl dem Affentourismus zu verdanken haben. Die Nacht war unruhig und feucht (wegen der hohen Luftfeuchtigkeit fühlte sich das Bettlaken an als sei es gerade aus der Waschmaschine gekommen). Und wie ein kleines Kind zu Weihnachten konnte ich es kaum erwarten bis das Trekking startete.
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200918. Juli 2015 · #28
Hallo Pedro,
welch ein wunderschönes Foto:
Großes Kompliment! Vielen Dank für deinen äußerst lesenswerten Bericht, zumal wir viele der von dir besuchten Orte kennen und gerne mal wieder auf den aktuellen Stand gebracht werden.
Mit herzlichen Grüßen Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
pedro62Themenstarter345 Beiträge · seit 201118. Juli 2015 · #29
Gegen 8:00 am nächsten Morgen startete das Briefing für das Gorillatrekking. Man erfährt wie man sich gegenüber den Gorillas verhalten soll, wie groß der Abstand zu den Tieren sein soll, dass man nicht krank sein darf und und und..
Anschließend wurde die Aufteilung zu den einzelnen zu besuchenden Gorillafamilien durchgeführt. (insgesamt gibt es in Buhoma 3 Familien die besucht werden können und das von max. jeweils 8 Personen für ziemlich genau eine Stunde). Da ich von zwei Mädels, die vor kurzem hier waren, erfahren habe, dass die Mubare-Gruppe einige Jungtiere haben soll, wollte ich natürlich zu dieser. Ein Mitarbeiter des ‚ Buhoma Community Rest Camp‘ war mir dann auch behilflich, dass ich dieser Gruppe zugeteilt wurde.
Gegen 9:00 gings los, für rund 1 ½ Stunden stets bergauf bis zu einem Hochplateau, eine schweißtreibende Partie. Oben angekommen waren es vielleicht noch 20 Minuten bis wir am Lagerplatz der Gorillas eintrafen. Das Gepäck ließen wir bei den Trägern zurück und mit der Kamera bewaffnet gings zu den Menschenaffen. Da schlägt einem das Herz schon höher, nicht nur wegen des kräfteraubenden Aufstiegs. Und da lagen sie, verstreut auf dem mit Blättern bedeckten Boden. So nahe war ich unserer unmittelbaren Verwandtschaft noch nie… Der Silberrücken macht uns kurz seine Aufwartung und gab uns zu verstehen, wer der Herr im Hause ist, bevor er sich dezent im Blätterwald zurücklehnte um die ganze Situation zu überblicken. Insgesamt besteht die Familie derzeit aus 14 Tieren (zwei Männchen sonst nur Weibchen und insgesamt 4 Jungtiere, wovon das Jüngste gerade einmal 3 Wochen alt war). Man hofft, dass der jüngste Nachwuchs ein Männchen ist um den Fortbestand der Familie zu gewährleisten aber offenbar ist es noch zu früh um das Geschlecht bestimmen zu können. Es ist schon schön zuzusehen wie liebevoll die Tiere untereinander umgehen, speziell im Umgang mit den Jüngsten. Man ist geneigt den Finger nicht mehr vom Auslöser zu nehmen aber man muss sich dazu überwinden, denn allein das Beobachten macht irren Spaß.
Leider war die Stunde viel zu schnell vorbei (wobei man uns gütiger Weise 1 ¼ Stunden Zeit ließ) und man musste sich wieder verabschieden und den Rückweg ins Tal antreten. Wer weiß wie lange es noch möglich ist Gorillas in freier Wildbahn überhaupt zu sehen (es gibt derzeit nur mehr rund 850 freilebende Berggorillas weltweit…). Trotz allem bleibt es ein Erlebnis und eine Erfahrung die man sein Leben lang nicht mehr vergisst und mit einer Träne im Auge gings zurück nach Buhoma. Gegen 14:00 waren wir wieder im Tal angekommen und es gab als ‚Belohnung‘ noch ein Zertifikat über den Besuch bei den Gorillas.
pedro62Themenstarter345 Beiträge · seit 201118. Juli 2015 · #30
Da ich nicht noch eine Nacht in diesem feuchten Bett verbringen wollte, obwohl es landschaftlich sehr reizvoll war, beschloss ich meine Fahrt Richtung Lake Bunyonyi fortzusetzen. Rund 5 Stunden dauerte die Fahrt teilweise durch den Bwindi NP mal hoch mal runter, durch eine der schönsten Landschaften in Uganda. Immer wieder Zwang mich ein Fotostop zum Stehenbleiben, obwohl die Zeit drängte.
Rechtzeitig zum Sonnenuntergang kam ich am Lake Bunyonyi an. Der See mit seinen unzähligen kleinen Inseln und seinen wunderbaren Buchten lädt zum Verweilen ein. Er wird auch der Tegernsee der Ugander genannt, weil alle Einheimischen mit Geld sich ein Grundstück an diesem See kaufen und ihre Freizeit hier verbringen.
Die Nacht verbrachte ich in der ‚Bunyonyi Safari Lodge‘, ein ziemlich großes Hotel mit angeschlossenen kleinen Häuschen. Leider war ich auch hier der einzige Gast aber man versuchte mir improvisiert ein Abendessen zuzubereiten, was durchaus auch gelang… Nach dem Auschecken am nächsten Morgen fuhr ich noch hoch zur ‚Arcadia Lodge‘ wo man angeblich einen außergewöhnlichen Blick über den See hat. Ich kanns nur bestätigen, traumhaft diese Aussicht.
Rückblickend betrachtet hätte ich hier noch eine Nacht verbringen sollen, da mein nächstes Ziel der ‚Lake Mburo NP‘ weit hinter meinen Erwartungen zurück blieb. Gut 4 Stunden dauerte die Fahrt bis zum Lake Mburo NP größtenteils auf Teerstraße mit einem rund 30 Kilometer langem Baustellenabschnitt (Staub und Schlagloch übersäht). Der Gamedrive im NP am Nachmittag war nicht sehr ertragreich. Lediglich die Lage der Unterkunft ‚Eagles Nest‘ hoch über dem NP war für mich den Stopp wert. Der Blick weit über das leicht hügelige Land ist schon imposant. Die Zufahrt zur Lodge ist allerdings etwas abenteuerlich (extrem steil). Die Nacht war ruhig und angenehm, lediglich der Wind war zu hören. Leider war der Himmel am nächsten Morgen wolkenverhangen und verwehrte einem den Blick auf einen sicherlich sonst sehr aufregenden Sonnenaufgang.
pedro62Themenstarter345 Beiträge · seit 201118. Juli 2015 · #31
Noch ausgiebig frühstücken, dann gings zurück nach Entebbe (über Kampala mit seinem schrecklichen Verkehr) zum Ausgangspunkt meiner Reise dem ‚Airport Guesthouse‘. Von nun an war nur noch Erholung angesagt. Fotos sichten, auf Notebook überspielen, etc. Am Vormittag des nächsten Tages habe ich dem ‚Wildlife Education Center‘ einen Besuch abgestattet, einer Art Zoo wo auch den Einheimischen (speziell den Kindern) die artenreiche Tierwelt Ugandas nahegebracht wird. Für mich war es die letzte Chance zumindest in Gefangenschaft einen Schuhschnabel, diesen komischen urzeitlichen Vogel mit seinem ungewöhnlichen Schnabel zu sehen.
Da ich, dank ausgebliebener größerer Pannen, einen ganzen Tag früher mit meiner Rundreise fertig war, buchte ich meinen Flug zurück nach Dubai um, damit ich dort zwei Tage zur Verfügung hatte. Meinen Mietwagen, der im Großen und Ganzen sehr zuverlässig war, wurde von Patrick, dem Fahrer von ‚Alpha Rent a Car‘ vorzeitig abgeholt und nach Kampala zurück überstellt. Die Rückgabe war äußerst unkompliziert und ging schnell über die Bühne. Die ausstehenden 100000,-- UGX die ich für die Bremsenreparatur ausgegeben hatte wurden mir ohne Rechnung und ohne Aufforderung ausgehändigt. Ich kann ‚Alpha Rent a Car‘ guten Gewissens weiterempfehlen.
Am 26.6 trat ich pünktlich meinen Rückflug mit Emirates nach Dubai an, um dort den krassen Unterschied zwischen Arm und Reich vor Augen geführt zu bekommen…
Das Resümee meiner Reise: Uganda ist ein wahnsinnig interessantes Land, wobei das Hauptaugenmerk für mich auf der hohen Primatendichte lag. Wer einmal Schimpansen, Gorillas und andere Affenarten hautnah sehen will wird in Uganda nicht enttäuscht. Wer allerdings in den Nationalparks erwartet eine ähnliche Tierdichte wie in NPs anderer Länder anzutreffen, wird wohl enttäuscht sein. Die Herrschaft Idi Amins hat den Tierbeständen extrem zugesetzt, damals wurde wohl alles abgeknallt was sich bewegt hat und es wird noch Jahrzehnte dauern um wieder den ursprünglichen Bestand zu erreichen. Ich hatte nie das Gefühl nicht sicher zu sein, die Menschen waren überwiegend freundlich und hilfsbereit. Beim nächsten Mal würde ich vermutlich einen Fahrer nehmen oder mich einer organisierten Tour anschließen, selbst zu fahren ist teilweise anstrengend und nicht ungefährlich zumindest wenn man alleine unterwegs ist. Der Tourismus ist noch immer in den Kinderschuhen und man muss ganz schön tief ins Portemonnaie greifen um ein wenig Luxus bei den Unterkünften zu erhalten. Auch die NP-Gebühren (und ganz speziell das Gorillatrekking) sind nicht von schlechten Eltern. Es ist schon ein sehr hochpreisiges Land, wo viel Geld bei der korrupten Elite Kampalas versiegt, wie leider auch in vielen anderen afrikanische Ländern aber auf jeden Fall eine Reise wert. Hoffen wir, dass die bevorstehenden Wahlen in Uganda den friedlichen Weg des Zusammenlebens der Menschen untereinander fortsetzt und damit auch der Tierwelt einen Fortbestand sichert.
Ich hoffe es war der eine oder andere Tipp, die eine oder andere Anregung dabei, um das Reiseland Uganda auf so manche Todo oder Tosee-Liste zu setzen.
Unterkünfte während der Reise mit kurzer (subjektiver) Bewertung: Entebbe – Airport Guesthouse: Beliebte und sehr empfehlenswerte Unterkunft am Beginn und/oder Ende einer Uganda-Rundreise. Gutes Essen, hilfsbereite Mannschaft. Hier passt das Preis/Leistungsverhältnis.
Masindi – Masindi Hotel: Für eine Nacht empfehlenswert auf dem Weg in den Murchison Falls National Park. Altes Hotel im Kolonialstil das schon berühmte Persönlichkeiten wie Humphrey Bogart und Katharine Hepburn beherbergte. Die besten Zeiten hat das Hotel aber schon gesehen. Tipp: Ruhiges Zimmer im hinteren Trakt wenn möglich verlangen, der Verkehr lässt einen sonst nicht schlafen.
MFNP – Paraa Safari Lodge: Direkt nach der Fähre über dem Nil auf der nördlichen Seite des NP. Luxusunterkunft mit entsprechenden Preisen. Sehr schöne Lage, gutes Essen. Hier ist alles geboten um es sich gut gehen zu lassen.
MFNP – Murchison River Lodge: Sehr nett gelegene Lodge im südlichen Teil des NP, knapp außerhalb des NP. Von hier sind es rund 4 km zur Fähre in Paraa. Ich hatte ein Zelt fast am Fluss, hier steigen manchmal auch Nilpferde aus dem Wasser und spazieren umher – sehr idyllisch. Vom Haupthaus und dem vorgelagerten Garten hat man einen schönen Blick über den Nil und den nördlichen Teil des NP. Fort Portal – Kluges Guestfarm: Rund 18 km außerhalb der Stadt gelegen in einem schönen Waldgebiet. Wirklich schön angelegter großzügiger Garten. Besitzer ist ein Deutscher mit seiner ugandischen Frau. Die Farm ist auch bei betuchteren Einheimischen aus Fort Portal für einen Wochenendaufenthalt sehr beliebt. Absolut empfehlenswert.
Kibale Forrest – Kibale Forrest Camp: Das Camp liegt in einem sehr dichten Waldgebiet rund 5 km vom Nationalparkeingang , von wo die Schimpansen-Trekkings durchgeführt werden. Die schlichten Zelte liegen weit verstreut auf dem Areal. Die nächtliche Geräuschkulisse ist atemberaubend. Affen findet man ständig irgendwo in den Bäumen.
Queen Elisabeth NP – Queen Elisabeth Bush Lodge: Die netten Häuschen stehen auf der Anhöhe über dem Kazinga Kanal. Das abendliche Essen war ausgesprochen schmackhaft auf dem sehr idyllischen Vorplatz bei offener Feuerstelle und vorbei spazierenden Nilpferden. Alleine sollte man während der Nacht nur bedingt herumlaufen, da Nilpferde und sogar Elefanten das Camp aufsuchen können. Weniger gut fand ich die Toiletten im Häuschen (geruchsbelästigend) und die im freien liegende Dusche mit sehr spartanischer Dusch- und Waschmöglichkeit. Das Preis/Leistungsverhältnis passte für meinen Geschmack hier nicht.
QENP-Ishasha Jungle Lodge: 2 km gegenüber dem Eingangstor zum Ishasha Teil des QENP. Ich war dort der einzige Gast aber die Lodge ist absolut empfehlenswert. Küche hervorragend, nett eingerichtete Zimmer in kleinen verstreuten Häuschen. Würde ich jederzeit wieder nehmen.
Bwindi NP – Buhoma Community Rest Camp: Einfache Unterkunft in mitten einer grandiosen Landschaft mitten im undurchdringlichen Regenwald, Affenbesuch auf der Veranda garantiert. Hier beginnen die Touren zu den Gorillas in Buhoma. Die Einkünfte aus dieser Unterkunft kommen der Community zugute (eine der wenigen Einnahmequellen aus dem ‚Gorillageschäft‘, ein großer Teil des Permitgeldes fließt leider nach Kampala in die diversen Kanäle). Preislich wird man nichts Günstigeres in der Umgebung finden.
Lake Bunyonyi – Bunyonyi Safari Lodge: Leicht überdimensioniertes Hotel, direkt am See gelegen. Man war sehr bemüht, obwohl oder gerade weil ich der einzige (!) Gast war. Es war alles nötige vorhanden aber der Brüller war es auch nicht gerade.
Lake Mburo NP – Eagle‘s Nest: Hoch über dem Lake Mburo NP auf einem Berg mit herrlichem Ausblick. Zelte mit außen liegenden Sanitäreinrichtungen. Die An- und Abfahrt ist etwas ‚gewöhnungsbedürftig‘ da ein ziemlich steiler Weg nach oben zur Lodge führt. Ansonsten sehr zu empfehlen.
pedro62Themenstarter345 Beiträge · seit 201118. Juli 2015 · #32
Hallo Marina
Ich muss gestehen, dies ist das einzige Foto das ich wirklich nachbearbeitet habe, denn der Himmel war ursprünglich grau in grau. Alle anderen Aufnahmen haben nur den normalen Entwicklungsprozess aus einem digitalen Negativ zu einem JPG durchlaufen 🙂
Danke dass Dir mein Bericht gefällt, Du hast ja auch einen nicht unwesentlichen Teil zu meiner Planung beigetragen 😉
LG Peter
Clamat1'425 Beiträge · seit 201318. Juli 2015 · #33
Hi Peter,
ein toller Reisebericht mit genialen Bildern, hättest ruhig noch länger reisen dürfen 😄
Gibts vielleicht noch so einen klitzekleinen Bildernachschlag, büüüütttteee 😘
pedro62Themenstarter345 Beiträge · seit 201118. Juli 2015 · #34
Danke für Dein Lob, ja wäre gerne länger unterwegs gewesen, wobei für Uganda hat mir die Zeit gereicht, aber es gäbe ja noch genug andere Ziele. Letztes Jahr hatte ich das absolute Kontrastprogramm - Island - und es war auch megastark. Ich bastle ja schon an meiner nächsten Reise, die mich ev. in die Arktis oder Antarktis führt, mal sehn... Afrika ist ein wunderbarer Kontinent und es gäbe noch genug Länder zu entdecken, leider ist das Leben viel zu kurz um alles sehen zu können...
Tja mit dem Nachschlag... mehr Fotos hab ich nicht gemacht, naja ein paar schon noch, aber es fehlt mir momentan die Zeit für die Nachbearbeitung, mal sehen vielleicht finde ich nochmal ein paar.... LG Peter
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200918. Juli 2015 · #35
Hallo Peter,
vielen, herzlichen Dank für deinen wunderbaren Bericht, der sehr angenehm zu lesen war und die wesentlichen Infos nicht usgeklammert hat (Resümee und Unterkunftsbeschreibung). Kurz ein Reisebericht, der ganz auf meiner Wellenlänge lag. Vor allem danke ich dir, dass du aus diesem Bericht keine monatelange (jahrelange) Endlosstory gemacht hast. So war man beim Lesen immer noch Bilde, was in den Reisetagen zuvor passiert ist!
Letztes Jahr hatte ich das absolute Kontrastprogramm - Island - und es war auch megastark. Ist ja witzig. Island haben wir nächstes Jahr im Programm. 🤩
Ich hoffe es war der eine oder andere Tipp, die eine oder andere Anregung dabei, um das Reiseland Uganda auf so manche Todo oder Tosee-Liste zu setzen.
Da wir im Oktober relativ flexibel reisen, werden wir nach deinem Bericht versuchen, das Buhoma Community Camp noch einzubauen. Mal schauen, ob uns die Baumlöwen in Ishasha gehen lassen. 😗
Der Tourismus ist noch immer in den Kinderschuhen und man muss ganz schön tief ins Portemonnaie greifen um ein wenig Luxus bei den Unterkünften zu erhalten.
Gott sei Dank steckt der Tourismus in den Kinderschuhen!!! Für meine (egoistischen) Bedürfnisse ist das genau passend, denn den recht europäischen Massentourismus im südlichen Afrika in vielen Nationalparks mögen wir nicht so sehr. Den Einheimischen wäre jedoch eine verlässliche Einkommensquelle zu wünschen. Die Medaille hat leider zwei Seiten.
Unterm Strich empfinde ich Uganda als das preiswerteste der drei ostafrikanischen Länder Kenia, Tansania und Uganda. Vor allem weil man gut gewartete preiswerte Allradfahrzeuge in Uganda mieten kann und die Unterkünfte in den Nationalparks oder direkt davor wesentlich preiswerter sind wie in Kenia und Tansania. Die Nationalparkgebühr ist durchschnittlich niedriger und die internationalen Flüge nach Entebbe sind auch kurzfristig gebucht noch bezahlbar. Das größte Loch in die Reisekasse reißt sicherlich das Gorilla-Trekking. Aber m. E. ist die Gebühr gerechtfertigt.
Wir lieben Uganda vor allem wegen der unglaublich netten und offenen Menschen, die uns leicht Einblick in ihre Lebensweise geben und gerne Kontakt mit uns aufnehmen. 🙂
Herzlichen Dank und Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201418. Juli 2015 · #36
Holger_W383 Beiträge · seit 201319. Juli 2015 · #37
Ich möchte mich auch noch für den tollen Bericht bedanken. Du kannst wirklich behaupten, das Du sehr viel gesehen hast. Wir haben gar keinen Löwen gesehen, bei Dir waren es gleich Baumlöwen. Ich dachte, Mensch jetzt kommt noch der Schuhschnabel 😮 , aber dann schreibst Du ja das es im Zoo war. Kannst noch was über Dein eingesetzte Fotoausrüstung was schreiben?
Holger
2019 Südafrika Klaserie - Timbavati - Sabi Sands
2018 Brasilien Rio de Janeiro - Foz do Iguacu - Pantanal - südliches Amazonasgebiet
2017 Kanada BC
2016 Sambia & Malawi
2015 Süden Tansanias
Reisebericht: Mit der Cessna durch den wilden Süden Tansanias
2014 Kenia & Norden Tansanias
2013 Uganda/Ruanda
2012 Botswana
pedro62Themenstarter345 Beiträge · seit 201119. Juli 2015 · #38
Hallo Holger
Freut mich, dass Dir mein Bericht gefallen hat. Das mit den Tiersichtungen ist eben immer Glücksache. Die Baumlöwen zB gehen nur bei schönem Wetter in die Bäume, wenns regnet, Pech... Da ich nicht so der Vogelfan bin, hat mir der Schuhschnabel im Zoo gereicht 🙂
Zur Fotoausrüstung. Kameras: Nikon D300 und D800 Objektive: Nikon 24-70 2.8 und 70-200 2.8 Nikon Konverter 1,7; Diverse Filter, Stativ
Die meisten Fotos habe ich mit der D800 und dem 70-200 geschossen. Die D300 ist hauptsächlich als Backup-System, falls die D800 den Geist aufgeben sollte. Von den Fotos finde ich ist ein riesen Unterschied zwischen der D300 und der D800. Der Vollformatsensor der D800 bringt schon erheblichen Spielraum, speziell bei Ausschnittvergrößerungen, aber schon heikel im Bezug auf die Schärfe. Wie gesagt, ich war überrascht wie wenig die Fotos trotz hoher ISO (4000-6400) rauschen.
GORILLA TRAKING BWINDI, FÜR VIEL GELD EIN BETRUG ? hallo zusammen, Uganda ist eine reise wert, es war super im Januar 2015. jedoch war das Gorilla traking in bwindi eine riesenenttäuschung um nicht zu sagen ein betrug. wir wurden einer gruppe zugeteilt, welche ältere leute und nicht sportliche leute waren. erst ging es durch den wald, dann durchs hohe gras. dann mussten wir die gehstöcke abgeben, da wir lt. ranger in die nähe der gorilla gekommen seien, die guides welche im hohen gras auf uns gewartet haben !!! ( wo bist hier die Wildnis ?? ) führten uns noch ca. 5 Minuten seitlich am berg entlang, dann sahen wir häuser vor uns, ein auto und einen stacheldrahtzaun.!! und einige gorillas welche ab den mauern material " abfrassen" und an wasserhahnen rüttelten etc nach 1 std. aufenthalt sagte unser ranger wir müssten nun noch ca. 100 m richtung dorf laufen, dann seien wir auf der hauptstrasse und nach weiteren 100 seinen wir dann wieder dort wo wir losgelaufen sind. UND DAS FUR 600.-- DOLLAR PRO PERSON !! für uns war das alles war eine schlechte show, wenn sie uns vorher gesagt hätten, die gorillafamilie sei bei den häuser ob das uns passt, wäre es ev. noch akzeptabel gewesen, man hätte ja dann aussuchen können ob man das will oder einer anderen gruppe folgen die wirklich in die wildnis ging, ab so hatten wir keine ahnung was kommen würde. wir haben uns beschwert vorort und einen eingeschriebenen brief an den wildlife uganda geschrieben und um stellungsnahme gebeten, bis heute haben wir keine antwort erhalten , wir werden uns an die botschaft wenden, wir lassen und nicht so betrügen! ACHTUNG AN ALLE, KLÄRT GUT AB, WAS EUCH IN BWINDI GEBOTEN WIRD FÜR SEHR VIEL GELD. wir gehen trotzdem wieder nach Uganda, aber nicht mehr nach bwindi. Edith und robert
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200919. Juli 2015 · #40
@Roed,
So ist das mit freilebenden Tieren, die können noch selbst entscheiden, wo sie sich aufhalten möchten...
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de