BEBealeinThemenstarter43 Beiträge · seit 201426. Apr. 2015 · #1Hallo liebe Forummitglieder.
Wir haben für September eine dreiwöchige Selbstfahrer Rundreise durch Namibia gebucht. Wir sind mein Mann und ich.
Nun ist mein Mann an Diabetes erkrankt, wahrscheinlich Typ 1 ( er ist 45 Jahre alt ), wohl ausgelöst durch einen Virusinfekt. Wir befinden uns also zur Zeit in der Informations und Findungsphase was diese Krankheit betrifft und sind dankbar für die gute Kennzeichnung der Lebensmittel in Deutschland. Hat jemand Info's über die Kennzeichnung von Lebensmitteln in Namibia und eventuell hilfreiche Tipps zu dem Thema Diabetes für uns? Wie gesagt, es ist keine begleitete Rundreise,und ich habe schon ein wenig Respekt vor der Thematik.
Meint ihr wir können das wagen oder sollten wir die Reise eventuell verschieben ?
Herzlichen Dank im Voraus und liebe Grüße,
Bealein
Alex_Muc857 Beiträge · seit 201426. Apr. 2015 · #2Hallo Bealein,
grundsätzlich würde ich für die Reise genau nachschauen, wo die Hospitäler/Ärzte sind, bzw. Euch nie zu weit von den Städten entfernen - wenn Ihr das 1. Mal reist, werdet ihr aber wohl kaum ins Kaokoveld fahren 😉
Und zu Diabetes allgemein findest Du hier im Forum etwas. Nehmt alles 2-3 fach mit, Testgeräte, Streifen, Insulin, und lagert das an verschiedenen Orten (aus Verlust- und Hitzegründen, überall geht fast nie was schief).
Wenn ich mich recht erinnere, sind auf den Lebensmitteln im Supermarkt wie hier auch die Kohlenhydrate angegeben. Das Essen in Restaurants ist wohl "relativ leicht" abzuschätzen, da viel Fleisch und die Beilagen Reis/Kartoffeln gut einschätzbar. Wenn Ihr Interesse habt, könnt Ihr per PM Eure Telefonnummer senden, dann würde Euch jemand anrufen, der seit 27 Jahren Typ1 hat und ein paar Mal in Namibia war - das geht so besser als im Forum. Je nachdem, ob Ihr das wollt..
Viele Grüße
Alex
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200826. Apr. 2015 · #3Hallo Bealien,
verschieben? Auf gar keinen Fall. Wenn Du mehr wissen willst, schicke mir eine pm und ich erzähle Dir von den Erfahrungen meiner Frau.
Liebe Grüße
Gerd
freshy3'883 Beiträge · seit 201126. Apr. 2015 · #4Aufgrund eines Unfalls musste ich 3 Monate vor unserer Botswanareise operiert werden, was meine Zuckerwerte hochschießen ließ. Ich habe zwar "nur" Typ 2, aber die Probleme sind dieselben. Ich verstehe deshalb deine Bedenken gut, doch auch im südlichen Afrika haben Menschen Diabetes beider Typen. Gib mal "Diabetes" in die Suche ein, dort findest du einige Informationen. Die persönlichen Hilfeangebote von Gerd und Alex würde ich unbedingt annehmen.
Man lernt sehr schnell, was man essen und trinken darf und in welchen Mengen. Ich hatte alles Notwendige wie Teststreifen in ausreichender Menge dabei, konnte kurz vor der Abreise wieder auf Medikamente umsteigen, so dass ich das Problem mit dem Kühlhalten von Insulin nicht hatte. Jedenfalls würde ich die Reise nicht absagen oder verschieben, auch wenn das ein zu akzeptierender Grund für einen Reiserücktritt wäre.
Ich empfehle außerdem "Afrika hautnah" von Werner Beck zu lesen. Der Autor war mit Diabetes Typ 1 viele Jahre lang auf abenteuerlichen Wegen in Afrika unterwegs.
LG freshy
Alex_Muc857 Beiträge · seit 201426. Apr. 2015 · #5freshy schrieb: Ich habe zwar "nur" Typ 2, aber die Probleme sind dieselben.
Liebe freshy, das stimmt soo leider nicht ganz. Manche Probleme sind ähnlich, die Typ1er haben aber doch noch einiges mehr zu knabbern an Komplexität, v.a. wenn frisch und unerfahren.. und bei Ihnen wird es sowohl "hoch" als auch "niedrig" sehr schnell lebensbedrohlich.
Viele Grüße
Alex
freshy3'883 Beiträge · seit 201126. Apr. 2015 · #6Alex_Muc schrieb:freshy schrieb: Ich habe zwar "nur" Typ 2, aber die Probleme sind dieselben.
Liebe freshy, das stimmt soo leider nicht ganz. Manche Probleme sind ähnlich, die Typ1er haben aber doch noch einiges mehr zu knabbern an Komplexität, v.a. wenn frisch und unerfahren.. und bei Ihnen wird es sowohl "hoch" als auch "niedrig" sehr schnell lebensbedrohlich.
Viele Grüße
Alex
Es kommt natürlich auf die "Qualität" an, jedenfalls ist das "niedrig" auch heute noch ein Problem für mich. Es ist nicht meine Absicht, die Typ1-Version kleinzureden, deshalb nochmals: Informationen von Betroffenen wie du sind nicht zu ersetzen. 🙂
LG freshy
Alex_Muc857 Beiträge · seit 201426. Apr. 2015 · #7freshy schrieb:Alex_Muc schrieb:freshy schrieb: Ich habe zwar "nur" Typ 2, aber die Probleme sind dieselben.
Liebe freshy, das stimmt soo leider nicht ganz. Manche Probleme sind ähnlich, die Typ1er haben aber doch noch einiges mehr zu knabbern an Komplexität, v.a. wenn frisch und unerfahren.. und bei Ihnen wird es sowohl "hoch" als auch "niedrig" sehr schnell lebensbedrohlich.
Viele Grüße
Alex
Es kommt natürlich auf die "Qualität" an, jedenfalls ist das "niedrig" auch heute noch ein Problem für mich. Es ist nicht meine Absicht, die Typ1-Version kleinzureden, deshalb nochmals: Informationen von Betroffenen wie du sind nicht zu ersetzen. 🙂
LG freshy
Ich wiederum wollte den Typ2 nicht kleinreden 😉 Ich möchte beide nicht, habe aber genetisch gute Chancen auf den IIer.. 🙁
Die Erfahrung kommt vom Zusammenleben mit einem Typ Ier...
Ich sehe eben, wie unterschiedlich Typ I und II teilweise vorbereiten und auch reagieren müssen, deshalb hab ich dazu etwas geschrieben..
Viele Grüße
Alex
BEBealeinThemenstarter43 Beiträge · seit 201427. Apr. 2015 · #8Vielen lieben Dank für die Antworten. 🙂
Es ist so, dass wir noch nicht wissen, ob Tabletten ausreichend sind für die Behandlung oder ob Insulin gespritzt werden muss. Wie gesagt, die Diagnose ist noch ganz frisch.
Eine Ernährungsberatung steht auch noch aus.
Ich mache mir halt nur Gedanken über die Ernährung vor Ort, speziell über die Nahrungsaufnahme tagsüber. Abends werden wir wohl kein Problem haben in den gebuchten Unterkünften etwas geeignetes zu finden.
Ist es denn wohl, falls wir den Urlaub antreten, sinnvoll eine Kühltasche mitzunehmen oder kann man die vor Ort kaufen?
Ich sag nochmal danke,
Liebe Grüße,
Bealein
Alex_Muc857 Beiträge · seit 201427. Apr. 2015 · #9Hallo,
so frisch.. sucht Euch erst mal einen guten Diabetologen, der kann auch das Risiko der Reise gut einschätzen.. nicht jeder TypIer ist gleich stabil/instabil.
Wenn Ihr noch nicht mal Ernährungsberatung etc. gemacht habt, lasst Euch da helfen, und überlegt dann, ob es schon ein Urlaub in Namibia sein kann/muss. Gerade TypI kann enorm fordernd (wenn mit Insulin), je nach vorhandener Restproduktion von körpereigenem Insulin, sein. Wenn das klar ist:
- Wenn Insulin, dann ist es theoretisch bei Zimmertemperatur gut haltbar - heisst in Afrika im September z:B.: Einen Teil in den Kühlschrank, einen Teil in die Kühltasche mit ein bisschen Kühlmittel (z.B. auch Coladose). Aber eben aufteilen.
- in jeder Jackentasche, Rucksack, Tasche: Traubenzucker, evtl. auch ein paar Tuben Jubin
Viele Grüße
Alex
PS: Falls ihr noch beim Hausarzt seid: Immerhin hat er bei einem 45-jährigen noch an TypI gedacht, das wäre ja gut. Aber ein Experte ist da wirklich sehr hilfreich.
BEBealeinThemenstarter43 Beiträge · seit 201427. Apr. 2015 · #10Danke Alex,
ja, wir werden alle Infos einholen und haben einen sehr guten Hausarzt. Diabetologe ist der nächste Schritt.
Vielen lieben Dank, bin froh über jede Info zu dem Thema,
Bealein
BEBealeinThemenstarter43 Beiträge · seit 201420. Mai 2015 · #11So, nun wissen wir endlich mehr.
Nach einigen Tests wurde festgestellt, dass er ein später Typ 1 ist, LADA Typ genannt.
Tabletten helfen zur Zeit gut, die Diabetologin hat grünes Licht für die Namibiareise gegeben :
Nun hätte ich trotzdem noch einige Fragen.
Gibt es Vollkornbrot in den Lebensmittelläden?
Falls nicht, können wir Lebensmittel einführen??
Nochmal die Frage zu einer Kühltasche, bekommen wir vor Ort eine? Es wurde ja in diesem Forum eine vorgestellt die leicht ist und bei Amazon erhältlich. Wir könnten also auch diese mitnehmen. Was meinen die Experten?
Wie gesagt, ich freue mich über jede Anregung.
Liebe Grüße von dem erleichterten Bealein
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201220. Mai 2015 · #12Bealein schrieb:So, nun wissen wir endlich mehr.
Nach einigen Tests wurde festgestellt, dass er ein später Typ 1 ist, LADA Typ genannt.
Tabletten helfen zur Zeit gut, die Diabetologin hat grünes Licht für die Namibiareise gegeben :
Nun hätte ich trotzdem noch einige Fragen.
Gibt es Vollkornbrot in den Lebensmittelläden?
Falls nicht, können wir Lebensmittel einführen??
Nochmal die Frage zu einer Kühltasche, bekommen wir vor Ort eine? Es wurde ja in diesem Forum eine vorgestellt die leicht ist und bei Amazon erhältlich. Wir könnten also auch diese mitnehmen. Was meinen die Experten?
Wie gesagt, ich freue mich über jede Anregung.
Liebe Grüße von dem erleichterten Bealein
Könnt Euch bei Ankunft in Windhoek im SPAR bei der Merua Mall gleich für den ganzen Urlaub eindecken. Anonsten gibt es Vollkornbrot in Swakopmund, Walvis Bay, Otjiwarongo, Outjo und Tsumeb.
Es leben zu viele Deutsche in Namibia als daß es kein Vollkornbröt gäbe. Schon seit Jahrzehnten.
Im Spar gibt es auch zuckerfreie Frühstücks-Rusks (Zwieback) aus Vollkorn von BOSPOORT in Südafrika.
Solch tolle Produkte gibt es in Deutschland nicht. Diese Produkte sind bezüglich Inhaltsstoffen perfekt gekennzeichnet.
Wenn Du die bei einigen Produkten enthaltenen Rosinen herauspfriemelst entfällt auch die Fruktose.
Liegt im Spar in Windhoek genau neben dem Vollkornbrot im Regal vor der Frischfleischtheke.
Kühltaschen gibt es vor Ort überall, z.B. bei GAME etc.