Namibia mit kleinen Kindern - Wer hat Tips?

29 Antworten · 5'574 Aufrufe · gestartet 27. Feb. 2015 von michaelk129
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Themenstarter33 Beiträge · seit 201527. Feb. 2015 · #1
Wir sind eine 6-köpfige Familie und wollen im nächsten Jahr unseren großen Traum einer längeren Afrika-Reise verwirklichen (ca. 5 Wochen in den Monaten Januar-März). Die wesentlichen Gründe: Meine Frau war im Jahr 2003 schon mal für 3 Monate in Südafrika und Namibia unterwegs - sie schwärmt noch heute davon - und bei mir ist die Savanne Ostafrikas ein Wunsch seit Kindertagen. Nachdem wir ursprünglich als mögliche Ziele Tansania und Namibia diskutiert haben, kristallisiert sich nun zunehmend heraus, dass eine Reise, wie wir sie uns vorstellen - möglichst autonom mit Kleinbus (Bulli) oder Campervan - wohl letztlich nur in Namibia realisierbar ist.
Obwohl meine Frau, wie gesagt, bereits etwas Afrika-Erfahrung hat, haben wir bei der ganzen Planerei diesmal eine wesentliche „Unbekannte“ zu berücksichtigen, nämlich unsere kleinen Kinder. Im nächsten Jahr ist unsere älteste Tochter 6, die zweite 4 1/2 und der kleine Sohn 3 1/2 Jahre alt. Dazu käme eventuell noch mein bereits großer Sohn (17). Tja, und da fragen wir uns, inwieweit so eine Individualreise mit Kindern im Vorschulalter und so vielen Personen zu machen ist. Kleine Kinder wollen ja bekanntlich am liebsten an einem Ort Zeit verbringen, während die Eltern nach der großen Weite und Natur streben. Als Biologe bin ich da quasi vorgeschädigt 😉
Natürlich wäre ein vernünftiger Ratschlag zu sagen: "Hey, wartet doch noch ein paar Jahre, bis die Kleinen größer sind." Doch für uns ist das nächste Jahr aus logistischer Sicht optimal, da zum einen meine Frau im Mai 2016 wieder in ihren Beruf als OP-Schwester einsteigen will und im Sommer unsere Große eingeschult wird. Danach wird es fast unmöglich sein, noch einmal 6 Wochen am Stück außerhalb der Schulferien zu verreisen.

Das wären so im Wesentlichen die Vorgeschichte. Unsere konkreten Fragen an Euch wären nun:

Kann man eine längere Individualreise in Namibia (mit eventuellen Abstechern in den Nachbarländern) mit so kleinen Kindern überhaupt so gestalten, dass sie für alle ein (positives) Erlebnis wird?
Kann man mit kleinen Kindern eine klassische Reiseroute (Namib, Etoscha, Caprivi, Okovango...) in 5 Wochen bewältigen, oder ist das eher naiv gedacht?
Mit welchen ungefähren Kosten müssen wir ungefähr rechnen?
Ist es mit kleinen Kindern eventuell sinnvoller Farmen anzufahren als auf Campingplätzen zu übernachten? Wer kennt kinderfreundliche Farmen oder eventuell empfehlenswerte familienfreundliche Lodges?
Wo und wie kommen wir zu einem adäquaten Gefährt?


So, das wären erst mal unsere wesentlichen Fragen. Jeder Tip ist uns willkommen! Wir freuen uns auf eure Antworten!

Viele Grüße aus Münster,
Petra & Michael
33,1k Beiträge · seit 200627. Feb. 2015 · #2
Hallo Petra & Michael,

willkommen im Forum!

Zum allgemeinen Reisen mit Kindern in Namibia findet ihr einiges über die Suche (oben rechts - am besten Erweiterte Suche wählen). Ich möchte bei Eurer Reisezeit nur die Malariagefahr zu bedenken geben. Zudem werdet ihr es mit extremer Hitze zu tun bekommen. Zwei Dinge, die man v.a. beim Reisen mit kleinen Kindern berücksichtigen sollte.

Ansonsten kann ich nur sagen: Mein Sohn ist 2, wir leben in Namibia und reisen viel mit ihm umher - aber nie Camping (was eher an den Eltern liegt), sondern meistens Gästefarmen mit viel Familienanschluss und meist auch anderen Kindern.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
5'479 Beiträge · seit 200927. Feb. 2015 · #3
Diese Gedanken machen sich nur Europäer. Die Südafrikaner sind alle mit Ihren Kindern unterwegs. Das ist für die so selbstverständlich, wie bei uns die Sommerferien am Mittelmeer.

Wenn Ihr immer mindestens 2 Nächte an einem Ort bleibt, sollte das kein Problem sein. Kindern kann man an fast jedem Ort einen erlebnisreichen Tag bereiten. Gerade in einem Land wie Namibia.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
319 Beiträge · seit 201227. Feb. 2015 · #4
Da ist es schlecht wirklich einen Rat zu geben. Bei deiner älteren Tochter wird von der Reise wahrscheinlich eine Menge hängenbleiben. Für die beiden jüngeren Kinder ist es eigentlich egal, ob sie an der Ostsee oder in Afrika oder sonstwo unterwegs sind.

Wir haben unsere Reise solange rausgeschoben, bis unser Sohn 6 war und da ist wirklich sehr viel hängengeblieben. Wir waren davor auch viel beim Klettern unterwegs (in verschiedenen Ländern) und da kann er sich eigentlich an fast nix mehr erinnern. Für ihn war es egal, ob er im Sand/Dreck an der Ostsee, Sardinien, Kroatien oder sonstwo gespielt hat - Hauptsache er konnte im Dreck (noch besser wenn Wasser da war) spielen.
Wegen den kindern brauchst du dir keine Gedanken machen, ob da Farmen besser sind. Kinder mögen meist campen - ist wohl manchmal nur eine Ausrede für bequeme Eltern das Campen auszuschließen. Außerdem fragst du nach Kosten - da kommst du mit campen ohnehin billiger weg und bei 3 Kindern (eventuell 4) wird die Reise so oder so nicht so preiswert.

Wieviel km du Reisen kannst hängt sehr viel von deinen Kindern ab - fangen sie schon nach kurzer Zeit im Auto an zu quengeln oder stecken sie längere Strecken einfach weg. Das musst du schon dich selber fragen (kritisch). Wir haben mit unserem Sohn in der Beziehung keine Probleme.
Ich bin vor 3 Jahren mit meiner Familie (6 jähriger Sohn) in 4 1/2 Wochen von Kapstadt - Panoramaroute - Krüger NP; Zimbabawe - Matobo NP- Hwange NP - Victoria Falls; Botswana - Chobe Riverfront; Namibia - Caparivi (mit Babwata NP) - Etosha NP - Twyfelfountain - Skeleton coast - Namib desert (Mirabib) - Sossusvlei - nach Windhoek gefahren. Nette Tour mit vielen Höhepunkten. Aber dazwischen sind schon auch etwas längere Fahrstrecken. Dabei war nur die Strecke Pi mal Daumen geplant, nichts vorgebucht und wurde eigentlich jeden Tag wieder neu geplant - manche Ecken sind dann eben doch nicht so toll, da kürzt man und andere Ecken sind wieder richtig toll (manchmal auch nur zu diesem Augenblick), da verlängert man. Am Ende waren es wohl irgendetwas um 6500km. Aber das kann man wirklich nicht mit jedem Kind machen und da du 3 und 4 jährige Kinder dabei hast, sind solche langen Strecken wohl nicht sinnvoll.

Wie gesagt, stelle dir die Frage, was wollen meine Kinder sehen, wieviel Autofahren machen sie mit, kann ich auch jederzeit umplanen (oder möchte ich alles schon vorher gebucht haben) und dann mach dir Gedanken über die Strecke. Wenn alles gebucht sein soll, dann muß man die Streckenlänge etwas mehr in Betracht ziehen. Bei uns war es so, wenn es gerade gut lief, sind wir einfach gefahren und haben dann irgendwo in der Pampa Zelt aufgeschlagen - dann konnte man am nächsten Tag wieder mehr trödeln oder eben auch nicht - wie es sich eben ergab.
Aber wie gesagt, schau auf deine Kinder - quengelnde Kinder sind dann auch nicht der Hit - oder?

toumtoum
2'346 Beiträge · seit 200627. Feb. 2015 · #5
Hallo Petra,
hallo Michael,

ich möchte nochmal den Hinweis von Christian bzgl. Malaria aufgreifen. Das ist m. E. eine der entscheidenden Fragen. Welches Risiko bzw. welche medikamentöse Belastung wollt ihr euren Kindern antun? Das könnt ihr letztendlich nur selbst entscheiden und mit einem tropenmedizinisch kundigen Arzt abstimmen. Auf jeden Fall ist der Zeitraum Januar-März (Regenzeit) die riskanteste Zeit, was die Malariagefahr betrifft - es sei denn, die Regenzeit fällt aus. Und alles was einschließlich Etosha im Norden Namibias liegt, gilt als generell gefährdete Region. Darunter fallen dann natürlich - neben Etosha - besonders auch die von euch angedachten Gebiete Caprivi, Okavango usw.

Ihr solltet daher m. E. die Frage nach einer Malariaprophylaxe für eure Kinder zuerst entscheiden und dann überlegen, ob ihr überhaupt weiterplanen wollt - oder die Reise so gestalten, dass Malaria gefährdete Regionen weitestgehend außen vor bleiben. Dann müsstet ihr aber von euren jetzigen Vorstellungen fast vollständig abkommen und euch vielleicht eher Richtung Süden in die trockeneren Bereiche (beispielsweise Kgalagadi Transfrontier Park) bzw. an die Küste orientieren - ergänzt durch Lodges/Farmen, auf denen (Wild-)Tiere gehalten werden. Ob man auf diese Weise fünf Wochen interessant gestaltet bekommt, kann ich aber nicht beurteilen.

Trotzdem viel Spaß
Armin
232 Beiträge · seit 200627. Feb. 2015 · #6
Hallo Petra und Michael

Wir waren im 2006 unterwegs mit unseren 5 Kids/Teens, quer durch Namibia, 4 Wochen, mit 2 Toyota Hilux 4x4 und Dachzelt. Das war eine super Zeit und auch die damals jüngeren Kids erzählen immer noch davon. Sie können sich zwar zum Teil nicht mehr so erinnern, aber die Fotoalben helfen dabei etwas nach. Wir waren fast immer auf Campsites, ausser Vingerklip Lodge und Eningu Clayhouse Lodge.
Ja, macht die Reise; warten ist für gar nix 😉

Herzlich grüsst
Manaslu
Themenstarter33 Beiträge · seit 201527. Feb. 2015 · #7
Hallo Christian,
Ja, das mit der Malariagefahr im Norden habe ich schon gehört. Meine Frau war im Jahr 2007 für 3 Monate in Ghana und Malaria-Prophylaxe war dort ein muss. Sogesehen haben wir da also schon sowas wie "Vorerfahrung"... Wir werden uns mal bei einem Tropenarzt erkundigen, wie man das am besten bei Kindern handhabt. Meine Frau hatte damals auf jeden Fall die Medikamente irgendwann abgesetzt und sich nur noch auf konservative Prophylaxe (Anti-Mückenmittel, lange Kleidung, Mosquito-Netz...) verlassen. Naja, Bei Kindern sollte man da sicher etwas mehr auf Nummer sicher gehen...

Was die Hitze angeht, ich denke, da müssen wir es einfach drauf ankommen lassen. Normalerweise sind da unsere Kinder recht tolerant.

Wenn Du aus Windhoek kommst - könntest Du uns eine kinderfreundliche Farm in der Nähe empfehlen. Wir würden es halt gerne die ersten Tage nach unserer Ankunft in Windhoek ruhig angehen lassen wollen, bevor es auf große Fahrt geht.

Viele Grüße aus Münster,
Michael
Themenstarter33 Beiträge · seit 201527. Feb. 2015 · #8
Hi Topobär,
danke für Deine Einschätzung. Klar, wenn man an einem Tag aufbaut und am anderen Tag abbaut, dann ist das mit Kindern etwas stressig. Ich erinnere mich da an unsere Rad-Touren mit meinem inzwischen fast erwachsenen Sohn. Damals hatte wir auch immer ein Zelt dabei. Er wollte immer an einem Ort lieber etwas länger bleiben, als direkt wieder am nächsten Morgen die Sachen zusammenzupacken. Da gab's dann schon gelegentlich ne kleine Krise. Deshalb hatten wir für unsere Namibia-Reise halt gedacht, dass vielleicht zwischendurch ein mehrtägiger Aufenthalt auf einer Farm vielleicht nicht schlecht wäre, damit alle die Akkus wieder aufladen können.

By the way, ich habe gerade gesehen, dass Du auch über Erfahrungen in Tansania verfügst. Wir hatte ursprünglich auch Tansania als Reiseland in's Auge gefasst. Doch wurde uns von mehreren Seiten davon abgeraten, eine Reise, wie wir sie uns vorstellen, dort mit Vorschulkindern zu machen. Selbst ein befreundetes Pärchen mit reichlich Erfahrung (er ist Kenianer, sie hat ein halbes Jahr in Tanzania gelebt), riet uns davon ab.
Was ist denn diesbezüglich Deine Meinung?

Vile Grüße,
Michael
Themenstarter33 Beiträge · seit 201527. Feb. 2015 · #9
Hi Manaslu,
Danke für die Tips. Kannst Du uns denn bestimmte Campsites empfehlen bzw. von bestimmten abraten? Wart ihr auch auf Farmen untergebracht? Was waren denn Deine Erfahrungen mit den beiden Lodges?

Viele Grüße,
Michael

P.S. Ja, den "Memory-Effekt" von Fotos bei kleinen Kindern kann ich nur bestätigen 😉
2'664 Beiträge · seit 201227. Feb. 2015 · #10
Petra und Michael,
laßt Euch durch die Malaria-Problematik nicht verrückt reden.

Es gibt nur Malaria wo Menschenansiedlungen sind und wo es viel stehendes Wasser gibt, wie z.B. an den nördlichen Grenzflüssen.

Malaria kannst Du Dir auch in Windhoek einfangen, wenn ein Malariainfizierter aus dem Norden sich in Deiner Nähe befindet, wie auch ein Anopheles Moskito. 6er im Lotto für die Arschkarte. Kannst auch in Deutschland von einem Besoffenen überfahren werden. Gleiche Chance.

Wenn Ihr eine imaginäre Grenzlinie zieht entlang der Tangente Grootfontein, Tsumeb - Nordgrenze Etoschapfanne und Euch südlich davon aufhaltet, dann würde ich weder mir noch meinen Kindern Prophylaxe antun. Meines Erachtens ist das Quatsch, entscheiden muß letztendlich jeder selbst.

Wir haben 7 Jahre in Tsumeb gelebt, wir sind mit den Kindern in der Regenzeit sowohl in die Etoschapfanne als auch die Gebiete nördlich von Tsumeb in die Überschwemmungsgebiete zum Pilzesuchen gefahren, haben dort wild gecampt, mit unseren Kindern, die in Tsumeb geboren sind und ihre ersten Lebensjahre dort verbracht haben. Wir hatten keine Moskitonetze, haben abends im Garten gesessen und gegrillt, waren auf Schützenfesten. Unsere Kinder sind mit freiem Oberkörper herumgelaufen. Keiner und niemand hat Malaria bekommen.

Haltet Euch südlich dieser Tangente auf, es gibt mehr als genug zu sehen in den 5 Wochen, es wird nie Langeweile aufkommen.

Überall gibt es Kinder, und Eure Kinder werden überall ganz schnell Freundschaften schließen.

Laßt Euch nicht Schiß einjagen, es gibt hunderttausende Kinder dort, und die futtern auch nicht jeden Tag Prohylaxe nach europäischer Denke in sich hinein. Ich finde die Malaria-Diskussionen oftmals richtig unsäglich. Ja, es gibt Leute in diesem Forum die sich die Malaria eingefangen haben, aber nicht in diesen Gebieten.

Und: Gestaltet den Urlaub so, daß er den Kindern Spaß macht, und nicht unbedingt so, wie Ihr als Erwachsene gerne "alles" sehen wolltet. Schönen Urlaub!
zuletzt bearbeitet 27. Feb. 2015
Themenstarter33 Beiträge · seit 201528. Feb. 2015 · #11
Danke für den geographischen Tip mit der Tangente Grootfontein, Tsumeb - Nordgrenze Etoschapfanne. Sollte man den unbedingt Malaria-Prophylaxe betreiben, wenn man diese Grenze übertritt. Ich meine, mich reizt es schon sehr in den Caprivi-Zipfel bis zum Sambesi und evtl. die Viktoria-Fälle zu fahren. Was würdest Du als Einheimischer tun?
Wir gehören auf jeden Fall nicht zu den Panik-Europäern. Meine Frau war 2007 3 Monate in Ghana gelebt, und hat dort die Medikamente auch nach einiger Zeit weggelassen und sich mehr auf die konservativen Prophylaxe-Methoden verlassen (lange Kleidung, Kosquito-Netz etc.)...

Viele Grüße aus Münster,
Michael
Themenstarter33 Beiträge · seit 201528. Feb. 2015 · #13
Naja, als Münsteraner ist man Regen gewohnt 😉 Aber Scherz beiseite - ich hatte gehört, dass es in der Regenzeit im Norden Namibias maximal mal den ein oder anderen etwas längeren Schauer gibt, aber keinesfalls tagelangen Dauerregen.
Schwimmt denn bei nem Schauer in Namibia gleich alles weg? Okay, vielleicht ne etwas naive Einschätzung...

Viele Grüße,
Michael
2'664 Beiträge · seit 201228. Feb. 2015 · #14
Die meisten in Namibia Lebenden nehmen Prophylaxe nur begrenzt oder garnicht, wenn sie in diese Gegenden fahren.
Wer dort lebt kann diese nicht das ganze Jahr in sich hineinziehen.
Bei Kurzzeitaufenthalten von 3-4 Wochen in Richtung Zambesi etc. nehme ich schon Malarone, weil es gut verträglich ist.
Rechne nur mal so: für eine Woche Aufenthalt nimmst Du ab eine Woche vorher, den Aufenthalt und eine Woche hinterher, d.h. 3 Wochen. Bei entsprechender Kleidung und Schutzmaßnahmen kann man es auch ohne Moskitostiche schaffen.
Wir haben immer lange Kleidung für abends, reiben alle offenen Körperflächen mit Peaceful Sleep ein, haben Moscitocoils abends am Feuer qualmen in unsere Windrichtung. Sprühen die Dachzelte mit Doom eine Stunde vor Schlafengehen aus, halten alle Gazeöffnungen geschlüssen und Reisverschlüsse zu, machen schon beim Aufbau sicher daß alle Öffnungen am Dachzelt verschlossen sind. Wer sich rein oder rausbewegt läßt nichts offen stehen. Mit etwas Disziplin geht alles.
Übrigens sprühen wir morgens vor Abfahrt auch im Inneren des Fahrzeuges, Du wirst Dich wundern was sich dort ganz schnell an Moskitos sammelt. Denn abends geht es am Auto Tür auf, Tür zu. Das sind die, die Dich dann am Tage stechen.

Auch im Norden kann es manchmal tagelangen Dauerregen, in Namibia genannt "Landregen" geben.
zuletzt bearbeitet 28. Feb. 2015
Themenstarter33 Beiträge · seit 201528. Feb. 2015 · #15
Okay, also, wenn ich Dich richtig verstanden habe, sollte es bei 1-2 Wochen in der Malaria-Zone auch ohne Malarone etc. gehen, wenn man etwas diszipliniert lebt.
Wenn's dann doch mal Dauerregen gibt, müssen wir uns halt ne feste Unterkunft suchen. Wir sind ja flexibel. Farmen, wo man unterkommen könnte, gibt's doch bestimmt auch im Norden, oder?

Anyway, auf jeden Fall danke für die hilfreichen und praktikablen Tips!

Viele Grüße,
Michael
2'534 Beiträge · seit 200728. Feb. 2015 · #16
michaelk129 schrieb:Naja, als Münsteraner ist man Regen gewohnt 😉 Aber Scherz beiseite - ich hatte gehört, dass es in der Regenzeit im Norden Namibias maximal mal den ein oder anderen etwas längeren Schauer gibt, aber keinesfalls tagelangen Dauerregen.
Das hätte ich bis vor diesem Jänner/Februar auch gesagt. Allerdings wurde ich sogar im Nord/Westen eines Besseren belehrt.
Und je weiter östlich du kommst, desto regnerischer ist es.
michaelk129 schrieb:Schwimmt denn bei nem Schauer in Namibia gleich alles weg? Okay, vielleicht ne etwas naive Einschätzung...
Erstens kann das durchaus passieren, so sah Okaukujeo aus, nachdem es 2 Stunden heftig geregnet hatte:
h9fbe9bf.JPG


Aber zweitens ist das Problem eher, dass kaum ein Platz auf Regen ausgerichtet ist. Das heisst, du hast keine Unterstellmöglichkeit, keine Möglichkeit, Tische, Sesseln oder Gaskocher unter ein Dach zu stellen, wenn es Nachmittags bis Abends regnet. Zelt aufbauen im Regen ist auch eher ungemütlich.

Je weiter nach Osten du fährst, desto nasser wird es...
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
zuletzt bearbeitet 28. Feb. 2015
2'664 Beiträge · seit 201228. Feb. 2015 · #17
Es gibt am Caprivi etc. keine typischen Farmen wie in Restnamibia. Es gibt Camps und Lodges.
Dort und am Zambesi würde ich in der Regenzeit kein Risiko eingehen. M.E. ist Prophylaxe da ein MUSS !
Man sollte sich dennoch schützen, denn die Prophylaxe schützt nicht gegen alle Malariaformen.
Themenstarter33 Beiträge · seit 201528. Feb. 2015 · #18
Uhps, das sieht ja aus, wie in Münster letzten Sommer nach der Jahrhundert-Flut. Okay, auf so einem Platz macht zelten nicht wirklich Sinn. Seid ihr dann auf Lodges oder Farmen ausgewichen?

VG
Michael
Themenstarter33 Beiträge · seit 201528. Feb. 2015 · #19
Okay, dann ist also im Nordosten wohl doch Malarone angesagt. Ich glaube, Malarone hatte damals meine Frau auch genommen und eigentlich nicht viel von Nebenwirkungen gespürt... We'll see 😉

Wenn's Farmen im Nordosten nicht gibt - gibt's Lodges/Camps, die Du mit kleinen Kindern empfehlen kannst?

VG
Michael
2'534 Beiträge · seit 200728. Feb. 2015 · #20
Dort nicht, da hatten wir in einer Pause das Dachzelt schon aufgestellt gehabt.
Wirklich lustig und entspannt war's dennoch nicht, vor allem, weil es nach einer einstündigen Pause dann zu nieseln angefangen hat und ich mit Kochen noch nicht fertig war.

h88aa6f5.jpg


Aber vorher sind wir einmal eine Nacht ausgewichen, ausgerechnet in die Twyfelfontein-Lodge.
Hat dann schlanke 2.600 N$ (~ 190 Euro) für zwei Personen inkl. Buffet-Abendessen gekostet.
Statt ~ 300 N$ (~ 22 Euro) am geplanten Campingplatz.
Ist also durchaus dann auch eine Kostenfrage.

Wie gesagt, *das* ist eher ungewöhnlich für den Westen und Süden, aber im Osten Richtung Caprivi sollte man damit durchaus rechnen.
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026