CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201503. März 2015 · #21
3.August Twee Rivieren
Bei unserer heutigen Fahrt bis zum Museum und zurück sahen wir Oryxe, Oryxe, Oryxe, Springböcke, Springböcke, Strauße, Strauße, Namaflughühner, Schwarzkopfreiher, Rotkopfamadine, Siedelweber, Kapsperlinge, Raubadler, Kuhantilopen, Gnus, Singhabichte, Singhabichte und Singhabichte , zur Krönung einen badenden Sekretär, Trappen, Trappen, Trappen und einen Gaukler an einem Aas, den wir lange beobachteten. Man hat selten die Gelegenheit, diesen Vogel in all seinen Farbschattierungen ausgiebig zu betrachten. Auch die ulkige Art, wie Strauße Wasser aufnehmen, konnten wir aus der Nähe betrachten, es sieht aus wie schöpfen. Außerdem erwischten wir die einzigen zwei Erdmännchen auf dieser ganzen Reise. Die anderen hatten wohl ein freies Wochenende. Wir benötigten etwas Bares, der ATM war leer. Wir hatten Glück, die Shopmanagerin hat den Automat wieder aufgefüllt; denn für Geld haben wir keinen ‚Reservetank‘. In dem Shop sahen wir, dass dort Feuerholz tütenweise verkauft wird, damit die Touristen – wir auch – abends romantisch ins Feuer schauen und grillen können. Anderswo in Afrika gibt es subventionierte Programme, um die feuerbetriebenen Kochstellen durch solarbetriebene zu ersetzen. Damit will man die Ressource Holz schonen und den CO2-Ausstoss vermindern…… trotzdem schade und was tun, wenn die Sonne untergegangen ist?
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201503. März 2015 · #22
4. August Von Twee Rivieren nach Nossob
Heute herrschte ein sehr starker, unangenehmer Wind. Bei Sonnenaufgang starteten wir in Richtung Nossob. Kurz nach dem Ausgang v. Gate in Twee Rivieren sahen wir zwei imponierende Kampfadler auf einem Baum. Immer wieder, auch in den nächsten Tagen, konnten wir Wiedehopfe im Gestrüpp unter Bäumen beobachten, aber es war wie verhext: Sie hielten nie lange genug still für ein Foto. In Nossob bezogen wir zur Abwechslung mal wieder die Campsite und verbrachten den Tag mit Wäschewaschen, Aufräumen, Fotos löschen, Postkarten schreiben und dem Beobachten der immerzu knicksenden kleinen Kalahari-Heckensängern.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201503. März 2015 · #23
5.August Nossob
Morgens hatte es -1 Grad. Wir fuhren Richtung Unions End und sahen unterwegs viele Kuhantilopen, Springböcke, Strauße und Gnus. An Vögeln konnten wir Meisensänger beobachten und Schnurrbärtchen beim Nestbau – das Material dafür klauten sie von einem Siedlerwebernest, das in einem Baum in der Nähe hing. Wir entdeckten einen braunen Schlangenadler ???oder Schlangensperber (imm.)??? und zwei Gaukler. Das heutige highlight war die Sichtung einer Gepardin mit zwei Jungen und einem flinker Honigdachs, der, leider unfotografierbar, vor uns über die pad sauste.
fotomatte2'511 Beiträge · seit 200903. März 2015 · #24
Hallo CuF,
ich habe meine Literatur nicht greifbar, deshalb nur soviel: das ist kein Schlangenadler, sondern ein Accipiter--also ein Habicht/ Sperber. Welche Art genau ? ?
fotomatte2'511 Beiträge · seit 200903. März 2015 · #26
Hi Ma Bele,
da passt aber der helle Überaugstreif nicht. Aber sonst? Warum nicht. Wobei ich die Bänderung des Stosses so nur von Accipitern kenne. Ich habe aber den Black Harrier noch nicht gesehen, drum von mir keine klare Ansage.
Champagner8'666 Beiträge · seit 201003. März 2015 · #27
fotomatte schrieb:Hi Ma Bele,
da passt aber der helle Überaugstreif nicht. Aber sonst? Warum nicht. Wobei ich die Bänderung des Stosses so nur von Accipitern kenne. Ich habe aber den Black Harrier noch nicht gesehen, drum von mir keine klare Ansage.
Gibt es ein Bild von vorne, mit Brustgefieder?
LG, fotomatte
"Grey-barred tail" steht in der Beschreibung und das Bild im Sasol "sagt" das auch.....Aber der Vogel auf dem Foto ist vielleicht ein bisschen zu braun....(wobei die juvenilen dark brown upperparts haben...). An welchen Vogel denkst du denn? Kann der Überaugstreif nicht auch eine Täuschung sein?
Ich glaub, ich muss mir jetzt endlich mal den Raptor Guide bestellen - vielleicht ist das heute der richtige Impuls?
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201504. März 2015 · #28
Hallo Champagner, Hallo fotomatte,
leider habe ich nur die beiden Fotos, die auch noch etwas an Schärfe vermissen lassen. Die breite, 3/4fache Bänderung des Stoßes, Augenstreif, gelber Schnabelgrund, gelbe, unbefiederte lange Ständer, und die braune Grundfärbung (im Gegenlicht etwas dunkel ), führten mich nach dem Ausschlußverfahren zum:African Harrier-Hawk und Little banded Goshawk (Shikra). (juv, imm.) Gruppe Goshawk, Sparrowhawk evtl. melanistic form`? Die Unterseite ist bei den meisten Greifen hell bis zu weißen Flügelunterseiten.
Bücher, die ich zu Rate gezogen habe: Newman's, Roberts, SinclairRyan
Die Fotos stelle ich noch einmal ein. Danke und Gruß Claus
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201504. März 2015 · #29
6.August Twee Rivieren
Auf dem Weg nach Twee Rivieren, wohin wir wegen der Formalitäten wegen der geplanten Ausfahrt durch das Kaa-Gate ein paar Tage später fuhren und auch dort auf der Campsite übernachteten, hatten wir wieder Glück und sichteten zwei Geparden unter einem Baum, die sich nach einiger Zeit einen sichtgeschützten Platz suchten. Beim Absuchen mit dem Fernglas entdeckten wir noch einen, der langsam den Hügel hinauf schritt und lange als sphinxähnliche Silhouette am Horizont zu sehen war. Auf einem Rastplatz unterhielten wir uns eine Weile mit einer Kapkrähe, deren gurgelnd-quorrende Laute uns sehr belustigten. Belustigend war später auch der Anblick des Kuhreihers, der ganz nahe an (s)einem Springbock hin-und her wanderte und ihn keinen Augenblick unbewacht ließ. Chrissie hat dieses eng verbandelte Pärchen ein paar Wochen später auch fotografiert. Da haben sich zwei fürs Leben gefunden, so scheint es. Außer den Springböcken und Oryxen sahen wir noch Gackeltrappen, aber sie taten uns nicht den Gefallen aufzusteigen und zu gackeln.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201504. März 2015 · #30
7. August von Twee Rivieren über Nossob nach Bitterpan Red Cabin
Wieder hatten wir Glück und sahen unterwegs eine Gepardin mit drei grösseren Jungen, die zuerst herumzogen und sich dann gemeinsam niederließen. Kurz vor dem Gate in Nossob lief uns noch ein Stachelschwein über den Weg, das mit wogenden Stacheln im Gebüsch verschwand. Das war das erste Mal, dass wir in den letzten Jahren eines gesehen hatten. In Nossob machten wir eine kurze Mittagspause und ließen uns dann das Tor Richtung Bitterpan öffnen. Nachdem wir die Luft in den Reifen reduziert hatten, ging es dann über die Achterbahnpads durch überwältigend schöne rote Landschaft. Der Weg ist das Ziel! Auf jeder Anhöhe waren wir gespannt, was uns dahinter erwarten würde: Steinböckchen, kreischend auffliegende Korhähne, Oryxe, Steppenfalken, Singhabichte und einzelne Strauße. Im Laufe des Nachmittags bewölkte sich der Himmel immer mehr und das ergab ein sehr schönes Licht. Immer mal wieder sahen wir Strähnen von Regen, die verdunsteten, bevor sie die Erde erreichten. Die Beleuchtung und Farben änderten sich minütlich. Je später der Tag umso mehr überwogen die Violettöne. An einer Wasserstelle beobachteten wir lange das Treiben von Weißrückenmausvögeln. Am Zielort angekommen, wurde uns unsere Zeltplanenunterkunft auf Stelzen gezeigt, die wie ein kleines Doppelzimmer eingerichtet war und zu der jeweils noch ein enger Dusch/Wasch/Toilettenraum gehörte. Vor uns waren schon die anderen Bewohner der insgesamt acht „Doppelzimmer“ angekommen, schwergewichtigte Südafrikaner, die ihre Proviantkisten in der gemeinsamen Küche stapelten und die Kühlschränke beluden – unvorstellbare Mengen für unsere Begriffe. Die Frauen waren sehr nett und machten bereitwillig Platz. Während sie mächtige Weißbrotscheiben mit viel Butter, dicken Käsescheiben und Schinken belegten, die später als Vorspeise gegrillt werden sollten, machten sie sich selbst über ihre Rundungen lustig. Die viel zu kurze, aber aufregend und schöne Fahrt wurde am Abend noch durch ein Gewitter mit Regenbogen belohnt. Mehr kann man wirklich nicht verlangen. Der Blick auf die ovale, weiß leuchtende, einsam wirkende Pan nach Sonnenuntergang war phantastisch. Wir gingen früh zu Bett, eine Eule rief dumpf – und dann fing einer der Schwergewichte im Doppelzimmer nebenan, nur durch eine Zeltplane von uns getrennt, grunzend zu schnarchen an und stöhnte jedes Mal beim Sichumdrehen auf dem – zugegeben – sehr schmalen Bett laut jammernd auf. C. ist von F. ja allerhand gewohnt. Männer schnarchen bekanntlich, um ihre Frauen vor den wilden Tieren zu beschützen, bei uns ist frau dafür zuständig. Gegen dieses Gegrunze, eindeutig nicht von Löwen, half nicht einmal das sonst sehr bewährte Oropax. Wir waren froh, als die – sehr kalte – Nacht zu Ende ging und bei Sonnenaufgang waren wir schon fix und fertig zur Abfahrt. Wie fast jeden Morgen priesen wir den Kauf der Wärmflaschen, die wir jeden Abend mit heißem Wasser füllten und ans Fußende der Schlafsäcke legten.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201504. März 2015 · #31
8. August Von Bitterpan nach Mata-Mata
Der Sonnenaufgang verzauberte uns, langsam hat die Sonne die Wolken aufgefressen. Wieder ging es rauf und runter – es machte richtig Spaß zu fahren. Wir sahen Springböcke, ab und zu ein Steinböckchen, Singhabichte, Weißrückengeier und Strauße. Die Oryxe stritten mal wieder, bis der Staub die Sicht behinderte. Ein schöner Foto Tag! Am Himmel segelten weiße Wolken und es war sehr windig. In Mata-Mata suchten wir uns einen einigermaßen windgeschützten Platz und gingen erst einmal zum Duschen. Abends kamen wir mit unseren Nachbarn ins Gespräch, zwei südafrikanischen Paaren, die eine große Rundreise vor sich hatten. Mit denen wurde es dann ein sehr netter, allerdings auch alkoholischer Abend. Der Alkohol half uns wohl auch, den penetranten Gestank vom Ablutionblock zu ertragen.
fotomatte2'511 Beiträge · seit 200905. März 2015 · #32
Hallo Claus,
nochmal zu deinem gesuchten Greif: den African Harrier-Hawk ( oder Gymnogene ) kannst du vergessen, da passt gar nichts. Schau dir mal den typischen, nicht befiederten nackten Kopf plus fehlender Überaugstreif plus fehlende gelbe Wachshaut an. Der kann´s nun wirklich nicht sein.
Wie gross war denn der Vogel? Wie ein Singhabicht, oder kleiner? Der Shikra wäre ja deutlich kleiner.
Je mehr ich ihn mir ansehe, desto mehr sieht er mir wie eine Weihe aus, also ein Black Harrier immat.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201505. März 2015 · #33
9.August Von Mata-Mata nach Nossob
Kurz hinter Mata-Mata standen rechts des Weges fünf Giraffen und starrten wie festgewurzelt auf die Ebene gegenüber, wo ebenso festgewurzelt, aber immer wieder schnaubend, ein Gnu und ein schreckender Springbock standen. Weiter entfernt verharrte eine Herde Springböcke wie erstarrt. Oberhalb des Trockenflussbettes schritten Löwe und Löwin stolz und sich ihrer Königswürde sichtlich bewusst Richtung Wasserstelle. An der Wasserstelle hatten wir nur noch in die 2. Reihe Platz. Zwischen 2 Fahrzeugen glückten noch ein paar Porträts. Unterwegs sahen wir noch einen Lannerfalken und wieder die üblichen Oryxe, Springböcke und Strauße, immer wieder hübsch anzusehen. In Nossob wurde Wäsche gewaschen und das Auto entmistet. Währenddessen entstand auf dem Platz unter einem Kameldorn große Aufregung, Kinder flitzten durch den Waschraum und schrien „babyowl, babyowl“ und richtig, auf einem Ast saß ein kleiner Perlkauz. Ruth fotografierte ihn auch, aber da wussten wir noch nicht, dass es ‚Eulenmuckels‘ Ruth war. Schade, denn wir hätten an dem letzten Abend im KTP einen interessanten Plausch, z.B. über den BVB, haben können.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201505. März 2015 · #34
Guten Tag, fotomatte, danke,dass du dir die Zeit genommen hast, noch einmal über die Vögel zu recherchieren; der nackte Kopf vom A. H-H passt auch nicht. Die Fotos vom imm. A. H-H dagegen sind zu ungenau. Also gestrichen! Über die Größe habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Ich vermute eher 40 als 30cm, damit fällt der Shikra auch heraus. Die Mohrenweihe (B. H.) wäre in diesem Gebiet ja selten anzutreffen und somit eine Rarität. Jungvögel werden an die Ränder des Verbreitungsgebietes gern abgedrängt. Danke und Grüße Claus
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201505. März 2015 · #35
10.August Von Nossob zum Kaa-Gate
Fast die ganze Nacht durch hörten wir Löwengeröhre. Wir starteten früh, weil wir nicht wussten, wie die Piste bis zum Kaa-Gate aussehen würde. Insgesamt war der Weg sehr ruppig. Vor dem Abzweig zum Kaa-Gate machten wir Rast auf dem Parkplatz und frühstückten. Dort sprachen uns auch Eulenmuckels an und wir unterhielten uns eine Weile über das Woher und Wohin. Wir fuhren eine Weile nach ihnen los und fanden sie später auf einer kleinen Anhöhe stehend und spähend. Da spähten wir natürlich auch und sahen links von uns ein Löwenpaar sitzen, die sich von der Sonne beschienen ließen. Später trafen wir Ruth und Uwe wieder und bedankten uns für den Löwentipp, aber sie hatten sie gar nicht gesehen, nur „etwas blutiges Gedärm“ auf der Sandpad und daraufhin geschlossen, dass irgendwo Katzen sein müssten. Sie fuhren zurück und konnten uns am Kaa-Gate berichten, dass es nicht nur „unsere“ zwei ‚Paul und Klärchen‘, sondern insgesamt fünf Löwen „beim Frühstück“ gewesen wären. Am Gate erklärte man uns den kurzen Weg zu einem einfach Campingplatz, wo wir uns einrichteten und die in Nossob nicht trocken gewordene Wäsche aufhängten. Immer wieder hörten wir von fern Wiedehopfe rufen, als würden die uns ärgern wollen. Die Sonne ging unter und der ‚jahresgrößte‘ Vollmond stieg auf. Die ganze Nacht hindurch brüllten Löwen. Als C. nachts einmal raus musste und wieder ins Zelt geklettert kam, hörte man ein ärgerliches Knurrgrunzen, aber wir konnten nicht feststellen, welches Tier sich gestört gefühlt haben konnte. Da F. wach war, konnte auch nicht ihr Schnarchen gewesen sein. In Vollmondnächten sollen Löwen den größten Appetit auf Menschenfleisch haben, da habe ich ja noch einmal Glück gehabt.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201505. März 2015 · #36
11.August Vom Kaa-Gate nach Kang, Kalahari-Restcamp
Wir fuhren langsam, die schöne, parkähnliche Landschaft genießend bis Zutshwa, die Reifen bekamen nun wieder Normaldruck. Weiter flott auf Gravel Road bis Hukuntsi und Teerpad bis Kang. Unterwegs umfuhren wir zwei große Pans. Die Tierwelt bis Zutshwa war sehr scheu, vermutlich sind das noch Jagdgebiete für Trophäenjäger. In Kang wollten wir Geld abheben, aber der Automat war ausgeweidet worden. Zum Glück konnten wir an der Tankstelle mit Rand bezahlen. Im Kalahari-Restcamp, 25 km hinter Kang, bekamen wir einen netten Platz mit eigenem Waschhäuschen und richteten uns ein. Bis zum Dunkelwerden amüsierten uns die ein wenig zänkisch wirkenden Elsterdrosslinge und wir sahen mehrere Riesenglanzstare. Das Abendessen im Restaurant war ganz vorzüglich, die Gesellschaft am Nachbartisch weniger: Großspurig, das Servicepersonal schikanierend und sich beschwerend, weil die sich erlaubt hatten, hinter dem Tresen ein wenig zu lachen. Den Tag beschlossen wir am Lagerfeuer mit einem Glas Scotch.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201506. März 2015 · #37
12.August Von Kang nach Maun, The Kraal
Die Fahrt nach Maun schien ewig zu dauern – erst auf der A 2 bis Ganhzi, dann die A 3 bis Maun. Wir wechselten von Pause zu Pause den Driver. Esel, Kühe, Ziegen und Schafe am Straßenrand, die ersten gelb blühenden Kameldornakazien und cremeweißblühende Sträucher . In Maun fuhren wir zuerst in die Stadt, um Geld abzuheben und die Campsite im Moremi zu buchen – eher einen Platz zu erbetteln, denn wir hatten nichts gebucht – und den Parkeintritt zu bezahlen. Das alles ging nicht, das gesamte Zahlsystem war zusammengebrochen und niemand konnte uns sagen, wann es wieder funktionieren würde. Unser Frust wich aber beim Faulenzen auf dem Freisitz am Thamalakane, nachdem wir unser übliches Zimmer dort bezogen und etwas gegessen hatten. Unsere Gastgeberin, June Leversedge, erzählte uns, dass sie zurzeit abends regelmäßig nach Sonnenuntergang einen Bat Hawk beobachten würden, wir konnten ihn aber leider nicht entdecken. Das Froschkonzert, einem begleitenden ‚Bassfrosch‘ mit sehr tiefer Stimme vom Flussufer war unsere Gutenachtmusik.
13.August Maun, The Kraal
Wir frühstückten beim Vogelkonzert auf dem Freisitz und beobachteten Rotschnabeldrosseln am Flussufer. Danach fuhren wir in die Stadt, Geldautomat, Tankstellen, Supermarktkassen funktionierten wieder und wir hatten großes Glück, noch unsere Lieblings-Campsite in Third Bridge, Moremi, reservieren zu können. Die sehr freundliche, etwas korpulente Managerin hatte zu unserem Vorteil rechtzeitig einen Radiergummi zur Hand!!! Dann noch schnell zur DWNP die Park-Fee entrichten. Vor uns ein paar aufgeregte, arrogante Eidgenossen, die entsprechend zögerlich von dem Schalterpersonal behandelt wurden. Da wir freundlich sind, ging es bei uns ganz schnell. Im Getränkegroßhandel, nahe Airport, versorgten wir uns mit Schweppes Tonic und FLEUR DU CAP-Weinen, weiß und rot, dort kaufen auch die Lodges und Farmer. Da wir mittlerweile fast 30 Postkarten bekritzelt, aber nirgendwo im KTP Briefmarken hatten erwerben können („may be tomorrow…“ war immer die gängige Auskunft gewesen), fuhren wir noch zur Post, vor der sich eine große Menge Menschen versammelt hatten. Im Gebäude selbst standen, lagen und saßen viele alte, sehr gebrechlich wirkende Menschen, teilweise blind und warteten ergeben auf – was? Da von allen acht Schaltern nur 4 besetzt waren und zwei davon dann auch unter Hinweis auf die „lunchtime“ dicht machten, gaben wir den Versuch auf, Briefmarken zu kaufen. [Na, dann eben in -FRA- mit 0,45€.] Wir aßen Mittag am Flughafen, gingen noch in Junes Souvenirgeschäft, ließen etwas außerhalb der Stadt unsere leere Gasflasche befüllen, ordneten unsere Habseligkeiten und saßen abends wieder auf der Terrasse über dem Fluss, wo wir Graufischer, Klaffschnabel und einen Schlangenhalsvogel beobachteten.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201506. März 2015 · #38
14. August Von Maun nach Moremi, Third Bridge Campsite
Die Fahrt hierher führte über die Southern Loop, die Bodumatau-Route war überflutet. Kurz vor dem Gate lagen 3 pappensatte, schlafende Löwen in der Sonne und ließen sich auch durch mehrere Autos überhaupt nicht stören. Wir bekamen einen schönen Platz unter einem blühenden Leberwurstbaum. Etwas später kam noch ein französisches Ehepaar mit zwei kleinen Mädchen, mit denen wir uns den sehr großen Platz teilten. Sie waren sehr nett, aber ihr Englisch war so kariös wie unser Französisch, so dass ein ausführliches Gespräch nicht möglich war. Wir unternahmen noch eine Rundfahrt um Nboma-Island. Moorantilopen (Letschwe), Schwalbenschwanzbienenfresser, Gabelracken, Heilige Ibisse, Giraffen, Impalas und Elefanten, von denen ein einzelner genüsslich einen Baum schälte und die Rindenstreifen so gründlich kaute wie F. die getrockneten Papayas und Mangos. Der Sternhimmel war phantastisch klar, die Milchstraße deutlich sichtbar und das Kreuz des Südens und Skorpion dem Horizont schon näher gerückt als zu Anfang unserer Reise. Später, hoch im Norden, war unser Sommerdreieck, Altair ( im Sternbild Adler), Deneb (Schwan) und Wega (Leier) zu sehen. Angenehm überrascht waren wir vom Zustand des Ablutionblocks – neue Waschbecken mit gefliester Umrandung, funktionierende Toilettenspülungen und Duschköpfe, genügend Haken zum Aufhängen der Utensilien und alles sehr sauber. Im Jahr davor war das nicht der Fall gewesen. Flusspferde grunzten uns in den Schlaf und am frühen Morgen ästen Impalas rund um das Auto.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201510. März 2015 · #39
15. August Third Bridge, Moremi
Third Bridge ist sehr zentral für unsere geplanten 4-tägigen gamedrives. Im Westen liegt Mboma Island, wenige Kilometer ostwärts Xakanaxa, im Süden der Southern Loop; alle Routen mit Schleifen und Rundwegen entlang der Lagunen, Wasserläufen und durch abwechslungsreiche Waldlandschaften. Das Camp ist, wie beschrieben, ordentlich und wir sind autark und gut mit Fahrzeug und Ausrüstung versorgt. Hier ist für uns das Tierparadies am Südrand des Okavangodeltas und nicht so überlaufen wie der ChobeNP. Der Morgendrive führte uns über die überflutete Third Bridge und wir standen lange an verschiedenen Lagunen. Fotos sprechen am besten über Landschaft und Tierwelt. Nachmittags hatten wir eine Motorbootsfahrt gebucht in der Hoffnung, es könne eine birdwatchingtour werden, es wurde aber eher eine birdhuntingtour, denn der Guide raste so schnell, dass wir Vögel erst im letzten Moment und dann nur noch wegfliegen sehen konnten. So sahen wir zwar Malachiteisvögel, die aber schnell im Schilf verschwanden. Die drei äsenden, bis zum Bauch im Wasser stehenden Elefanten waren den Lärm wohl gewöhnt und ließen sich nicht stören, von Flusspferden sahen wir nur untertauchende Köpfe und das Babykrokodil war auch nicht gerade sensationell. Mit uns fuhren noch zwei Südafrikaner und drei Spanier und deshalb waren die Kosten (370 Pula statt 1300) verschmerzbar für diese blöde Raserei. Für F. hatte sich die Ausgabe ohnehin gelohnt, weil endlich, endlich bemerkte mal jemand ihre Courteney-Stiefel aus Simbabwe, auf die sie seit Jahren so stolz ist (das einzige Paar von den vielen, die regelmäßig geputzt werden) und sprach sie darauf an.
Glossy Ibis
links Hadeda Ibis
H. I.
Sporengänse
Fleckenuhu versus Milchuhu
grimmig
16.August Third Bridge Campsite
Morgens stand eine Giraffe am Leberwurstbaum und delektierte sich an den honigtriefenden roten Blüten, die auch für einen Trupp Goldbugpapageien interessant waren. Auf der Morgenfahrt sahen wir, Warzenschweine, Sattelstörche, weiße und schwarze Reiher, Gabelschwanzracken und einen Perlkauz. Nach der Mittagsruhe fuhren wir zu Mboma-Island und auf der Fahrt durch die gewundenen Wege fuhren wir über einen abgebrochenen Ast, der hochschlug und uns den linken Seitenspiegel abriss. Wir mussten aussteigen und das baumelnde Teil abmontieren, um nicht weitere Kratzer am Auto zu riskieren. Dabei wurden wir von einigen Giraffen neugierig betrachtet, die sich aber glücklicherweise besserwisserischer Kommentare enthielten. Das Fehlen des Spiegels war dennoch auch ein Glück, denn sonst hätte F. nicht endlich einen Wiedehopf entdeckt, der nichts gegen das Fotografiertwerden einzuwenden hatte und während wir ihn lange beobachteten, entdeckten wir auch einen Haubenbartvogel. Auf dem Rückweg zum Camp sahen wir noch einen Geparden mit Sendehalsband und von weitem ein Krokodil. Schon aus der Entfernung sahen die Zähne furchterregend aus. Auf der Ebene kurz vor dem Eingang zum Camp trafen wir auf eine große Büffelherde, die staubaufwirbelnd davonzog. Diesen wieder ereignisreichen Tag beendeten wir mit einer guten Flasche 'Roten'. Morgen versuchen wir, die Büffel noch einmal zu erwischen. Nachts hörte man immer wieder die Äsgeräusche und leisen Tritte von Antilopen, die durch das Camp zogen.
Champagner8'666 Beiträge · seit 201010. März 2015 · #40
WEHMUT - SEHNSUCHT!!! Soooo schöne Fotos! Vorallem beneide ich euch um den brütenden Uhu - ich kann mich nicht erinnern, so etwas jemals in einem Bericht (geschweige denn in Echt 😈 ) gesehen zu haben!!!