CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201524. Feb. 2015 · #1
„Steter Tropfen höhlt den Stein“
CuF im KTP und Moremi Juli-August 2014
Wenn normale Menschen sich im Dezember oder Januar mit der Grippe anstecken, holen wir die Fotos und Filme unserer Afrikareisen heraus, sehen ( neben BvB-Fußball, hallo Ruth! ) jeden Film im TV an, der auch nur entfernt etwas mit dem Süden dieses Kontinents zu tun hat, lesen und blättern in Bildbänden und infizieren uns auf diese Weise erneut mit dem Afrikavirus, bis das in unseren Köpfen zu brodeln beginnt. Obwohl wir am Ende der letzten Reisen immer davon ausgehen, dass dies die letzte gewesen sein müsse, schließlich wird man ja nicht jünger, gucken wir dann doch, wohin wir noch einmal fahren möchten, was wir noch nicht gesehen haben – und, schwupps, wird die nächste Reise geplant. Im Jahr 2014 ging es am 22.Juli per Zug zum Flughafen nach Frankfurt. wo wir um 20.10 Uhr Richtung Windhoek abflogen. Wir bevorzugen den Direktflug in der Nacht, den nur Air Namibia anbot, weil wir einen Tag in Namibia vor uns haben. Übrigens: Air Namibia und Condor werden beide schlecht bzw. gut beurteilt. 10 Std. Flug kann man/frau, wenn auch müde, ertragen. Unser diesjähriges Auto hatten wir bei Asco Car Hire gebucht und die Sachbearbeiter mit zahlreichen Sonderwünschen und Ausstattungsfragen gepiesackt. Ein Angestellter holte uns am Flughafen ab, machte einen kleinen Umweg zum Hotel, wo wir unsere Koffer ablieferten. Die nächsten Stunden waren dem Papierkrieg gewidmet und der Einführung in das Auto. Das Dachzelt bestand aus einer besseren Konstruktion als im vergangenen Jahr, so dass C. zum Auf-und Abbauen nicht mehr auf dem Autodach herumturnen musste. Das Fahren auf der „falschen“ Straßenseite machte uns keine Probleme mehr, abgesehen vom Scheibenwischer, der sich komischerweise immer während des Abbiegens in Bewegung setzte. Als wir nach einem netten Mittagessen bei „Gathemann“ unseren Krempel aus der Aufbewahrungskammer im Hotel ins Zimmer gebracht bekamen, stellten wir mit Schrecken fest, dass der Köcher mit dem Teleobjektiv fehlte. Im Aufbewahrungsraum war er nicht, ein Telefongespräch mit Robbie bei Asco erbrachte keine Auflösung, die Videokamera im dortigen Büro und Nebenraum, wo wir unsere wertvollsten Sachen (Kamera, Foto + Zubehör etc.), die wir nicht im Hotel lassen wollten, abgestellt hatten, zeigte keinen Verdacht auf einen Diebstahl. Es war zum Verzweifeln und wir dachten ernstlich daran, die ganze Reise abzublasen. Schließlich fuhren wir doch noch einmal zu Robbie, fanden den Boss und den Fahrer, der uns vom Flughafen abgeholt hatte, mit dem wir den Bus absuchten. Der Köcher mit Inhalt fand sich unter einem Sitz, wohin er während der Fahrt gerollt sein musste. Übermüdet hat man manchmal nicht alle Sachen (im Kopf) beisammen! Wohlgemut und sehr erleichtert fuhren wir zurück ins Hotel, wo inzwischen F.s Armbanduhr, die sie leichtsinnigerweise auf dem Schreibtisch liegengelassen hatte, verschwunden war. Glücklicherweise war es keine wertvolle, dafür erinnerungsträchtige Uhr, aber wer braucht im Urlaub schon eine Uhr?? Im Notfall: C. hat eine mit Datum- und Wochentaganzeige. Todmüde gingen wir schlafen
24.Juli. Windhoek
Um uns ein wenig zu akklimatisieren – und weil wir uns auch vorgenommen hatten, in diesem Jahr alles langsam angehen zu lassen – fuhren wir nach dem Frühstück zum Avis-Damm. Dort schlenderten wir eine Zeitlang umher, beobachteten Hirten-Regenpfeifer, Kapstelze, Stelzenläufer und viele Pelikane, darunter junge mit hübschem, braun gezeichneten Gefieder, Kormorane, Nilgänse, Silberreiher und Graureiher – leider auch zwei junge Frauen mit ihren Hunden, die sie auf die Wasservögel hetzten. Wir hätten die gerne verhauen – die Frauen natürlich, nicht die Hunde. Mittags machten wir unsere Einkäufe, (nicht die 2-3 kg Mischung aus Reis, Bohnen, Erbsen für den Bohnensack vergessen!) und verstauten alles in den dafür vorgesehenen Behältnissen – das dauerte! Neben einer dicken Fleecejacke für F., kaufte C. sich noch die obligatorischen Halbschuhe aus Kuduleder, weil die einfacher überzustreifen sind, als die von uns bevorzugt getragenen höheren Boots. Zum Schluss wurden die Kinderbett-Spannlaken über die beiden Vordersitze gezogen, die wir immer mitnehmen. Man schwitzt auf den Autositzen nicht so und kann den Staub und Dreck ausschütteln, sitzt außerdem dann nicht mehr so im Staub. Am Abend aßen wir ziemlich fürstlich im Hotel und nachdem wir den Versuch, auf der Dachterrasse einen Absacker zu trinken, wegen der Kälte aufgegeben hatten, gingen wir schlafen. Ha, da war ja noch der Talisker ‚Dark Storm‘ vom Duty Free Shop.
Hallo Ihr Beiden, schön, dass nun wieder ein Bericht folgt. Die Idee mit den Kinderspannbettlaken finde ich genial, nur leider sind wir immer so eng bepackt, dass ich dafür wenig bis gar keinen Platz finde. 🤪 Ich bin gespannt auf eure Erzählungen, die kommen gerade zur rechten Zeit, so können auch wir weiter träumen.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201525. Feb. 2015 · #4
25.Juli Farmhouse Stampriet
Morgens früh ging es aus Windhoek raus auf der B1 / C20 Richtung Mariental, Stampriet. Wir hatten uns vorgenommen, ohne Reservierung das erste Mal in der Anib Lodge Campsite zu übernachten, aber dort hatten sie nichts mehr frei. Die Managerin war sehr freundlich, telefonierte und schickte uns weiter ins Kalahari Farmhouse, Stampriet. Die etwas abseits von der Anlage errichtete Camp Site war ansprechend, der Ablutionblock supersauber und wir ganz alleine auf dem Platz. Nach Zeltaufbau, Einrichten, Duschen, gingen wir dann zum Restaurant, genehmigten uns ein Windhoek Lager, saßen am offenen Kamin-Feuer und warteten auf Dinnertime. Wir aßen im mit Dekoration überfüllten, höchst originell ausgestatteten Lodgerestaurant ganz hervorragendes Oryxschwanzragout in Rotwein-Zwiebelsauce. Schon auf dem kleinen Spaziergang zum Restaurant war es sehr kühl und windig gewesen, dennoch waren wir überrascht, dass wir beim Aufbruch zur Camp Site fürsorglich zwei gefüllte Wärmflaschen mitbekamen. Trotz unserer dicken Daunenschlafsäcke, die wir von zuhause mitgeschleppt hatten, waren die hot-water-bags doch gut gegen kalte Füße. Wir bewunderten ein paar Minuten den Sternenhimmel und fanden, da wir früher als in den Jahren zuvor, in Namibia waren, das Kreuz des Südens.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201525. Feb. 2015 · #5
26.Juli Stampriet nach Mata-Mata Am Morgen waren Eisblumen auf der Windschutzscheibe und Felsenschwalben wärmten sich am Waschhäuschen auf allen Sitzmöglichkeiten in der Morgensonne. Wunderbarerweise war das Wasser in der Dusche warm. Nach dem reichhaltigen Frühstück ging es weiter nach Stampriet, Gochas, wo wir in zwei verschiedenen Landhandelsgeschäften zwei Wärmflaschen kauften – in jeden Laden gab es jeweils nur noch eine. Wir ließen uns von der bizarren Landschaft im Aubtal faszinieren – hohe, wie Festungen aus arabischen Märchen aussehende Felsplateaus. In Gochas tankten wir und dabei stellte sich heraus, dass der Verschluss des Ersatzkanisters nicht dicht war. Wir stopften ihn mit Plastiktütenfetzen aus. Früh am Tag landeten wir schließlich in Mata-Mata. Nachdem wir unser Chalet bezogen hatten, machten wir uns gleich auf eine Sichtungsfahrt und hatten großes Glück: Unter einem Baum verteidigte ein Gepard seinen Riss vor mehreren attackierenden Schakalen. Er gab schließlich resigniert auf, zumal er offenbar den größten Teil der Beute verspeist hatte, querte die Pad in unserer Nähe und verschwand über der Böschung. Die Oryxe hatten ihn fest im Blick. Die Schakale machten sich über den Riss her, dazu gesellte sich ein weiterer Abstauber, ein Raubadler. Unterwegs: Oryxe, Springböcke, Raubadler, Gabelracken, die immer schön und fotogen zum Fotoshooting einladen sowie elegante Gleitaare.
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201425. Feb. 2015 · #6
Hallo CuF,
schön, dass ihr gleich mit Euren nächsten Bericht weiter macht! Da steige ich doch schnell mal ein. So kann ich die Wartezeit, bis es bei uns endlich losgeht etwas überbrücken.
Ich freue mich auf die Fortsezung und bin schon ganz gespannt auf Eure Erlebnisse im KTP.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201527. Feb. 2015 · #7
27.Juli Mata-Mata nach Nossob
Nachdem wir kurz gefrühstückt und unsere Thermosflasche mit Tee gefüllt hatten, fuhren wir langsam in Richtung Nossob. Ein paar Autos standen schon am Wegesrand: ein Löwenpaar lag im Schatten eines Baumes und zog gemächlich auf Löwenart davon. Unterwegs sichteten wir eine Kuhantilope und die üblichen Tiere. Auf einem Rastplatz, Dikbaardskolk, standen mehrere „Kitchen-Südafrikaner“, die ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgingen: Brai! Sie hatten perfekt ausgestattete Küchentrailer dabei – das wundert uns immer wieder. Wir sahen ein Löwenpaar, viele Oryxe und Springböcke, die schönen Gabelracken, unser Star eine Kuhantilope, jede Menge Strauße und ungewöhnlich viele Singhabichte. Als wir das Chalet beziehen wollten, passte der Schlüssel nicht. In der Rezeption ging eine hektische Sucherei los, aber es wurde kein passender Schlüssel aus einem 5-Liter- Eimer voller rostiger Schlüssel gefunden. Glücklicherweise war noch ein anderes Chalet frei, so dass wir nicht im Dachzelt kampieren mussten, so waren wir morgens schneller unterwegs. Allerdings sorgte der Wasserkocher, made in China, dafür, dass für allen in unserer Reihe das Licht ausging. Im Übrigen ließ die „Kücheneinrichtung“ dort sehr zu wünschen übrig. Wir haben im KTP eine Mischung aus Chalets und Camp Sites, mal ein/e ‚eigene/s’ Küche, Dusche und WC, für angenehm empfunden.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201528. Feb. 2015 · #8
28.Juli Nossob nach Mata-Mata
Heute fuhren wir wieder in Richtung Mata-Mata und sahen unterwegs die üblichen Oryxe und Springböcke, dazu noch ein paar Giraffen und einen Singhabicht (juv./imm.). Ein Auto mit Canadaflagge hielt an: have you seen cats? Na ja, meine Meinung dazu ist ja bekannt. Später, ein noch blutender Riss lag unter einem Baum, der Gepard dazu hatte sich laut Aussage anderer Cat-Viewer „over the hills“ davongemacht. Wir fuhren auf eine kleinen viewpoint, um einen Überblick zu gewinnen und beobachteten dort und auf dem Weg eine Zeit lang Bülbüls und Fiskalwürger (desert race), Maricoschnäpper. Als wir vom Hügel wieder runterfuhren, fanden wir einen gelben Reservekanister an der Pad liegen, den wohl jemand verloren hatte. Ein Blick in der Rückspiegel zeigte: Das war unsrer! Die Halterung war abgerissen und die haben wir auch nicht wiedergefunden. Ein Glück, dass C. immer Reepschnüre dabei hat, mit denen befestigten wir wieder den Kanister.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201528. Feb. 2015 · #9
29.Juli Mata-Mata
In Richtung Twee Rivieren lagen drei scheinbar übergewichtige, satte Tüpfelhyänen schlafend am Wege, zehn Minuten später sahen wir noch einen, der sich dann aber, von den Autos gestört, davonbuckelte. Wir konnten einen Raubadler am Aas beobachten, gravitätisch stolzierende Sekretäre, Schwalbenschwanz-Bienenfresser und, was uns sehr beglückte, einen Pygmäenfalken. Nach Sonnenuntergang widmeten wir uns lange dem Sternenhimmel . Es ist immer schön, die Sternbilder von C. erklärt zu bekommen, davon kann frau nie genug kriegen.
Einige Erinnerungen an meine (C) erste Visite im KTP Nov. 1989: Auf dem Weg zum KTP verbrachte ich noch einige Zeit am Hardapdamm und in noch gepflegten Chalets, besichtigte dann noch den am 7.12.1988 eingestürzten Mukurob. In Mata Mata übernachtete ich in Militärzelten und auf –betten, einfach und urig. Die Zelte standen in der Nähe des Drahtzaunes. In der Nacht ‚jaulten‘ die Hyänen direkt neben dem Schlafplatz; früh war ich auf den Beinen und in der Nähe des Camps schleppten einige Hyänen einen Riss in Richtung Auobböschung. Damals gelangen mir schöne Dias von den Hyänen, Springböcken, Oryxen, einer Afrikanischen Wildkatze und einem kapitalen Schwarzmähnen-Löwen mit Halsbandsender. Er stolzierte vom Auobtal vor meinem Auto über die Pad, blieb stehen, beäugte mich lange, marschierte dann die Böschung hinauf und schaute noch einmal auf den Eindringling von oben herab (Blech, kann man nicht essen). Auf dem Weg nach Twee Rivieren war ich fast allein auf der Pad. Von KTP bin ich dann wieder zurück nach Namibia: Fishfluß, Ai-Ais, Oranje, Rosh Pinah, Lüderitz, Naukluft, Walfishbay, Swakopmund, Windhoek. Die Wellblech- und Gravelpads waren damals, relativ gut und der Verkehr gering.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201501. März 2015 · #10
30.Juli Mata-Mata
Nach einer Nacht voller Löwengebrüll sahen wir auf unseren Fahrten Springböcke, miteinander kämpfende Oryxe („die machen sich warm“, oder? sagte C.), prachtvolle Kudus, Großtrappen, Bienenfresser, eine große Gruppe Strauße, die ein Synchronballett aufführten, Raubadler, Schakale, einen horstenden Weißrückengeier, Bienenfresser, Drosselschnäpper, Rotbauchwürger (Reichsvogel) und Drongos, einer davon ließ sich von einem Gnu durch die Gegend schaukeln. Ein Oryx hat es beim Warmmachen wohl übertrieben und hat dabei ein Horn verloren. Da wir anderntags wieder nach Nossob fahren wollten, mussten wir Diesel tanken, aber an der Tankstelle gab es keinen mehr. „Im KTP muss man ja nicht an jeder Tankstelle auftanken, was ja in Afrika sonst obligatorisch ist, denn es gibt ja genug.“ Dumm gelaufen!
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201501. März 2015 · #11
31.Juli Von Mata-Mata nach Nossob
So fuhren wir auf Reserve bis zum Rastplatz Melkvlei und pumpten mühsam mit dem mitgelieferten Equipment den Diesel aus dem Reservetank bis uns die Finger wehtaten. Die sonst ‚‘‘technisch minderbegabte‘‘ F. kam dann auf den genialen Gedanken, eine Wasserflasche abzuschneiden und zum Trichter umzufunktionieren – ha, Triumph, es funktionierte. 😘 😘 😘 So konnten wir uns erst dem Lunch und dann der Umgebung widmen und sahen gegenüber dem Rastplatz unter einem Busch einen schwarzmähnigen Löwen liegen – zum Fotografieren zu weit entfernt, aber durch das Fernglas sehr beeindruckend. Auf diesem Platz sahen wir auch zum ersten Mal einen Rotstirnbartvogel, der uns mit Mahaliwebern, Meisensänger, Siedelweber, Glanzstaren und Graukopfsperling um Futter anbettelte. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Vögel wir noch nicht kennen. Eine Pfeifratte knabberte Grassamen vor ihrem Bau. Auf dem weiteren Weg nach Nossob sahen wir noch Löffelhunde, die wohl nach Mäusen gruben.
Pascalinah2'772 Beiträge · seit 200601. März 2015 · #12
CuF schrieb:
Hallo CuF,
was hast Du denn mit diesem Bild gemacht? Sieht schon irgendwie komisch aus 😎 Hast Du das ausgeschnitten und auf einem anderen / dunklen Hintergrund platziert?
MOMopane370 Beiträge · seit 201001. März 2015 · #13
Hallo CuF,
vielen Dank für die tollen KTP Bilder, die sind eine wunderschöne Einstimmung auf unsere KTP-Tour in 2 Wochen. Ihr habt ja wirklich viel zu sehen bekommen, hoffentlich haben wir auch soviel Glück.
Liebe Grüße, die Mopanes.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201502. März 2015 · #14
Hallo
@ Pascalinah es wird nur die gleichförmige Farbe des Himmels ersetzt. Das geht mit einer entsprechenden Software schon unter 100€ s. Foto
@ Mopane oh, wie ich euch beneide, wir müssen noch bis Ende Juli warten bis wir wieder unterwegs sind. Danke, dass euch die Fotos gefallen
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201502. März 2015 · #15
1.August Nossob
Heute gondelten wir langsam von Wasserloch zu Wasserloch Richtung Twee Rivieren, sahen die üblichen Oryxe und Springböcke, außerdem auch Kuhantilopen und Großtrappen. Lange Zeit widmeten wir uns einer kleinen, zierlichen Vierstreifenmaus, die an rötlichen Früchten knabberte. Am späten Nachmittag fuhren wir nach Nossob zurück und schlugen unser Lager auf der Campsite auf, genau gegenüber einer fast als Wagenburg zu bezeichnenden Ansammlung von Zelten und Autos einer südafrikanischen Kitchen-Gruppe mit vielen kleinen Kindern, die selig im Sand buddelten. Wir hatten quasi den Logenplatz beim familiären Treiben.
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201502. März 2015 · #18
2.August von Nossob nach Twee Rivieren
Die Nacht verlief ziemlich unruhig, ein kleines Baby in der Zeltstadt von gegenüber heulte die ganze Nacht immer wieder, beruhigte sich auch durch das „Schschsch“ der Mutter nicht – es klang nach starken Schmerzen. Die Eltern fuhren sehr früh am Morgen weg und ließen ihr Zelt stehen. Das sah nach etwas Ernsthafterem aus als Blähungen und Zahnen. Wir fuhren nach dem Frühstück Richtung Twee Rivieren und sahen unterwegs Oryxe mit noch braunen, knuffigen Kälbern. Ein paar Tüpfelhyänen lungerten um einen Eland-Riss herum und wurden von Schakalen belauert. Einer traute sich, einen Knochen zu stehlen, ließ seine Beute aber ganz schnell fallen, als eine Hyäne hinter ihm her hetzte. Heute wurde uns auch klar, warum Singhabichte Singhabichte heißen. Einer dieser – in diesem Jahr sehr zahlreichen – Exemplare saß auf einem abgestorbenen Baum und stieß, für menschliche Ohren nicht unbedingt nach „Singen“ klingende, Locklaute aus. Prompt kam sein Partner angeflogen. Sie balzten also schon. Wir sahen Kuhantilopen und Sekretäre. In Twee Rivieren bezogen wir unseren Platz unter einem Baum voller Mahaliwebernester. Das gefiel einem der Bewohner überhaupt nicht, denn er spiegelte sich in dem Chrom des Außenspiegels und hackte wütend auf seinen vermeintlichen Rivalen ein. Er regte sich derart auf, dass wir schließlich die Spiegel mit Plastiktüten zuhängten. Danach war Frieden; vermeintlicher Eindringling wurde erfolgreich verjagt.
THBiker1'366 Beiträge · seit 201103. März 2015 · #19
Hallo,
ich reise auch gerade ma mit und freue mich über die schönen Erlebnisse. Danke dafür.
Zu den Bildern mit ausgetauschten Himmel, würde ich sagen, lass das lieber mit der Software. Man sieht es sehr deutlich (helle Ränder, keien sauberen Kanten/Übergänge und unvollständig ersetzt) und es schaut einfach nicht gut aus. Das Bild wäre ohne diese Bearbeitung sicherlich klasse. Ich denke, wenn man so einen Effekt erzielen möchte, muss man anders an die Sache heran gehen, d.h. eine andere Aufnahmetechnik oder eine aufwändige Bearbeitung in Photoshop und Co.
Also lieber die Originalbilder zeigen, die sind doch auch nicht schlecht 😎
So, bin gespannt was ihr noch so vor die Linse bekommt!
CuF schrieb:Hallo
@ Pascalinah es wird nur die gleichförmige Farbe des Himmels ersetzt. Das geht mit einer entsprechenden Software schon unter 100€ s. Foto Gruß CuF
CuFThemenstarter4'382 Beiträge · seit 201503. März 2015 · #20
Hallo THBiker
du hast ja so recht, es war auch mehr eine Spielerei.
Überwiegend werden meine Fotos im RAW Format gefertigt, die dann für das Forum auf JPG Format convertiert werden müssen. Bei manchen Spielen kommt auch mal Unfug heraus. Die beiden Bilder lass ich zur Abschreckung drin