dergnagflowThemenstarter2'535 Beiträge · seit 200715. März 2015 · #41
Tag 12 - 28. Jänner 2015
Heute steht ein ganzer Tag mit einem Guide auf dem Programm, wir haben uns gestern mit jenem an der Rezeption geeinigt, dass er uns ein paar Elephanten zeigt. Daher ist wieder um 7 Uhr Tagwache, wir frühstücken gemütlich, packen dann fast alles zusammen und lassen nur ein paar Dinge wie Tisch, Sesseln, Gaskocher und das Holz auf der Campsite und bauen die hintere Sitzreihe um, damit unser Guide auch Platz hat. Um 9 Uhr treffen wir uns an der Rezeption und fahren, an einer fast übersehenen Giraffe vorbei, auf einen Hügel, von wo aus wir einen wirklich guten Überblick über die Region um Purros erhalten.
Neben der Palmen-Oase, die ganzjährig Wasser führt, sieht man auch das kleine Himba-“Schaudorf”, die Campsite und das Hoarusibtal. Anschließend fahren wir hinunter in den kleinen Kral, in dem einige Frauen mit ihren Kindern leben und die traditionelle Lebensweise der Himbas zeigen. Wir sind mit unserem Guide alleine, ausser uns sind keine Touristen hier. Ich bin ein wenig zwiespältig, die Frauen machen nicht den Eindruck, als wären sie jetzt begeistert, uns ihre Tätigkeiten zu zeigen, sie scheinen eher ein wenig gelangweilt. Andererseits nimmt man doch einiges an Eindrücken mit und kann hier direkt auch die hier lebende Bevölkerung unterstützen.
Nach rund einer halben Stunde verlassen wir mit einigen hier hergestellten Mitbringseln den Kral und fahren nach Purros, wo wir uns noch die dortigen Schulgebäude ansehen. Zwei Lehrer unterrichten hier, ein dritter ist gerade unterwegs, um die Kinder zu unterrichten, die mit ihren Familien weitergezogen sind. “Wir müssen dorthin gehen, wo die Kinder sind,” meint ein Lehrer im Gespräch, “es funktioniert nicht, wenn die Kinder zu uns kommen müssen.”
Nach diesem Besuch geht es nun den Hoarusib entlang Richtung Westen. Irgendwo müssen die Elephanten ja sein. Es beginnt der wohl schönste Flusslauf, den ich in Namibia je gefahren bin. Anfangs noch durch weideähnliche Gebiete (der Hoarusib führt hier wie gesagt das ganze Jahr immer ein wenig Wasser), wir fahren neben Kühen vorbei, über grüne Flächen, durch Wasser und verscheuchen zahlreiche Oryx und eine Affenherde (erst die zweite, die wir zu Gesicht bekommen). Allerdings verschwindet Letztere so rasch, dass uns nicht mal ein unscharfes Beweisfoto gelingt. Links und rechts befindet sich nun immer wieder hohes Schilfgras und die Felsen, an denen sich der Fluss entlang schlängelt. Wir bleiben immer wieder stehen, um zu fotographieren und können uns an der Landschaft nicht satt sehen.
Wir erreichen schließlich die Lodge, die hier hoch oben auf einem Berg über dem Flusstal gebaut wurde und statten dieser einen Besuch ab. Ausser einer Dame mit ihrem Kind ist niemand oben, Touristen gibt’s derzeit keine, die wären gestern wieder abgeflogen. Allerdings hätte man eben gestern bei einer Fahrt Richtung Meer die Elephanten gesehen, die weit den Hoarusib flussabwärts gelaufen wären.
Unser Guide fragt uns, ob wir da noch weiter fahren wollen. Was für eine Frage. Selbstverständlich, wenn das möglich ist. Und so folgt ein weiterer Höhepunkt, als wir tief in den Nationalpark Richtung Meer fahren und sich die harten Felsen langsam mit den Sanddünen kleiden, die einen weiteren spektakulären Farbtupfer in die Landschaft zaubern.
Ob es tatsächlich den Tatsachen entspricht, dass die einheimischen Guides hier mit den Touristen in den Nationalpark einfahren dürfen, können wir natürlich nicht überprüfen, allerdings beschäftigt uns eher die unglaublich schöne Landschaft und die Suche nach den Elephanten. Zu sehen bekommen wir unzählige Springböcke, Orxy und Strausse, eine ganze Herde Oryx mit Jungtieren läuft lange vor uns her, bis sie schließlich doch rechts ins Gebüsch abzweigen und unser Vorbeifahren einfach abwarten. Das selbe Verhalten sollten sie bei der Rückfahrt wieder zeigen. Nicht lernfähig 😉.
Elephanten lassen sich allerdings nicht und nicht blicken, weshalb wir immer weiter in den Canyon fahren und schließlich, ca. 10 Kilometer vor Erreichen des Meeres in eine weite Ebene gelangen. Und plötzlich bedeutet uns unser Guide, stehen zu bleiben, er hätte einen Elephanten entdeckt. Wir steigen aus, ich klettere mit ihm auf das Dach unseres Canopys und tatsächlich, sehr weit weg, hinter einem Busch ist sehr undeutlich das Hinterteil eines Elephants zu entdecken. Hm. Na, ja. Da haben wir diese Tiere schon näher gesehen, aber OK. Plötzlich deutet uns unser Guide hier zu bleiben und macht sich zu Fuß in das Gebüsch auf. Einige Minuten später kommt er zurück und winkt uns zu sich. Allerdings nicht zu Fuß, wie wir anfänglich irrtümlich verstehen, sondern mit dem Auto. Wir fahren also vom unbewachsenen Flussbett hinauf in die bewachsene Stufe, umfahren einige Gebüsche und erreichen ihn, worauf er sich wieder zu uns setzt. Er lotst uns noch ein Stückchen weiter und meint kurz darauf, “stopp” und “close the window please”. Was dann folgt, kann man nicht beschreiben. Ein ruhiges “don’t move” ist das Einzige, was wir von unserem Guide vernehmen.
Als sich alles wieder halbwegs beruhigt hat (und damit sind nicht nur die Elephanten gemeint), schieben wir zurück und fahren langsam zurück in die weite Ebene. Ich unterhalte mich noch angeregt mit unserem Guide, worauf er meint, dass er eigentlich nur mit einem Elephanten gerechnet hatte und er normalerweise auch die Nähe zu den Tieren nicht sucht. Und sie wären hier natürlich das Vorhandensein von Geländewägen nicht gewöhnt. Allerdings wäre es hier immer am Besten, einfach ruhig zu verharren. Die nächsten beiden Bullen, die wir entdecken, laben sich gerade sehr weit weg an dem Schilf. Wir fahren auf eine sehr gesunde Distanz heran, steigen aus, machen Fotos und beobachten, wie sie langsam näher kommen, allerdings dann auch in einer noch sehr angenehmen Entfernung an uns vorbei gehen und sich zu den vorher beobachteten Exemplaren gesellen, worauf dann recht bald alle im Dickicht verschwunden sind. Was für ein Erlebnis. Und echtes Glück, gleich in mehrfacher Hinsicht.
UUps. Erwischt 😉
Während der Rückfahrt bietet sich das selbe Bild, viele Tiere im Flussbett, orange/gelb/weisse Sanddünen, dunkle Felsen, blauer Himmel und grüne Vegetation. Wir fahren wieder bis zur Lodge mit den wirklich beeindruckenden Fix-Zelten, bevor wir über die südlich des Canyons verlaufende Strasse durch die Berge nach Purros zurückfahren.
dergnagflowThemenstarter2'535 Beiträge · seit 200716. März 2015 · #43
Das beschreibt auch ungefähr unsere Reaktion. 😉 Vor allem meine Frau hat während der ganzen Aktion glaub' ich vergessen zu atmen, die erste Frage unseres Guides war: "Nicole. are you alright?" 😉. Aber sie hat zum Glück das Foto durch die Windschutzscheibe und auch das Video aus dem Seitenfenster gemacht, die GoPro verzerrt das doch ziemlich, da schauen sie viel kleiner aus, als sie tatsächlich waren.
dergnagflowThemenstarter2'535 Beiträge · seit 200717. März 2015 · #44
Dieser Tag ist eher textlastig, wir hatten eine Zeit lang viel zu tun und keine Zeit Fotos zu machen. Auch das Glück schlägt heute gnadenlos in geballter Form zu...
Tag 13 – 29. Jänner 2015
Wir kommen wieder gegen 9 Uhr von der Campsite weg, bleiben noch kurz beim Wrack des Kleinbusses stehen, das hier schon jahrelang halb vergraben im Sand liegt um einige Fotos zu machen und fahren schließlich Richtung Süden in die Berge. Die D3707 wollen wir nicht zurück nach Sesfontein fahren, unsere Strecke soll diesmal über den Fearless Pass, dann durch den Hoanib und schließlich den Ganamub entlang führen.
Die Landschaft ist hier südlich von Purros sehr felsig, wir kommen nur eher langsam voran. Nach rund 30 Kilometern kreuzt plötzlich eine Hyäne unseren Weg, die erste überhaupt, die ich zu Gesicht bekomme. Sie ist gar nicht schreckhaft und bleibt einige Meter von der Straße entfernt auf den Anhöhe stehen, um sich ablichten zu lassen. Danke schön!
Nach dem wir die felsigere Region hinter uns gelassen haben, erreichen wir eine Ebene, auf der der sandige Untergrund und der wirklich gute Track mal wieder ein wenig höheres Tempo zulassen. Wir fliegen fast dahin, fahren an zahlreichen großen Feenkreisen vorbei bis wir schließlich für eine Giraffe, die fast mitten auf der Straße steht, stehenbleiben und sie, nachdem sie nicht schreckhaft das Weite sucht, ausgiebig betrachten und fotographieren.
Auch heute ist die Landschaft extrem abwechslungsreich, unglaublich, welche Eindrücke hier gesammelt werden können. Und wie auch in den letzten Tagen sind wir vollkommen alleine, nur kurz nach Purros kam uns ein Fahrzeug der Lodge mit Gästen entgegen. Sonst treffen wir auf keinen Menschen.
Nachdem wir schließlich einen schmalen Canyon durchquert haben, erreichen wir das Tal des Hoanibs, wo wir anfangs leichte Probleme haben, in das Flussbett zu gelangen, das Wasser, das hier vor rund einer Woche geflossen ist, hat die Ränder ziemlich unterspült, der Abbruch zum Track ist senkrecht und rund einen Meter hoch. Zu hoch, um hier runter zu fahren. Wir fahren ein Stück den hier vorhandenen Spuren Richtung flussabwärts, bis wir eine Stelle finden, in den Fluss zu gelangen. Die vorhandenen Spuren führen weiter flussabwärts, wir drehen jedoch um und folgen dem Fluss Richtung Sesfontein.
Der Untergrund ist gut zu befahren, die leicht aufkommenden Sorgen von Nicole zerstreue ich mit dem Hinweis, dass die vorherrschende weisse Sandfarbe schon auf sehr trockenen und somit harten Sand hinweist. Nachdem wir hier die Ersten nach der Flut waren, gibt’s keine Spuren und ich suche mir den Weg durch das Flussbett selbst. Die Sonne scheint vom fast wolkenlosen Himmel, es hat rund 35 Grad, wir sind mit einem 4×4 im Flussbett, kann’s etwas Schöneres geben?
Kurz bevor mir mein Garmin anzeigt, dass wir den Fluss nach links verlassen, liegt vor uns eine kleine Engstelle. “die Poort Felsbarriere” sollte ich später dann am Netbook in der T4A Karte lesen. Zwischen den hoch aufragenden Felsen schaut der Untergrund recht dunkel aus, ich entscheide mich, hier eher rechts zu bleiben aber bevor ich dann noch wirklich nachdenken kann, stecken wir schon fest. Na geh, ernsthaft jetzt? Mit diesem Auto? Ich versuche zurückzuschieben, funktioniert nicht. Wieder nach vorne, geht auch nicht. Habe mittlerweile die Getriebeuntersetzung drin und die Differentialsperre, alles was leuchten kann, leuchtet, das Auto bewegt sich aber nicht. Na gut, wir stecken echt fest. “Ich hab’s ja gewusst”, meint Nicole, worauf ich entgegne, dass das halt zu so einem Urlaub auch mal dazugehört. Ist ja egal, muss ich halt ein wenig schaufeln – Sandmatten haben wir eh mit – 20 Minuten, dann sind wir da wieder draussen. Gesagt getan. Ich schaufle und Nicole macht ein paar Fotos. Alles Paletti, alles unter Kontrolle.
Beim Schaufeln bemerke ich, dass hier wirklich vor Kurzem erst Wasser geflossen sein muss, ich hab’ das untere Ende des Reifens noch nicht mal erreicht, stoße ich schon auf das Wasser. Das macht das Weitergraben nicht gerade einfacher, ich versuche immer wieder, die Sandmatten weiter unter die Räder zu schieben und rauszufahren, allerdings greifen die Reifen noch nicht. Und schließlich kommt, was in diesen Fällen dann immer kommt, wenn’s so richtig ganz blöd läuft. Das Wasser nämlich. Von oben im Fluss.
Jetzt kommt ziemliche Hektik auf. Das kann’s ja nicht sein. Ich hab’ das warnende Beispiel von Purros noch vor Augen und schaufle schneller, schiebe die Matten nach, versuche rauszufahren, es misslingt. Ich schaufle nochmal und während ich die Matten nachschieben möchte, umgibt mich schon die braune Suppe, fließt in die Löcher, die ich gegraben habe und deckt sie wieder mit Sand zu. Na ganz toll. Aus einer bis dato recht gemütlichen Situation wird plötzlich eine unkontrollierbare Geschichte, die nun sehr leicht in einer Katastrophe enden kann. Nicole hat mittlerweile die Kamera weggelegt, beide beginnen wir, Baumstämme und Steine vom höherliegenden Plateau zu holen und zwei Meter vor dem Auto einen provisorischen Damm zu bauen. Das hilft vorerst mal ein wenig, Nicole macht hier weiter, während ich aufgrund des immer weiter steigenden Wassers beginne, die wichtigen Dinge schon mal aus dem Auto zu räumen. Wasser, elektronische Geräte und vor allem das Sat-Phone, wer weiß, wozu es gut ist.
Dann beginne ich, die Fernbedienung der Seilwinde zu suchen. Dabei verstreichen wertvolle Minuten, weil ich mich nicht mehr erinnern kann, wo wir sie verstaut haben. Schließlich finde ich sie, lasse die Seilwinde aus und ziehe das Seil bis zu einem riesen großen Baum, der halb vergraben im Sand liegt. Leider ist sie zu kurz, allerdings haben wir noch ein Abschleppseil. Auch hier muss ich zeitaufwändig das komplette Auto durchsuchen, bis ich es unter der Rückbank finde. Und wieder fehlt mir ein Meter. Das gibt’s ja nicht, langsam macht sich wirklich leichte Panik breit. Ich starte einen entsprechend verzweifelten Versuch, nehme die Spanngurte, die ich aus Wien mitgenommen hatte und verlängere damit das Seil. Und natürlich kommt es, wie es kommen muss, die halten den Zug natürlich nicht aus und reissen ab. OK, hab’ ich eh gewusst, aber einen Versuch war’s zumindest wert. Ein anderer Baum auf der anderen Seite des Flusses erweist sich als zu schwach, ebenso ein Felsvorsprung, um den ich das Abschleppseil wickle. Die Seilwinde reisst ihn raus, das Auto bewegt sich keinen Meter.
Ich erinnere mich an einen Trick, der offenbar in der Wüste funktioniert und beginne, auf der Anhöhe ein Loch zu graben, in das ich einen großen flachen Felsen hineinrollen und als Anker verwenden möchte. Allerdings scheitert das Vorhaben recht rasch, da nach einem knappen Meter Sand schon große Steine und Felsen zum Vorschein kommen. Wir graben trotzdem weiter, erweitern das Loch, graben den großen Stein halb ein und starten einen Versuch, der allerdings – wie fast erwartet – ebenfalls kläglich scheitert. So, aus. Bevor sich jetzt die komplette Panik ausbreitet, kurz mal innehalten und Luft holen. Wir sind mittlerweile über eine Stunde am Arbeiten in der prallen Sonne, sind dehydriert, ausgelaugt und schon ziemlich fertig. Ich bemerke, dass das Wasser eigentlich gar nicht mehr steigt, bilde mir sogar ein, es wäre mittlerweile ein wenig gesunken. Das Auto ist noch umspült, aber nicht verloren, der Damm hilft, hinter dem Damm hat sich sogar eine kleine Sandbank aufgetürmt, der absolute Großteil des Wassers fließt ohnehin an der linken Flanke der Schlucht vorbei, dort ist es rund 75cm, tief, bei uns nur vielleicht 15cm. Wir müssen jetzt erst mal etwas trinken und auf uns schauen, sonst sind wir hier erledigt.
Wir setzen uns an der Kante, trinken warmes Wasser, ich leere es auch über meinen Kopf und wir atmen einmal kräftig durch. Und wie immer, wenn man mal einen kleinen Schritt zurücktritt, inne hält und die Gesamtsituation überblickt, kommen einem die besten Ideen. Auf der Anhöhe liegen dutzende dieser großen flachen Steinplatten, wir müssen nur einfach mit dem Hi-Lift Jack die Räder einzeln aus dem Sand heben, Steinplatten darunterlegen und dann sollten wir eigentlich aus dem Loch fahren können. “Nur einfach” ist allerdings gut gesagt, wir sind beide schon ziemlich fertig, allerdings legt sich die Anspannung ein wenig. In den 10 Minuten, die wir da sitzen, sinkt das Wasser wieder ein wenig, langsam beginne ich zu realisieren, dass wir da wahrscheinlich nochmal großes Glück haben. Und wie ich so sinniere, höre ich plötzlich Motorengeräusche.
Das war der Anblick, der sich Mike und Tanja bot…
“Das kann ja jetzt nicht wahr sein”, denke ich mir und schaue auf das gegenüberliegende Flussufer, wo wie aus dem Nichts zwei Motorradfahrer auftauchen. Jetzt scheinen wir unser Glück schon fast überzustrapazieren. Die beiden stellen ihre Motorräder ab, während ich durch das Wasser wate und zu ihnen gehe. Mike und Tanja sind aus Australien und mit ihren beiden Suzukis auf Weltreise. Und kommen ausgerechnet heute hier genau an dieser Stelle vorbei. Sie wollten eigentlich über den Hoanib Richtung Westen fahren, fuhren durch den Ganamub und sahen, dass an der “echten” Einmündung, zu der ich eigentlich auch wollte, das Wasser floss. Daraufhin wollten sie eigentlich schon zurückfahren, fanden aber die kleine Umfahrung dieser Engstelle und standen nun hier.
Die beiden sehen natürlich gleich, was hier los ist, sie ziehen sich um und sagen sofort zu, uns zu helfen. Tanja versucht mit unserem Satellitentelefon in Khowarib einen Bekannten zu erreichen, der eventuell auch Hilfe schicken kann, während wir nun große flache Steine suchen, um diese unter die Reifen legen zu können. Ich wuchte mit dem Hi-Lift Jack den ersten Reifen hoch, hier erweist sich unser “Damm” nun auch als hilfreich, da nur mehr sehr wenig Wasser hier durchfließt. Wir platzieren den flachen Stein unter dem Rad, legen mit weiteren Steinen einen Weg aus und lassen den Wagen wieder hinunter. Während ich nun das Heck des Fahrzeugs noch entlaste und alle schweren Gegenstände auslade, macht sich Mike daran, die anderen Räder zu unterstützen.
T-Shirt wäre besser gewesen, keine Frage. Erstens um den Gösser-Muskel ein wenig fotogener zu gestalten und zweitens um den Sonnenbrand am Rücken zu verhindern…
Mir fehlt mittlerweile wirklich die Kraft, den Jack zu bedienen. Ich ziehe nun die Seilwinde, die immer noch im Fluss liegt ein und lasse – bitte warum bin ich da nicht gleich am Anfang draufgekommen, ich Depp – noch Luft aus den Reifen. Einfach nach Gefühl, ohne Manometer, weil’s ja eh ziemlich egal ist. Nicole und Tanja schleppen Steine herbei, Mike hebt mit dem Jack die Räder einzeln hoch und nach knapp einer Stunde stehen alle Reifen auf flachen Steinen. Hinter den Hinterreifen ist ein Steinweg ausgelegt, drei schieben vorne an und wie wenn nix wäre, fahre ich den Wagen rückwärts aus dem Loch und gleich weiter aus dem fließenden Wasser auf die danebenliegende Anhöhe. Yesss. Nach rund drei Stunden Plackerei. Die ich ohne T-Shirt in der Sonne verbracht hatte. Ja, das sollte sich natürlich später noch rächen, keine Frage. Nicole konnte mir bereits zwei Tage später meine Haut in handtellergroßen Flächen abziehen. Das ist Rekord bei Sonnenbrand 😉. Dank der fürsorglichen flächendeckenden Beschmierung mit Bepanthen waren die Auswirkungen aber zum Glück recht bescheiden.
Alles wieder Ok, das Auto haben wir draussen.
Wir setzen uns in den Sand und verschnaufen. Tanja ruft den Bekannten nochmals an, um ihm mitzuteilen, dass wir keine Hilfe mehr benötigen, nur um von ihm zu erfahren, dass ohnehin niemand bereit gewesen wäre, die Strecke auf sich zu nehmen, nur um dann vielleicht feststellen zu müssen, dass niemand mehr da wäre. In Summe verständlich, aber auch nicht wirklich beruhigend in so einer Situation. Aber egal, wir haben das Auto draussen, der Rest ist ein Kinderspiel. Ich grabe gemeinsam mit Mike die beiden Sandmatten noch aus dem fließenden Wasser bevor ich den Wagen nun näher und zwei Bier aus dem Kühlschrank hole. Mike freut sich ehrlich darüber, am Motorrad gibt’s untertags selten kalte Getränke. Nach rund einer Stunde packe ich wieder alles in das Auto, Mike und Tanja gehen zurück zu ihren Motorrädern und ich quere den Fluss ohne Probleme. Auf der anderen Seite hole ich den Kompressor heraus und pumpe die Reifen wieder auf. Einen hab ich bis 0,4 Bar abgelassen, damit sollte man natürlich nicht auf steinigem Untergrund fahren…
Da sieht man unseren “Damm” im rechten Bereich des Flusses.
Mike und Tanja. Thank's a lot!
Die beiden wollen noch bis Purros fahren, wo sie heute morgen eigentlich hin wollten, beschließen aber, dies natürlich nicht über den Fluss zu machen, sondern auch zurück über die Ganamub Schlucht zu fahren um dann die D3707 zu nehmen. Nachdem es mittlerweile 16:30 Uhr ist, lade ich die beiden ein, falls sie es sich an der Kreuzung noch überlegen, zurück nach Sesfontein zum Camel Top Camping zu kommen, sie wären zum Abendessen – gegrilltes Rind mit Erdäpfeln und Tomatensalat sowie selbstgemachter Knoblauchbutter – und jeder Menge kalter Biere und Rotwein eingeladen. Wir plaudern noch ein wenig, essen ein bisschen Biltong, ich versuche, meinen Kreislauf wieder halbwegs in Schwung zu bringen und fahren schließlich los. Die Piste ist tiefsandig und recht schwer zu fahren, wir überholen die beiden, die uns bedeuten, dass sie nach der Plackerei auch schon recht müde sind, die Strecke nach Purros heute nicht mehr fahren wollen und die Einladung gerne annehmen. Ich trinke auf dem Weg bis zur Kreuzung der D3707 rund zwei Liter Wasser und fühle mich immer noch vollkommen daneben, eigentlich will ich gar nichts mehr, ausser Ruhe und mich hinlegen.
Als wir die D3707 geht’s schon ein wenig besser, vor allem bin ich froh, dass es jetzt wieder “festen” Untergrund gibt und wir fahren die paar Kilometer nach Sesfontein, wo wir wieder niemanden antreffen. Das sind wir ja schon gewohnt 😉. Wir beziehen die selbe Campsite, packen Tisch und Sessel aus und um den Flüssigkeitsverlust weiter auszugleichen trinke ich gleich mal zwei Windhoek Draught 😉. Mike und Tanja kommen nach rund einer halben Stunde, fahren aber noch kurz zur Lodge im Fort, sie wollen dieses Erlebnis mit zwei kalten Rockshandys abschließen. Wir machen inzwischen Feuer, duschen uns, kochen die Erdäpfel und machen den Salat. Schließlich kommen sie auch auf die Campsite, bauen ihr Zelt auf, duschen ebenfalls bevor wir uns um das Feuer setzen. Ein herrlicher Abend liegt vor uns, wir unterhalten uns beim Essen und danach angeregt, bis wir gegen 23:00 alle todmüde in die Zelte kriechen. Was für ein Erlebnis, was für ein Tag. Da fällt auch kaum mehr ins Gewicht festzustellen,. dass unser “neuer” Reservereifen keine Luft mehr hat, der scheint also auch einen Sickerpatschen zu haben…
In der Nacht komme ich kaum zum Schlafen. Zuviel geht mir im Kopf herum, die Muskeln sind noch komplett übersäuert, ich bekomme im Liegen Krämpfe in den Unterschenkeln und fühle mich, als wäre ich einen Marathon gelaufen. Die Hände sind aufgeschunden, seltsamerweise spüre ich den Sonnenbrand am Rücken kaum, wahrscheinlich doch noch zuviel Adrenalin im Blut.
Und immer wieder die Frage, was da wohl schiefgelaufen ist. Also abgesehen davon, dass wir einfach Glück hatten, dass das Wasser nicht weiter gestiegen ist. Das Fahren im Flussbett war es nicht, das würde ich wieder so machen. Es gab keine Anzeichen, dass es zu einem Problem werden könnte. Dass wir vorab relativ lange schon ohne echte Wettervorhersage unterwegs waren, war da schon eher ein Nachteil. Und im Zuge der Vorbereitung hätte ich den Warnungen vor der “die Poort” Felsbarriere mehr Aufmerksamkeit schenken können. Auch die Umfahrung der Engstelle ist dort eingezeichnet. Aber in Summe kann man wahrscheinlich recht wenig tun, um zu verhindern, dass man in eine derartige Situation kommt und irgendwo steckenbleibt. Das passiert. Allerdings gibt es beim darauffolgenden Handeln durchaus Optimierungsmöglichkeiten. Zumindest rückblickend betrachtet. Kritisch war hier jedenfalls der plötzlich herrschende Zeitdruck, der wohl nicht oft vorkommt, dennoch kann eine derartige Sache auch ohne Zeitdruck eleganter gelöst werden. Dass selbst Profis unter Zeitdruck nicht mehr rational arbeiten und nachdenken, sieht man auch hier ganz gut: http://www.youtube.com/watch?v=KEYaTscCDIg.
Fehler 1 war sicherlich, dass ich sofort zu Beginn mal weiter Luft aus den Reifen hätte lassen sollen. Eventuell wäre ich dann einfach rausgefahren. Ist aber nicht sicher, da das Auto schon fast auf der Bodenplatte aufgesessen ist. Aber in Kombination mit den Sandmatten hätte es vielleicht geholfen.
Fehler 2 war, dass ich eher ohne viel nachzudenken zur Schaufel und zu den Sandmatten gegriffen habe. Besser wäre gewesen, die generelle Situation mal zu betrachten und die verschiedenen Bergemöglichkeiten (Schaufeln, Seilwinde und Hi-Lift Jack) zu bewerten. Als ich dann mal beim Schaufeln war und das Wasser kam, war praktisch keine Zeit mehr, um die Situation ruhig und analytisch zu beurteilen, da waren wir bereits im “Graben” gefangen und konnten nur mehr das weitertun, was wir bereits begonnen hatten. Die Gesamtsituation, mit dem tief eingegrabenen Fahrzeug, den vielen umherliegenden flachen Steinen, von denen ein sehr großer auch als Unterlage für den Jack diente, schrie rückblickend geradezu danach, das Fahrzeug hochzuheben und Steine unter die Räder zu legen.
Fehler 3 in unserer zeitkritischen Situation war, dass ich “ewig” nach der Fernbedienung der Seilwinde und dem Abschleppseil suchen musste. Das ist ein “No-Go”, das entsprechende Bergezeugs sollte immer beieinander und griffbereit sein.
Die kleinen Sachen wie “zieh dir ein T-Shirt an, wenn du in der Sonne arbeitest” fallen da schon kaum mehr ins Gewicht. 😉
Manche lernen es eben auf die harte Tour 😉.
Dass in manchen Situationen aber auch alles einfach viel zu schnell gehen kann, zeigt der Bericht von Desert Lion auf deren Facebook-Seite. Da kann man dann eher nur mehr wenig machen und nur versuchen, das Notwendigste aus dem Auto zu retten. Und wenn man diese Bilder sieht, hatten wir rückblickend betrachtet auch schon Glück, uns in der Palmwag Konzession den Reifen aufgeschlitzt zu haben. Sonst wären wir nämlich am 26. Jänner nach der Fahrt über den Crowtherstrail mitten in der absoluten Pampa vor dem Fluss gestanden und hätten diesen wegen des vielen Wassers nicht queren können. Und selbst “warten und aussitzen” hätte da wohl wenig Sinn gemacht.
Topobär5'479 Beiträge · seit 200917. März 2015 · #45
Was für eine Alptraum-Situation. Das zeigt mal wieder, dass Schlamm die meisten Probleme im Gelände verursacht. Da hattet Ihr echt Glück im Unglück, dass nur so wenig Wasser gelaufen ist. Nachdem alles gut ausgegangen ist, natürlich eine tolle Story, von der man noch seinen Enkeln erzählen kann.
dergnagflowThemenstarter2'535 Beiträge · seit 200717. März 2015 · #46
Topobär schrieb:Was für eine Alptraum-Situation. Das zeigt mal wieder, dass Schlamm die meisten Probleme im Gelände verursacht. Da hattet Ihr echt Glück im Unglück, dass nur so wenig Wasser gelaufen ist. Nachdem alles gut ausgegangen ist, natürlich eine tolle Story, von der man noch seinen Enkeln erzählen kann.
In der Tat. Meine liebe Frau könnte aber auch heute noch gerne drauf verzichten 😉.
speed66751 Beiträge · seit 201117. März 2015 · #47
Wow - war das spannend!
Sowohl das Erlebnis an sich, als auch deine perfekte Schilderung - besten Dank für das ausführliche Teilen eurer Reise.
Da wir auch vor kurzem erst zunächst mit bloßen Händen auf einer Sanddüne gegraben haben, natürlich in der Mittagshitze, kann ich deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen...
Ich nehm mal an, dass diese Story das Erzähl-Highlight des Urlaubs ist - oder ist das noch zu toppen? Beste Grüße, Frank
dergnagflowThemenstarter2'535 Beiträge · seit 200718. März 2015 · #48
Hi Frank,
in Summe der Ereignisse und der physischen als auch psychischen Anstrengung war das das Heftigste, was wir erlebt hatten, ja. Aber es kommt noch ein Erlebnis, das uns ebenfalls extrem in Erinnerung bleiben wird. Dauert noch zwei Tage 😉
Was für ein Reisebericht! Fängt ganz gemütlich an, wird immer spannender und zum Schluss habe ich fast das Atmen vergessen. Hatte ich anfangs noch damit geliebäugelt, bei unserer Reise im August unsere Palmwagcampsite gegen eine Übernachtung im Kozessionsgebiet einzutauschen, bin ich jetzt doch skeptisch geworden, ob wir uns das zutrauen können.
Danke für die ausführliche Beschreibung. Bin gespannt, wie´s weitergeht.
Gruß
JuRo
dergnagflowThemenstarter2'535 Beiträge · seit 200718. März 2015 · #50
Also wenn du es dir aussuchen kannst, dann würde ich auf jeden Fall ins Konzessionsgebiet fahren. Das ist überhaupt kein Problem! Die Campsite 2 in der Day Visitors Area ist traumhaft mit herrlichem Blick und wenn ihr ohnehin mit Camping-Fahrzeug unterwegs seid, fahrerisch ohne große Erfahrung leicht machbar. Einzig bei den Bachdurchfahrten auf die spitzen Steine aufpassen 🙂. Und in der Day Visitors Area hast erstens sowieso keinen großen Fluss und zweitens im August schon gar kein Wasser.
geplant ist ein Tagesausflug in das Konzessionsgebiet, aber eine Übernachtung dort wäre schon reizvoll. Frage ist halt, ob wir das, so unerfahren wie wir sind, machen können. Ich mache aber besser ein neues Thema auf, meine Fragen sollen ja nicht Deinen Reisebericht unterbrechen.
dergnagflowThemenstarter2'535 Beiträge · seit 200728. März 2015 · #54
Tag 14 – 30. Jänner 2015
Immer noch ziemlich geschlaucht klettern wir gegen 8:30 aus dem Dachzelt. Heute machen wir das mal ganz gemütlich, tanken in Sesfontein und dann die nicht besonders weite Strecke durch die Khowarib Schlucht zum Galton Gate. Allerdings wollen wir noch fragen, ob die überhaupt befahrbar ist, so eine Aktion wie gestern will ich mir wirklich ersparen 😉.
Wir frühstücken erst mal gemeinsam mit Mike und Tanja, bevor ich mich daran mache, das gesamte Auto wieder halbwegs fahrtauglich einzuräumen. Gestern haben wir ja mehr oder weniger alles raus und wieder irgendwie eingeräumt und dann so liegen gelassen. Erst gegen 10:30 kommen wir von der Campsite weg und verabschieden uns von den beiden Weltreisenden, die heute nach Purros aufbrechen.
Wir steuern die Tankstelle beim Fort an und sehen auf der Diesel-Zapfsäule schon das große Schild: “Out of Order until further notice.” Naaaaa. Ned wirklich. Ich frage den Tankwart noch, ob das eh ernst gemeint ist, er meint nur, ja, Diesel gäbe es keinen. Die nächste Tankstelle wäre in Opuwo oder in Palmwag. Na super. Überschlagsmäßig sind gemäß der Tankanzeige noch ca. 40 Liter im Tank. Das macht auf normaler Gravelroad rund 300 Kilometer. Aber durch die Khowarib-Schlucht? Und dann theoretisch bis Okaukuejo? Eher nicht. Und durch die Schlucht selbst und dann nach Kamanjab? Mit mir, der ich ohnehin als “Leerfahrer” bekannt bin? Nach kurzer Nachdenkphase beschließen wir, hier heute gar nichts zu riskieren und einfach über Palmwag nach Kamanjab und danach Richtung Galtons Gate zu fahren. In Kamanjab können wir dann auch gleich unseren luftlosen Reservereifen umtauschen.
Gesagt, getan, wir richten es uns gemütlich ein und machen einen Gravel-Road Fahrtag zum Ausrasten draus. Ist auch der Grund, warum es heute von der Fahrt keine Fotos gibt, die Gegend kennen wir nun schon zur Genüge. 😉
Bei der Tankstelle in Palmwag gehen knapp 125 Liter in den Tank bei 680 Kilometer. Macht schlanke 18 Liter Sprit, die wir in den Fluss-Sandbetten gebraucht haben. Wir passieren das Veterinär-Gate, wieder ohne jegliches Fleisch im Kühlschrank, wieder ist dann noch vor dem Grootbergpass alles dort, wo es hingehört und wir fahren die Strecke ein drittes Mal. Schon vorher ist uns aufgefallen, dass in den Dörfern heute extrem viele Menschen zu sehen sind. Khowarib war voll, überall Familien mit Kindern, neu aufgestellte Zelte, die uns ein paar Tage vorher nicht aufgefallen waren. Auf dem Weg nach Kamanjab hält uns ein Einheimischer, der mit einer roten Fahne mitten am Weg steht auf und meint, dass weiter vorne eine große Lacke am Weg wäre und wir da rechts vorbeifahren sollten. Gleich danach will er aber Geld für Dressen seiner Fußballmannschaft haben. Hm. Ein wenig überrumpelt drücke ich ihm 50 Dollar in die Hand. Deppensteuer halt. Auch erledigt. Lacke gab’s natürlich keine mehr am Weg. Touristensteuer auch entrichtet…
In Kamanjab gehen wir noch einkaufen für den Rest der Reise, wollen am Bankomat auch noch Geld abheben, das scheitert aber, da offenbar in den beiden Automaten in Kamanjab nirgendwo mehr Geld enthalten ist. Auch hier sind die Straßen voll mit Menschen, so ist uns das noch nie aufgefallen. Wir fahren zur Garage, wo wir den Besitzer anrufen, da alles zugesperrt ist. Er meint, er wäre unterwegs, käme aber in einer halben Stunde. Die Zeit nützen wir, um beim Bottle-Store wieder das offene WLAN zu verwenden, wir setzen ein paar Nachrichten ab und schauen unsere Mails an.
Als wir zurückfahren kommt auch der Besitzer bald mit einem abgeschleppten Fahrzeug, wir plaudern kurz über die vielen Menschen, das fehlende Geld in den Bankomaten und warum er am Freitag zu habe, da meint er nur, es wäre der Freitag vor Monatsende, da hätten alle ihr Geld bekommen und würden nach Hause fahren. Ah, deshalb auch kein Geld mehr in den Bankomaten. OK, guter Tipp für’s nächste Mal, wir stehen nämlich jetzt mit relativ wenig Bargeld da. Egal, irgendwie wird das schon gehen.
Der Reifen wird geprüft und tatsächlich, er hat beim Ventil einen Schaden. Also wieder mal einen anderen Reifen drauf, der ist sogar noch abgefahrener, aber jetzt ist es mir schon relativ egal, es kommt nur mehr Etoscha und dann die Fahrt nach Windhoek. Da sollte nicht mehr viel sein.
Wir packen zusammen, bedanken uns und fahren die Teerstraße Richtung Norden. Wir erreichen die Einfahrt gegen 17:00 Uhr und beschließen spontan, heute schon in den Park zu fahren und anstatt in Hobatere in der neuen Olifantrus Campsite zu übernachten. Elefanten oder andere Tiere werden wir in Hobatere ziemlich sicher auch nicht zu Gesicht bekommen.
Die Einfahrt ist komplett neu gestaltet und riesengroß, nicht zu übersehen. Rechts ist der Parkwächter, der die Permits ausstellt. Leider gibt’s keine Karten zum Mitnehmen, nur eine große an der Wand, die wir fotographieren könnten. Na, danke. Zum Glück habe ich mir schon die PDF-Karten ausgedruckt und Navi haben wir ja auch mit. Nach der problemlosen Ausstellung der Permits (nach einer Reservierung wurde nicht gefragt) geht’s nach links in das neue Gebäude, dort sind dann die Zahlungen zu entrichten. Cash Only, no cards. Hm. Langsam wird’s wirklich ein bisschen kritisch mit dem Bargeld. Aber das geht sich noch aus.
Gemütlich fahren wir dann auf der leeren Straße Richtung Olifantrus. Die Gegend ist halt ziemlich bewachsen, wirklich weit sieht man auf dieser Strecke nicht. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit fahren wir auch keine Wasserlöcher an, ringsum hat’s auch gut geregnet, das wäre ohnehin relativ sinnlos. Dennoch sehen wir schon einige Giraffen, Zebras, Strausse und sogar ein Warzenschwein mit Frischlingen.
Wir erreichen das Camp gegen 18:30, schon recht spät, aber im Sommer noch ordentlich hell. Bauen schnell das Zelt auf, räumen Tisch und Sesseln raus und gehen dann mit Flüssigkeit bewaffnet zum genialen Steg und zum Gebäude am Wasserloch. Der Sundowner ruft.
Das Haus ist wirklich sehenswert, der Steg führt in ~ fünf Meter Höhe über die Umzäunung zum zweistöckigen Gebäude, das direkt am Wasserloch errichtet wurde. Oben sind Kippfenster, die zum Öffnen sind, unten sind Fixfenster, klar, so ebenerdig, wie man da sitzt. Das Wasserloch ist mit rotem Licht beleuchtet, alles wäre perfekt, wenn sich doch bloß ein Vierbeiner blicken lassen würde 😉. Wir lassen die Sonne untergehen, warten, schauen und gehen nach rund einer Stunde zurück zum Auto. Abendessen ruft. Auch beim zweiten Besuch nach dem Essen lässt sich in 90 Minuten kein einziges Tier blicken, gegen 11 Uhr kriechen wir schließlich ins Zelt. Morgen ist auch noch ein Tag.
Kurz noch zum Camp: Das ist natürlich sehr neu und sehr gepflegt. Es hat auch einige Museumsräume, in der die Geschichte des Platzes (ehemalige Elefantenkeulungsstation) sowie die Geschichte des Parks und der Erhaltung generell sehr anschaulich dokumentiert werden. Die Sanitärräume sind sehr groß und auf westeuropäischem Niveau. Es gibt zwei große Küchenblöcke, wo man bei schlechtem Wetter überdacht sitzen und kochen sowie abwaschen kann. Jeder Stellplatz hat Strom, Licht und Wasser sowie eine ebene Stelle, wo man eben Tisch und Sesseln aufstellen kann. In der Saison wird’s aber sicher schwer, einen Platz zu bekommen, auf meinem kurzen Rundgang zählte ich nur 5 Stellplätze. Der Manager meinte, sie würden es ausbauen und es kämen weitere Plätze dazu. Würde mich nicht wundern, bei dem Aufwand, den sie beim Wasserloch getrieben haben. Das Ganze hat aber auch seinen Preis, wir haben dort 250 N$ pro Person für die Nacht gezahlt. Auch “cash only” natürlich.
dergnagflowThemenstarter2'535 Beiträge · seit 200729. März 2015 · #55
Tag 15 – 31. Jänner 2015
Nach einem gemütlichen Morgen mit einem weiteren Besuch im Haus am Wasserloch (leider wieder ohne Tiere) machen wir uns gegen 10:30 auf den Weg nach Okaukuejo. Wir fahren alle Wasserlöcher am Weg ab, die auf der Karte eingezeichnet sind, sehen ein paar Oryx und ein paar Vögel. Manche Wasserlöcher sind überhaupt trocken, Wasser gibt’s dafür rund herum ohnehin genug.
Nach Bitterwater machen wir einen kurzen Stopp bei einem umzäunten Rastplatz, wo wir eine Kleinigkeit essen.
Beim Wasserloch Sonderkop bekommen wir einen Eindruck, wie Wasserlöcher in der Trockenzeit aussehen können. Übrigens das einzige Wasserloch, an dem wir derart viele Tiere sehen. Als wir ankommen, trinkt gerade ein Elephant aus dem großen Betonbehälter. Dieser ist eigentlich nicht als Tränke gedacht und daher mit einer Absperrung umgeben, akrobatisch streckt sich der Elephant und kommt daher an das frische Wasser. Schmeckt wahrscheinlich besser als das abgestandene mit Schlamm versehene, mit dem er sich anschließend bewirft. Etwas entfernt sind eine ganze Herde Zebras und Gnus, jeweils mit Jungtieren.
Wir bleiben rund eine Stunde, um uns das Spektakel anzuschauen, fahren anschließend weiter und sehen hier jede Menge der üblichen Verdächtigen. An einigen Lacken laben sich ebenfalls die Tiere, hier hat es offenbar ziemlich viel geregnet. Auf der Fahrt zum Wasserloch Grünewald sehen wir noch zwei Giraffen, das Wasserloch selbst ist – so wie praktisch alle, die wir noch besichtigen werden – leer.
Insgesamt spielt das aber keine große Rolle, hier gibt’s so viele Tiere, dass eigentlich laufend stehenbleiben und Fotos machen. Auch Giraffen gesellen sich hinzu, einzig Elephanten und Nashörner sowie Katzen bleiben komplett aus.
Wir erreichen Okaukuejo am Nachmittag, immer noch hat es rund 34 Grad. Wir checken für den Campingplatz ein können hier alles mit Kreditkarte zahlen und gehen zuerst an die Bar, wo wir etwas trinken und das vorhandene WLAN nützen. Anschließend besteigen wir noch den Turm, nur um festzustellen, dass nicht weit entfernt dunkle Wolken aufziehen…
Kaum kommen wir am Platz an, beginnt es wie aus Kübeln zu schütten. Wir fahren die Campsite entlang zu einem Stellplatz und beschließen den Schauer einmal im Auto abzuwarten. Ich hole noch etwas zum Trinken aus dem Kühlschrank und einen Wien für Nicole, dann sitzen wir und warten. Ich spiele alle Videos von der GoPro auf das Netbook, anschließend noch die Fotos der beiden Spiegelreflexkameras, anschließend noch die von Nicole. Das dauert nun schon rund eineinhalb Stunden. Es schüttet immer noch. Hm. Ein “kurzer” Schauer ist etwas anderes. Langsam hört es aber auf, allerdings steht nun überall ziemlich viel Wasser. Auch die Feuerstelle ist durchnässt, was es mir nahezu verunmöglicht, hier Feuer für’s Essen zu machen. Alles in allem kein gemütlicher Abend, zu kalt und zu feucht. Zudem beginnt es später wieder leicht zu nieseln, sodass wir uns bald ins Zelt verkriechen.
In der Nacht haben wir noch Besuch von den streunenden Schakalen, die unsere Schlapfen entführen, wir finden sie am nächsten Morgen dann zerkaut ein paar Meter weiter entfernt. Zudem vernehme ich relativ nahes und sehr lautes Löwengebrüll.
dergnagflowThemenstarter2'535 Beiträge · seit 200730. März 2015 · #56
Tag 16 – 1. Februar 2015
Nach einer eher schlaflosen Nacht stehen wir wieder gegen 7 Uhr auf, ich finde unsere Schlapfen zerkaut ein paar Meter weiter in einer Lacke wieder. Wirklich einladend ist der Platz nicht, alles steht unter Wasser, um zu den Sanitärräumen zu gelangen, muss eine Lacke am Weg von ca. 20cm Tiefe passiert werden. Wir trinken nur kurz einen Tee, packen alles zusammen und fahren bald los. Als Ziel haben wir heute Halali, der Weg führt uns über Adamax und dann so ziemlich an jedem Wasserloch zwischen Okaukuejo und Halali vorbei.
Auf dem Weg nach Adamax läuft uns eine Schildkröte über den Weg, bevor uns ein Autobus überholt. Wir zuckeln gemütlich hinterher und holen ihn wenig später wieder ein, als er mitten auf der Straße steht. Hm, da dürfte rechts irgendetwas im Busch sein. Leider sehen wir nichts, auch nachdem der Bus weggefahren ist und wir exakt seine Stelle eingenommen haben. Aber für nichts bleibt der Bus auch keine ~ 10 Minuten dort stehen. Ich bemühe das Fernglas und scanne jeden Busch und tatsächlich. Ca. 50 Meter von uns entfernt liegt ein Nashorn unter einem Baum. Kaum zu sehen durch die Büsche davor. Ohne den Bus hätten wir keine Chance gehabt, auch so haben wir schon fast 10 Minuten gebraucht, bis wir es gesehen haben. Schon am zweiten Tag ein Nashorn. Verbuchen wir mal unter Glück. 😉
Auf der anschließenden Fahrt an Okaukuejo vorbei sehen wir sehr viele Springböcke, Oryx, Strausse, Gnus und Giraffen.
Am Nachmittag, als wir den Rhino Drive Richtung Halali fahren, sind wir mit 30 bis 40 km/h unterwegs, schauen angestrengt in das links und rechts befindliche Dickicht, als sich plötzlich rund 200 Meter vor uns etwas bewegt. Ich parke das Auto, springe noch kurz hinaus um die GoPro zu starten und dann warten wir einfach das folgende Spektakel ab.
Ich gebe zu, ohne das erste Erlebnis mit unserem Guide im Hoanib wären wir nicht so ruhig geblieben und wären vielleicht sogar umgedreht. Dieses Erlebnis wäre uns dann entgangen. Die Herde geht sehr ruhig in nur ein paar Metern Entfernung an uns vorüber, unzählige Kleine sind dabei und wir können unser Glück kaum fassen. Das war rückblickend betrachtet sicherlich das Highlight unserer Reise.
In Halali schlagen wir gegen 16:00 Uhr unser Lager in der Nähe des Weges zum Wasserloch auf. Hier sind kaum Leute, von der Campsite her gefällt es uns besser als Okaukuejo, da man hier bei Regen auch überdachte Bereiche hat und nicht im Auto sitzen müsste. Zum Glück brauchen wir das heute nicht, wir relaxen ein wenig am Pool, bestellen für morgen früh ein Lunchpaket, essen recht früh und nehmen unseren Sundowner dann am Wasserloch. Leider ist angeblich gerade ein Nashorn gegangen, in den 90 Minuten, die wir dort verbringen zeigt sich kein Vierbeiner mehr.
dergnagflowThemenstarter2'535 Beiträge · seit 200703. Apr. 2015 · #59
Der heutige Tag bringt wieder viel Glück für uns und auch wir können heute anderen Glück bringen 😉
Tag 17 – 2. Februar 2015
Heute ist mal wieder früh Aufstehen angesagt, um 5:30 läutet uns der Wecker aus dem Schlaf. Wir trinken einen Tee, packen alles zusammen und holen das Lunch-Paket im Restaurant ab. Um 6:30 sind wir mit dem Sonnenaufgang unterwegs und schon kurze Zeit später werden wir mit einer Herde Giraffen belohnt. Leider sind – wohl bedingt durch die Regenfälle der letzten Tage – einige Rundkurse gesperrt, sodass wir mitunter in einer Sackgasse enden. Und auch auf den nicht gesperrten Wegen steht mitunter das Wasser ziemlich hoch.
Wir fahren grob in Richtung Namutoni, allerdings lassen sich bei den Wasserlöchern, die wir anfahren, keine Tiere blicken. Auf dem Weg kreuzt ein wohl trächtiges Hyänenweibchen unseren Weg, gar nicht schreckhaft läuft sie ein Stück neben uns auf der Straße, bevor sie wieder im Dickicht verschwindet.
Kurze Zeit später entdecken wir ein Warzenschwein mit seinen Jungen, danach wieder einige Giraffen und jede Menge Zebras. Nicole glaubt mir langsam aber sicher, dass wir so viele Giraffen sehen werden, dass wir am Schluss wegen ihnen gar nicht mehr stehenbleiben werden. Ungefähr 8 Kilometer vor Namutoni steht wieder ein Bus mitten auf der Straße und wir sehen, dass alle angestrengt in den Busch schauen. Der Busfahrer raunt uns ein “Lions” zu, wir sehen aber gar nichts. Nach rund 10 Minuten fährt der Bus weg, wir stellen uns an die Stelle und schauen angestrengt in den Busch. Aber auch mit Fernglas sehen wir vorerst nichts. Erst, als ich mich seitlich ins Fenster setze (ja, ich weiß, soll man nicht…) kann ich in der Ferne unter einem Baum ein Rudel erkennen. Ab und zu bewegen sie sich sogar, zum Fotographieren sind sie allerdings viel zu weit entfernt. Und da wir sie ohne den Bus auch nie und nimmer gesehen hätten, vermerken wir sie mal nicht als “Sichtung”.
Kurz vor Namutoni gibt’s noch eine Herde von über 10 Giraffen, bevor wir im Fort Pause machen. Es ist mittlerweile etwa 11 Uhr und eigentlich wollten wir uns auf die schöne Terrasse beim Wasserloch setzen, die ist allerdings kaputt und daher gesperrt. Auch das Cafe unterhalb hat nicht geöffnet, so setzen wir uns ins verwaiste Restaurant und trinken einen Rockshandy. Hat mittlerweile schon wieder über 30 Grad. Im Restaurant mache ich kurz einen Hotspot mit der namibischen Simkarte auf und wir kommunizieren kurz mit Lisa, um zu erfahren, ob Lukas schon in Sydney gelandet ist. Sie verspricht uns eine Nachricht zu schicken wenn er bei ihr im Backpacker eingetroffen ist. Wir fahren noch ein Stück Richtung Norden, wo wir an einem Wasserloch unser Picknick im Auto einnehmen. Das Lunchpaket ist wirklich zu empfehlen!
Langsam machen wir uns von Wasserloch und Detour zu Wasserloch und Detour zurück Richtung Halali. Die Landschaft hier ist flach und ohne wirklich dichten Bewuchs, wir sehen neben den üblichen Verdächtigen (Springbock, Strauß und Oryx) jede Menge Zebras und wieder Giraffen in Hülle und Fülle. Und bringen es nicht über’s Herz vorbeizufahren, ohne zumindest ein paar Fotos zu machen 😉.
Ungefähr 30 Kilometer vor Halali sehen wir plötzlich in der Ferne zwei Nashörner. Sie bewegen sich leicht von uns weg und präsentieren nur ihr Hinterteil, aber es sind eindeutig Rhinos. Zum Fotographieren fast zu weit weg, aber wir versuchen es dennoch. Sehr schwierig, die Fotos sind demnach nicht besonders. Wir freuen uns dennoch, nach dem ersten liegenden nun noch zwei gesehen zu haben und fahren nach einigen Minuten weiter. Keine zwei Kilometer ruft Nicole plötzlich “Nashorn”! Was noch untertrieben war, keine 50 Meter neben der Straße steht eine Nashornkuh mit ihrem Kalb im Gebüsch. Gibt’s ja nicht, schon fünf Nashörner in nur zwei Tagen. Wir können unser Glück gar nicht fassen und bleiben wieder so lange, bis die beiden sich weiter ins Dickicht zurückziehen.
Mittlerweile ist es ungefähr 16:30, es hat 36 Grad und wir beschließen, vor der Rückkehr ins Camp noch zum Etoscha-Lookout zu fahren. Schon als wir noch sehr weit entfernt sind, sehe ich, dass beim Lookout irgendwas seltsam ist. Es steht ein kleines Auto irgendwie komisch dort. Vor uns ist noch ein Auto, das kurz vor dem Lookout stehen bleibt, wir fahren vorbei und sehen, dass ein kleiner Toyota im Schlick feststeckt. Ich frage die beiden jungen Männer, ob sie Hilfe brauchen, weil einer so ganz lässig auf der Heckklappe sitzt und eher keine Anstalten macht, hilflos zu wirken 😉.
Es stellt sich heraus, dass die beiden Italiener schon irgendwen von ihrer Agentur angerufen und ihre missliche Lage mitgeteilt hätten, allerdings wäre dies bereits vor zwei Stunden gewesen und nun ginge auch ans Telefon niemand mehr ran. Warum sie ihr Auto dort in den Schlick gefahren haben, hab’ ich nicht nachgefragt, ich wäre dort mit dem Hilux auch mit Untersetzung nicht rein, das hat man mit freiem Auge gesehen, dass es dort tief ist. Durch den geringen Platz zwischen dem Schlick und der Absperrung kann ich die beiden nicht einfach mit dem Abschleppseil rausziehen, aber wozu habe ich denn die Seilwinde mit? Fehlt nur noch eine geeignete Möglichkeit, sie am kleinen Toyota festzumachen. Bei diesen neuen Fahrzeugen gibt’s keine offensichtliche Abschleppöse. Die beiden hätten auch schon danach gesucht meinen sie. Ich frag’, ob vielleicht eine Bedienungsanleitung im Wagen ist, “Oh ja, gute Idee” meint er. Wir finden heraus, dass es im Werkzeugset eine schraubbare Abschleppöse gibt, montieren diese und können den Wagen danach mit der Seilwinde rausziehen.
Die beiden sind heilfroh, hatten schon damit gerechnet, die Nacht dort verbringen zu müssen. Klarerweise ohne Verpflegung oder Wasser. Wer rechnet denn auch dort damit ein Problem zu bekommen. Allerdings sollte man sich dann auch nicht selbst in eine derartige Situation bringen. Wir haben unser Karma-Konto jedenfalls nach der Aktion im Fluss wieder aufgefüllt und auch die beiden Italiener, denen ich die Geschichte erzähle, wollen das gute Karma weitertragen und dem Nächsten helfen. Wir machen noch ein paar Fotos und fahren anschließend zurück zum Camp, wo wir den Sundowner wieder beim leeren Wasserloch genießen.