Auf großer Fahrt (SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015)

Reisebericht 225 Antworten · 59,3k Aufrufe · gestartet 29. Jan. 2015 von Topobär
Gast18. März 2015 · #121
Danke Topobär für den interessanten und spannenden Bericht.
Zum Dünen- Sturz(fliegen)fahren habe ich eine Frage. Obwohl ich deine Antwort mangels Vermögen und Mut wohl nicht umsetzen werde, interessiert mich das aber trotzdem fahrtechnisch, also:
Ich gehe davon aus, dass die ganze Dünenfahrerei, jedenfalls bergauf, in der Untersetzung stattfindet. Um bei der Talfahrt bis auf 130 (!) km/h am Ende des Steilhanges zu beschleunigen, müsste man aber in der hohen Übersetzung sein, damit die resultierende Motordrehzahl überhaupt zugelassen oder verkraftet wird. Und dann geht’s sofort wieder steil bergauf, also dasselbe in umgekehrter Reihenfolge. Dein Auto hatte Automatikgetriebe, womit ich überhaupt keine Erfahrung habe. Aber offenbar reagiert dieses derart schnell und vor allem richtig. Aber wie kriegt man das mit einem normalen Schaltgetriebe hin? Da müsste man ja am Dünenkamm innerhalb Zehntelsekunden von L nach H in einen hohen Gang wechseln und unten sofort wieder alles retour. Hohe Schule des Schaltens oder was ist der Trick?
Grüße, leser
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200919. März 2015 · #122
Hallo Leser,

mit Untersetzung ist bei ca. 80km/h Schluss. Alles darüber geht nur in normaler Übersetzung. Ein Wechsel zwischen H und L ist nur möglich, wenn der Wagen steht. Deshalb ist es extrem wichtig, sich rechtzeitig und richtig zu entscheiden, wie die nächste Passage am besten zu fahren ist. Die grobe Richtung ist so: Wenn man die Möglichkeit hat, ordentlich Anlauf zu nehmen fährt man in normaler Übersetzung. Das ist z.B. in den großen Dünentrichtern der Fall, oder wenn Du aus der Ebene kommend eine lange Auffahrt hast. Unterm Strich war ich wahrscheinlich 99% der Strecke mit normaler Übersetzung unterwegs. In Untersetzung geht man eigentlich nur, wenn kein Platz ist, um richtig Schwung zu holen und man somit innerhalb kürzester Strecke auf die notwendige Geschwindigkeit kommen muss. Dies ist der Fall wenn vor oder innerhalb von Steigungen enge Kurven oder starke Unebenheiten vorhanden sind.

In der Praxis sieht das dann so aus, dass man oben auf dem Dünenkamm steht, sich die kommende Passage ansieht und sich auf dieser Basis für H oder L entscheidet und danach hofft, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. An den besonders schwierigen Passagen, z.B. den großen Dünentrichtern kam auch eine Ansage von Len über Funk, bezüglich der richtigen Wahl.
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zuletzt bearbeitet 19. März 2015
Gast19. März 2015 · #123
Danke Topobär für die Erklärung, der niedrige Reifendruck, *),Schwung und natürlich Fahrkönnen machen’s also möglich.
Die Belastung auf Fahrwerk und Antriebsstrang muss enorm sein, wenn man sich die Neigung der Sturzfahrt anschaut und vorstellt, da mit 130 km/h im Flachen einzuschlagen!
Grüße
PS und das, Gott sei Dank für dich, ohne Überschlag
*) PS2: hohes Drehmoment wird auch nützlich sein
zuletzt bearbeitet 19. März 2015
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200919. März 2015 · #124
Von Einschlag kann man da nicht sprechen. Die Formen in den Dünen sind ja immer recht rund und so ist es eher eine sehr starke Kompression, die auf Fahrzeug und Insassen wirkt. Die Kids waren von diesen Achterbahnfahrten jedenfalls so begeistert, dass so mancher Papa ein paar Extrarunden durch die Dünentrichter fahren musste.
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221 Beiträge · seit 200819. März 2015 · #125
Sorry, 🤪 falsches Posting.
zuletzt bearbeitet 19. März 2015
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200920. März 2015 · #126
18.Tag (Di. 06.01.2015)
Ghanzi – Passarge Valley
283km

Das Bett im Bushcamper ist selbst bei meiner Größe ausreichend lang; allerdings nicht sehr breit. Man muss sich schon sehr lieb haben, um hier zu zweit zu schlafen.

Vor der Abfahrt noch einmal unter die gute Dusche auf der Campsite. Auf solchen Luxus werden wir die nächsten Tage verzichten müssen. Kurz in Ghanzi noch voll getankt und am ATM Geld gezogen, dann geht es zum dortigen DWNP-Office um die Nationalpark-Gebühren für die nächsten 12 Tage zu bezahlen. Glücklicherweise ist Kathrin für solch administrative Dinge zuständig, denn das Prozedere dauert gut eine Stunde, was unter anderem an den grandiosen Rechenkünsten der Beamten liegt. Wenigstens haben wir die Prozedur für Botswana jetzt hinter uns und konnten hier im Office mit Kreditkarte zahlen.

Bis zum Vet.-Gate am Kuke-Fence bleiben wir auf der Asphaltstraße nach Maun. Direkt vor dem Gate zweigt dann ein unscheinbarer Fahrweg nach rechts ab, der uns auf eintöniger Strecke 40km parallel des Veterinär-Zaunes zum Tsau Gate des Central Kalahari Game Reserve (CKGR) bringt. Nach dem Gate folgen wir dem Zaun noch weitere 30km. Hier, wo der Zaun den Nationalpark begrenzt wird er anscheinend nicht mehr gewartet und ist an vielen Stellen niedergetrampelt bzw. beschädigt. Das ist sehr positiv für die Tierwelt dieses Gebietes, da so die traditionellen Wanderrouten wieder begehbar sind. Früher sind massenhaft Tiere am Zaun verdurstet.

Endlich können wir die Cutline verlassen und zweigen nach Süden ab. Als erstes erreichen wir die Motopi Pan, wo wir die ersten Wildtiere entdecken. Wie nicht anders zu erwarten, mit Springbock, Oryx und Strauß die üblichen Verdächtigen. Danach ist erst einmal wieder tote Hose. Allerdings können wir anhand von Spuren und Hinterlassenschaften feststellen, dass hier vor kurzem mindestens ein Elefant unterwegs war. Die verirren sich nur selten ins CKGR und wir bekommen auch keinen zu Gesicht.

Als wir das Passarge Valle erreichen öffnet sich die Landschaft. Die Dornenbüsche treten zurück und vor uns erstreckt sich das flache Tal mit seinen weiten Graslandschaften. Darin immer wieder Bauminseln, die das Ganze auflockern

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Hier finden sich dann auch jede Menge Tiere. In erster Linie natürlich Springböcke und auch wieder viele Oryx.

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Meist sind die Tiere auf den weiten Flächen aber so weit entfernt, dass es sich für ein Foto nicht lohnt.

Sehr stolz bin ich, als ich in einem dichten Dornenbusch am Wegrand ein junges Löwenmännchen entdecke. Damit habe ich bei unserer internen Spotter-Rangliste erst einmal die Nase vorn. Der Löwe beobachtet ein in der Nähe grasendes Oryx. Wir ziehen uns ein wenig zurück und beobachten die nächste halbe Staunde was passiert – leider gar nichts. Irgendwann ist das Oryx verschwunden, ohne gefressen zu werden und wir fahren weiter.

Danach entdeckt Kathrin weiter entfernt ein Paar Schakale und dann recht nah eine Familie Löffelhunde. Die sind aber so wuselig, dass ich einfach kein scharfes Foto bekomme.

Bei den Korhans scheint derzeit Paarungszeit zu sein. Alle paar hundert Meter kommen wir an einem Hahn vorbei, der in Ohren betäubender Lautstärke nach Frauen schreit.

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Bereits gegen Mittag hatte sich reichlich Quellbewölkung gebildet und am Horizont hatten sich große Wolken aufgetürmt. Zum Abend hin löst sich die Bewölkung dann aber wieder auf. Dazu ist es den ganzen Tag brutal heiß. Leider hat der Landcruiser im Gegensatz zum Fortuner kein Thermometer, so dass wir ab jetzt nichts mehr zu den tatsächlichen Temperaturen sagen können.

Kurz vor 18:00Uhr erreichen wir unsere Campsite Passarge Valley Nr. 2. Super schön am Hang gelegen, mit weitem Blick über das Tal. Wir beschließen auf den abendlichen Gamedrive zu verzichten und lieber von hier aus den Blick über das Tal schweifen zu lassen. Wir richten uns häuslich ein und es bleibt nicht bei einem Sundowner.

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Die Einsamkeit ist wahrscheinlich die herausragenste Eigenschaft des CKGR. Seit dem Gate sind wir heute den gesamten Tag keiner Menschenseele begegnet.

Der Sonnenuntergang selbst ist dann ein kitschiger Traum.

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Als es dann endlich dunkel ist, stimmen die bellenden Geckos ihr Konzert an. Dann geht der Vollmond blutrot auf. Das ist beeindruckender als viele Sonnenaufgänge. Rings um uns brüllen die Löwen. Wir können drei verschiedene Parteien aus unterschiedlichen Richtungen ausmachen; eine davon ganz in unserer Nähe im Tal.

Als dann noch weit im Süden Wetterleuchten zu sehen ist, kann man nur noch von einer perfekten afrikanischen Nacht sprechen.
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zuletzt bearbeitet 25. März 2015
1'362 Beiträge · seit 201120. März 2015 · #127
Wow 🤩 , dein Sonnenuntergangsfoto ist aber wirklich außergewöhnlich schön !!! Großes Kino !!!
LG, Nane 🙂
Meine Reiseberichte - Namibia/ Südafrika
258 Beiträge · seit 201524. März 2015 · #128
Hallo Topobär,
ich habe mich im Bushcamper mal weiter nach vorne geschlichen, denn jetzt wird es für mich so richtig interessant.
🤩 🤩 🤩
Wir fahren im November in die Kalahari und dann nach Maun, 10 Tage Moremi/Savuti Chobe. Den Rest wird man sehen... 😛
...vielleicht doch noch in die Nxai Pan... 🙂
Dein Bericht ist bisher einfach toll, die Fotos ebenso. Bitte schreib schnell weiter!!!

Gruß, Mischa
Reisebericht Botswana November 2015 Reisebericht Wüste und Wasser 2017
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200924. März 2015 · #129
19.Tag (Mi. 07.01.2015)
Passarge Valley – Piper Pan
200km


Wir starten ohne Frühstück bei Sonnenaufgang zum Gamedrive. Das ist ein weiterer Vorteil des Bushcampers; der Wagen ist morgens sehr schnell abfahrbereit.

Im Passarge Valley hat es eine enorme Tierdichte, so dass wir voll auf unsere Kosten kommen. Nachdem wir die ganze Nacht Löwen gehört haben, hoffen wir natürlich jetzt auch welche zu sehen. Wir sind erst wenige Kilometer unterwegs, da entdecken wir ein Pärchen am Wegesrand. Die würdigen uns allerdings keines Blickes, drehen uns den Rücken zu und verschwinden bald darauf im Gebüsch.

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Später sehen wir wieder eine Familie Löffelhunde, die weit entfernt mitten auf der Grasfläche liegt und schläft. Auch Schakale gibt es wieder reichlich. Ich mag diese schlauen kleinen Räuber und Diebe sehr.

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Am Rande der Lengau Pan machen wir bei einem kleinen Wäldchen Frühstückspause. Hier bewährt sich unsere Markise erstmals, denn ohne diesen Sonnenschutz wäre es schon jetzt um kurz nach 9:00Uhr viel zu heiß, um in der Sonne zu sitzen.

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Es ist ein fantastischer Platz für unsere Pause und so lassen wir uns viel Zeit. Auf der Pfanne können wir vom Tisch aus Springböcke, Oryxe und Gnus beobachten und in den Bäumen des Wäldchens müssen dem lauten Gezwitscher nach, tausende Webervögel sitzen.

Via Sunday Pan erreichen wir die Cutline, welche wie mit dem Lineal gezogen die Landschaft von Ost nach West durchzieht. Solche Strecken sind langweilig und machen keinen Spaß zu fahren, zumal es hier keinerlei Tiere gibt.

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Das ändert sich erst wieder im Bereich um die Tau Pan. Allerdings scheint es hier weiter im Süden deutlich weniger geregnet zu haben, als im Passarge Valley. Heute wird sich daran auch nichts ändern, denn es zeigen sich kaum Wolken und es ist extrem heiß. Dazu weht ein starker Wind. Es ist als wenn einen ständig ein warmer Fön anpustet. Den Springböcken scheint das wie immer nichts auszumachen. Die sind echt hitzeresistent.

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Bei der Phokoje Pan entdecken wir eine Löwin, die uns sehr aufmerksam beobachtet und uns nicht aus den Augen lässt. Der Grund für ihre Aufmerksamkeit zeigt sich dann auch bald, denn im Busch liegt noch eine weitere Löwin und jede Menge Nachwuchs. Der ist, wie es sich für Katzen gehört, neugierig und kommt bald aus dem Versteck heraus um uns genauer in Augenschein zu nehmen. Das Interesse ist natürlich beiderseits und wir freuen uns über die vielen kleinen Katzen. Das kleinste Löwenjunge sieht mit seinem Knick-Ohr besonders witzig aus. Wir hoffen, dass es nur ein optisches Phänomen ist und ansonsten keinerlei Beeinträchtigung mit sich bringt. Ein Schlaraffenland für Löwen scheint die Gegend aber nicht zu sein, denn die ganze Gruppe sieht ziemlich mager aus.

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Immer wieder sehen wir auch Gnus. Allerdings so gut wie nie als Herde, sondern fast immer Einzeltiere, die sich einer Gruppe Oryx angeschlossen haben. Anscheinend befinden sich die Gnus des CKGR gerade in einer Identitätskrise.

Von den Fleischfressern sehen wir auch weiterhin Schakale am häufigsten.

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Zu unserem heutigen Ziel, der Piper Pan führt dann ein tiefsandiger Track mit starkem Wellblech. Ausgerechnet diese Strecke müssen wir morgen auch wieder zurück fahren.

Die Campsites sind ja im CKGR immer recht große, nicht ganz klar umrissene Bereiche. Bei unserer Campsite Piper Pan Nr.1 finden wir zum Beispiel zwei Feuerstellen. Eine hinten in der Nähe von Klo & Dusche zwischen den Büschen und ohne Blick. Eine weitere 50m weiter vorne mit Blick auf die Pfanne. Selbstverständlich wählen wir die vordere und richten uns häuslich ein. Gerade sind wir damit fertig und stoßen mit unserem ersten Sundowner an, kommt das erste Fahrzeug vorbei, welches wir im CKGR sehen. Es ist ein Ranger, und der hat nichts Besseres zu tun, als uns aufzufordern, nach hinten umzuziehen, da die Stelle an der wir stehen nicht mehr zur Campsite gehören würde. Woran soll man das bitte erkennen? Das Schild steht jedenfalls in Sichtweite und ist näher an unserem derzeitigen Stellplatz als an dem Platz wo wir hinziehen sollen. Dem Ranger ist die Situation auch unangenehm, er bekommt es aber auch nicht auf die Reihe, mal über seinen Schatten zu springen und sich damit zu begnügen, unsere Permits und Reservierungen zu überprüfen. Letztendlich bleibt uns nicht anderes übrig, als unseren Plunder nach hinten zu schleppen. Glücklicherweise geht auch das mit einem Bushcamper leichter als mit Zelt oder Dachzelt. Mit den kleinkarierten Rangern in Botswana stehen wir echt auf Kriegsfuß, aber wenigstens mussten wir für unser heutiges Vergehen nicht zur Polizei.

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Nachdem wieder Ruhe eingekehrt ist, weihen wir unsere selbstgebaute Outdoor-Dusche ein. Das ist nichts anderes als ein 5l-Mineralwasserkanister, wie man ihn überall zu kaufen bekommt und dessen Schraubverschluss wir perforiert haben. Den Tipp zu dieser Konstruktion haben wir hier aus dem Forum und das System hat sich gut bewährt. Selbst als wir beide mit dem Duschen fertig sind, ist der Kanister noch nicht leer.

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Im Gegensatz zur letzten Nacht ist hier an der Piper Pan echt tote Hose. Außer dem zirpen der Zikaden ist nicht zu hören.

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zuletzt bearbeitet 25. März 2015
1'068 Beiträge · seit 201324. März 2015 · #130
Wie schööön!
Ich war ja noch am Zweifeln, ob der ausgiebige KTP-Trip unsererseits den "Kalahari-Hunger" stillen konnte... nach deinem Bericht ist es klar: Nein!

Der durchschnittliche Wasserverbrauch hierzulande liegt ja bei rd. 120 Litern am TAG! Ist schon beeindruckend, wie man sich auf so einer Reise beschränken kann, wenn Wasser nicht unbegrenzt einfach aus dem Hahn kommt, gelle? Ich würd mir da oft mehr Sensibilität wünschen,...es wird soviel Wasser verschwendet...
Gruss
Mabe
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200924. März 2015 · #131
Da hast Du recht, wobei ich schon zwischen Botswana und Deutschland unterscheiden würde. In Deutschland ist Wasser ein quasi unbegrenzt verfügbares Gut und die Entnahme schädigt die Natur in keinster Weise, da das Wasser gereinigt wieder in die Umwelt abgegeben wird. Das Wassersparen in Deutschland hat teilweise sogar negative Aufwirkungen. Viele Wasserverbände haben Probleme, weil die geringen Wassermengen die Kanalisationen nicht mehr durchspülen und es deshalb häufiger zu Verstopfungen kommt.
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1'667 Beiträge · seit 201125. März 2015 · #132
Hallo Topobär,

nochmal danke für den abwechslungsreichen Bericht. Vor allem die Bilder vom Buschcamper freuen mich sehr, gerade haben wir für nächstes Jahr so ein Auto gebucht.

Und der kleine Löwe ist wirklich ganz süss.

Freue mich schon auf das, was noch kommt.

LG

Montango
Botswana 2016 Sambia 2016 Zimbabwe 2016 KwazuluNatal 2015 KTP-Namibia-Kapstadt 2013 Zimbabwe 2012 Noch keiner hat am Ende gesagt "Ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen sollen"
31 Beiträge · seit 201225. März 2015 · #133
Hallo Topobär,

ganz tolle Reise und Bericht!!

Könntest du bitte kurz etwas zu euren Fahrzeiten zwischen Ghanzi und Passarge 2 sowie zwischen Passarge 2 und Piper Pan schreiben? Bleibt da noch Zeit für einen morgendlichen bzw. abendlichen Game Drive?

Vielen Dank
lg
Matthias
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200925. März 2015 · #134
Hallo Matthias,

im CKGR gibt es nur bei einigen Pfannen Loops, die um diese Pfannen herum führen. Insofern läuft es dort etwas anders mit dem Gamedrives. In erster Linie sind die Fahrstrecken zwischen den Camps die Gamedrives. Aus diesem Grund sind wir morgens auch immer sehr früh und ohne Frühstück aufgebrochen, um so die Morgenstunden zur Tierbeobachtung zu nutzen. Danach haben wir uns auf der Strecke einen netten Platz gesucht, wo wir ausgiebig gebruncht haben. Das hat meist 2-3h gedauert. Dann sind wir ab frühem Nachmittag weiter zur nächsten Campsite gefahren, die wir immer so frühzeitig erreicht haben, dass es auf jeden Fall für einen abendlichen Gamedrive gereicht hätte. Manchmal haben wir den gemacht und manchmal haben wir einfach im Camp die Natur genossen.

Die Strecken von Ghanzi zum Passarge Valley und von dort zur Piper Pan sind so kurz, dass auf jeden Fall reichlich Zeit für Tierbeobachtungen bleibt. Wie man den Tag dann individuell einteilt hängt sicher in erster Linie von den persönlichen Vorlieben ab. Im Passarge Valley gibt es keinerlei Loops für Gamedrives; es gibt nur den Weg der das Tal entlang führt.

Die Kilometerangaben sind immer incl. Gamedrives. Gerade im CKGR gibt es immer wieder lange Strecke ohne Tiere, auf denen man recht zügig voran kommt.
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zuletzt bearbeitet 25. März 2015
Themenstarter5'479 Beiträge · seit 200926. März 2015 · #135
20.Tag (Do. 08.01.2015)
Piper Pan – Sunday Pan
149km


Auch die Nacht über war nix los und wir haben ungestört durchgeschlafen, wobei man hier in der Wildnis ja für die eine oder andere nächtliche Störung ganz dankbar ist.

Wieder sind wir morgens sehr schnell zum Gamedrive aufgebrochen. Dieser führt uns um die Piper Pans herum. Hier sehen wir erstmals im CKGR Giraffen, worüber Kathrin sich mal wieder sehr freut.

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Ansonsten die üblichen Verdächtigen. Was auffällt sind aber die unzähligen Falken welche am Rand der Pfannen unterwegs sind. Unmengen der schnellen Jäger sind in der Luft. Zum Teil große Schwärme. So etwas habe ich bei Greifvögeln noch nie gesehen.

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Nachdem wir die Gegend um die Piper Pans ausgiebig erkundet haben, kehren wir auf dem üblen Wellblech-Track ins Letiahau Valley zurück, wo wir am gleichnamigen Wasserloch unser Rastlager zum Brunch aufschlagen. Es ist wie gestern sehr windig und brutal heiß, so dass wir erneut sehr dankbar für die Markise sind, ohne die man bei den klimatischen Bedingungen tagsüber keine Pause außerhalb des Wagens machen könnte.

Irgendwann haben wir genug gefaulenzt und es treibt uns wieder auf die Piste. Nur wenige Kilometer sind wir gefahren, da entdecken wir in einem Busch 2 Löwinnen mit Nachwuchs. Da das kleine Knick-Ohr nicht dabei ist, muss es sich um eine andere Familie in gleicher Konstellation wie die gestrige Gruppe handeln. Große Rudel gibt es aufgrund des Nahrungsangebotes im CKGR nicht.

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Solch ein direkter Blickkontakt ist immer wieder ein sehr berührender Moment.

Den Abstecher zur Deception Pan nehmen wir ebenfalls mit und werden mit dem Highlight des Tages belohnt. Unter einem Busch liegen 3 Geparde, die aber leider sehr scheu sind und bei unserem Auftauchen sofort das Weite suchen. Glücklicherweise hatte Kathrin Ihre Kamera einsatzbereit, so dass wir zumindest ein Beweisfoto haben.

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Aber es gibt natürlich auch noch andere Tiere bei der Deception Pan.

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Um 15:00 Uhr erreichen wir unser nächstes Nachtlager, die sehr schön gelegene Campsite Sunday Pan Nr. 4. Sie liegt ganz oben auf eine alten Düne und bietet einen weiten Blick über die Pfanne. Ein großer Baum sorgt für ausreichend Schatten.

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Bis 18:00Uhr bleiben wir auf der Campsite und die Zeit vergeht wie im Fluge. Unglaublich, was hier so los ist, wenn man mit offenen Augen die Natur um sich wahrnimmt. Zunächst sehen wir einen Mahaliweber, der über eine Stunde lang eine Schlange attackiert, die sich in den Baum über uns geflüchtet hat.

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Weiß einer der Fachleute, um was für eine Schlange es sich handelt?

Dann entdeckt Kathrin eine Baum-Maus, die in einer Baumhöhle wohnt und ab & zu mal heraus schaut. Darüber hinaus besuchen uns weitere Vögel und ein Schlank-Ichneumon huscht über die Campsite.

Um 18:00Uhr brechen wir zu einem kleinen Gamedrive um die Sunday Pan auf.

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Auffällig ist vor allem die große Anzahl an Riesentrappen in der Pfanne.

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Beim Abendessen nerven dann die vielen Insekten, die gerne auch mal auf dem Teller notlanden.
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zuletzt bearbeitet 26. März 2015
1'523 Beiträge · seit 201126. März 2015 · #136
Guten Abend Topobär,

......eine brown Boomslang........fatales Gift .......aber nicht aggressif.....selten Unfälle

und Giftzähne weit hinten (unter den Augen)

BMW

P.S. ein toller Bericht ....die Sperrgebiet-Tour gefällt mir.......
2'518 Beiträge · seit 200928. März 2015 · #137
Hi BMW,

was bitte soll denn eine "brown boomslang" sein?
Es gibt nur eine Art Boomslang Dispholidus typus, und für diese Schlange passt die Unterseite auf dem Foto überhaupt nicht, es sei denn, es wäre ein Jungtier.

Topo, gibt´s noch weiter Bilder der Schlange? Wie gross/ lang war sie denn?

Klasse Bilder einer genialen Tour übrigens.

Grüsse, fotomatte
NAM die Fünfte – und immer noch kein Sossusvlei - 2013 , Der (ganz alte) Südwesten - 2014 , Die Märchentour - 2014/15 , Kavango, Kwando, Kalahari - 2016 , Just Birds - 2017 , Unter Eulen und anderen Käuzen - die O-S-T 2017 , NAM die Elfte 2018, Caprivi satt - 2019
1'523 Beiträge · seit 201129. März 2015 · #138
Hallo Fotomatte,

......denke auch es ist eine noch junge Boomslang.......

mit Grüssen,


BMW
836 Beiträge · seit 201230. März 2015 · #139
Topobär schrieb:
h80083fe.jpg

Solch ein direkter Blickkontakt ist immer wieder ein sehr berührender Moment.
😘 😘 😘 ohne Worte - das muss ich jetzt mal los werden 😊
Schade, dass es bei uns in diesem Jahr nicht zum KTP reicht, wie gerne hätte ich in solche Augen geschaut (beim nächsten Mal aber bestimmt 😉 )
Ein Schmunzeln habt Ihr mir/uns entlockt... als die 'McGyver-Dusche' Erwähnung fand 😉 gell, so simpel, so effektiv und soooo sparsam.
Hab den Abschnitt Eures 'Dünentripps' mal weiter empfohlen... das Feedback war entsprechend 😮 😗 😄

Ganz liebe Grüße und ich freu mich, wenn's weiter geht
Claudia
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2'779 Beiträge · seit 200704. Apr. 2015 · #140
hallo Topobär
nach ein paar Wochen Namibia Forum Abstinez hole ich nach und beginne selbstverständlich mit Deinem RB als off-road geek. Tolle Schilderungen, tolle Fotos, wir sind beide begeistert von Deinem Bericht der Wüstentour, und wollen diese Tour auf alle Fälle auch mal machen!!

Deine und Uris' Begeisterung für den Fortuner kann ich voll und ganz teilen. Vielleicht interessiert es Dich und den einen oder anderen: Die Entstehungsgeschichte des Fortuner beginnt in Argentinien. Toyota baute in den 1990er Jahren Autofabriken um Ford Konkurrenz zu machen in der Herstellung von pick-up's. Die riesigen Estancias und Farmen hier waren bis anno dato mehrheitlich mit Ford's ausgerüstet. Der Toyota Hilux wurde bald zum beliebtesten work-horse und alsbald kam die Nachfrage nach einem ebenso guten, gleichwertigen aber geschlossenen 4x4 auf. Toyota kreierte auf dem Chassis des Hilux den Toyota SW4. Dieses Modell wurde dann auch nach Südafrika exportiert unter dem Namen Fortuner. Mittlerweile gibt es zig Modelle und Ausführungen und auch andere Standorte von Fabriken.

Ich bin selber auch Toyota SW4 (Fortuner) Fan. Dass die Raumaufteilung nicht ganz so optimal ist wie bei einem von Grund auf als Monovolumen konzipierten 4x4 ist für mich Nebensache. Deine Wahl dieses Fahrzeug für die Dünen zu wählen war 1A.

Und die Wahl des Land Cruiser für Botswana ist ebenfalls genau nach meinem Geschmack und aus denselben Gründen.

Genug Autogeschwafel, freue mich wie's weitergeht in der grünen Kalahari!

Danke für den sehr informativen und unterhaltsamen Bericht.
viele Grüsse
Leona (und Max)
Gruss Leona