PleuroThemenstarter354 Beiträge · seit 201407. Okt. 2014 · #1
...die mit den Wolken reisen
Diesen Titel verpasste uns Tinochika alias Hartwig, als wir uns zufällig vor dem Grocers -Supermarkt in Opuwo trafen und uns über unsere Erfahrungen mit unseren Namibiareisen austauschten. Meine Frau, die Fotografin in unserer Vierer-Truppe (zwei befreundete Ehepaare im Seniorenalter, die zusammen in einem Hilux reisten), klagte ein bisschen über die z.T. ungünstigen Wetterbedingungen, mal Regen, mal Wolken, mal Nebel, mal Sturm, während Hartwig nur von eitel Sonnenschein zu berichten wusste. Er hatte gerade den 12-Stunden-Ritt von Erupemba nach Epupa gemeistert (siehe seinen Bericht hier im Forum), war demnach gut drauf und betitelte später in Anlehnung an diese Situation seinen Reisebericht : "Den Wolken immer zwei Tage voraus".
Nun aber der Reihe nach : Uns vier hat der Namibia-Virus erst recht spät befallen, und so brechen wir nach einjähriger Vorbereitung mit intensiver Nutzung des Namibia-Forums im Mai/Juni 2014 zu unserer dritten Namibia-Reise auf.
Reiseverlauf : Intu Afrika Zebra Lodge in der Kalahari Köcherbaumwald bei Keetmanshoop Klein Aus Vista Farm Kanaan Wolwedans Dune Lodge Tsondab Valley Scenic Reserve Farm Wüstenquell Sam's Giardino in Swakopmund und Sandwich Harbour Terrace Bay und Skeleton Coast Grootberglodge Khowariblodge und Wüstenelefantentour im Hoanib Epupafalls und Epupa Camp Dolomite Camp und Etoscha west Frans Indongo Lodge und Cheetah Conservation Fund
Montag, 19.Mai Intu Afrika Zebra Lodge
Die Wagenübernahme bei Europcar am Flughafen in Windhoek geht flott vonstatten; ein Reifen mit zu geringem Profil ist in einer Viertelstunde ausgetauscht. In Klein-Windhoek im Checkers decken wir uns mit Getränken, Obst und etwas zum Knabbern ein und rollen dann südwärts bis Kalkrand; von da an stellt sich auf Pad mit dem Auf-und Ab über die roten Dünenkämme der Kalahari sehr bald Namibia-Feeling ein. Auf der Fahrt durch das Gelände der Intu Afrika Zebra Lodge zeigen sich die ersten Tiere : Springböcke, Oryx, Giraffen. Der Empfang auf der Lodge mit einem Willkommensgetränk ist herzlich und unsere Stimmung (noch) gut.
Anmerkung der Fotografin: Ich war natürlich wie immer mal wieder nicht dabei. 🙂
Einen Spaziergang zum Fotografieren auf den Dünen kürzen wir dann aber ab, denn der Himmel wird schwarz, und kaum zurück, zieht ein heftiges Gewitter mit Blitz und Donner und mit Starkregen über uns hinweg und fegt den roten Sand in den offenen Speiseraum und unter den Türspalten durch hinein in die Zimmer. So haben wir uns den ersten Tag in Namibia nicht vorgestellt! Aber die Restwolken schaffen einen stimmungsvollen Sonnenuntergang und helfen uns zusammen mit dem guten Abendessen über die Enttäuschung hinweg.
ROrolfhorst538 Beiträge · seit 201207. Okt. 2014 · #2
...sehr schön Pleuro, das fängt ja schon mal ganz zauberhaft an. Bei Deinem ersten Bild: Wie lange hat's gedauert, bis ihr wußtet: Rechts - oder doch links ;)) ?
Und zum Wetter: Die eingefangenen Lichtstimmungen sind ja fantastisch, mama mia! - Bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht.
LG. Rolf
PleuroThemenstarter354 Beiträge · seit 201407. Okt. 2014 · #3
Rolf, wir wussten sofort, es geht nach links. 🙂 Dankeschön! LG Anne
lilytrotter4'129 Beiträge · seit 200807. Okt. 2014 · #4
Hallo, Pleuro, auch wenn wir uns irgendwie nie über Regen freuen, beim Reisen, so hat man doch die spannenderen Stimmungen und endlich interessante Himmel - das wolkenlose Blau kann auf die Dauer auch etwas eintönig sein. Schöne Bilder!
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
PleuroThemenstarter354 Beiträge · seit 201407. Okt. 2014 · #5
Dienstag, 20.Mai Köcherbaumwald
Der nächste Morgen ist sonnig, aber kalt. Wir sind vor dem Frühstück zu einem Bushmen-Walk mit San verabredet. Und so erscheinen 4 junge Männer leicht fröstelnd in Kitteln und führen uns in der folgenden Stunde ein in die Lebensweise ihrer Vorfahren, vom Fährtenlesen über die Jagd mit Fallen und mit Pfeil und Bogen bis hin zu Krankheiten und deren Bekämpfung mit Naturheilmitteln. Vieles können wir aus der Mimik und Gestik verstehen, den Rest erklärt uns ein Guide der Lodge, der uns begleitet. Ich bin dieser Veranstaltung anfangs etwas skeptisch gegenüber gestanden, aber die Natürlichkeit und die Begeisterung, mit der die vier jungen Männer zu Werke gehen, um uns ein bisschen von ihrer Kultur zu zeigen, hat meine Skepsis besänftigt. Ist es doch auch so, dass einige aus ihrem Volk damit Geld verdienen und auf diese Weise die Sitten und Bräuche ihrer Vorfahren im Bewusstsein bleiben.
Einer leidenschaftlichen Fotografin immer alles recht zu machen, ist wahrlich nicht leicht. Auf der Fahrt von der Intu Afrika Zebra Lodge nach Mariental spielt sich folgende Szene ab. Sie (schon etwas angefressen) :"Wenn ich stopp sage, meine ich stopp!" - Ich :"Wegen jedem Oryx halte ich nicht mehr, die sind mir auf dem Teller eh lieber." - Kurz darauf : "Stopp!! da drüben steht ein Kamel." - Ich :"Verar... kann ich mich selber!" und bleibe auf dem Gas. Und wie das folgende Bild zeigt, ist dann doch ein Fotostopp fällig gewesen, sogar mit Rückwärtsgang. Wie kommt bloß ein Dromedar, es sind sogar zwei gewesen, in die Kalahari? Vermutlich ist das auch im Forum ein Novum.
Unsere Planung für den Tag geht voll auf. Gegen 14 Uhr im Central Hotel in Keetmanshoop einchecken, gegen 15 Uhr beim Giant's Playground zu einer Rundwanderung starten, um 16 Uhr zur Cheetahfütterung auf der Farm Gariganus sein und beim besten Abendlicht dann die Köcherbäume fotografieren. Das Central Hotel ist als Zwischenübernachtung in Ordnung, zumal man in einem Innenhof parken kann. Das Essen ist aber keine Offenbarung.
Hallo Pleuro, ich habe lange nicht so tolle Bilder gesehen-Danke. Viele Grüße Mutsel
lionfight1'324 Beiträge · seit 201307. Okt. 2014 · #8
Sehr stimmungsvolle Bilder. Ganz toll.
Gruß! der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
Biologe1'162 Beiträge · seit 201207. Okt. 2014 · #9
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
take-off1'674 Beiträge · seit 201207. Okt. 2014 · #13
Wow Pleuro,
bevor ich hier vor Begeisterung und Neid über deine traumhaften Bilder ersticke, sichere ich mir ein gutes Plätzchen.
Habe eben mal etwas in deiner Homepage gestöbert, nur um mich zu beruhigen. Ich habe sie aber schnell wieder geschlossen, denn die Versuchung war zuuu groß schon alle Bilder eurer Reise anzuschauen. Ich freue mich auf eure Reise, die so wie ich schon etwas vorweg gesehen habe 😗 euch in Gebiete führt, die wir teilweise nächstes Jahr auch bereisen werden.
Tinochika1'651 Beiträge · seit 201408. Okt. 2014 · #14
Hallo Anne und Dieter,
ich freue mich jetzt über Euren Bericht. Der Anfang ist schon viel versprechend. Endlich werde ich Wolken sehen. 🙂
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG
Den Wolken zwei Tage voraus, Fiffi zeigt Tinochika Heimat, Rock and Roll mit Tinochika 2016, Tinochika, Waltzing Mathilda KTP 17,Mit Tinochika vom Kaokoveld in Löwenwelt,Tinochika mit dem Rollenkoffer,Tinochika, 32 Tage im KTP, Die Tinochikas! Hier parkste richtig.
Champagner8'681 Beiträge · seit 201008. Okt. 2014 · #15
Grüße an deine Frau - das sind ganz besondere Fotos....im positiven Sinne natürlich! Und kannst ihr sagen - ich finde den Spruch "Wenn ich stopp sage, meine ich stopp" super klasse! 😄 😄 😄
Danke schon mal auf Vorrat für's Weiterschreiben 😉
ROrolfhorst538 Beiträge · seit 201208. Okt. 2014 · #16
Hallo Pleuro, offensichtlich besteht zwischen Euch und Tinochika eine Art Seelenverwandtschaft, zumindest was das Fotografieren betrifft. Gleiches Equipment, jeweils ein fantastisches "Auge" fürs Motiv, die Bilder der jagenden SAN belegen es eindrucksvoll. Perfekt eingefangen, besser geht nicht! Man muss halt erst mal darauf kommen, dass das lange Tele die Bildgeschichte am besten umsetzt. Ach ja und das Kamel - pardon Dromedar. Es ist wirklicherstaunlich, wie erfolgreich sich diese Spezies über den Erdball verbreitet, jetzt auch noch Namibia ;)) Was sag ich, sogar Europa! - In einem Städtchen an der Donau trug sich folgendes zu:
Das Kamel auf der Motorhaube . Bin ich denn in Afrika?, fragte sich ein Donauwörther Mathematiklehrer. Er traute seinen Augen nicht. Im Dunkeln war er auf ein Kamel geprallt, das plötzlich mit den Vorderhufen auf der Motorhaube seines schicken Kleinwagens herum trommelte. Ungläubig durch die nicht mehr vorhandene Windschutzscheibe starrend, verlor Herr Otto D. vollends die Gewalt über das Steuer und rammte einen parkenden Wagen in der Pyrkstockstraße in der Nähe des Gymnasiums Donauwörth. Das darf nicht wahr sein! stammelte der noch völlig verstört wirkende Lehrer, der nur zum abendlichen Kollegensport fahren wollte. Was war los? Tierpfleger eines in der Nähe Donauwörths gastierenden Zirkus hatten die Wüstenschiffe unbeleuchtet - so die Polizei - zum Abendspaziergang ausgeführt. Der Autofahrer blieb unverletzt, das Kamel wurde nur leicht blessiert.
Also wenn Deine Frau das nächste Mal Stopp ruft, besser sofort in die Eisen steigen.
Danke für die Bilder, Rolf
Freak9965324 Beiträge · seit 200908. Okt. 2014 · #17
Hallo Pleuro,
wunderschöne Bilder, insbesondere am Köcherbaumwald. Hatte damals genau dort zu viele Wolken für solche Bilder.
Und was die "Stopp-Ansage" betrifft, stimme ich Bele & Co. zu - es ist immer genau so gemeint 😄 Jegliche Gegenfrage wie "Wann?", "Warum?" "Was ist denn?" ist vollkommen überflüssig und führt nur zu unnötiger Adrenalin-Ausschüttung... grins... Jedenfalls beruhigt es mich, dass dieser Satz offensichtlich ein Symptom ist, welches zum Virus irgendwie dazugehört.... 🤩
Viele Grüße Melanie
Die Strasse gleitet fort und fort, weg von der Tür, wo sie beginnt, weit überland, von Ort zu Ort. Ich folge ihr, so gut ich kann.
Ihr lauf ich raschen Fusses nach, bis sie sich gross und weit verflicht mit Weg und Wagnis tausendfach.
Und wohin dann? Ich weiss es nicht.
J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe
PleuroThemenstarter354 Beiträge · seit 201408. Okt. 2014 · #18
Dagmar, ich hoffe doch nicht, dass ich mit meinen Fotos Schaden anrichte. 😉 🙂
Bele, ich grüße zurück. 🙂
Rolf, danke für die ergänzende Geschichte. 🙂
Melanie, ich sehe, ich bin nicht allein. 🙂
Und an alle Leser und Kommentatoren ein herzliches Dankeschön für Euer Lob.
PleuroThemenstarter354 Beiträge · seit 201408. Okt. 2014 · #19
Mittwoch, 21. - bis Donnerstag, 22.Mai Klein Aus Vista
In Klein Aus Vista erhalten wir wie verabredet die beiden letzten Chalets an der Farm-Pad : Desert Vista und Eagles View. Wir sind begeistert von der einsamen Lage mit herrlichem Blick und der urigen Ausstattung der Chalets.
Eagles View
Für den Nachmittag haben wir uns die erste Wanderung, den Mountain Trail, vorgenommen, und zwar in umgekehrter Richtung wie in der Beschreibung angegeben, was sich beim steilen Anstieg in quasi weglosem Gelände als Nachteil erweist, denn die Wegmarkierungen sind aus unserer Richtung nur schwer zu erkennen. Durch die Geisterschlucht und vorbei am Old Hudson erreichen wir unsere Chalets und lassen uns ein Windhoek Lager aus dem gut bestückten Kühlschrank schmecken.
Da es um diese Jahreszeit in Namibia früh dunkel wird (gegen 17,30 Uhr), zünden wir um 17 Uhr das mitgebrachte Grillholz an. Unser Braai-Paket mit Oryx-Steaks (..."die sind mir auf dem Teller eh lieber"...) - andere Fleischoptionen sind T-Bone Steaks, Rumpsteaks, Lamb's Chops - Grillwurst, vorgekochte Grillkartoffel, Toast, griechischer Salat zum Preis von 110 ND p.P. haben wir bei der Ankunft gleich mitgenommen. Im Eagles View gibt es für 4 Personen genügend Sitzplätze zum Essen und genügend Wein für einen fröhlichen Grillabend, leider drinnen, denn draußen wird es in der früh einbrechenden Dunkelheit schnell kalt. Dennoch lässt sich meine Frau nicht davon abhalten, ihre ersten Fotoversuche mit dem namibischen Sternenhimmel zu machen. Wir drei anderen assistieren so gut wir können, und so entsteht ein eingespieltes Team, das auch an den Folgeabenden zusammenarbeitet, bis recht ansehnliche Bilder der Milchstraße entstehen.
Anmerkung der Fotografin: Mein erster Versuch. Ich denke, es kommen später noch ein paar bessere Ergebnisse. 🙂
Am nächsten Morgen genießen wir im Haupthaus ein ausgiebiges Frühstück. Danach kurze Fahrt zum Campground, wo der Schutztruppen Trail beginnt. Leicht ansteigend führt diese Wanderung uns hinauf ins Gebirge zu einem Aussichtspunkt mit Granitfelsen, die uns ans Erongo-Gebirge erinnern. Um die Mittagszeit wird es heiß, und so steigen wir nicht in die Geisterschlucht ab, sondern wandern den etwas kühleren Weg im Gebirge zurück mit immer wieder neuen Ausblicken. Im Haupthaus besorgen wir unser Braai-Paket für den Abend und fahren zurück zu den Chalets. Den Rest des Nachmittags verbringen wir mit Ausruhen, Koffer Umpacken (wir wissen, dass auf Farm Kanaan die Zimmer so klein sind, dass für zwei Koffer kaum Platz ist) und Grillen.
sunlight85333 Beiträge · seit 201408. Okt. 2014 · #20
Hallo, das sind ja echt super schöne Bilder. Nun möchte ich gerne einmal wissen ob die alle bearbeitet sind? Welche Kamera und Objektiv habt ihr? Der Bericht ist natürlich auch klasse 🙂