La Leona schrieb: Ich war schockiert wie schmutzig unser Platz aussah, Zigarettenstummel, Klopapier und ein überquellender Mülleimer. Das ist Stumpfsinn, warum man hier einen Eimer aufgestellt hat ist mir unerklärlich, es kommt ja eh niemand vorbei um diesen zu leeren, ausser die wilden Tiere.
Hallo La Leona,
die Mülleimer werden geleert...bei uns zumindest letztes Jahr. Allderdings frag ich mich wie oft. Daher find ich es auch schwachsinnig, die Eimer dort stehen zu haben. Zudem die Leute, wenn der Mülli voll ist, nicht mal in der Lage sind, diesen mitzunehmen. Bei uns lag auch alles verstreut in den Büschen....ein trauriger Anblick. 🙁
Und nachts hatten wir das Geschmatze von den braunen Hyänden, die uns jeden Abend besucht haben.... 😏
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200722. Aug. 2014 · #22
BMW schrieb:Guten Morgen Leona,
.......wie ich sehe hast Du die eben überstandene Div........tis mental gut im Griff, bzw. Dein Reise-Stil
hat sich nicht wesentlich verändert, freue mich für Dich..... 🙂 🙂 🙂
mit lieben Grüssen aus der Schweiz nach Buenos Aires,
BMW
Hallo BMW, danke, auch liebe Grüsse in die CH. Nun, ein paar kleine Veränderung gabs schon, bin Mitglied bei der Rega geworden, hab alle flying doctors nr. der zu bereisenden Länder gespeichert und unsere Reiseapotheke ist jetzt umfangreicher. Lebensmittelhygiene ist noch strikter und Alkohol gibts nur noch in ganz kleinen Portionen. Die Reiselust und die Lust auf Abenteuer aber ungebrochen, ich lass mir doch Afrika nicht verderben.... 😛 saludos leona
Gruss Leona
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200722. Aug. 2014 · #23
Tom2008 schrieb:Hallo Leona,
Die Strecke zur Kaa section hatten wir uns für unserem nächsten Urlaub auch überlegt, waren uns dann aber unsicher, ob es machbar ist. Somit vielen Dank für die Info. Ist notiert.
Viele Grüße, Birgitta
hallo Birgitta, die Strecke ist in der Trockenzeit total unproblematisch zu fahren. Aber man muss ein zuverlässiges Fahrzeug haben, vorallem genügend Wasser dabei haben (für mehr als eine Woche) und Nahrung, denn im Notfall ist man echt aufgeschmissen, es kommt wirklich kaum jemand da durch, denn die Anti-Poaching Units benutzen die cutline. Ein sat phone und die Tel Nrn der Gates ist auch keine schlechte Idee.
LG Leona
Gruss Leona
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200722. Aug. 2014 · #24
Fleur-de-Cap schrieb:
La Leona schrieb: Ich war schockiert wie schmutzig unser Platz aussah, Zigarettenstummel, Klopapier und ein überquellender Mülleimer. Das ist Stumpfsinn, warum man hier einen Eimer aufgestellt hat ist mir unerklärlich, es kommt ja eh niemand vorbei um diesen zu leeren, ausser die wilden Tiere.
Hallo La Leona,
die Mülleimer werden geleert...bei uns zumindest letztes Jahr. Allderdings frag ich mich wie oft. Daher find ich es auch schwachsinnig, die Eimer dort stehen zu haben. Zudem die Leute, wenn der Mülli voll ist, nicht mal in der Lage sind, diesen mitzunehmen. Bei uns lag auch alles verstreut in den Büschen....ein trauriger Anblick. 🙁
Und nachts hatten wir das Geschmatze von den braunen Hyänden, die uns jeden Abend besucht haben.... 😏
LG Fleur
hallo Fleur, so ist es, viele Besucher denken einfach keinen Schritt weiter, oder wollen nicht. Die Mabua Pan ist mir zu touristisch geworden, Khiding pan wäre mein neuer Favorit im östlichen Teil. 😉
viele Grüsse Leona
Gruss Leona
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200722. Aug. 2014 · #25
Es tut mir leid; es wird noch textlastiger... 4. Tag Verbindung Mabuasehube - Kaa Wir vervollständigen die 162km in netto 7 Fahrstunden. Man könnte das also gut in einem Tag machen. Der letzte Teil der Route ist überlappend mit dem Polentswa Wilderness Trail, beide enden dann am Kaa Gate. Die letzten 800m sind auf der sehr breiten, sehr tiefsandigen cutline. Das waren übrigens die zähsten 800m des ganzen KTP's. Auf der Verbindungsstrecke Mabua - Kaa war der Untergrund fest, zwar sandig, es gab kein Wellblech und Untersetzung war nie notwenig.
Am Kaa Gate eilt eine fröhliche Beamtin in den Empfangsraum und fragt nach der Reservations Application Reference. Unsere Station copy liegt am Mabua Gate, ich zeige ihr unsere eigene Kopie, das genügt ihr. Wir kommen ins Gespräch, ich erkäre ihr dass wir einen "mistake" gemacht haben bei der camp Wahl und nicht gesehen hätten dass es auch noch eine Übernachtungsmöglichkeit in Polentswa auf dem Weg nach Two Rivers gibt.... Worauf sie sagt "it's better not to drive too much in one day". Wir wissen, dass Polentswa wahrscheinlich der meistgefragteste campsite auf der botswanischen Seite ist, da gibt es nur 3 Stellplätze und im Mai war es hoffnungslos dort noch was zu bekommen für August. Die Dame hebt den Telefonhörer von der Gabel und tätigt zwei Anrufe, einmal kurz und bündig und etwas forsch, der zweite Anruf in netter Tonlage und lächelnd, wir verstehen kein Wort denn sie spricht einen afrikanischen Dialekt, switcht dann aber nahtlos auf englisch und meint "the reserve camp site is now yours, I spoke to Mabuasehube an Two Rivers. They must not give the reserve site to anybody tomorrow because you go there". Sie vermerkt dann auch noch handschriftlich auf unserer Booking Confirmation mit zwei Stempeln und ihrer Unterschrift dass wir am 3.8. den reserve camp site in Polentswa haben. Hochoffiziell also.
Voller Freude machen wir uns um 15.15 Uhr auf den Weg zu unserem Tagesziel Thupapedi Pan und verfahren uns auf die Kaa camp site. So kann ich sagen dass wer hier unterkommt einen schönen privaten Platz hat in einer Sackgasse unter einem schattenspendenden Baum inkl. A-frame und long-drop. Nach dem kleinen Schlenker gehts dann die 33km via Sizatswe Pan auf der als 4x4 Kaa Game Viewing Trail eingezeichneten Route zu unserem camp site. Kaa bedeutet in der San Sprache "nichts". Wer hauptsächlich wegen den Tieren nach Afrika kommt ist hier am falschen Ort. Die Ausbeute an Tiersichtungen ist sehr sehr gering und die wenigen Tiere die wir gestern und heute gesehen haben waren zudem sehr scheu. Es wird gewildert. Nicht Trophy, aber für Fleisch. An der Sizatswe pan stehen zwei Hiluxe und wir sehen Leute rumstehen -wir werden uns aber erst morgen in Polentswa begegnen und kennenlernen-. Es sind die einzigen Menschen und Autos die wir in Kaa gesehen haben.
In der Kaa Section gibt es nur ein halbes Dutzend camp sites. Wasser gibts zur am Gate. Solarpumpe-Wasserstelle für Tiere nur bei der Swartpan ganz im Westen. Im Monat Juli haben sich ganze 3 Autos/Besucher am Kaa Gate eingetragen. Die Thupapedi camp site ist belegt als wir um 16.30 Uhr ankommen. Aber die kleinen Kerlchen verschwinden alle in ihre Löcher. Es wimmelt von Hyänenspuren. Sonnenuntergang ist direkt vor unserer Nase, es könnte nicht romantischer sein. Die Nacht ist sehr kalt und sehr ruhig, bei Sonnenaufgang knapp nach 7 Uhr hören wir einen Löwen brüllen, den ersten unserer Reise.
5. Tag Thupapedi - Polentswa Gestern fragte ich die nette Dame am Kaa Gate ob es denn einen track gäbe, zum Beispiel in der Nähe von Gnus Gnus um direkt ins Nossobtal zu gelangen ohne nochmals ans Kaa Gate fahren zu müssen. Sie: "you can take the illegal track" Ich: "......" Sie: "people openend the road before we could built it ourselves" Ich: "......" Sie "......" Nettes Gespräch voller Gesichtsausdücke.
Für die 31km von Thupapedi bis zur Gnus Gnus pan benötigen wir genau 2 Stunden, wir suchen die Löwenspuren vergeblich, sehen die üblichen Verdächtigen in sehr schöner Landschaft. Interessanter deshalb, weil leicht hügelig und stellenweise mit markant rotem Kalaharisand (Dünen) und nicht fast flach wie die beiden letzten Tage. Zudem auch mehr Salzpfannen, u.a. die schöne Khandu Pan. Mein Instinkt sagt mir dass wer einen illegalen track beginnt diesen nicht an einem offensichtlichen Ort, als am Haupttrack tut. So wars. Die unscheinbare Spur geht hinter dem Gnus Gnus camp site ab und verläuft während 7km in fast gerader südöstlicher Richtung bis zur offiziellen Access Road Nossob-Kaa, die als Kannaguass beschildert ist. Also bei der gleichnamigen Wasserstelle im Nossobtal endet. Der illegale shortcut ist sehr zugewachsen, das trockene Gras steht mehr als ein Meter hoch. Wer hier nach der Regenzeit im hohen, grünen, mit Samen behangenen Gras durchfahren will muss zwangsmässig ein "seed-net" montieren und tut gut daran unter dem Fahrzeug zu kontrollieren ob sich da keine Gräser verfangen und am heissen Auspuff in Brand geraten. In den Karten von T4A sind ja bekanntlich "burnt-out vehicles" wie touristische Attraktionen eingezeichnet. Wer hier irgend ein Problem hat kann wahrscheinlich tage- wenn nicht wochenlang auf Hilfe warten.
Wellblech erinnert uns auf dem Kannaguass track sofort daran dass wir nun wieder auf einer etwas mehr befahrenen Route sind, aber noch nichts verglichen mit der Rüttelpiste die wir am Nachmittag erreichen im Nossobtal. Wir haben ca. 70km Umweg gespart und suchen uns ein schönes Schattenplätzchen fürs pic nic. An der Sonne ist es schon sehr heiss, 28º C heute mittag.
Die 30+km im Nossobtal sind ein wake-up call zurück in die Zivilisation. Blitzsaubere latest modell 4x4's mit hermetisch geschlossenen Scheiben und sehr wohlgenährten Insassen fliegen an uns vorbei. Geschwindigkeitsbegrenzung im südafrikanischen Teil auf der Nossobstrasse ist zwar 50km/h. pahhh. Vom vielen scrapen ist die Naturstrasse irgendwie tiefer gesunken und zu beiden Seiten ist ein Sandwall. Wer im niedrigen Sedan hier fährt sieht nicht gerade viel links und rechts...
Am Polentswa Wasserloch sind die Gnus sehr unruhig, sie reden alle durcheinander. Wir sind das einzige Fahrzeug und sehen dem unruhigen Haufen eine Weile zu, plötzlich schlendert ein wunderschönes Löwenmännchen neben uns vorbei zum Wassertrinken. Reckt und streckt sich und stapft wieder zurück und legt sich 3m vom Strassenrand ins Gras. Vom Gras verschluckt. Wir fahren an die Stelle und sind wiedereinmal beeindruckt wie man 3m neben einem ausgewachsenen Löwen stehen kann ohne ihn auch nur im geringsten zu bemerken, ausser man weiss haargenau wo schauen. Das war ein schönes Erlebnis. Nun wollen wir unsere reserve camp site im nur wenige km entfernten Polentswa finden.
Gruss Leona
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200724. Aug. 2014 · #26
Polentswa camp site nr. 1, meines Erachtens der schönste Platz unten an der Pfanne, ist noch unbesetzt um 16.30 Uhr, auf Nr. 2 stehen zwei Autos und wie auf nr. 3 sind die Leute mit zeltaufschlagen beschäftigt. Auf Nr. 3 sehen wir eine Gruppe Leute und jemand winkt freundlich, er ist braungebrannt, barfuss, mit shorts und Lederhut und wir halten kurz, grüssen und fragen ihn ob er vielleicht wüsste welcher Platz der reserve camp site ist, leider nein. Wir beschreiben ihm und seinen Leuten wo wir soeben den Löwen gesehen haben und sie hüpfen sofort in ihre Autos...
Auf dem Polentswa 4x4trail fahren wir noch ein paar hundert Meter weiter und sehen dann eine Stelle die sichtlich schon als camp site gedient hat, sehr schön und hoch gelegen mit wunderbarem Blick über die Polenswa Pan. Mensch was für ein Glück wir doch mit der netten Dame am Kaa Gate hatten, wir beglückwünschen uns gegenseitig.
Dann kommen die Bienen. Erst 1, dann 10, dann gefühlte 100. Etwa 20 ertrinken in meiner Tasse Rooibos. Es kommen immer mehr, es muss die Flüssigkeit sein, die sie anzieht, im Waschbecken sind schon etwa 300 ertrunken. Max meint die werden nach Sonnenuntergang Ruhe geben, aber auf meine Frage wie's dann am nächsten Morgen zum Frühstück sein wir hat er auch keine Antwort. Es gibt da noch den anderen Platz, ein paar hundert Meter vor den camp sites, den wir auch als reserve camp site betrachtet hatten, wir beenden die stressige tea-time, packen unsere Stühle wieder ein und wollen uns ein bienen-freies Plätzchen suchen.
Auf Nr. 3 bei crocodile dundee herrscht das totale Chaos, Zelte werden abgebaut, Autos gepackt. Was ist denn da los? Wir halten, Lederhut fragt ob wir zufälligerweise Ärzte sind und/oder ein Sat Phone haben. Kurzversion: Am Polenstwa Wasserloch fanden sie den Löwen mit einem Weibchen bei der Paarung. Eine Frau aus seiner Gruppe lehnte sich zum filmen derart aus dem offenen Fenster dass sie rückwärts aus dem Auto auf die Strasse gefallen ist und sich böse am Hinterkopf verletzt hat. Max verneint zum sat-phone und bejaht halbwegs zum Arzt (Veterinär) und säubert und verbindet der älteren Frau die 4cm lange Platzwunde, welche eigentlich genäht werden sollte. Wir beruhigen die Leute und finden dass es zehn Minuten vor Sonnenuntergang keine gute Idee ist fast 60km nach Nossob zu fahren mit jemanden der eine Kopfverletzung und eventuell eine leichte Gehirnerschütterung hat, lieber die Nacht noch hier ruhig verbringen. Zudem hat die Frau glücklicherweise nie das Bewusstsein verloren und auch nie wirres Zeugs geredet. Wir finden zudem heraus dass es sich hier um die beiden Hiluxe von Kaa handelt.
Ich sehe plötzlich das offene Game-drive Fahrzeug der Ta Shebube Polentswa Lodge gerade vor uns vorbeifahren Richtung Lodge und mache dem Fahrer Zeichen zum halten. Netterweise kann crocodile dundee in der Lodge das sat phone benutzen und mit einem Arzt seines Vertrauens in Johannesburg telefonieren. Er bekommt unseren Rat bestätigt. Wir werden eingeladen bei ihnen auf nr. 3 zu bleiben und wir machen einen braai, trinken ein Glas zusammen und erhalten sogar noch Wein als Geschenk mit auf Reise am nächsten Morgen.
6. und 7. Tag Polentswa - Twee Rivieren - Mata Mata - Red Dune Camp Nach einem zeitigen Frühstück und Sprechstunde (die Patientin hat gut geschlafen, es geht ihr soweit gut, die Rippen und die Schulter schmerzen mehr als der Kopf) fahren wir nochmals zum Polentswa Wasserloch, da stehen schon drei vier Autos und warten, es hat sich herumgesprochen. Wir fahren wieder zum selben Quadratmeter Gras wo sich der Löwe gestern hingelegt hat und siehe da, da liegt er doch tatsächlich, aber keine Spur vom Weibchen. Der Fahrer von Ta Shebube kommt auch wieder mit seinen Leuten hergefahren, ich mach ihm ein Zeichen und er hält neben uns. Währenddem er seinen Italienern einen Kaffee aus dem Thermo giesst erzählt er uns dass dies einer von zwei Brüder sei die im April 50m vor der Lodge den Alpha Löwen des Rudels getötet hätten. Ich hätte ihn nach seinem Namen Fragen sollen, dieser Guide war sehr freundlich, kontaktfreudig ohne aufdringlich zu sein und gegenüber campern sehr hilfsbereit.
Die Strecken innerhalb des KTP's auf der südafrikanischen Seite werden hier ja in vielen Reiseberichten ausführlich beschrieben. Ich beschränke mich jetzt nur noch auf die Ausreise in Mata Mata. Hier hat man uns das restliche Feuerholz beschlagnahmt, man dürfe es nicht nach Namibia einführen. Wir vestehen das, die Nächte sind im Moment saukalt. Aber viel schlimmer ergeht es drei Deutschen die gleichzeitig an der GRenze stehen aber von Namibia her in Mata Mata nach Südafrika einreisen: Sie müssen sämtliche Milchprodukte, Joghurt, Käse, alles Fleisch, Schinken, Eier, Karotffeln, Gemüse, gedörrte Früchte und alles Feuerholz abgeben. Die Frau weinte. Ich kann ihr nachfühlen. Extra für den Aufenthalt im Park eingekauft und jetzt nichts mehr ausser Dosen! Meine Frage ob das denn an allen südafrikanischen Grenzposten so sei hat der Grenzbeamte steinernst bejaht. Ich bekam einen mentalen Anfall. Wie sollen wir das in einer Woche machen wenn wir von Namibia über Sendelingsdrift nach Südafrika in den Richtersveld reisen? Will doch nicht nur zum Einkauf 160km (80+80) bis nach Alexander Bay fahren?
Schliesslich habe ich mich wieder aufs heute konzentriert und die Fahrt entlang des Auobtals sehr genossen. Denn der ehemalige Flusslauf begleitet die C15 und landschaftlich verändert sich wenig, wären da nicht die Zäune. Bis zur Farm Tranendal / =http://http://www.reddunecamp.com/Red Dune Camp sind es 150km die man gut in 2,5 Std. bewältigt, die Gravel road war gerade frisch geschoben, breit und verkehrsfrei. Nach der Übernachtung auf dem Campingplatz in Twee Rivieren, obwohl die Plätze ohne Stromanschluss ganz hinten noch zumutbar sind, ist es herrlich so alleine auf der Düne zu sein! übernachtungspreis N$80 pP. Geduscht wird im Farmhaus, denn wegen Veld-Feuer-Gefahr will der Besitzer nicht dass man den Holz-Donkey einfeuert in der Buschdusche. Es gibt 4 solche private Dünen camp sites und man sollte bei entsprechender Lautstärke im camp eigentlich nichts von den Nachbarn hören.
Gruss Leona
Eulenmuckel2'097 Beiträge · seit 200624. Aug. 2014 · #27
Hallo Leona,
vielen Dank für deinen Reisebericht. Beeindruckend finden wir, dass ihr fast nicht fotografiert habt. Es ist bestimmt viel entspannter, auch weil man keine umfangreiche Kameraausrüstung mitschleppen muss. Aber für uns wäre das nichts, denn das Fotografieren im südlichen Afrika ist unser Hobby.
Den letzten Abschnitt bei Kaa und Polentswa haben wir mit besonderem Interesse gelesen, weil wir ja nur ein paar Tage nach euch dort waren. Das Wellblech auf den 80 Kilometern zwischen Nossobtal-Abzweig und Kaa-Gate fanden wir sehr nervig. Wir hatten auch eine Nacht an der Thupapedi-Pan. Die gut 30 Kilometer vom Kaa-Gate bis dorthin waren sehr gut zu fahren. Die Spur sah jedoch so aus, als sei dort seit Ewigkeiten niemand mehr gefahren. Offensichtlich sind dort also schon einige Tiere unterwegs, ihren Spuren nach zu folgen. Gesehen haben wir dort aber auch nicht viel. Der Campsite war schön, wir hatten auch sehr viele Erdhörnchen. Hätten wir von dem "illegal track" gewusst, hätten wir einige Kilometer auf dem Weg von Polentswa nach Thupapedi sparen können.
Die Cutline außerhalb des Kaa-Gates war wirklich heftig, besonders die weitere Strecke nach Norden.
Wir waren zwei Nächte bei Polentswa (Platz Nummer 1!) und hatten ebenfalls tolle Sichtungen am Wasserloch, jedoch keine Löwen. Fahrzeuge von der Lodge haben wir nie gesehen, was uns gewundert hat. Bienen hatten wir dort keine. Aber in der Toilette von Lijersdraai lagen hunderte tot.
Die Abzocke bei Mata Mata ist reine Willkür. Als wir dort aus Namibia ausgereist sind, wurden wir lediglich nach Feuerholz gefragt. Lebensmittel wurden nicht erwähnt, damit hätten wir auch nicht gerechnet. Denn selbstverständlich deckt man sich vor dem Besuch des KTP mit allem Nötigen ein. Verstehe ich aber auch nicht. Dort ist doch kein Vet-Gate.
Wir wurden dort jedoch genötigt, einen NAM-Aufkleber für das Auto zu kaufen und anzubringen, weil das Vorschrift sei. Davon haben wir zum ersten Mal gehört, konnten uns aber nicht wehren.
freshy3'883 Beiträge · seit 201124. Aug. 2014 · #28
Hallo Leona, schöne Fotos habt ihr gemacht, auch weil (?) es nicht so viele sind! Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, euren Reisebericht eingehend zu lesen, bevor wir zu unserer eigenen Tour aufbrechen. Danke fürs Schreiben und Einstellen.
Ich lese, dass du trotz irgendeiner Krankheit unterwegs bist, die Stelle mit der Diagnose habe ich noch nicht gefunden. Zur Zeit schmökere ich in viele Berichte hinein, die sich mehr oder weniger mit unserer geplanten Strecke befassen. Ich fühle mich dir verbunden. Im vergangenen Jahr hatte ich mächtig Bammel, ob ich die Reise trotz meiner Diabetes und nicht voll abgeheiltem Knöchelbruch wagen kann. Heute ist der Bruch Geschichte, ich fühle mich gut eingestellt und sicher, wie ich mich verhalten muss.
Wir sind schon sooo aufgeregt, ich fühle mich, als hätte ich Ameisen unterm Hintern. 🤪 Die Vorweihnachtszeit in meiner Kindheit war auch nicht aufregender. 😄
Schönen Sonntag wünschen freshy und die "besssere" Hälfte
....die Abzokke in Mata-Mata ex Namibia ist leider Willkür..........habe mich schon mal hier darüber ausgelassen........
....offenbar hat das System oder es ist immer der gleiche "Polizist"........ der immer rücksichtsloser und
frecher wird....... 😈 😈 😈 😈 😈 😈 😈 😈 😈 😈 😈 😈 😈
mit Grüssen,
BMW
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200725. Aug. 2014 · #30
Hallo Eulenmuckels, wirklich schade dass wir uns so knapp im KTP verpasst haben! Es scheint als ob wir am selben Tag im Auobtal unterwegs waren 🙁
Ich bin schon sehr gespannt auf Euren Bericht, vorallem die Strecke vom Kaa Gate durch die Kaa Concession nach Norden. War dies doch unser ursprünglicher Plan. Wir wollten bei Buitepos/Mamuno nach Namibia einreisen und anschliessend wieder nach Süden durch die Aminuis Communal area zum Red Dune Camp und Mesosauros und dann in den Richtersveld fahren. Nun, wir haben ja noch viele Reisen vor uns.....hoffentlich!.....Die Kaa Section in der green season muss sicher sehr schön sein.
Ich hoffe es gibt schon bald einen tollen Bericht von Euch mit vielen super Bildern!! 🙂
Apropos Bienen, ausser an der beschriebenen Stelle sind sie uns nirgends aufgefallen. Wüsste gerne um was für Bienen es sich hier handelt und wie ihr Zyklus klimabedingt ist, zum Beispiel ob sie vermehrt nur in der Trockenzeit in den camps anzutreffen sind.
zu Mata Mata schreib ich noch was in der Antwort an BMW Libe Grüsse leona
Gruss Leona
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200725. Aug. 2014 · #31
hallo freshy dann wünsch ich Euch schon jetzt eine unvergessliche Reise und vorallem gute Gesundheit und keine Pannen! Ich freue mich dann von Euren Erlebnissen zu lesen.
Im Februar dieses Jahres musste ich notfallmässig ins Spital und dort hat man mit sehr einfachen Mitteln (korrekt) eine akute Diverticulitis diagnostiziert und behandelt. Wäre wohl nur halb so schlimm gewesen, wäre dies nicht in Tansania passiert.....unvergesslich die vier Tage im Spital dort!
Divertikel hat man fürs Leben, hat man sie mal, wie du Deine Diabetes, dann ist das für immer. Beide Krankheiten kontrolliert man in grossem Masse via Ernährung, in der Lebensmittelhygiene und der körperlichen Aktivität. Wahrscheinlich musst Du auch noch Medis einnehmen die ich zum Glück nicht nehmen muss.
Darf ich noch was anfügen: Es ist in meinen Augen sehr wichtig gut informiert zu sein über seine eigene Gesundheit/Krankheit. Plus gut ausgerüstet und für Notfälle gewappnet. Zu wissen was man hat und wie man sich verhalten muss ist das Wichtigste. Nur ein sat phone mitnehmen und denken damit sei man im Notfall abgedeckt ist ein grober Fehler. Man muss sich selber zu helfen wissen bis anderweitig Hilfe kommt. Nebst dem muss man wissen wen man wie und wo erreichen kann im Notfall.
Aber genug hospital-talk. Ich wünsche Euch eine GUTE Reise VG leona
Gruss Leona
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200725. Aug. 2014 · #32
Prohibitions and restrictions are not limited to goods carried by travellers, but are applicable on all modalities of transport (road, rail, air, sea, post or other). This means that products subject to any prohibitions or restrictions will be subject to those no matter in what form of package or packaging they are imported or exported.
Obiger Ausschnitt addressiert zwei Situationen, zum einen sagen die Locals ja oft es sei erlaubt Fleisch für den persönlichen Gebrauch nach Südafrika einzuführen, vorausgesetzt es sei vakuumverpackt. Oben steht dass die Verpackung keine Rolle spielt, Verboten ist verboten. Der zweite Punkt ist die Art der Fortbewegung, unabhängig davon ob jemand per Flugzeug, auf der Strasse oder per Schiff ins Land gelangt, die Gesetze gelten für alle gleichermassen.
Es ist sehr gut möglich dass sich der Grenzbeamte auf obige Bestimmungen berufen könnte, ich hab zwar nichts dergleichen an der Grenze in Mata Mata gesehen, wohl aber am Flughafen in Johannesburg.
Zu unseren Erfahrungen am Grenzübergang NAM-SA in Sendelingsdrift komm ich später. VG leona
Gruss Leona
picco6'369 Beiträge · seit 201125. Aug. 2014 · #33
Hoi La Leona
Jetzt hätt ich doch beinahe einen Reisebericht von Dir verpasst...hast aber auch kein Sterbenswörtchen davon gesagt...Du wärst ganz selbst schuld gewesen wenn ich nicht mitgelesen hätte!!! 😛 Aber ich hab ja die Situation heldenhaft gerettet indem ich zufällig über diesen RB gestolpert bin... Ab nun bin ich also dabei und lese mich langsam an Euch ran... 🤩
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200726. Aug. 2014 · #34
Hallo Picco Schön dass du mitliest! Vielleicht vielleicht bewirkt es ja sogar dass du einmal bis so weit in den Süden des Kontinents reisen magst. 🤩 Du weisst ich lese still in deinem Südtansania Bericht mit, deine Schilderungen über das grosse Aufkommen an Besuchern im Ruaha hat mich ehrlich etwas beunruhigt und abgeschreckt... Liebe Grüsse Leona
Gruss Leona
picco6'369 Beiträge · seit 201126. Aug. 2014 · #35
Hoi Leona
Ja, dass Dich 10 Autos im Ruaha abschrecken kann ich verstehen... 😉 Ich war ja selbst etwas erstaunt ob der Besuchermassen....wobei jeder Busch in der Serengeti mehr Besucher hat als der ganze Ruaha... 😄 Aber ich denke dass dies auch dem Reisezeitraum geschuldet ist: Mitten in den Sommerferien in Europa und Amerika bzw Winterferien in Afrika....entsprechend war ein grosser Teil der Besucher aus dem südlichen Afrika. Im Oktober oder November wird es dann nicht nur heisser und trockener sondern auch wieder leerer sein, vermute ich mal.
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200726. Aug. 2014 · #36
8. und 9. Tag Fram Tranendal / Red Dune Camp - Windhoek Dieser Stop auf der roten Düne haben wir doch sehr genossen. Ich vorallem wegen der grossen Feuerstelle am Boden mit Rand. Denn es ist an kalten Abenden einfach wunderbar wenn man mit dem bequemen Campingstuhl bis ans Feuer rücken, die Füsse an den Rand anstellen und sich vom Feuer wärmen lassen kann. Vorgestern in Twee Rivieren hatten wir eine, in den südafrikanischen Nationalparks übliche Grillstelle, wo man das Feuer auf 90cm Höhe über dem Boden in einer Schale macht, das ist zwar praktisch zum grillieren, aber eher ungemütlich zum drumsitzen.
Für die 400km nach Windhoek nehmen wir die C15 immer noch dem Auobtal entlang bis Stampriet und dann von dort auf der geteerten Strasse an die B1 die uns nach Windhoek bringt. Das Verkehrsaufkommen ist auch auf der Hauptachse Namibias gering und die Fahrt ist erholsam, schon lange her seit wir glatten Boden unter den Rädern hatten. Der kontaktfreudige Besitzer auf Farm Tranendal hat uns netterweise die Reifen aufgepumt, so mussten wir am Morgen nicht den Kompressor auspacken, denn für die Düne muss man Luft ablassen.
Wie schon zu Beginn erwähnt haben wir diese Reise umgeplant und nun waren wir auf dem Weg zu unserer unerwartet plötzlich schwer erkrankten Freundin in Windhoek. Wie gut dass wir das gemacht haben, unser Wiedersehen war sehr bereichernd für uns alle. Ganz besonders schön war der Umstand dass auch noch ein weiteres befreundetes Paar aus Kapstadt gerade in der Stadt war und wir unsere Erlebnisse von früheren Reisen auffrischen und in Erinnerungen schwelgen konnten.
10. und 11. Tag Windhoek - Aus / Eagle's Nest Der Aufenthalt in Windhoek diente auch um alle Vorräte beim Maerua Super Spar aufzustocken bevor wir uns dann am 10. Tag unserer Reise um 8 Uhr bei -3ºC von Windhoek verabschiedeten.
Auf der B1 gehts wieder nach Süden via prosperierendes Rehoboth nach Kalkrand, dort zweigen wir ab auf die gut ausgebaute C21 nach Maltahöhe. Die Dieselpreise sind zur Zeit in Namibia gut 1 Rand pro Liter günstiger, wir waren darüber erstaunt als wir noch bei Shell gestern volltankten.
Nach vier Stunden am Steuer ohne Pause knurrt Max der Magen und wir beschliessen in Maltahöhe im gleichnamigen Hotel eine hervorragend gute Kürbissuppe unter dem wachsamen Blick der ausgestopften Tüpfelhyäne zu essen. Die alten Fotos und der ganze Ramsch amüsieren mich. Das Haus ist in der Zeit stehengeblieben. Der Besitzer/Geschäftsführer? hat uns sehr freundlich bewirtet. Als wir wieder abfahren wollen bemerken wir den Platten vorne rechts. Es kann nur dieser Ballen voller dorniger Äste gewesen sein der vorhin vom Wind vor unser Auto geblasen wurde, und wo wir halt ohne Ausweichmöglichkeit drüber gefahren sind.
Die Total Tankstelle ist nur 200m entfernt. Es ist praktisch wenn man nicht erst das criquet auspacken und montieren muss sondern jemanden hat der die ganze Reparatur in unter 20 Minuten macht, Kleider und Hände bleiben auch sauber. Josef findet 3 Löcher im Schlauch und flickt sie fachmännisch. Max fielen die Augen aus dem Kopf, er war davon ausgegangen dass wir tubeless tyres auf den Felgen haben, er ist peinlich überrascht. Kopfschüttelnd und besorgt fährt er dann 75 Rand ärmer weiter. Off-road fahren in dornigem Gelände nimmt jetzt eine ganz andere Bedeutung an. So ein Mist. Er denkt Richtersveld. Aber vorerst geniessen wir weiterhin die super ausgebauten C-Strassen und fahren Richtung Tirasberge durch immer schöner werdende Landschaft. Ein längerer Aufenthalt im Namib Rand Park, den Tirasbergen werden wir auf einer zukünftigen Reise einplanen. Das goldgelbe Gras leuchtet in der Sonne, ab und zu ein Gemsbok, und die riesigen Steinhaufen die aussehen als ob ein Riese mit Eimer und Kiesel gespielt hat stimmen uns ein für die neue Etappe im untersten Süden Namibias. Wir wussten heute morgen bei Abfahrt dass es nicht viel Zeit geben würde zum Anhalten, aber wir können die 560km bei Tageslicht um 17.30h als bewältigt verbuchen als wir in Klein Aus Vista eintreffen. Sogar für Apfelkuchen und Kaffee in Helmeringhausen hat die Zeit ausgereicht.
Die zwei Tage im Eagle's Nest sind mein Geburtstagsgeschenk. Alles hier haben wir genossen, Stille, Vollmond, Braai-Packet der Lodge, feste Wände während es nachts stürmte, weiche Betten, warme Dusche, Wandermöglichkeiten und natürlich die Wildpferde.
Weil es hier im Forum viele Berichte zum Desert Horse Inn und Eagle's Nest gibt, kann ich getrost die Details überspringen, Fotos hab ich eh keine.
Gruss Leona
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200729. Aug. 2014 · #37
12. Tag Aus - Richtersveld NP Wir haben es bereits einmal versucht, im Mai 2006, von Kapstadt in den Richtersveld zu kommen. Der sonst trockene Holgat führte damals nach intensivem Regen Hochwasser. Die Brücke auf der Hauptverbindung zwischen Port Nolloth und Alexander Bay wurde buchstäblich vor unseren Augen weggeschwemmt. Wir nannten es dann unser "Almost Richtersveld-Abenteuer". Nun ist es soweit, wir fahren mit 8 Jahren "Verzögerung" endlich in den Richtersveld. In dieser Zeit hat sich im Park viel getan hinsichtlich touristische Infrastruktur, es wurden neu Wilderness Camps gebaut und bestehende camp sites renoviert.
Wir frühstücken Punkt 07.15 als das Restaurant im Desert Horse Inn öffnet und loggen uns nochmal per wifi ins internet. Die News-Schlagzeilen in unserem Käseblatt sind Argentiniens technisches Default und die Ebola Epidemie in West Afrika. Kurz vor 9 Uhr machen wir uns gut gestärkt auf den Weg nach Rosh Pinah, bis dorthin sind es 166km auf guter Teerstrasse, die C13. Die in Namibia sehr verbreiteten pic nic Rastplätze am Strassenrand haben auf dieser Strecke sogar long drop toilets. Eine gute Idee, denn hat man mal einen Kleinbus beobachtet der an solch einem schattigen Platz anhält und wie ein Dutzend Männer gleichzeitig an den Zaun pinkelt, dem vergehts an so einer Stelle ein Brötchen zu essen. Weil es heute Sonntag ist hat es kaum Verkehr auf der Strasse, ich hatte Laster von den Minen erwartet.
Die Sicht ist etwas diesig aber wir geniessen die Fahrt, von 1500müM in Aus fahren wir auf etwa 300m runter an den Orange River. Im Minenort Rosh Pinah, wo man heute die Gehsteige hochgeklappt hat, ist es sichtlich wärmer. Wir tanken nochmal auf, obwohl es auch in Sendelingsdrift eine kleine Tangstelle geben soll. Die graubraune Steinwüste verändert sich allmählich in eine grünere, mit Büschen versehene Landschaft. Statt gelbe trockene Grashalme sieht man saftiges grün und vereinzelt schon gelbe Blümchen. Die klimatischen Einflüsse sind hier wohl ähnlich wie im Northern Cape in Südafrika, wo die Niederschläge im Herbst und Winter fallen. In der Ferne, Richtung Süden, Richtung Berge, sehen wir sogar Wolken, die ersten auf der ganzen Reise.
Vor dem Gate in den Ai-Ais Fish River Canyon Park ist die Abzweigung Richtung Sendelingsdrift Grenze, es sind noch knapp 20km bis an den Orange River. Um genau 12 Uhr mittags betreten wir das kleine Custom and Immigration Office des namibischen Grenzposten. Wie ich im Logbuch sehen kann waren heute schon zwei Fahrzeuge hier, das letzte um 11 Uhr. Wir erhalten den Ausreisestempel, können saubere Toiletten benutzen und werden informiert dass man nun per Funk die Fähre für uns bestellen werde. Netter Service. Zwei drei Kurven bergab und wir stehen am Ufer, hier gibt es nichts, nur eine sandige Böschung. Gegenüber liegt die Fähre, sie wurde früher ausschliesslich für die Minenarbeiter benutzt. Der Orange ist hier nicht sehr breit aber wie es scheint tief und mit beträchtlicher Strömung. Ein paar Minuten vergehen, im Carajo rast ein Pick-up gegenüber die Rampe runter und kommt mit quietschenden Bremsen zum Stehen. Warum die zwei Sanparks-Angestellten mit beiden Aussenbordmotoren leer kommen und uns dann nur mit einem Motor übersetzen ist uns ein Rätsel. Für die zweiminütige Fahrt müssen wir Schwimmwesten anziehen und eine Indemnity Form unterschreiben. Danach Rampe hochfahren, Rechtskurve und unter dem Schattendach parken. Wir sind nun in Südafrika.
Im brandneuen modern konzipierten Gebäude von Sanparks sehen wir etliche Sanparks Angestellte gelangweilt mit ihren handys spielen. Auch hier sind wir die einzigen Besucher. Eine Angestellte sitzt auf Posten, ihr bezahlen wir die Fähre und zeigen unsere Buchungsbestätigung. Als Übernachtungsgäste zahlt man R.110, andere Durchreisende zahlen R.160 pro Auto. Es haben zwei Autos auf der Fähre Platz, oder eines mit Anhänger. Die Betriebszeiten sind soviel ich gesehen habe nur bis 16 Uhr.
Das Sanparks Gebäude sieht ein wenig wie ein Restaurant am Rheinfall aus. Wie eine Burg mit Sicht auf den Fluss. Die Terrasse mit Mobiliar und Blick auf den Orange dürfe man zum pic nic essen benutzen. Das wissen die Paviane und warten schon. Wir haben 1 Nacht De Hoop camp site vorausgebucht und zahlen hier noch 1 Nacht Kokerboomkloof camp site dazu, plus alle Parkfees R.170 pPpT. Campsite ist R.200. Man nimmt Kreditkarten. Wir erhalten einen Exit Pass, den sollen wir dann bei Ausreise aus dem Park vorzeigen, unabhängig davon durch welches der beiden Gates wir den Park verlassen werden. Ich denke, falls wir länger bleiben können wir dann immer noch bei der Ausreise nachzahlen. Offiziell ist das aber ungern gesehen. Man wird fast genötigt sich zu entscheiden und alle Tage im voraus zu bezahlen. Ich lasse nicht locker und wir zahlen nur 2 Tage. Die Angestellte gibt uns drei A4 Blätter, 1 x Karte mit Distanzangaben (die diversen Streckenabschnitte werden durchnummeriert R1, R2, R3, und so findet man auch die Beschilderung unterwegs) 1 x Crime Prevention, safety tips und Notfallnummern, 1 x Rules and Regulations.
Die Mata Mata Grenzübergang-Episode noch frisch im Gedächtnis haben wir heute früh all unsere Esswaren, und das inkludiert sämtliches Gemüse, Früchte, Nüsse, Milchprodukte und vorallem unser Fleisch gut versteckt. Weil man ja nie weiss ob ein Grenzbeamter inkognito hier mitliest gehe ich nicht ins Detail. 😛
Es ist mittlerweile 30ºC heiss und ich bin dankbar um den Schattenplatz für unsere Esswaren. Feuerholz ist ja auch verboten, aber ich habe extra einen grossen Sack den wir noch übrig hatten als Köder gut sichtbar verstaut. Wenn sie mir was wegnehmen, so mein Gedankengang, dann das Holz. Hier in Sendelingsdrift können wir ja welches kaufen. Weilt gefehlt, niemand fragt uns was wir im Auto mitführen. Niemand sieht sich das Fahrzeug an. Wir gehen nämlich zu Fuss rüber zur Polizei und lassen das Auto am Schatten stehen. Die Jungs sind zu 100% mit den div. F - Funktionen am PC beschäftigt. Wir stören eigentlich nur das Prozedere. Wichtig sind denen nur Zahlen und Daten, die dem anscheinend erst kürzlich eingeführten System gefüttert werden müssen.
Der Laden ist geschlossen. Er werde um 16 Uhr öffnen, aber man versuche die zuständige Person anzurufen, ohne Erfolg. Tja, wenigstens einen Sack Holz haben wir! Auf dem etwas trostlos wirkenden camp site räumen wir all unsere Esswaren wieder ein und ich fühle mich etwas lächerlich. In aller Ruhe essen wir mit Sicht auf den Elektrozaun der Häuschen im Rest Camp nebenan unser pic nic, die Paviane entdecken uns zu spät! Wir ziehen Shorts und Sandalen an und stellen die Uhr um eine Stunde vor. Um 14 Uhr Ortszeit gehts los als wir hinter dem campsite das improvisierte Schild "to the Park" auf dem schmalen Feldweg passieren.
Teile des 160'000 Hektar grossen Parks liegen im Sperrgebiet. Hier werden immern noch Diamanten gesucht und gefunden. Deshalb gilt es (auch für uns) nur auf den tourist roads fahren, nicht auf den mining roads. No entry, bedeutet, no entry. Der erste Eindruck vom Park: steriles, liebloses Restcamp, lärmende Maschinen des Erzabbaus und riesige Ziegenherden. Ich muss gestehen, so hab ich mir den Richtersveld nicht vorgestellt. Zum Glück kann der erste Eindruck täuschen.
Gruss Leona
Tom2008188 Beiträge · seit 200830. Aug. 2014 · #38
Hallo Leona,
Vielen Dank für die Info bez. der Fähre. Hatte mich schon gefragt, wie das wohl funktioniert. Jetzt hoffe ich mal, dass sich bei den nächsten Kilometern der Eindruck noch ändert, wo wir doch schon so auf den Park gespannt sind.
der Eindruck wird sich ändern, der Park ist Super! Auch wenn die Nama ja immer noch die Weiderechte im Park haben; er gehört ja schließlich weiterhin noch ihnen und sie haben ihn uns (den Touristen) ja nur zugänglich gemacht und SAN-PArks hat etwas Infrastruktur installiert!
Viele Grüße JW
La LeonaThemenstarter2'779 Beiträge · seit 200704. Sept. 2014 · #40
@Tom2008, hallo Birgitta, freu mich dass Dir die Infos zur Fähre dienen, der heute Tag ist noch nicht zu Ende, jetzt kommen die positiven Eindrücke @jw, danke, so isses