Malariaprophylaxe im nördlichen Kaokoland

16 Antworten · 5'972 Aufrufe · gestartet 04. Aug. 2014 von Elisabeth
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Themenstarter2 Beiträge · seit 201404. Aug. 2014 · #1
Hallo
haben eine 12-tägige begleitete Selbstfahrertour ins Kaokoland u.a. nördlich von Orupembe bis zum Kunenefluss vor ab 18.August.
Uns wurde geraten gerade für den nördlichsten Teil von der medizinischen Reiseberatung empfohlen Malariaprophylaxe zu schlucken.
Wer hat Erfahrung?Ist das Kaokoland z. Zt trocken, gab es viel Regen?
Wir sind uns nicht sicher, ob es nicht langt standby mitzunehmen?
Wie kalt sind die Nächte?Muss man eine "Skijacke "mitnehmen, oder reichen Skiunterhemd,Fleecepulli,Fleecejacke und winddichte Jacke drüber, Mütze und Handschuhe?
Wer kann uns von seinen Erfahrungen erzählen?
noch schönen Abend!
2'664 Beiträge · seit 201204. Aug. 2014 · #3
Obwohl ich diese Karte als völlig überzogen betrachte, ist zumindest in der Kuneneregion Prophylaxe empfehlenswert.

Dieses Thema ist dutzende Male durchgekaut worden.
Eine Infektion kann überall durch infizierte Menschen in der Nähe übertragen werden, selbst in Windhoek.

H.
7'296 Beiträge · seit 200604. Aug. 2014 · #4
Elisabeth schrieb:
Wir sind uns nicht sicher, ob es nicht langt standby mitzunehmen?
... einige Gegenfragen:
Welches Mittel würdest Du nehmen und weißt Du, ob es neben der Anwendung als Prophylaxe überhaupt als Notfallmedikament anzuwenden ist?
Gegen welche Malariaform würde Dein Mittel wirken?
Weißt Du im Notfall, wie viele Malariaformen es gibt und welche Du hast?
Weißt Du, ob Du überhaupt Malaria hast, wenn etwas nicht ok ist? Es gibt massenhaft Krankheiten, die sich anfangs oder auch sehr lange mit Malaria verwechseln lassen. Auf Verdacht ein Stand-By-Medikament in erhöhter Dosierung einzuwerfen und eine mögliche andere Krankheit u.U. unbehandelt zu lassen, ist nicht zielführend.

Bei allen Dingen, die ernste Ursachen haben könnten, ist ein schneller Besuch beim Arzt angezeigt. Wenn ein solcher nicht innerhalb von 24-48 Stunden zu erreichen ist, nimmt man auf Verdacht etwas. Ansonsten macht man lieber keine Experimente am eigenen Körper.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
zuletzt bearbeitet 04. Aug. 2014
195 Beiträge · seit 201304. Aug. 2014 · #5
Elisabeth schrieb:Hallo
haben eine 12-tägige begleitete Selbstfahrertour ins Kaokoland u.a. nördlich von Orupembe bis zum Kunenefluss vor ab 18.August.
Uns wurde geraten gerade für den nördlichsten Teil von der medizinischen Reiseberatung empfohlen Malariaprophylaxe zu schlucken.
Wer hat Erfahrung?Ist das Kaokoland z. Zt trocken, gab es viel Regen?
Wir sind uns nicht sicher, ob es nicht langt standby mitzunehmen?
Wie kalt sind die Nächte?Muss man eine "Skijacke "mitnehmen, oder reichen Skiunterhemd,Fleecepulli,Fleecejacke und winddichte Jacke drüber, Mütze und Handschuhe?
Wer kann uns von seinen Erfahrungen erzählen?
noch schönen Abend!
Ob man dort und zu dieser Jahreszeit eine Prophylaxe nimmt oder nicht muss jeder selbst entscheiden, die Entscheidung kann dir niemand abnehmen.

Grundsätzlich ist die Gegend im August eher trocken mit viel Regen wirst Du nicht rechnen müssen.
So kalt wie im Süden oder Swakopmund wird es auch nicht. Skijacke, Thermounterhemd, Mütze und Handschuhe etc. braucht man nicht. Wenn Du für abends noch eine Fleecejacke zum überwerfen hast sollte das reichen.

piolet
3'883 Beiträge · seit 201104. Aug. 2014 · #6
Guten Morgen Elisabeth,
Malariaprophylaxe ist immer wieder Thema in diesem Forum. Es ist zwar etwas mühsam, die Suche zu bedienen, ich empfehle es dir trotzdem, weil du dort alle Argumente dafür und dagegen finden wirst.

Ganz persönlich halte ich nichts von einem Standby-Mittel. Wir sind ab Mitte September im nördlichen Kaokoveld und im Caprivizipfel unterwegs und werden vorsichtshalber Malarone einnehmen. Google mal das Medikament, damit du dich über Wirkung und Nebenwirkung informieren kannst. Wir müssen das selbst zahlen, doch sicher ist sicher.

Wie schon geschrieben, kann dir niemand deine eigene Entscheidung abnehmen.

Viele Grüße
freshy
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33,1k Beiträge · seit 200604. Aug. 2014 · #7
Hi Elisabeth,

ohne weitere Meinung von mir - denn Du findest tausend Meinungen und Erfahrungen dazu über die Suche - poste ich mal die offizielle (WHO-) Verbreitungskarte von Malariafällen in Namibia. Man muss dazusagen, dass die Fälle in Namibia von 45000 vor 12 Jahren auf etwa 1500 2013 zurückgegangen sind. Gestorben ist an der Krankheit praktisch niemand mehr.

hf218c86.png

(Quelle:http://www.who.int/malaria/publications/world_malaria_report_2013/wmr2013_country_profiles.pdf)

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Gast04. Aug. 2014 · #8
Hallo,

die von Carsten gepostete Karte ist mindestens 12 Jahre alt. Wie Christian schon schrieb, hat Namibia in den letzten Jahren große Fortschritte beim Kampf gegen Malaria erzielt und das spiegelt diese veraltete Karte nicht wieder. Solche Karten sind in der Form generell nur begrenzt hilfreich, weil das Malariarisiko in fast allen Ländern sehr stark einer Saisonalität unterliegt, was aus solchen Karten aber nicht hervor geht.

Anopheles-Mücken sind wechselwarme Insekten, die ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren können, sondern von der Außentemperatur abhängig sind. Wenn Du Skiunterwäsche und Fleecejacke brauchst, dann wirst Du keine Anopheles sehen. Die funktionieren bei den Temperaturen einfach nicht. Aber das Wetter könnte im August auch mal ganz anders ausfallen, als es vom langjährigen Klimadurchschnitt her sollte. Und eine wichtige Rolle können auch der eigene Gesundheitszustand, etwaige Vorerkrankungen, andere regelmäßig eingenommene Medikamente uvm. spielen. Insofern einmal vom fachlich versierten Arzt beraten lassen und dann entscheiden.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 04. Aug. 2014
2'664 Beiträge · seit 201204. Aug. 2014 · #9
Das Problem mit Karten ist doch immer wieder, daß Leute diesen naiv Glauben schenken, ohne sich bewußt zu sein, daß es einen überall erwischen kann, zumal die Kranken/ Infizierten nicht statisch am Infektionsort verbleiben.

Ein weiteres Problem ist, daß die heutige Regierung und auch die Stadtverwaltungen nichts mehr zur Bekämpfung der Moskitoplage auf stillen Wässern tun, dieses sind die typischen Brutplätze. Kein Wunder, daß sich die Moskitoplage in den letzten Jahren so ausgebreitet hat.
Wer weiß noch, daß nur ein paar Tropfen Öl auf der Wasseroberfläche in einer Regentonne die Moskitos zumindest dort vom Brüten abhält ? Viele kleine Aktionen bringen große Ergebnisse, aber das hat die heutige Politikergeneration nicht begriffen, am allerwenigsten in den Gemeinden.

Die Fortschritte begrenzen sich eigentlich ausschließlich auf den medizinischen Bereich mit besseren Medikamenten.
zuletzt bearbeitet 04. Aug. 2014
1'324 Beiträge · seit 201304. Aug. 2014 · #10
Swakop1952 schrieb:

Dieses Thema ist dutzende Male durchgekaut worden.
Eine Infektion kann überall durch infizierte Menschen in der Nähe übertragen werden, selbst in Windhoek.

H.
Das ist mir bisher vollkommen unbekannt.
Gibt es da Quellen dafür?
Ich dachte bisher immer eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist so gut wie ausgeschlossen.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
2'664 Beiträge · seit 201204. Aug. 2014 · #11
lionfight schrieb:
Swakop1952 schrieb:

Dieses Thema ist dutzende Male durchgekaut worden.
Eine Infektion kann überall durch infizierte Menschen in der Nähe übertragen werden, selbst in Windhoek.

H.
Das ist mir bisher vollkommen unbekannt.
Gibt es da Quellen dafür?
Ich dachte bisher immer eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist so gut wie ausgeschlossen.


Gruß!
der Joe
Es gibt keine Übertragung von Mensch zu Mensch, aber von einem Infizierten auf einen Gesunden mittels Anopheles Moskito. Diese Moskitoart gibt es überall, und schon als Kindern wurde uns im Elternhaus und in der Schule beigebracht, daß man diese am schwarz-weiß gestreiften Hinterleib erkennen kann.
zuletzt bearbeitet 04. Aug. 2014
1'324 Beiträge · seit 201304. Aug. 2014 · #12
Okay, dann ist alles klar.
Da habe ich Dich missverstanden.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
1'162 Beiträge · seit 201204. Aug. 2014 · #13
freshy schrieb:
Wir müssen das selbst zahlen, doch sicher ist sicher.
Hallo Freshy,

es gibt, glaube ich, keine (deutsche) Krankenkasse, auch keine private, die die Malariaprophylaxe übernimmt. Ich kann das nicht ganz verstehen, denn kommt es zur Erkrankung, dann muss die Krankenkasse zahlen, und es wird sehr viel teurer.

Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
zuletzt bearbeitet 04. Aug. 2014
33,1k Beiträge · seit 200604. Aug. 2014 · #14
Hi Biologe,
es gibt, glaube ich, keine (deutsche) Krankenkasse, auch keine private, die die Malariaprophylaxe übernimmt.
ganz im Gegenteil, fast alle übernehmen die Prophylaxe, v.a. auch die gesetzlichen. Eine (unvollständige) Übersicht findest Du hier: http://www.crm.de/krankenkassen/kk_tabelle_kassen.htm

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
1'162 Beiträge · seit 201204. Aug. 2014 · #15
Hallo Christian,

danke für die Aufklärung; da lag ich auf Grund negativer Erfahrungen offensichtlich völlig daneben.

Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
7'296 Beiträge · seit 200604. Aug. 2014 · #16
Swakop1952 schrieb:
Es gibt keine Übertragung von Mensch zu Mensch, aber von einem Infizierten auf einen Gesunden mittels Anopheles Moskito. Diese Moskitoart gibt es überall, und schon als Kindern wurde uns im Elternhaus und in der Schule beigebracht, daß man diese am schwarz-weiß gestreiften Hinterleib erkennen kann.
... das ist aber kein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Nicht alle Anopheles-Arten übertragen Malaria und von denen, die es tun, sind nicht alle gestreift. Umgekehrt sind auch einige Arten von Aedes, Stegomyia und Culex gestreift, übertragen aber keine Malaria.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
2'664 Beiträge · seit 201205. Aug. 2014 · #17
Hi Wolfgang,
diese Eselsbrücke hat Generationen weiter geholfen, immerhin in Namibia.... 🙂
H.
zuletzt bearbeitet 05. Aug. 2014