travelNAMIBIAThemenstarter33,1k Beiträge · seit 200604. Juli 2014 · #1
Hi zusammen,
die Regierung Namibias hat einem Antrag des Umweltministeriums stattgegeben. Das Militär wird nun aktiv gegen Wilderer eingesetzt.
"Namibia erklärt Wilderern den Krieg. Einem Bericht der New Era zufolge billigte die Regierung einen Antrag des Umweltministeriums, die Armee im Kampf gegen Wilderer hinzuzuziehen. Sie solle die Spezialeinheiten des Umweltministeriums und der Polizei unterstützen, erklärte Minister Uahekua Herunga. Seit Beginn des Jahres seien bereits zehn Nashörner und zehn Elefanten getötet worden." (Quelle www.hitradio.com.na/nachrichten)
Viele Grüße aus dem kalten Windhoek Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Man darf nicht vergessen, dass auch Wilderer Menschen sind, aber etwas anderes hilft wohl nicht. NGOs können das nicht leisten und private Sicherheitskräfte haben bei Waffeneinsatz auch schnell sehr große rechtliche Probleme. Insofern eine gute Nachricht.
vielen Dank für diese Information. In der Tat eine gute, wohl leider erforderliche Maßnahme. Hoffen wir das es auch die entsprechende Wirkung hat.
@ Guido: Du hast in der Sache recht, wobei ich ehrlich zugebe dass, wer beim Rhino nur das Horn wildert einen großteil seiner Menschlichkeit am Eingang abgegeben hat 😈 Aber auch hier werden es mehr die Hintermänner/frauen sein die wirklich schuldig sind und das "große Geld" machen.
eine gute Nachricht, die zeigt, dass etwas getan wird.
Ob die Massnahme aber Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten. So richtig kann ich mir nicht vorstellen, was ausser Straßensperren das Militär ausrichten kann.
Gibt es so flexible Einheiten, die dynamisch an jeden Punkt des Landes verlegt werden können? Die ev. Tagelang durch das Gelände ziehen? Die besser bezahlt werden, als die WIliderer?
lionfight1'324 Beiträge · seit 201304. Juli 2014 · #5
Hoffentlich stellen die sich besser an wie das südafrikanische Militär. In Zimbabwe hat das vor langer zeit ja sehr gut funktioniert.
Einerseits gibt man Elefanten zum Abschuss frei, andererseits holt man das Militär zur Hilfe. Sehr widersprüchlich. Könnte auch blinder Aktionismus und Meinungsmache sein. Mal sehen was wirklich dabei rauskommt.
Gruß! der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela
10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
freshy3'883 Beiträge · seit 201104. Juli 2014 · #6
AndreasG2523 schrieb: Ob die Massnahme aber Wirkung zeigt, bleibt abzuwarten. So richtig kann ich mir nicht vorstellen, was ausser Straßensperren das Militär ausrichten kann.
Man sollte annehmen, dass das Militär Nashörner und Elefanten findet und damit auch den Wilderern auf die Spur kommt. Jedoch habe ich den Verdacht, dass die Wilderer aufgrund von mit Geld erkauften Informationen ganz klar im Vorteil sind. So lange der Staat Namibia nichts gegen die Armut einiger Volksgruppen unternimmt, ihnen spürbare Anreize für einen Erhalt der Wildtiere verschafft, bin ich sehr skeptisch.
Die europäischen Erfahrungen mit Wolf und Bär zeigen, dass Optimismus leider nicht angebracht ist.
Cruiser2'530 Beiträge · seit 201106. Juli 2014 · #7
Wollen wir mal hoffen das es nicht Maulwürfe im Militär gibt.
Best Regards
Adolf
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Sponsor of Desert Elephant Conservation.
Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA.
Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201206. Juli 2014 · #8
Die Frage ist oftmals die, ob man nicht den Bock zum Gärtner macht. Auf der einen Seite schützen die wohl Nashörner und Elefanten, aber das Fleisch für die eigenen Töpfe wird gleichzeitig erlegt.
Disziplin der Antiwilderereinheiten war und ist das große Problem, überall, selbst Botswana hat damit große Probleme, wenn man das Verhalten und Benehmen dieser Einheiten sieht.
Biologe1'162 Beiträge · seit 201206. Juli 2014 · #9
Vielleicht ist ja schon die Ankündigung Abschreckung genug. Das Militär ist für solch eine Aufgabe viel zu unflexibel und nicht ausreichend ausgebildet.
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
ich bin da leider mehr als skeptisch, denn wenn man sieht, was alles getan wurde, teilweise mit massiven Militäreinsätzen im Kampf gegen illegale Drogen, so kann man sich auch vorstellen, was der Einsatz von Militär bei der Wildereibekämpfung bringen wird!
Alternativen haben wir ja schon einige besprochen, nur denke ich mal wird von diesen eh in Zukunft keine umgesetzt werden.
Aber ok, vielleicht irre ich mich ja auch, zu wünschen währe es auf jeden Fall, dass der Einsatz Erfolg zeigt!
Gruß
Markus
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201206. Juli 2014 · #11
Vorteil: Das Militär ist an Militärdoktrin und nicht an die zivile Ordnung der Polizei gebunden. Ein Soldat schießt und er hat keine Handschellen oder Schlagstock. Da es Afrika ist, hält sich die Politik auch nicht an geltendes Recht, denn ohne Ausrufen eines Notstandes dürfte das Militär nur zur Unterstützung der Polizei mitgehen und nur auf Verlangen der Polizei aktiv werden.
Erschossen zu werden ist die einzige Sprache die Wilderer und deren Hintermänner verstehen. Je weniger Gefangene gemacht werden und je mehr tote Wilddiebe es gibt, umso schneller hört die Wilderei auf. Sozialticks und Gutemenschentum sind in dieser Lage nicht opportun oder angebracht. Ebensowenig Staatsanwälte im Schlepptau.
Man muss halt generell überlegen, welche realistischen Optionen man kurz- und mittelfristig hat, um das Wildereiproblem etwas einzudämmen. Der Militäreinsatz allein wird das Wildereiproblem nicht zu 100% lösen, aber es erscheint gerade kurz- und mittelfristig als eine der wirksamsten Optionen, die man eben noch ziehen kann.
Und der Einsatz des Militärs hat mehre Vorteile. Zum einen wird das Militär ohnehin vom Staat bezahlt und mit Ausrüstung versorgt. Namibia hat das Militärbudget auch gerade enorm ausgeweitet. Entsprechend ist der Einsatz des Militärs vermutlich billiger, als wenn man da private Sicherheitskräfte engagiert. Und beim Militär ist der Waffeneinsatz legitimiert. Erschießt ein privater Sicherheitsmann einen Wilderer, geht er ggf. noch wegen Mord ins Gefängnis.
Alles andere, was bisher an Optionen gegen Nashornwilderei auf dem Tisch liegt, hat auch Nachteile.
Die immer wieder geforderte Aufklärung über die Nutzlosigkeit von Nashornpulver in Asien ist wichtig, wird aber bestenfalls langfristig etwas bringen. Das Thema ist dort einfach spirituell bis religiös aufgeladen und da kommt man mit Fakten nur schwer voran. Wer fest daran glauben will, das Nashornpulver seine Potenz erhöht oder die letzte Chance im Kampf gegen Krebs ist, den wird man nicht so leicht umstimmen. Das ist so ähnlich wie der islamistische Extremist, der daran glaubt, dass er für seine Taten im Paradies mit 72 Jungfrauen belohnt wird. Dem kann man mit Fakten kaum beikommen.
Das Vergiften der Hörner macht diese für Wilderer nutzlos. Aber das das Horn vergiftet ist, stellt der Wilderer eventuell erst fest, nachdem er das Tier schon erschossen hat. Selbst wenn er es vorher festgestellt hat, erschießt er das Tier möglicherweise trotzdem. Spart ihm beim nächsten Mal Arbeit, damit er nicht nochmal sinnlos dieses Tier trackt.
Die Hörner alle abzusägen hilft auch nur begrenzt. Die Preise für die Hörner sind mittlerweile so hoch, das auch ein Stumpen oder ein teilweise nachgewachsenes Horn als Beute lohnt.
Alle Hörner mit Sendern auszustatten, macht auch nur begrenzt Sinn, Genauso wie man die Sender einsetzen kann, kann man die auch wieder ausbauen.
Und so gibt es bei jeder Option auch Punkte, die dagegen sprechen. Deswegen gar nichts zu machen, ist aber auch keine Option. Bei aller Wut auf die Wilderei: Ein Nashornleben ist nicht mehr wert als ein Menschenleben. Auch der finstere Wilderer hat eventuell eine kleine Tochter, der man ggf. den Vater wegschießt. Insofern kann das nur das letzte Mittel sein. Wenn eine Militärpräsenz vor allem abschreckend wirkt, wäre das schon ziemlich hilfreich.
ich stimme in allen Punkten zu 100 % mit dir überein!
Den wichtigsten Punkt sehe ich in der Aufklärung der "Verbraucher", allerdings wird dies wirklich schwierig und auch langfristig!
Alternativ währe noch die bereits besprochene kontrollierte Vermarktung von Nashorn Hörnern, dies würde zumindest den "Verbrauchern" die Möglichkeit geben legales Nashornpulfer zu erstehen!
Nashörner lassen sich gut züchten, das Horn wächst nach, das Tier muss zur "Ernte" nicht mal getötet werden und der Ertrag ist sicherlich groß und Gelder könnten zum Teil für den Schutz der freilebenden Artgenossen ausgegeben werden!
Währe mein Vorschlag in dieser Sache, wird wahrscheinlich nie umgesetzt werden, wird sicherlich von jeder "Tierschutzorganisation" blockiert, wobei bei mir viele dieser Organisationen auch an Glaubwürdigkeit verloren haben, aber dies ist eine andere Geschichte!