Route realistisch für Namibia-Anfänger?

8 Antworten · 1'971 Aufrufe · gestartet 05. Feb. 2014 von Geronimo
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Themenstarter4 Beiträge · seit 201405. Feb. 2014 · #1
Liebe Leute,
guten Tag erstmal und Respekt für dieses klasse Forum, dem ich in den vergangenen Wochen schon zahlreiche Tipps entnommen habe. Nun möchte ich mich an die Namibia-Camping-Profis unter Euch wenden, denn ich plane unseren ersten (und leider wohl auch einzigen) Familien-Urlaub Ende August/September in Namibia.
Kurz die Facts: Wir haben zwei Jungs (15 und 13), verbringen jeden Sommerurlaub im Zelt und mit eigenem Auto, aber eben in Europa und nicht in Afrika. Längere Autofahrten waren bei unseren Kindern nie ein Problem, wir waren noch nie zweimal an dem selben Ort, weil wir immer wieder Neues entdecken möchten. Für Namibia haben wir 18 Tage Zeit und werden mit einem Hilux Double Cab mit zwei Dachzelten unterwegs sein. Mit meiner bisherigen Planung bin ich nun bei meiner Familie auf Zweifel gestoßen, ob wir uns da trotz aller Erfahrung nicht zu viel zumuten und zu viel Zeit im Auto verbringen werden. Zugegebenermaßen habe ich nur drei Doppelübernachtungen an einem Ort eingeplant: nach einer Woche in der Gegend von Sesriem (nach Möglichkeit Hauchabfontein, weil die Jungs so gerne in Flüssen baden), nach ca. zwei Wochen und zum Abschluss am Waterberg Plateau und dazwischen zwei Nächte in Okaukuejo (+ eine in Halali).
Grundüberlegung war, dass wir nicht ganze Tage auf Campingplätzen verbringen möchten und, wenn wir rumfahren wollen, die Dachzelte ohnedies einklappen müssen, was ja anscheindend nicht sehr zeitaufwendig ist. Bei zeitigem Aufstehen kann man m.E. dann auch zwei, drei und in Ausnahmefällen auch mal vier Stunden unterwegs sein und hat noch genügend Zeit, zwischendurch oder am neuen Ziel Besichtigungen, kleinere Wanderungen etc. zu unternehmen. Ist das so realistisch gedacht? Das Ganze soll ja nicht in Stress ausarten. Grob überschlagen kämen wir bei der folgenden Route auf ca. 3500km:
Tag 1: Windhoek: Stadtbesichtigung und Mietwagenübernahme
Tag 2: Bagatelle Kalahari Campsite (schon gebucht)
Tag 3: Nähe Keetmanshoop (Köcherbaumwald, z.B. Gara's Camping)
Tag 4: Über Fish River Canyon zur Grenze nach Südafrika (z.B. Norotsoma River Resort)
Tag 5: Über Rosh Pinah nach Aus (Klein-Aus Vista)
Tag 6: Sesriem/Sossouvlei (Sesriem Rest Camp)
Tag 7+8: Hauchabfontein
Tag 9: Swakopmund (Bootstour)
Tag 10: Spitzkoppe
Tag 11: Twyfelfontein (z.B. Aabadi Mountain Camp)
Tag 12: Kamanjab (Himba)
Tag 13+14: Okaukuejo (reserviert)
Tag15: Halali (reserviert)
Tag 16+17: Waterberg (Wilderness Andersson Campsite, schon gebucht)
Tag 18: Rückkehr nach Windhoek und Abgabe Mietwagen
Mein Problem ist nun v.a. die bislang fehlende Reservierung für das Sesriem Rest Camp, das eilt wohl, ist zugleich aber schwer zu terminieren. Eine Möglichkeit, die Reise abzukürzen, wäre das Streichen des Südteils mit Fish River Canyon etc. (was ich nur schweren Herzens täte), wir wären dann aber entsprechend früher in Sesriem.
Puh, das ist jetzt viel Text, aber vielleicht hat ja der eine oder andere Experte Zeit, sich das anzusehen und seine Beurteilung abzugeben. Wenig geholfen wäre mir mit Kommentaren wie: "hebt auch das für Euren zweiten, dritten oder vierten Namibia-Trip auf..." Denn das geben unsere Ressourcen leider nicht her, wir lehnen uns finanziell gesehen mit dieser einen Reise schon sehr weit aus dem Fenster 🙁
Vielen Dank im Voraus und in gespannter Erwartung,
Grüße
Geronimo
33,1k Beiträge · seit 200605. Feb. 2014 · #2
Hallo Geronimo,

willkommen im Forum!

Trotz Eurer Camping-Autotour-Erfahrung rate ich - der in Namibia lebt - von der Reise so ab. 18 Tage reichen gut fü eine ausgedehnte Klassische Rundreise, aber nicht für ganz Namibia.
Bedenkt die Grundregeln:
- nicht mehr als 350 Fahrtkilometer an einem Tag
- überall mind. 2 Nächte (in Etosha und Swakopmund mind. 3)
- Absolut keine Nachtfahrten

Überlegt Euch mal folgendes:
Windhoek (1)
Kalahari (2)
Sesriem/Sossusvlei (2)
Swakopmund (3)
Damaraland (2)
Etosha-West/Süd (2)
Etosha-Zentral/Ost (2)
Waterberg, Okonjima o.ä. (2)

Du siehst also, dass der ganze Süden (Fishriver etc.) wirklich nicht rein passt - außer ihr macht eine Südentour.

Vor allem diese Tage machen mir "Angst":
Tag 5: Über Rosh Pinah nach Aus (Klein-Aus Vista) - und dort abends abkommen und am nächsten Tag sehr früh aufbrechen, damit ihr am Nachmittag ins Spossusvlei könnt?
Tag 6: Sesriem/Sossouvlei (Sesriem Rest Camp)
Tag 7+8: Hauchabfontein
Tag 9: Swakopmund (Bootstour) - abends ankommen, nächsten morgen Bootstour und dann zur Spitzkoppe?

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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zuletzt bearbeitet 05. Feb. 2014
2'167 Beiträge · seit 200905. Feb. 2014 · #3
Hallo Geronimo,

Ein Herzlich Willkommen im Forum auch von mir!

Ich persoenlich finde das auch zu viel mit dem Fish River Canyon! Ausserdem kann das dort 'unten' im Sueden im August ganz schoen kalt werden!
Wenn du magst, schau mal in meinen Reisebericht http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/172817-northern-namibia-tour-august-2010.html , wir hatten damals nur 16 Tage Zeit (in Namibia) und hatten zugunsten Epupa Falls (was ein absolutes Highlight war!) Sesriem/Sossusvlei ausgelassen, weil wir beide schon mal dort waren. In meinem Bericht hats auch genaue km und Zeitangaben. Am Schluss des Berichtes hats auch eine komplette Kostenzusammenstellung, was allerdings nicht mehr so up-to-date ist, da das ja im August 2010 war.
Vielleicht gibts dir trotzdem ein paar Ideen.

Das: mindestens zwei Naechte an einem Ort verbringen finde ich selber mit Dachzelt auch nicht wichtig, zusammenraeumen musst ja so oder so jeden Morgen (ausser ihr habt nur eine wanderung vor Ort im Sinn), und ob du dann die naechste Nacht am selben Ort oder woanders verbringst macht dann auch keinen Unterschied mehr!

Gruss aus Sodwana
Maddy
Reiseberichte: Camping Tour Northern Namibia, August 2010 Dlinza Forest, Eshowe, KZN, South Africa Die erste Reise - Loggerhead Camping trip 2020: KNP-Mapungubwe-Magoebaskloof-Mt.Sheba
Themenstarter4 Beiträge · seit 201405. Feb. 2014 · #4
Hallo Christian,

vielen Dank für Deine Antwort und die Ratschläge. Sieht so aus, als sollte ich die Route noch einmal überdenken. Dann würden also Keetmanshoop, Fish River Canyon und Aus wegfallen 🙁 Ich hatte mich ein wenig an der 17-Tage-Routen-Empfehlung von Thomas Richter (in umgekehrter Richtung) orientiert, der sogar noch Lüderitz mit einbezieht.

Nur zur Erläuterung:
"Tag 5: Über Rosh Pinah nach Aus (Klein-Aus Vista) - und dort abends abkommen und am nächsten Tag sehr früh aufbrechen, damit ihr am Nachmittag ins Spossusvlei könnt?" Nein, nicht am Nachmittag, sondern erst am nächsten Tag, dann aber ganztägig und abends nach Hauchabfontein, das ist ja nicht weit entfernt.
"Tag 9: Swakopmund (Bootstour) - abends ankommen, nächsten morgen Bootstour und dann zur Spitzkoppe?" Ja, so ungefähr... Ich gebe zu, das ist schon ziemlich knapp kalkuliert (abends bummeln und mal Essen gehen), aber warum sollten wir drei Nächte in Swakopmund verbringen? Ehrlich gesagt sind wir nicht so sehr auf Stadtbesichtigungen aus...

Viele Grüße
Geronimo
Themenstarter4 Beiträge · seit 201405. Feb. 2014 · #5
Hallo Maddy,

"und ob du dann die naechste Nacht am selben Ort oder woanders verbringst macht dann auch keinen Unterschied mehr!" Ja, genau so hatte ich auch gedacht, ich hoffe mal, dass das Zusammenpacken schneller geht als bei unseren sonstigen Camping-Reisen, wo wir immer alles "Geraffel" dabei haben, das ins Auto geht.

Ich werde Deinen Reisebericht genau studieren, vielen Dank!

Grüße
Geronimo
33,1k Beiträge · seit 200605. Feb. 2014 · #6
Hi Maddy,
mindestens zwei Naechte an einem Ort verbringen finde ich selber mit Dachzelt auch nicht wichtig, zusammenraeumen musst ja so oder so jeden Morgen
ich finde es grundsätzlich sinnvoll, denn es gibt meistens auch viel an den Übernachtungsplätzen zu erleben/entdecken (am Wasserloch sitzen, Gamedrives etc.) - da ist es häufig wenig ergiebig, wenn man abends ankommt und morgens wieder abfährt.

Hallo Geronimo,
und abends nach Hauchabfontein, das ist ja nicht weit entfernt.
etwa 35 km von Sesriem. Bedenke aber, dass das Sossusvlei nochmal 60 km von Sesriem entfernt ist (Höchstgeschwindigkeit 60 km/h im Park), so dass Du da schon mehr als eine Stunde an Fahrtzeit rechnen musst.
aber warum sollten wir drei Nächte in Swakopmund verbringen?
Das siehst Du - wie auch viele andere Neulinge - falsch. Es geht in Swakopmund keineswegs nur um die Stadt. Es ist schlichtweg der Freizeit-/Aktivitätsausgangspunkt Nr. 1 in Namibia: Robbentouren, Delfintouren, Wüstentouren, Welwitschias, Mondlandschaft und und und... Gerd1942 (glaube ich) hat da mal eine Liste mit zig Aktivitäten, Ausflüg etc. ab Swakopmund zusammengestellt. Die findest Du sicher über die Suche.

Viele Grüße aus Windhoke
Christian
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zuletzt bearbeitet 05. Feb. 2014
1'794 Beiträge · seit 201305. Feb. 2014 · #7
Hallo Geronimo, herzlich willkommen im Forum!

Ich halte die Tour für viel zu stressig und dann auch noch Campen, denn bei festen Unterkünften setzt du dich zur Not nur noch an den Abendbrottisch, Zeit für Land und Leute bleibt nicht wirklich und ob nachmittags noch Aktivitäten drin sind...?!

Daher würde ich auf alle Fälle den Süden weglassen und es so machen wie von Christian beschrieben!

Dann habt ihr was davon, gerade beim ersten mal und mit Kindern würde ich in Swakop,Erongo/Damaraland und vorallem Etosha investieren und sogar überlegen direkt von WDH zu den Dünen zu fahren!
Ach, Bagatelle ist ja schon gebucht-sorry!

Viel Spaß beim Planen!

LG NOGRILA
180 Beiträge · seit 201005. Feb. 2014 · #8
Hallo Geronimo
Wir waren im Sommer 2011 auch mit unseren zwei Jungs (11 und 17 Jahre alt) mit Hilux und zwei Dachzelten unterwegs. Unsere Route war so:
Tag 1 Morgens Landung in Windhoek, Hotel Uhland
Tag 2 Übernahme Auto, Otjibamba Lodge (Zimmer)
Tag 3 + 4 Okaukuejo Campsite
Tag 5 + 6 Halali Campsite
Tag 7 Bambatsi Campsite
Tag 8 + 9 Xaragu Campsite
Tag 10 Brandberg White Lady Lodge Campsite
Tag 11/12/13 Swakopmund, Villa Wiese (Zimmer)
Tag 14 Rooiklip (beim Gamsbergpass) Campsite
Tag 15/16/17 Namib Desert Lodge, relativ nahe bei Sesriem (Zimmer)
Tag 18 + 19 Namtib Biosphäre Reservat Campsite
Tag 20 Mesosaurus Campsite, Nähe Keetmanshoop
Tag 21 Terra Rouge Campsite
Tag 22 + 23 Kgalagadi Transfrontier Park
Tag 24 + 25 Anib Desert Lodge, Nähe Mariental (Zimmer)
Tag 26 Autoabgabe, Ondekaremba (Zimmer)
Tag 27 Abends Heimflug

Für uns hat das gut gepasst, weniges würde ich anders machen. So zum Beispiel direkt von Windhoek in den Etosha fahren und den letzten Tag in Windhoek bzw. Ondekaremba musste auch nicht sein.
Ihr müsstet den Süden auslassen und von Sesriem direkt nach Windhoek zurück fahren.
Ganz tolle Campsites fand ich Rooiklip und Bambatsi.
Wir hatten eine ganz klare Aufgabenteilung: Mein Mann und der ältere Sohn waren für Material (Dachzelt und Canopy zusammenpacken) zuständig und der jüngere und ich vor allem für das Kulinarische. Wir hatten zwar immer ein grosses Durcheinander bei unserem Zeugs, aber von Tag zu Tag lief es besser. Wenn du mal weisst, welcher Stuhl im Canopy wo dazwischen gepackt wird, was im Kühler drin ist und was in welcher Kartonschachtel...
http://www.TickerFactory.com/
Themenstarter4 Beiträge · seit 201406. Feb. 2014 · #9
Liebe Namibia-Experten,

vielen Dank für die Antworten, Ihr habt mich überzeugt.
Der Süden ist also gestrichen. Da Bagatelle ja schon gebucht ist, stellt sich nun die Frage nach der Route von dort nach Sesriem. Wenn die Ergebnisse meiner Recherche im Forum stimmen, ist die Strecke über Mariental und Maltahöhe nicht so interessant. Würdet Ihr sie trotzdem nehmen, einfach weil es der direkte Weg ist, oder den (schöneren) nördlichen Umweg über den Spreetshoogte Pass (mit Zwischenübernachtung) in Kauf nehmen?

Viele Grüße
Geronimo