WEwelle4134Themenstarter6 Beiträge · seit 201404. Jan. 2014 · #1wir, 2 Ehepaare Mitte 60, möchten eine Selbstfahrer-Tour durch Namibia machen. Dauer ca. 2-3 Wochen! Meine Frau und ich waren 2010 schon einmal dort und haben Namibia inlkusive des südlichen Teils (Fish-River-Canon, Aus, Lüderitz) bereits befahren.
Jetzt möchten wir einem befreundeten Ehepaar noch einmal Namibia zeigen und denken dabei aber nur an die klassische Tour wie:
Windhoek
Sossusvlei
Swakopmund
Damaraland/Erongo-Gebirge (Frage: kann man beides verbinden?)
Etosha
Windhoek
Weiterflug nach Kapstadt, um dort noch 4-5 Tage zu bleiben
Jetzt meine Fragen dazu:
- ist die Jahreszeit günstig, um viele Tiere im Etosha zu sehen; ich war einmal Anfang April da und hatte eigentlich Pech? Ein andere Monat (da wir alle Renter sind) ist auch möglich!
- ist 4x4 erforderlich?
- die Tagesetappen sollten nicht deutlich über 300 Km liegen. Als ich 2010 dort war, waren einige Etappen schon etwas zu lang (z.B. Aus -> Fish-River-Canon, Swakopmund -> Solitaire...)
- wie sieht es Richtung Damaraland und/oder Erongo-Gebirge mit den Entfernungen aus?
Für Antworten und Ratschläge und auch Lodge-Tipps wäre ich sehr dankbar!
Grüße
Welle4134
Günter Franz915 Beiträge · seit 201004. Jan. 2014 · #2Hallo Welle,
willkommen im Forum.
Ich will mal versuchen auf Deine Fragen einzugehen:
" ist die Jahreszeit günstig, um viele Tiere im Etosha zu sehen; ich war einmal Anfang April da und hatte eigentlich Pech? Ein andere Monat (da wir alle Renter sind) ist auch möglich!"
Wann wollt Ihr denn fahren, oder habe ich das überlesen !?
Egal, die Jahreszeit spielt nach meinen Erfahrungen hinsichtlich Tierbeobachtungen nicht wirklich eine Rolle. Du kannst soundso immer Erfolge oder Misserfolge mit den Tierbeobachtungen haben. Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Am besten sind die Chancen, wenn Ihr möglichst lange innerhalb Etosha bleibt und die entsprechende Geduld mitbringt.
Wir sind selbst schon im April da gewesen und das war in jd.Hinsicht sehr, sehr schön Auch an Tieren hat es keineswegs gemangelt.
- ist 4x4 erforderlich?
Nein !
- die Tagesetappen sollten nicht deutlich über 300 Km liegen. Als ich 2010 dort war, waren einige Etappen schon etwas zu lang (z.B. Aus -> Fish-River-Canon, Swakopmund -> Solitaire...)
Bei 2-3 Wochen (besser sind natürlich volle 3 W.) sind die Entfernungen bei der geplanten Route kein Problem. Wenn Du Aus und Fish River mit einschließen wolltest, träfe das nur mit Einschränkungen zu.
- wie sieht es Richtung Damaraland und/oder Erongo-Gebirge mit den Entfernungen aus?
Die Entfernungen im Damaraland sind kein Problem.
Von Swakopmund bis Etosha kann ich je 2 Üb.im Erongogebirge (z.B.AiAiba) und Vingerklip (Lodge oder Bambatsi !) empfehlen. Das ist via Uis / Khorixas landschaftlich sehr schön und lässt sich entspannt fahren.
Auf weitere Lodgeempfehlungen verzichte ich in diesem frühen Planungsstadium jetzt mal, da wirst Du sicher noch weiter Anregungen erhalten.
Viel Spass bei der weiteren Planung wünscht
Günter
Burschi4'140 Beiträge · seit 200904. Jan. 2014 · #3Hallo Welle,
erst mal willkommen im Forum. 3 Wochen sollten es sein, dann kann man die klassische Tour entspann´t machen und an den meisten Orten wenigstens zwei Tage bleiben. Länger würde ich z.B. die Etoscha einplanen. Hier wäre der September eine schöne Jahreszeit, weil die Tiere sich in der regel um die Wasserlöcher herum bewegen, weil das das Ende der Trockenzeit ist. Mir persönlich gefällt es im April z.B. auch sehr gut, weil denn Namibia noch recht grün ist. Bei den Tieren muss man dann etwas mehr Geduld aufbringen.
In der Etoscha würde ich auf jeden Fall 2 Nächte in Okaukuejo, 1x in Halali und evtl. 1x in Dolomite bleiben.
Im Damaraland wähle ich z.B. gerne die Damara Mopane Lodge bei Khorixas, von dort erreicht man Twyfelfontein gut, den Petrified Forest und das Damara Living Museum. Im Erongo bietet sich Ameib als Zwischenstation an.
Swakomund sollte mit 3 Tagen eingeplant werden. Dazu an je einem Morgen die Delfin Tour und die Living Desert Tour.
Den Rest könnt ihr dann je nach Interesse verteilen.
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200804. Jan. 2014 · #4Hallo Welle,
Mai ist insgesamt eine gute Jahreszeit. Wenn aber der Regen zu gut war oder zu lange gedauert hat, kann man mit den Tiersichtungen schon etwas Pech haben. Champagner kann Dir ein Lied davon singen - keine Elefanten. Auf der anderen Seite ist es wie Burschi sagt noch nicht ganz so kalt, aber ....... die Tage sind schon relativ kurz und Ihr habt kaum mehr als 10 Stunden Tag.
Die klassische Route ist gut, aber je länger Ihr Zeit habt umso besser. Windhoek. Vor allen Dingen, wenn Ihr nicht so lange Teilstrecken fahren wollt. Jetzt mal konkret zu Euren Ideen:
Windhoek - Sossusvlei. Die Strecke über den Spreetshoogte Pass ist wohl die schönste und auch spektakulärste. Insgesamt sind das schon über 300 km. Deshalb mein Vorschlag, unterhalb vom Spreetshoogte Pass eine Übernachtung in Barchan's Dune Retreat einzuplanen. Schöne große Zimmer, tolle Landschaft, leckeres Essen und Annike und Willem sind supernette Gastgeber.
Dort würde ich entweder 3 Nächte bleiben und am 2. Tag einen Ausflug mit Willem ins Sossusvlei machen. Kostet zwar, aber es ist entspannter und er zeigt Euch alles, was man gesehen haben muss. Wenn Ihr selbst ins Vlei fahren wollt, würde ich allerdings nur eine Nacht dort bleiben und am 2. und 3. Tag im Desert Camp schlafen (wenn Ihr da jetzt noch etwas bekommt!). Wenn das schon ausgebucht ist, dann bieten sich - je nach Portemonnaie - die Sossusvlei Lodge oder die Namib Desert Lodge an. Beide kann ich nur empfehlen.
Vom Sossusvlei nach Swakopmund sind es rund 340 km und da gibt es nur eine Möglichkeit für eine Zwischenübernachtung - das Rostock Ritz. Die Zimmer sind nicht das Non-Plus-Ultra, aber die Lage ist wirklich schön und es liegt etwa auf der Hälfte der Strecke.
In Swakopmund plant mal 3 Nächte ein. Dann könnt Ihr in Ruhe die meistgebuchten Touren (Delfin- und Little Five Tour - jeweils am Vormittag) machen und nachmittags noch die Stadt und deren Sehenswürdigkeiten ansehen. Kristall Galerie - m. E. ein Muss, Aquarium, Museum und Schlangenpark sind lohnenswerte Ziele, für die man jeweils max. eine Stunde Zeit benötigt.
Damaraland/Erongo-Gebirge (Frage: kann man beides verbinden?)
Von Swakopmund könnt Ihr entweder über Usakos und Karibib nach Omaruru bzw. in die Gegend dort fahren. Es gibt dort viele Lodgen wie z. B. Ai Aiba, Erongo Wilderness, Ameib, Hohenstein Lodge und mehr. Ihr könnt aber auch auf eine Farm wie z. B. Otjikoto, Erindi oder Immenhof fahren. Erongo - egal wo - lohnt aber nur, wenn Ihr dort mindestens zwei Nächte bleibt.
Von Omaruru könnt Ihr rüber nach Uis und weiter über die D 2612 nach Twyfelfontein fahren. Das sind knapp unter 300 km, die landschaftlich wirklich sehr schön sind. Wenn Euch das zu lange ist, dann machte eine Pause in Uis und schlaft im White Lady Bed & Breakfast oder fahrt zur Brandberg White Lady Lodge direkt am Brandberg. Dort könnt Ihr dann auch einmal Namibias berühmteste Felszeichnung, die White Lady, besuchen. Dauert hin und zurück etwa 2 - 3 Stunden gemütlicher Fußweg.
Wenn Ihr nach Twyfelfontein durchfahrt und in der dortigen Lodge übernachtet, dann würde ich die Felszeichnungen morgens besuchen. Da sind noch wenige Menschen da und es ist auch noch nicht so warm/heiß. Lauft den Kudu Dancing Trail, der ist schöner, aber hat weniger Gravuren. Dafür sind dann auch nicht so viele Leute da. Am Nachmittag vorher würde ich vielleicht das Damara Living Museum besuchen, an dem Ihr direkt vorbeifahrt.
Von Twyfelfontein würde ich dann nach dem Besuch der Gravuren in Richtung Khorixas fahren und bei Blouwkrans den Versteinerten Wald besuchen. Dann geht es weiter über Khorixas (ab da wieder Teer) nach Outjo. Dort Kaffee/Lunch und - falls Bedarf besteht - ins Internet gehen. Es gibt dort zwei I-Cafés.
Übernachten würde ich auf der Matunda Guest Farm 5 km außerhalb von Outjo.
Am nächsten Tag dann weiter zur Etoscha. Von der Matunda aus sind es etwa 70/80 km bis zum Anderson Gate bzw. rund 100 km bis Okaukuejo. Da würde ich zwei Nächte bleiben, dann mindestens eine Nacht in Halali (jeweils die Familienchalets buchen mit zwei getrennten Schlafzimmern, in Halali allderdings nur ein Bad und ein WC). Die letzte Station in der Etoscha wäre für mich Mokuti oder Onguma Busch Camp, wo ich auch zwei Nächte bleiben würde.
Auf dem Weg nach Windhoek würde ich noch ein oder zwei Nächte auf der Okonjima einschieben und die letzte Nacht in Windhoek ist bei mir immer für die Heinitzburg reserviert.
So, ich wünsche Euch viel Spaß bei der weiteren Planung. Die sollte nicht mehr zu lange dauern, damit Ihr keine Enttäuschungen bei Euren Wunschquartieren erlebt.
Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
WEwelle4134Themenstarter6 Beiträge · seit 201404. Jan. 2014 · #5Hallo Gerd,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Wäre auf der Strecke Windhoek -> Sossusvlei, nicht weit hinter Windhoek, ein interessanter Aufenthalt (1-2 Nächte) möglich?
Da wir vermutlich früh morgens in Windhoek von Frankfurt kommend landen und wir dann nicht direkt in Windhoek den ersten Tag verbringen wollen, wäre eine Strecke von ca. 100 - 150 km Richtung Süden ganz angenehm. Den Mietwagen würden wir ja direkt am Flughafen empfangen.
Ich hatte zuerst an die Red Dune Lodge gedacht, aber wir möchten schon den Spreetshoogte Pass fahren.
Für Windhoek würden wir dann am Ende der Reise mit 1-2 Übernachtungen planen.
Gruß
Welle4134
Günter Franz915 Beiträge · seit 201004. Jan. 2014 · #6.....da wären Ababis oder Namib Naukluft Lodge eine gute Wahl !!
Windhoek - Sossusvlei kannst Du aber auch problemlos an einem Tag fahren. Üb.dort z.B.die gleichnamige Lodge direkt am Parkeingang oder das dazugehörige Desert Camp mit hevorragendem Preis/Leistungsverhältnis. Eine Beschreibung von letzterem findest Du in meinem Reisebericht (unten).
Günter
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200804. Jan. 2014 · #7Halle Welle,
Ihr könnt entweder direkt hinter Windhoek (ca. 20 km) auf Gocheganas übernachten. Wenn Ihr das Auto schon am Flughafen übernehmt, braucht Ihr gar nicht nach Windhoek rein, sondern fahrt auf halbem Weg zwischen Flughafen und Windhoek auf die C 23 und dann auf die D 1463 oder Ihr fahrt durch Windhoek durch auf die B 1 und dann nach ein paar km von der B 1 auf die D 1463.
Alternativ dazu könnt Ihr auch bis zum Lake Oanob fahren und dort eines der Selbstversorger Chalets mit 2 Schlafzimmern nehmen. Voll eingerichtete Küche und toller Grillplatz vor der Tür und Blick auf den See. Dann müsst Ihr aber vorher in Windhoek einkaufen, denn das Restaurant von Lake Oanob verdient noch nicht einmal eine Erwähnung in einem Restaurantführer.
Vom Lake Oanob aus fahrt Ihr dann zurück auf die B 1 und gleich danach geht es rechts auf die C 24.
Wenn Ihr dort übernachtet, dann ist es auch kein Problem, bis nach Sesriem weiterzufahren. Wäre zwar schade wegen Barchan's, aber es spart auf jeden Fall einen Tag,
Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
WEwelle4134Themenstarter6 Beiträge · seit 201406. Jan. 2014 · #8Hallo Gerd,
ich habe jetzt unsere Planung für Mai 2014 konkretisiert. Die Tour sieht nun wie folgt aus:
an Windhoek morgens
1N Oanab Dam
2N Namib Desert Lodge
3N Swakopmund Corner Stone Guesthouse oder ähnlich...
2 N Ai Aiba Lodge
2 N Vinger Klip Lodge
1 N Dolomiti Camp Etosha
1 N Okaukuejo, Etosha
1 N Onguma Bush Camp, Etosha
1 N Okonjima, Otjiwarongo
1 N Windhoek, Heinitzburg
Was meinst Du dazu? Ist das im Etosha so ok? Falls Okaukuejo ausgebucht ist, könnte man dann auch Halali planen, oder? Kann man auch Oanab weglassen u. gleich bis zur Namib Desert Lodge durchfahren. Ich meine wegen Flugstress erster Tag und so?
Grüße
Welle
WEwelle4134Themenstarter6 Beiträge · seit 201406. Jan. 2014 · #9Hallo Gerd,
Ich glaube, ich habe einmal zu früh auf den Absenden-Knopf gedrückt. Zum Etosha hatte ich nämlich noch etwas angefügt.
Grüße
Welle
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200806. Jan. 2014 · #10Hallo Welle,
es geht alles - nur mit jedem km mehr wird das Übermüdungsrisiko höher. Trotz toller Landschaft wird sich der Flug irgendwann bemerkbar machen. Und wenn Ihr dann auf dem Spreetshoogte Schlangenlinien fahrt, weil der Fahrer gerade mal im Sekundenschlaft ist, ......... Ich kenne Euch 4 ja nicht. Zeitlich ist das kein Problem. Aber das bedeutet, dass auch die Beifahrer sich extrem konzentrieren müssen und den Fahrer wach und bei guter Laune halten müssen. Das müsst Ihr entscheiden. Ich hätte das vor zwanzig Jahren gemacht - heute nicht mehr.
Was sehr schade ist, dass Ihr in den letzten Tagen jeweils nur eine Nacht in den Unterkünften habt. Okonjima würde ich auf jeden Fall sausen lassen, weil sich das für eine Nacht nicht lohnt. Die würde ich dann in Okaukuejo anhängen oder - falls da besetzt ist - in Halali. Auch in Ai Aiba würde ich eine Nacht streichen. Ihr kommt relativ früh an - von Swakop fahrt Ihr etwa zwei Stunden - habt den ganzen Tagesrest und könnt dann am nächsten Morgen zur Vingerklip fahren. Diese Nacht würde ich bei Onguma anhängen.
So, das war es - denn langsam müsst Ihr mal buchen. Sonst gibt es überhaupt keine Betten mehr oder nur noch solche, die Ihr nicht wollt.
Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd