NONOGRILA1'794 Beiträge · seit 201312. Dez. 2013 · #21
Hallo Gypsy, bin auch dabei!
Wie heißt denn die GF kurz hinter Usakos wo ihr rast gemacht habt?
LG NOGRILA
GypsyThemenstarter122 Beiträge · seit 201312. Dez. 2013 · #22
Hallo Nogrila
Schön das du auch dabei bist. Ich muss dich aber leider enttäuschen, ich weiss den Namen nicht mehr und habe auch gar nicht darauf geachtet. Sorry 😊 War ungefähr 2km hinter Usakos auf der recdhten Strassenseite wenn du Richtung Swakop fährst. Bin mir im nachhinein nicht einmal sicher ob es eine GF war oder nur ein Restaurant. Niedriges Gebäude, stufenförmige Terrasse, grosses Areal, sehr urig mit Holzbänken. Sehr nette Wirtin. Habe leider gar keine Fotos gemacht da ich den Fotoapparat im Wagen vergessen hatte. Mir war zu warm, ich war zu müde und sicher auch zu faul um wieder zum Parking zu laufen um ihn zu holen.
Nächstes mal passe ich besser auf 🙂 Versprochen
Champagner8'672 Beiträge · seit 201012. Dez. 2013 · #23
Gypsy schrieb:Hallo Bele
Du bist ja wirklich eine Frühaufsteherin, oder wie unsere Jungs sagen würden, du stehst ja mitten in der Nacht auf. Musst du noch Hefte verbessern? So kurz vor den Winterferien hast du sicher noch einmal viel zu tun bevor du schon wieder 😎 Ferien hast.
Danke für deinen tollen Tip, ich glaube das sogar ich das hinbekomme. Danke auch fürs Mitfahren und einen schönen Tag
Gypsi
Hallo Gypsy,
hatte Frühbetreuung.... d.h. ich muss hier gegen halb sieben los - und da ich es gerne gemütlich habe morgens, stehe ich lieber früher auf.... Muss dann eben früh abends ins Bett - aber ist ja zum Glück nicht jeden Tag so (nur jeden zweiten....).
Hab eben schon gesehen, dass wohl alles geklappt hat mit den Fotos (Topobär hat dir ja auch noch den entscheidenden Tipp gegeben - hatte ich im Eifer des Gefechts nicht drangedacht).
Jetzt mach ich es mir nach 9 Stunden Schule und Christbaumkaufen gemütlich und les mal deinen Bericht weiter!
Bele hat nicht schon wieder Ferien, wo denkst du hin, sondern nur unterichtsfreie Zeit
Gruß Georg
😛 Noch hab ich gar nichts.... Außer jede Menge "Adventsgedöns" !!! Und ich würd mir gern meine Ferien auch mal zu einem anderen Zeitpunkt nehmen, dann gerne auch etwas kürzer - wäre nämlich viel billiger was Flüge betrifft und wettertechnisch auch viel besser !!! Jaja, alles hat seine Vor- und Nachteile! Und wer will, kann gerne vorbeikommen und mit Erstklässlern Engel basteln 🤪 - da kommt echte und vorallem besinnliche Weihnachtsstimmung auf 🤩 !!
GypsyThemenstarter122 Beiträge · seit 201313. Dez. 2013 · #25
Hallo Georg Hallo Bele
Wie ich diese Diskussionen kenne. 🙂 Meine Schwiegertochter in Spe versucht auch der Jugend etwas beizubringen. Engelbasteln mit Erstklässlern braucht sie nicht, sie hat es mehr mit den aufmüpfigen Teenagern. Aber über ihre " unterichtsfreie" Zeit wird auch immer gelästert. Du siehst Bele du hast mein vollstes Verständnis.
Aber jetzt weiter mit dem Bericht
Nach einem üppigen Frühstück bei dem Sam uns noch Gesellschaft leistet machen wir uns auf den Weg. Ich kann es gar nicht erwarten in die Namibwüste zu kommen. Deshalb machen wir auch keine Pause in der Walvis Bay sondern fahren gleich auf das Gebirge zu. Der Kuisebpass fährt sich sehr gut und die Ausblicke sind immer wieder fantastisch so das wir viele Stops einlegen.
Eine Wanderung machen wir dann bei der Brücke am Gaubpass durch das Flussbett. Nasse Füsse bekommen wir dabei nicht und das letzte Wasser ist auch sicher schon länger her denn im Bett wachsen Bäume und Büsche. Die Steine die hier rumliegen glänzen als wären sie aus purem Silber. Einen kleinen nehme ich mir mit.
Natürlich machen wir auch den obligatorischen Stop in Solitair, obwohl wir fast an dem kleinen Ort mit ganzen vier Häusern vorbeigefahren wären
Ich muss mich noch an die Grössenverhältnisse in diesem Land gewöhnen. Viel, viel Natur und nur kleine Siedlungen dazwischen. Das ist toll. Der Apfelstrudel ist gut aber es gibt bessere. Ist alles leider sehr auf Massentourismus ausgerichtet. Ich mag nicht von Styroportellern 😵 essen und Plastikgabeln sind auch nicht mein Ding 😵 .
Aber der erste Rock Shanty schmeckt sehr gut. Das Rezept kann man sich merken. 🤪
Weiter zu unserer nächsten Übernachtungsadresse, der Büllsport Guestfarm. Kurz nach 3 kommen wir schon an. Von der Strasse aus gesehen ist mein erster Eindruck nicht so super, aber auf den zweiten überzeugen die Zimmer, die Pferde und die netten Besitzer vollkommen. Einchecken und dann Pause am Pool. Das muss sein, endlich in der Sonne sitzen und nur geniessen. Das Wasser ist allerdings saukalt, brrrrrrrrrrrrr.
Als wir wieder zurück zu unserem Bungalow gehen kommt plötzlich Nervosität auf, schreiend läuft ein Arbeiter auf das Farmhaus zu, dann rennt alles durcheinander und der Farmer kommt mit dem Gewehr in der Hand angelaufen. 🙄
Wir hören Schüsse. Was ist los? Werden wir angegriffen? So etwas sind wir wirklich nicht gewohnt. Wir kommen ja aus Luxemburg und nicht aus dem Wilden Westen. 😮
Später erfahren wir das der Hund einen Baboon angegriffen hat, aber der war doppelt so gross wie der Hund und hat zugebissen. Er wollte dann mit dem Hund, den er nicht mehr losgelassen hat, im Gebüsch verschwinden. Deshalb mussten sie den Affen erschiessen um den Hund zu retten. Der musste genäht werden denn die Zähne von diesen Baboons sind nicht gerade klein.
Nach der erlebnisreichen Pause machen wir uns auf und wandern noch den Kudu Trail der nicht allzu lang ist uns aber erste Eindrücke über die Gegend und die Farm gibt. Ausserdem ist so ein Spaziergang gut um den Adrenalinspiegel wieder zu senken. 🙂
Viele Antilopen sehen wir unterwegs und sehr schöne Vögel. Glücklicherweise keine grossen Baboons. 😄 Die Pferde auf der Weide und in den Ställen sehen sehr gepflegt aus. Die Rinder sind allerdings sehr dünn. Kurz vor Dunkelheit sind wir wieder in unserem Bungalow, duschen und gehen zum Abendessen. Sehr gut und reichlich. Ausser uns sind noch Südafrikaner und Schweizergäste dort. So wird die Unterhaltung auf Deutsch, Afrikaans und Französich geführt. Da ist für jeden etwas dabei. Es ist toll das die Farmbetreiber mit den Gästen zusammen am Tisch sitzen, so erfährt man viel über die Farm. Leider hat es schon lange nicht mehr geregnet und Futter für das Vieh ist nur noch sehr spärlich vorhanden. Deshalb sind die Tiere auch so dünn. Wahrscheinlich muss der Farmer notschlachten sonst verhungern seine Tiere. Beifüttern geht auch nicht, weil, erstens nicht Futter genug da ist, nicht einmal kaufen kann man noch welches und zweitens die Weiden so weit auseinander liegen das man gar nicht überall hinkommt. Da es allerdings vielen Farmern genauso geht ist der Preis für Schlachtvieh drastisch gesunken und er bekommt nur einen Teil des Geldes das er ansonsten für sein Fleisch bekommt. Sehr ungerecht aber so ist halt das Leben. Hier würden sie sich über Regen mehr als nur freuen. Ich habe fast ein schlechtes Gewissen weil ich die Sonne so geniesse, aber nur fast. 😊 😊
Lotusblume1'933 Beiträge · seit 200913. Dez. 2013 · #27
Hallo Gypsi, es ist nichts ungewöhnliches, dass auf Büllsport rum geballert wird. 1996 waren wir während unserer Namibiareise auf Büllsport 2 Nächte zu Gast (seinerzeit gab es fast nur Gästefarmen zum Übernachten). Die beiden Jungs der Familie Sauber (damals ca. 10 Jahre alt) schossen vergnügt mit ihren Luftgewehren den Affen hinterher. Herr Sauber hat dies ausdrücklich befürwortet, Kinder zeitig den Umgang mit der Waffe beizubringen um die Affen zu jagen. (Ich weiß, dass sie zur Plage werden können!) So was vor Gästen muss aber nun wirklich nicht sein. 😈
Dieses Jahr waren wir nur ganz kurz auf Büllsport, weil wir dachten die Tankstelle wäre noch vorhanden. Frau Sauber faltete gerade einen Angestellten lautstark zusammen – ihre Tonart hat mit schon seinerzeit nicht gepasst.
Meiner Meinung nach eine Gästefarm, um vorbeizufahren.
tiggi1'557 Beiträge · seit 201113. Dez. 2013 · #28
Hallo Gypsi, natürlich ist Bele wieder als eine der ersten Mitreisenden dabei und da dachte ich mir, als Kollegin nehme ich auch Platz. Dann bekommt Bele mit ihrem "Engelgedöns" noch moralischen Beistand. Also, bitte zusammenrücken. 🤩
Bisher war dein Bericht sehr vielversprechend und gar nicht langweilig. Wer sich hier herumtummelt, muss das ertragen . 🤪 😄 Mach bitte nur weiter so. Euer Auto sieht übrigens gut aus. Wir hatten 2012 einen Wagen von African Tracks und stellten fest, es gibt Besseres! 😈
Strelitzie2'844 Beiträge · seit 201113. Dez. 2013 · #29
Hallo Gypsi,
bin eben schnell hinterher gehechelt - geht ja hier bei dem Wetter gut 😉 - und habe schallend lachen müssen: "Dann suchen wir die uralte Ochsenkarrenspur, die man angeblich hier im Wüstenboden noch sehen kann." Herrlich, es ging uns genau so! Und heute ist die "Ochsenkarrenspur" bei uns das Synonym für fulminante Attraktionsankündigungen! 😄
Ich danke jedenfalls auch für den Bericht und freue mich auf die Weiterfahrt.
GypsyThemenstarter122 Beiträge · seit 201314. Dez. 2013 · #31
Hallo Fleur Kein problem, wir haben noch ne menge Platz. Allerdings müsst ihr nach hinten denn vorne fahren ja denmächst noch unsere Söhne mit 🙂
@Tiggi, danke für deine Unterstüzung ,und um es vorweg zu nehmen: Unser Wagen war wirklich toll. Hat uns kein einziges mal im Stich gelassen und wir hatten keinen einzigen Platten 😛
@Strelitzie Bei uns ist die "Suche nach der Ochsenkarrenspur" auch zum geflügelten Wort avanciert 🤪
@Lotusblume Eigentlich fand ich Büllsport nicht schlecht. Zwar fand ich das der Hausherr ein ziemliches Alphatier ist, aber die Lage und die Wanderwege sind toll.
@Lil Danke, immerhin wäre ohne dein Zureden der Bericht gar nicht entstanden
Morgen geht's weiter, grosses Indianerehrenwort
Sabine261'394 Beiträge · seit 200914. Dez. 2013 · #32
Hallo Gypsy,
ich glaube, ich hätte auf Büllsport einen großen Schrecken bekommen 🤩 ... die "Ochsenkarrenspur"- Bezeichnung muss ich mir auch unbedingt merken.
Viele Grüße Sabine
Biologe1'162 Beiträge · seit 201214. Dez. 2013 · #33
Hallo Gypsy,
wir waren im Juni 2012 auf der Gästefarm BüllsPort . Sah bei der Anfahrt eher wie ein Schrottplatz aus, aber dann entpuppte sich die ganze Sache doch als recht nette Anlage. Das Zimmer war völlig in Ordnung und zudem geräumig und heizbar! Mitten im Winter auch wichtig. Das Essen war nicht berauschend, aber wir wurden satt und bekamen auch keine Magen-Darm-Verstimmung. Der Gamedrive war toll! Viele, viele Tiere gesehen. Und ganz prima fand ich, dass man dort ganz wunderbare Wanderwege laufen kann. Die Landschaft ist sehenswert. Aber das ist ganz Namibia. Mal mehr, mal weniger. Der Bullenkopf bei BüllsPort ist beeindruckend. Ich war (fast) oben. Habe jedenfalls die Höhle erreicht. Alleine wegen der Möglichkeit, sich mal auslaufen zu können, würde ich BüllsPort wieder ins Programm nehmen. Wir haben die Ochsenkarrenspuren 2010 gefunden, allerdings nur mit einem guten Führer. Na ja, ist eine historische Erfahrung. Für einen Biologen aber doch beeindruckend, wenn man sich klar macht, wie langsam die Natur Spuren verwischt.
Beste Grüße, und weiter so mit dem schönen Bericht B.
PS: Einer der Söhne dieser Farm ist kurz nach unserem Besuch mit dem Auto tödlich verunglückt.
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
GypsyThemenstarter122 Beiträge · seit 201314. Dez. 2013 · #34
@Biologe
Den gleichen Eindruck hatten wir auch von Büllsport. Von der Strasse gesehen waren wir erst mal alles andere als erfreut. Das Wort Schrottplatz ist damals auch gefallen, nur wollte ich es nicnt so in den Bericht schreiben da ja im Nachhinein die Zimmer wirklich ganz in Ordnung waren. Allerdings wäre es kein riesiger Aufwand die Einfahrt etwas, sagen wir mal "Gästefreundlicher" zu gestalten. Aufräumen und das Schild erneuern würde schon was ausmachen. Aber die haben sicher andere Sorgen.
@Sabine Etwas erschrocken waren wir schon, obwohl wir beide Menschen sind die man nicht so leicht aus der Ruhe bringt. Immerhin haben wir zwei Söhne grossgezogen und hatten viel Zeit uns im Ruhe bewahren zu üben 😗 😗
10/04 Mittwoch
Wir frühstücken schon um sieben denn wir haben die Köcherbaumschlucht Wanderung gebucht. Die beginnt mit einer fast 2 stündigen Fahrt im offenen Wagen über das Farmgelände das sehr gross ist. Wir sind froh das wir unsere Fleecejacken dabei haben denn es ist doch empfindlich kalt um diese Tageszeit. Hätte nicht gedacht das es in Afrika so S....kalt sein kann.
Unser Fahrer David hat Adleraugen, er sieht Tiere wo wir nur Steine und Felsen sehen. Er reicht uns das Fernglas und dann sehen auch wir die Kudus und Orixe in der Ferne. Wer weiss, vieleicht fährt er ja auch nur über Sensoren und dann werden die Atrappen hochgeklappt. 😛
Aber ich sehe dann unser erstes Erdmännchen, es sitzt am Weg und schaut ganz vorwitzig in die Gegend. Sieht süss aus. War aber weg bevor ich den Fotoapparat in Stellung bringen konnte. Eine Hand brauchte ich um die Decke festzuhalten und dann noch eine um mich selbst festzuhalten. Jeder ist sich selbst der Nächste. Da hat dann die Hand für den Fotoapparat leider gefehlt. 😵
Am Einstieg in die Schlucht steigen wir aus und David erklärt uns noch den Weg. Wir machen aus das er uns nach vier Stunden am Ende der Schlucht wieder abholt. Dann marschieren wir los. Die Landschaft ändert sich mit jeder Kurve durch die wir gehen. Es ist wunderschön hier und der Weg runter in die Schlucht läuft sich sehr angenehm. Danach ist kraxeln angesagt, das ist zwar anstrengend macht aber Spass.
Wasserbecken mit sehr klarem Wasser laden zum Ausruhen und Abkühlen ein denn in der Zwischenzeit ist es sehr warm geworden. Wir haben schon etwas mehr als nur die Fleecejacken ausgezogen. (Nein davon gibt es kein Foto 😊 )
Aber es gibt viele Bäume und Sträucher die genügend Schatten spenden. Und wir haben Zeit. Ein grosser flacher Stein verlockt zu einer wirklich tollen Mittagspause mit Picknick ganz nah am Wasser, sogar im Wasser, wir sind schliesslich allein auf weiter Flur. Wir fühlen uns wie die ersten Menschen.
Nach dieser Abkühlung und Stärkung machen wir uns weiter auf dem Weg raus aus der Schlucht. Der Weg ist wirklich sehr gut gekennzeichnet. Ich bedauere allerdings den armen Kerl der mit dem Farbeimer bewaffnet hier durchlaufen musste um den Weg zu markieren. 😣
Anfänglich fand ich die Tour ziemlich teuer aber wenn man überlegt wieviel Arbeit in der Instandhaltung dieses Weges liegt dann relativiert sich das Ganze. Teilweise sind sogar betonierte Stufen in den Felsen gebaut bei besonders schwierigen oder gefährlichen Passagen, auch muss der Fahrweg durch das Gelände immer wieder ausgebessert werden.
Der Weg ist gesäumt mit Köcherbäumen und ich muss gestehen ich liebe diese Bäume. Irgendwie stellen sie für mich die Exotik Afrikas dar. Die Kraft und den Willen allen Wiedrigkeiten zum Trotz zu überleben.
Am Ende der Schlucht wartet David bereits auf uns und auf einem relativ kurzem Weg geht es zurück zur Farm. Dort geniessen wir noch die Sonne, den Pool und den blauen Himmel.
Das Abendessen ist wieder gut. Der Sohn des Hauses ist heute Abend nicht dabei. Er musste mit dem Hund zum Vieharzt, vorsichtshalber, wie uns die Farmerin erklärt. Da Affen nicht unbedingt die saubersten Tiere sind und aus Angst vor einer Vergiftung wollen sie lieber auf Nummer sicher gehen und das Tier von einem Doktor untersuchen lassen.
Dafür muss man allerdings nach Windhoek und das ist nicht gleich um die Ecke. Noch einige Einkäufe erledigen und dann wieder zurückfahren ist etwas viel an einem Tag und deshalb bleibt der Junior über Nacht in der Stadt. Kann mir gut vorstellen das er die Gelegenheit nutzt um ein wenig mit seinen Freunden abzuhängen denn so oft hat er ja keine Gelegenheit dazu. 😛 (Ich würd's tun) 😛
Anscheinend gibt er den Hund mit einem Zettel um den Hals, auf dem der Hergang und die Behandlung vermerkt sind, beim Veterinär ab und nimmt ihn am nächsten Tag wieder mit nach Hause. Dann sind wir allerdings schon weg und hoffen das der tapfere (dumme) Kerl wieder ganz gesund wird.
GypsyThemenstarter122 Beiträge · seit 201314. Dez. 2013 · #36
Danke Lil
Es war wirklich eine sehr schöne Gegend. Anfangs sah man nur Steine und Geröll aber je tiefer wir in die Schlucht runter sind umso grüner wurde es. Eine tolle Abwechslung zu der ansonsten eher ariden Gegend.
Und noch ein Tag
11/04 Donnertag
Nach zwei Stunden Fahrt sind wir bereits am Sesriemcanyon. Unsere Permits hatten wir ja schon in Swakopmund besorgt. Nach einer strengen Kontrolle derselben dürfen wir in den Nationalpark reinfahren. Es ist nur eine kurze Strecke bis zum Parkplatz an dem man in den Sesriemcanyon einsteigen kann. Der Name der Schlucht gründet auf der Tatsache , dass früher sechs Riemen eines Ochsenwagengespannes aneinander geknotet notwendig waren, um einen Kübel Wasser aus der Schlucht hoch zu holen. Eine verdammt anstregende Arbeit. 🤨
Zur Zeit ist er staubtrocken so das wir dadurch wandern können. Am Anfang sind die Wände sehr eng, nur bis zu 2 Meter breit ist der Weg aber je weiter man läuft umso breiter wird der Canyon und zum Schluss wird er zu einem breiten Tal das ins Sandmeer hineinführt.
Fast zwei Stunden wandern wir durch diese Geröllwüste, vereinzelt sind sogar Pflanzen zu sehen und so was ähnliches wie Büsche und kleine Bäume. Natürlich muss mein Göttergatte in den Felsen rumklettern und ein wenig Unfug treiben. 😄 Er spielt Herkules und versucht die riesigen Felsblöcke zu bewegen. Danach versteckt er sich hinter den Felsen. Das Kind im Manne halt, nur das es bei ihm ein ganzer Kindergarten ist. Hat er ein Glück das ich Kinder liebe! 😘
Dann checken wir in der Sossus Dune Lodge ein, der einzigen Lodge im Park so das wir noch nach Sonnenuntergang unterwegs sein dürfen. Wir werden am Parkplatz abgeholt und mit dem Jeep bis zur Lodge hochgefahren, obwohl man es zu Fuss in 5 Minuten schafft. Aber mit den Koffern ?? Bei der Hitze ??? 🙄
Die Lodge besteht aus vielen runden Bungalows die man nur über Holzstege erreichen kann. Unser Bungalow ist einer der Letzten in der Reihe so das wir ein ganzes Stück laufen müssen. Hat aber den Vorteil das nicht mehr allzuviele Menschen mit ihren Koffern an unserem Haus vorbei müssen, denn die Rollen machen schon ziemlichen Krach auf den Holzstegen. Das rattert ganz schön und ist vor allem morgens um fünf mehr als lästig. 😠 😠
Der Bungalow selbst sieht sehr gut aus, grosse Panoramafenster und Terrasse mit herrlichem Blick in die Naukluft. Links schroffe Berge und rechts rote Dünen. Dazwischen eine weite Ebene mit nur sehr wenig Vegetation.Einige Springböcke tummeln sich am Wasserloch. Sieht gut aus und trotzdem fehlt mir etwas. Ich vermisse die Farbe grün. Die gibt es hier gar nicht. Blumen? Fehlanzeige. Aber bei ganzen 10mm Regen im Jahr ist das wohl zu viel verlangt.
Nach einer kurzen Rast fahren wir dann sofort ins Sossusvlei. Bei Dune 45 machen wir halt und geniessen es die einzigen zu sein die hier hochwandern. Allerdings nicht bis auf den Dünenkamm denn wir wollen ja noch zu Big Daddy und da dürfen wir uns nicht jetzt schon verausgaben. Da sich bei meinem Göttergatten langsam aber sicher Magenknurren bemerkbar macht packen wir Obst und Kuchen aus und picknicken unter einem der seltenen Bäume. Die Kuchenkrümel holen sich zwei süsse Wüstenmäuse so schnell das wir es fast nicht mitbekommen. 🙂
Weiterfahrt bis zum Parkplatz. Ab hier geht es nur noch im 4x4 weiter. Da müssen wir ja jetzt Luft rauslassen. Da wir keinen Luftdruckmesser im Wagen haben helfen uns drei nette Mädels aus der Schweiz und leihen uns ihr Gerät. Dabei stellen wir fest das unsere Reifen nicht die vorgeschriebenen 2 Bar sondern ganze 3 Bar Druck haben. Also lassen wir erst mal Luft ab und entscheiden uns mit 2Bar Druck die Sandpiste anzugehen.
Der Adrenalinspiegel steigt, 😕 die Nervosität meldet sich 😕 aber es geht sehr gut, manchmal kommt man sich vor als schwimme man im Sand aber glücklicherweise immer nur kurz. Stellenweise sind die Rillen sehr tief. Sehr spannend. Trotzdem hoffen wir das wir uns nicht festfahren denn entgegen der Tatsache das hier eigentlich immer viele Menschen unterwegs sind, sind wir die einzigen die hier fahren.
Dann der Aufstieg auf die Düne und hier habe ich mein erstes Wow Erlebnis, 😮 😮 rote Sanddünen wohin man auch schaut. Alle Rotschattierungen sind dabei, Rostrot, Braunrot oder Orangerot. Winzige Sandkörner fliegen durch die Luft, Springböcke und Orixe wandern zwischen den Dünen umher. Diese Ruhe und Einsamkeit ist grossartig. Atemberaubend schön!
Dann wandern wir noch ins Deathvlei eine Art grosse Salzpfanne mit abgestorbenen Bäumen, gerahmt von den roten Dünen. Sehr impressionant. Der Weg, wenn man es denn so nennen kann, geht durch sehr viel losen Sand in den man immer wieder einsinkt. Ganz schön anstrengend und Schweisstreibend. Aber es hat sich gelohnt. 🙂
Nach all der Anstrengung schmeckt das Abendessen in der Lodge gleich doppelt gut. Das Frühstück am nächsten Morgen ist nicht so toll. 🙁 Kaffee sehr schlecht und das Angebot für eine teure Lodge nur mittelmässig oder aber wie mein Göttergatte meint „ sehr verbesserungsfähig“
GypsyThemenstarter122 Beiträge · seit 201314. Dez. 2013 · #37
12/04 Freitag
Erstmal Stop an der Tankstelle, man weiss ja nicht wann die nächste kommt und ob die auch Benzin haben. Das ist hier anscheinend keine Selbstverständlichkeit. In dem kleinen Shop füllen wir unsere Vorräte noch auf. Bei der Hitze trinkt man viel uns so müssen wir wieder etwas für unseren Flüssigkeitshaushalt tun. Wir brauchen Savanna und Windhoek Lager und ..... ach ja, Wasser auch noch. 😄 Etwas zum knabbern kann auch noch mit. 😁
Dann geht es weiter auf die D707 die anscheinend schönste Nebenstrasse Namibias. Und schön ist es wirklich hier zu fahren, auf einer Seite hat man rote Dünen so weit das Auge reicht und auf der anderen Seite normalerweise grüne Wiesen. Grün sind die Wiesen leider nicht mehr, viel zu wenig Regen, aber auch so ist es ein schöner Kontrast. Im Sonnenlicht schimmern die trocknen Gräser wie Silber. Das ganze gekrönt von einem strahlend blauen Himmel. Wirklich schön.
Das allerschönsten aber ist das Gefühl ganz alleine hier unterwegs zu sein. Kein einziges Auto begegnen wir. Irgendwie gibt das mir ein Gefühl der Freiheit. Diese Weite und Einsamkeit. Kein Stress, man fährt so langsam oder aber so schnell wie die Strasse es zulässt. Niemand drängelt. Man bleibt stehen wo, wann und wie lange man will. Niemand stört es das man die gleichen kurzen Hosen schon drei Tage trägt. Ob die Haare frisch gefönt oder nur gewaschen sind. 😗 All die Zwänge die uns die sogenannte Zivilisation aufdrängt, -die wir uns aufdrängen lassen-, gibt es hier nicht. Das ist einfach wunderbar.
Springböcke und Orixe tummeln sich auf und neben der Strasse am Zaun entlang. Obwohl wir langsam fahren bekommen sie es mit der Angst zu tun. Ein Rudel Springböcke flüchtet in voller Panik direkt vor uns auf der Straße. Wir bremsen ab, aber sie rennen weiter bis einer plötzlich einen Rechtsschwenk macht und die anderen ihm folgen. Und das ist fatal, denn dort ist der Zaun und der ist hoch.
In ihrer Aufregung versuchen sie über den Zaun zu springen. Einigen gelingt es mühelos, andere springen nur dagegen und werden von der eigenen Wucht zurückgeworfen wie Bälle die man gegen eine Wand wirft. Sie überschlagen sich. Andere fallen über den Zaun, rappeln sich hoch und rennen gehetzt weiter. Schrecklich. Ein grosses Tier kommt fast rüber bleibt aber mit einem Bein im Zaun hängen. Bewegungslos hängt es fest. Es rührt sich überhaupt nicht. Wir springen aus dem Wagen und laufen barfuss über die Strasse um dem armen Tier, das wie tot in dem Zaun hängt zu helfen. Wir wissen gar nicht wie wir helfen können aber wir müssen etwas tun.
Als der Springbock uns sieht bekommt er es nur noch mehr mit der Angst zu tun, er mobilisiert seine letzten Kräfte. Die Angst setzt Adrenalin frei und das hilft ihm sich zu befreien und wegzulaufen. Es scheint nicht einmal verletzt.
Zitternd und geschockt schauen wir der fliehenden Herde hinterher. Mein Mann erkennt meinen Gemütszustand und nimmt mich wortlos in die Arme. Mir ist zum Heulen. Sind wir schuld? Haben wir mit unserer Fahrt über diese Strasse die Tiere so gestresst? Das Bild der Springböcke die in Panik versuchen über den Zaun zu kommen verfolgt mich noch lange.
Es gibt natürlich keine Fotos von dieser Situation.Ich weiss nicht mehr genau was mir alles durch den Kopf ging, aber der Gedanke ans fotografieren war sicher nicht dabei.
In Klein Aus angekommen verfahren wir uns erstmal da wir ins Dorf hineinfahren. Aber hier ist alles ziemlich klein und übersichtlich so das wir unseren Irrtum schnell bemerken und zurückfahren. An der Rezeption nehmen wir unser Grillpaket das im Vorraus über Internet bestellt war, in Empfang. Wir wollen selber grillen. Dann fahren wir die 7km über Wellblechpiste bis zu unserem Häuschen. Ich bin hin und weg als wir die Anlage erreichen.
Die Chalets sind von den Nachbarchalets ausreichend weit entfernt, so dass man wirklich seine Privatsphäre genießen kann. Der Blick in die untergehende Sonne und in die Weite der „Prärie“ ist unbeschreiblich schön.
Der Fels wurde als Teil des Hauses miteingeplant und das Bett steht mit der Kopfseite dagegen. Die Küche ist winzig, wie eine Puppenstube. Der Tisch mit Liebe und Geschmack gedeckt Ein gelöcherter Baumstamm dient als Weinregal.
Ich sehe mich um. Wo sind die Revolverhelden? Wo die Pferde und die Postkutschen? Ich suche den Mann mit der Mundharmonika. Im Geiste höre ich „Spiel mir das Lied vom Tod“. Unsere Hütte sieht jedenfalls genauso aus wie im Film! Ok, ich sehe nicht aus wie die Claudia Cardinale, aber die ist ja auch älter geworden.. 😎 Dann fällt mir ein, ich habe die CD von Sergio Leone runtergeladen und die spiele ich jetzt. Passt super!
Während mein Göttergatte ein wenig ausruht laufe ich herum und fotografiere die verschiedenen kleinen Häuser. Wild West Romatik pur!
Dann geniessen wir ein Glas gut gekühlten Weisswein zu unserem Tzazikisalat. Der ist so gut, wenn nicht sogar besser als bei jedem Griechen. Weil das Wetter noch immer herrlich ist habe ich den liebevoll gedeckten Tisch kurzerhand auf unserer Terrasse neu aufgebaut.
Danach ist Feuermachen angesagt. Und Grillen, das ist natürlich Männerarbeit. 😉 Frauen.. tja die bereiten ja nur alles vor, machen diverse Salate, decken den Tisch, versorgen die Gäste, erledigen das Aufräumen und den Abwasch usw usw, aber das Grillen, die Hauptarbeit, das ist etwas für richtige Männer. Mit stolzgeschwellter Brust wird das Orixsteak gegrillt. Man könnte meinen er hätte das Tier selbst geschossen, gehäutet und zerlegt. 😗 😗
Ich muss aber zugeben, das Steak zu dem wir dann eine Flasche Rotwein öffnen schmeckt dank meinem Grillmeister wirklich hervorragend.
Anschliessend sitzen wir noch eine Weile draussen und bewundern den Nachthimmel. Wie eine riesige Domkuppel überspannt uns ein großartiger Sternenteppich, wie tausende Diamanten funkeln die Gestirne, wie eine Edelsteinkollektion funkelt die Milchstraße inmitten dieser himmlischen Glitzersteine und wir stellen mal wieder fest, dass das Leben einfach herrlich ist.
Graskop960 Beiträge · seit 201314. Dez. 2013 · #38
Hallo Gypsy, bin mal schnell hinterhergehechelt und jetzt aufgesprungen. Schöne Bilder, schöner Schreibstil, schöner Bericht. 😛 Worüber nochmal hast du dir anfangs Sorgen gemacht?? 😉