Ich bin davon ausgegangen das es sich um die Matratze gehandelt hat die im anderen Zimmer fehlte 😛
Fön hatte ich gar keinen dabei und in unserer VIP Villa gab es sowas auch nicht 😕 Ausserdem haben wir so etwas worüber wir noch immer lachen können und den Junior damit aufziehn.
Nach einem sehr anstrengenden Tag mit sehr anstrengenden Kunden die alle noch Last Minute wegwollten habe ich mir jetzt ein Glas Champagner gegönnt (nervige Kunden sind immer eine gute Ausrede um Champagner zu trinken 😗 ) und versuche noch einen Tag einzustellen.
23/04 Dienstag
On the road again, Richtung Khowarib. Die Landschaft ändert sich alle zehn Kilometer. Die Farbe der Berge wechselt von Gelbbraunen Dünen über dunkle Hügel zu rostroten Bergen und Granitfelsen. Hier ist jede Art von Halbwüste vertreten. Nur Zivilisation gibt es gar nicht. Nirgendwo eine Möglichkeit unsere spärlichen Reserven aufzufüllen. 🙁 Der Laden in Terrace Bay war leergekauft und so besteht unser Proviant nur noch aus Schokolade und Keksen 🙁 . Ob das meinen Raubtieren genügt?
Wir hoffen auf die Lodge. Die liegt herrlich am Anfang der Schlucht. Luxuriöse Canvaszelte stehen auf Stelzen über dem Fluss der sogar noch Wasser führt. Das Badezimmer ist unter freiem Himmel von Palllisaden umgeben. Ich liebe es wenn das Bad draussen ist. (Ausser wenn es regnet, mit Schirm auf der Toilette, sieht sicher witzig aus, finde ich aber nicht so toll.) 😗 😗
Aber leider bekommen wir nichts zu essen. Wir werden auf den Abend vertröstet. Als wir nachhaken sagt man uns um 16.00 Uhr gibt es „Coffie and cake“. Wenigstens etwas.
Gibt es aber auch nicht, nur Kaffee und Tee, besser gesagt Teebeutel denn warmes Wasser haben sie auch nicht. 😠 Wir reklamieren und warten, und warten... (und wenn sie nicht gestorben sind dann warten sie noch heute) 😠 und nehmen schlussendlich die Teebeutel mit in unser Zelt da haben wir wenigstens einen Wasserkocher. Und unsere Terrasse ist herrlich. Allerdings stimmt hier das Preis-Leistungsverhältnis nicht wirklich. Am Pool relaxen wir noch und dann machen wir noch einen kleinen Spaziergang hinein in die Schlucht. Wir spazieren am Wasser und auch ein wenig im Wasser denn das ist hier ja eine Seltenheit.
Wir sind die einzigen Gäste der Lodge. Verstehe ich absolut nicht. Sowohl bei Der Tour wie auch bei der Tui war die Lodge ausverkauft und nur noch über Internet buchbar. Schon komisch. 🤨
Fantastisch ist allerdings die Dusche unterm Sternenhimmel. Ich könnte noch viel länger hier stehenbleiben und die Aussicht geniessen aber in der Zwischenzeit höre ich das Magengrummeln meines Göttergatten schon bis ins Bad. Das Essen ist dann auch glücklicherweise sehr gut und reichlich denn das brauchen meine halbverhungerten Männer jetzt wirklich.
Neben dem Restaurant haben die Mitarbeiter der Lodge ein Lagerfeuer angezündet und Kissen bereitgelegt. Dort sitzen wir noch bei Sternenschein und trinken einen Absacker während die Mitarbeiter nur für uns singen und tanzen. 😁 😁 Etwas von dieser Energie am Mittag und sie hätten uns etwas essbares machen können. 😵 Ist halt Afrika.
Die Nacht hat hier ihre ganz eigene Geräuschkulisse. Die Affen machen schon viel Krach, dann ist auch noch Brüllen zu hören. Ob das ein Löwe ist? Möglich wäre es. Und dann läuft mir etwas übers Gesicht. 🤢 🤢 🤢 Ich sitze kerzengrade im Bett und suche den Lichtschalter. 😣 😣 Auch der Beste Ehemann von allen ist wachgeworden. Ihm ist das Tier über die Brust gelaufen. Wir entscheiden das es ein Gecko gewesen sein muss. Es war nicht sehr gross, es war sicher nicht giftig und es war sehr schnell. Also gaaar nicht schlimm 😵 😵 . Ich will allerdings nicht wissen was mein Blutdruck im Moment so macht. 😗 Bestimmt hat sich das Tier irgendwie unter das Moskitonetz verlaufen, konnte sich mit seinen Saugnäpfen nicht am Netz festhalten und ist runtergefallen. Hat sich sicher mehr erschrocken als ich. Wenn das überhaupt möglich ist. 😊 😊 Obwohl, so ganz ohne war es nicht. Ich habe jedenfalls Schwierigkeiten um wieder einzuschlafen.
Teil 2223. Dez. 2013
24/04 Mittwoch
Bin wieder sehr früh wach und setze mich raus auf unsere tolle Terrasse. Ich liebe diesen Moment kurz bevor bevor die Sonne aufgeht, diesen Moment in dem es keine Zeit gibt sondern alles, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinanderfliesst . Und ich geniesse es diese Momente für mich alleine zu haben. Kurzer Blick zur Nachbarterrasse. Da ist noch jemand derselben Meinung. Junior geniesst seine kleine Auszeit auch jeden Morgen. Von wem er das wohl hat? 😘
Dann die ultimative Frage, fahren wir durch die Khowaribschlucht, ja oder nein ? Was habe ich nicht alles darüber gelesen. Das ging von „ kein Problem mit einem 4x4“ 😕 über "Man muss ein sehr versierter Vierradfahrer sein" 😕 bis zu " nur im Konvoi“ und „auf gar keinen Fall" Was tun? 😕 😕
Wir beraten und die Mehrheit ist dafür das Risiko nicht einzugehen. Das bedeutet im Klartext, ich bin die Einzige die es riskieren will und werde von den Männern überstimmt. 🙄 Ok, gestern hat jemand anscheinend fünf Stunden festgesteckt bevor Hilfe kam. Nicht unbedingt eine Empfehlung es zu versuchen. Obwohl, was habe ich hier im Forum gelesen: Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muss sie allein machen. Aber meine Mannen wollen auf die Erfahrung verzichten. 😣 Memmen!
Also fahren wir über den Grootbergpass und der ist Landschaftlich wirklich sehr schön. Am frühen Nachmittag sind wir an Galton Gate dem Eintritt in den Etosha. Wir zeigen unseren Voucher für das Dolomiticamp uns dürfen reinfahren. In einer kleinen unauffälligen Holzbude die als Büro dient halten wir um unser Permit für den Park zu kaufen. Auf dem Weg zum Camp begegnen uns Zebras, Orixe, Kudus, Strausse und eine Elefantenherde. Sehr viele Tiere in sehr kurzer Zeit. Fantastisch.
Das Camp ist sehr schön, die Bungalows sind in den Berghang hineingebaut mit einer Supersicht auf die Steppe Die Zimmer sind ansprechend mit sehr guten Betten und einer grossen Terrasse mit Aussicht. Die Wege sind schon etwas steil aber Bewegung soll ja bekanntlich gut für den Kreislauf sein.
Der Pool und die Bar sind auch nicht schlecht, also geniessen wir hier den Sundowner. 😁 Das Abendessen ist sehr gut aber der Service noch sehr verbesserungsfähig.
Theoretisch dürfen wir nach dem Abendessen nicht mehr zu Fuss zu unserem Bungalow sondern müssen mit dem Ranger in seinem offenen Elektrowagen hochfahren da das Camp nicht eingezäunt ist. Theoretisch könnten also Löwen rumlaufen. 😛 Praktisch kann ich mir aber nicht vorstellen das ein Elektrowagen die Löwen wirklich einschüchtern würde. 😛 😛 Also gehen wir doch zu Fuss hoch und siehe da, uns geschieht nichts. 😗 😗 Die Löwen wollen uns nicht. Aber bei der Entscheidung eine junge Gazelle oder wir, ich kanns den Löwen nicht verübeln. 😗
Allerdings ist der Junior nicht so sehr der Safaritip; “Schon wieder Zebras..., noch mehr Fotos von Giraffen..., also Elefanten habt ihr ja jetzt schon genug fotografiert „ so geht es die ganze Zeit. 😠 Er stellt meine Geduld auf eine harte Probe. Wir beschliessen am nächsten Tag früh wegzufahren damit wir schon gegen Mittag in Okakuejo ankommen können, er kann dann im Camp bleiben und wir fahren alleine auf Tierschau. Mal sehen ob es klappt.
Teil 2326. Dez. 2013
@ Armin
Da hattest du ja richtiges Glück mit deinem Sherry full und das in jeder Hinsicht. Aber nicht alle Camps sind gleich. In Okakuejo haben sie es mit uns nicht so gut gemeint was die Getränke anbelangt. Aber wir lachen noch heute darüber. Kommt gleich
25/04 Donnerstag
Wir haben unheimliches Glück. An jedem Wasserloch sehen wir viele Tiere was sicher mit der Trockenheit zu tun hat. Springböcke, Zebras, Gnus, Warzenschweine,Orixe, Giraffen und Schakale. Einfach toll. Kurz darauf eine Elefantenherde, es müssen mindestens dreissig Tiere sein. Sogar der Junior ist hin und weg. Als wir ihm zuliebe ein Wasserloch auslassen wollen meint er „ Nein, nein, wer weiss was wir da alles sehen“. Grinsend setzt er hinzu „Bestimmt könnt ihr da ein Zebra fotografieren, von denen haben wir ja höchstens dreihundert Bilder.“ Ich liebe ihn! 😗
Okakuejo ist als Camp eine positive Überraschung. Es ist natürlich sehr touristisch und sogar auf Massentouristen eingestellt , aber unsere Bungalows sind grosszügig, sauber mit Terrasse und sehr nahe am Wasserloch. Was will man mehr.
Und es führt ja fast kein Weg daran vorbei. Wenn man den Etosha nicht wie im Schnellzug durchfahren will kommt man an einer Übernachtung nicht herum. Und das Wasserloch soll ja sensationell sein. Aber erst mal ab an den Pool, ein wenig erfrischen und entspannen. Dann bleibt unser Junior im Camp und wir unternehmen noch eine Pirschfahrt.
Anfänglich sehen wir nicht viel, nur die üblichen Verdächtigen. Springböcke, Zebras und Orixe. Auf dem Rückweg ins Camp, denn um sechs werden die Tore geschlossen, sehen wir dann wieder Elis, viele Elis. Wir fahren nahe ans Wasserloch um ihnen zuzuschauen. Dann kommen von der anderen Seite noch mehr hinzu. Die habe ich erst gar nicht gesehen so sehr war ich in den Anblick eines noch recht kleinen Elefanten vertieft. Jo klopft mir auf die Schulter und meint „Schau mal zum anderen Fenster raus.“ Fast erschrocken bemerke ich wie nahe an dieser Seite die Riesenviecher unserem Wagen gekommen sind.
Ich gebe es zu; seit im Pilanes ein Elefantenbulle unseren Wagen umwerfen wollte habe ich schon Respekt vor den Tieren! 😵 😵
Aber dann wird es höchste Zeit, so schnell wie möglich machen wir uns auf den Rückweg, die untergehende Sonne blendet uns und der Staub der vor uns fahrenden Autos macht es nicht besser. Wir erreichen Punkt sechs Uhr das Tor. Uff, geschafft. Obwohl, ich glaube nicht das sie uns fünf nach sechs nicht mehr reingelassen hätten. Wäre nur etwas teurer geworden.
Das Abendessen ist kein kulinarischer Höhepunkt aber durchaus geniessbar.
Absacker an der Bar? Natürlich. Wir bestellen einen Amarula mit Eis und zwei Whisky ohne Eis. Eigentlich eine sehr einfache Bestellung. 🙂 Denkste. 🙁 Unsere Bedienung ist eine als Mensch getarnte Schnecke, oder doch eine Schildkröte? Jedenfalls seeeehr langsam. Aber wir haben ja Urlaub. So steht nach einger Zeit erstmal ein Glas Amarula auf dem Tresen, allerdings ohne Eis. 🙄 Und dann, zwei klitzekleine Whiskys aber mit viel Eis. Das geht nicht, Jo geht sofort hin und sagt dem guten Mann noch einmal mit viel Geduld und Zeichensprache. „Whisky without ice please. No ice!“ Er klingt schon fast verzweifelt 😁
„Heeeh, hmm, ok“ Dann schlurft er hinter den Tresen um irgendwann mit einem grossen Löffel bewaffnet wieder rauszukommen. Uns schwant übles. 😕 Und wirklich, mit dem Löffel nimmt er das Eis wieder aus dem Glas und den wenig Whisky der drin war gleich mit. Was übrig bleibt ist ein halber zentimeter verwässerter Whisky und den will er uns dann servieren. Wir sind entsetzt, Jo versteht die Welt nicht mehr und ganz entgeistert sagt er dem „Barkeeper“ das wir das nicht trinken. 😠
„Heeeh, hmm, ok“ und wieder schlurft er zur Bar. Diesmal nimmt er die Whiskyflasche raus. Na ja, wenn er jetzt einen ordentlichen Schuss Whisky dazuschüttet ist alles in Ordnung.
Denkste; er schüttet doch tatsächlich die Wasser-Whiskyflüssigkeit zurück in die Whiskyflasche die er dann seelenruhig zurück ins Regal räumt. Das ist zuviel, wir machen das wir rauskommen bevor wir uns vor lauter Lachen nicht mehr halten können. 😄 😄 TIA (This is Africa).
Dann kaufen wir am Kiosk eine Flasche Bier, da kann man nichts falsch machen, und wandern zum Wasserloch. Hier haben wir mehr Glück. Zwei Nashörner die im Schein der Lampen genüsslich ihren Durst stillen. Als noch zwei dazukommen entbrennt ein kurzer Kampf zwischen ihnen. Ihre schweren Leiber prallen gegeneinander. Staub wirbelt auf und nach einiger Zeit gibt eins der Tiere auf und entfernt sich von der Gruppe während die anderen weitertrinken . Imposant und intressant.
Teil 2426. Dez. 2013
16/04 Freitag
Unser erster Stop heute ist der Etosha Lookout, eine riesige Senke, die eine Salzkruste bedeckt. Der Name bedeutet so viel wie „grosser weisser Platz“ Wenn man bedenkt das dieser weisse Platz grösser als unser Land ist; schon beeindruckend. Die Oberfläche besteht aus grünlichem Lehm mit verstreuten kleinen Sandsteinbrocken.
Das Glück bleibt uns hold, wir sehen wieder viele Tiere. So viele Elefanten wie hier habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen.
Diesmal ist ein ganz Junges dabei, höchstens ein paar Wochen alt denn es kann sein Gleichgewicht noch nicht halten. Immer wieder fällt es um. Dann kommt von irgendwoher aus der Gruppe ein Rüssel der den Winzling wieder aufrichtet . Nass und schlammbedeckt versucht das Kleine tapfer weiterzumarschieren bis es wieder hinfällt und das Procedere von Vorne beginnt. Einfach nur süss. 😘 😘 Wir können uns fast nicht loseisen.
Aber dann, endlich, eine Löwin! Ganz ruhig liegt sie gut getarnt im Busch. Wir hätten sie glatt übersehen wenn nicht ein Ranger uns aufmerksam gemacht hätte. Wer weiss wie oft uns das schon geschehen ist. Die Abwesenheit von Zebras, Springböcken und anderen Antilopen bedeutet ja sehr oft das Raubkatzen in der Nähe sind. Wir haben uns nie die Mühe gemacht stehen zu bleiben und nach Ihnen Ausschau zu halten. Dabei ist unsere Löwin hier ja das beste Beispiel dafür wie gut man hinschauen muss um sie zu sehen.
Sie hat ein Warzenschwein gerissen und liegt jetzt gesättigt unter einem Baum. Ihr lohfarbenes Fell verschmiltzt fast mit der Farbe des Grases. Perfekte Tarnung. Aber irgendwie wissen die Gazellen und Springböcke das sie im Moment keine Gefahr für sie bedeutet und grasen friedlich weiter. Dann fahren wir noch den Dik Dik Drive und tatsächlich entdeckt Jo eins dieser so scheuen kleinen Tiere zwischen den Sträuchern. Sie sind nur sehr schwer zu sehen da sie nur 50cm gross sind und auch nur drei Kilo wiegen. Man kann sie fast in die Tasche stecken. Unheimlich niedlich. 😛 😛
Mittagspause in Namutoni. Im schattigen Hof unter einem grossen Baum essen wir eine Kleinigkeit. Ausser einem Restaurant und gleich 3 Souvenirshops gibt es hier nicht viel. Bestaunen kann man noch die vielen Zwerg Mangusten die hier rumlaufen und gar nicht ängstlich sind. Das wie ein Fort gebaute Reservat ist viel kleiner als Okakuejo und sieht schon ein wenig heruntergekommen aus. Während des ersten Weltkrieges diente es als Gefangenenlager für britische Soldaten. Erst mit Gründung des Nationalparks wurde es 1957 restauriert und als Rastlager für Besucher eröffnet..
Da ist unsere nächste Übernachtungsadresse schon etwas Besonderes. Die Mushara Lodge ist umwerfend. Wir haben ein Familienbungalow mit zwei Schlafzimmern, zwei Bäder, einem Wirlpool und einem Wohnzimmer von solch riesigen Dimensionen das wir nur staunen können. Schon richtig dekadent. 🤪 🤪
Beim Junior heisst das lakonisch „Nette Hütte“! Das wiederum nenne ich „Tiefstapler“
Beim einchecken werden wir bereits gefragt wie wir unser Steak zum Abendessen mögen. Und das klappt ausgezeichnet. Sie müssen nicht nachfragen wer denn was bekommt, sie wissen es noch. Und es schmeckt ausgezeichnet. Nach einem Drink an der Bar gehen wir früh in unsere Luxushütte damit wir noch ein wenig von dem tollen Wohnzimmer profitieren können. Wir spielen Karten, trinken ein Savanna und dann gehts ins Bett. Frühstück gibt es hier, zum Leidwesen der Jungs und zu meiner Freude, nur bis acht Uhr .
Teil 2528. Dez. 2013
27/04 Samstag
Wir besichtigen das Minenmuseum in Tsumeb. Hier war der Wilde Westen Afrikas .Die reichen Mineralienfunde, Kupfer, Blei, Zink, Silber und in geringen Mengen Gold, brachten Glücksritter und Abenteurer in den Ort, so dass Tsumeb eine sehr unruhige und wilde Zeit erlebte .
Wir betrachten die Atefakte der San der Herero und der Owahimba. Bilder an den Wänden bestätigen was man schon lange weiss. Die Schwarze Bevölkerung ist eine Unterrasse, nur gut als Arbeitstiere zu gebrauchen und um Befehle entgegen zu nehmen. Die weisse Herrenrasse, aber, ist ein Musterbeispiel an Fleiss und Tapferkeit. Leider scheint die „Dame“ am Museumsempfang das noch immer zu glauben, jedenfalls lässt ihr Umgang mit den Einheimischen diesen Gedankengang zu. 😠 😠
Weiterfahrt zum Hoba Meteoriten. Er ist mit seinen 50 Tonnen Gewicht der schwerste Meteorit der jemals auf der Welt gefunden wurde. Besteht zu 80% aus Eisen und soll vor 80.000 Jahren vom Himmel gefallen sein. Wir umwandern den Stein und klettern sogar darauf herum. Während wir schauen erfinden unsere Söhne das Szenario seines Absturzes.
Der Himmel verdunkelt sich, die Vögel hören auf zu singen, die Erde scheint den Atem anzuhalten. Dann bricht das Inferno aus. Tonnenschwere Brocken fallen auf die Erde. Sie verwüsten das Land. Feuer bricht aus durch die unheimliche Hitze. Die Flammen lodern hoch und setzen alles in Brand. Funkenregen geht über der spärlichen Vegetation nieder. Die Tiere versuchen in Panik zu fliehen, trampeln sich gegenseitig nieder, schreckliche Schreie übertönen die Feuerbrunst; aber es gibt keinen Ausweg, sie werden von den Flammen eingeschlossen und verbrennen. Alles leben im Umkreis von einigen Kilometern wird zerstört.
Spielberg lässt grüssen! 😗 Bevor noch Ausserirdische eingreifen fahren wir lieber weiter. 😵
In Grotfontain wollen wir etwas essen gehen. Es ist aber nicht einfach ein Restaurant zu finden. Aber dann haben wir Glück, wir entdecken so was ähnliches wie ein Restaurant. Allerdings sieht uns der Betreiber sehr verwundert an und meint die Küche wäre schon geschlossen. Wir wollen wieder gehen entdecken aber beim Ausgang noch einen Saal und dort sagt uns eine nette Dame das wir noch Essen bekommen. Geht also doch. Der Kerl wollte uns nur loswerden 😠 . Wir sind die einzigen Gäste und es dauert schrecklich lange. Ich glaube die sind noch sämtliche Zutaten einkaufen! 😗 Aber wir haben ja Urlaub. Während wir warten läuft ein geschniegelter Geck, schwarze Hose, schwarzes bis zur Brust offenes Hemd, Goldkette und viel Gel im Haar immer wieder rein und raus. Seine Armbanduhr ist fast zu schwer und zu gross für sein Handgelenk. Ein richtiger Angebertyp. Sehr unsympatisch. 🤢 🤢 Er schreit die Arbeiter an und sieht immer wieder zu uns herüber..
Unser Jüngster will sich die Füsse vertreten und geht nach draussen. Als er wieder reinkommt meint er „Ich verstehe jetzt alles, wir sind in einem Bordell !“ 😊
Während er draussen geraucht hat sind einige junge Mädels vorbeigekommen haben auf ihn gezeigt, gelacht und etwas zu ihm gesagt. Verstanden hat er es nicht aber ein Wort war deutlich zu verstehen , „Aids“ und auch ihre Mimik war nicht wirklich misszuverstehn. Deshalb wollte der Kerl uns unbedingt loswerden, und der Geck ist sicher ein Zuhälter. Nun passt alles zusammen. Kein Wunder das die uns immer komisch angesehen haben. 😕 Familienbesuch im Freudenhaus ist sogar in Namibia nicht alltäglich. 😗
Aber weiter geht's Richtung Caprivi.
Stop in Roy's Restcamp. Das Restaurant und die Chalets sind eher rustikal aber sehr urig eingerichtet. Die Inhaber sehr nett und hilfsbereit. Sehr eigenwillige Deko, eine durchtrennte Milchkanne dient als Lampenschirm und zwei grosse gekreuzte Sägen ersetzen ein Gemälde. Aus rostigen Eisenstücken und gebleichten Knochen sind die Windspiele gebaut die überall an den Bäumen hängen. Das Wasser läuft aus einer Badewanne in den Pool. Sehr originell. Einziger Minuspunkt sind die Einzelbetten die viel zu weit auseinander stehen. 😮
Das Essen ist nicht nur super lecker, sondern auch sehr reichlich und vielseitig. Danach sitzen wir noch um das Feuer das in der Lapa brennt, trinken und unterhalten uns. Ein sehr gelungener Abend.
Teil 2630. Dez. 2013
28/04 Sonntag
Auf nach Rundu der zweitgrössten Stadt Namibias. In dieser Gegend wohnen viele Menschen. Das ist für Namibia eine Seltenheit und für uns eine Abwechslung. 😉 Die Menschen spazieren zu Fuss oder mit ihren Eselkarren auf der Strasse. Auch sind viele Stände mit Souvenirs entlang des Weges. Immer wieder sehen wir kleine Dörfer oder Krals rechts und links von der Strasse. Solch ein Kral besteht meistens aus bis zu zehn kleinen Hütten um die herum ein Holzzaun gebaut ist als Schutz vor dem Wetter und den wilden Tieren. Einige Hütten sind aus Stein gebaut, aber die meisten sind einfache Holzhütten mit Strohdach und bestehen aus nur einem Raum in dem die ganze Familie wohnt. Aber das Leben spielt sich bei ihnen sowieso draussen ab und die Hütten werden nur zum schlafen benutzt.
Rundu selber ist zur Zeit eine riesige Baustelle mit vielen Umleitungen, die, immerhin sind wir in Afrika, nicht unbedingt gut ausgeschildert sind. 😠 So fahren wir mehrmals an denselben Gebäuden vorbei. Da auch noch Sonntag ist und viel geschlossen, finden wir nicht so schnell ein Restaurant und fahren so etwas entnervt einfach weiter nach Divundu zur Nunda Safari Lodge. 😵
Die Fahrt geht durch den Caprivistreifen der seinen Namen dem Graf Leo von Caprivi verdankt. Besagter Herr war der Verhandlungspartner der Deutschen als die Engländer den Caprivistrip an DeuschOstafrika abgetreten haben. Die Strasse ist in einem sehr guten Zustand und ganz asphaltiert. Eigentlich schon langweilig. 🙁
Die Lodge ist toll. Unsere Bungalows sind superschön, sauber und gemütlich und der Blick auf den Kavango einfach grandios! Und herrlich, wie viele Vogelarten hier herumschwirren.
Vor unserer Haustür warnt ein Schild vor Krokodilen und Hippos. Da das Schilf am Ufer sehr hoch steht ist es auch besser nicht zu nahe ans Wasser zu gehen, man weiss nie was sich alles in dem hohen Gras versteckt. Von unserer Terrasse aus können wir die Hippos sehen und hören. Am Nachmittag machen wir die Flussfahrt zu den Popafalls.
Es handelt sich dabei weniger um Wasserfälle als um Stromschnellen. Der Fluss durchbricht hier ein Felsenriff in seinem Flussbett, das an dieser Stelle mehr als einen Kilometer breit ist. Sieht schon sehr gut aus. Eine unmenge Vögel fliegen herum, einige sind wunderschön. Sehr farbig und auffällig. 😁 Das Krokodil im Gras hätten wir dagegen glatt übersehen wenn unser Bootsführer uns nicht aufmerksam gemacht hätte. 😗 Auch den Caiman hätten wir verpasst. 😗 Aber die vielen Hippos die sehen wir schon. Manchmal sieht es aus als würde ein grosser graubrauner Stein im Wasser liegen bis er sich plötzlich bewegt. Oder aber man sieht nur ein paar Ohren die aus dem Wasser ragen und plötzlich kommt der Kopf hoch und man merkt wie gross und stark diese Tiere doch sind. Wenn sie dann noch das Maul aufreissen und man die imposanten Zähne sieht braucht es nicht viel Fantasie um sich vorzustellen was sie damit alles anstellen können. 🙄
Am Ufer sind immer wieder Menschen zu sehen die trotz der Nähe zu diesen doch gefährlichen Tieren ihre Wäsche waschen und sogar baden. Der Sonnenuntergang auf dem Fluss ist etwas sehr schönes, die untergehende Sonne spiegelt sich im Wasser das immer wieder die Farbe wechselt, von Gelb zu Orange und dann wie ein silbernes Band glänzt bevor es ganz dunkel wird. Wir geniessen mit unserem Sundowner in der Hand die Stimmung.
Teil 2730. Dez. 2013
29/04 Montag
Die C39 in Richtung Camp Kwando wird komplett erneuert. Wir fahren entweder rechts oder aber links an dem vorbei was in Zukunft eine Strasse sein soll. Eine rote festgefahrene Sandpiste dient als Fahrweg. Glücklicherweise ist nicht allzuviel Betrieb denn es staubt ganz schön. 😣 Diesem hin und her gekurve verdanken wir es dann auch das wir erstmal am Wegweiser zur Lodge vorbeifahren. Das man auf dem windschiefen von der Sonne verbleichtem Schild fast nichts mehr lesen kann spielt natürlich auch eine Rolle. 😗
Als wir dann doch an der Lodge ankommen sind vor allem meine drei Männer begeistert. 😁 Hatte ich ihnen doch gesagt das das Camp Kwando nur ein Zeltcamp wäre. Stimmt auch, nur das es sich um Luxuszelte handelt die auf einer auf Stelzen gebauten Plattform stehen. Dazu eine riesige Terrasse. Die Einrichtung ist sehr schön. Die Wände sind aus Canvas aber das Dach ist aus Stroh, sehr hoch und sehr luftig wirken die Zimmer. Die Möbel sind aus poliertem Holz und die Deko ist in Weiss gehalten. Zwischen den einzelnen Zelten ist viel grün und selbst hohe Bäume. Eine sehr gemütliche Lodge. Richtig zum Seele baumeln lassen. Und genau das tun wir heute. Erst am Pool dann auf unserer Terrasse und zum Abschluss an der Bar.
Nach einem sehr guten Abendessen sitzen wir noch um das offene Feuer in der Lapa und geniessen einen Whisky. Ein älterer Namibier leistet uns Gesellschaft und erzählt ein wenig vom Leben hier im Land. Er ist mit einer Südafrikanerin verheiratet und lebt eigentlich in Cape Town. Da ihm dort aber viel zu viele Menschen sind und er die Wildnis vorzieht ist er die meiste Zeit in Namibia. Sein Sohn will eine Lodge im Caprivi eröffnen. Das scheint nicht so einfach zu sein. Dazu braucht man einen Haufen Genehmigungen. Um die zu bekommen muss man entweder sehr viel Zeit haben oder genügend Geld um die Bürokratiemaschine zu schmieren . T.I.A. Obwohl wir heute nichts grossartiges unternommen haben, oder aber gerade deswegen,war es ein sehr schöner Tag.
Und das wärs dann für dieses Jahr.
Ich möchte mich noch bei euch allen herzlich bedanken und ich wünsche jedem der dies liest einen guten Rusch 😁 , alles erdenkliche Gute 😄 , Gesundheit 😘 und noch viele tolle Afrikareisen für nächstes Jahr. 🤪 🤪
Gypsy
Teil 2802. Jan. 2014
30/04 Dienstag
Grenzübergang. Aus Namibia raus geht sehr einfach und schnell. Aber rein nach Sambia ist etwas anderes. Zuerst müssen wir uns anstellen um unser Visa zu bekommen. Das Büro, das eigentlich nur eine Baracke ist, ist nicht allzugross aber voller Menschen die alle auf etwas warten. Wir reihen uns in die Schlange aus lamentierenden,schwitzenden, übelriechenden Körpern ein und warten bis ein nicht allzufreundlicher Beamter gewillt ist unsere 50Dollar pro Person anzunehmen.Uff die erste Hürde ist geschafft. 😄 😄 Wir haben unser Visa!
Danach ins Büro der Car Registration, wo normalerweise nur noch der Fahrer rein darf. Aber sie akzeptieren den Jo als Dolmetcher während Junior und ich raus zum Wagen gehen um auf den aufzupassen. Wieder müssen Formulare ausgefüllt werden. Mit denen muss man dann raus zum nächsten Büro um die Taxe zu zahlen. Das „Büro“ ist ein sehr heruntergekommenes Wohnmobil. Hier kann man nicht mehr in USD zahlen sondern nur noch in Südafrikanischen Rand. Ok die haben wir.
Nächstes Büro, diesmal eine Blechhütte, wieder Formulare ausfüllen und eine Versicherung zahlen damit unser Wagen auch in Sambia versichert ist..
Mit allen bezahlten und Stempelversehenden Papieren zurück ins Hauptbüro und da steht der Jo plötzlich am Fenster, winkt und macht Handzeichen. Junior läuft rüber um zu erfahren was denn los ist. Wir müssen noch eine Tax zahlen aber die ist abhängig vom Hubraum des Wagens und der steht nicht in den Papieren die sie dabei haben. Wir durchwühlen den Mietvertrag. Hubraum des Wagens? Wo steht das? Hubraum auf englisch? 😵 Fällt uns nicht ein. Finde ich nicht sofort. Mein Rat: So tun als ob. Freundlich lächeln und irgendeine Zahl hinschreiben. Müsste eigentlich klappen. Tut es auch, aber diese Gebühr muss nun in Kwetcha bezahlt werden. 🙄
Und genau die haben wir aber nicht. Also raus zu den Geldwechslern die hier schon die ganze Zeit auf Beute lauern. Der Beamte ist allerdings so freundlich und sagt uns wieviel wir für unser Geld bekommen müssen. Ob er seine Provision schon dazugerechnet hat? 😗 Bestimmt haben die Geldwechsler einen Deal mit den Beamten, denn eigentlich ist Schwarzwechseln verboten, es ist aber die einzige Möglichkeit denn eine Bank gibt es nicht.
Wir wechseln, zahlen und wir dürfen wirklich fahren. Hurrah, geschafft, wir sind nach knapp 3 Stunden unterwegs nach Livi. 😠 Was will man mehr. Ging doch prima! 😗
Die Strasse ist eine Zumutung für jedes Fahrzeug und jeden Rücken. Mann fährt Slalom um an den Potholes vorbeizukommen aber da es mehr Potholes als Strasse gibt landet man doch immer wieder in einem Schlagloch. Kein Wunder das man eine extra Versicherung braucht. Gut geschüttelt und gerüttelt kommen wir im Sambesi Sun an. Das Hotel ist aber sehr schön, die Zimmer angenehm gross und gemütlich.
Durch den Hotelgarten ist es nur ein kurzer Weg bis zu den Wasserfällen. Unser erster Eindruck? Der erste Blick auf die Fälle entschädigt den Aufwand und die schmerzende Wirbelsäule. Es hat sich gelohnt. Einfach nur Super!
Teil 2904. Jan. 2014
01/05 Mittwoch
Mosi-oa-Tunya, donnernder Rauch. Der Name passt; verweist er doch auf den Wasser-Sprühnebel, der von den Fällen aufsteigt und noch in 30 km Entfernung zu sehen ist.
Die Händler vor dem Park verkaufen Regencapes, dabei steht kaum eine Wolke am Himmel. Der Wald ist tiefgrün, die Sonne brennt heiß, ein gewöhnlicher tropischer Vormittag. Wir bekommen unser Regencape in unserem Hotel. So bewaffnet marschieren wir los bis zum Cataract Point. Dann geben die Bäume plötzlich den Blick auf die Victoriafälle frei. Wow, überwätigend! Der Fluss schießt direkt hinter der Absperrung über die Kante, jede Sekunde eine Million Liter Wasser.
Wir wandern zum „Melting Pott“ und sehen..... na ja, sehen eigentlich nichts... ausser Wasser. 😄 Wasser von Oben von Unten und von allen Seiten. Trotz unserer Capes sind wir im Handumdrehen klitschenass. Die schmale Brücke über die wir zum nächsten Viewpoint laufen müssen erinnert mich an Dantes Inferno. Der Regen, wenn man das Nass so nennen kann, schlägt von allen Seiten mit voller Wucht auf uns ein. Der Wind bläst heftig und so findet das Wasser seinen Weg in jede noch so kleine Öeffnung. Auch wird die Gicht wellenartig vom Wind durch die Luft geblasen. So entstehen immer wieder kurze Superausichten auf die Fälle. Ein sehr nasses und tolles Erlebnis. 🤪 Leider ohne Fotos, die Kamera musste aus Sicherheitsgründen in Plastikfolie und dann unter dem Regencape getragen werden. Sorry aber es war für meine Kamera überlebenswichtig. 😗
Am Pool lassen wir dann Kleider und Schuhe trocknen. Wir ruhen noch ein wenig aus denn uns erwartet noch ein Hightlight.
Ein Heliflug über die Fälle. Der beste Ehemann von allen will nicht mit, da er das fliegen in so kleinen Maschinen nicht allzugut verträgt. Aber wir drei sind nicht zu halten, wir freuen uns riesig auf unser Abenteuer. Dann werden wir auch schon abgeholt und los geht's.
Rund 200 Meter unter unseren Füßen fließt der Sambesi, der viertlängste Fluss Afrikas. Er trennt Sambia von Simbabwe und schneidet an den Victoriafällen tief in das sonst vollkommen ebene Land ein. Aus der Luft lässt sich die gewaltige Wassermasse mit seinem Delta komplett überblicken. Wenn der Fluss viel Wasser führt, so wie jetzt, entsteht hier der größte Wasservorhang der Welt. Der Regenbogen unten in der Schlucht sieht von hier oben sehr klein aus.
Der Helikopter fliegt zurück über den sambischen Nationalpark Mosi-oa-Tunya. Der Pilot macht uns auf die nahe des Ufers grasenden Elefanten aufmerksam. Aus der Luft sehen sie aus wie braune Steine und sind schwer zu erkennen. Deshalb fliegt er gleich noch mal eine Schleife damit wir einen guten Blick haben. Unser Junior fotografiert wie verrückt. Ich finde es einfach nur schön dieses Abenteuer mit meinen Söhnen zu erleben.
Auch bin ich froh über die Tatsache das Jo sich für den Heliflug entschieden hat und nicht für den Bungiejump der hier an der Brücke angeboten wird. Das wäre auch kein Abenteuer zu dritt geworden sondern nur ein Soloauftritt. 😵
Wir spazieren noch zum Royal Livingstone Hotel dem Luxushotel hier an den Fällen. Es sieht schon toll aus ganz im Kolonialstil. Auf unserem Weg begleitet uns eine Herde Zebras, wir sind eingekreist von ihnen.
Ich frage mich ob Zebras, wie Pferde nach hinten auskeilen wenn man hinter ihnen steht. Etwas komisch ist es schon zwischen den Tieren hindurchzulaufen . Sobald der Weg breiter wird und die Wiese vor uns liegt rennen sie nach allen Seiten davon. Wir wandern über die Wiese zur Terrasse am Sambesi. Hier hat man einen tollen Ausblick. Aber allzu sauber ist die Terrasse nicht. Bei einem Fünfsterneschuppen sollten die Tische eigentlich sauber sein. Auch das Personal ist nicht sehr motiviert. Die Cocktails die wir bestellen werden ziemlich lieblos und unfreundlich auf den Tisch geknallt. Süss sind dagegen die kleinen weissen Äffchen die hier rumturnen.
Und der Sonnenuntergang über dem Sambesi ist fantastisch. Alles in Allem würde ich aber dieses Hotel nicht unbedingt gegen unseres tauschen wollen. Ein gutes Abendessen in unserem Hotel und ein Absacker an der Bar runden einen fast vollkommenen Tag ab.
Teil 3005. Jan. 2014
02/05 Donnerstag
Noch einmal zur Brücke um einen letzten Blick auf die Fälle zu werfen. Dann einen Spaziergang über den Craftmarket.Es gibt viele sehr schöne Souvenirs hier zu kaufen. Holzschnitzereien, Perlenschmuck, Lederwaren, Bilder und wirklich schöne Batiken.
Die Preise sind wirklich unschlagbar. Die Aufdringlichkeit der Verkäufer aber auch. Leider! 😠 Meinen Göttergatten stört es nicht. Ich werde aber von Minute zu Minute nervöser. Einer zieht rechts an mir, der andere links. "Madaame, Madaame please look, cheeeap, very cheeeap!"
Ich will nur noch weg. Natürlich kann ich verstehen das die Händler verkaufen wollen. Aber auf die Art vertreiben sie jeden potentiellen Käufer; nur wie bringt man ihnen das bei ? 😕 Ich suche mein Heil in der Flucht und überlasse meinem besten Ehemann von allen das Handeln. Das liegt den Holländern ja sowieso um Blut. 😗
Die Ausreise ist dann viel einfacher als die Einreise und so sind wir bald wieder in Namibia. Afrika ist nicht gleich Afrika. Hier gibt es sehr grosse Unterschiede und mir gefällt Namibia bedeutend besser. Na ja das trifft nicht unbedingt auf Katima Mulilo zu. Aber hier sind wir ja auch nicht weil es uns gefällt sondern weil wir müssen. Da die Namibian Air viele Flüge gestrichen hat 😠 müssen wir eine Nacht hierbleiben. Eigentlich wollten wir unsere letzte Nacht ganz gemütlich in einem guten Hotel in Windhoek ausklingen lassen. Daraus wird aber nix, die verbringen wir jetzt hier in Katima. 😠 Ein Dorf bestehend aus einigen kleinen Nebenstrassen und einer Hauptstrasse. Viel mehr ist es nicht. Unser Hotel trägt zwar den hochtrabenden Namen Sambesi River Lodge, hat aber ausser dem Namen nicht viel aufzuweisen. Immerhin ist es sauber und die Lage am Fluss gefällt uns auch. Der Sonnenuntergang ist echt spitze.
Beim Abendessen haben wir nicht die allerkleverste Bedienung erwischt, aber die einzige 😗 . Wir sind vier Personen haben aber nur drei Gläser. Wir fragen freundlich nach. Die Dame grummelt recht unfreundlich vor sich hin und geht. Ein Glas bekommen wir aber nicht. Nach nochmaligem nachfragen und viel lauterem Grummel, Grummel geschieht noch immer nichts. Dann bestellen wir den Wein. Hurra wir kriegen 4 Gläser! Irgendjemann hat Grummel Grummel sicher mal erklärt das man den Gast den Wein probieren lässt. Und das tut sie auch. Akribisch schüttet sie zwei, drei Tropfen von dem kostbaren Nass in das Glas und schaut uns fragend an. Man bekommt nicht einmal die Zunge nass. Wir verbeissen uns einen Lachanfall und bedanken uns. 😄 Grummel Grummel schlürft davon. Das Fleisch das sie kurz darauf serviert ist aber allererste Sahne. Supergut, und Grummel Grummel kann sogar lächeln. Nach dem Trinkgeld strahlt sie sogar übers ganze Gesicht. Es wird ein lustiger Abend.
Teil 3108. Jan. 2014
03/05 Freitag
Der Tag heute wird lang und anstregend. Aber zuerst fahren wir zum Flughafen. Ein sehr grosses Wort für den Holzschuppen mit den zwei Türen. Aber immerhin steht sogar Departure und Arrivals über den Türen. 😄 😄
Wir sind leider viel zu früh am Flughafen. Auf unserem Flugschein steht die Abflugzeit in Namibiantime. Hier im Caprivi ticken die Uhren aber anders und so sind wir sehr lange auf diesem „riesigen“ Flughafen. Wir vertreiben uns die Zeit beim Bummeln durch den Duty Freeshop, schnuppern an diversen Parfums, bewundern die Armani Kostüme und die Gucci Handtaschen. Dann geniessen wir einen Cappucino an der tollen Bar. 😗 😗
Ok Ok ich übertreibe ein wenig. Wir bummeln die Strasse rauf und runter, bewundern die wenigen Blumen die es hier gibt und geniessen eine Limo auf der Holzbank, aber man wird ja noch träumen dürfen! 😎
Die Autorückgabe geht aber sehr problemlos. Irgendwann steht ein Mann vor uns, sagt er kommt von Windkoek und nimmt den Wagen jetzt mit. Er zeigt mir noch einen Wisch vom Vermieter, wir geben ihm die Schlüssel und das wars. Sehr einfach und unproblematisch.
Flug nach Windhoek, Transfert vom Eros Flughafen zum Internationalen Flughafen. Beim Check in versuchen wir Plätze am Notausgang zu bekommen. Nach einigem hin und her bekommen wir zwei Plätze. Mehr darf sie uns nicht geben, meint jedenfalls die Angestellte. 😠 Besser als nichts. Da ich ja weiss das die Plätze bei der Namibian nicht allzuviel Beinfreiheit haben werde ich Jo meinen Platz überlassen und mich zum Junior setzen. Wir sind halt die Kleinsten der Familie. 🙂 Komisch ist nur das in der Viererreihe, mit Beinfreiheit, gegenüber dem Notausgang nur ein einziger Passagier sitzt. 🤨 Der Passagier und der Stewart bemerken das ich meinen Platz an den Jo abgebe. Kurz nachdem die Türen geschlossen sind kommt der Stewart zu mir und bittet mich und unseren Sohn mitzukommen. Wir bekommen die Plätze mit viel Beinfreiheit in der Viererreihe. Super! 😄 😄
Anscheinend hat der alleinreisende Herr die Plätze gegen jeden verteidigt der sich hinsetzen wollte und sie für uns freigehalten. Es gibt noch nette Menschen. 😘 Wir bedanken uns ganz herzlich und kommen so noch zu einem sehr intressanten Gespräch. So ist der Rückflug viel angenehmer und kurzweiliger als erwartet.
In Frankfurt angekommen erleiden wir erstmal einen Kulturschock. So viele Menschen! Und die scheinen alle auf der Flucht zu sein. Sie hasten und rennen herum. Keiner lacht dich an oder grüsst dich freundlich. Für sowas hat keiner Zeit. Dann die vielen Autos. Wo kommen die nur alle her?
Sicher wisst ihr alle was wir jetzt am liebsten tun würden. Wieder ins Flugzeug steigen und zurück nach Namibia.
Dabei wissen wir doch genau, in einigen Tagen werden wir wieder genauso sein wie all die anderen Menschen hier. Wir werden uns hetzen und stressen und keine Zeit mehr haben um jeden zu grüssen. Das nennt sich dann Alltag. Eigentlich schade. Man müsste versuchen sich jedesmal ein wenig afrikanische Lässigkeit mitzubringen und sie sich erhalten. Ich wills versuchen!
Fazit der Reise
Es war wirklich wunderschön. Der erste Teil unserer Reise war für mich entspannter da wir immer 2 Nächte an einem Ort waren. Da konnte man wirklich ankommen und geniessen. Die langen Spaziergänge in dieser wunderbaren Natur waren ein unvergessliches Erlebnis. 😘
Als die Jungs dazukamen wurden die Fahrzeiten etwas länger und die Wanderungen etwas kürzer. Aber das hat uns nicht gestört. Es war einfach nur schön mit ihnen zusammen all diese Eindrücke zu erleben. Ich bin schon ein wenig Stolz das die beiden, obwohl sie schon lange nicht mehr zu Hause wohnen, noch gemeinsam Urlaub mit uns machen wollen 😊
Wir haben so viel gesehen das wir noch lange davon zehren können. Aber wir haben auch viel noch nicht gesehen und teilweise nur an der Oberfläche gekratzt. Einige Gegenden will ich unbedingt noch einmal besuchen und dann länger bleiben um es auf mich einwirken zu lassen. Andere waren einmalige Erlebnisse die ich aber auch nicht missen möchte. 🙂
Ich freue mich jetzt schon auf weitere Ferien als Familie und ich habe definitiv das Afrikavirus erwischt und werde noch öfters in diesem Teil der Erde landen. Anfangs dachte ich das Namibia mir nicht so gut gefallen würde wie Südafrika da mir die vielen Blumen und das Grün doch gefehlt haben. Aber hier wechselt die Landschaft immer wieder. Die Weite und die Einsamkeit sind manchmal atemberaubend. Nie hätte ich gedacht, von endlosem Fast-Nichts so überwältigt zu werden.
Auch fühlt man sich sicherer als in Südafrika, es gibt nicht so viele "no go's" wie im Nachbarland. Natürlich kann das alles mit der Bevölkerungsdichte zu tun haben. Bei einem Land mit 52 Millionen Einwohner ist die Kriminalitätsrate natürlich höher als in einem fast gleich grossen Land mit nur 2 Millionen Einwohner.
Aber es ist gerade diese Einsamkeit immer wieder die mir besonders gut gefallen hat. Da hier nur wenige Menschen leben die sich alles teilen müssen sind sie irgendwie freundlicher und zufriedener. Es ist einfach ein traumhaft schönes Land zum Wohlfühlen und wiederkommen.
Nun möchte ich mich noch bei euch Allen dafür bedanken das ihr so nett zu mir Neuling gewesen seid. Ich habe nämlich bemerkt das es wirklich Arbeit ist so einen Bericht zu schreiben. 😗 Eure netten Kommentare haben mir immer Mut gemacht weiterzuschreiben.
Ich wünsche jedem noch viele tolle Reisen nach Afrika und, bitte, bitte noch viele tolle Reiseberichte.