13/04 Samstag
Beim Frühstück fragen wir Pieter den Manager ob die Strecke über Rosh Pinah, die bei einem Unwetter anscheinend schwer beschädigt wurde, wieder befahrbar ist.
“ Mit eurem 4x4 müsste es klappen“ ist seine lakonische Antwort. Also auf nach Rosh Pinah.
Mein Bester Ehemann von Allen will gleich in die C13 einbiegen.
„Nein, nein Schatz wir müssen noch weiter, es ist erst die nächste Abfahrt.“
„Bist du sicher, ich dachte wir müssten hier abbiegen?“
„Nein, glaub mir wir müssen erst noch einige Kilometer weiter.“ 😗
„Hm.., Ok wenn du das sagst.“ 😕
Uff, geschafft. Er fand die Strecke heute schon sehr lang, von Aus über Rosh Pinah zum FRC. Und jetzt lotse ich ihn noch über die D 446 und später rechts rüber auf die D 727 weil ich den Tip im Forum so toll fand.
Und die Strecke ist absolut fantastisch. 🙂 Ich finde sie noch schöner als die D707. Das kann allerdings auch daran liegen das mir die armen Springböcke noch immer im Kopf rumspuken.
Wir sind wieder mal ganz alleine unterwegs, fahren an einigen kleinen Farmen vorbei und an Köcherbäumen die sehr dekorativ hier in dieser Superlandschaft stehen. Das hätte kein Gärtner so hingekriegt.
Als wir dann wieder auf der C13 landen schaut mein Holländer mich von der Seite an und meint ganz trocken:
“Du bist ein Luder 😠 , aber es war schön! 😉 “ Yyyeeessss! Ich wusste es.
Wir fahren durch Rosh Pinah und gleich hinter der Stadt kommt dann aber die erste Strassensperre „Road Closed“.
Mit einigen Überedungskünsten lotse ich meinen Göttergatten um das Schild herum. Leider stehen wir 2km später vor einem Schlagbaum und dem zweiten Schild „Road Closed“. Da will mein bester Ehemann von allen dann partout nicht mehr weiterfahren. So ganz vertraut er mir jetzt nicht mehr. 😗 😗 Wer kanns ihm verübeln?
Glücklicherweise stehen hier im Nirgendwo einige Häuser und so erklärt er sich bereit dort nachzufragen was es mit der Strassensperre auf sich hat. Hier wohnen zu müssen wäre für mich eine Strafe, es ist gar nicht schön, sieht aus als hätten sie auf einer Geröllhalde Häuser gebaut. Grau in Grau.
Aber die Bewohner sind nett und der freundliche Mann sieht unseren Wagen und meint „Mit dem kommen sie durch, ist auch nur auf den ersten Kilometern schwierig“
Also nichts wie weiter bevor mein Mann es sich anders überlegt. Und es geht wirklich. Bis, .. ja bis nach einigen Kilometern keine Strasse mehr da ist. Wir stehen vor einem riesigen Loch. Wir sehen die Strasse auf der anderen Seite, aber wie hinkommen? Flügel haben wir ja keine und hier runter geht auch nicht. Der Graben ist sicher 3m tief. 😵 😵
Auf Superman, Batman und Co ist auch kein Verlass. Wenn man die mal wirklich braucht sind sie nicht da. 😠
Aber es sind Reifenspuren an der Seite zu sehen und was die konnten können wir doch auch.
Also, Adrenalin hochfahren, 4x4 einschalten und dann kämpfen wir uns tapfer durch das Dickicht, holpern und rutschen schräg runter in ein Flussbett, durch das wir erst mal einen Kilometer fahren und dann wieder sehr schräg aus dem Flussbett raus auf die Strasse. 😣 😣
Geschafft, wenn auch mit Herzklopfen und Schweissperlen auf der Stirn. Ohne 4x4 hätten wir umkehren müssen.
War auch so ganz schön anstrengend. Einige Zeit später dürfen wir das ganze noch einmal machen. Aber wir sind ja jetzt routiniert und schaffen es mit Links.
DAS nenne ich Abenteuer. 🤪 🤪
Am Orange River wird die Landschaft erstmal so richtig grün, dazu das blaue Wasser des Orange, die Anstregung hat sich gelohnt. Hier machen wir Pause und vertilgen die Reste unseres Braipakets.
Wir winken rüber nach Südafrika und fahren durch eine Mondlandschaft weiter, rumpeln über die sandigen Straßen zum Cañon Village, eine meterlange Staubwolke hinter uns herziehend.
Alle paar Stunden begegnen wir ein anderes Fahrzeug, schon von Weitem sichtbar durch diese weiße Wolke, die jedes Auto aufwirbelt. Doch dies sind die einzigen Lebenszeichen, ein bisschen Buschwerk, verstaubte Bäume, keine Menschenseele.
Eingebettet zwischen roten Felsen liegt die Lodge. Vom Poolrand hat man einen unendlichen Blick in die "Prärie" eingerahmt von den Tafelbergen. Einfach nur dekadent. Mit dem Sundowner in der Hand geniessen wir!