Tag 4: Auge in Auge mit dem Ungehuer und Shoebill! Shoebill! Shoebill!
Am nächsten Tag stand ein Ganztages Game Drive im Murchison Falls Nationalpark auf dem Programm. Wir starteten um 8 Uhr und fuhren durch das Tangi Gate in den Nationalpark ein. Sofort fielen mir wieder die unzähligen Fahrzeuge der Ölgesellschaft auf. Es war teilweise wie auf der Autobahn ... wir fuhren ein ziemliches Stück vorbei am Kabalega Falls Airport in Richtung Delta. Die Fahrzeuge der Ölfirma bogen kurz vor dem Airfield alle ab und ab da waren wir dann so ziemlich alleine unterwegs. Wir sahen keine anderen Autos ... man hatte das Gefühl man wäre alleine im Park. Kein Vergleich zur Serengeti. Es hätte mich interessiert wie es gewesen wäre, hätte man Raubtiere entdeckt. Allerdings ist die Tierdichte in Ugandischen Nationalparks in keinster Weise mit den Parks in Tansania oder Kenia zu vergleichen. Mir kam es so vor als wären die Tiere immer wieder geballt an bestimmten Orten ... dann fuhren wir wieder 15 - 20 Minuten ohne auch nur ein einziges Tier zu entdecken. Raubtiere waren wie gesagt sowieso absolute Fehlanzeige. Als erstes entdecken wir nicht weit vom Gate entfernt Elefanten, die eine Unmenge an Vögeln mit sich herumtrugen. Teilweise waren die Rücken dermaßen vollgepackt und vollgeschissen, dass mir die Tiere wirklich leid taten. Und es waren keine Madenhacker sondern andere Vögel, die die Elefanten als Startplatz für ihre Insektenjagd benutzten. Das sah schon witzig aus und hatte ich in der Art und Menge noch nie gesehen.
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Nicht weit davon bewachte ein Hornbill sein Nest in einer abgestorbenen Palme.
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Wir entdecken einige der wunderschönen und sehr flinken Husarenaffen, die sich meist in der Savanne aufhalten.
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Und die süßen Oribis, die meist erst im letzten Moment aufstanden und sowieso sehr gelassen wirkten. Kein bißchen schreckhaft ... ich führe das mal auf den immensen Verkehr durch die Ölgesellschaft zurück...
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Diesen netten Kollegen entdeckten wir auf unserer Weiterfahrt zum Delta. Ich nehme an, es ist eine Höhlenweihe (African Harrier Hawk). Bin allerdings kein Birdie und lass mich da gerne eines Besseren belehren. Ich werde diesbezüglich eure Hilfe noch öfters in Anspruch nehmen müssen, da ich mir die Namen ... und vorallem die Englischen ... nicht merken konnte.
Es ist dann doch ein Graufalke
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Einige wunderschöne Rothschild Giraffen waren auch unterwegs.
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Als wir dann im Marschland des Deltas unterwegs waren entdeckten wir einen Schuhschnabel. Stephen war völlig aus dem Häuschen, da es sein Glücksvogel ist und er der Meinung war, wenn er einen Schuhschnabel sieht dann würde er auf der Reise alles sehen... und so würde es dann tatsächlich auch kommen 🙂 Komischerweise forderte er mich auf auszusteigen um besser fotografieren zu können. Verwundert fragte ich nach ob das kein Problem geben würde ... aber er verneinte das nur grinsend. So versuchten wir uns möglichst nah an den scheuen Vogel anzuschleichen ... aber er entdeckte uns sehr schnell und verzog sich in eine ruhigere Ecke.
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Dann fuhren weiter am Ufer entlang sahen Hippos, die uns verwegen angrinsten 📎 hee1ad81.jpg
und eine riesige Kuhreiher Kolonie nebst den dazugehörenden Büffeln.
Kurz darauf begeisterten uns zwei Scharlachspinte mit ihren Flugkünsten. Sie machten immer wieder die tollsten Kapriolen und attackierten einige in der Nähe herumstehenden Warzenschweine.
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Den Grund entdeckte ich erst abends, als ich meine Bilder sichtete. Da konnte ich nämlich ein Nest mit dazugehörigem Ei erkennen. Das war schon irgendwie witzig.
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Da ich am Nachmittag eine Bootstour in Richtung Murchison Falls machen wollte, fuhren langsam zurück in Richtung Paara Fähre. Unterwegs entdeckten wir diesen zersausten Burschen. Es ist ein Brauner Schlangenadler!
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Kurz daraufhin beobchteten einige Rothschild Giraffen eine Meute Geier und Marabus. Ob dort Aas lag konnte man leider nicht erkennen. Allerdings waren die Geier und Marabus sehr entspannt und die Giraffen beobachteten alles sehr aufmerksam. Das erschien irgendwie surreal.
Die Bootstour am Nachmittag in Richtung Murchison Falls kann ich nur jedem empfehlen. Meine Tour war mit einem kleineren Boot namens Shoebill. Man hat vom Fluß aus eine ganz andere Sichtweise und es kommt mir so vor als fühlten sich die Tiere weniger gestört. Wir entdeckten zuerst die üblichen Verdächtigen, die sich an einem Fluß so aufhalten.
Dann entdeckten die Guides ein riesiges Krokodil am Ufer und fuhren direkt darauf zu. Das Tier war schätzungsweise 4 - 4,5 Meter lang. Ein wirklicher Brocken! Und die fuhren mit dem Boot immer dichter ran. Und es war ein kleines Boot. Mir wurde leicht mulmig ... aber witzig war dann doch eher das Verhalten der an Bord befindlichen Afrikaner, die alle wild kreischend auf die andere Seite rutschten. Das Boot bekam dadurch natürlich Schräglage. Und der Bootsführer fuhr immer dichter ran. Schlußendlich war es so, dass ich aus dem Boot greifen und dem Krokodil auf den Kopf klopfen hätte können. Leider habe ich davon keine Bilder, da ich mit meinem 500 mm Teleobjektiv quasi nur das Auge hätte ablichten können... 😄 Komisch war mir schon zumute, denn wenn man sieht mit welcher Wucht ein so großes Krokodil ins Wasser geht, dann ist einem klar, dass das Boot nur ein Spielball gewesen wäre. Das Krok war aber "gottseisgepfiffen" ziemlich entspannt...
Das war nochmal ein grandioses Erlebnis zum Abschluß!
📎 h625ec6e.jpg Die Murchison Falls vom Fluß aus
📎 h3372ff2.jpg Rotkehlspint
Gefahrene Gesamtstrecke inklusive Bootsfahrt: 125,2 Kilometer
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200904. Jan. 2014 · #23
Hi Andy,
vielen Dank für die Fortsetzung.
An der Vogelbestimmung versuche ich mich doch gerne:
Deine "Höhlenweihe" ist ein Graufalke / Grey kestrel (Falco ardosiaceus). Deine "Bienenfresser" im Flug sind Scharlachspinte / Northern carmine Bee-eater (Merops nubicus). Der "Steppenadler" ist ein Brauner Schlangenadler / Brown Snake-Eagle (Circaetus cinereus).
Zwischen Krok und Schreiseeadler hat´s die Afrikanischen Scherenschnäbel / African Skimmer (Rynchops flavirostris). Während der Bootstour Richtung Fälle kommt man an einer Rotkehlspintkolonie vorbei. Der letzte Vogel sollte so ein Exemplar sein: Rotkehlspint / Red-throated Bee-eater (Merops bulocki)
Deine Schuhschnäbel sind grandios!!! 🤩
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
picco6'369 Beiträge · seit 201104. Jan. 2014 · #24
vielen Dank für Deinen schönen Bericht. Bin natürlich auch mit auf Reisen, wenn auch bisher eher still und leise 😗
Und ich gebe es offen zu, auf Deinen Schuhschnabel bin ich schon ein bisschen neidisch 😊 . Den hast Du super erwischt und die Bilder sind klasse. Herzlichen Glückwunsch dazu!!!
Wenn ich mir dann noch Deinen ersten Beitrag nach dem Urlaub vom 24.12. anschaue, hat Euch der Schuhschnabel definitiv Glück gebracht.
Ich reue mich auf jeden Fall schon auf die Fortsetzung und den Rest Deiner Reise.
Tag 5: Motivation und der Tod des Murchison Falls Nationalpark
Wie schon am gestrigen Tag straten wir unseren Ganztages Game Drive durch das Tangi Gate. Kein Wunder liegt die Fort Murchison Lodge doch nur 2 Kilometer von diesem Tor entfernt. Schon wenige Meter im Park stoßen wir auf einen kleinen Roadblock als uns eine kleine Herde Elefanten den Weg versperrt.
📎 h4637596.jpg 📎 he1df913.jpg Warzenschweine mussten dann auch noch im Weg rumstehen
Die Tiere sind sehr aufgeregt, was mich auch nicht wundert, denn es herrscht schon wieder ein Verkehr zum Davonlaufen. Und die Autos der Ölgesellschaft fahren mit einem Tempo durch den Park, dass es einem regelrecht schwindelig wird. Ich mutmaße, dass es den Natiuonalpark in einigen jahren nicht mehr geben wird, wenn das so weiter geht. Eine Abwanderung in den Südteil ist für die meisten Tiere nicht möglich, da der Victoria Nile eine natürliche Sperre darstellt. Bleibt nur die Abwanderung in den äußersten östlichen Teil des Parks, was Naturgemäß zu Schwierigkeiten führen wird. Man sieht auch überall im Park kleine Arbeitergrüppchen mit bewaffneten Soldaten, die an irgendetwas rumbasteln. Wir fahren die gleiche Strecke wie am gestrigen Tag und sehen daher auch dieselben Verdächtigen. Ich werde euch heute nicht mit sovielen Bildern nerven, da ja nicht jeder den hundersten Elefanten und die zweihunderste Giraffe sehen will. Stephen scheint mir nicht sehr motiviert und es ärgert mich schon etwas, dass wir genau die gleiche Strecke wie am gestrigen Tag abfahren. Als ich ihn darauf anspreche kriege ich die Antwort, dass es in den anderen Teilen des Parks noch weniger Tiere hätte ... gut, mangels Erfahung und Kenntniss muss ich mich darauf verlassen. So fahren wir wieder Richtung Delta und sehen zuerst kurz vor dem Kabalega Airfield einige Geier, die gerade mit den Resten eines nächtlichen Kills aufräumten. Es war wohl eins der süßen Oribis. Es standen schon zwei Autos dort als wir ankamen und komischerweise waren alle aus dem Auto ausgestiegen ... ich blieb im Auto sitzen. 📎 h92f68ad.jpg Natürlich meinten welche sie müssten ganz Besonders nah an die Geier ran und so verzogen sich ebendiese... 📎 h643ced9.jpg
Wir fuhren wieder bis ans Delta und dort eine große Schleife. Wir fuhen vorbei an kämpfenden Giraffen und einer riesigen Büffelherde. Bei der Büffelherde stieg Stephen plötzlich aus und ging unvermittelt auf die Herde zu. Die Büffel nahmen sofort Reißaus was Stephen mit einem Lachen quittierte "Tough guys"! Ich fragte ihn ob er das auch bei einem Rudel Löwen machen würde ... keine Ahnung, was da in seinem Kopf vorging. Jedenfalls hatte ich immer wieder das Gefühl, dass er nicht wirklich eine Beziehung zu Tieren hatte ... er hielt den Menschen für die Krönung der Schöpfung! Das war mit äußerst suspekt und ich konnte mich damit auch nicht wirklich anfreunden, da ich völlig kontrovers denke. Sei´s drum ...
📎 h2e442ff.jpg 📎 h827ea63.jpg 📎 h4b58916.jpg 📎 h6132b35.jpg Ruhig auch mal den Kopf ablegen wenn er so schwer ist 🙂
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Das heutige Highlight bildete dieser Wiedehopf (Danke Marina!) den wir im Marschland des Deltas entdeckten.
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Dann machten wir eine Pause irgendwo in der Pampa unter einem Baum. Stephen gönnte sich ein Mittagsschläfchen. Auch eine komische Art mit seiner Kundschaft umzugehen ... klar ist die Fahrerei anstrengend aber so ungeniert sich einfach hinzulegen und zu pennen find ich dann doch ... hmmm, ich sag mal gewöhnungsbedürftig ... ich vertrieb mir währenddessen die Zeit mit Lesen.
Nach dem "Mittagsschläfchen" fuhren wir weiter im Marschland und stießen auf eine Elefantenbullenherde, die uns einfach mal den Rückweg abschnitt. Vor Elefanten hatte Stephen tatsächlich Respekt, denn ihnen gegenüber war er äußerst vorsichtig.
picco6'369 Beiträge · seit 201108. Jan. 2014 · #28
Hoi Andy
Was machst Du nur dass Du schon wieder so einen eigenartigen Driver-Guide hast??? 😈 Auf der letzten Reise ein Raser, hier ein Penner...so was hab ich zum Glück noch nie erlebt, weder das Eine noch das Andere! 😛 Mir täte wohl der Fuss weh vom in seinen Hintern treten wenn der am Tag schlafen will... 😗
Der nächste Tag sollte mit einem weiteren Game Drive starten und uns am Abend zur Murchison River Lodge bringen. Wir starteten wie üblich über das Tangi Gate und fuhren ... oh Wunder ... wieder in dieselbe Richtung wie die Tage zuvor. Wieder war es tiertechnisch sehr ruhig. Wir hielten uns lange an einer Akazie auf, die Marabus und verschiedene Geierarten als Start und Landeplatz auserkoren hatten. Zuerst dachten wir, dass unter der Akazie irgendetwas sein müsste ... konnten aber nichts entdecken. Es war sehr interessant die Streitereien zwischen den Vögeln und die Start- und Landeprozeduren zu beobachten. 📎 h030d902.jpg 📎 h9fcbaee.jpg 📎 h23f6da1.jpg 📎 h4b878e3.jpg
In den kleinen Wäldern vor dem Marschland konnten wir viele Vögel beobachten. Besonders viele Greifvögel waren dort unterwegs. Kampfadler 📎 h4468218.jpg
Den hier kenn sogar ich 🙂
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Ich glaube, dieses mal ist es tatsächlich eine Höhlenweihe 📎 hb5ea9d7.jpg 📎 ha324653.jpg
Das ist doch, glaub ich, ein Senegal -Kibitz (oder?) 📎 hce6391d.jpg
Graukopfliest 📎 h65f4067.jpg
Schon sehr früh machten wir uns auf den Weg zur Paara Fähre, was zur Folge hatte, das wir über 2 Stunden auf die Fähre warten mussten. Jetzt war ich stinksauer. Ich hatte keine Lust an der Fähre rumzusitzen ... und ich hatte auch keine Lust mir die Paara Lodge anzusehen. Diese 2 Stunden hätte wir genauso gut bei ner Herde Giraffen stehen können ... das wär jedenfalls interessanter gewesen als an der Fähre. Und die Ausrede, dass Stephen nicht wusste wann die Fähre übersetzt, lass ich auch net gelten. Ein kurzer Anruf hätte genügt ... das Handy war ja bisher auch immer sehr wichtig und für einen Mann mit 3 Handys, von denen eines ständig klingelte wäre es sicherlich nicht schwierig gewesen einen Anruf zu tätigen. Wie gesagt, ich war stinksauer! So beobachtete ich die frechen Paviane an der Fähre. Wehe das Autofenster war offen oder die Tür geöffnet... die Paviane waren so schnell im Auto, das man gar nicht reagieren konnte. Es entstanden einige witzige Situationen ... komischerweise mussten jedesmal die Afrikaner darauf hingewiesen werden...
Wir setzten um 15 Uhr über und erreichten schon früh die Murchison River Lodge. Der Tag war echt für´n Arsch und ich hatte mir das auch anders vorgestellt. Keine Ahnung warum die Motivation von Stephen so im Keller war ... Die Zelte der Murchison River Lodge waren sehr groß. Mit eigener Dusche und Toilette. 📎 h381e045.JPG
Am Abend traf ich einige Australier, die alle bereits schwer betrunken irgendeinen Hochzeitstag feierten und laut gröhlend am Lagerfeuer saßen. Nachts weckte mich ein Flußpferd, das laut schmatzend neben meinem Zelt zu grasen begann. Und dann hörte ich zum erstenmal, das Schwappen des Mageninhalts, das Picco in einem seiner Reiseberichte so treffend beschrieben hatte. Ich musste wirklich lachen ... denn die Beschreibung trafs genau!
Wir starteten schon früh am Morgen, da wir eine heftige Strecke vor uns hatten. Wir fuhren vom Murchison Falls Nationalpark, über Hoima vorbei an Fort Portal zum Queen Elizabeth Nationalpark. Unterwegs hätte es zahlreiche Möglichkeiten gegeben zu fotografieren ... vorallem die Menschen unterwegs. Leider ergab sich fast nie die Möglichkeit, da wir ohne Pause fuhren und ich mich auch net so wirklich getraut habe fremde Menschen zu fotografieren. Man weiß ja wie manche da reagieren ... und jedesmal fragen wollt ich auch net, weil dann sofort Geld eine Rolle spielte. Deshalb gibt´s nur ein paar wenige Bilder
Wir erreichten die Queen Elizabeth Bush Lodge am späten Abend. Die Zelte und sanitären Anlagen waren sauber. Das Essen wurde im Freien serviert und die Tische rund um ein in der Mitte befinldichem Lagerfeuer aufgebaut. Das fand ich sehr romantisch und schön. Überhaupt war das Personal in der Bush Lodge sehr freundlich und zuvorkommend. 📎 h103f270.JPG
Zelte sehr sauber, wenn auch etwas klein Sanitäre Anlagen sauber und gut erreichbar Essen hervorragend und ausreichend Personal sehr nett Preis: 50$ (fullboard)
Werd das gleich ändern ... Buch musst du wegen mir net mitnehmen ... du bist ja dabei 😛 😉
Oenigeter18 Beiträge · seit 201308. Jan. 2014 · #35
Hallo Andy,
vielen Dank für den Bericht. Ist wirklich sehr interessant und spannend zu lesen.
Trotz der von Dir angesprochenen Schwierigkeiten finde ich Deine Fotos wirklich sehr gut - insbesondere auch die Schimpansen im Wald usw..
Ist zwar ein wenig Offtopic aber vielleicht ja dennoch auch für Andere interessant: Welche Fotoausrüstung hattest du dabei (500mm Tele habe ich schon gefunden) 🙂
ich benutze eine Canon EOS 650D mit einem Sigma 150 - 500 mm Teleobjektiv. Die Tierbilder sind fast alle damit aufgenommen. Meist stell ich die Blende selbst ein und fotografiere dann mit der entsprechenden Verschlusszeit. Programmautomatik benutze ich eher selten. Des weiteren habe ich noch eine Sony HX 100V Bridgekamera, die meist dann benutze wenn ich die EOS neben schleppen will oder ich filme.
Gruß Andy
Oenigeter18 Beiträge · seit 201308. Jan. 2014 · #37
Hi Andi,
danke für die schnelle Antwort. Das ist ja gar nicht so High End wie ich befürchtet hatte. 🙂 Dann bin ich mal gespannt auf weitere Bilder und Berichte...
Tag 8: Die kleine Zwiebel und endlich Raubtiere auf vier Pfoten
Wir starteten frühmorgens zu einem Game Drive im Queen Elizabeth Nationalpark. Nach Durchqueren des kleinen Städtchens Katunguru ... was übrigens "kleine Zwiebel" bedeutet ... an dessen Rand sich einige Büffel aufhielten, die von den einheimischen Kindern argwöhnisch beobachtet wurden, bogen wir nach ca. 1 Kilometer in den Nationalpark ab. Wir passierten das Gate an dem aber leider niemand anwesend war und fuhren in Richtung Lake George. Schon nach wenigen hundert Metern sahen wir endlich unser erstes Raubtier (auf vier Pfoten). Eine einzelne Hyäne kam in schleichendem Zickzackgang auf die Straße zu und überquerte diese schnellstmöglichst. Wie leicht man doch zufrieden sein kann 😄
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Die Hyäne war allerdings so schnell weg, wie sie aufgetaucht ist. Aber nur einen Kilometer weiter hatten wir schon wieder Glück. Einige am Weg arbeitende Einheimische machten uns auf ein Rudel Löwen aufmerksam, die es sich in ca. 100 Meter Entfernung niedergelassen hatten. Zum fotografieren trotz allem zu weit weg und außerdem war es auch noch nicht gänzlich hell. 📎 h885fe08.jpg 📎 h633137b.jpg
Wir warteten ca. 30 Minuten bis es hell war. Die Löwen wollten sich nicht bewegen. Dann entschloss sich Stephen querfeldein zu fahren. Auf meine Frage ob das denn erlaubt wäre, meinte er nur "jaja" und laberte irgendwas von außerhalb der Parkgrenzen. Da ich ziemlich ahnungslos war wo wir überhaupt waren, verließ ich mich auf diese Aussagen und machte hektisch ein paar Fotos bevor wir schnell wieder zurück auf die Straße fuhren.
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Da standen wir nun und warteten nochmals eine Zeitlang, bis dann die ersten Autos kamen. Vorbei war´s mit der Herrlichkeit. Innerhalb wenigen Minuten standen 6 oder 7 Autos um uns herum. Die Löwen fanden´s dann wohl auch nicht mehr so prickelnd und sie entfernten sich in eine Richtung, in der keine Möglichkeit war sie zu verfolgen. Naja, wenigstens ich hatte ein paar Bilder machen können. Für die anderen, waren sie zu weit weg und es traute sich dann auch keiner querfeldein zu fahren. Was mich dann doch etwas stutzig machte. Imponiert haben mir die Arbeiter, die mit den Löwen überhaupt kein Problem hatten und sie eigentlich gar nicht beachteten. Wir entfernten uns dann von dem Massenauflauf und drehten eine große Runde in Richtung Lake George, der uns allerdings keine weiteren aufregenden Sichtungen bescherte.
Wir fuhren daraufhin wieder zurück zur Lodge um unser Mittagessen einzunehmen. Auf dem Weg zur Lodge bezahlten wir noch unsere Eintrittsgebühren für die gesamten Tage im Queen Elizabeth Nationalpark einschließlich dem Ishasha Sektor.
Nach einem hervorragenden Mittagessen machten wir uns am Nachmittag auf einen weiteren Game Drive. Beim Durchqueren der kleinen Zwiebel gab ein einhemischer Driver Stephen einen Tipp wo sich ein paar Löwen in den Bäumen niedergelassen hätten. Anscheinend hätte er ein Zeichen hinterlassen ... was immer das sein mag. Stephen wollte mir nicht sagen was es war. Wir fuhren also wieder in den Park und bogen schon kurz hinter dem Parkhäuschen nach links ab. Wir suchten und suchten fanden zuerst ein paar suhlende Büffel.
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Danach einen schlafenden Elefanten der seinen Rüssel elegant im Baum abgelegt hatte.
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Und dann fand Stephen doch tatsächlich das Zeichen samt zugehörigen Löwen, die es sich in einem Baum gemütlich gemacht hatten. Somit hatten wir unsere Baumlöwen bereits im nördlichen Teil des Nationalparks gefunden. Im Ishasha Sektor blieben sie uns leider verwehrt!
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200910. Jan. 2014 · #39
Hi Andi,
vielen Dank für die Fortsetzung. Da hattet Ihr ja echt Glück am frühen Morgen. Ich hoffe, dass Du Deinen Fahrer für das Querfeldeinfahren gemaßregelt hast, denn das ist im QENP - so weit ich informiert bin - verboten. Wenn das jeder machen würde... Abgesehen davon stört es die Tiere massiv und zerstört die Vegetation!
Herzliche Grüße Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
Dieser Morgen hatte es in sich. Es war plötzlich sehr kalt geworden. Dicke Wolkenschwaden trieben knapp über der Erde. Die kalte, klare Luft bescherte uns einen schönen Sonnenaufgang.
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Dick eingemummt bogen wir in den Nationalpark ab. Vor uns und hinter uns jeweils ein weiteres Fahrzeug. Ich stand irgendwie noch unter Kältestarre und hatte daher meinen Foto noch nicht aus der Tasche geholt. Das Dach war auch noch geschlossen ... zwei schwerwiegende Anfängerfehler. Rechne hinter jeder Kurve mit dem Unmöglichen 😠 Das erste Fahrzeug bog bereits kurz hinter dem Gate nach links ab. Wir fuhren auf der Hauptstraße weiter und plötzlich saß sie da ... direkt am Straßenrand. Eine Leopardin! "Pull down the window", "take your photo, she will move ... she will move" schallte es aus dem Font des Fahrzeugs. Stepehen geriet in Hektik und steckte mich mit seiner Hektik auch noch an. Ich wusste nicht was ich zuerst machen sollte. Fenster runterkurbeln, Foto rauskruschdeln, Dach öffnen ... völlig überfordert! Und zu allem Überfluß kam das Fahrzeug, das hinter uns fuhr mit hoher Geschwindigkeit angerauscht und legte eine Vollbremsung hin. Dass das der Raubkatze zuviel war, muss ich jetzt nicht extra erwähnen. Dieser Vollpfosten! Die Leopardin erhob sich und bewegte sich schnell auf einen großen Busch zu in dem sie verschwand. Ich hätte diesen Trottel würgen können. Nur wenige Minuten später hätten wir herrliches Licht gehabt und mit Sicherheit auch tolle Bilder! Aber nein, dieser Hirni (übrigens ein Einheimischer) hatte das Tier regelrecht verjagt. Dann stieg dieser "Grasdaggl" (schwäbisches Schimpfwort) auch noch aus um seine Scheibe zu putzen. Ich war stinksauer und konnte es nicht glauben... Wirklich schade und leider gibt´s nur sehr unspektakuläre und leicht unscharfe Bilder.
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Frustriert machten wir uns nach einiger Zeit auf den weiteren Weg und dieser Kasper hatte auch noch die Frechheit und fuhr uns die ganze Zeit hinterher. Er dachte wohl wir wüssten wo die Raubkatze nochmals auftaucht. Weit gefehlt, der Herr! 😠 Wir brauchten ein wenig Zeit um uns wieder abzureagieren...
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Geholfen hat uns dabei ein Rudel Löwen, das wir entdecken konnten. Glücklicherweise hatte uns der Verfolger kurz vorher verlassen. Ich bin ja net schadenfreudig ... aber irgendwie hatte das was 😉
Die Löwen lagen allerdings alle ziemlich faul in der Gegend herum. Mitten in einer Herde Uganda Kobs!
📎 h2c22d32.jpg Die Kobs hatten aber wichtigere Dinge zu tun als sich um die Löwen zu kümmern.
📎 hacbe34f.jpg Sowas nennt man dann wohl "Sex till death"
Urplötzlich kam Bewegung in das Rudel. Keine Ahnung was war, aber alle standen plötzlich auf und rannten auf einen bestimmten Baum zu.
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Eine Löwin lag etwas abseits und hatte von alldem nichts mitbekommen. Als sie aufwachte, waren alle bereits weg.
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Sie schaute sich kurz um und entdeckte daraufhin ein unachtsames Kob. Dann beschliech sie dieses Kob und legte sich auf die Lauer.
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Die Antilope konnte sie dann aber entdecken und somit hatte sich die Jagd erledigt. Jetzt bemerkte die Löwin wieder, dass sie ja alleine war und rief nach ihrem Rudel. Keine Antwort! Nochmal kurz umgesehen und dann trappte sie gesenkten Blickes davon und fand doch tatsächlich den Rest des Rudels wieder, das es sich unter dem Baum in einiger Entfernung gemütlich gemacht hatte.
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Wir fuhren daraufhin in Richtung der Krater Lakes die sich im westlichen Teil des Queen Elizabeth Nationalparks befanden. Unterwegs entdeckten wir noch eine kleine "Migration" einiger Büffel.
📎 h87f157f.jpg Dieses Büffelkalb war nur wenige Tage alt!
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Als wir in Richtung Kraterlakes fuhren warnte uns die Rangerin schon vor den Tse Tse Fliegen. Tatsächlich war teilweise das ganze Autos voll von den Biestern. Deswegen hielten wir auch nur einige Mal und ich konnte nicht soviele Bilder der wirklich schönen Krater machen. Sie sehen aus wie kleine Versionen des Ngorongoro Kraters. Die Tse Tse Fliegen sind auch schuld, dass es hier nur sehr wenige Tiere gibt. Wir sahen nur 2 Büffel und 3 Elefanten!
[attachment=73177]h38bce23.jpg 📎 hc5c9902.jpg Lake Kitagata 📎 hc775980.jpg
Wir fuhren durch den Westteil des Parks in Richtung Nweya, da am Nachmittag eine Bootstour auf dem Kazingakanal auf dem Programm stand. Eigentlich bin ich nicht wirklich ein Fan von Bootstouren aber diese Fahrt auf dem Kazingakanal war einfach Klasse und eines der Besten Erlebnisse des ganzen Urlaubs ... klar, am Schimpansen- und Gorillatracking gibt´s natürlich kein Vorbeikommen. 😛 😉 Die Anzahl der Tiere, die man vom Boot aus sehen kann übertraf meine Erwartungen bei Weitem. Wir machten oberhalb der Bootsanlegestelle eine Pause. Bereits von hier, weit oberhalb des Flusses sah man unzählige Elefanten und Büffel am Fluß stehen. Während Stephen ein Fisch aß, wartete ein Marabu auf die Reste. 📎 he2d3123.jpg
Auf dem Weg zum Ticketbüro gab es einige tolle kleine Tiere und farbenprächtige Pflanzen zu entdecken
Fahrtsrecke Game Drive und Krater Lakes: 96,51 Kilometer
Der Kazingakanal ist eine natürliche Verbindung zwischen Lake George im Osten und Lake Edward im Westen. Besonders für Vogelfreunde ist eine Fahrt auf dem Kanal ein absolutes "Must do". Schon kurz nach dem Ablegen sah man unzählige Vögel, Büffel, Elefanten, Flußpferde, Krokodile und Nilwarane. Es war faszinierend!
Auch dieses kleine, süße Hippobaby, das eine schwere Verwundung am Vorderlauf hatte. Wahrscheinlich war es ein männliches Jungtier und wurde von dem dominanten Bullen angegriffen und verletzt.